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Heute schon ein Adventskalendertürchen geöffnet? Statt Schokolade gibt es am 13. Dezember die freche Geschichte "Blauauge", in der sich Pia auf dem Weihnachtsmarkt Hals über Kopf verliebt, der keine Angst vor Fröschen hat. Diese Liebesgeschichte geht weiter am 17. Dezember. Aus der Anthologie "Freche Mädchen - freche Adventsgeschichten" (ISBN 978-3-522-18112-9)
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Veröffentlichungsjahr: 2011
Anja Kömmerling wusste überhaupt nicht, was sie werden wollte, und das wäre wahrscheinlich immer so weitergegangen, hätte sie vor gut zwanzig Jahren nicht Thomas Brinx kennengelernt. Zusammen fielen ihnen Geschichten ein, die andere hören, sehen oder lesen wollten. So schreiben sie für Film und Funk und begeistert freche Bücher für freche Mädchen. Anja Kömmerling lebt mit Kind und Kater in Düsseldorf, wo sie in ihrem schnuckeligen Garten den Kugelschreiber schüttelt und sich Gedanken darüber macht, wie es anfängt, weitergeht und wie es dann wieder aufhört.
Dreißig glänzende Plätzchen liegen vor uns, fein säuberlich angeordnet in Zehnerreihen, zehn mit einem J, zehn mit einem M und zehn mit einem P verziert.
»Machst du jetzt Augen zu. Hebst du Arme zum volle Mond. Dann fest denke, wie Junge dich küsst«, lese ich den Mädels das Ende des Rezepts vor.
Melli verschränkt die Arme vor der Brust. »Also, wenn das klappt, dürft ihr mich Kunigunde nennen.«
»Pssst, du darfst nicht zweifeln«, ermahnt Julia sie, »sonst wirkt der Zauber nicht!«
Von Anfang an war sie mit heiligem Ernst bei der Sache und auch ich habe mich von Alvas Rezept in den Bann ziehen lassen und stundenlang mit den Mädels darüber diskutiert, ob jede von uns drei Tränen in die Masse weinen darf oder ob wir den Teig in drei Teile teilen müssen.
»Na gut, wenn’s sein muss«, seufzt Melli, schließt die Augen, hebt ihre Arme Richtung Vollmond und stellt sich hoffentlich vor, wie Lukas sie küsst. Ich habe kein Problem damit, mir einen Kuss von Pit vorzustellen, eigentlich mache ich nichts anderes seit letztem Samstag, als ich ihn zu unserem Adventsding eingeladen habe. Pit, ja, so heißt er. Ich habe ihn gefragt.
»Und du?«
»Pia!«
»Pia und Pit. Passt irgendwie«, hat er gesagt, mir noch mal mit Ernie und Bert zugewinkt und ist dann lässig davongeschlendert.
Völlig berauscht schaute ich ihm nach. Was hatte er damit gemeint? Dass wir zusammenpassen? Was sonst? Ich war so beseelt, dass ich nicht mal merkte, dass ich in meinem dünnen Pulli kurz vor dem Erfrierungstod stand.
Erst Melli und Julia, die sich, kaum war er weg, sofort auf mich stürzten, machten mich darauf aufmerksam, dass ich zitterte wie ein Affe in der Arktis.
»Zitterst du vor Kälte oder weil gerade der Wunderknabe vor dir gestanden hat?«, plapperte Melli los und kriegte sich gar nicht mehr ein. »Der ist ja noch viel schnuckeliger, als ich gedacht habe. Sag bitte, dass er einen Zwillingsbruder hat.«
»Nein, zwei!«, kreischte Julia hysterisch.
Umso stolzer war ich, als ich ihnen berichten konnte, dass er zum Adventsding kommen würde.
»So ein Glück möchte ich auch mal haben«, seufzte Julia.
