Fiona - Leben (Band 4 - XXL Leseprobe) - Zsolt Majsai - kostenlos E-Book

Fiona - Leben (Band 4 - XXL Leseprobe) E-Book

Zsolt Majsai

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Beschreibung

XXL Leseprobe! Nicht genug, dass Fiona ihr Leben als Mutter und als Kriegerin irgendwie organisieren muss, taucht plötzlich kurz vor den Wahlen auch noch ein neuer Präsidentschaftskandidat auf. Als Fiona mehr über ihn erfahren will und dabei von einem Kampfdämon attackiert wird, ist es Katharina, die ihr das Leben rettet - dieselbe Katharina, die ihr drei Jahre lang aus dem Weg gegangen ist. Doch das ist erst der Anfang. Fiona begegnet neuen, sehr mächtigen Feinden und muss erkennen, dass die Zukunft möglicherweise einige böse Überraschungen für sie bereithält. Andererseits entdeckt sie neue Fähigkeiten, die durchaus hilfreich sind. *** LESEPROBE *** Etwas stimmt nicht. Es ist nicht so offensichtlich wie Katzen jagende Mäuse, aber ich spüre es trotzdem deutlich. Ich beschließe, meine recht rudimentären magischen Fähigkeiten einzusetzen, um die Tür zerstörungsfrei zu öffnen. Zumindest will ich es versuchen. Wenn es nicht klappt, wäre dies halt das Zeichen dafür, dass ich wieder nach Hause fahren kann. Dann wird mir klar, wieso es keine Überwachungskameras gibt, wieso kein Alarm losging – und wieso mein Bauch sich so eindrücklich gemeldet hat. Das Wesen ist plötzlich da. Kristallwelten-Saga: __________________ __________________ Dargks Erwachen (in Planung) _____________________________ Die Legende von Sarah und Thomas: ___________________________________ Die Prinzessin, die ihre Eltern tötete (Band 1) Die tote Welt (Band 2) (in Planung) Die Fiona-Serie: _______________ Zyklus 1: Fiona - Der Beginn (Band 1) Fiona - Entscheidungen (Band 2) Fiona - Gefühle (Band 3) Fiona - Wiederkehrer (Band 3.1) ==> Fiona - Leben (Band 4) - XXL LESEPROBE Fiona - Sterben (Band 5, erscheint im Sommer 2017) Zyklus 2 (in Vorbereitung, erscheint ab 2018): Fiona - Reloaded (Band 6) Fiona - Spinnen (Band 7) Fiona - Liebe (Band 8) Fiona - Götter (Band 9) Fiona - Untergrund (Band 10) Mehr Infos zum Zyklus 2 auf buch-ist-mehr.de.

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Inhaltsverzeichnis
Titel
Impressum
Kristallwelten
Zeittafel
Werwölfe
Die Insel
Bonus

Zsolt Majsai

Fiona

Leben

XXL Leseprobe

Verlag 3.0

Zsolt Majsai

Fiona - Leben

XXL Leseprobe

Fantasy

ISBN-eBook: 978-3-95667-602-4

© 2017 Verlag 3.0 Zsolt Majsai,

53545 Linz am Rhein | buch-ist-mehr

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Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der mechanischen, elektronischen oder fotografischen Vervielfältigung, der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, des Nachdrucks in Zeitschriften oder Zeitungen, des öffentlichen Vortrags, der Verfilmung oder Dramatisierung, der Übertragung durch Rundfunk, Fernsehen oder Video, auch einzelner Text- und Bildteile sowie der Übersetzung in andere Sprachen.

Lektorat: Verlag 3.0

Umschlaggestaltung: Clara Vath | vath-art

Die Verwendung der Schrift Belligerent Madness erfolgte mit freundlicher Genehmigung von P. D. Magnus | fontmonkey

Printed in EU

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.ddb

Kristallwelten

Immer wieder beschäftigen sich die Menschen mit der Idee, dass das uns bekannte Universum nur Teil eines größeren Ganzen ist. Unter anderem existiert die Vorstellung von den multiplen Universen – mehreren Parallelwelten, die räumlich und zeitlich voneinander getrennt sind. Und doch, könnte es nicht sein, dass es möglich ist, zwischen ihnen zu reisen?

Ja, es ist möglich. Zumindest theoretisch. Denn in Wirklichkeit ist das uns bekannte Universum nur ein Teil der Kristallwelten. Wie Kristallkugeln sind die Universen aufgereiht, ähnlich den Elektronen in einem Elektronengitter. Zwischen ihnen befindet sich Aylvan, eine invertierte Welt, die aus Visz besteht.

Visz, das göttliche Material, hält die Kristallwelten zusammen, wie ein göttlicher Klebstoff. Ein Stoff, der in der materiellen Welt unzerstörbar ist, von der Ordnungszahl 500 und damit stabiler als jedes andere Material, das je existiert hat und das jemals existieren wird.

Doch was sind die Kristallwelten eigentlich?

Unsere Welt. Und viele andere. Genau genommen sind es sogar viele Universen. Jedes Universum ist ein Kristall, ein Spielfeld der Götter. Zusammen ergeben die Kristallwelten ein Spiel, das die Götter spielen: Monopoly für Götter.

Anders als bei unserem Monopoly entwickeln in diesem Spiel die Figuren allerdings ein eigenes Leben und verhalten sich nicht immer so, wie es die Götter sich wünschen würden. Dass dies bis zur Zerstörung eines Universums führen kann, werden Fiona und ihre Freunde schmerzhaft erfahren.

Weitere Infos zu Fiona und den andere Büchern sind auf der Webseite zu finden.

Kristallwelten: Zeittafel

1980: Fiona wird geboren 1990: Norman, Fionas Bruder, wird geboren 1992: Bernd und Michaela lernen sich kennen (Dargks Erwachen) 1992: Nomén und Kay lernen sich kennen1993: Halpha wird geboren (Dargks Erwachen) 1993: Helena und Jody werden geboren (kommt voraussichtlich (aber wer weiß? ;) ) in keinem Roman vor, aber wichtig für Band 5: Fiona - Sterben) 1994: Nidea, Tochter von Oela und Renroc wird geboren (Dargks Erwachen) 1996: Dargk kommt nach Untes, der Große Krieg findet statt (Dargks Erwachen) 1998: Dargks Erwachen - Teil 21999: Gemeinsame Tochter Dargks und Ryemas wird geboren 2001: Gemeinsamer Sohn von Ryema und Roek wird geboren 2002: Beginn von Die Legende von Sarah und Thomas - Die Prinzessin, die ihre Eltern tötete2003: Ralph, Sohn von Katharina und Dargk, wird geboren

Zyklus 1

20.06.2003: Norman stirbt (Fiona - Beginn) 2004: Klassentreffen2005: Fiona - Entscheidungen2006: Fiona lernt "Schneewittchen" kennen und wird im Dezember schwanger (Fiona - Gefühle) 09.2006: John Summer25.12.2006: Leslie06.08.2007: Geburt Sandras, Tochter von James und Fiona 2007: Rückkehr von Sarah und Thomas nach Untes. Ende von Die Legende von Sarah und Thomas - Die Prinzessin, die ihre Eltern tötete10.2007: Wiederkehrer2008: Band 4, Fiona - Leben12.08.2009: Sandra, James und Danny kommen bei einem Racheanschlag ums Leben (Band 5: Fiona - Sterben) 2009: Begegnungen zwischen Sarah und Thomas aus Die Prinzessin, die ihre Eltern tötete, Fiona, Katharina und Ryema, Oela aus Dargks Erwachen und Dargk 

Zyklus 2

Fiona - ReloadedFiona - SpinnenFiona - LiebeFiona - GötterFiona - Untergrund

„Ich wurde hingerichtet.

Ich weiß, was Sie jetzt denken. Das ist bestimmt irgendwie metaphorisch gemeint. Hingerichtet, sonst wäre sie ja tot. Und dann könnte sie mir das jetzt nicht erzählen. Und an lebende Toten und so, da glaube ich nicht dran.

Aber so ist das nicht. Ich wurde hingerichtet. Zwei Schüsse von hinten in den Kopf.

Also, aufgeklärte, moderne Menschen glauben ja, das Gehirn ist der Sitz des Bewusstseins, und wenn das Gehirn zerstört wird, ist es vorbei. Dann gibt es dieses Bewusstsein einfach nicht mehr. Wenn wir als Embryo heranwachsen, wird es langsam hell, und wenn wir sterben, wird es wieder dunkel. Für immer. Manchmal geht es langsam, manchmal ganz schnell. Zum Beispiel wenn Ihnen von hinten zwei Kugeln in den Kopf geschossen werden.

Wenn Sie also zu den Menschen gehören, die rational, aufgeklärt und modern sind, werden Sie mir vermutlich nicht glauben. Ich erzähle es Ihnen trotzdem. Sie können hinterher ja entscheiden, wie Sie damit umgehen wollen.

Also, ich wurde hingerichtet. Es war wirklich eine Hinrichtung. Ich geriet in Gefangenschaft, wurde schuldig gesprochen, einer terroristischen Vereinigung anzugehören, Attentate geplant zu haben, und dann an Ort und Stelle mit zwei Kugeln hingerichtet. Das mit den Attentaten stimmte sogar. Aber die wussten nicht, was ich wirklich wollte und dass sie mir sogar dabei helfen, meine Pläne auszuführen. Wie hätten sie es auch wissen sollen? Sie waren zwar weder modern noch aufgeklärt, das sind diese Art von Diktaturen nie, aber sie konnten sich trotzdem nicht vorstellen, dass ich so eine Hinrichtung überleben würde. Sie glauben zwar an Himmel und Hölle und so, an eine dualistische Welt, aber die Realität übersteigt ihre Vorstellungskraft bei Weitem.

Doch zurück zu der Hinrichtung. Meine Hände waren am Rücken gefesselt, mit einem Seil oder so. Kann sein, dass es ein Abschleppseil war, ich weiß es nicht so ganz genau. Während der Verhandlung musste ich knien und die ganze Zeit zum Tribunal schauen. So nannten sie es jedenfalls. In Wirklichkeit war es Lynchjustiz, aber das ist egal. Es spielt keine Rolle, denn jedes Gericht in jedem Staat hält sich für legitimiert und ist es doch nicht. Ich bin legitimiert, denn ich wurde von Gott dazu berechtigt. Doch das ist eine andere Geschichte, und Sie denken jetzt sowieso, ich bin eine Irre, völlig durchgeknallt und größenwahnsinnig.

Tatsache ist allerdings, dass ich hier vor Ihnen sitze, obwohl ich hingerichtet wurde. Das sollte Ihnen möglicherweise zu denken geben.

Nun, ich kniete also da auf dem harten Boden, was nach einer Weile sogar schmerzhaft wurde, aber Schmerzen bin ich ja gewohnt. Es gehört zu meinem Job, dass es ab und zu schmerzhaft wird. Ziemlich schmerzhaft sogar, denn nicht immer geht es so schnell und einfach zu wie meine Hinrichtung in diesem Fall.

Ich beobachtete den Richter und die beiden Soldaten rechts und links von ihm. Rings um uns herum waren noch andere, Soldaten, oder besser gesagt, Rebellen, die sich für Soldaten hielten. Nicht einmal Uniformen hatten sie, viele trugen Sandalen. Nicht wirklich die geeignete Kleidung zum Kämpfen, aber es waren ja auch Amateure. Verblendete Idioten, um ganz genau zu sein. Sie spielen Krieg und irgendwann begannen sie, das Töten zu genießen. Zuzuschauen, wie bei den Kopfschüssen Augen, Nase und Gehirn der Hingerichteten durch die Gegend spritzen, das ist für sie schöner geworden als ihr Sperma zu verspritzen. Make war not love. Ganz schön pervers. Ich meine, ich töte auch. Es macht mir wenig aus, allerdings weiß ich, dass der Körper eines Menschen nicht den Menschen ausmacht, und ich weiß auch, dass das Töten nicht mehr ist als das Verschrotten eines Autos. Sonst wäre ich ja nicht hier, trotz meiner Hinrichtung.

Hinter mir gestikulierten aufgeregt einige Männer, vielleicht darüber, wer mich erschießen darf. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß noch, dass ich mir die krumme Nase des Richters anschaute, als der erste Schuss fiel. Die Kugel drang von oben ein, hier hinten, können Sie bei sich spüren, oberhalb der Einbuchtung. Die Anatomen haben auch einen Namen dafür, fällt mir grad nicht ein. Egal. Etwas oberhalb der Augen also, und der Schütze konnte oder wollte nicht vernünftig zielen.

Es war ein ganz eigenartiges Gefühl. Erst einmal ein ziemlich heftiger Schlag, der meinen Oberkörper nach vorne riss. Ich fiel nicht ganz um, schon allein wegen meiner Körperlage. Mein Oberkörper federte gegen meine Oberschenkel. In meinem Kopf fühlte es sich an wie … Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll. Es tat nicht weh. Das Gehirn an sich fühlt ja keinen Schmerz. Es war mehr so eine Art Ziehen. Dauerte nicht lange, nicht einmal eine Sekunde, weil meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes gelenkt wurde.

Wie gesagt, der Schütze hatte schief geschossen, warum auch immer. Die Kugel verließ meinen Kopf durch das linke Auge, mit dem ich natürlich nichts mehr sehen konnte. Obwohl, ist schon interessant. In so einem Moment hat man ja ein ganz anderes Zeitgefühl. Für die anderen sind es Sekundenbruchteile, aber ich konnte deutlich und wie in Zeitlupe spüren, dass die Kugel mein Auge von innen traf. Ganz kurz, wie ein Aufblitzen, konnte ich die Kugel sogar sehen. Irgendwie unheimlich, wenn ich mir das so überlege.

Ich hing da also auf meinen Oberschenkeln, starrte mit dem verbliebenen Auge auf den Boden und sah nebenbei die Reste meines anderen Auges zusammen mit Blut und einer hellen, rosafarbenen Flüssigkeit auf den Boden tropfen.

Dann wurde mir klar, die rosafarbene Flüssigkeit war ein Teil meines Gehirns. Ich hatte es ja schon gesehen, ich meine, außerhalb meines Kopfes. Neu war für mich das alles ja nicht.

Ich dachte noch, wie schön es ist, dass es dieses Mal so schnell geht. Ich meine, ich habe es mir selbst ausgesucht. Den Job so allgemein, und ich wusste vermutlich, dass es auch bedeutet, dass es physisch sehr anspruchsvoll wird. Deswegen regenerieren wir uns immer wieder. Aber das Sterben, das ist wie bei allen Menschen. Und manche Arten zu sterben sind … sehr unschön. Kopfschüsse sind im Vergleich richtig angenehm. Wohlgemerkt, im Vergleich und für Leute wie mich, die überhaupt die Möglichkeit haben, diesen Vergleich anzustellen. Sie beispielsweise werden diese Möglichkeit nicht haben, wenn Sie gleich sterben. Deswegen erzähle ich Ihnen das so genau, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt.

Die zweite Kugel kam seitlich. Wahrscheinlich habe ich meinen Kopf gedreht, darum. Jedenfalls spürte ich noch, wie sie irgendwo neben dem Ohr in meinen Kopf eindrang. Sie zerfetzte mein rechtes Auge, sodass ich jetzt blind war. Ich glaube, es ging auch ganz schnell. Ich spürte noch, wie noch mehr von meinem Gehirn auf den Boden floss, dann wurde es plötzlich dunkel. Vermutlich als die kritische Masse meines Gehirns zerstört war.

Mein Körper war damit deaktiviert. Vorübergehend. Ich habe mich dann notdürftig gesäubert, aber in meinen Haaren klebt noch Blut und Reste von dem, was es sonst noch so in meinem Kopf gibt. Sehen Sie?

Mein Ich war natürlich noch da. Ich habe mittlerweile sehr viel Übung darin, die Zeit zu überbrücken, bis mein Körper sich regeneriert hat. Sie haben ihn zu den anderen Leichen geschafft. Als ich zu mir kam, lag ich auf den Überresten eines etwa dreijährigen Mädchens und eines Mannes, der wahrscheinlich sein Vater gewesen ist. Hätte ich zu dem Zeitpunkt auch nur den geringsten Zweifel gehabt, ob ich meinen Plan noch ausführen wollte, wäre dieser Zweifel bei diesem Anblick sofort geflüchtet.

Allerdings hatte ich keinen Zweifel. Ist nicht meine Art. Wissen Sie, mein Motto ist auch, dass ich bereit sein muss, zu Ende zu bringen, was ich beginne. Wofür hätte ich sonst auch all das auf mich genommen? Als Leiche gelangte ich in Ihr Haus, und auch wenn das nur Plan B war, für den Fall, dass ich erwischt werde, hat er doch ganz gut funktioniert.

Und das bedeutet, dass jetzt Sie hingerichtet werden.“

Die Pupillen des Mannes auf der anderen Seite des Tisches weiten sich kaum merklich. Bevor er aufspringen kann, drücke ich ab und beobachte, wie die Kugel durch die Stirn in seinen Kopf eindringt.

„Michael?“ In der Stille reicht dieses Wort schon geflüstert, um einen Widerhall zu erzeugen. Untermalt vom Quietschen der Tür müsste es meine Ankunft unüberhörbar verkünden. Dennoch gibt es keine Reaktion.

Aber ich spüre, dass er da ist.

Ich durchquere den großen Raum, den man mit viel gutem Willen Wohnzimmer nennen könnte, und gehe zur Tür, die in den Nachbarraum führt. Darin befindet sich unter anderem das Bett.

Darauf Michael, zusammen mit einem Buch. Er sieht hoch und mustert mich schweigend.

„Hi“, sage ich leise.

„Hi.“ Er lässt seinen Blick über meinen Körper gleiten, dann wieder hoch zu meinen Augen. „Welch ein hoher Besuch! Was verschafft mir diese unerwartete Ehre?“

Das frage ich mich auch gerade. Was habe ich eigentlich erwartet? Noch ist es nicht zu spät, ich sollte mich einfach umdrehen und wieder gehen. Es wäre das Klügste.

Und damit ausgeschlossen.

„Ich komme gerade aus dem Irak.“

„Wie schön für dich. Hast du dort Urlaub gemacht? Als Frau? Mutig.“

„Idiot. Ich habe jemanden hingerichtet. Und ich weiß jetzt, wie sich Kopfschüsse anfühlen.“

Er zieht eine Augenbraue hoch. Die rechte. „Hast du jemanden hingerichtet oder wurdest du hingerichtet?“

„Beides.“

„Also Abenteuerurlaub.“

„Michael …“

„Ja? Ich bin hier.“ Er legt das Buch weg und setzt sich auf. „Was genau willst du von mir?“

Eigentlich weiß ich es immer noch nicht. Ich sollte nicht hier sein. Die Geschichte im Irak ist eine Sache, die meisten Menschen würden kein Verständnis dafür haben, doch das kann mir egal sein. Aber wieso bin ich hierhergekommen, statt nach Hause zu fahren?

„Hallo? Fiona?“

Ich zucke zusammen. „Ich …  Tut mir leid. War in Gedanken. Um ehrlich zu sein, versuche ich herauszufinden, warum ich hier bin.“

„Wieso, bist du nicht selbst hergekommen?“

„Doch, schon. Aber ich habe noch gar nicht darüber nachgedacht, wieso.“

„Wie geht das denn? Du musst doch irgendwann die Entscheidung getroffen haben, dieses Ziel als Koordinaten in dein internes Navi einzugeben.“

„Was?“

Er deutet auf seine Stirn. „Gehirn. Gedächtnis. Gefühle. Manchmal auch Gedanken.“

Ich muss lachen. „Du bist doof. Michael, erinnerst du dich, was ich dir gesagt habe, nachdem du mich geküsst hast?“

„Wie könnte ich das je vergessen?“, erwidert er. „Du bläst mir keinen, wir schlafen nicht miteinander und es wiederholt sich nicht.“

Ich senke den Blick. „Das … das war gelogen.“

„Was?“

„Ich meine, damals meinte ich das wirklich. Aber … ich meine, ich habe dir erlaubt, mich zu küssen. Das erlaube ich nicht jedem.“

„Ach?“

Langsam gehe ich näher. Er zieht die Knie an und legt die Unterarme um seine Beine, mit einer Hand das andere Handgelenk umfassend. Weder eine Einladung noch eine Zurückweisung. Ich bleibe unschlüssig stehen.

„Was genau möchtest du von mir?“

„Dich küssen. Dir einen blasen. Mit dir schlafen.“

„Warum so plötzlich? Ich habe nämlich keine Lust, einfach nur als Ventil zu dienen, weil du dich mies fühlst nach so einem Job.“

„Ich fühle mich nicht mies! Das Arschloch hat es verdient.“

„Ich denke, wir richten nicht?“

„Wir treffen Entscheidungen, und wenn wir der Meinung sind, jemand stört das Gleichgewicht, dann töten wir ihn. Das weißt du auch.“

„Ja, weiß ich“, nickt er. „Mir sind deine Kriterien nur nicht ganz klar.“

„Darüber wollte ich nicht mit dir reden. Jedenfalls hat es nichts damit zu tun, dass ich hier bin. Zumindest nicht direkt. Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken auf dem Flug.“

„Zeit zum Nachdenken ist gut. Aber es fällt dir immer noch schwer, mir den Grund für deinen Sinneswandel mitzuteilen?“

Ich setze mich seufzend am Bettende auf den Rand. „Es ist … es ist kein Sinneswandel. Ich weiß, dass du in mich verliebt bist und …“

„Bin ich das?“

Ich sehe ihn direkt an. „Bist du. Willst du es leugnen?“

Er schüttelt den Kopf.

„Michael, ich weiß nicht, ob ich in dich verliebt bin. Aber ich begehre dich. Deswegen durftest du mich küssen. Etwas an dir bringt mich an den Rand des Wahnsinns. Ich habe mich dagegen gewehrt, doch jetzt will ich es nicht mehr.“

Michael starrt mich schweigend an. Sein Blick gleitet von meinen Augen nach unten, auf meine Brüste. Viel zu sehen gibt es von ihnen nicht, unter dem schwarzen Pullover trage ich einen Sport-BH. Ich fasse den Pullover am Kragen und ziehe ihn langsam aus. Dann den BH. Michael starrt immer noch auf meine Brüste. Er sieht mich nicht zum ersten Mal nackt, aber zum ersten Mal mit der Aussicht, mehr als den Anblick zu bekommen.

Mit den Füßen streife ich die Stiefel ab, knöpfe dann die Jeans auf und streife sie ebenfalls ab. Bis auf das hellblaue Höschen bin ich nackt. Nach einer kurzen Pause ziehe ich den Slip auch aus.

Als Michael sich immer noch nicht rührt, steige ich auf das Bett und stelle mich mit gespreizten Beinen so vor ihm hin, dass er meine Muschi vor den Augen hat. Er hebt langsam den Kopf und schaut zu mir hoch.

„Du meinst das ernst?“

Ich nicke, dann lege ich beide Hände auf seinen Kopf und drücke sein Gesicht zwischen meine Beine. Ich spüre, wie er den Mund öffnet und seine Zunge zwischen meine Lippen schiebt. Ich schließe die Augen.

Nach einiger Zeit, in der er mich genau erkundet hat, umfasst er mit den Händen meine Pobacken und zieht mich runter. Ich setze mich kniend auf meine Fersen und betrachte ihn. Er küsst mich, erst sanft, dann immer fordernder, packt dabei mit beiden Händen meine Brüste. Ich schließe wieder die Augen und ertaste die Knöpfe seines Hemdes, öffne sie und schiebe dann das Hemd nach hinten. Dazu muss er mich loslassen und als er die Hände wieder frei hat, legt er eine auf meinen Oberschenkel, die andere zwischen meine Beine. Ich stöhne auf.

Ich lasse meine Fingerspitzen wie Krallen über seine muskulöse Brust gleiten. Der Kuss soll bloß nie aufhören! Als dann seine Finger in mich eindringen, öffne ich seine Hose und greife hinein, bis ich sein hartes Glied umfassen und herausziehen kann. Nur ganz flüchtig schießt mir der Gedanke durch den Kopf, wieso ein Vampir einen Steifen haben kann.

Ich löse meinen Mund von seinen Lippen. „Fick. Mich.“

Er lehnt sich zurück, ich ziehe ihm Hose und Unterhose aus. Sein mächtiger Brustkorb wölbt sich unbewegt hervor. Ich rutsche auf den Knien nach vorne, bis ich mit dem Unterleib über seinem Glied bin und es in mich einführen kann. Es gleitet vollkommen mühelos in meine nasse Muschi. Ich beuge mich vor, um ihn weiter zu küssen. Seine Hände umklammern meinen Po.

Wir sind beide völlig überdreht und kommen schon nach kurzer Zeit. Ich presse meinen Unterleib gegen seinen und bewege ihn kreisend. Er zuckt wild, fast schmeißt er mich runter. Ich schlinge die Arme um seinen Hals und drücke schreiend das Gesicht gegen seine Schulter.

Viel später, ich weiß nicht einmal, ob Minuten oder Stunden vergangen sind, hebe ich den Kopf und sehe ihn an.

Er grinst. „Das war ja fast eine Vergewaltigung.“

„Deine Gegenwehr war kaum zu bemerken.“

„Es ging so schnell, ich hatte gar keine Gelegenheit dazu.“

Damit bringt er mich zum Lachen. „Idiot. Einen so harten Schwanz wie deinen habe ich schon lange nicht mehr erlebt.“

„Ja, und er scheint so bleiben zu wollen.“

Ich bewege meinen Unterleib kreisend. „Hat er etwa noch nicht genug?“

„Genug? Das war doch erst die Vorspeise!“

Er meint es ernst. Sehr ernst.

Michael reicht mir meine Zigaretten, dann geht er zum zugemüllten Schreibtisch und befördert nach einiger Suche zwei Gläser und eine halbvolle Whiskyflasche ans Kerzenlicht. Ich setze mich auf und inhaliere den Rauch tief ein, während er die Gläser ordentlich füllt. Darüber, ob diese Gläser jemals gespült worden sind, mache ich mir lieber keine Gedanken.

Ein Glas gibt er mir, das andere führt er sich an die Lippen und nimmt einen großen Schluck. Ich nippe vorsichtig an meinem Glas. Es schmeckt einigermaßen.

„Wie geht es Sandra?“, erkundigt er sich.

Dieses Arschloch! „Ganz gut. Seit wann interessierst du dich für meine Tochter?“

„Ich finde die Vorstellung süß, dass du eine Tochter hast.“

„Michael, du solltest aufhören, irgendetwas im Zusammenhang mit mir süß zu finden.“

„Ups. Empfindliche Stelle getroffen?“

„Ich? Getroffen? Eher andersherum.“ Ich zaubere das süßeste Lächeln auf mein Gesicht, dessen ich fähig bin. Michaels Miene verdüstert sich.

„Erinnere mich nicht daran“, knurrt er.

„Dann hör auf, von meiner Tochter und von süß zu labern, okay?“

„Wollte nur nett sein …“

„Wozu? Ich bin nicht hier, damit du nett bist. Nett ist langweilig. Ich hasse alles, was mit nett zu tun hat.“

„Stimmt, du bist eher ein Tier.“

„Das sagt der Richtige!“ Ich proste ihm zu und nehme diesmal auch einen großen Schluck.

Er setzt sich neben mich. Ich betrachte seine ausgestreckten Beine neben meinen ausgestreckten Beinen. Seine sind behaart und muskulös. Meine nur muskulös. Und deutlich dünner.

„Du hast schöne Beine“, bemerkt Michael grinsend.

„Danke. Du auch. Zumindest für einen Mann.“

„Das ist mal wieder typisch für dich. Immer direkt eine Einschränkung.“

„Nicht immer!“, protestiere ich.

„Gut, du hast recht, nicht immer. Aber warum überhaupt?“

Ich zucke die Achseln. „Bin eben so. Gefällt es dir etwa nicht, wie ich bin?“

Er mustert mich von der Seite. „Was ist das denn für eine Frage? Willst du jetzt hören, dass du geil aussiehst? Oder geht es um deinen Intellekt?“

„Ach Michael.“ Ich seufze. „Ich weiß, wie ich aussehe und wie ich auf Männer wirke. Vor James habe ich die halbe Stadt gefickt, und auf der Schule gab es kaum einen, der nicht mit mir vögeln wollte.“

„Eingebildet bist du aber nicht, oder?“

„Weil ich mir dessen bewusst bin? Komm schon. Ich war nicht die Schulkönigin, habe mich nie, na ja, fast nie, zurechtgemacht. Und wahrscheinlich waren gerade deswegen alle scharf darauf, mit mir in die Kiste zu hüpfen.“

„Jetzt mal ernsthaft, ist das eine Theorie?“

Ich grinse. „Keine Theorie. Habe es mehrmals getestet.“

„In der Schule?“

„Da auch. Das Klo zu den Sportumkleiden war ein guter Ort. Und David, der mich entjungfert hat …“

„Auf dem Klo?“

„Nein! Hältst du mich für so unromantisch?“

„Also gut, wo hat er dich entjungfert?“

„In meinem Bett, im Haus meiner Eltern. Ich war 15. Ich rief ihn an und sagte ihm, dass ich Hilfe bräuchte, in Mathe. Das war ein sicherer Hinweis für ihn.“

„Wieso?“

„Wir waren die Klassenbesten in Mathe.“

„Oh. Und er kam?“

„Oh ja! Mehr als einmal.“

„Das meinte ich grad nicht …“

„Ist mir klar. Wir waren zwei Monate zusammen, bis er meinte, ein anderes Mädchen knutschen zu müssen, auf dem Schulhof, während die halbe Schule zuschaute, weil er Freistunde hatte, wir aber nicht. Es war echt lustig.“

„Klingt nach Drama.“

„Hey, er war meine erste Liebe! Selbst mein Vater mochte ihn.“

„Hast du ihn verprügelt?“

„Nein“, erwidere ich gepresst. „Aber ich habe ihn ignoriert danach. Na ja, und irgendwann begriff ich, was die Blicke der Jungs zu bedeuten haben. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir bis dahin darüber keine Gedanken gemacht. Es gab einige Mädchen in meinem Alter, die Schulköniginnen spielten und natürlich stets hofiert wurden. Ich konnte mit ihnen nichts anfangen und lief nicht aufgetakelt rum.“

„Also eine Außenseiterin?“

Ich schüttele den Kopf. „Seltsamerweise nicht. Ich war schon beliebt. Ich fürchte, die hielten mich alle für süß.“

„Süß?“

Ich nicke. „Ich habe nie was für Allüren übriggehabt, sagte aber, was ich dachte. Es war auch selbstverständlich für mich, dass ich anderen half, wenn es nötig war. Meine Noten waren zwar mittelmäßig, weil ich nie für Tests lernte, aber ich machte mündlich mit. Reden kann ich ja. Ich begriff die Sachen, ich wollte nur nichts auswendig lernen. Lernen fand ich doof. Aber ich konnte alles erklären.“

„Ich glaube, ich verstehe“, sagt Michael nachdenklich. „Du warst einerseits der Kumpeltyp, andererseits aber natürlich süß.“

Ich starre ihn von der Seite an. „Ja, vielleicht. – Warum erzähle ich dir das alles eigentlich?“

„Dir war wohl danach.“

„Ja, irgendwie schon. Vielleicht ist es mir wichtig, dass du mich verstehst. Ich möchte nicht, dass du mich für durchgeknallt hältst.“

„Du bist durchgeknallt, da kannst du mir erzählen, was du willst. Die Menschen können froh sein, dass du auf der richtigen Seite stehst. Du hast vor nichts Angst und wenn du dir etwas in den Kopf setzt, dann tust du es einfach. Als Kriminelle wärst du richtig gefährlich.“

„Ich bin gefährlich.“

„Ja, für meine Unschuld“, knurrt er.

Ich mustere seine schwindende Unschuld. „In der Tat. Es ist schon erstaunlich, dass du als Vampir überhaupt einen Steifen kriegst, aber auch noch einen so harten?“

„Du wirst lachen, wenn ich Hunger habe, kriege ich ihn nicht hoch. Vampire sind sehr abhängig von ihrem Futter, was den Blutdruck angeht.“

Ich kriege einen Lachkrampf und habe Mühe, mich zu beruhigen. Er wartet geduldig, bis ich wieder ansprechbar bin. Dann zieht er mich auf seinen Schoß, dabei dringt er wie von selbst in mich ein. Seine kalten Augen mustern mich.

„Danach musst du gehen.“

„Ich weiß.“

„Gut.“

Später, als ich wieder meinen Verstand eingesammelt habe, frage ich ihn, wo die Toilette sei.

„Toilette?“

„Äh … ja?“

„Hier gibt es keine.“

„Wie meinst du das? Wie kann es hier keine Toilette geben?!“

„Ich brauche keine. Was musst du denn?“

„Pissen, und zwar tierisch!“

„Dann geh doch nach draußen und piss gegen die Wand. Interessiert doch niemanden. Kommt auch niemand vorbei.“

„Hm.“ Aber es hilft nichts. Ich strecke erst den Kopf in den Gang raus und schaue mich um, bevor ich nackt ein paar Schritte weg gehe und mich neben der Wand hinhocke. Es riecht streng, kein Wunder, die Blase ist voll wie sonst was.

Erleichtert gehe ich wieder rein und ziehe mich an.

„Hat dich jemand gesehen?“, erkundigt sich Michael, blöde grinsend.

„Ich habe Eintrittsgeld kassiert.“

„Cool. Aber die Hälfte gehört mir.“

„Du kannst mich mal.“

„Schon wieder?“

Ich zeige ihm, wie schön meine Mittelfinger sind. Doch statt auf diese, starrt er auf meine noch nackten Brüste. Grinsend ziehe ich den BH und den Pullover an.

„Schon wieder?“, frage ich ihn lächelnd.

„Du bist ganz schön rachsüchtig.“

„So bin ich eben.“ Ich gehe um das Bett herum und bleibe neben ihm stehen. Er sitzt nackt am Kopfende und mustert mich fragend. Sein Blick ist eindeutig. Nach kurzem Zögern winke ich ab und gehe. Ich blicke nicht zurück und er sagt nichts.