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Es gibt sie, die Frauen, die in Mödling Geschichte machten - und die dennoch kaum bekannt sind. Sechs davon stellen wir hier vor: Frauen, die Wichtiges geleistet haben, für ihre Mitmenschen, ihre Umgebung, in der Politik oder sozial, die wissenschaftlich gearbeitet haben, gestaltend oder künstlerisch, ganz genauso wie und vielfach unter weit schwierigeren Bedingungen als ihre männlichen Kollegen, und oft dem herrschenden Zeitgeist zum Trotz.
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Seitenzahl: 34
Veröffentlichungsjahr: 2016
Wir danken der Stadtgemeinde Mödling für die Unterstützung.
Herausgegeben von
Gabriele Schätzle-Edelbauer, Sylvia Unterrader,
Raphaela Edelbauer, Lena Treitler
vielzeitig - Verein zur Vermittlung von Zeitgeschichte
Es war während eines Spaziergangs. Wieder einmal fiel der Blick auf eine Tafel: eine Straßenbezeichnung, ein männlicher Name. Um die Ecke: ein anderer männlicher Name. An der nächsten Ecke: wiederum dasselbe Bild. Viele Ecken weiter: endlich ein Frauenname - eine Kaiserin.
Eine Frage drängte sich auf: Haben Frauen so wenig zur Geschichte unserer Stadt beigetragen, dass sie nicht gewürdigt werden konnten, abgesehen von der Rolle als Mitglied der Kaiserfamilie? Gab es keine couragierten oder schöpferischen oder gestalterisch oder in anderer Weise tätigen Frauen? Schließlich wurden wir fündig: Schwester Restituta, die unerschütterliche Krankenschwester im Widerstand gegen die Nazis, und Marie Edle von Demel, eine wohltätige Dame, die im 19. Jahrhundert in Mödling lebte.
Zwei Frauennamen und weit über hundert männliche! Ein paar wenige finden sich noch, wie etwa Elsa Brändström, genannt „Engel von Sibirien“, die aufopfernd als Krankenschwester arbeitete, jedoch niemals in Mödling war, oder einige Frauen des ehemaligen Kaiserhauses.
Dann machten wir uns auf die Suche, wissend, dass es immer und überall Frauen gab – und gibt –, die Wichtiges geleistet haben, für ihre Mitmenschen, ihre Umgebung, in der Politik oder sozial, die wissenschaftlich gearbeitet haben, gestaltend oder künstlerisch, ganz genauso wie und vielfach unter weit schwierigeren Bedingungen als ihre männlichen Kollegen, und oft dem herrschenden Zeitgeist zum Trotz.
Der fehlende Zugang zu Bildung und Ausbildung in vergangenen Jahrhunderten, die früher – und manchmal bis in die heutige Zeit reichende - vorherrschende Meinung, dass Frauen nicht geeignet seien, in der Öffentlichkeit zu agieren, sie ihre Rolle ausschließlich innerhalb der Familie ausüben sollten, hat zumeist dazu geführt, dass die Frauen im Schatten der Männer bleiben mussten.
Immer wieder jedoch gab es Frauen, die sich darüber hinwegsetzten und ihr Engagement, ihre Kreativität lebten. Und dies immer wieder zum Wohle ihrer Mitmenschen, ihres Umfeldes.
Diese Frauen wollen wir dem Vergessen entreißen und die ihnen zustehende Würdigung zukommen lassen.
Und siehe da, bei unseren Nachforschungen - vorerst fokussierten wir auf die letzten einhundertfünfzig Jahre - haben wir einige Frauen gefunden, die in Mödling und oft auch weit darüber hinaus gewirkt haben: Leopoldine Juhacs zum Beispiel, die jahrelang die Mödlinger Bühne, eines der beiden früheren Kinos unserer Stadt, geleitet hat. Maria von Schmedes, eine Sängerin und Schauspielerin, die 1917 in Mödling zur Welt kam. Eine andere Schauspielerin war Traude Eschelmüller, die in Mödling, Baden und der Wiener Josefstadt auf der Bühne stand. Oder auch Elza Schweiger, die Ehefrau des letzten Bezirksrabbiners und Präsidentin des Israelitischen Frauenwohltätigkeitsvereins, 1942 in ein Konzentrationslager deportiert und dort ermordet.
In der vorliegenden Broschüre stellen wir nun sechs Frauen mit einem kurzen Porträt vor. Sie alle haben auf die eine oder andere Weise in unserer Stadt gewirkt oder zumindest einen biografischen Bezug zu Mödling.
Es sind dies die Schriftstellerinnen Maria Janitschek und Gertrud von den Brincken, die Malerin Lisl Engels, die Begründerin des Volkskundemuseums, Melanie Wissor, sowie die Politikerinnen Lola Solar und Hermine Regal.
Und das Projekt soll fortgesetzt werden, denn auch die anfangs genannten Persönlichkeiten wollen wir in einer nachfolgenden Publikation ebenso vorstellen wie diejenigen, die uns jetzt vielleicht noch unbekannt sind.
An dieser Stelle bedanken wir uns bei all denen, die uns unterstützt haben, Material und Informationen zur Verfügung gestellt haben.
Wir durften viele interessante und bereichernde Gespräche führen mit Familienmitgliedern, Freundinnen und Freunden, Weggefährtinnen und Weggefährten der vorgestellten Frauen.
Wir freuen uns auch, liebe Leserin und lieber Leser, über Ihre Anregungen und Informationen unter: [email protected]
Lola Solar
Lisl Engels
Maria Janitschek
Gertrud von den Brincken
Melanie Wissor
Hermine Regal
Frauenspuren in Mödling: Anhang
Fußnoten
Fotocredits
Quellen
Melanie Wissor
Biografien der Herausgeberinnen
Grundlegende Richtung des Vereins „Vielzeitig“
