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Die Lunge ist das wichtigste Organ in der Neonatologie nach dem Gehirn. Der Titel bietet umfassende Informationen zu allen medizinischen Problemen Neugeborener rund um die Geburt.
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Expertenwissen: Autoren und Herausgeber bilden ein Expertenteam mit langjähriger klinischer Erfahrung.
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Seitenzahl: 756
Veröffentlichungsjahr: 2016
Fetoneonatale Lunge
Roland Hentschel, Gerhard Jorch
Ines Adams, Andreas W. Flemmer, Hans Fuchs, Ludwig Gortner, Andrea Heinzmann, Matthias Henschen, Egbert Herting, Axel Hübler, André Jakob, André Jakob, Hans-Gerd Kehl, Annette M. Müller, Christian Poets, Eva Robel-Tillig, Charles Christoph Röhr, Mario Rüdiger, Martin Scaal, Thomas Schaible, Sevgi Tercanli, Ulrich H. Thome, Klara Vergesslich-Rothschild, Gerhard Wolf
1. Auflage
171 Abbildungen
Mit der rasanten Entwicklung des Fachgebietes der Neonatologie seit den 1970er Jahren haben sich die Chancen von Früh- und Neugeborenen, die Klinik nach der Geburt lebend und darüber hinaus gesund zu verlassen, enorm verbessert. Lag deren Risiko, an einem Atemnotsyndrom zu versterben, damals noch bei 50%, so beträgt dieses heute nur noch etwa 3%, obwohl der Anteil sehr unreifer Frühgeborener in dieser Zeit stark zugenommen hat.
Die Lunge ist das Organ, das bei der Behandlung des kranken Neugeborenen am häufigsten initial im Mittelpunkt steht. Von allen Organen und Organsystemen, die sich nach der Durchtrennung der Nabelschnur an die extrauterinen Verhältnisse anpassen müssen, ist die Atmung und der Gasaustausch im Rahmen der postnatalen Adaptation am häufigsten von Störungen betroffen. Die enge Verknüpfung des Atmungssystems mit anderen Systemen, wie dem Herz-Kreislauf-System, dem Stoffwechsel, der Nierenfunktion und anderen führt jedoch dazu, dass sich auch eine Störung in einem dieser Bereiche anfangs mit einer Auffälligkeit der Atmung und zusätzlich eventuell Veränderungen der Blutgasparameter manifestieren kann. Initial sind diese differenzialdiagnostischen Überlegungen nicht einfach, sie sind aber entscheidend für eine rechtzeitige Diagnostik und eine gezielte Therapie.
Aus den zuvor genannten Gründen ist es kein Zufall, dass die Entwicklung der Neonatologie seit den 1970er-Jahren eng mit der Erfolgsgeschichte der Erforschung und Behandlung von Lungenerkrankungen und Atemstörungen Neugeborener verknüpft ist: die wichtigsten Meilensteine, die zur Etablierung der Neonatologie führten, betreffen die Pathophysiologie der Lungenfunktion des Früh- und Neugeborenen.
Der Grundstein für diese Entwicklung wurde 1959 von Avery und Mead gelegt, als sie zweifelsfrei die erhöhte Oberflächenspannung in der Lungenflüssigkeit von Frühgeborenen nachwiesen, die an einer Hyaline-Membranen-Krankheit verstorben waren; damit war das Fehlen von Surfactant als Ursache des „Atemnotsyndroms“ Frühgeborener identifiziert.
Der Tod eines Sohnes des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy im Jahr 1962, der in der 34. Schwangerschaftswoche an der Hyaline-Membranen-Krankheit verstarb, beflügelte zwar die Erforschung dieser Erkrankung und führte zur Entwicklung von Neugeborenen-Beatmungsgeräten, sowie zu neuen diagnostischen und therapeutischen Techniken, der entscheidende Durchbruch gelang jedoch erst 10 bis 20 Jahre später: 1970 publizierten Gregory und Kollegen die CPAP-Technik als einfachste Form der Atemhilfe; 1972 beschrieben Liggins und Howie das Prinzip der pränatalen Lungenreifung durch Corticosteroide; 1980 gelang Fujiwara und Kollegen die Behandlung des Atemnotsyndroms mit exogenem Surfactant.
In den letzten Jahrzehnten hat die Pulmologie in der Neonatologie interessante Entwicklungen erlebt: das veränderte Erscheinungsbild der bronchopulmonalen Dysplasie nach dem Einsatz von pränataler Lungenreifung und Surfactantbehandlung, sowie schonenderer Beatmungsformen; verbesserte Beatmungsgräte speziell für die Neonatologie und verfeinerte Beatmungsverfahren, sowie neue Beatmungsformen, z.B. Hochfrequenzbeatmung, synchronisierte Beatmung und Volumensteuerung; neue medikamentöse Ansätze, wie die Beatmung mit Stickstoffmonoxid und die Entdeckung der „magic bullet“ Koffein.
Zu den bemerkenswerten Entwicklungen gehört sicherlich auch die Wiederentdeckung der nicht-invasiven Beatmungsformen, die uns nun zurück zu den Anfängen von Gregory und Kollegen bringt. „Nicht-invasiv“ scheint überhaupt das grundlegende Thema der Neonatologie zurzeit zu sein, so hat die minimal-invasive Surfactantgabe inzwischen eine weite Verbreitung gefunden. Aber auch die molekularbiologischen Techniken haben Einzug in die praktische Neonatologie gehalten: genetische Nachweise zur Erklärung der Pathophysiologie einer Reihe von seltenen Lungenerkrankungen haben unser Verständnis von angeborenen Störungen der Lungenfunktion erheblich erweitert.
Trotz all dieser Fortschritte bleibt noch viel zu tun. Beispielsweise steht noch immer eine Definition der optimalen Sauerstoffgrenzen für Frühgeborene aus; eine exakte Abgrenzung von Indikationen für invasive versus nicht-invasive Beatmung fehlt; und schließlich die Verbesserung der Rate an bronchopumonaler Dysplasie: während die Häufigkeit aller Indikatoren der residuellen Morbidität trotz der zunehmenden Überlebensrate extrem unreifer Frühgeborener insgesamt abgenommen hat, nimmt die Inzidenz der bronchopulmonalen Dysplasie nach neuesten Daten sogar leicht zu.
Dieses Buch ist als Ergänzung der bereits im Thieme-Verlag erschienenen Bücher gedacht, an denen beide Herausgeber bereits beteiligt waren: „Neonatologie“ als allgemeiner Überblick über das Fachgebiet und „Fetoneonatale Neurologie“ als erstes Spezialthema.
Das Buch konzentriert sich bewusst nicht auf Frühgeborene, sondern behandelt das ganze Spektrum der angeborenen Fehlbildungen und Erkrankungen der Atmungsorgane des Neugeborenen und jungen Säuglings. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der fetalen Pathologie und der Transition nach Geburt. Es behandelt neben Diagnosemöglichkeiten und modernen Therapien auch die Grundzüge der verschiedenen Beatmungstechniken, sowie die pulmonalen Folgeschäden nach Beatmung und die Entwicklung der Lungenfunktion unter normalen und pathologischen Bedingungen bis in das Schulalter.
Es war uns bei der Umsetzung unserer Vorstellungen zu diesem Buch von Anfang an wichtig, das breit gefächerte Themenspektrum mit einem Autorenkollektiv anerkannter Fachleute auf dem jeweiligen Gebiet zu bearbeiten.
Das Buch richtet sich an alle Ärzte, die ein spezielles Interesse an Störungen der Lungenfunktion im Neugeborenenalter haben, besonders an Kinderärzte, Neonatologen, Kinderpneumologen, Kinderkardiologen, Anästhesisten und Physiologen, es scheint uns aber auch für Pflegekräfte in der Neonatologie und Kinderheilkunde zur Vertiefung spezieller Kenntnisse oder als Nachschlagewerk geeignet.
Das Interesse an einer wissenschaftlich fundierten, aber auch praktisch orientierten Ausbildung von neonatologisch tätigen Ärzten verbindet die Herausgeber miteinander. Ausgehend von einer anfänglichen, intensiven Zusammenarbeit an der Universitätskinderklinik Münster in der sich damals rasant entwickelnden Disziplin Neonatologie und stimuliert durch die gemeinsame Beteiligung an der bahnbrechenden Einführung der Surfactantbehandlung im Rahmen der ersten deutschen Multicenter-Studie haben sich unsere Wege schon früh getrennt; dennoch ist ein intensiver Kontakt seit 20 Jahren über die Entfernung von Freiburg nach Magdeburg erhalten geblieben.
Dieses Buch krönt somit auch eine langjährige persönliche Freundschaft zwischen den beiden Herausgebern, die über das kollegiale Miteinander weit hinausgeht.
im September 2016
Roland Hentschel
Gerhard Jorch
AaDO
2
alveolo-arterielle O
2
-Partialdruck-Differenz
AAP
American Academy of Pediatrics
AASM
American Academy of Sleep Medicine
ABCA3
ABC-Transporter 3
ABC Transporter-Protein 3
ACD
alveolar capillary dysplasia
kongenitale alveoläre Dysplasie
ACD/MPV
alveolar capillary dysplasia with misalignment of pulmonary veins
ALEC
artificial lung expanding compound
ALI
early acute lung injury
früher akuter Lungenschaden
ALTE
apparent life threatening event
scheinbar lebensbedrohliches Ereignis
APCV
assistiert-kontrollierte Beatmung
ARDS
acute respiratory distress syndrome
AS
active sleep
aktiver Schlaf
ASD
Vorhofseptumdefekt
ATS
American Thoracic Society
AvDO
2
arterio-venöse O
2
-Partialdruck-Differenz
AVSD
atrioventrikulärer Septumdefekt
BAL
bronchoalveoläre Lavage
BE
Basenüberschuss des Blutes
BMP
bone morphogenetic proteins
BOOP
Bronchiolitis obliterans-organisierende Pneumonie
BPD
bronchopulmonale Dysplasie
BPS
bronchopulmary sequestration
Lungensequestration
CCAM
congenital cystic-adenomatoid malformation
heute allgemein: cPAM
CDH
congenital diaphragmatic hernia
angeborene Zwerchfellhernie
CF
cystic fibrosis
zystische Fibrose, Mukoviszidose
CFTR
cystic fibrosis transmembrane conductance regulator
CHAOS
congenital high airway obstruction syndrome
CI
Konfidenzintervall
CK
Kreatinkinase
CLD
chronic obstructive lung disease
chronische Lungenerkrankung
CO-Hb
Kohlenmonoxid-Hb
COP
kryptogene organisierende Pneumonie
COPD
chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
CPAM
congenital pulmonary airway malformation
kongenitale Malformation der Luftwege (s. auch CCAM)
CPAP
continuous positive airway pressure
kontinuierlicher positiver Beatmungsdruck
CPI
chronic pneumonitis of infancy
chronische Lungenentzündung des Kleinkindes
CPL
pulmonale Lymphangiektasie
CPP
cardiopulmonary progenitors
kardiopulmonare Vorläuferzellen
C
rs
Compliance des respiratorischen Systems
C
stat
statische Compliance
CT
Computertomografie
ctO
2
Sauerstoffkonzentration
CW-Doppler
Continuous wave-Doppler
DAD
diffuser alveolärer Lungenschaden
DGSM
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin
DIP
desquamative interstitielle Pneumonie
DSCT
Dual-Source-CT
ECMO
extrakorporale Membranoxygenierung
EEG
Elektroenzephalogramm
EF
Ejektionsfraktion
EIT
electrical impedance tomography
elektrische Impedanztomografie
ELS
extralobärer Sequester
EMG
Elektromyogramm
EOG
Elektrookulogramm
ERS
European Respiratory Society
EXIT
ex utero intrapartum treatment
FDA
Food and Drug Administration
(US-amerikanische Zulassungsbehörde)
FETO
fetoskopische endoluminale Trachealokklusion
FEV1
forced expiratory volume in 1 second,
forcierte 1-Sekunden-Kapazität
FGFR 2
FGF-Rezeptor 2
FRC
funktionelle Residualkapazität
FS
systolische Verkürzungsfraktion
GBA
gemeinsamer Bundesausschuss
GM-CSF
granulocyte macrophage colony-stimulating factor
Hb
Hämoglobin
HbF
fetales Hämoglobin
HFFI
high frequency flow interuption
Hochfrequenzbeatmung durch Flussunterbrechung
HFJV
high frequency jet ventilation
Hochfrequenzbeatmung durch Jet-Impulse
HFOV
high frequency oscillation ventilation
Hochfrequenzbeatmung durch Oszillation
HHb
desoxygeniertes Hämoglobin
HIE
hypoxisch-ischämische Enzephalopathie
HIT
High-Speed-Interrupter-Technik
Hkt
Hämatokrit
HRR
Herzfrequenz-Atemfrequenz-Verhältnis
HZV
Herz-Zeit-Volumen
ICIH
inspiratory capacity at inflation hold
IL-8
Interleukin-8
ILD
interstitial lung disease
interstitielle Lungenerkrankung
ILS
intralobärer Sequester
iNO
inhalatives Stickstoffmonoxid
IRDS
idiopathisches Atemnotsyndrom
IRT
immunreaktives Trypsin
ITGV
intrathorakales Gasvolumen
IUGR
intrauterine Wachstumsrestriktion
IVCT
isovolumic contraction time
Dauer der isovolumetrischen Kontraktion
IVRT
isovolumic relaxation time
Dauer der isovolumetrischen Relaxation
LCI
lung clearance index
LHR
lung area to head circumference ratio
Verhältnis von Lungenfläche zu Kopfumfang
LISA
less-invasive surfactant administration
LR-Shunt
Links-Rechts-Shunt
LV
linker Ventrikel
LVED
enddiastolischer Durchmesser des linken Ventrikels
LVES
endsystolischer Durchmesser des linken Ventrikels
LVET
linksventrikuläre Auswurfzeit
MAD
mittlerer Atemwegsdruck
MAS
Mekonium-Aspirationssyndrom
MBOT
multiple breath occlusion technique
MBW
multiple breath washout
MEF
maximaler exspiratorischer Fluss
Met-Hb
Methämoglobin
MiST
minimal invasive surfactant therapy
minimal-invasive Surfactant-Therapie
MPI
myokardialer Performance-Index
MPV
misalignment of pulmonary veins
MR
moment ratio
MRT
Magnetresonanztomografie
mSv
Milli-Sievert
Maßeinheit für Strahlendosis
MVB
multivesicular bodies
nCPAP
nasaler CPAP
NEHI
neuroendocrine cell hyperplasia of infancy
NIPPV
nicht-invasive intermittierende Überdruckbeatmung
NLG
Nervenleitgeschwindigkeit
NO
nitric oxide
Stickstoffmonoxid
nRDS
neonatal respiratory distress syndrome
NSIP
non-specific interstitial pneumonitis
O
2
-Hb
oxygeniertes Hämoglobin
OCRG
Oxykardiorespirografie
OI
Oxygenierungsindex
OR
odds ratio
PA
Pulmonalarterie
PAP
Pankreatitis-assoziiertes Protein
PAS
periodic acid Schiff
PCA
postkonzeptionelles Alter
PCD
primäre ziliäre Dyskinesie
PCP
planar cell polarity
PCR
polymerase chain reaction
PDA
persistierender Ductus arteriosus
PDGF
platelet-derived growth factor
PEEP
positive endexpiratory pressure
positiver endexspiratorischer Druck
PFC
persistierende fetale Zirkulation
PH
pulmonale Hypertonie
PIE
pulmonales interstitielles Emphysem
PIG
pulmonale interstitielle Glykogenose
PIP
peak inspiratory pressure
inspiratorischer Spitzendruck
PNET
primitiv-neuroektodermaler Tumor
pO
2
[a/A]
arteriell-alveolärer Oxygenierungsindex
PPB
pleuropulmonale Blastome
PPHN
persistierende pulmonale Hypertonie des Neugeborenen
ppm
parts per million
relative Maßangabe
PSG
Polysomnografie
PSV
pressure support ventilation
druckunterstützte Beatmung
PVL
periventrikuläre Leukomalazie
PVR
pulmonalvaskulärer Widerstand
PW-Doppler
pulsed wave-Doppler
QS
quiet sleep
ruhiger Schlaf
RAP
rechtsatrialer Druck
RDI
respiratory disturbance index
Index für schlafbezogene respiratorische Ereignisse
REM
rapid eye movement
Schlafphase mit schnellen Augenbewegungen
RDS
respiratory distress syndrome
Atemnotsyndrom
RL-Shunt
Rechts-Links-Shunt
R
rs
Resistance des respiratorischen Systems
RSBI
rapid shallow breathing index
RSV
respiratory syncytial virus
RTC
rapid thoracoabdomnial compression technique
RV
rechter Ventrikel
RVRTC
raised volume rapid thoracic compression
SBOT
single breath occlusion technique
SBW
single breath washout
SEM
slow eye movement
Schlafphase mit langsamen Augenbewegungen
SID
strong ion difference
SIDS
sudden infant death syndrome
plötzlicher Säuglings-/Kindstod
SIMV
synchronised intermittent mandatory ventilation
synchronisierte intermittierende Beatmung
sRAW
spezifischer Atemwegswiderstand
SSCT
single source-CT
SSW
Schwangerschaftswoche
SVR
systemvaskulärer Widerstand
SWS
slow wave-Schlafmuster
TARCD
tracheal agenesis/atresia, radial ray defects, complex congenital cardiac abnormalities, duodenal atresia
TDI
Gewebedoppler-Modus
TEE
transösophageale Echokardiografie
TGF
transforming growth factor
TI
Trikuspidalklappen-Insuffizienz
TO
temporärer Trachealverschluss
TTF-1
thyroid transcription factor 1
TTN
transitorische Tachypnoe des Neugeborenen
TV
Trikuspidalklappe
VACTERL/VATER
vertebral defects, anal atresia, cardiovascular defects, tracheoesophageal fistula and/or esophageal atresia, renal defects, limb defects
VC
Vitalkapazität
VEGF
vascular endothelial growth factor
VILI
ventilator-induced lung injury
V
'
max
maximale Flussgeschwindigkeit
VSD
Ventrikelseptumdefekt
ZNS
Zentralnervensystem
ZVD
zentralvenöser Druck
Vorwort
Abkürzungen
1 Embryologie der Lungenentwicklung
1.1 Lungenentwicklung
1.1.1 Einführung
1.1.2 Bildung des entodermalen Darmrohrs
1.1.3 Bildung der Lungenknospen
1.1.4 Verzweigung des Bronchialbaumes
1.1.5 Differenzierung des Lungenepithels
1.1.6 Alveolarisierung
1.1.7 Entwicklung des Lungenmesenchyms
1.1.8 Entwicklung von Pleurahöhle und Zwerchfell
1.1.9 Reifung der Lunge
1.2 Entwicklung des Surfactant-Systems
1.2.1 Historischer Rückblick
1.2.2 Physiologie des Surfactant-Systems
1.3 Pränatale Lungenreifungsbehandlung
1.3.1 Betamethason vs. Dexamethason
1.3.2 Behandlungszeitpunkt
1.3.3 Wiederholungsbehandlung
1.3.4 Zusammenfassung
1.4 Literatur
2 Pathologie der embryonalen und fetalen Lungenentwicklung
2.1 Primär anatomische Fehlbildungen
2.1.1 Enterothorax
2.1.2 Kongenitale pulmonale Malformation der Luftwege (CPAM)
2.1.3 Oligo-/Ahydramnie und pulmonale Folgen
2.1.4 Pulmonale Lymphangiektasie (CPL)
2.1.5 Lungensequestration (BPS)
2.1.6 Primäre ziliäre Dyskinesie (PCD)
2.1.7 Intrathorakale Raumforderungen und obstruktive Fehlbildungen
2.1.8 Komplexe Fehlbildungen und systemische Erkrankungen mit Beteiligung der Lunge
2.2 Funktionelle Störungen und seltene Lungenerkrankungen
2.2.1 Alveolokapilläre Dysplasie
2.2.2 Surfactant-Fehlfunktionen und Alveolarproteinose
2.2.3 Zystische Fibrose
2.3 Invasive pränatale Therapien
2.3.1 Enterothorax
2.3.2 Kongenitale Atemwegsmalformation
2.3.3 Oligohydramnie und pulmonale Folgen
2.3.4 Pulmonale Lymphangiektasie
2.4 Literatur
3 Untersuchungsmethoden
3.1 Pränatale Ultraschalluntersuchung
3.1.1 Thoraxhypoplasie
3.1.2 Bronchopulmonale Anomalien
3.1.3 Cantrell-Pentalogie
3.1.4 Hydrothorax
3.1.5 Enterothorax (Zwerchfellhernie)
3.2 Pränatales MRT
3.3 Klinische Diagnostik
3.3.1 Besonderheiten der klinischen Untersuchung nach der Geburt
3.3.2 Phänotypische Merkmale angeborener Fehlbildungen und angeborener Störungen
3.3.3 Klinische Merkmale einer Atemstörung im Neugeborenenalter
3.3.4 Symptome, Krankheitsbilder und Untersuchungstechniken
3.3.5 Transitorische Tachypnoe des Neugeborenen (TTN)
3.3.6 Pulmonale Hypertonie des Neugeborenen
3.4 Blutgasanalyse
3.4.1 Blut-pH-Wert
3.4.2 pO2- und pCO2-Wert
3.4.3 Sauerstoff und Hämoglobinfraktionen
3.4.4 Kenngrößen des Sauerstoffstatus
3.4.5 Verknüpfung von Lungen- und Nierenfunktion – Säure-Basen-Status
3.4.6 Moderne Interpretation des Säure-Basen-Gleichgewichts
3.4.7 Wechselwirkung zwischen Sauerstoffsättigung und gelöstem Sauerstoff
3.5 Sonografie der Lunge
3.5.1 Technisches Vorgehen
3.5.2 Interpretation
3.5.3 Zusammenfassung
3.6 Sonografie des Herzens und der herznahen Gefäße
3.6.1 Vorteile
3.6.2 Modalitäten
3.6.3 Dopplerverfahren
3.6.4 Online-Ressourcen für Echokardiografie-Normwerte und zur Bestimmung von Z-Scores
3.6.5 Smartphone-Applikationen für Echokardiografie-Normwerte und zur Bestimmung von Z-Scores
3.7 Herzkatheteruntersuchung
3.7.1 Druckregistrierungen
3.7.2 Blutfluss
3.7.3 Angiografie
3.7.4 Anwendungsgebiete
3.7.5 Komplikationen
3.7.6 Angio-Computertomografie in Dual Source-Technik
3.8 Röntgenuntersuchung und Durchleuchtung
3.8.1 Röntgen des Thorax
3.8.2 Durchleuchtung
3.9 Computertomografie und Magnetresonanztomografie
3.9.1 Computertomografie (CT)
3.9.2 Magnetresonanztomografie (MRT)
3.10 Elektrische Impedanztomografie
3.10.1 Technisches Vorgehen
3.10.2 Anwendungsgebiete
3.11 Bronchoskopie
3.11.1 Indikationen
3.11.2 Instrumentarium und Untersuchungstechnik
3.11.3 Bronchoalveoläre Lavage
3.11.4 Komplikationen
3.11.5 Endoskopische Abklärung des Leitsymptoms „Stridor“
3.11.6 Endoskopische Intubation
3.11.7 Besonderheiten der Endoskopie beim spontan atmenden Patienten
3.11.8 Besonderheiten der Tracheobronchoskopie beim beatmeten Patienten
3.12 Methoden der Lungenfunktionsmessung
3.12.1 Auswaschverfahren
3.12.2 Okklusionstechniken
3.12.3 Spirometrie
3.12.4 Indikationen und Anwendungsstudien
3.13 Bodyplethysmografie
3.13.1 Spezifische Messgrößen
3.13.2 Physikalische Grundlagen der Bestimmung des intrathorakalen Gasvolumens
3.13.3 Bestimmung des Atemwegswiderstandes
3.13.4 Durchführung bei kooperationsfähigen Patienten
3.13.5 Durchführung bei Säuglingen und Kleinkindern
3.13.6 Indikationen und Anwendungsstudien
3.13.7 Zusammenfassung
3.14 Polysomnografie und Indikationen für Heimmonitoring
3.14.1 Überwachung des Schlafes beim Neugeborenen
3.14.2 Organisatorische Aspekte
3.14.3 Indikationen beim Neugeborenen
3.14.4 Paramater
3.14.5 Auswertung
3.14.6 Klinische Gesichtspunkte der Polysomnografie beim Neugeborenen
3.15 Molekularbiologische Diagnostik
3.15.1 Monogenetische Erkrankungen mit pulmonaler Beteiligung
3.15.2 Komplex-genetische pulmonale Erkrankungen
3.16 Sonderformen neonataler Lungenerkrankungen und ihre histologische Diagnostik
3.16.1 Diffuse Lungenveränderungen
3.16.2 Pulmonale Entwicklungsstörungen
3.16.3 Praktische Durchführung der Lungenbiopsie
3.17 Literatur
4 Die postnatale Adaption und ihre Störungen
4.1 Die postnatale Belüftung der Lunge
4.1.1 Intrauterine Flüssigkeitsproduktion und fetale Atembewegungen
4.1.2 Intrauterines Lungenwachstum
4.1.3 Vorbereitung auf das extrauterine Leben
4.1.4 Postnataler Flüssigkeitstransport aus den Atemwegen
4.1.5 Flüssigkeitsresorption aus dem Interstitium
4.1.6 Retraktionskräfte
4.1.7 Hämodynamische Veränderungen während der postnatalen Adaptation
4.2 Interaktion zwischen Herz-Kreislauf-System und Lunge
4.2.1 Der fetale Kreislauf
4.3 Unterstützung der postnatalen Transition
4.3.1 Atmung und Sauerstoffsättigung
4.3.2 Atemunterstützung
4.3.3 Beatmung
4.3.4 Sauerstoffsupplementation
4.3.5 Praktisches Vorgehen
4.3.6 Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung der Erstversorgung
4.4 Pulmonale Adaptionsstörung und Wet lung-Syndrom
4.4.1 Risikofaktoren und Inzidenz der pulmonalen Adaptationsstörung
4.4.2 Klinische Symptome
4.4.3 Möglichkeiten der Prävention
4.4.4 Diagnostik
4.4.5 Therapeutische Interventionen
4.4.6 Prognose
4.5 Pulmonale Hypertonie und sekundäre Lungengefäßerkrankungen
4.5.1 Ätiopathogenese
4.5.2 Sekundäre pulmonale Hypertonie bei angeborenen Herzfehlern
4.5.3 Diagnose und Therapie
4.6 Literatur
5 Obstruktive Erkrankungen
5.1 Mekoniumaspiration
5.1.1 Effekte auf die Lungenmechanik
5.1.2 Weitere Effekte
5.1.3 Mekoniumaspiration und Mekonium-Aspirationssyndrom
5.1.4 Prävention des Mekonium-Aspirationssyndroms
5.1.5 Therapie des Mekonium-Aspirationssyndroms
5.1.6 Prognose
5.1.7 Zusammenfassung
5.2 Pulmonale Hämorrhagie
5.3 Surfactant-Lavage
5.3.1 Surfactant beim Mekonium-Aspirationssyndrom
5.3.2 Technik
5.3.3 Klinische Anwendung
5.3.4 Zusammenfassung und Ausblick
5.4 Literatur
6 Atemnotsyndrom
6.1 Idiopathisches Respiratory Distress-Syndrom (IRDS)
6.1.1 Klinik des Atemnotsyndroms
6.1.2 Therapie
6.2 Akutes Respiratory Distress-Syndrom (ARDS)
6.3 Surfactant-Substitution
6.3.1 Synthetische Surfactant-Präparationen
6.3.2 Surfactant-Dosis
6.3.3 Behandlungszeitpunkt
6.3.4 Technik der Surfactant-Anwendung
6.3.5 Nebenwirkungen
6.3.6 Alternative Methoden zur Surfactant-Applikation
6.3.7 Neue Indikationen zur Surfactant-Behandlung
6.4 Fazit
6.5 Literatur
7 Bronchopulmonale Dysplasie
7.1 Einleitung
7.1.1 Old type-BPD
7.1.2 New-type BPD
7.2 Definition
7.3 Epidemiologie
7.4 Pathogenese und Pathophysiologie
7.4.1 Pränatale Faktoren
7.4.2 Neonatale Faktoren
7.4.3 Postnatale Faktoren
7.5 Prophylaxe
7.5.1 Pränatale Kortikosteroide
7.5.2 Surfactant-Therapie
7.5.3 Vitamin A
7.5.4 Koffein
7.5.5 Inhalatives Stickstoffmonoxid
7.5.6 Maschinelle Beatmung
7.5.7 Verschluss des offenen Ductus arteriosus
7.6 Diagnostik
7.6.1 Dynamische Testung
7.6.2 Bildgebung
7.7 Besonderheiten der Beatmung bei manifester bronchopulmonaler Dysplasie
7.8 Histologie
7.9 Therapie
7.9.1 Sauerstofftherapie
7.9.2 Postnatale Kortikosteroide
7.9.3 Diuretika
7.9.4 Ernährung
7.9.5 Weitere Therapieoptionen
7.9.6 Neue experimentelle Therapieansätze
7.10 Literatur
8 Extraalveoläre Luftansammlung
8.1 Einleitung
8.2 Pulmonal-interstitielles Emphysem (PIE)
8.2.1 Klinisches Bild und Diagnostik
8.2.2 Prävention und Therapie
8.3 Pneumothorax
8.3.1 Klinisches Bild und Diagnostik
8.3.2 Therapie
8.4 Pneumomediastinum
8.4.1 Klinisches Bild und Diagnostik
8.4.2 Therapie
8.5 Pneumatozele
8.5.1 Klinisches Bild und Diagnostik
8.5.2 Prävention und Therapie
8.6 Literatur
9 Pneumonie
9.1 Bakterielle Erreger
9.1.1 Erreger der Neugeborenen-Pneumonie
9.1.2 Risikofaktoren
9.1.3 Symptome
9.1.4 Diagnostik
9.1.5 Histologie
9.1.6 Pilzinfektionen
9.1.7 Therapie
9.1.8 Prophylaxe
9.2 Das Respiratory Syncytial-Virus
9.2.1 Virus
9.2.2 Infektion
9.2.3 Risikofaktoren für schwere Verläufe
9.2.4 Symptome
9.2.5 Diagnostik
9.2.6 Histologie
9.2.7 Therapie
9.2.8 Prävention
9.2.9 Langzeitfolgen
9.3 Adenoviren
9.3.1 Virus
9.3.2 Infektion
9.3.3 Symptome
9.3.4 Diagnostik
9.3.5 Therapie
9.3.6 Langzeitfolgen
9.4 Literatur
10 Störungen der Atemregulation
10.1 Pathogenese
10.1.1 Hypoxieantwort
10.1.2 CO2-Antwort
10.1.3 Ermüdung des Zwerchfells
10.1.4 Niedriges Lungenvolumen
10.1.5 Einfluss der Nahrungsaufnahme
10.1.6 Zeitlicher Zusammenhang zwischen Apnoe, Hypoxie und Bradykardie
10.1.7 Formen der Apnoe
10.2 Therapie
10.2.1 Maßnahmen
10.2.2 Beendigung der Therapie – Entlassung
10.3 Literatur
11 Neuromuskuläre und neurometabolische Erkrankungen
11.1 Einleitung
11.2 Fehlbildungen des Zentralnervensystems
11.2.1 Kleinhirnfehlbildungen
11.2.2 Störungen von Rückenmark, Stammhirn und Hirnkernen
11.3 Perinatale zerebrale Insulte mit Beeinträchtigung der Atmung
11.3.1 Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie
11.3.2 Hirninfarkte
11.3.3 Hirnblutungen
11.4 Infektionen mit Beeinträchtigung der Atmung
11.5 Intoxikationen mit Beeinträchtigung der Atemmuskeln
11.5.1 Botulismus
11.6 Metabolische Myopathien
11.6.1 Diagnostik
11.7 Neuromuskuläre Erkrankungen
11.7.1 Diagnostik
11.7.2 Spinale Muskelatrophien
11.7.3 Myotone Dystrophien
11.7.4 Myasthenien
11.7.5 Kongenitale Myopathien, Muskeldystrophien, periphere Neuropathien
11.8 Literatur
12 Beatmung und Atemunterstützung
12.1 Beatmungsgeräte
12.1.1 Geräte zur CPAP-Therapie
12.2 Formen des continuous positive airway pressure
12.2.1 Definition, Wirkungsweise und Einsatz in der Neonatologie
12.2.2 Entwicklung der CPAP-Therapie des Neugeborenen
12.2.3 Unterschiedliche Formen des continuous positive airway pressure
12.2.4 Das Wasserschloss
12.2.5 CPAP-Geräte mit variablem Gasfluss
12.2.6 Vergleich von constant flow-CPAP mit variable flow-CPAP
12.2.7 Frühzeitiger Einsatz von nasalem continuous positive airway pressure
12.3 Nicht-invasive Beatmung
12.3.1 Definition
12.3.2 Klinische Anwendung
12.3.3 Nicht-synchronisiertes versus synchronisiertes NIPPV
12.3.4 NIPPV versus nCPAP
12.3.5 Nasale Hochfrequenzoszillationsbeatmung
12.4 Invasive Beatmungsformen
12.4.1 Druckkontrollierte Beatmung
12.4.2 Patienten-adaptierte druckkontrollierte Beatmung
12.4.3 Volumenkontrollierte Beatmung
12.5 Hochfrequenzbeatmung
12.5.1 Konventionelle Beatmung mit hoher Frequenz
12.5.2 Mechanisches Prinzip
12.5.3 Funktionsweise
12.5.4 Gerätetechnik
12.5.5 Praktische Anwendung
12.5.6 Ergebnisse klinischer Studien
12.6 Beatmung nach Surfactantsubstitution
12.6.1 Veränderungen von Compliance und Resistance
12.6.2 Die Bedeutung für die Einstellung der Beatmung
12.7 Literatur
13 Beatmungsentwöhnung – Atemtherapie – Lagerungsbehandlung
13.1 Beatmungsentwöhnung
13.1.1 Beatmungsstrategien zur Entwöhnung
13.1.2 Praktisches Vorgehen
13.1.3 Intermittierend synchronisierte Beatmung
13.1.4 Orientierungspunkte
13.1.5 Indikatoren der Extubationsfähigkeit
13.1.6 Medikamentöse Maßnahmen zur Entwöhnung und Extubation
13.1.7 Extubation
13.2 Atemtherapie
13.2.1 Techniken
13.2.2 Ergebnisse
13.2.3 Zusammenfassung
13.3 Lagerungsbehandlung
13.3.1 Effekte auf die Lungenfunktion
13.3.2 Optimierung der Rückenlage
13.3.3 Optimierung der Bauchlage
13.3.4 Effekte auf die Sekretmobilisation
13.4 Literatur
14 Langzeitbeatmung
14.1 Häusliche Sauerstofftherapie
14.1.1 Applikation
14.1.2 Nachteile
14.1.3 Entwöhnung und Langzeitfolgen
14.2 Nichtinvasive Langzeitbeatmung
14.2.1 High-flow nasal cannula (HFNC)
14.2.2 Continuous positive airway pressure
14.2.3 Nichtinvasive Beatmung
14.3 Invasive Langzeitbeatmung
14.3.1 Tracheotomie
14.3.2 Invasive positive Druckbeatmung
14.3.3 Prognose
14.4 Literatur
15 Entwicklung der Lunge bis ins Schulalter
15.1 Normale Entwicklung der Lungenfunktion
15.1.1 Atemmechanik der Lunge – Resistance und Compliance
15.1.2 Atemgas-Verteilung
15.1.3 Brustkorb und Atemmittellage
15.1.4 Nervale, humorale und andere Faktoren
15.1.5 Einflussfaktoren auf die Lungenfunktion
15.2 Obstruktive Bronchitis, Asthma und eingeschränkte Lungenfunktion nach Frühgeburt
15.2.1 Obstruktive Bronchitis
15.2.2 Asthma bronchiale
15.2.3 Lungenfunktion nach bronchopulmonaler Dysplasie
15.2.4 Lungenfunktion bei späten Frühgeborenen
15.3 Literatur
16 Normalwerte der Lunge und der Lungenfunktion
16.1 Einleitung
16.2 Messungen während der Ruheatmung
16.2.1 Fluss-Volumen-Kurve
16.2.2 Der Quotient tPTEF/tE
16.2.3 Atemfrequenz und Atemzugvolumen
16.3 Messungen der Compliance und Resistance
16.3.1 Single breath occlusion-Technik
16.3.2 Interrupter-Technik
16.3.3 Forcierte Oszillationstechnik
16.4 Bodyplethysmografische Bestimmungen von funktioneller Residualkapazität, Compliance und Resistance
16.4.1 Abweichende Normalwerte
16.5 Forcierte Atemmanöver mit der RTC- und der RVRTC-Technik sowie Spirometrie
16.6 Gasverdünnungsmethoden
16.7 Literatur
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
M. Scaal
Das Leben an Land setzt voraus, dass Organismen den Sauerstoff der Luft metabolisch nutzen können.
Bei den Wirbeltieren (Vertebrata) haben sich in der Stammesgeschichte zu diesem Zweck auf Gasaustausch spezialisierte Abschnitte der Darmschleimhaut gebildet. Sie sind phylogenetisch alt und kamen schon bei ursprünglichen Formen der Knochenfische als paarige Ausstülpungen der ventralen Wand desSchlunddarmes vor ▶ [46]. In diese Luftsäcke des Vorderdarmes, die Lungen, kann zum Zweck des Gasaustauschs Luft aufgenommen werden.
Bei den Fischen sind die Lungen nur bei wenigen Formen, wie den Lungenfischen, als Anpassung an sauerstoffarme Gewässer erhalten geblieben.
Bei den Landwirbeltieren (Tetrapoda) haben sich die Lungen im Zuge der Besiedelung von Lebensräumen außerhalb des Wassers zu leistungsfähigen und vielgestaltigen Organen der Luftatmung entwickelt. Grundsätzlich blieb aber der Grundbauplan der Lungen als paarige Luftsäcke, die über Trachea und Larynx mit dem kranialen Teil des Darmrohrs in Verbindung stehen, bei allen luftatmenden Wirbeltieren, einschließlich des Menschen, erhalten ▶ [46].
Die phylogenetische Ableitung der Lungen aus dem Vorderdarm spiegelt sich in der Embryonalentwicklung wieder. In diesem Kapitel wird die normale embryonale Entwicklung der Lunge beschrieben. Während sich die deskriptive Embryologie der Lunge direkt auf den menschlichen Embryo bezieht, wurden die hier vorgestellten Erkenntnisse über die molekularen Entwicklungsvorgänge zum größten Teil im Modellorganismus Maus gewonnen. Das Vorliegen homologer molekularer Entwicklungsmechanismen bei der Lungenentwicklung des Menschen ist sehr wahrscheinlich, doch sollte der Modellcharakter der Befunde bei der Maus in Bezug auf deren klinische Anwendung beim Menschen immer im Blick bleiben. Die Fülle der molekularen Daten zur Entwicklung der Lunge kann in diesem Kapitel nur gestreift werden. Für detailliertere Informationen sei auf umfangreiche Übersichtsarbeiten in der Zeitschriftenliteratur verwiesen, z. B. ▶ [8], ▶ [29] und ▶ [21].
In der 3. Entwicklungswoche erscheint der Embryo als eine flache Keimscheibe, in der sich als Ergebnis der Gastrulation die 3 Keimblätter bilden:
Ektoderm
Mesoderm
Entoderm
Erst im Verlauf der 4. Entwicklungswoche, parallel zur Bildung des Neuralrohrs (Neurulation) und der Segmentierung des Mesoderms (Somitogenese), kommt es durch kraniokaudale Krümmung und laterale Abfaltung der Keimscheibe zur Ausbildung der dreidimensionalen Körpergrundgestalt. Hierbei wachsen die lateralen Anteile der Keimscheibe nach ventromedial und fusionieren schließlich in der ventralen Mittellinie. Das entodermale Keimblatt, das am Ende der Gastrulation die ventrale Oberfläche der Keimscheibe zum Dottersack hin gebildet hat, schließt sich dadurch zum embryonalen Darmrohr ▶ [37]. In seinem Verlauf von der embryonalen Mundbucht bis zur Kloake wird das Darmrohr gegliedert in:
Vorderdarm
Mitteldarm
Hinterdarm ( ▶ Abb. 1.1)
Lage des Lungendivertikels.
Abb. 1.1 Embryo in der 4. Entwicklungswoche. Das entodermale Darmrohr ist in Vorderdarm, Mitteldarm und Hinterdarm gegliedert. Das Lungendivertikel liegt im Boden des Vorderdarmes.
Der Vorderdarm reicht von der Bukkopharyngealmembran nach kaudal bis zum Abgang des Dottersacks bzw. des Dotterganges (Ductus omphaloentericus▶ [9]).
Der orale\ Anteil des Vorderdarmes, direkt im Anschluss an den entodermalen Anteil der Mundbucht, wird von den Pharyngealbögen umfasst und daher als Schlunddarm bezeichnet.
Die aboralen Anteile des Vorderdarmes umfassen die Anlage von Magen, Leber und Pankreas sowie Anteile des Duodenums. Wie im gesamten Darmrohr geht auch im Vorderdarm nur die epitheliale Auskleidung des Darmes aus dem Entoderm hervor. Das basal das Darmrohr umgebende Mesenchym geht im Schlunddarm aus Zellen der Neuralleiste und des paraxialen (Kopf-)Mesoderms hervor (Schlundbogen-Mesenchym).
Der kaudale Abschnitt des Vorderdarmes wird vom viszeralen lateralen Mesoderm umschlossen (Splanchnopleura) und zieht entlang des dorsalen und ventralen Mesenteriums durch den kranialen Anteil der Körperhöhle (intraembryonales Zölom).
Die Körperhöhle ist noch ein einheitlicher Hohlraum und nur unvollständig durch das Septum transversum in Brust- und Bauchhöhle unterteilt. In diesem Entwicklungsstadium zu Beginn der 4. Entwicklungswoche nimmt die Entwicklung der unteren Atemwege im Boden des Vorderdarmes ihren Anfang.
Am 22. Entwicklungstag tritt unmittelbar kaudal des Schlunddarmes, im Boden des Vorderdarmes, eine längliche Vertiefung auf: dieLaryngotrachealrinne. Sie senkt sich als entodermal ausgekleidete Furche zunächst nach ventral in das den Vorderdarm umgebende viszerale Mesoderm ein. Dann wächst sie mit einer blasig erweiterten Spitze im Mesenchym nach kaudal aus.
Gleichzeitig schließt sich von kaudal nach kranial fortschreitend das Dach der Laryngotrachealrinne durch die Einziehung des Septum oesophagotracheale. Dieses trennt die Anlage von Lunge und Trachea vom dorsal angrenzenden Vorderdarm ab, der den Ösophagus bildet. Die Laryngotrachealrinne wird so zum schlauchförmigenLungendivertikel, das nur noch über den Aditus laryngis mit seinem Ursprung im Vorderdarm in Verbindung bleibt ( ▶ Abb. 1.2).
Das Lungendivertikel ist zwar zunächst ein unpaarer Schlauch. Doch bereits zwischen dem 26. und 28. Entwicklungstag teilt es sich dichotom in 2 Lungenknospen auf, die die fortan paarige Entwicklung der Lunge und des Bronchialbaums einleiten ( ▶ [9], ▶ [37] und ▶ [41]).
Die Bildung der Laryngotrachealrinne und des Lungendivertikels bedarf allerdings zunächst derSpezifizierung des Lungenfeldes im Entoderm des Vorderdarmes ▶ [10], das den Ort der Lungenentwicklung festlegt und die zukünftigen bronchopulmonalen Vorläuferzellen enthält.
Die Spezifizierung des Lungenfeldes zeigt sich zuerst durch die Expression des Homöobox-Transkriptionsfaktors Nkx2.1 im entodermalen Boden des Vorderdarmes ( ▶ [8], ▶ [21] und ▶ [29]; ▶ Abb. 1.3 und ▶ Abb. 1.4). Die Expression von Nkx2.1 im Entoderm wird durch Signale aus dem ventral angrenzenden viszeralen Mesoderm induziert. Die Mesenchymzellen des ventralen viszeralen Mesoderms senden BMP- und Wnt-Signale, die beide im darüberliegenden Entoderm die Nkx2.1-Expression auslösen ( ▶ [13], ▶ [18]; ▶ Abb. 1.3).
Wird dieser Induktionsvorgang experimentell verhindert, finden weder Nkx2.1-Expression noch die Bildung des Lungendivertikels statt ▶ [18]. Darüber hinaus scheinen auch FGF-Signale aus dem ventral des Vorderdarmmesenchyms gelegenen Herzens eine Rolle bei der Spezifizierung des Lungenfeldes zu spielen ( ▶ [43], ▶ [44]). Die Veränderungen der Zellform und die vermutlich stattfindenden Zellwanderungs- sowie Proliferationsvorgänge, die mit den morphogenetischen Formveränderungen im Entoderm bei der Bildung der Laryngotrachealrinne und des Lungendivertikels einhergehen, sind funktionell noch weitgehend unbekannt ▶ [29].
Abschnürung des Lungendivertikels.
Abb. 1.2 4. Entwicklungswoche
a Die Laryngotrachealrinne wird durch das Septum oesophagotracheale von kaudal her vom Ösophagus abgetrennt.
b, c Aus der distalen Spitze des Lungendivertikels sprossen durch dichotome Verzweigung die primären Lungenknospen aus.
Spezifizierung des Lungenfeldes.
Abb. 1.3 Schematischer Transversalschnitt durch den Vorderdarm. Wnt und BMP-Signale aus dem ventralen viszeralen Mesoderm induzieren im ventralen Entoderm des Vorderdarmes die Expression von Nkx2.1, das die zukünftigen Lungenepithelzellen markiert.
Expression von Markergenen während der frühen Lungenentwicklung.
Abb. 1.4
Abb. 1.4a Nkx2.1 (hellblau) markiert das Lungenfeld im ventralen Vorderdarm schon vor der Bildung der Lungenknospe.
Abb. 1.4b Die Nkx2.1-Expression (hellblau) ist in den Lungenknospen stärker als in der Trachealanlage.
Abb. 1.4c Die zukünftigen Bronchialepithelzellen zeigen Sox2-Expression (rot), während die zukünftigen Alveolarzellen Sox9 und Id2 exprimieren (schwarz).
Gegen Ende der 4. Entwicklungswoche teilt sich das bis dahin unpaare Lungendivertikel distal in 2 primäre Lungenknospen auf (dichotome Verzweigung). Der proximale, unpaare Anteil des Lungendivertikels wächst weiter als unverzweigter Schlauch nach kaudal aus und entwickelt sich zur Trachea.
Ab der 5. Entwicklungswoche teilen sich die paarigen Lungenknospen fortlaufend weiter auf und bilden so denBronchialbaum der Lungen ( ▶ Abb. 1.5). Bereits die ersten beiden (primären) Lungenknospen, aus denen die Hauptbronchien hervorgehen, unterscheiden sich dadurch, dass die rechte Knospe größer ist und stärker nach kaudal vorwächst, während sich die kleinere linke Knospe mehr nach lateral verlängert ( ▶ [10], ▶ [45]). Aus der rechten primären Lungenknospe wachsen 3, aus der linken 2 sekundäre Lungenknospen aus, die den Lappenbronchien entsprechen.
In der 6. Entwicklungswoche entstehen durch weitere Teilungen dieSegmentbronchien, in der 16. Woche die Bronchioli terminales und anschließend dieBronchioli respiratorii. Bis zur Geburt teilen sich die Bronchien der Lungenanlage etwa 17 Mal, und postnatal finden etwa 6 weitere Teilungsschritte statt.
Fortschreitende Verzweigung des Bronchialbaumes.
Abb. 1.5 Angabe der Scheitel-Steiß-Länge des Embryonen. Ansicht von ventral.
Abb. 1.5a 3mm.
Abb. 1.5b 4mm.
Abb. 1.5c 5mm.
Abb. 1.5d 7mm.
Abb. 1.5e 8,5mm.
Abb. 1.5f 14mm. Die Pfeile geben die Lage der Lappengrenzen an.
Abb. 1.5g 20mm. Die Pfeile geben die Lage der Lappengrenzen an.
Während der weiteren Verzweigung des Bronchialbaumes wächst dieser, ausgehend von den Lappenbronchien, zunehmend in das umgebende Mesenchym des viszeralen Mesoderms vor. Der Mesenchymanteil verkleinert sich durch die starke Proliferation des Epithels immer mehr und überzieht den Bronchialbaum schließlich als dünne Gewebeschicht.
Die Oberfläche des viszeralen Mesoderms wird zur epithelialenPleura visceralis, die Wand der Pleurahöhle zurPleura parietalis. Unter der Pleura viszeralis wächst die Lungenanlage weit in die Pleurahöhle vor und verdrängt deren Lumen zunehmend ( ▶ Abb. 1.6, ▶ Abb. 1.7). Die ursprünglich breite mesenchymale Verbindung der Lunge zum mediastinalen Mesenchym (Mesopneumonium;▶ [10], ▶ [45]) verengt sich zum Lungenhilus. Zwischen den vorstoßenden Lungenlappen bleiben die Lungenfurchen als von Pleura visceralis überzogene Vertiefungen zurück.
Entwicklung der Pleurahöhle.
Abb. 1.6
Abb. 1.6a Die Lungenanlage mit dem wachsenden Bronchialbaum und dem viszeralen Mesodermüberzug wächst in die primitive Perikardhöhle vor. Dabei bildet die viszerale Pleura die epitheliale Oberfläche.
Abb. 1.6b Transversalschnitt durch die Thoraxregion in der 5. Entwicklungswoche. Die primitive Perikardhöhle, die Herz und Lungenanlage umhüllt, wird von den frontal einwachsenden Pleuroperikardialfalten in definitive Perikardhöhle und Pleurahöhle unterteilt.
Abb. 1.6c Nach der Abtrennung der Pleurahöhle von der Peritonealhöhle in der 7. Entwicklungswoche liegt die paarige Pleurahöhle als geschlossener Hohlraum vor. Durch das Auswachsen des Bronchialbaumes nähern sich viszerale und parietale Pleura zunehmend an. Das Lumen der Pleurahöhle verengt sich dadurch immer mehr.
Die progressive Verzweigung des Bronchialbaumes (branching morphogenesis) wird durch das angrenzende Mesenchym des viszeralen Mesoderms induziert ▶ [59]. BMP- und Shh-Signale im distalen entodermalen Lungenepithel regulieren die Expression des Wachstumsfaktors FGF10, der wiederum im Lungenepithel den Verzweigungsvorgang induziert ▶ [21].
Dabei kommt es im entodermalen Lungenepithel, das den FGF-Rezeptor 2 (FGFR2) besitzt, durch die FGF-Signale lokal zu:
einer Umorientierung der Zellteilungsebene
apikaler Konstriktion
tubulärem Auswachsen der Bronchialäste ( ▶ [18], ▶ [24])
Hier spielen im Bereich der Verzweigungsstellen eine Rolle ▶ [38]:
intrazellulär: der nicht-kanonische Wnt-Signalweg (planar cell polarity, PCP-Signalweg; ▶ [62], ▶ [63])
extrazellulär: die Akkumulation von Matrixkomponenten wie Fibronektin ▶ [38]
Während des fortschreitenden Teilungsvorganges des Bronchialbaumes bleibt die Expression von FGF10 gegenüber der entodermalen Wachstumsspitze erhalten. Zwischen Epithel und Mesenchym der Wachstumsspitze stellt sich ein komplexes, reziprokes Induktionsnetzwerk ein (distal tip signaling center), an dem BMP-, Wnt-, Shh- und Retinsäuresignalwege beteiligt sind. Diese kontrollieren das weitere Auswachsen des Bronchialbaumes entscheidend ▶ [29].
Die Wachstumsspitze zeigt typischerweise die Abfolge von 4 Phasen des Verzweigungsvorganges ▶ [27]:
Verlängerung der Wachstumsspitze
Arretierung
distale Erweiterung der Wachstumsspitze
dichotome Teilung
Abgesehen von den genetischen Regulationsmechanismen könnte aber auch der Druck der intrabronchialen Flüssigkeit die Entwicklung des Bronchialbaumes beeinflussen ▶ [29]. Das Zusammenspiel dieser Faktoren, das zum genetisch festgelegten und erstaunlich regelmäßigen Verzweigungsmuster des Bronchialbaumes führt ▶ [27], ist allerdings noch wenig bekannt.
Das entodermale Epithel der Lunge weist in proximodistaler Richtung entlang des Bronchialbaumes, von den Hauptbronchien bis zu den Alveolen, eine unterschiedliche Morphologie und unterschiedliche Zelltypen auf:
Im pseudoglandulären Stadium besteht das entodermale Epithel in den Wachstumspitzen des Bronchialbaumes aus einer Population vonmultipotenten Vorläuferzellen, deren Entwicklungsschicksal vermutlich noch nicht festgelegt ist. Zellen, die während des weiteren Wachstums der embryonalen Bronchien nach proximal hin die Wachstumsspitze verlassen, teilen sich weiter, treten aber durch komplexe molekulare Signale in die Differenzierung zu verschiedenen bronchialen Zelltypen ein.
Die Zellen, die in den Wachstumsspitzen verbleiben, teilen sich ebenfalls weiter und bilden diealveolären Zelltypen▶ [29]. Entsprechend kann man als erste proximodistale Spezifizierung des Entoderms unterscheiden zwischen dem
proximalen Lungenentoderm, aus dem das bronchiale Epithel mit z.B. Drüsen- und Flimmerzellen entsteht
distalen Lungenentoderm, aus dem die Pneumozyten I und II hervorgehen ▶ [29]
Entscheidend für die Differenzierung der proximalen Entodermzellen zu Bronchialepithel ist die Expression des Transkriptionsfaktors Sox2 ( ▶ [35], ▶ [49]). Das distale, alveolare Epithel wird spezifiziert durch die Expression eines anderen Vertreters der gleichen Familie von Expressionsfaktoren, Sox9, sowie des transkriptionalen Repressors Id2 (s. ▶ Abb. 1.4). Dies geschieht offenbar unter Beteiligung des kanonischen Wnt- und des BMP-Signalweges ( ▶ [30], ▶ [58]).
Die Differenzierung der einzelnen Zelltypen im entodermalen Epithel wird wiederum durch eine Vielzahl von molekularen Regulatoren gesteuert, deren Zusammenwirken äußerst komplex und bisher nur unvollständig verstanden ist. So werden z.B. die bronchialen Becherzellen durch den ETS-Transkriptionsfaktor SPEDF differenziert ▶ [33], während der Forkhead-Transkriptionsfaktor Foxj7 die Differenzierung von Flimmerepithelzellen steuert ▶ [48].
Die Spezifizierung der alveolären Pneumozyten ist noch weitgehend unbekannt.
Über die klassischen molekularen Signalmechanismen hinaus spielen folgende, weitere Regulationsmechanismen bei der Entwicklung des Lungenepithels eine wichtige Rolle ▶ [21]:
epigenetische Regulation der Genexpression durch Histonmodifikationen
microRNA (miRNA)
lange, nichtkodierende RNA (lncRNA)
Die Ausbildung des funktionellen Atmungsorgans bedarf der engen Verbindung der terminalen Luftwege mit dem Kapillarplexus der Lunge und der Vergrößerung der respiratorischen Oberfläche. Im Anschluss an die fortschreitende Verzweigung des Bronchialbaumes weiten sich die Lumina der entodermalen Kanäle und bilden distale, erweiterte Hohlräume (sog. Terminalsäcke). Zwischen diesen bilden sich primäre Septen aus, die von Kapillarplexus durchzogen sind und Vorläufer von Myofibroblasten enthalten, die reichlich Elastin synthetisieren.
Im Terminalsack-Entoderm differenzieren sich die Pneumozyten I und II. In einem 2. Schritt werden die Terminalsäcke durch Einziehung von leistenartigen sekundären Septen in Alveolarbuchten unterteilt. In diese wandern wiederum Kapillaren und Myofibroblasten ein ▶ [29]. Das Kapillarendothel legt sich eng an die Pneumozyten I an und schafft so über eine deutlich vergrößerte Alveolaroberfläche eine sehr dünneBlut-Luft-Schranke, die einen effizienten Gasaustausch zwischen Blut und Atemluft ermöglicht.
Studien im Mausmodell geben Hinweise auf die molekulare Regulation der Alveolarisierung. PDGFα ist ein wichtiger Faktor für die Differenzierung von Elastin-produzierenden Myofibroblasten ▶ [6]. Die Ausbildung von entodermalen sekundären Septen hängt wesentlich von EphrinB2 ab ▶ [60]. Aber auch andere molekulare Mechanismen, wie die Retinsäure (RA)- und FGF-Signalwege zeigen in Mangelmutanten der Maus alveoläre Phänotypen. Das Zusammenspiel der verschiedenen molekularen Komponenten bei der Morphogenese der Alveolen ist allerdings noch weitgehend unklar ▶ [29].
Das aus dem viszeralen Mesoderm hervorgehende Lungenmesenchym induziert das Aussprossen des entodermalen Bronchialbaumes, bringt aber auch selbst eine Reihe von Geweben der Lunge hervor:
die glatte Muskulatur der Bronchien
die pulmonalen Blutgefäße mit Endothel und glattmuskulärer Tunica media
Perizyten
(Myo-)Fibroblasten der Lunge
Eine durch die Expression von Wnt2 gekennzeichnete, multipotente mesodermale Vorläuferzellpopulation liefert das Anlagematerial für all diese mesodermalen Zelltypen im Bereich der Bronchien. Sie ist zunächst am kaudalen Pol der Herzanlage lokalisiert und wird durch Shh aus dem Vorderdarm-Entoderm induziert. Dies erfolgt wiederum durch induktive Wechselwirkung mit dem entodermalen Epithel über Wnt-, Shh-, BMP- und Retinsäuresignale sowie durch VEGF-, PDGF-, und FGF-Wachstumsfaktoren.
Da diese Vorläuferzellen auch an der Bildung von Endokard und Myokard des embryonalen Herzens beteiligt sind, werden sie als kardiopulmonale Vorläuferzellen bezeichnet (cardiopulmonary progenitors; CPP ▶ [34]).
Ein für die funktionelle Lungenreifung wichtiger Aspekt ist die Bildung pulmonaler Blutgefäße, für den sowohl Gefäßsprossung (Angiogenese) als auch Gefäßneubildung (Vaskulogenese) diskutiert wird – möglicherweise in Kombination ( ▶ [1], ▶ [21] und ▶ [40]). So könnte der distale Kapillarplexus im Bereich des distalen Bronchialbaumes durch Vaskulogenese in situ entstehen und sekundär durch angiogenetisch aus der Aorta aussprossende Gefäße, die aus den CPPs hervorgehen, Anschluss an den Kreislauf finden ▶ [12]. Die Rolle von Angiogenese und Vaskulogenese in der Lungenentwicklung wird aber noch kontrovers diskutiert.
Auch im Zuge der Vaskularisierung tritt das entodermale Epithel in induktive Wechselwirkung mit dem Mesenchym, in dem es durch Sekretion von VEGFA und HGF die Gefäßbildung dicht um den distalen Bronchialbaum aktiviert ▶ [61]. Dies ist die Voraussetzung für die innige Verbindung von distalen Atemwegen und Lungenkapillaren, die für den späteren Gasaustausch entscheidend ist. Die Aufteilung der frühen Lungengefäße in einen arteriellen und einen venösen Schenkel findet – zumindest bei der Maus – wahrscheinlich erst im kanalikulären Lungenstadium statt. EphrinB2 charakterisiert hierbei das arterielle, Ephrin B4 das venöse Endothel ▶ [42].
Im Stadium der Keimscheibe stellt das intraembryonale Zölom einen zusammenhängenden, hufeisenförmigen Hohlraum dar. Dieser Hohlraum umgibt den Embryo kranial und lateral und geht nach lateral offen in das extraembryonale Zölom über. Ventral des kranialen Teils des Zöloms liegt die Herzanlage, weshalb dieser Hohlraum als primitive Perikardhöhle bezeichnet werden kann.
Im Zuge der kraniokaudalen Krümmung des Embryos wandert das Herz, das zunächst kranial der Gehirnanlage liegt, nach ventrokaudal und kommt ventral des Vorderdarmes zu liegen. Dabei nimmt es das in der Keimscheibe noch kranial des Herzens gelegene Mesenchym mit. Das Mesenchym kommt nach Abschluss der Wanderung des Herzens kaudal davon zu liegen und bildet das Septum transversum. Die primitive Perikardhöhle liegt nun ventral des Herzens, das von dorsal her in die Perikardhöhle vorwächst.
Durch die gleichzeitig stattfindende laterale Abfaltung, die zum ventralen Verschluss der Körperwand führt, vereinigen sich auch linker und rechter Schenkel der Zölomhöhle zureinheitlichen Leibeshöhle. Das Septum transversum unterteilt diese unvollständig in:
die thorakale primitive Perikardhöhle
die abdominale Peritonealhöhle
Trennung von Perikard- und Pleurahöhle.
Abb. 1.7a Transversalschnitt durch die Thoraxregion am Ende der 5. Entwicklungswoche. Die zunächst in der Frontalebene auswachsenden Pleuroperikardialmembranen fusionieren in der Mittellinie. Die Wurzel der Pleuroperikardialmembranen verlagert sich dabei zunehmend nach ventral (Pfeile).
b Die ehemaligen Pleuroperikardialmembranen stehen schließlich annähernd sagittal und trennen die Perikard- von der Pleurahöhle. Die Pleurahöhle hat sich durch die Verlagerung der Pleuroperikardialmembranen weit nach ventral ausgedehnt.
Perikard- und Peritonealhöhle bleiben dorsal des Septum transversum zunächst über die Perikardioperitonealkanäle miteinander verbunden. Aus der lateralen Wand der primitiven Perikardhöhle wachsen in der 5. Entwicklungswoche frontal gestellte Septen (Pleuroperikardialmembranen) aus, die die Kardinalvenen und den N. phrenicus enthalten ( ▶ Abb. 1.8).
Trennung von Pleura- und Peritonealhöhle.
Abb. 1.8
Abb. 1.8a In der 6. Entwicklungswoche wachsen von der dorsalen Leibeswand kulissenartig die Pleuroperitonealmembranen nach ventral vor und verengen die Perikardioperitonealkanäle.
Abb. 1.8b In der 7. Entwicklungswoche fusionieren sie mit dem Septum transversum und trennen Pleura- und Peritonealhöhle vollständig voneinander. Gemeinsam bilden sie das Diaphragma.
Abb. 1.8c Im 4. Entwicklungsmonat wandern von der Leibeswand her Muskelzellen in das periphere Diaphragma ein. Der Großteil der Muskulatur wird allerdings von Muskelzellen aus den zervikalen Somiten gebildet (Innervation durch N. phrenicus).
Gegen Ende der 5. Entwicklungswoche fusionieren die Pleuroperikardialmembranen in der Medianlinie sowohl miteinander als auch mit dem Mesenchym, das den Vorderdarm umhüllt. In der unpaaren ventralen Abtrennung der damit geteilten primitiven Perikardhöhle liegt das Herz; damit ist sie zur definitiven Perikardhöhle geworden.
Die dorsale Abtrennung der primitiven Perikardhöhle wird durch die Fusion der Pleuroperikardialmembranen mit dem Vorderdarm-Mesenchym in eine linke und rechte Hälfte geteilt. Dadurch entstehen die beiden Pleurahöhlen, in die die wachsende paarige Lungenanlage hineinwächst ( ▶ Abb. 1.6, ▶ Abb. 1.7).
Die Wurzeln der Pleuroperikardialmembranen, die aus dem parietalen Mesoderm der Körperwand hervorgehen, verlagern sich im Zuge der Abfaltungsbewegungen von lateral nach ventral. Dadurch dehnen sich die Pleurahöhlen weit nach ventromedial aus.
Zu diesem Zeitpunkt sind die Pleurahöhlen noch über die persistierenden Perikardioperitonealkanäle mit der Peritonealhöhle verbunden. Um die 7. Entwicklungswoche herum werden auch diese geschlossen, indem auf Höhe des Septum transversum von der dorsalen Wand der Leibeshöhle die Pleuroperitonealmembranen kulissenartig nach ventral vorwachsen und mit dem Septum transversum fusionieren. Septum transversum, linke und rechte Pleuroperitonealmembran, Vorderdarm-Mesenchym und aus der angrenzenden Körperwand einwanderndes Gewebe bilden so das Diaphragma, das Perikard- und Pleurahöhle von der Peritonealhöhle trennt ( ▶ Abb. 1.8) ( ▶ [37], ▶ [41]).
Die Zwerchfellmuskulatur entstammt sowohlzervikalen Somiten (Innervation durch den N. phrenicus) als auch, zur Leibeswand hin, thorakalen Somiten (Innervation durch die Nn. intercostales). Die Innervation des Zwerchfells durch den zervikalen N. phrenicus ist ein Abbild der Verlagerung des Septum transversum im Zuge der Abfaltungsbewegungen von kranial nach kaudal (Deszensus des Zwerchfells; ▶ [37]).
Die Einwanderung von Muskelzellen in das Diaphragma aus den Somiten wird von ähnlichen molekularen Mechanismen gesteuert wie jene in die Extremitäten: durch den c-met-Rezeptor und die Homöobox-Transkriptionsfaktoren Lbx1 und Pax3▶ [50]. Die molekulare und zelluläre Regulation der Entwicklung der Leibeshöhlen ist dagegen noch weitgehend unbekannt.
Zusammenfassend kann man die oben beschriebene embryonale Entwicklung der Lunge nach ihrem morphologischen Erscheinungsbild und ihrer funktionellen Reifung in mehrere Stadien einteilen ( ▶ [9], ▶ [41]; ▶ Abb. 1.9):
Stadium der Lungenknospen (3.-6. Woche): Aus dem Lungenfeld des embryonalen Vorderdarmes wächst das Lungendivertikel nach ventral aus. In 3 aufeinanderfolgenden Verzweigungsschritten entstehen die Anlagen der:
Hauptbronchien (primäre Lungenknospen)
Lappenbronchien (sekundäre Lungenknospen)
Segmentbronchien (tertiäre Lungenknospen)
pseudoglanduläres Stadium (6.-16. Woche): Fortschreitende Verzweigung des Bronchialbaumes bis zu den Bronchioli terminales. Die Entodermschläuche des prospektiven Bronchialbaumes wachsen weit in das Mesenchym des viszeralen Mesoderms vor, was der Lungenanlage im histologischen Schnitt ein drüsenähnliches Aussehen verleiht. Die Lungenanlage wölbt sich zunehmend in die Pleurahöhle vor.
kanalikuläres Stadium (16.-28. Woche): Die Bronchioli terminales teilen sich in 2 oder mehrere Bronchioli respiratorii auf. Diese verzweigen sich anschließend in mehrere Ductus alveolares. Das Lumen der Entodermschläuche weitet sich (Kanalisierung), und das entodermale Epithel tritt in engen Kontakt mit Blutkapillaren (Kapillarisierung).
Die Differenzierung des Epithels in spezialisierte Zelltypen beginnt, das hochprismatische Epithel wird im Zuge der Differenzierung der Pneumozyten I zu einem flachen Epithel transformiert. Pneumozyten II in den Bronchioli respiratorii bilden etwa ab der 24. Woche Surfactant.
Terminalsackstadium (28. Woche bis zur Geburt): Aus den Ductus alveolares wachsen weitlumige Buchten aus (Terminalsäcke), die primitiven Alveolen entsprechen und eng mit dem umgebenden Kapillargeflecht verbunden sind. Diese Phase bleibt in Teilen der Lunge bis zur Geburt und frühen Kindheit erhalten. Bis zur Geburt werden 20–70 Mio. Terminalsäcke gebildet.
Alveolarstadium (postnatal bis etwa zum 8. Lebensjahr). Die definitiven Alveolen entstehen im Wesentlichen erst nach Belüftung der Lunge durch Septierung der Terminalsäcke und durch Aussprossung von Alveolarbuchten in der distalen Wand der Terminalsäcke. Die Blut-Luft-Schranke wird durch die zunehmend platte Form der Pneumozyten I immer dünner. Die reife Lunge enthält schließlich 300–400 Mio. Alveolen.
Merke
Selbst zum Zeitpunkt der reifen Geburt hat die Lunge des Neugeborenen noch nicht ihr morphologisches Endstadium erreicht. Erst nach der Geburt entwickelt sich durch zusätzliche Septierungen und Aussprossungen aus dem Terminalsackstadium das endgültige Alveolarstadium.
Blutkapillaren und distales Lungenepithel während der Reifung der Lunge.
Abb. 1.9
Abb. 1.9a Kanalikuläres Stadium. Bronchioli terminales mit abzweigenden Bronchioli respiratorii. Das Epithel der Luftwege ist isoprismatisch, die Kapillaren stehen noch nicht direkt mit den Bronchioli in Kontakt.
Abb. 1.9b Terminalsackstadium. Die Epithelzellen der Terminalsäcke (primitive Alveolen) werden dünner und treten in direkten Kontakt mit den Lungenkapillaren.
Abb. 1.9c Alveoläres Stadium. Die Pneumozyten I der Alveolen bilden mit den sich in die Alveolen vorwölbenden dünnwandigen Kapillaren die funktionelle Blut-Luft-Schranke.
E. Herting
Bereits in einem 1806 erschienenen Buch beschrieb der Franzose Laplace dasPhänomen der Oberflächenspannung. Er postulierte, dass sich der Kollaps- bzw. Eröffnungsdruck in einer Blase (Alveole) proportional zur Oberflächenspannung und umgekehrt proportional zum Radius verhält. Ebenfalls im 19. Jahrhundert wurde eine mangelnde Eröffnung und Belüftung der Lunge von unreifen Frühgeborenen als Ursache des Atemnotsyndroms (RDS; respiratory distress syndrome) erkannt. Histologisch wurden die sog. hyalinen Membranen als pathomorphologisches Korrelat des Atemnotsyndroms (RDS) identifiziert.
Der schwedische Physiologe Kurt von Neergaard beschrieb 1929 in der Schweiz die Bedeutung der Oberflächenspannung für die Stabilität der Lunge. Sein Fazit: Besteht eine Luft-Flüssigkeits-Grenze, wie etwa bei einer Luftfüllung der Lunge, so sind deutlich höhere Drücke zur Eröffnung erforderlich, als bei einer komplett flüssigkeitsgefüllten Lunge. Die Bedeutung dieser Erkenntnisse, auch für die Entfaltung der Lunge nach der Geburt, wurde aber zunächst noch verkannt.
Erst im Zusammenhang mit der Kampfmittelforschung im und nach dem 2. Weltkrieg und dem Problem des durch Gase ausgelösten Lungenödems etablierten sich sowohl in den USA als auch in England Arbeitsgruppen, die sich mit dem Problem der Oberflächenspannung beschäftigten. Sie stellten erste Geräte zur Messung dieses Phänomens zur Verfügung.
Mary Ellen Avery beschrieb dann 1959 den Zusammenhang zwischen dem Mangel an oberflächenaktiven Substanzen und dem RDS Frühgeborener. Die Arbeitsgruppe um Enhorning und Robertson etablierte schließlich 1972 ein Tiermodell des RDS beim Kaninchen und konnte nachweisen, dass natürliche, modifizierte Surfactant-Präparate zu einer raschen Besserung der Lungenfunktion bei unreifen Kaninchen führten. 1980 wurde ein vom Rind stammender Surfactant erstmals erfolgreich bei Frühgeborenen mit RDS eingesetzt (Überblick über die Geschichte der Surfactantforschung bei ▶ [31]).
Der BegriffSurfactant (engl. Kunstwort von Surface active agent) beschreibt ein System oberflächenaktiver Substanzen, das die Alveolaroberfläche überzieht. Da nach dem Gesetz von Laplace kleine Alveolen zu einem Kollaps am Ende der Exspiration neigen, ist das Surfactant-System sowohl zur postnatalen Entfaltung der Lunge, als auch zur Stabilisierung der Atemwege, besonders am Ende der Exspiration, im weiteren Leben unverzichtbar ( ▶ Abb. 1.10).
Schematische Darstellung der Biophysik von zwei miteinander verbundenen Alveolen unterschiedlicher Größe.
Abb. 1.10 Zum Ende der Exspiration tendiert die kleinere Alveole zur Entleerung in die größere. Es sei denn, dieser Kollaps wird verhindert – entweder durch einen positiven endexspiratorischen Druck (PEEP), der durch die Beatmung/CPAP (CPAP; continuous positive airway pressure) oder durch das Kind selbst generiert wird („Stöhnen“). Nur wenn die Oberflächenspannung durch einen Surfactantfilm nahe Null liegt, ist auch eine kleine Alveole ohne Eröffnungs-/Erhaltungsdruck stabil (Gesetz von Laplace).
Abb. 1.10a Inspiration
Abb. 1.10b Beginn der Exspiration
Abb. 1.10c Ende der Exspiration
Surfactant stellt ein komplexes Gemisch aus verschiedenen Lipiden (etwa 90%) und einem etwa 10%-igen Anteil an Proteinen dar. Eine Vielzahl von weiteren Substanzen ist enthalten, vor allen Dingen assoziiert an die Surfactant-Proteine (Kohlenhydrate, antibakterielle Peptide).
Der Hauptbestandteil von Surfactant ist das sog. Dipalmitoylphosphatidylcholin (DPPC). DPPC stabilisiert die Alveolen mittels einer Phospholipidmembran.
Die Lunge eines reifen Neugeborenen enthält ca. 100mg/kg Körpergewicht an Phospholipiden. Bei Frühgeborenen mit einem RDS ist dieser„Surfactant pool size“ auf unter 10mg/kg Körpergewicht reduziert. Therapeutische Versuche mit DPPC alleine („Lecithin“) zeigten keine Wirksamkeit. Erst in den 1980er Jahren wurde realisiert, dass der kleine, in Surfactant enthaltene Anteil an Proteinen eine besondere Bedeutung für die Ausbreitung und Adsorption von Surfactant an der Oberfläche hat (Übersicht bei ▶ [23]).
Bei dünner Ausbreitung als Monolayer und ohne das Vorliegen von Hemmstoffen der Surfactant-Wirkung würden 2–10mg/kg Körpergewicht an Phospholipiden ausreichen, um die Lunge mit einem Surfactant-Film zu überziehen. In Tierversuchen sind allerdings 10- bis 20-fach höhere Dosen erforderlich, was v.a. einer inhomogenen Verteilung bei endotrachealer Instillation geschuldet sein dürfte.
Surfactant wird in den Typ II–Pneumozyten aus Vorläuferstoffen gebildet und in Form von lamellenartigen Körperchen (lamellar bodies) intrazellulär gespeichert. Nach der Ausschleusung formiert sich eine netzförmige Struktur an der Oberfläche („tubuläres Myelin“), aus der dann der oberflächenaktive Film entsteht. In diesen Prozess der Ausbildung des Lipidlayers sind auch die verschiedenen Surfactant-assoziierten Proteine involviert (s. Kap. ▶ 2.2.3).
Die Lunge durchläuft in der Embryonal- und Fetalzeit eine rasche Entwicklung, die durch verschiedene Stadien charakterisiert ist (s. Kap. ▶ 1.1.9 und ▶ Abb. 1.11). Bereits in der kanalikulären Phase sind Vorläufer von Surfactant nachweisbar. Ab der 22. Schwangerschaftswoche (SSW) kommt es dann zu einem Anstieg der Surfactantproduktion, und auch die lamellar bodies können bereits nachgewiesen werden.
Schematische Darstellung der Phasen der Lungenentwicklung und der Pathophysiologie des Atemnotsyndroms auf dem Boden eines Surfactantmangels.
Abb. 1.11 Die Alveolarisierung und die Gefäßreifung (microvascular maturation) setzen sich jenseits der Geburt bis ins Kleinkindalter fort.
Bis etwa zur 28. SSW ist aber ein Surfactantmangel die Regel. Zwischen 28. und 32. SSW ist ein Surfactantmangel sehr häufig und bis zur 35. SSW ebenfalls noch häufig anzutreffen ( ▶ [7], ▶ [22], ▶ [32]). Gerade Neugeborene mit einem noch grenzwertig reifen Surfactantsystem sind häufig zusätzlich durch einen sog. sekundären Surfactantmangel betroffen (s. Kap. ▶ 6.1), der durch Hemmstoffe der Surfactantwirkung (Infektion, Mekoniumaspiration etc.) ausgelöst wird.
Gerade in den Jahren vor der Verfügbarkeit von Surfactant am Beginn der 1980er Jahre spielte die Bestimmung der Lungenreife aus Fruchtwasser eine besondere Rolle ▶ [17]. Beurteilt wurde dabei das Verhältnis von Lecithin (DPPC) zu Sphingomyelin (LS-Quotient): Überschritt dieser Quotient das Verhältnis von 2, so konnte eine Lungenreife angenommen werden. Ein starker physiologischer Anstieg des LS-Quotienten ist zwischen der 33. und 35. SSW zu beobachten.
Auch die Surfactant-Proteine unterliegen ähnlichen Reifungsprozessen; ihre Bestimmung ist allerdings zu komplex, um in der Klinik eingesetzt zu werden. Stattdessen werden sog. „Blasenstabilitätstests“ zur Lungenreifungsbestimmung angewendet: je größer und je stabiler Mikroblasen nach Schütteln einer Fruchtwasserprobe sind, desto weiter ist die Lungenreifung fortgeschritten ▶ [54]. Eine weitere Methode zur Bestimmung der Lungenreife berücksichtigt die Zahl der lamellar bodies. Da diese eine ähnliche Größe wie Thrombozyten haben, können dazu Thrombozytencounter benutzt werden ▶ [52]. Auch direkte Messungen der Oberflächenspannung von Fruchtwasser, erstem Magensaftaspirat oder Trachealsekret sind möglich ▶ [47].
Durch die Verfügbarkeit von Surfactant und die routinemäßige Durchführung einer Lungenreifung mit Kortikosteroiden (s. Kap. ▶ 1.3) ist die Bedeutung der Analytik aus Fruchtwasser stark in den Hintergrund getreten; zumal es die Risiken einer Amniozentese für die Fruchtwassergewinnung zu bedenken gilt.
E. Herting
Im Jahr 1972 führten Liggins und Howie mit ihrer Studie die pränatale Lungenreifungsbehandlung Schwangerer mit Kortikosteroiden in die Perinatalmedizin ein ▶ [25]. Der klinischen Untersuchung waren tierexperimentelle Studien an Schafen vorausgegangen, die auch zur Auswahl von Betamethason als Mittel der Wahl führten ( ▶ [25], ▶ [26]). In der initialen Studie wurde ein Gemisch von Betamethasonphosphat und Betamethasonacetat verwendet. Betamethason ist nach wie vor die am häufigsten zur Lungenreifung eingesetzte Substanz. Daneben findet allerdings auch Dexamethason Anwendung.
Die Therapie wird allerdings immer noch mit Medikamentendosierungen durchgeführt, die bereits von den „Entdeckern“ vor über 40 Jahren beschrieben wurden. Die Suche nach alternativen Substanzen (z.B. Ambroxol, Schilddrüsenhormone) blieb bisher erfolglos ▶ [4].
Das nach wie vor am häufigsten verwendete Schema ist die Gabe von 2×12mg Betamethason im Abstand von 24 h, so wie es bereits auch in den initialen Studien verwendet wurde ▶ [36]. Eine vergleichende Studie beurteilte Betamethason als möglicherweise effektiver als Dexamethason, was die Verhinderung eines RDS angeht ▶ [15]. Auf der anderen Seite könnte Dexamethason effektiver hinsichtlich der Verhinderung einer schweren Hirnblutung sein. Andererseits fand sich nach pränataler Verabreichung von Dexamethason wiederum eine erhöhte Rate an periventrikulärer Leukomalazie (PVL; ▶ [5]).
Eine klare, wissenschaftlich fundierte Empfehlung bezüglich einer der beiden Substanzen kann zum derzeitigen Zeitpunkt nicht gegeben werden. Für Betamethason liegen allerdings deutlich mehr Daten und auch Langzeitergebnisse vor.
Dexamethason wurde zum Teil auch oral verabreicht ▶ [14]. Die genauen Wirkmechanismen sind noch unklar – ebenso, welcher Anteil jeweils auf eine maternale Wirkung, auf plazentare Effekte und auf eine direkte Wirkung beim Feten zurückgeht.
Die Mehrzahl der Studien schloss Feten mit einem Schwangerschaftsalter oberhalb von 24+0/7 SSW ein. Die obere Grenze in diesen Studien lag meist bei 32 oder 34 SSW. Viele Studien, die auch in die Metaanalysen einflossen, stammen noch aus den 1980er- und 1990er-Jahren, d.h. sie wurden vor Einführung der Surfactanttherapie durchgeführt ▶ [36]. In den Studien sind wenige Patienten mit einem Schwangerschaftsalter unterhalb von 28 SSW eingeschlossen, obwohl gerade diese besonders von der Lungenreifung und den damit verbundenen Effekten profitieren dürften. Diese Effekte betreffen die Reduktion der:
Inzidenz und des Schweregrades des RDS
Inzidenz der schweren Hirnblutung
Rate an nekrotisierender Enterokolitis
Mortalität
Aus ethischen Gründen werden jedoch plazebo-kontrollierte Studien zur pränatalen Lungenreifung bei Frühgeborenen unterhalb der 28. SSW heute nicht mehr durchgeführt. Deshalb entscheidet man sich „im Zweifel“ für die Durchführung der Lungenreifungsbehandlung – und zwar schon ab der „Grenze der Lebensfähigkeit“, obwohl die Evidenz in diesem Gestationsalter nicht eindeutig belegt ist ( ▶ [2], ▶ [3]).
Es ist weitgehend unklar, weshalb der pränatale Einsatz von Steroiden solch überzeugende, positive Effekte bei kleinen Frühgeborenen zeigt, die frühe postpartale Steroidgabe jedoch wenig effektiv und sogar mit Nebenwirkungen (erhöhte Rate an Zerebralparesen) belastet ist.
Da 3 von 4 Frühgeborenen jenseits von 34 SSW geboren werden und viele dieser relativ „reifen“ Patienten einer Intensivbehandlung, u.a. wegen Atemstörungen, bedürfen, wird bei diesen „späten Frühgeborenen“ und auch bei reifen Neugeborenen nach elektiver Sectio über den Einsatz von prä- und postnatalen Steroiden diskutiert ▶ [51]. Die Ergebnisse laufender Studien zu diesem Thema sollten derzeit abgewartet werden.
Die Effekte einer Lungenreifungsbehandlung treten nach sehr kurzer Zeit ein: bereits wenige Stunden nach durchgeführter Lungenreifung zeigen Frühgeborene u.a. höhere Blutdruckwerte als unbehandelte Kontrollen ▶ [19]. Deshalb besteht kein Zweifel daran, dass, wenn möglich, eine solche Behandlung initiiert werden sollte, denn eine inkomplette Lungenreifung ist vermutlich besser als gar keine.
Lungenreifungsbehandlungsraten von über 95% sind auch im klinischen Alltag erreichbar. Die Lungenreifungsbehandlung und die Surfactant-Behandlung wirken additiv. Experimentelle Daten lassen eine Wirksamkeit der Lungenreifungsbehandlung (z.B. eine gesteigerte Surfactant-Produktion/-Freisetzung) über 7–10 Tage vermuten.
Seit langem wird daher über die Notwendigkeit von Wiederholungsbehandlungen diskutiert, wenn es innerhalb dieses Zeitraumes nicht zur Geburt gekommen ist ▶ [53]. Bezüglich dieser Frage wurden die Daten von mehr als 2000 behandelten Frauen in einer Metaanalyse untersucht ▶ [11]. Die Wiederholungsbehandlung zeigte:
eine niedrigere Inzidenz des RDS (RR 0,82, CI 0,72–0,93)
eine Erniedrigung des Schweregrades des RDS
eine reduzierte Mortalität im Vergleich zur einmaligen Behandlung (RR 0,79, CI 0,67–0,93)
Keine Effekte fanden sich jedoch im Hinblick auf die chronische Lungenerkrankung und die Rate an Hirnblutungen sowie PVL. Die Mehrfachbehandlung führte nicht zu einer erhöhten Rate an maternalen Infektionen ▶ [11].
In einer Studie aus den USA, in der die Schwangeren wöchentlich bis zur 34. SSW behandelt wurden, hatten 64% der Neugeborenen mehr als 4 Wiederholungsdosen erhalten. In dieser Gruppe fanden sich:
ein signifikant reduziertes Geburtsgewicht
ein höherer Anteil an hypotrophen Kindern
ein vermindertes Plazentagewicht ▶ [39], ▶ [56].
Sorge besteht nach diesen Ergebnissen vor allen Dingen hinsichtlich der Effekte der Kortikosteroide auf die Gehirnentwicklung▶ [28]; weitere Langzeit-Nachuntersuchungsdaten sind hier erforderlich.
Die Durchführung der Lungenreifungsbehandlung ist sicher eine entscheidende Maßnahme zur Verbesserung der Überlebenschancen und der Überlebensqualität kleiner Frühgeborener ▶ [57].
Der Therapiestandard besteht heute in einer einmaligen Behandlung (ggf. einer 2. Rescue-Behandlung). Der ideale Zeitpunkt für eine Lungenreifung scheint zwischen 2 und 7 Tagen vor einer zu erwartenden Geburt zu liegen. Gerade, wenn die 1. Lungenreifungsbehandlung aber sehr früh erfolgt ist (z.B. in der 23. oder 24. SSW) und es dann innerhalb der nächsten 7–14 Tage nicht zur Geburt kam, wird in einigen geburtshilflichen Abteilungen eine zweite Lungenreifungsbehandlung (Rescue) durchgeführt, wenn vor der 33. SSW erneut die Geburt droht ( ▶ [16], ▶ [20]). Die früher gängige Praxis, eine Lungenreifungsbehandlung mehr als 2-mal in wöchentlichen oder 14-tägigen Abständen zu wiederholen, wurde aufgegeben.
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