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Fünf Tage, die alles verändern
Reisejournalistin Maddie ist überglücklich, als sie mit ihrem Verlobten Nick nach Florenz fährt, um ihre zukünftigen Schwiegereltern kennenzulernen. Doch kaum angekommen, begegnet sie beim Einchecken an der Rezeption ihrem Ex-Freund Aidan, der Maddie vor zwei Jahren geghostet hat. Bis heute hat sie ihm nicht verziehen. Das Wiedersehen mit Aidan lässt alte Gefühle und Erinnerungen in ihr hochkommen - Erinnerungen an eine andere Maddie. Und so werden diese fünf Tage in Florenz zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle, denn auf einmal fragt Maddie sich: Was will ich eigentlich wirklich in meinem Leben?
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Seitenzahl: 380
Veröffentlichungsjahr: 2024
Fünf Tage, die alles verändern Reisejournalistin Maddie ist überglücklich, als sie mit ihrem Verlobten Nick nach Florenz fährt, um ihre zukünftigen Schwiegereltern kennenzulernen. Doch kaum angekommen, begegnet sie beim Einchecken an der Rezeption ihrem Ex–Freund Aidan, der Maddie vor zwei Jahren geghostet hat. Bis heute hat sie ihm nicht verziehen. Das Wiedersehen mit Aidan lässt alte Gefühle und Erinnerungen in ihr hochkommen – Erinnerungen an eine andere Maddie. Und so werden diese fünf Tage in Florenz zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle, denn auf einmal fragt Maddie sich: Was will ich eigentlich wirklich in meinem Leben?
Lorraine Brown absolvierte zunächst eine Schauspielausbildung, bevor sie Psychologie studierte und in diesem Fach ihren Doktor machte. 2017 nahm sie an einem Schreibwettbewerb teil, aus dem ihr erster Roman »Und dann war es Liebe« hervorging. Lorraine Brown lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in London.
LORRAINE BROWN
FÜNF
TAGE
IN
FLORENZ
ROMAN
Übersetzung aus dem Englischenvon Sonja Rebernik-Heidegger
Vollständige eBook-Ausgabe
des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes
Titel der englischen Originalausgabe:
»Five Days in Florence«
Für die Originalausgabe:
Copyright © 2023 by Lorraine Brown
Für die deutschsprachige Ausgabe:
Copyright © 2024 by
Bastei Lübbe AG, Schanzenstraße 6–20, 51063 Köln
Vervielfältigungen dieses Werkes für das Text- und Data-Mining
bleiben vorbehalten.
Textredaktion: Dr. Ulrike Brandt-Schwarze, Bonn
Umschlaggestaltung: Kristin Pang
Einband-/Umschlagmotiv: © shutterstock.com:
Chipmunk131 | Ellegant
eBook-Produktion: Dörlemann Satz, Lemförde
ISBN 978-3-7517-5626-6
luebbe.de
lesejury.de
Für meine wundervolle Mum
Nick und ich standen auf der obersten Aussichtsplattform des Eiffelturms und sahen hinunter auf Paris, das sich in einer Mischung aus grünen Baumwipfeln, beeindruckenden Prachtstraßen und fernen, wie aus dem Nichts in den Himmel ragenden Wolkenkratzern vor uns ausbreitete.
»Angeblich hat man von dieser Seite den besten Ausblick«, sagte er. »Richtung Nordwesten. Sieh nur, der Schatten des Turmes spiegelt sich im Fluss.«
Ich lehnte mich an die Brüstung und fühlte mich dank des dicken Eisengitters über unseren Köpfen auch in einer Höhe von 276 Metern vollkommen sicher. Meine Augen brauchten ein, zwei Sekunden, um sich auf die Entfernung einzustellen, dann ließ ich den Blick schweifen und entdeckte schließlich, was er meinte: Der malerische Schatten des Eiffelturms überspannte das schimmernde, tiefblaue Wasser der Seine.
»Das ist überwältigend«, brachte ich staunend hervor.
»Und das da drüben sind die Jardins du Trocadéro und das Palais de Chaillot. Wenn wir das nächste Mal länger hier sind, gehe ich mit dir dorthin.«
Ich nickte und griff nach der Strickjacke, die ich mir um die Taille gebunden hatte, wobei sich das Hineinschlüpfen mit einer fußlosen Plastiksektflöte in der Hand etwas schwierig gestaltete. Hier oben war es deutlich kühler als unten auf der Straße – und außerdem sehr ruhig im Vergleich zum Rest von Paris, wo ständig irgendjemand hupte und in einem fort der Verkehr dröhnte. Wobei man natürlich die restlichen Touristen außer Acht lassen musste, die sich mit uns auf der Plattform tummelten. Französisch, Italienisch, amerikanisches Englisch, Japanisch – ich hatte noch nie so viele verschiedene Sprachen auf derart engem Raum gehört.
»Warte, ich halte den Sekt für dich«, meinte Nick lachend, nahm mein »Glas« und gab es mir wieder, sobald ich fertig war.
Ich nippte daran und genoss den Augenblick. Es sah Nick ähnlich, mich einfach so für eine Nacht nach Paris zu entführen. Als wir uns am Vortag morgens am Bahnhof St Pancras getroffen hatten, dachte ich, er wolle mich zum Frühstück in den Coal Drops Yard einladen und konnte nicht fassen, als er plötzlich meinen Reisepass und eine Fahrkarte für den Eurostar aus der Tasche zog!
Ich schlang einen Arm um seine Hüften und schlüpfte unter seinen Arm, während er mich an sich zog und mir einen Kuss auf den Scheitel drückte.
»Danke, dass du mich hierhergebracht hast«, flüsterte ich ihm zu.
»Ehrlich gesagt hatte ich einen Hintergedanken.«
Ich runzelte die Stirn. »Und was für einen?«
Nick ließ die Hand von meiner Schulter gleiten und räusperte sich.
»Bilde ich mir das nur ein, oder ist es ziemlich heiß hier oben?«, fragte er, öffnete seine Manschetten und rollte die Hemdsärmel bis zu den Ellbogen hoch.
Ein besonders starker Windstoß beantwortete die Frage für mich.
»Nicht wirklich«, sagte ich dennoch, während Angst in mir hochstieg. Was war denn los mit ihm? »Schwitzt du etwa?«
»Ich fühle mich in großer Höhe einfach nicht wohl«, erwiderte er und versuchte sich an einem Lächeln, doch sein Mund tat nicht, was der Kopf von ihm verlangte.
»Ich dachte, das gilt nur fürs Fliegen?«
Nick warf mir einen seltsamen Blick zu, und ich hätte schwören können, dass seine Augen glänzten. Ich malte mir – wie immer – sofort das Allerschlimmste aus. Hatte er mich eigens auf die oberste Aussichtsplattform des Eiffelturms gebracht, um mir zu sagen, dass doch nichts aus uns werden würde? Dass wir einfach zu unterschiedlich wären (was tatsächlich zutraf, aber wen kümmerte das schon)? Dass ich zu jung für ihn war (zehn Jahre waren gar nichts)? Dass sich unsere Leben in verschiedene Richtungen entwickeln würden? Das waren berechtigte Einwände. Dinge, über die ich selbst immer mal wieder nachdachte, die aber im Prinzip keine Rolle spielten. Ich liebte ihn, und er liebte mich ebenfalls, und so etwas hatte ich noch nie zuvor erlebt. Obwohl es objektiv betrachtet zwischen uns nicht hätte funktionieren dürfen, tat es das sehr wohl.
»Ich wollte das eigentlich erst später machen. Irgendwo, wo wir … ungestört sind«, sagte Nick. »Aber ich kann nicht länger warten, tut mir leid.«
»Was wolltest du erst später tun?«, fragte ich, und mein Herz klopfte immer schneller. »Worauf kannst du nicht warten?«
Ich schluckte und schwitzte nun ebenfalls. Es ergab keinen Sinn, dass er mich extra nach Paris brachte, um mit mir Schluss zu machen. Ich sah verwirrt zu, wie er in seiner Jackentasche herumkramte und schließlich ein mit rotem Samt überzogenes Schmuckkästchen herauszog, und auch, als er schließlich auf ein Knie sank und von unten zu mir hochsah, dämmerte mir langsam, was er vorhatte.
»Maddie«, begann er mit ernster Stimme. »In den zwei Jahren, die wir nun zusammen sind, habe ich mich jeden Tag ein bisschen mehr in dich verliebt.«
Ich sah mich nervös um. Mehrere Leute interessierten sich nicht mehr für den Ausblick, sondern beobachteten uns ungeniert und stießen sich mit voyeuristischem Wohlwollen in die Seiten. Ich wandte mich wieder an Nick, und im nächsten Moment sah ich nur noch ihn. Die blonden Haare mit den kaum erahnbaren Locken (und den mehr als erahnbaren grauen Strähnen, die mich absolut nicht störten), die gütigen Augen, das Bankerhemd und der Privatschulakzent, den ich anziehender fand, als ich es je für möglich gehalten hätte. Er war wundervoll, und er würde mir – wenn ich nicht vollkommen auf dem Holzweg war – vermutlich gleich sagen, dass er den Rest seines Lebens mit mir verbringen wolle.
Nick griff mit seiner schweißnassen Hand nach meiner und drückte sie. »Willst du mich heiraten, Maddie?«, fragte er und sah hoffnungsvoll zu mir hoch.
Ich lachte aus Verlegenheit und Schock und noch einer Million anderer Dinge. »Meinst … meinst du das ernst?«, stotterte ich.
Wenn das ein Scherz gewesen war, würde ich ihn umbringen.
»Ja«, erwiderte er sanft. »Würdest du mir bitte die Ehre erweisen, meine Frau zu werden?«
Ich biss mir auf die Lippe und zögerte. Ich wusste selbst nicht, warum. Es war wohl ziemlich überwältigend. Und ich hatte das Gefühl, dass sämtliche Anwesenden auf der Aussichtsplattform auf meine Antwort warteten.
»Ist das ein Ja?«, fragte er drängend, und erste Zweifel machten sich auf seinem Gesicht breit.
»Ja«, hörte ich mich schließlich sagen, da ich ihn nicht hängenlassen wollte. »Das ist ein Ja.«
Lauter Jubel brach aus, und einige Leute hoben ihre Plastiksektflöten, um uns zuzuprosten, während Nick aufstand, mir einen dicken Kuss auf die Lippen drückte und mir den größten Diamanten, den ich je gesehen hatte, an den Ringfinger steckte. Dann hob er mich hoch, drückte mich so fest an sich, dass ich kaum noch Luft bekam, und drehte mich im Kreis.
»Du hast mich gerade zum glücklichsten Mann der Welt gemacht!«, rief er.
Ich lachte und flehte ihn an, mich herunterzulassen. »Nick! Hör auf, bitte!«
Er stellte mich vorsichtig zurück auf den Boden, und ich legte eine Hand auf das Geländer, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Er konnte offenbar nicht aufhören zu lächeln, und mir ging es genauso. Mein Gott. Ich würde bald einen Ehemann haben, was sich im Moment noch seltsam anhörte, obwohl ich mich vermutlich daran gewöhnen würde. Ich musste eine Hochzeit planen. Ein Kleid kaufen. Brautjungfern auswählen. Ein ganzes Leben mit jemandem verbringen.
»Heißt das, ich lerne endlich deine geheimnisvolle Familie kennen?«
Nick strich mir immer noch strahlend sanft mit dem Daumen über die Wange.
»Unbedingt. Was hältst du von fünf Tagen Florenz nächsten Monat?«
Florenz war sogar noch schöner, als ich es mir vorgestellt hatte, das wurde mir bereits im Taxi klar, das sich routiniert den Weg durch die schmalen Straßen bahnte, während die Reifen über die Pflastersteine holperten. Im Vergleich zu London wirkte alles perfekt gepflegt und blitzsauber, und die Leute hetzten nicht herum und rempelten nicht wie zu Hause jeden an, der es wagte, ihnen im Weg zu sein. Außerdem gab es hier keine Touristenmassen, die sich um den besten Ausblick auf eine der berühmten Sehenswürdigkeiten stritten, wie es in Rom der Fall war (ich war einmal dienstlich einen Tag in der Stadt gewesen und konnte nicht einmal einen Blick auf den Trevi-Brunnen erhaschen, weil sich davor etwa zwanzig Reihen an kameraschwenkenden Touristen aufgebaut hatten). Hier ging alles ein wenig langsamer vonstatten, und die Sonne schien, was im April ein zusätzlicher Bonus war. Ach ja, und dann war da noch die unbedeutende Tatsache, dass jedes einzelne Haus aussah, als wäre es in seinem früheren Leben ein Palast gewesen.
Der Taxifahrer bremste sanft und fuhr an den Randstein.
»Na gut«, meinte Nick. »Ich schätze, wir sind da.«
Ich ließ das Fenster noch weiter herunter und streckte den Kopf hinaus, um einen Blick auf das Palazzo Continentale zu werfen, bei dem es sich um das eleganteste Hotel handelte, das ich je gesehen hatte. Nun ja, gesehen stimmte nicht ganz. Ich meine, ich war schon Hunderte Male am Claridge Hotel vorbeigelaufen und hatte Tee im Savoy getrunken (einigermaßen widerwillig, weil wir da den zwanzigsten Hochzeitstag meines Vaters und meiner Stiefmutter gefeiert hatten – als wäre die Tatsache, dass mein Vater meine Mutter verlassen hatte, ein Grund zum Feiern gewesen), aber das Hotel Palazzo Continentale war definitiv und zweifellos der nobelste Ort, an dem ich jemals übernachtet hatte. Es gab sogar Fahnen über dem Eingang und so was! Einen Türsteher in einer schicken Livree mit glänzenden Goldknöpfen zum Beispiel, und eine Designerboutique im Erdgeschoss, falls man sich plötzlich dachte: Oh Mann, ich brauche unbedingt noch ein Versace-Kleid für die Party heute Abend, ich geh mal schnell in den Hotelshop und schaue, was sie haben.
Nick stieg aus und ging um das Taxi herum, um mir die Tür zu öffnen. Er benahm sich wie immer wieder wie ein Gentleman, was ich beeindruckend fand, denn vermutlich war er nach der langen Reise genauso erschöpft wie ich. Ich kämpfte verzweifelt gegen den Drang an, ihm ein Ich hab’s dir ja gleich gesagt an den Kopf zu werfen. Niemand außer ihm kam auf die Idee, mit dem Zug von London nach Florenz zu fahren. Wir hatten ganze vierundzwanzig Stunden gebraucht, mit ein Mal Umsteigen in Paris und einer Übernachtung in Turin. Vierundzwanzig Stunden! An diesem Morgen waren wir schließlich um zehn Uhr von Turin nach Florenz aufgebrochen, und ich war erleichtert, dass ich endlich hier angekommen war. Wobei ich den Gedanken daran verdrängte, dass ich auf dem Heimweg dieselbe grauenhafte Reise noch einmal antreten müsste. Vielleicht könnte ich Nick überzeugen, dass ich unglaublich dringend in London erwartet würde und mir deshalb einen Flug buchen müsste.
Er schien ungewöhnlich abgelenkt und wischte über sein Handy, während der arme Taxifahrer, der nicht gerade jung und rüstig aussah, sich damit abmühte, unser Gepäck aus dem Kofferraum zu hieven. Ich warf Nick einen auffordernden Blick zu, der allerdings nicht die gewünschte Wirkung zeigte, dann trat ich vor, um dem Mann selbst zur Hand zu gehen.
»Moment, lassen Sie mich das machen«, sagte ich, nahm ihm meinen Koffer ab und wuchtete ihn auf den Bürgersteig.
Was hoffentlich keine blöde Idee gewesen war, da ich ihn zum halben Preis beim Ausverkauf im Argos erstanden hatte und er eine solche Misshandlung vermutlich nicht aushielt. Außerdem wirkte er neben Nicks Koffer schrecklich klein, und mir kam der Verdacht, dass er mir gewisse Informationen vorenthalten hatte. Warum hatte er mir keinen Hinweis auf die Preisklasse des Hotels gegeben? Ich hatte definitiv die falschen Klamotten dabei.
»Warum hast du mich nicht vorgewarnt, dass wir in einem so schicken Hotel wohnen werden?«, beschwerte ich mich bei Nick, der noch immer wie verrückt über sein Handy wischte und nicht bemerkte, dass der Taxifahrer auf sein Geld wartete.
»Meine Mutter hat es reserviert«, erklärte er, ohne aufzusehen. »Und sie wird uns wohl kaum in einem Premier Inn einquartieren, nicht wahr?«
Ich holte ehrlich verwirrt meine Geldbörse aus der Tasche. »Was ist so falsch an einem Premier Inn?«
Nick antwortete nicht. Er war zu beschäftigt, eine Nachricht in sein Handy zu tippen.
»Ist alles in Ordnung?«, fragte ich.
Nick seufzte. »Es ist meine Mutter. Sie will wissen, wo wir stecken.«
»Ach so«, erwiderte ich.
Es sah ihm nicht ähnlich, derart aus der Fassung zu geraten, es sei denn vielleicht in geschäftlichen Dingen. Und wir würden seine Mutter ohnehin in weniger als einer halben Stunde sehen, sobald wir unser Gepäck aufs Zimmer gebracht und uns frisch gemacht hatten.
»Wie viel macht das, bitte?«, fragte ich den Fahrer.
»Zwanzig Euro.«
Zwanzig Euro für eine kaum zehnminütige Fahrt? Ich gab ihm das Geld und legte noch einmal fünf Euro Trinkgeld dazu. Die Wucherpreise waren vermutlich nicht seine Schuld. Man hatte mich bereits vorgewarnt, dass Florenz nicht gerade preisgünstig wäre.
»Also gut«, sagte ich an Nick gewandt. »Zur Rezeption geht’s vermutlich hier lang.«
Er steckte umständlich sein Handy zurück in die Tasche, dann erwachte er aus seiner Trance und lotste mich zur Drehtür.
»Nach Ihnen, Mylady«, sagte er lächelnd.
Der Türsteher half uns durch die Tür, und ich bedankte mich bei ihm, bevor ich meinen Koffer so elegant wie möglich durch die Lobby manövrierte, wobei die angeschlagenen Rollen nicht annähernd so mühelos über den dicken Teppich glitten wie die an Nicks Luxusteil. Mein Mund klappte auf, als ich mich umsah. Es war unglaublich, dass ich die nächsten fünf Tage hier wohnen würde! Ich meine, ich liebte Hotels und war dank meiner Arbeit für einen TV-Reisesender schon in einigen gewesen, aber noch nie in einem dieser Kategorie. Ich konnte mir vorstellen, dass es im Ritz genauso aussah, nur dass es hier kleiner, gemütlicher und italienischer war (mit anderen Worten vollkommen anders als im Ritz).
Ich schloss den Mund und nahm mir vor, mich möglichst unbeeindruckt zu geben. Niemand sollte merken, wie weit außerhalb meiner Komfortzone ich mich hier bewegte, sodass es beinahe witzig gewesen wäre, wenn es mir nicht derartige Angst eingejagt hätte. Was sagte dieses Hotel über Nicks Familie aus? Mir war natürlich klar, dass sie Geld hatten, aber die Exklusivität dieses Hauses war noch mal etwas ganz anderes.
Auf dem Weg zum Empfang fiel mein Blick auf einen Pianisten in der Ecke. Er trug einen Smoking, saß mit dem Rücken zu uns, hatte sich auf dramatische Weise über die Tasten gebeugt und spielte ein Stück von Vivaldi. Ich war zwar keine Klassikkennerin, weshalb das nur geraten war, aber Vivaldi war doch Italiener gewesen, oder? Es war also durchaus möglich.
Mein Blick wanderte weiter zur Decke und blieb an einem riesigen Kristallkronleuchter hängen, der in etwa so groß war wie die Einzimmerwohnung, in der ich gelebt hatte, bevor ich zu Nick gezogen war.
»Stell dir vor, der fällt dir auf den Kopf«, sagte ich und schüttelte mich bei dem Gedanken.
»Typisch, dass du sofort wieder das Schlimmste annimmst.« Nick lachte und führte mich weiter zum Empfang, wo zwei Frauen in schicken grünen Uniformen sehr überzeugend so taten, als würden sie sich ganz besonders freuen, uns zu sehen.
»Einen wunderschönen Nachmittag, Sir«, sagte eine der beiden mit starkem italienischen Akzent. »Und Ihnen auch, Madam! Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Anreise?«
Das Nicht wirklich lag mir bereits auf der Zunge.
Selbst aus der Nähe war das Make-up der beiden Frauen makellos (wie bei den Stewardessen im Flugzeug auch immer), und ich wünschte sofort, ich hätte mir am Bahnhof die Zeit genommen, meines aufzufrischen, bevor wir ins Taxi gestiegen waren. Andererseits spielte es keine Rolle, weil wir ohnehin bald unser Zimmer beziehen würden und ich mich für das erste Treffen mit Nicks Eltern einigermaßen repräsentabel zurechtmachen konnte. Immerhin waren sie meine zukünftigen Schwiegereltern, und ich wollte, dass sie mich genauso liebten, wie ich sie hoffentlich eines Tages lieben würde. Ich freute mich darauf, Teil einer neuen Familie zu werden, die – vermutlich – um einiges gefestigter war als meine. Nicks Eltern waren mittlerweile seit fünfundvierzig Jahren verheiratet, und dieses Jubiläum war auch der Grund, warum wir alle hier waren.
Nick erledigte den Papierkram, und als die Empfangsdame die Rechnung über den Tresen schob, sah ich, dass unser Aufenthalt mehr als dreitausend Euro kosten würde, wobei sie erklärte, dass der Betrag nicht sofort zu zahlen wäre, dass sie allerdings aus Sicherheitsgründen die Kreditkartendetails notieren müsse.
Ich tippte Nick auf die Schulter und riss die Augen auf. »Ist das nicht ein bisschen viel?«
Er wirkte verwirrt. »Was meinst du?«
Ich schnappte nach Luft. »Das ist mehr oder weniger unser halbes Hochzeitsbudget!«
»Meine Eltern übernehmen die Rechnung«, sagte er und warf mir einen seltsamen Blick zu, als wäre das doch naheliegend.
Dabei hatte er mir ganz sicher nicht gesagt, dass seine Eltern unser Zimmer bezahlen würden.
»Was, die ganze Summe?«, fragte ich sicherheitshalber nach.
»Ja. Können wir bitte später darüber reden?«
Er wandte sich erneut an die Rezeptionistin und lächelte strahlend.
Ich fragte mich, was einen Preis von fast sechshundert Euro pro Nacht im Gegensatz zu einem wesentlich vernünftigeren von zweihundertfünfzig – allerhöchstens dreihundert für eine Innenstadtlage – rechtfertigte. Vielleicht würde es sich mir schon bald offenbaren. Jedenfalls war mir mittlerweile klar geworden, dass Nick aus einem noch viel privilegierteren Umfeld stammte, als ich angenommen hatte. Wobei das im Prinzip egal war. Wenn Nicks Familie nur annähernd so war wie er, würde ich sie lieben.
Die Rezeptionistin zeigte Nick den Weg zu den Aufzügen. Unser Zimmer befand sich im vierten Stock mit Blick auf die Dächer der Stadt und den Dom, wie sie uns freudig erklärte. Wie aufregend! Ich nahm mir sofort fest vor, dass ich nach dem Aufwachen die Fenster öffnen, die florentinische Luft einatmen und mich dabei wie Lucy Honeychurch in Zimmer mit Aussicht fühlen würde.
»Danke, aber wir gehen gleich ins Restaurant«, hörte ich Nick antworten. »Würden Sie bitte dafür sorgen, dass unser Gepäck aufs Zimmer gebracht wird?«
»Kein Problem, Sir«, zwitscherte die Empfangsdame und winkte mit einer schnellen Handbewegung einen Gepäckträger herbei, den sie in einem (meiner Meinung nach unnötig) aggressiven Italienisch Befehle erteilte.
»Ähm, was hast du denn jetzt vor?«, fragte ich Nick.
»Wir gehen direkt zu Mum und Dad. Sie erwarten uns bereits.«
Ich brauchte einen Moment, um meine Gedanken zu ordnen und meine Unzufriedenheit angesichts dieser Wendung in ruhigen, vernünftigen Worten darzulegen.
»Aber ich bin eine wandelnde Katastrophe!«, kreischte ich.
Aber echt! Ich sah auf meine ausgebleichte Jeans, das schwarze T-Shirt und die Stiefeletten aus Wildlederimitat hinunter, die schon an den Zehen abgewetzt waren, obwohl ich sie erst vor ein paar Wochen gekauft hatte (ich schaffte es einfach nicht, dass Schuhe länger gut aussahen, was vielleicht damit zusammenhing, dass ich nur zwei Paar besaß, die ich abwechselnd trug). Wie um alles in der Welt sollte ich so einen respektablen ersten Eindruck vermitteln?
»Du siehst wunderhübsch aus, Maddie. Wie immer«, sagte Nick und legt mir beruhigend die Hand auf die Schulter. »Komm, lass uns erst mal Hallo sagen.«
Er machte einige energische Schritte auf den Restauranteingang zu, und ich erwachte aus meiner Starre und griff nach seinem Arm.
»Nein, Nick, ehrlich! Ich kann deinen Eltern nicht in diesem Aufzug gegenübertreten. Lass mich wenigstens die Haare zurechtmachen und Lippenstift auftragen.«
Nick seufzte. »Das Problem ist, dass wir bereits das Mittagessen verpasst haben. Und meine Mutter hasst es, wenn sie warten muss. Ich kann aus ihrer Nachricht herauslesen, dass sie nicht gerade glücklich über uns ist.«
»Über uns? Es gibt dabei kein uns«, entgegnete ich. »Du weißt schon, dass wir bereits gestern Abend angekommen wären, wenn wir wie alle anderen auch nach Italien geflogen wären?«
Nick stöhnte. »Nicht das schon wieder, Mads.«
»Ich kapiere immer noch nicht, wie du es geschafft hast, beruflich nach Chicago zu fliegen, anstatt auf einem Segeltrip über den Atlantik zu beharren«, fuhr ich fort, und mir war durchaus klar, dass es eine grauenhafte Idee war, dieses Thema so kurz vor dem ersten Treffen mit seinen Eltern noch einmal aufzuwärmen. Aber es war ein großer Moment für mich, und ich fühlte mich übervorteilt, weil er mich einfach so hineinstoßen wollte.
Nick kniff sich in die Nasenwurzel. »Ich musste mir eine Xanax borgen, sonst hätte ich Panik bekommen, wie du sehr wohl weißt.«
»Okay. Ich verstehe ja, wie schwer es für dich ist. Aber hättest du nicht dieses Mal auch eine Xanax nehmen können?«
»Wo bleibt deine Abenteuerlust? Ich dachte, du wärst eine erfahrene Reisende. Keine Ahnung, warum du dich wegen einer kurzen Zugfahrt derart aufregst.«
»Ich würde vierundzwanzig Stunden nicht als kurze Zugfahrt bezeichnen!«
Mein Blick huschte zu der Empfangsdame, die uns interessiert und auch ein wenig entrüstet beobachtete. Vielleicht war die ruhige Lobby des exklusivsten Hotels in Florenz nicht der beste Ort für einen Streit, aber in mir hatte sich nach Nicks Weigerung, in ein Flugzeug zu steigen, und aufgrund der Tatsache, dass wir seit unserem Kennenlernen kaum das Land verlassen hatten, einfach unglaublich viel Frust angestaut. Wir waren kreuz und quer durch das Vereinigte Königreich gereist, was anfangs ganz okay gewesen war, weil ich in den ersten Monaten jeden Ausflug und jede Reise mit ihm genossen hatte, aber nach einer Weile hatte ein zerklüfteter, kiesiger, regennasser Strand ausgesehen wie der nächste. Ich hatte wirklich versucht, verständnisvoll zu sein, aber ich war für mein Leben gerne unterwegs, und das bedeutete auch, dass ich es liebte zu fliegen, wozu ich mittlerweile kaum noch Gelegenheit hatte, es sei denn, aus beruflichen Gründen.
Trotzdem wurde mir langsam klar, dass ich hier auf verlorenem Posten kämpfte, und so fuhr ich mir eilig über die Haare, um sie wenigstens ein bisschen zu bändigen, und hoffte, dass sie sich nicht zu sehr kräuselten, was aber vermutlich der Fall war, weil sie das nun mal ständig taten. Was mein Outfit und das Make-up betraf, konnte ich sowieso nichts machen, weil mein Koffer bereits auf einem silbernen Gepäckwagen auf dem Weg zu unserem Zimmer war, gemeinsam mit mehreren anderen Gepäckstücken, die – wie mir auffiel – zum Großteil von Louis Vuitton waren. Ich musste da einfach durch und durfte mir nichts daraus machen. Vielleicht fiel Nicks Familie gar nicht auf, was ich anhatte. Wahrscheinlich waren sie unglaublich nett und entspannt und hielten sich, was Kleidung betraf, an das Motto Erlaubt ist, was gefällt, und ich machte mir umsonst Sorgen.
»Komm, gehen wir«, sagte Nick und streckte mir seine Hand entgegen. »Wir sagen Hallo, dann kannst du dich umziehen.«
»Danke für deine Erlaubnis«, erwiderte ich und verschränkte widerwillig die Finger mit seinen.
Wir betraten das Restaurant Seite an Seite. Übelkeit stieg in mir hoch, während ich den Blick durch den Raum schweifen ließ und mich fragte, an welchem Tisch die Leute saßen, zu deren Familie ich bald gehören würde. Vielleicht waren wir auf dem Weg zu dem goldigen älteren Ehepaar in der Ecke, das sich angeregt unterhielt und Espresso trank? Doch dann erklang auf der anderen Seite des Restaurants Jubel, und jemand rief: »Hierher, Darling!«
Ich drehte den Kopf. Mehrere abartig schicke Leute saßen an einem Tisch voller halb leerer Weingläser und Brotkörbe, in denen sich nur noch Krümel befanden, und blickten geschlossen in unsere Richtung.
»Ich liebe dich«, flüsterte Nick mir ins Ohr. »Und sie werden dich auch lieben.«
Ich warf ihm ein verkniffenes Lächeln zu und wäre gerne ebenso zuversichtlich gewesen wie er. Die Art, wie diese Leute den ganzen Raum für sich beanspruchten, verriet mir bereits, dass sie vollkommen anders tickten als meine Familie.
Nick drängte mich sanft in ihre Richtung, und ich konzentrierte mich darauf, so auszusehen, als würde ich mich freuen, sie kennenzulernen, ohne dass ich über meine eigenen Füße stolperte. Mein Selbstvertrauen drohte in tausend Scherben zu zerbersten, als ich sah, wie schick sie alle waren (dem Anschein nach in Designerlabels). Nur Nicks Tochter Daisy wirkte einigermaßen leger in der standardmäßigen Teenageruniform aus hochgeschnittenen Jeansshorts und einem weißen bauchfreien Top, das nur an pubertierenden Mädchen schmeichelhaft aussah.
»Mummy!«, rief Nick und stürzte sich in die Arme einer Frau Anfang siebzig mit von silbernen Strähnen durchzogenen walnussbraunen Haaren. Sie trug eine smaragdgrüne Bluse mit einer gigantischen Brosche, die vermutlich mit echten Saphiren und Diamanten besetzt war. Ich war zwar keine Expertin für Edelsteine, aber die Frau sah nicht so aus, als hätte sie etwas für Modeschmuck übrig.
Und außerdem: Mummy? Ernsthaft?
»Darling!«, säuselte Nicks Mum, während sie sich mindestens dreißig Sekunden zu lange umarmten und dabei vor und zurück schwankten.
Endlich drehte er strahlend den Kopf in meine Richtung. »Mummy, es ist mir eine Freude, dich mit meiner Verlobten Maddie bekanntzumachen. Maddie, darf ich vorstellen? Meine Mutter Rosamund.«
Ich trat steif und innerlich zum Zerreißen gespannt nach vorn, und es war, als hätte man mich gerade dem König vorgestellt. Wie sollte ich mich verhalten? Was sollte ich sagen? Sollte ich mich verbeugen (ich meine, natürlich nicht, obwohl es Rosamund vielleicht sogar gefallen hätte)?
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie mich eine ausnehmend schick gekleidete Frau in einer braunen Hose und einem schwarzen Kaschmirpullover, der vermutlich mehr gekostet hatte, als ich in einer Woche verdiente, von oben bis unten mit einem kaum merklichen, aber ziemlich abfälligen Lächeln musterte. Ich fragte mich, wer sie war. Vielleicht Nicks Schwester, aber hatte die nicht im letzten Moment abgesagt?
»Schön, Sie kennenzulernen, Rosamund«, sagte ich und entschied mich für einen höflichen Händedruck. Trotz der sonderbar innigen Umarmung mit Nick wirkte Rosamund nicht, als würde sie jeden sofort in die Arme schließen. Ich schüttelte ihre Hand energisch und hoffte, damit Gelassenheit und Selbstsicherheit zu vermitteln. Wenn ich es schon nicht spürte, musste ich auf jeden Fall so tun, als ob.
»Maddie. Wie reizend, Ihre Bekanntschaft zu machen. Wir haben schon so viel von Ihnen gehört, nicht wahr, Peter?«, sagte Rosamund zu dem Mann neben ihr, der sich nicht die Mühe gemacht hatte aufzustehen, und bei dem es sich vermutlich um Nicks Dad handelte. Er trug ein Tweedjackett, das noch älter aussah als er.
»In der Tat«, sagte Peter, der sich seine Serviette in den Hemdkragen gesteckt hatte und ein wenig verwirrt schien, was meine Rolle in diesem Stück betraf. »Auf jeden Fall.«
»Ich hoffe, wir haben Sie nicht beim Essen gestört?«, fragte ich und warf einen Blick auf die Überbleibsel des Gemetzels auf dem Tisch.
»Ich fürchte, dafür seid ihr um einiges zu spät dran«, erwiderte Rosamund und warf Nick einen scharfen Blick zu.
»Ach, sei doch nicht so hart zu ihnen, Ros«, sagte die Göttin in der braunen Hose, erhob sich, trat um den Tisch herum und schloss mich in eine unbehagliche, überaus distanzierte Umarmung. Es erinnerte mich an diese Wangenküsse, die man am Kopf vorbei in die Luft haucht. Eine Luftumarmung sozusagen, womit ich vermutlich ein neues Wort kreiert hatte. »Ich bin Sophia«, verkündete sie überdeutlich und mit perfekter Intonation. »Nicks Ex-Frau.«
Ich schluckte und erlaubte mir einen Moment die Hoffnung, mich verhört zu haben. Denn warum um alles in der Welt sollte Nicks Ex-Frau auch hier sein? Und falls ich es mir nicht eingebildet hatte und dieses atemberaubende Wesen tatsächlich seine Ex war, warum hatte er mich dann nicht vorgewarnt?
Ich schenkte Sophia das authentischste Lächeln, das ich zuwege brachte, und warf Nick anschließend einen bitterbösen Blick zu, um ihm ohne viele Worte klarzumachen, dass das nicht okay war. Das war absolut nicht okay.
Nick merkte davon natürlich nichts und setzte seinen überenthusiastischen Begrüßungsreigen fort, indem er sich auf seine vierzehnjährige Tochter Daisy stürzte, die ich bereits kannte. Sie hatte in den letzten Sommerferien einige Wochen bei Nick verbracht, und er hatte es als tolle Gelegenheit gesehen, einander kennenzulernen. Am Ende hatten wir einen katastrophalen Ausflug ins Theater unternommen, bei dem Daisy kaum ein Wort mit mir geredet und die ganze Vorstellung über mürrisch nach vorne geblickt hatte (wobei es zugegebenermaßen eine sehr prätentiöse Inszenierung von Hamlet gewesen war), ehe sie sich auf der Heimfahrt rundheraus geweigert hatte, mir den Beifahrersitz zu überlassen.
»Schön, dich wiederzusehen, Daisy«, sagte ich.
Sie grummelte ein Hallo und winkte mit den Fingerspitzen in meine Richtung. Das war zumindest ein Anfang. Jetzt, wo Nick und ich verlobt waren, schien es noch wichtiger, dass wir miteinander klarkamen. Ich hatte mehrere Vorsätze für die nächsten Tage (Rosamund dazu zu bringen, mich zu mögen, erschien mir plötzlich sehr viel beängstigender, als ich es mir vorgestellt hatte), und einer davon war, einen besseren Start mit Daisy hinzulegen. Sie nahm es mir übel, dass ich ihren Dad heiraten würde, was ich durchaus verstehen konnte. Eine Scheidung war nie einfach für die Kinder, das wusste ich besser als jede andere. Aber ich musste sie dennoch von mir überzeugen, und dieser Urlaub war die perfekte Gelegenheit.
Als ich sah, wie Sophia Rosamund etwas aus dem Mundwinkel zuraunte, machten sich die vertrauten Selbstzweifel in mir breit. Fragten sie sich, was Nick sich dabei gedacht hatte, sich mit einer Frau zu verloben, die ganz offensichtlich keine von ihnen war? Gehörten sie zu den Leuten, die mich nicht als waschechte Engländerin akzeptierten, weil ich Vorfahren gemischter ethnischer Herkunft hatte und mein Dad aus St. Lucia in der Karibik stammte? Mir fielen Unmengen an Gründen ein, warum ich in ihren Augen nicht gut genug für Nick war, und mein Magen zog sich vor Angst zusammen.
Ich drehte meinen Verlobungsring am Finger und rief mir in Erinnerung, dass ich für Nick sehr wohl gut genug war, und das war immerhin alles, was zählte. Wobei er im Moment nicht gerade zu meinen Lieblingsmenschen gehörte. Er hätte mir die Zeit geben sollen, mich frisch zu machen, bevor er mich vor dieses familiäre Erschießungskommando geführt hatte. Alle starrten mich an, als käme ich von einem anderen Stern. Ganz zu schweigen davon, dass er mir die Anwesenheit seiner Ex verschwiegen hatte!
»Kann ich ein bisschen draußen rumlaufen?«, fragte Daisy ihre Mum in demselben weinerlichen Tonfall, den ich von unserem Ausflug ins Theater in Erinnerung hatte.
»Nein, kannst du nicht. Du kennst dich in Florenz nicht aus, und so, wie ich dich kenne, gehst du garantiert verloren«, zischte Sophia.
Daisy verdrehte die Augen. »Mum, ich wohne in London. Ich werde mich doch in einer Stadt zurechtfinden, die ungefähr zehn Mal kleiner ist.«
»Italienische Männer sind ziemlich schmierige Kerle, weißt du«, mischte Peter sich ein, und es schien ihn nicht zu kümmern, dass er lautstark unfaire kulturelle Verallgemeinerungen hinausposaunte, obwohl höchstwahrscheinlich einige italienische Männer in Hörweite waren. »Sie werden dir hinterherhecheln, sobald du das Hotel verlassen hast.«
»Animiere sie nicht auch noch, Peter. Das gefällt ihr vermutlich sogar«, wies Sophia ihn zurecht.
In diesem Moment tat Daisy mir sogar ein wenig leid. Kein Wunder, dass sie immer schlecht drauf war, wenn sie sich rund um die Uhr mit solchen passiv-aggressiven Kommentaren herumschlagen musste. Sophia hatte das Sorgerecht für Daisy, aber soweit ich wusste, gerieten sie ständig aneinander. Nick hatte mir kaum etwas über seine Ehe erzählt. Ich wusste nur, dass sie sieben Jahre gedauert hatte, dass er die meiste Zeit unglücklich gewesen war und dass es unschön geendet hatte. Ich hatte ihn damals nicht gedrängt, mir mehr zu erzählen, aber jetzt wünschte ich, ich hätte es getan. Ich fragte mich, was ihn zu mir geführt hatte, wo ich doch das genaue Gegenteil der eleganten, blonden, makellos gestylten Sophia war. Oder war es genau das? Hatte ihn das, was zwischen ihnen vorgefallen war, derart mitgenommen, dass er sich absichtlich auf die Suche nach einer Frau gemacht hatte, die ihr nicht im Geringsten ähnelte? Wobei die Tatsache, dass sie bei dieser Reise dabei war, darauf schließen ließ, dass sie sehr wohl noch ein Teil der Familie war, und zwar auf eine Art, wie ich es – wie ich langsam befürchtete – niemals sein würde.
»Sie waren doch auch noch nie in Florenz, oder Maddie?«, mischte Rosamund sich ein, als ich gerade einem Kellner winken und mir ein großes Glas Wein bestellen wollte, das ich jetzt unbedingt brauchte. »Wäre es vermessen, Sie zu bitten, Daisy auf ihrem kleinen Spaziergang zu begleiten? Es wäre eine tolle Möglichkeit, sich ein wenig zu orientieren.«
Nachdem ich gerade eine vierundzwanzigstündige Reise hinter mir hatte und noch nicht einmal auf meinem Zimmer gewesen war, stand ein Spaziergang nicht unbedingt ganz oben auf meiner Prioritätenliste.
»Das ist aber eine gute Idee«, meinte Nick, der Verräter. »Du kannst dich ein bisschen akklimatisieren, Mads. Sie war nämlich noch nie in Italien«, erklärte er den anderen am Tisch, die allesamt lachten. Und zwar laut. Als wäre allein die Vorstellung unheimlich amüsant.
»Das stimmt nicht ganz. Ich war bereits in Rom und in Neapel«, widersprach ich.
»Geschäftsreisen zählen nicht«, erwiderte Nick.
Der ganze Tisch kicherte zustimmend.
Ich hätte gerne angemerkt, dass ich den Sommer zwar noch nie in Italien verbracht hatte, wie sie es offenbar taten, dass ich stattdessen aber bereits in Vietnam und Costa Rica gewesen war, während sie von diesen Orten vermutlich nur in der Reisebeilage der Sunday Times gelesen hatten. Andererseits waren sie an Destinationen, wo es keinen privaten Strandclub und keinen Golfplatz gab, vermutlich nicht interessiert.
»Ich sollte zuerst lieber noch auspacken«, wandte ich ein und warf Nick einen vielsagenden Blick zu.
»Das kannst du doch immer noch, wenn ihr zurück seid, Darling«, erwiderte er, machte es sich neben Rosamund gemütlich und schenkte sich ein herrliches Glas Wein ein.
»Nun gut«, verkündete Rosamund und tätschelte Nicks Knie. »Dann bestellen wir jetzt erst mal Champagner, um eure Ankunft zu feiern.«
»Und euer Jubiläum«, säuselte Nick.
Ich musste Zeit gewinnen, weshalb ich die Chance ergriff, Rosamund in ein Gespräch zu verwickeln. Dann vergaß sie hoffentlich den gemeinsamen Spaziergang mit Daisy, und wenn nicht, hatte ich vielleicht wenigstens noch Gelegenheit auf ein schnelles Glas Wein, bevor es losging. »Wie ich hörte, sind Sie seit fünfundvierzig Jahren verheiratet«, sagte ich, und die unerwartet aufsteigende Eifersucht versetzte mir einen Stich.
Das passierte mir manchmal, auch wenn es völlig irrational war, denn vielleicht waren es fünfundvierzig äußerst unglückliche Jahre gewesen. Trotzdem tat es weh, dass meine Eltern es nur acht Jahre lang versucht hatten, ehe sie verbittert aufgegeben hatten. Ich fragte mich manchmal, was passiert wäre, wenn sie sich ein bisschen mehr Mühe gegeben hätten. Und ob sie sich, wenn auch nur einen Moment lang, überlegt hatten, meinetwegen zusammenzubleiben.
»Gratulation!«, fuhr ich fort und hoffte, dass Rosamund den Schatten nicht bemerkt hatte, der ein oder zwei Sekunden lang über mein Gesicht gehuscht war. »Was für eine Leistung!«
Rosamund nickte und verzog das alabasterweiße Gesicht zu einem sanften Lächeln. Aus irgendeinem Grund faszinierten mich ihre Haare, die sie so straff vom Haaransatz zurückgekämmt hatte, dass sie mich an ein Gemälde von Elisabeth I. erinnerten.
»Das ist sehr freundlich von Ihnen«, sagte sie.
»Ich hoffe, Daddy hat dir etwas Hübsches gekauft?«, fragte Nick und zwinkerte Peter zu.
Und jetzt auch noch Daddy?
»Das werden wir schon bald sehen, mein Junge«, erwiderte Peter und tippte sich ungelenk an die Nase. »Das werden wir schon bald sehen.«
»Bedienung!«, quäkte Rosamund in Richtung eines Kellners, der drei schwere Teller trug und ganz offensichtlich auf dem Weg zu einem anderen Tisch war. »Bringen Sie uns doch eine Flasche Ihres teuersten Champagners.«
Jetzt wollte ich noch weniger zu diesem Spaziergang aufbrechen. Ich hätte zu gerne von dieser Flasche ihres teuersten Champagners probiert, die sich vermutlich auf tausend Euro belief, wenn ich mir das Hotel so ansah. Wie schmeckte ein solches Getränk überhaupt? Andererseits wollte ich nicht in Verlegenheit geraten, wenn es später darum ging, die Rechnung zu teilen.
»Unsere Koffer sind inzwischen bestimmt schon auf dem Zimmer, Süße«, sagte Nick beiläufig. »Du kannst schnell hochgehen und dich umziehen, wenn du möchtest. Daisy, warte doch bitte in der Lobby auf Maddie, ja?«
Sag Nein, ermahnte ich mich selbst. Sag ihm, dass du im Moment keine Lust auf einen Spaziergang hast. Dass du lieber zuerst etwas trinken möchtest und es dir danach vielleicht überlegen wirst. Lass dich nicht von diesen Leuten herumkommandieren, als wärst du ihre Hausangestellte. Bleib standhaft, Maddie!
»Ähm, sicher. Okay«, sagte ich, weil ich eben eine erbärmliche Jasagerin war.
Ich warf einen Blick auf den Stadtplan, den ich vom Hotel bekommen hatte, und fragte mich, vor welcher Sehenswürdigkeit sich die nur langsam vorrückende Schlange gebildet hatte. Daisy und ich überlegten, ob wir uns anstellen sollten oder nicht.
»Ich glaube, das ist die Galleria dell’Accademia«, sagte ich. Blinzelnd schaute ich an dem Gebäude vor uns hoch und sah dann wieder auf den Stadtplan. »Da drin ist der David von Michelangelo, deshalb die vielen Menschen.«
Daisy schob ihre Sonnenbrille in die Haare und blickte auch an den Mauern empor. »Was, darauf warten die alle hier? Um sich ein uraltes Stück Marmor anzusehen?«
Ich lachte leise. »Interessierst du dich nicht für Bildhauerei?«
Daisy zuckte mit den Schultern. »Nicht wirklich.«
Die Schlange bewegte sich vorwärts, und ich fragte mich, ob der Hype um den David gerechtfertigt war.
»Aber dein Dad hat mir erzählt, dass du für die Mittlere Reife Kunst ausgewählt hast.«
Nick hatte gesagt, Daisy sei sehr kunstbegeistert und »total kreativ«, und ich hatte gehofft, dass es eine Basis für uns sein könnte. Ich hatte den Kunstunterricht in der Schule geliebt, aber ich war nicht begabt genug, um etwas daraus zu machen. Realistisch gesehen waren meine Arbeiten nie so gut gewesen, wie sie mir in meinem Kopf vorkamen, was, wie ich festgestellt hatte, ganz allgemein auf mein Leben zutraf.
Daisy nickte. »Ja, hab ich. Aber Malerei liegt mir mehr.«
»Mir auch, glaube ich.« Ich sah hinauf in den strahlend blauen Himmel und schlüpfte aus meiner Strickjacke, um die letzten warmen Strahlen der Nachmittagssonne auf der Haut zu spüren. Irgendwo in der Nähe spielte ein Straßenmusiker ein stürmisches und gleichzeitig romantisches Lied auf der Geige, und die Luft roch nach warmem Zucker.
»Er ist enttäuscht, dass ich mich nicht für nützlichere Fächer interessiere«, bemerkte Daisy. »Mathe, Chemie oder so.«
»Das kann ich mir nicht vorstellen«, erwiderte ich.
Nick hatte nie den Eindruck erweckt, als spiele es eine Rolle, welche Richtung Daisy einschlug. Sophia war diejenige, die sich um die schulischen Dinge kümmerte. Daisy besuchte natürlich eine Privatschule im Norden Londons, und ich war mir ziemlich sicher, dass sie überall gut abschneiden würde, ganz egal, welche Fächer sie sich für die Prüfung aussuchte. »Er hat uns sogar eine Führung durch die Uffizien organisiert. Er meint, das würde dir gefallen.«
»Muss das sein?«, jammerte Daisy. »Ich male lieber selbst, da muss ich nicht in ein muffiges altes Museum, um mir die Bilder anderer Leute anzuschauen.«
Ich seufzte innerlich. »Dann redest du am besten noch mal mit ihm.«
Ich verwarf den Plan, der Galleria dell’Accademia einen Besuch abzustatten, da ich keine Lust hatte, stundenlang für eine Statue Schlange zu stehen, die Daisy ohnehin nicht wirklich sehen wollte. Wir würden uns etwas anderes überlegen, und vielleicht würde ich an einem anderen Tag allein noch einmal zurückkommen.
»Hast du Lust auf ein Gelato?«, fragte ich, fest entschlossen, irgendeine Gemeinsamkeit zwischen uns zu finden. Ich musste meine Taktik ändern, und Essen schien mir ein guter Ausgangspunkt. Immerhin würde ich bald Daisys Stiefmutter sein (was ehrlich gesagt ein ziemlich furchteinflößender Gedanke war), und Eiscreme mochte doch jeder, oder nicht?
»Ich schätze schon«, entgegnete Daisy. »Wenn die Kalorien nicht wären …«
Ich betrachtete Daisys lange, schlanke Arme und Beine und die schmale Taille und fand es traurig, dass sie offensichtlich nicht zufrieden mit ihrem Aussehen war. Sie erinnerte mich an meine Halbschwestern, die ebenfalls besessen waren von ihrem Gewicht. Nick meinte, Daisys ständige Sorge darüber, was und wie viel sie aß, wäre nur eine Phase und dass ihre Hormone »verrücktspielten«, wie er es ausdrückte. Allerdings konnte er nicht sonderlich gut mit emotionalen Ausbrüchen umgehen. Als ich einmal ausnahmsweise in seiner Gegenwart die Beherrschung verloren und einen Zusammenbruch erlitten hatte, hatte ich ihn dabei ertappt, wie er mich mit einer Mischung aus Geringschätzung und blinder Panik angesehen hatte.
»Du bist hier im Urlaub, Daisy. Gönn dir etwas. Außerdem siehst du toll aus. Du brauchst wirklich keine Angst zu haben, dass du zunimmst.«
Nachdem Daisy Ewigkeiten gebraucht hatte, um die Karte zu studieren, und ich praktisch sehen konnte, wie ihr Gehirn fieberhaft berechnete, welche Sorte die wenigsten Kalorien hatte, entschied sie sich für Kirsche, und ich nahm Pistazie. Eine Entscheidung, für die ich etwa fünf Sekunden gebraucht hatte.
Wir machten uns mit unserem Eis auf den Weg in die Richtung, in der ich den Dom vermutete. Ich hatte ihn noch nicht aus der Nähe gesehen, aber man erblickte ihn von überall in der Stadt, wie er über den Dächern emporragte. Ich atmete die warme und süße florentinische Luft ein, die sanft nach Blumen duftete. Ich wäre gern für immer hiergeblieben und wie eine moderne Lucy Honeychurch in Zimmer mit Aussicht durch die schmalen Gassen gewandert.
»Sollen wir einfach gemütlich zurück zum Hotel spazieren?«, schlug ich vor.
Daisy wirkte nicht gerade begeistert. »Wenn du willst.«
Ich nahm einen Mund voll Gelato, weil ich damit fertig sein wollte, bis wir zurück waren. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Rosamund es nicht gerne sah, wenn jemand mitten am Tag auf der Straße tropfende Eiscreme aß.
»Oh mein Gott«, stöhnte ich. »Das ist mit Sicherheit das allerbeste Eis, das ich je probiert habe.«
Daisy gab ein missbilligendes Schnauben von sich. »Musst du das so rausposaunen?«, fragte sie und ging mit eiligen Schritten voran.
Ich hatte also schon wieder etwas Falsches gesagt. Oder ich war einfach uncool, was wenig überraschend war. Während ich Daisy betrachtete, die etwa zwei Meter vor mir her stapfte, rumorten Zweifel in mir, wie ich die nächsten fünf Tage überstehen sollte.
Auch wenn ich mittlerweile ein geblümtes Sommerkleid, flache Sandalen und meine Lieblingsstrickjacke in Übergröße trug, wollte ich so bald wie möglich zurück ins Hotel, um meine Sachen durchzugehen und mir zu überlegen, was um alles in der Welt ich zum Abendessen anziehen sollte. Es war meine Chance, einen besseren Eindruck zu machen als beim ersten Zusammentreffen. Ich musste Nicks Familie zeigen, dass ich nicht bloß irgendein schäbiges Mädchen war, das er in irgendeiner Bar aufgegabelt hatte, sondern eine berufstätige, selbstbewusste und einigermaßen erfolgreiche Frau. Aber trotzdem: Wie sollte ich es mit jemandem wie Sophia aufnehmen, die sogar in einem Plastikmüllsack gut ausgesehen hätte? Wobei sie vermutlich nie im Leben etwas angezogen hätte, das nicht ein kleines Vermögen gekostet hatte. Sie hatte sicher keinen Kleiderschrank voller Ausverkaufsartikel von H&M und Teilen von Topshop, die – ungelogen – fünfzehn Jahre alt waren.
Ich folgte Daisy eine beinahe schmerzhaft schöne Straße entlang, die meines Erachtens in Richtung Hotel führte, und wenn ich nicht gezwungen gewesen wäre, mit ihr Schritt zu halten, hätte ich zwischendurch angehalten, um ein wenig durch die Marktstände zu unserer Linken zu streifen. Ein besonders verlockender Stand hatte gefälschte Designerhandtaschen im Angebot.
»Warte, Daisy!«, rief ich ihr hinterher. »Geh nicht so weit voraus!«
Sie warf mir über die Schulter hinweg einen bösen Blick zu und verlangsamte ihre Schritte kaum merklich. Ich wollte bereits loslaufen, um zu ihr aufzuschließen, als mein Handy klingelte. Ich ging dran, ohne nachzudenken, wer es war.
»Maddie! Gut, dass du drangehst. Ich dachte schon, ich müsste dir eine Mail schreiben.«
Verdammt. Hätte ich gewusst, dass es Tim war, hätte ich die Mobilbox rangehen lassen. Was wollte er?
»Wie ist es in Florenz?«, fragte er gespielt beiläufig.
»Ich bin gerade erst angekommen«, erwiderte ich und hätte ihn gerne daran erinnert, dass ich meinen Jahresurlaub hier verbrachte und die Tatsache, dass er mein Vorgesetzter war, ihn nicht dazu berechtigte, mich anzurufen, wann immer ihm der Sinn danach stand.
Bloß, weil ich fürs Fernsehen arbeitete und – laut Tim – Tausende Leute für meinen Job getötet hätten (was ich stark bezweifelte), hieß das nicht, dass ich rund um die Uhr erreichbar sein musste. Ja, ich arbeitete oft bis spätabends oder machte Überstunden, wenn ich zu Dreharbeiten unterwegs war, und das war auch in Ordnung. Aber wir arbeiteten für einen Low-Budget-Reisesender und drehten keine brandaktuellen Dokumentationen. Wenn ich mir ein paar Tage freinehmen wollte, sollte das eigentlich kein Problem sein.
