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Beschreibung

Das Flüchtlingsdrama prägt wie wenige Ereignisse zuvor die europäische politische Landschaft. Aus ihm ist eine Krise der Europäischen Union geworden. Innere Spannungen unter Überschriften wie "Überfremdung" oder "Islamisierung" stärken vor allem den rechtsgerichteten Populismus und zeitigen dementsprechende Wahlergebnisse. In der Uneinigkeit der sogenannten Aufnahmeländer wird zunehmend klar: Die Solidarität als einer der höchsten Werte der EU schwindet. Den verschiedensten Aspekten zum Thema widmet sich fundiert und umfassend der vorliegende Band. Berücksichtigt werden auch Blicke in die Vergangenheit, da viele gerne vergessen, was in der eigenen Geschichte geschehen ist. Es schreiben unter anderem Ilija Trojanow über Migration, Julya Rabinowich über Traumata, Josef Haslinger über die hausgemachte Krise und Hazel Rosenstrauch über ihre Remigration vor 70 Jahren. Denn berücksichtigt werden auch Blicke in die Vergangenheit, da die heute Lebenden (nicht nur die jüngeren) gerne vergessen, was in der eigenen Geschichte geschehen ist.

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Seitenzahl: 109

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Produziert mit Unterstützung der Stadt Wien / MA7 Wissenschafts- und Forschungsförderung

Sperl, Gerfried (Hg.): Flüchtlinge Essays, Diskurse, Reportagen / Gerfried Sperl Phoenix, Band 2 Wien: Czernin Verlag, 2016 ISBN: 978-3-7076-0578-5

© 2016 Czernin Verlags GmbH, Wien Umschlaggestaltung: Sensomatic Produktion: www.nakadake.at ISBN E-Book: 978-3-7076-0578-5 ISBN Print: 978-3-7076-0576-1

Alle Rechte vorbehalten, auch das der auszugsweisen Wiedergabe in Print- oder elektronischen Medien

Inhalt

Editorial

Ilija Trojanow: Migration über den Gartenzaun

Josef Haslinger: Die staatlichen Egoismen

Julya Rabinowich: Männer änderten meinen Blick

Bert Rebhandl: Warum gerade Deutschland?

Krasimir Yankov: Das Sprungbrett ins Herz Europas

Vladimir Vertlib: Was ist los mit Europa?

J. Olaf Kleist: Die Flüchtlinge und das Meer

Hazel Rosenstrauch: Eine Rückkehr als politischer Akt

Manfried Rauchensteiner: Fremd im eigenen Land

Anatol Stefanowitsch: Das »-ling« und andere Sprachprobleme

Wolfgang Weisgram: Die provenzalischen Schwaben

Aloysius Widmann, Markus Hametner, Michael Bauer: Das Geschäft mit der Flucht

Über die Autoren

Editorial

Das Flüchtlingsdrama 2015 hat sich wie nicht einmal die Jugoslawien-Kriege Anfang der 90er Jahren in die europäische Landschaft gegraben. Aus ihm ist eine Krise der Europäischen Union geworden.

Außereuropäische Kriege wie jener in Syrien haben zu Flüchtlingsströmen geführt, deren Wucht fast wöchentlich hunderte Tote fordert.

Innere Spannungen unter Überschriften wie »Überfremdung« oder »Islamisierung« stärken vor allem den rechtsgerichteten Populismus und zeitigen dementsprechende Wahlergebnisse. Figuren wie Viktor Orban in Ungarn haben ihre Kleider gewechselt und steuern autoritäre Machtverhältnisse an.

Politiker/-innen wie Angela Merkel hingegen geraten in eine merkbare politische Isolation, weil sie ihre eigene Vergangenheit (die von Fluchtbewegungen gekennzeichnet war) nicht beiseite schieben und religiös-weltanschauliche Positionen hochhalten. Das tun Figuren wie Horst Seehofer nicht und treiben Deutschland in einen Zustand der Spaltung.

Die Solidarität als einer der höchsten Werte der EU schwindet – besonders erkennbar an der Zustimmung der Mitgliedsstaaten zu Aufnahmequoten, deren Umsetzung dann nicht stattfindet. Vor allem die Oststaaten mit ihren markanten Flucht-Erfahrungen sind nicht bereit, Europa auch zu leben. Sie wollen von den Netto-Staaten abkassieren, ohne Gegenleistungen.

Der Ruf nach einer europäischen Armee spiegelt genau dieses Dilemma: Die Ost-Mitglieder verlangen sie lautstark, weil sie Angst vor Rußland und den Islamisten haben, würden bei ihrer Verwirklichung aber keinen finanziellen Beitrag leisten. Aber man kann und darf nicht mit Spatzen auf Kanonen schießen.

Die Behandlung dieser Aspekte, der eine mehr, der andere weniger, geschieht in diesem Reader der Buchreihe »Phoenix«. Versammelt sind darin neu geschriebene, aber auch aktualisierte, also bereits erschienene Texte. Berücksichtigt werden auch Blicke in die Vergangenheit, weil die heute Lebenden (nicht nur die jüngeren) gerne vergessen, was in der eigenen Familie geschehen ist. Flucht als Schicksal wird gerne ausgeklammert, die »gute alte Zeit« hat gedanklichen Vorrang.

Erstaunlich ist gleichzeitig, wie sich die Menschen trotz hoher Bildungsniveaus instrumentalisieren lassen. Galten Stacheldraht (Eiserner Vorhang) und Mauern (Berliner Mauer) vor wenigen Jahrzehnten noch als Inbegriff der Abschottung von Gewaltherrschaften gegenüber den westlichen Demokratien, stilisiert man sie jetzt zum Schutzmechanismus gegen Menschen aus anderen Kulturen. Die Vertauschung der Argumentation ist offensichtlich.

Dass sich hinter den Dramen und Tragödien eine Zivilgesellschaft formiert hat, die unbeirrt – aber auch durch wachsende Müdigkeit belastet – das tut, was Zäune und Mauern nicht vermögen, ist ein Zeichen der Hoffnung: Helfen, spenden, unterrichten sind drei der herausragenden Tugenden. Die sich freilich schwer tun angesichts von Hetze, Diffamierung und Ent-Solidarisierung in den (angeblich) sozialen Medien.

Gerfried Sperl*

*Dr. phil. Universität Graz. 1982–1987 Chefredakteur der Süd-Ost Tagespost, 1988 Mitglied der Gründungscrew des Standard, 1992–2007 dessen Chefredakteur. 2000–2007 Board-Mitglied der Internationalen Vereinigung der Chefredakteure, Paris. Autor der Bücher Machtwechsel (2000) und Die umgefärbte Republik (2003). 2009–2014 Herausgeber der Vierteljahreszeitschrift Phoenix.

Migration über den Gartenzaun

Die Politik würde eine Art Frühwarnsystem brauchen, um sich auf künftige Flüchtlingsströme vorzubereiten. Es gibt etliche Krisenherde, deren Ausweitung Europas Krise noch verstärken könnte.

vonILIJA TROJANOW

Wer selber mal Flüchtling war, der muss unweigerlich ein Spezialist für »Flucht« sein. Deswegen werde ich seit Wochen und Monaten bei jedem Interview und jeder Moderation auf dieses Thema angesprochen. Es brennt allen Bürgern und Bürgerinnen so sehr unter den Nägeln, dass ich immer wieder eindringlich gefragt werde: »Was denken Sie angesichts dieser Bilder?« Oder alternativ: »Was fühlen Sie angesichts dieser Massen?« Wäre man nicht so schrecklich gut erzogen, infiziert vom Virus des guten bürgerlichen Benehmens, müsste man die Fragenden entweder abwatschen oder grob darauf hinweisen, dass es dem Intellekt eigen ist, sich mit Phänomenen auseinandersetzen zu können, bevor die eigenen Sinne sie unmittelbar wahrnehmen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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