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Wenn es um Krieg und Frieden geht, sitzen nur vereinzelt Frauen an den Verhandlungstischen. Ob in den Vereinten Nationen, in der Europäischen Union, auf der Münchener Sicherheitskonferenz oder in den Medien – Außen- und Sicherheitspolitik ist international noch immer weitgehend eine Männerdomäne. Frauen bleiben meist im Hintergrund. Liegt das an den Frauen selbst, an ihrer Ausbildung oder an den Strukturen? Fehlt ihnen oder den amtierenden männlichen Vertretern der Außenpolitik der Wille, an dieser Situation etwas zu ändern? Außenpolitisch engagierte Frauen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Medien zeigen auf, warum sie sich einbringen und machen Mut. Damit Außenpolitik auch weiblich wird.
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Seitenzahl: 274
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Elisabeth Motschmann (Hg.)
Female Diplomacy
Frauen in der Außenpolitik
Einleitung Zu wenige Frauen in der Außenpolitik Elisabeth Motschmann
Frauen in der Außenpolitik
Zukunftsmacht Frauen
Ursula Plassnik
Wir müssen etwas tun. Ich muss etwas tun
Aurelia Frick
Nicht besser, nicht stärker – aber anders!
Ursula von der Leyen
Jobsharing und Frauenförderung im Auswärtigen Dienst
Christine Schraner Burgener
Frieden, Frauen, Sicherheit
Maria Böhmer
Mehr Feminismus wagenEine Weltfrauenpolitik ist möglich
Michelle Müntefering
Handel als zuverlässige Brücke in der internationalen Diplomatie
Aygül Özkan
»One Health« – Gesundheit global denken
Annette Widmann-Mauz
Frauen über Außenpolitik
Europäische Herausforderungen
Daniela Schwarzer
Trümpfe aufdecken, um das Blatt zu wenden – Was Europa im Innersten zusammenhält
Andrea Despot
Frauen verändern Europa
Angelika Niebler
Eine europäische MomentaufnahmeDie Öffnung der ungarischen Grenze
Walburga Habsburg Douglas
»Fire and Fury«Trump und das transatlantische Tauziehen
Elisabeth Motschmann
»Bridging the Gap«Die Wirtschaftsbeziehungen als Eckpfeiler der transatlantischen Partnerschaft
Eveline Metzen
Auf ewig beste Feinde?Warum es eine neue Ostpolitik braucht
Gudrun Dometeit
Die UkraineZwischen Europa und Russland
Marieluise Beck
Warum die Türkei für Deutschland eine so große Rolle spielt.Und warum das nicht nur am Flüchtlingsabkommen liegt
Serap Güler
Wandel im Nahen OstenDeutschland muss mehr tun
Nora Müller
Scheichas und PolitikerinnenVom Vorteil, als Frau aus dem Nahen Osten zu berichten
Eva-Marie Kogel
Ein Gespräch zwischen starken Frauen
Bärbel Dieckmann
Statt eines Nachworts Ein Bekenntnis – weshalb ich keine Pazifistin bin
Marieluise Beck
Verzeichnis der Autorinnen
Abbildungsverzeichnis
Die Herausgeberin
Münchner Sicherheitskonferenz 2017 – mit Mühe war es mir gelungen, eine Einladung zu bekommen. Und als ich den Konferenzsaal betrat, staunte ich. Die Anzahl der Frauen war verschwindend gering. Im Publikum, auf den Podien, in den Arbeitsgruppen, wohin man sah, Staatschefs und Minister mit großem männlichen Anhang, Botschafter, Politiker, Journalisten, Wissenschaftler – etwa 90 Prozent Männer. Das kann doch nicht sein im 21. Jahrhundert, dachte ich.
Angela Merkel hielt eine Rede, Ursula von der Leyen ein Opening Statement, einige Frauen waren als Moderatorinnen eingesetzt. Das waren die Ausnahmen. Darüber konnte man sich freuen, wenn da nicht die ernüchternde Gesamtbilanz gewesen wäre, die sich auch auf der Sicherheitskonferenz 2018 wiederholt hat: kaum Frauen auf dieser wichtigen außenpolitischen »Bühne«.
Die wenigen Frauen aus den verschiedenen Ländern treffen sich am Rande der Konferenz im Morgengrauen, um 7 Uhr zu einem Frühstück. Dennoch bleibt es deprimierend, dass eine so wichtige Veranstaltung zur Außen- und Sicherheitspolitik weitgehend ohne Frauen stattfindet. Das war der erste Anstoß für dieses Buch.
Den zweiten Anstoß bekam ich durch ein Gespräch mit der Journalistin und Publizistin Sylke Tempel in meinem Berliner Büro im Sommer 2017. Als Chefredakteurin der Zeitschrift Internationale Politik und ehrenamtliche Vorsitzende der deutschen Sektion von »Women in International Security« bestätigte sie bei unserem Treffen meine Beobachtung, dass Frauen in der Außenpolitik deutlich unterrepräsentiert sind. Sie war von der Idee des Buches begeistert, obwohl oder gerade weil sie selbst eine der ganz wenigen Frauen war, deren Rat und Kompetenz in vielen Expertenrunden gefragt war.
Am 5. Oktober 2017 wurde sie während des Sturmtiefs »Xavier« von einem Baum erschlagen. Dieser tragische Tod hat mich persönlich sehr getroffen. Er ist ein großer Verlust für die außenpolitische Szene. An dieser Stelle danke ich dieser herausragenden außenpolitischen Expertin für ihre mutmachende Unterstützung bei der Entstehung des Buches.
Außen- und Sicherheitspolitik ist national und international noch immer weitgehend eine Männerdomäne. Wenn es um Krieg und Frieden geht, sitzen nur vereinzelt Frauen an den Verhandlungstischen. Ob in den Vereinten Nationen, ob in der Europäischen Union oder in den Medien – wenn es um Außenpolitik geht, sind Frauen die Ausnahme. Sie bleiben im Hintergrund. Es ist schon erstaunlich, dass Maybrit Illner in ihrer Talkshow am 25. Januar 2018 zum Thema: »Der unterschätzte Egoist – kann Trump Erfolg haben?« ausschließlich männliche Experten einlädt und befragt. Ist sie wirklich der Meinung, dass zu diesem Thema nur Männer etwas zu sagen haben? Hat sie allen Ernstes keine Expertin gefunden?
Woran liegt das? Liegt es an den Frauen selbst, ihrer Ausbildung oder an den Strukturen? Wohl kaum. Fehlt ihnen oder den amtierenden männlichen Vertretern der Außenpolitik der Wille, an dieser Situation etwas zu ändern? Wer weiß?
