Feldbacher Beiträge zur Heimtkunde der Stüdoststeiermark -  - E-Book

Feldbacher Beiträge zur Heimtkunde der Stüdoststeiermark E-Book

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Beschreibung

Die vorliegende zwölfte Ausgabe der "Feldbacher Beiträge zur Heimatkunde der Südoststeiermark" vereint wieder verschiedene neue Perspektiven zur Geschichte unserer Region und ihres Umfeldes. Franz Josef Schober: Das Grab der Gräfin Helene Esterházy Thomas Stoppacher: "Arisierung" und Restitution von jüdischem Eigentrum in Bad Gleichenberg Dušan Ščap: Das Apaško polje/Abstaller Feld in den Jahren 1941–1945 Nicole-Melanie Goll, Georg Hoffmann: Die Verschwundenen von Feldbach Christa Schillinger: Die Glocken von Straden Wolfram Dornik: Heimat.Museum. Ideen zur Neukonzeption des Museums im Tabor

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Seitenzahl: 176

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Cover

Vorwort

Wolfram Dornik, Rudolf Grasmug

Die 2011 eingeleiteten Adaptierungsmaßnahmen haben im vergangenen Jahr bereits zu sichtbaren Erfolgen geführt: Die Besucherzahlen des Museums konnten nach langer Zeit wieder auf über 2.000 gesteigert werden, das Kulturvermittlungsprogramm unseres jungen Teams wird gerne von Reise- und Kindergartengruppen sowie Schulklassen angenommen, die Sonderausstellung hat das Museum fachlich Ergänzung und thematisch wieder einen Schritt näher an die Gegenwart herangeführt. Auch konnten wir mit dem schon traditionellen Tabor-Fest und dem Herbst-Ausflug des Vereins zu Initiativen von zwei Vereinsmitgliedern – Ria Mang mit ihrem „Curmuseum“ in Bad Gleichenberg und ­Johann Praßl mit seinem Freilichtmuseum in Trautmannsdorf – sowie der Fehringer Stadt-Jubiläums-Ausstellung einen „heißen Herbst“ erleben.

Die vorliegende zwölfte Ausgabe der „Feldbacher Beiträge zur Heimatkunde der Südoststeiermark“ vereint wieder verschiedene neue Perspektiven zur Geschichte unserer Region und ihres Umfeldes. Franz Josef Schober beleuchtet bisher wenig bekannte Aspekte der Familiengeschichten ­Esterházy und Batthyány sowie der Geschichte des slowenischen Schlosses Rakičan. Thomas Stoppacher gibt in seinem Beitrag über die „Arisierungen“ und Restitutionen in Bad Gleichenberg einen Einblick in seine Diplomarbeit, die er noch 2013 in Buchform vorlegen wird. Einem wenig bekannten Aspekt lokaler NS-Geschichte widmet sich Dušan Ščap mit seinem Text zur Berichterstattung über das Apaško polje/Abstaller Feld in der „Marburger Zeitung“. Nicole-Melanie Goll und Georg Hoffmann erläutern die Folgen des Luft­krieges zu Ende des Zweiten Weltkrieges im Südosten des Gaues Steiermark. In der Rubrik „Miszelle“ berichtet Christa Schillinger über die Geschichte der Glocken der Marktgemeinde Straden. Am Ende gibt Wolfram Dornik noch Auszüge des Neukonzeptes wieder, das er im Februar 2013 vorgelegt hat, und das im Laufe des Jahres diskutiert werden soll. –

Wir danken den Autoren für ihre Beiträge sehr herzlich.

Feldbach, März 2013

Forschungen zur Südoststeiermark

Das Grab der Gräfin Helene Esterházy

Ein Beitrag zur Geschichte des Schlosses Rakičan1

Franz Josef Schober

1.) ---

Das Schloss (Kastell) in Rakičan/Rakicsán oder Batthyánfalva/Rakitsan mit dem großen Schlosspark ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der im slowenischen Prekmurje/Muravidék/Übermurgebiet gelegenen Stadtgemeinde Murska Sobota/Muraszombat/Olsnitz.2

Im Jahr 1322 wurde das Dorf Rakičan erstmals urkundlich als „Rekythe“ genannt und in weiterer Folge im 14. Jahrhundert noch mehrmals als „Reketye“ erwähnt. Einen ersten urkundlichen Hinweis auf eine (damals wahrscheinlich noch bescheidene) Wehranlage in Rakičan („Rekethye“) gibt es aus dem Jahr 1431.3

Das spätere, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammende Kastell Rakičan war ein ansehnliches Gebäude, das aber 1645 abbrannte. Adam I. Batthyány (1610-1659) aus dem bekannten ungarischen Magnatengeschlecht ließ das Schloss (Kastell) zwischen 1648 und 1655 durch Radkersburger Handwerker neu errichten.4 Es diente vor allem den batthyányschen Verwaltern als Sitz, wurde von der Familie Batthyány vorerst bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts selbst aber nicht dauernd bewohnt.5

Schloss und Großgrundbesitz Rakičan waren fast drei Jahrhunderte lang im Besitz der Familie Batthyány. Durch die Eheschließung von Franz II. Batthyány (15731625) im Jahr 1607 mit Eva Popel-Lobkowitz (um 1585/901640) sie waren die Eltern von Adam I. Batthyány war das Gut Rakičan in den batthyányschen Familienbesitz gelangt.6

1598 wurde noch Ladislaus Popel-Lobkowitz (15371609), der Vater der Braut, als Alleinbesitzer von Rakičan erwähnt.7 Seine Frau Magdalena Popel-Lobkowitz, geb. Salm-Neuburg (gest. 1607), war die Tochter von Margareta Salm-Neuburg, geb. Széchy (gest. 1570). Letztere war die Schwester von Stefan Széchy (gest. 1535/40), des letzten männlichen Mitgliedes der Familie Széchy auf Gornja Lendava (seit 1952 Grad genannt)/Felsölendva/Oberlimbach. Die Familie Széchy war bereits seit 1365/66 im Besitz der großen Herrschaft Gornja Lendava, zu der auch die später abgetrennte Herrschaft Murska Sobota gehörte. Da die Széchys auf Gornja Lendava ab 1387 auch Neuhaus (ungarisch: Dobra) im heutigen Südburgenland erworben hatten, war der Großteil des heutigen oberen Prekmurje im Besitz dieser Familie.8

Das Kastell Rakičan gehörte ursprünglich aber nicht zu diesem großen mittelalterlichen Széchy-Besitz. Es dürfte aber doch noch gegen Ende des Mittelalters in den Besitz der Familie Széchy gelangt sein (die genauen Umstände sind leider noch nicht erforscht). Die Urkunde aus dem Jahr 1499 über den Besitz von Thomas Széchy (er war der Vater der erwähnten Geschwister Stefan Széchy und Margareta Széchy, verehel. Salm-Neuburg, und fiel 1526 in der Schlacht gegen die Türken bei Mohács) im Gebiet von Neuhaus, Gornja Lendava und Murska Sobota erwähnt Rakičan aber nicht.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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