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Beschreibung

Aufbruch in neue Dimensionen
Faszinierende Indizien für außerirdische Kontakte und ein »Aufbruch zur Vernunft« bei den Paläo-SETI-Kritikern


Dass Bewohner von fremden Planeten vor Jahrtausenden auf die Erde kamen und die Entwicklung der Menschheit beeinflussten, passt nicht in das propagierte Geschichtsbild. Von unserer Wissenschaftselite wird ein möglicher Kontakt mit Außerirdischen ignoriert. Wissenschaftler und Journalisten packen das Thema nicht an, aus Angst, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Doch es gibt Hoffnung! Erich von Däniken beobachtet einen »Aufbruch zur Vernunft«, den er in dieser Anthologie dokumentiert. Während in Europa immer noch Tiefschlaf herrscht, beginnt sich der Zeitgeist in Amerika zunehmend zu ändern. Die Wissenschaft zieht immer häufiger in Betracht, dass extraterrestrische Zivilisationen in unsere Geschichte eingegriffen haben könnten. Da berichten Nachrichtenmagazine wie Newsweek in einer Sonderausgabe objektiv vom Jahrestreffen der »Ancient Astronaut Society«. Da führt die Diskussion über Kollisionen von Neutronensternen oder Schwarzen Löchern zu »Alien-Spekulationen«. Da suchen renommierte Forscher wie der Physiker Dr. Paul Davies nach ETI-Spuren auf Planeten unseres Sonnensystems.

Erich von Däniken zeigt in diesem Buch, dass Entwicklungen wie diese dringend geboten sind. Denn das Argument der Paläo-SETI-Kritiker, nach dem es keine Indizien für historische Kontakte mit Außerirdischen gibt, trifft nicht zu. Es existieren unzählige Beweise! Und Erich von Däniken fügt in diesem Buch weitere hinzu. Zusammen mit Autoren wie Peter Fiebag, Reinhard Habeck, Edison Boaventura und Prof. Shamsey Oloko präsentiert der Bestsellerautor einmal mehr atemberaubende Spuren eines Kontakts mit extraterrestrischen Zivilisationen. Themen dieser Anthologie sind unter anderem:

  • Der Computer von Antikythera: Wer erschuf in der Antike ein kompliziertes Differenzialgetriebe?
  • Das mysteriöse Verschwinden eines Schweizer Bauern, der ohne Erinnerung 15 Tage später in Mailand wieder auftaucht - völlig haarlos und mit verbranntem Gesicht.
  • Der seltsame Schöpfungsritus des Selk'nam-Volkes in Feuerland.
  • Der erste UFO-Bericht Brasiliens aus dem Jahr 1846.
  • Das technisch ausgefeilte Modell eines modernen Schwungrads, das in einem 5000 Jahre alten Grab gefunden wurde.
  • Die merkwürdigen Abbildungen von »fliegenden Pfahlbauten« im italienischen Valcamonica.
  • Die von einer Art Engel vorgenommene »Brustöffnung« an Muhammad, die der Gründer des Islam problemlos überstand.


»Wir sind alle längst in der Zukunft angekommen. Unser galaktischer Horizont öffnet sich.« Erich von Däniken

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Veröffentlichungsjahr: 2018

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1. Auflage Mai 2018 Copyright © 2018 bei Kopp Verlag, Bertha-Benz-Straße 10, D-72108 Rottenburg Alle Rechte vorbehalten Bearbeitung und Redaktion: Claudia und Peter Fiebag, Northeim Lektorat/Korrektorat: Thomas Mehner/Dr. Renate Oettinger Covergestaltung: Stefanie Beth Satz und Layout: Agentur Pegasus, Zella-Mehlis ISBN E-Book 978-3-86445-585-8 eBook-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

Gerne senden wir Ihnen unser Verlagsverzeichnis Kopp Verlag Bertha-Benz-Straße 10 D-72108 Rottenburg E-Mail: [email protected] Tel.: (07472) 98 06-0 Fax: (07472) 98 06-11Unser Buchprogramm finden Sie auch im Internet unter:www.kopp-verlag.de

Widmung

»Eine im wahrsten Sinne des Wortes ›umwerfende‹ Erkenntnis, wie jeneaußerirdischer Eingriffe, braucht […] offensichtlich ihre Zeit, um die vom wissenschaftlichen Establishment errichteten Hürden gegen ›Querdenker‹ zuüberwinden. Notwendig ist daher ein immer wieder erneutes, mutiges Auf- und Eintreten für die Idee der Paläo-SETI-Hypothese als der Annahme, dassvor Jahrhunderten, Jahrtausenden oder vielleicht sogar Jahrmillionen die Erde Besuch von außerirdischen Lebewesen erhielt.«

Dr. Johannes Fiebag, Planetengeologe (1956–1999)

»Es istvorstellbar, dass eine außerirdische Zivilisationeine Menge Sonden in alle Richtungen ausgeschickt hatund manche in unserem Sonnensystem gelandet sind.Deshalb sollten wir nach Artefakten Ausschauhalten, sowohl im Weltall als auch auf unseremPlaneten. Das wäre ein Beweis für eine solche Zivilisation.«

Prof. Sir Martin Rees, Astronom, 2016

»Wo sie dennseien, fragen Kritiker. Eine Antwort ist, dass sie womöglich schonda waren, wir aber zu primitiv sind, um es zubemerken […]. Vielleicht sitzen sie direkt vor unserer Nase, wirerkennen sie aber nicht, weil wir nach dem falschen Objektsuchen und ein riesiges Sternenschiff voller Außerirdischer erwarten. Höchstwahrscheinlich wird die Sonde vollautomatisch sein,halb elektronisch, halb organisch und unbemannt.«

Prof. Michio Kaku, Professor für Theoretische Physik, 2012

Vorwort

VON DR.H.C. ERICH VON DÄNIKEN

Liebe Leserin, lieber Leser!

Es war im Jahr 1973, als der Rechtsanwalt Dr. Gene M. Phillips in den USA die Ancient Astronaut Society (A.A.S.) gründete. Er tat dies, weil er von meinem Buch und dem Kinofilm Chariots of the Gods (Erinnerungen an die Zukunft) begeistert war und fand, diese Ideen müssten international unterstützt werden. Welche Ideen?

Vor vielen Jahrtausenden, als unsere Vorfahren noch in der Steinzeit lebten, umkreiste ein riesiges Mutterraumschiff die Erde. Kleinere Fahrzeuge landeten auf unserem Planeten, und die Außerirdischen verhielten sich ganz ähnlich, wie sich heutige Ethnologen benehmen. Sie studierten einige Stämme, lernten Sprachen, unterwiesen unsere Vorfahren und brachten sogar Einzelne von ihnen hinauf in ihr Mutterraumschiff. Die Steinzeitmenschen begriffen nichts. Sie hatten keine Ahnung von Technologie. So wurden die ETs zu »Göttern«. Die heiligen und weniger heiligen Schriften aus der Antike zeugen davon.

Zudem versprachen jene »Götter«, in einer fernen Zukunft würden sie wiederkehren. Und seither kennt jede Kultur, jede Religion die Wiederkunftserwartung.

Selbstverständlich schlug sich das Gedankengut unserer Vorfahren auch in der Kultur nieder. Zu Ehren jener als Götter angesehenen Wesen entstanden grandiose Kunstwerke und prächtige Bauten. Es waren die Menschen – nicht die Außerirdischen –, die Pyramiden oder gigantische Megalithdenkmäler, wie beispielsweise Stonehenge in England, errichteten. Die Triebfeder für die phänomenalen Bauwerke der Vergangenheit lag aber stets in den Erinnerungen an jene himmlischen Wesen aus der Vorzeit. Es ist heute nicht anders: Das Motiv für alle religiösen Bauten der Gegenwart ist die Verbundenheit mit den ehemaligen Heilsbringern.

Erich von Däniken

Seit 1973 organisierte die A.A.S. jährlich Meetings und Weltkonferenzen. Prominente Autoren, Wissenschaftler und auch Astro- und Kosmonauten gehörten zu den Referenten. A.A.S.-Forscher untersuchten die Heiligtümer der Vergangenheit nach Indizien für die »Götter«-Astronauten, sie durchleuchteten antike Texte, übersetzten und analysierten sie. Es entstand ein Schriftwerk von mindestens 200 Millionen Exemplaren.

In den USA widmete das Nachrichtenmagazin Newsweek dem Thema 2017 sogar eine Sondernummer: Life BeyondEarth?1› Hinweis Sachlich und ohne Spott wurden sowohl umstrittene UFO-Fälle als auch die immer imposanter werdenden Bilder in den Kornfeldern behandelt. Mit Wondersof the Cosmos zog der Scientific American2› Hinweis im selben Jahr nach, und das mit über sechs Millionen Exemplaren auflagenstärkste Wissenschaftsmagazin der Welt, Popular Science, druckte ebenfalls eine Sondernummer.  3› Hinweis

Der Zeitgeist hat sich in Amerika verändert, worauf ich im ersten Beitrag dieser Anthologie eingehe. Nur in Europa herrscht immer noch Tiefschlaf. Wissenschaftsjournalisten befürchten, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren, wenn sie sich mit Außerirdischen befassen. Sie alle sind auf dem Holzweg. Das Rad der Zeit läuft weiter.

Dies ist die neunte Anthologie mit Beiträgen von A.A.S.-Forschern innerhalb der Buchreihe Kosmische Spuren, einer Serie über Rätsel in der tiefen Vergangenheit des Menschen. Über Ungereimtheiten, die etwas mit jenen scheinbaren »Göttern« zu tun haben können.

Bei den Autoren und insbesondere dem Redaktionsteam von Claudia und Peter Fiebag möchte ich mich bedanken. Wir sind alle längst in der Zukunft angekommen. Unser galaktischer Horizont öffnet sich.

Ihr

Erich von Däniken

(Herausgeber)

I. Aufbruch zur Vernunft

»Ein außerirdischer Ursprung des Lebens oder des Menschen oder zumindest ein Kontakt mit Wesen aus anderen Regionen des Universums stellt eine Möglichkeit dar, die es wert ist, wissenschaftlich berücksichtigt zu werden. Diese Möglichkeit zurückzuweisen und mit herkömmlichen Erklärungen auf einem eingetretenen Pfad zu bleiben ist in der Tat ein Zeichen intellektueller Mittelmäßigkeit.«

Prof. Dr. Luis Navia, Philosoph, New York Institute of Technology

Der »Zeitgeist« – ein Anti-Zauberwort

VON DR. H.C. ERICH VON DÄNIKEN

Was ist ein Paradigma? Dieses Wort kommt aus dem Griechischen (paradeigma) und bedeutet ursprünglich »Vorbild«. Ein »Paradigmenwechsel« ist eigentlich der Austausch eines ehemaligen Vorbildes gegen ein neues. In der Wissenschaft ist es auch der Wechsel von einer bisherigen Ansicht zu einer anderen. Bereits mehrmals durfte ich auf der Paradigmakonferenz in den USA einer der Dozenten sein. Rund 1000 Zuhörer – zwei Drittel darunter Wissenschaftler aus allen Sparten – behandelten unsere neuen Ansichten. Welche? Die vom Besuch der Außerirdischen vor Jahrtausenden.

Die »Speakers List« umfasste Namen wie Graham Hancock, Andrew Collins, John Anthony West, Robert Schoch, Robert Bauval, David Hatcher Childress, Robert Temple und viele andere. Alles hervorragende Persönlichkeiten, und jeder ein Autor mehrerer Fachbücher. Dies allein im englischsprachigen Raum.

Denke ich an die phänomenalen Forscher im Bereich der deutschen Sprache, wird mir warm ums Herz: Peter Krassa, Johannes und Peter Fiebag, Hartwig Hausdorf, Luc Bürgin, Willi Grömling, Ulrich Dopatka, Josef Blumrich, Reinhard Habeck, Walter-Jörg Langbein, Hermann Burgard, Wolfgang Siebenhaar, Illobrand von Ludwiger, Andreas von Rétyi usw. Würde ich alle Autoren aufzählen, so hätte die Liste über 100 Namen. Nicht berücksichtigt sind hier die Forscher aus Frankreich, Italien, Spanien und, und, und. Insgesamt eine beachtenswerte Phalanx von mutigen Menschen, die alle dieselbe faszinierende Idee bearbeiten: den Besuch von Außerirdischen und ihren Einfluss auf die Menschheit.

Wider den Zeitgeist

Eigentlich müsste das Thema in aller Munde sein, müsste es die Welt längst erobert haben. Müsste. Tut es aber nicht. Woran liegt’s? – Wenn früher ein Max Planck, Niels Bohr oder ein Albert Einstein ihre grandiosen Theorien publik machten, ging das Echo um die Welt, begeisterte zuerst die Wissenschaft, dann die Medien und schließlich die Öffentlichkeit. Weshalb geschieht dies jetzt nicht? Neue Theorien müssten doch im Zeitalter der elektronischen Medien viel rascher verbreitet werden als damals. Das tun sie auch. Sie blitzen kurz auf, rasen um den Globus und werden genauso schnell wieder ausgelöscht. Das Anti-Zauberwort heißt »Zeitgeist«.

Dieser ominöse »Zeitgeist« existiert seit Ewigkeiten, vor Jahrtausenden ebenso wie auch im vergangenen Jahrhundert. Früher wirkte er langsam. Heute überklebt er den Globus mit der Schriftgewalt des Internets. Mit Rechthaberei, Religiosität und der »Politischen Korrektheit«. Blitzschnell und elektronisch. Es gibt Gedanken, die sollen sich nicht durchsetzen. Beispiele?

Vor Jahrtausenden existierten Kulturen, deren Überreste heute unter Wasser liegen, etwa im See Genezareth, vor den Azoren, bei Malta, Sardinien, der Bretagne, Japan usw. Eindeutig bewiesen und fotografiert (ich berichtete mehrfach darüber). Doch diese Unterwasserbauten sind nicht genehm. Sie stören den Ablauf der menschlichen Entwicklung, nach der eines aus dem andern hervorging. Langsam und stetig.

Eine frühere Kultur mitsamt der dazugehörenden Technologie gefährdet den evolutionären Gedanken. Zudem beweisen die Ruinen unter Wasser, dass es schon vor Jahrtausenden Klimawechsel gab. Und dies ohne den CO2-Ausstoß durch heutige Autos, Fabrikschlote oder acht Milliarden Menschen. Klimawechsel ohne die heilige Superkuh Kohlendioxid? Das ist unmöglich! Passt nicht ins Bild. Weg damit! Totschweigen oder übertünchen.

Querdenker Erich von Däniken hinterfragt den Zeitgeist.

Eine ähnliche Verdrängung erlebe ich in zahlreichen Bereichen der Paläo-SETI-Thematik: Die in Puma Punku (Bolivien) herumliegenden Granitplatten mit ihren exakten Rillen, Quadraten und Rechtecken sind nun einmal vorhanden. Und die Bearbeitungen können nach eindeutiger Meinung aller Fachleute nie und nimmer mit Werkzeugen aus der Steinzeit durchgeführt worden sein. Tatsachen sind Tatsachen – sollte man meinen. Doch in keinem wissenschaftlichen Magazin wird der Ball aufgegriffen. 4› Hinweis

Nächstes Beispiel: Da haben grundehrliche und bescheidene Forscher ein geometrisches Raster über den Ruinen des antiken Griechenlands nachgewiesen. Jedes steinzeitliche Bauwerk ist mit anderen Heiligtümern Griechenlands verbunden. Durch dieselben Winkel, dieselben Distanzen. 5› Hinweis Oder: Über ganz Europa zieht sich ein unsichtbares Netz schnurgerader Linien aus der Steinzeit. Dies über Hunderte von Kilometern hinweg. Auch vom dümmsten Kritiker nicht wegzudiskutieren. 6

Diese Erkenntnisse sind im höchsten Grade aufregend und faszinierend. Sie greifen tief in die menschliche Vorgeschichte ein und sollten der ganzen Menschheit gezeigt werden. Tatsächlich interessiert sich aber »keine (wissenschaftliche) Sau« dafür. Unsere Archäologiestudenten müssen den alten, zum Teil völlig überholten Käse lernen. Neue Ansichten sind unerwünscht.

Schließlich Nazca in Peru. Da wird weltweit, sei’s im Fernsehen, sei’s in Magazinen, ein Unsinn verbreitet, dass sich die Balken biegen. Nichts gegen andere Meinungen, andere Theorien, andere Betrachtungsweisen. Alles großartig und im Sinne der Forschung. Alles eine normale Debatte auf dem Weg zur wissenschaftlichen Erkenntnis. Aber in welchem Fernsehkanal der Welt oder in welchen »vernünftigen« Magazinen wurden schon mal einige der entlarvenden Nazca-Bilder gezeigt, wie sie in meinem Buch Unmögliche Wahrheiten vorkommen? Ausgeschlossen.

Durch diese Bilder, auf denen Nazca-Linien über- und untereinander sichtbar sind oder wo regelrecht abgeschnittene Berge mit gleich fünf »Pisten« hintereinander zu bestaunen sind, wurde eine neue Diskussion angezettelt. Einige der alten Meinungen mussten infrage gestellt werden. Nun liegen in meinem Archiv über 2000 Nazca-Aufnahmen. Mir ist die gesamte archäologische Literatur darüber bekannt, und ich weiß sehr wohl, was ich schreibe. Doch findet keine Diskussion statt. Man möchte »vernünftig« bleiben. Um Gottes Willen – nur keine Debatte lostreten. Abweichungen von der bisherigen Meinung sind verpönt.

Mainstream als Totschlagargument

Wie ist das möglich? Zieht ein Geheimzirkel die Fäden? Eine weltweite Verschwörung? Stecken die Freimaurer dahinter oder gar die elitären »Bilderberger« mit ihren jährlichen geheimen Konferenzen oder andere verschwiegene Organisationen, die gerne in diesem Zusammenhang genannt werden? Jein. Es geht und ging – ob früher oder heute – immer nur um die gerade herrschende Vernunft und damit auch um die jeweilige Ideologie. Die lässt nur ihre Meinung zu. Alles andere darf nicht sein.

Selbstverständlich sind Ideologien global verknüpft. In diesem Bereich existieren tatsächlich geheime Absprachen. Man will unter sich sein. Doch heutzutage operieren die dümmsten Ideologien öffentlich. Etwa die sogenannte »Political Correctness« oder der »Gender Mainstream«. Beides ursprünglich sehr vernünftige Ideen, die inzwischen von Schlaumeiern zur Perversion mutiert wurden. 7› Hinweis Wobei sowohl die Ideologen der »Political Correctness« als auch die des »Gender Mainstreams« kaltblütig jede Verfassung brechen.

Ist dies ein zu harter Vorwurf? Nehmen wir zum Beispiel das deutsche Grundgesetz oder auch die schweizerische Bundesverfassung; sie garantieren, genauso wie freiheitliche Verfassungen vieler Länder, die freie Meinung in Wort und Bild und halten ausdrücklich fest: »Eine Zensur findet nicht statt.« In manchen Bereichen wurde das Gegenteil inzwischen zur Realität.

Der berühmte Physiker und Nobelpreisträger Max Planck (1858–1947) sagte einst, jede Theorie, die sich später bewahrheite, durchlaufe drei Stadien:

Die Theorie wird verkündet und gleich niedergemacht.

Man erkennt den Irrtum und schweigt beschämt.

Alle Welt sagt schließlich: »Wir waren doch schon immer dieser Meinung!«

Was die Theorie über den Besuch von Außerirdischen betrifft, für die sich brillante Autoren einsetzen, für die internationale Meetings – wie die Paradigmakonferenz – organisiert werden, für die couragierte Menschen kämpfen und sich von den vorgeblich »Vernünftigen« beschimpfen lassen, erleben wir gerade das Ende des zweiten Stadiums. Der Aufbruch zur Vernunft steht bevor.

Codex galactica. Spekulationen über Aliens

VON STD DIPL-HDL. PETER FIEBAG

Paläo-SETI, die Suche nach Spuren extraterrestrischer Intelligenzen in geschichtlichen, früh-, vor- oder erdgeschichtlichen Zeiten, klingt für manche wie ein Zwitterwesen aus Historie und Zukunftsforschung. Und doch haben sich viele in den vergangenen Jahrzehnten daran gewöhnt, hierin keinen Widerspruch zu sehen, auch wenn die zugrunde liegende Thematik mit teils heftigem Widerspruch leben muss. Aber wer die Wahrheit sucht, der wird sie nur durch Rede und Gegenrede finden können. Unser wissenschaftliches Weltbild ist nicht fertig und zementiert, es ist unabgeschlossen. In dieser Vorläufigkeit darf »Wissenschaft« nicht zum Disziplinierungsinstrument gegen andere Meinungen werden.

Denken in Alternativen

Gegensätzliche Positionen haben in einer offenen Gesellschaft ein Recht darauf, gleichberechtigt nebeneinanderzustehen und auch so behandelt zu werden. Der Altphilologe Prof. Walter Jens hat sich stets ganz im Sinne der Epoche der Aufklärung gegen die unkritische Bekräftigung des Vorhandenen gewandt. Nicht der Imperativ »So und nicht anders ist es!«, sondern das Bedenken einer Fülle von Gesichtspunkten, nicht »das Pochen auf die Wirklichkeit«, sondern »das Denken in Alternativen«, das ist es, was auch die Paläo-SETI fördern möchte. Gerade in einer Zeit, in der das Vorurteil, die Rechthaberei und die Besserwisserei zuzunehmen scheinen. These und Antithese ergeben am Ende nicht selten eine neue Synthese. Dies ist der Weg zur Vernunft.

Es war im Jahr 1997, als die Raumsonde Cassini zu ihrer Forschungsreise durch das Sonnensystem aufbrach. Vor ihr lagen Welten, die ihre Betrachter in Erstaunen versetzten. Eisbedeckte Monde und der riesige Titan, umhüllt von einer Atmosphäre, mit seinen Seen aus Flüssiggas – und Saturn selbst, über dem gewaltige Stürme wüten.

20 Jahre später erlebten wir das »große Finale«: Der ferne Botschafter der Menschheit richtete ein letztes Mal seine Antenne auf die Erde, während er sich spektakulär der Atmosphäre des Saturns entgegenstürzte. 8› Hinweis

Warum ließen die NASA-Wissenschaftler die Planetensonde nicht einfach weiterkreisen, bis sie irgendwann durch die Gravitationskräfte des Saturns angezogen oder auf einen der Monde stürzen würde? Die Antwort: Das hat sich die Sonde selbst zuzuschreiben, denn 2005 entdeckte sie auf dem Mond Enceladus hydrothermale Quellen. Wie auf der Erde, so war die Überlegung der NASA, könnten sie die Energie für Leben, für ein Ökosystem unter dem Eis, liefern. 9› Hinweis Das Risiko einer Kontamination der dortigen Umwelt durch von der Erde stammendes Leben war den Forschern daher zu hoch.

Die radikale Vernichtung der irdischen Forschungsinstrumente, um eine potenzielle biologische Entwicklung einer fernen Welt im All nicht zu beeinflussen, war ein bis dahin einmaliger Vorgang. Sollten aber mögliche extraterrestrische Intelligenzen eine ähnliche Denkweise besitzen, würde dies das sogenannte Fermi-Paradoxon 10› Hinweis zumindest teilweise erklären. Der Grundgedanke des Physikers Enrico Fermis war: Weil intelligente Außerirdische zwangsläufig irgendwann die gesamte Milchstraße besiedelt hätten, müssten wir sie sehen. Tun wir aber nicht.

Legen wir die Erfahrung mit der Sonde Cassini zugrunde, könnten wir vorsichtiger formulieren: Selbst wenn es fortentwickelte Sternenzivilisationen gäbe, nähmen wir sie vielleicht nicht wahr, weil jede Kontamination eines Sonnensystems ausgeschlossen werden soll. Folgen sämtliche hypothetisch existierenden außerirdischen Gesellschaften diesem »Codex galactica« 11› Hinweis , dann wäre die Suche nach Spuren von Besuchen Außerirdischer in der Vergangenheit der Erde ziemlich sinnlos.

Die Thesen Martin Rees’

Viele angesehene Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren ein entgegengesetztes Denken gefordert, ein Denken, wie dies Erich von Däniken und viele andere, so auch die Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI (A.A.S.), schon seit Jahrzehnten vertreten. Einer der bedeutendsten Kosmologen, der britische Astrophysiker Prof. Lord Martin Rees 12› Hinweis , geht gleich mit mehreren interessanten Thesen an die Öffentlichkeit.

These: »Wir haben keine Ahnung, wie sich Leben da draußen entwickeln könnte. Außerirdische Lebensformen könnten sich extrem von unserer unterscheiden. Dann gäbe es andere Formen von Intelligenz, die wir vielleicht noch gar nicht aufspüren könnten.«

These: »Niemanden zu finden heißt nicht, dass niemand da ist. […] Es ist durchaus vorstellbar, dass uns da draußen eine übermenschliche Zivilisation seit Millionen Jahren beobachtet.« 13› Hinweis

Bleibt uns vorläufig also nur übrig, nach dem Ausschau zu halten, was wir kennen oder uns zumindest vorstellen können. Verschiedene Suchstrategien werden hierzu diskutiert. 14› Hinweis Der lange Atem der Forschungsrichtung Paläo-SETI scheint sich somit allmählich auszuzahlen. Denn es tut sich auf diesem Gebiet plötzlich eine Menge. Beispielsweise wird ein brisantes astronomisches Ereignis heftig diskutiert: Mysteriöse Radioblitze im All setzen innerhalb von Millisekunden die Energie von 500 Millionen Sonnen frei. Spekulationen über Kollisionen von Neutronensternen oder Schwarzen Löchern werden diskutiert und führten sogar zu »Alien-Spekulationen«. So veröffentlichten zwei Astrophysiker, Avi Loeb und Manasvi Lingam 15› Hinweis , 2017 eine Hypothese, derzufolge ein künstlicher Ursprung der Signale denkbar wäre. Die Frequenzverteilung der Radioblitze entspräche nämlich einer optimalen Frequenz für einen Lichtsegelantrieb für interstellare Sonden, die riesige Distanzen einer Galaxie überbrücken könnten.  16

Nach ihren Berechnungen würde Sonnenlicht ausreichen, das auf eine Fläche eines Planeten von der doppelten Größe der Erde fällt, um die benötigte Energie zu erzeugen. Damit die enorme Energie die Sendestruktur nicht schmelzen lässt, würde eine wassergekühlte Vorrichtung, doppelt so groß wie die Erde, vonnöten sein, um der Hitze standhalten zu können. »Solch ein riesiges Bauprojekt geht weit über unsere Technologie hinaus, aber es liegt im Bereich der Möglichkeiten physikalischer Gesetze.« Die Menge an Energie würde ausreichen, um eine Nutzlast von einer Million Tonnen, das entspräche 20 Kreuzfahrtschiffen auf der Erde, zu befördern. Manasvi Lingam argumentiert:

»Das ist großgenug, um lebende Passagiere über interstellare oder sogar intergalaktische Entfernungenhinweg zu transportieren […]. Um ein leichtes Segel anzutreiben, müsste derSender einen Strahl kontinuierlich darauf fokussieren. Beobachter auf der Erdewürden einen kurzen Blitz sehen, weil sich das Segel undsein Wirtsplanet, Stern und Galaxie relativ zu uns bewegen. Infolgedessenfegt der Strahl über den Himmel und zeigt nur füreinen Moment in unsere Richtung. Wiederholte Erscheinungendes Strahls, die beobachtet wurden, aber nicht durch kataklysmische astrophysikalischeEreignisse erklärt werden können, könnten wichtige Hinweise auf seinen künstlichenUrsprung liefern.«17› Hinweis

Ein Indiz für fortgeschrittene Alien-Technologie? Raumfahrtvisionäre haben eine solche Variante, allerdings in sehr viel sparsamerer Form, selbst ins Gespräch gebracht. Ihr Ziel: einen potenziellen Kandidaten für Leben im All, das Sonnensystem Alpha Centauri, zu besuchen, um es mit Nanosonden zu erkunden. 18

Die Beobachtung der Erde durch Außerirdische, die eine weit fortgeschrittene Raumfahrttechnologie besitzen, mit deren Hilfe sie unseren Planeten – bemannt oder in Form von Robotsonden – erreichen könnten, rückt, wie diese Überlegungen zeigen, immer weiter in den Arbeitshorizont unserer Ingenieure und Astronomen: passiv bei der Suche nach Alien-Technologie, aktiv bei der Schaffung eigener Kleinstraumschiffe, die zu den Sternen fliegen sollen.

Mit Lichtsegeln durch das All zu gleiten ist ein Konzept,das die NASA realisiert. Astronomen haben Hinweise darauf,dass solche Raumschiffantriebe in gigan tischem Ausmaß bereits von einer außerirdischen Zivilisation genutzt werden. (Foto: NASA)

These: »Es ist vorstellbar, dass eine außerirdische Zivilisation eine Menge Sonden in alle Richtungen ausgeschickt hat und manche in unserem Sonnensystem gelandet sind. Deshalb sollten wir nach Artefakten Ausschau halten, sowohl im Weltall als auch auf unserem Planeten. Diese wären ein Beweis für eine solche Zivilisation.« 19› Hinweis

Hier greift ein herausragender Astrophysiker eins zu eins das Gedankengut der Paläo-SETI-Ursprünge auf. Ein ernsthafter Blick in die zahlreichen Veröffentlichungen der Paläo-SETI hätte genau mit dieser Aussage schon vor Jahrzehnten Forschung vorantreiben können, und man stünde jetzt nicht an einer Stelle, an der man schon 50 Jahre zuvor stand. Doch innovative Ideen haben noch nie gut mit Mainstream-Wissenschaft zusammengepasst. Steht Theorie gegen Theorie, dann bedarf es letztlich einer Möglichkeit, sie objektiv zu prüfen. Martin Rees empfiehlt, Ausschau nach verdächtigen Artefakten zu halten. Schon heute könnten solche Objekte intensiv untersucht werden, um festzustellen, ob sie einen nicht-irdischen Ursprung aufweisen. Die Paläo-SETI weist zum Beispiel auf folgende ungewöhnliche Gegenstände, die als Prüfsteine der ETI-Artefakt-Hypothesen gelten könnten, hin:

Da wäre erstens das sogenannte ET-Relikt im chinesischen Qaidam-Becken, ein uraltes Röhrensystem kleinster Leitungen, das den Baigong durchzieht. Chinesische Forscher wie Yang Ji vom Mountain Observatory der Chinesischen Akademie der Wissenschaft halten die Hypothese eines ET-Reliktes für durchaus nachvollziehbar. Doch seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2002 hat kein internationales Projekt zur Untersuchung dieser archäologischen Fundstätte stattgefunden. 20

Da wäre zweitens das rätselhafte Aluminiumobjekt von Aiud, das anormal bezüglich des Zeithorizontes des Fundes als auch in seiner bisherigen Materialanalyse zu sein scheint. 21› Hinweis

Da wären drittens himmlische Reliquien rund um die Welt:

Die geheimnisvollen heiligen Tafeln der Hopi, die ihnen von den Kachinas mit Namen Másaw und Söqömhonaw übergeben wurden. Auf ihnen stand in einer Symbolsprache die Wanderung des Indianervolkes vorgezeichnet, in die »alle Lehren, Anweisungen, Prophezeiungen und Warnungen hineingehaucht« waren. 22› Hinweis Noch 1960 hat der Hopi-Forscher Frank Waters eine dieser Tafeln selbst gesehen. 23

Drei Gegenstände, die die als Götter verehrten Wesen den Vorfahren der japanischen Kaiser vor 126 Regenten mitbrachten. Seit 2000 Jahren wird die heiligste Reliquie der Japaner, umhüllt mit kostbaren Tüchern, in der Tempelanlage von Naiku aufbewahrt. Nur ein kindlicher Glaube? Oder eine Reliquie aus dem Weltraum? 24› Hinweis

Prä-islamische Heiligtümer in Südsulawesi sollen ebenfalls von himmlischen Besuchern zurückgelassene Gegenstände sein. Bis heute legitimiert das kalompoang von Bontolowe die politische Macht der Dorfregenten. Ist dieses Objekt nur ein irdischer Gegenstand symbolischer Kommunikation oder ist es mehr? 25› Hinweis

Der Chefwissenschaftler des SETI-Instituts von Berkeley, Dan Werthimer, erklärt offen: »Wenn wir einmal ET entdecken […], wird es etwas Bizarres sein, das jemand durch einen Zufall findet, etwas, das niemand erwartet hat und auf das wir dann genauer gucken und sagen, ›Hey, das ist eine Zivilisation‹.«  26› Hinweis

Wer ehrlich mit dieser Thematik umgeht, der kann sich aber nicht einfach nur auf den Zufall verlassen. Eine solch passive Erwartungshaltung ist zutiefst unwissenschaftlich. Wissenschaftlich ist, aktive Suchstrategien zu erarbeiten. Schon mein Bruder, der Planetengeologe Dr. Johannes Fiebag, forderte vor über 20 Jahren: »Gezielte, aufeinander abgestimmte Programme wären nötig, um letztlich zu einem klärenden Erfolg – oder Misserfolg – zu kommen. Natürlich können wir Glück haben und durch Zufall auf ein Artefakt […] stoßen. Aber wir sollten uns nicht auf ›Zufälle‹ verlassen. Wenn sie hier waren – und es deutet einiges darauf hin –, haben sie etwas hinterlassen, etwas, was wir finden können, wenn wir es finden wollen.«

Wer klar, zukunftsorientiert und vernünftig denkt, der sollte jederzeit bereit sein, den Aufbruch zu neuen galaktischen Horizonten des Wissens zu wagen.

SETA- und SETI-Forschung im Auf- und Umbruch. Von der systematischen Suche nach ETI-Artefakten zurDrake-Formel 2.0

VON DIPL.-BIBL. ULRICH DOPATKA

»Wer die Nadel im Heuhaufen sucht, der muss vor allen Dingen etwas von Heu verstehen« 27› Hinweis , empfiehlt Dr. Michael Schetsche, der sich an der Universität Freiburg i. Br., Bereich Wissenssoziologie, eingehend mit den Forschungen über außerirdische Intelligenz auseinandersetzt. In der ETI-Forschung wird viel spekuliert, kalkuliert, und es werden Hypothesen aufgestellt. Nötig hingegen sind Experten, die einerseits – im übertragenen Sinne – Heu von Stecknadeln unterscheiden können und andererseits konkrete, umsetzbare Vorschläge erarbeiten und einleiten, um ETI (Extraterrestrische Intelligenz) nachzuweisen: Vorschläge, die unmittelbar und pragmatisch in Angriff genommen werden können. Einer der Protagonisten der modernen ETI-Forschung, aber bestimmt kein Anhänger der »Man-könnte-sollte-müsste-Fraktion«, ist Dr. Paul Davies. Der anglo-amerikanische Professor arbeitet an einem konkreten Projekt, um Spuren außerirdischer Besucher auf dem Mond nachzuweisen. Wer ist Prof. Davies? Warum ist der Mond das Ziel dieser SETA-Untersuchung (Search for Extraterrestrial Artifacts)? Und wie sieht das Konzept aus?

Prof. Davies ist Physiker, einer der renommiertesten Wissenschaftler der Gegenwart und interdisziplinär tätig. Der Brite arbeitet heute an der Arizona State Unversity, USA, und ist Leiter des Beyond Center for Fundamental Concepts in Science. Er ist Mitglied des internationalen Post-Detection Subcommittee der International Academy of Astronautics, die für die Veröffentlichung des fundierten Nachweises einer außerirdischen Zivilisation verantwortlich ist (zum Beispiel durch SETI-Forschungen), und er machte sich durch viele Bestseller zur ETI-Forschung und zum Phänomen des Fermi-Paradoxons einen Namen. 28› Hinweis Bereits 1995 erhielt Paul Davies den Templeton-Preis, der höher dotiert ist als der Nobelpreis und an Forscher vergeben wird, die sich um Brücken zwischen Wissenschaft und Religion beziehungsweise Philosophie verdient gemacht haben.

Wo würden am ehesten Hinterlassenschaften von ETI überdauern? Sofern wir damit untersuchbare, reale Gegenstände, also »Hardware«, meinen, so sei, neben den Lagrange-Gravitationspunkten im Erde-Mond-System, unser Erdtrabant selbst prädestiniert, Funde zu konservieren, folgert Prof. Davies.  29› Hinweis Zwar sind auch auf dem Mond Erosionsprozesse zu beobachten, verursacht durch Sonnenwind oder Meteoriten, aber Spuren sollten über Millionen von Jahren hinweg dennoch nachweisbar sein. In einer Projektstudie zur Suche nach Artefakten auf dem Mond, die im Oktober 2011 für die Acta Astronautica eingereicht wurde (veröffentlicht September/Oktober 2013) 30 , klassifizieren Prof. Davies und sein Assistent Robert Wagner die möglichen Funde ganz sachlich in folgende Untergruppen:

unabsichtlich hinterlassene Gegenstände, quasi Weltraumschrott, der auf irgendwelchen Wegen auf die Mondoberfläche gelangte;

eine installierte Sonde, die die Erde überwacht und mit der wir in Kontakt treten könnten;

Spuren von Oberflächenexpeditionen, Bergbau oder künstlichen Veränderungen von Strukturen auf dem Mond.

Spurensuche

Diese Kategorien werden in der Studie von Davies und Wagner detaillierter aufgeschlüsselt. Vor allem im Hinblick darauf, wo man sie auf dem Mondterritorium eher vermuten könnte und wie sie nachweisbar wären. Denn Spuren solcher Art sind nicht erst durch künftige Raumfahrten, sondern schon jetzt nachweisbar. Die Autoren weisen auf den Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) hin. Diese Sonde hat bereits einen großen Teil der Mondoberfläche aus verschiedenen Beleuchtungswinkeln mit einer Auflösung von bis zu 50 Zentimetern aufgenommen. Bei den der Öffentlichkeit über das Internet zur Verfügung stehenden Fotos (bei LRO-Projektabschluss circa eine Million) findet man natürlich auch jene Objekte, die unsere eigene Raumfahrt dort hinterlassen hat. Die Untersuchung dieses und weiterer NASA-Bildarchive kann einerseits durch Analyseprogramme geschehen, deren Algorithmen künstliche Strukturen wie zum Beispiel Spiralen oder Vierecke erkennen, andererseits aber auch durch Wissenschaftler und interessierte Laien. Davies und Wagner weisen auf das Projekt MoonZoo.org hin 31› Hinweis , bei dem engagierte Experten eine webbasierende Oberfläche geschaffen haben, die es – ähnlich wie beim Projekt SETI@home – weltweit Interessierten gestattet, sich an der Analyse zu beteiligen; Kriterien, die es erlauben, die möglichen verschiedenen Relikte zu erkennen, werden skizziert.

Bemerkenswert bei diesem Projekt ist aus dem Blickwinkel der Paläo-SETI nicht nur, dass hier endlich konkrete ETI-Forschung betrieben wird, sondern vor allem, dass implizit der Besuch von ETI in unserem Planetensystem gar nicht infrage gestellt wird. Wie selbstverständlich betrachtet man damit auch die Erde nicht als isoliertes System und ETI als unnahbare, ewig ferne Zivilisation. Raum und Zeit sind für raumfahrtbetreibende Wesen überbrückbar. Die Entdeckung eines ETI-Artefaktes auf dem Mond hätte eine Kaskade von wissenschaftlichen Aktivitäten zur Folge. Darunter mit Sicherheit weitere konkrete Projekte zur Identifizierung der fremden Besucher. Die Paläo-SETI bietet dazu eine große Zahl von Indizien an, bei deren Untersuchung nicht nur Wissenschaftler, sondern, im Internetzeitalter, wie bei MoonZoo.org, jeder Interessierte mitwirken kann.

Die Aufgeschlossenheit aus den Reihen der sogenannten »Mainstream-Science« hat Gründe. Die Erkenntnis hat sich durchgesetzt, dass Logik und Statistik uns zwingen zu erkennen, dass unsere Zivilisation nicht die einzige in der Galaxis sein kann. Resultate der empirischen Wissenschaft über Exoplaneten, aber auch erweiterte erkenntnistheoretische Konzepte rütteln deshalb auch an der Kalkulation über die Zahl der ETI-Welten in unserer Galaxis. Gemeint ist die sogenannte Drake-Formel.

Etwa 10000 ETI-Zivilisationen gebe es in unserer Galaxis, schätzte einst Prof. Frank Drake. Mit seiner inzwischen weitläufig bekannten, 1961 formulierten Gleichung wird aus verschiedenen Parametern (wie der Anzahl möglicher erdähnlicher Planeten, solcher mit intelligenten Lebewesen, der Zeitspanne der Existenz von Zivilisationen und anderen Faktoren) ein Wert kalkuliert: die Zahl der Zivilisationen, die sich auf anderen Planeten entwickelt hat und die zum jetzigen Zeitpunkt (Erdzeit) Radioastronomie betreiben kann. Eine Zahl, die natürlich hypothetisch ist, weil viele Parameter auf Schätzungen beruhen. Streng genommen beabsichtigt die Drake-Gleichung, nur eine Momentaufnahme aufzuzeigen – unabhängig von Distanzen in Raum und Zeit. Das war revolutionär – aber über ein halbes Jahrhundert später wissen wir, dass diese Kalkulation nur ansatzweise die Wirklichkeit beschreibt.

Nicht nur, weil sie auf Schätzungen beruht. Einzelne Parameter, wie die Zahl der möglichen Exoplaneten, können inzwischen genauer bestimmt werden. Das Hauptmanko der Gleichung ist die Einschränkung auf lokal entstandene Zivilisationen, die quasi unsere Technologie abbilden.

Die Wirklichkeit der ETI ist, wie sich in der wissenschaftlichen Diskussion über Jahrzehnte hinweg herausstellte, wahrscheinlich viel dynamischer. ETI werden aus verschiedenen Gründen Tochterwelten schaffen, die wiederum Ableger verbreiten. Die Evolution der Technologie wird diesen Vorgang weiter beschleunigen. ETI können fremde Welten nach ihren Bedürfnissen gestalten, was wir Terraforming nennen. Einige werden vielleicht nicht Planeten, sondern Raumschiffhabitate als Heimatwelten bevorzugen. Das heißt, nicht nur die technologische Qualität (weit über den Level der Radiotechnologie hinaus) und die Geschwindigkeit der Ausbreitung steigen, sondern auch die Quantität, die Menge der erreichten Regionen in der Galaxis, potenziert sich und damit die Zahl der ETI-Zivilisationen.

Die Drake-Formel ergibteine immer größer werdende Wahrscheinlichkeit für außerirdische Zivilisationen. (Foto: NASA)

Ausbreitung von ETI-Zivilisationen

Es gibt ganz verschiedene Kalkulationen, was diese Ausbreitung in der Galaxis für die Anzahl der ETI-Zivilisationen bedeutet. Die einfachste: Man geht von einem Heimatplaneten aus, der (nur) zwei Tochterzivilisationen gründet. Abhängig von der Geschwindigkeit der Ausbreitung wären die größten Teile der Galaxis beispielsweise in 3,75 Millionen Jahren besucht 32› Hinweis – angesichts der über zehn Milliarden Jahre, seit es unsere Milchstraße mit Planeten darin gibt, »ein Klacks«.

Berechnungen zur Modifikation und Erweiterung der Drake-Gleichung gab es daher einige. 33› Hinweis Eine lieferte der Astronom und technische Direktor der IAA, Claudio Maccone, der 2010 eine komplexere Version der Gleichung publizierte. Neu sind Berechnungen der Astrophysiker Adam Frank (University of Rochester in New York) und Woody T. Sullivan III (University of Washington in Seattle). Nach ihren Kalkulationen pulsiert das Universum geradezu vor Zivilisationen, und auch in unserer eigenen Milchstraße wären wir mit großer Sicherheit nicht alleine. Die komplexen Hochrechnungen berücksichtigen sogar Welten, die inzwischen Katastrophen zum Opfer gefallen sind. Eine Art »Astroarchäologie« wäre demnach sinnvoll. 34

Der Mathematiker und NASA-Ingenieur Dr. Robert Zubrin wies 2018 sogar auf Fehler in der Rechenart der Drake-Gleichung hin:

»Die Gleichunggeht davon aus, Leben, Intelligenz und Zivilisation entstehenur einmal pro Sonnen- beziehungsweise Planetensystem. Das ist eindeutig falsch,denn Sterne entwickeln sich über einen Zeitraum von Milliarden vonJahren, Arten von Lebensformen über Millionen von Jahren undZivilisationen über mehrere Tausende von Jahren.

Alleine unsere derzeitige menschlicheZivilisation könnte sich zwar selbst auslöschen, aber es bräuchte nurwenige Überlebende einer thermonuklearen Selbstzerstörung unsererZivilisation, um nur knapp 1000 Jahre später erneut eine vermutlichglobale Zivilisation erstehen zu lassen.

Zudem ignoriert die Drake-Gleichungdie Möglichkeit, dass sich sowohl das Leben als aucheine Zivilisation interstellar ausbreiten kann.« 35› Hinweis

Dr. R. Zubrins Neuberechnung ergibt, dass sich, statistisch gesehen, die nächste Zivilisation »nur« circa 185 Lichtjahre, möglicherweise sogar nur 122 Lichtjahre von der Erde entfernt befinde.

»Wie auch immer man es drehen will, eines scheint ziemlich sicher: Dort draußen existieren zahlreicheZivilisationen. Doch welche Zivilisationen sinddies und was haben sie schon erreicht? Gut wäre, wennwir auf diese Fragen eine Antwort hätten.«36› Hinweis

Alles spricht also gegen eine Isolation unseres Sonnensystems, unserer Erde und unserer Menschheit – auch und gerade, was Expeditionen von ETI angeht. Und umgekehrt? Noch können wir keine interstellaren Reisen realisieren – aber wir könnten versuchen, ETI-Zivilisationen im Rahmen der SETI-Projekte zu lokalisieren. Möglich wird das durch unsere immer perfekter werdende Technologie. Allerdings gilt es dabei zu berücksichtigen, dass weit fortschrittlichere ETI in der Lage sein dürften, sich unauffindbar zu machen. Gründe dafür, wie Schutz gegen unbekannte Feinde, gäbe es genug. Und sogar die Tarntechnologie wäre möglich. Bekannt wurden Innovationen, die nicht Dinge im Raum, sondern – fast unglaublich – sogar Ereignisse in der Zeit verschwinden lassen. 37› Hinweis Und was den ganzen Planeten betrifft, wurde kürzlich ein Konzept bekannt, das mittels Lasertechnologie unsere Welt verstecken könnte. 38› Hinweis Mimikry, wie sie Dr. Johannes Fiebag in die Diskussion brachte, könnte bei ETI nicht nur unmittelbar bei direkten Besuchen anderer Planeten mit vorhandenen Kulturen von Bedeutung sein, sondern vielleicht auch im galaktischen Maßstab.

Es sollte uns nicht wundern, wenn SETI-Forscher – als akzeptiertes Konzept oder als Forschungsresultat – in Zukunft von einer Art ETI-Netzwerk ausgehen werden. Wir müssen uns nur immer vergegenwärtigen, dass alles, was außerirdische Besucher und ihre Ausbreitung in der Galaxis anbelangt, sich in einem sehr, sehr großen Zeitrahmen abspielt. Denken und Handeln der ETI findet in kosmischen Dimensionen statt. Das hindert unsere schlauen Köpfe aber nicht daran, immer konkreter abzuschätzen, was sich zwischen den Sternen verbirgt.

Paleo Searchfor Extraterrestrial Intelligence. Artifact-SETI bei »Tabbys Stern«

VON STD DIPL.-HDL. PETER FIEBAG

»Wenn man sich diestrengen Maßstäbe einiger Wissenschaftstheoretikeransieht, dann hätten die Wissenschaftler viele erfolgreiche Theorien gar nichterfinden dürfen.«

Dr. Jürgen A. Alt, Das Abenteuer derErkenntnis, München 2002

»Statt die absoluten Grenzen unseres Wissens dazustellen«, meint der renommierte Physiker Prof. Michiu Kaku, »sollten wir diese Unmöglichkeiten vielleicht lieber als Herausforderungen betrachten, die auf die nächste Wissenschaftlergeneration warten. Diese Grenzen sind wie Pasteten. Man muss sie aufbrechen.« 39› Hinweis Michiu Kaku, Wissenschafts-Star der USA, hat recht. Denn solche scheinbaren Grenzen wurden erstaunlich schnell in den vergangenen Jahrzehnten gerade von Astronomen und Raumfahrtwissenschaftlern durchbrochen, eingerissen und überschritten.

Der Flug mit Raketen ins Weltall? Als Hermann Oberth seine Doktorarbeit an der Universität Göttingen über diesen Forschungsschwerpunkt einreichte, wurde sie abgelehnt. 1923 veröffentlichte er seine Gedanken unter dem Titel Die Raketezu den Planetenräumen und löste damit eine solch heftige Diskussion aus, dass sie als »Schlacht der Formeln« in die Geschichte einging. Heute gilt Oberths Buch als Standardwerk der Pionierzeit der Raumfahrt.

Die Schallmauer durchbrechen? Unmöglich! Der reitende Mensch war jahrtausendelang das Schnellste, was man sich für einen Menschen als Fortbewegung denken konnte. Doch die Eisenbahn, das Auto, das Flugzeug beschleunigten den Menschen auf bis dahin unbekannte Geschwindigkeiten, 1938 erreichte eine Messerschmitt 262 mit Turbinendüsenantrieb immerhin schon 870 Kilometer pro Stunde. Dann, am 14. Oktober 1947, durchbrach Chuck Yeager mit der Bell X-1 als erster Mensch die Schallmauer.

Einen Menschen ins All befördern? Utopisch! Das Sonnensystem mit Sonden erkunden? Undurchführbar! Aber 1957 erfolgte der Start des ersten künstlichen Satelliten, Sputnik1. 940 Kilometer führte ihn seine elliptische Bahn hoch über die Erde. Er wog 84 Kilogramm. Nur knapp einen Monat später brachte Sputnik 2 das erste lebende Wesen, die Polarhündin Laika, in den Weltraum. 1961 folgte der erste Mensch. Und am 21. August 1989 erreichte nach 4384 Tagen das kleine Raumschiff Voyager 2 mit einer Reisegeschwindigkeit von 60421 Kilometern pro Stunde den Neptun mit seinem kleinen Mond Triton, von dem die Sonde ein Foto zur Erde sandte. Was als unmöglich gegolten hatte, war möglich geworden und reihte sich ein in eine lange Folge der möglichen Unmöglichkeiten.

In den Weiten des Alls

»Die Grenzen unseres Planetensystems werden auch in kommenden Zeiten zugleich die Grenzen aller sinnvollen Weltraumunternehmen sein«, fasste 1979 beispielsweise Heinz Mielke den Stand der »Erkenntnis« zusammen. 40› Hinweis Und Prof. Heinz Haber schrieb 1972: »Es besteht keine vernünftige Aussicht, dass wir jemals ›die anderen‹ treffen, dass wir sie je besuchen können oder dass sie bei uns auftauchen. […] Wir sind im Weltall verloren – gestrandet in dem winzigen Bereich des Universums, den uns die Natur angewiesen hat.« 41› Hinweis Und heute? Noch immer wird verkündet: Mit Raumschiffen zu fernen Sonnen fliegen? Ausgeschlossen! Utopisch! Zu weit. Zu lange Reise. Gewaltige Kosten. Unglaublich energieaufwendig. Und so weiter und so fort.

Doch wie stets: Der Irrtum liegt im Nachhinein unwiderlegbar auf der Hand. Alles ist machbar. Auch wenn es noch so fantastisch, unglaublich, undenkbar scheint. Kleingeister, unter ihnen viel zu viele Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger, lernen nicht dazu, wie oft das Wörtchen »unmöglich« seinen Sinn verlor. »Irre Reise zum Sternsystem Alpha Centauri«, titelte Der Spiegel im Februar 2017. 42› Hinweis Irre? Unmöglich? Utopisch? Undurchführbar? Keineswegs. Denn was noch vor wenigen Jahren mit den feinsinnigsten Argumenten wegdiskutiert wurde – zu weit, zu lange Reise, gewaltige Kosten, unglaublich energieaufwendig –, ist plötzlich in greifbare Nähe gerückt. Denn das Projekt Breakthrough Starshot propagiert genau dies. Mit riesigen Lasern soll ein Sonnensegel mit einer Minisonde so stark beschleunigt werden, dass das Weltraumgefährt ein Fünftel der Lichtgeschwindigkeit erreicht und in 20 Jahren bei unserem Nachbarstern Alpha Centauri, der 4,3 Lichtjahre entfernt ist, ankommen würde. Zweites Ziel: Proxima Centauri, 4,2 Lichtjahre entfernt, gehört plötzlich zu den faszinierendsten Himmelskörpern, denn dieser relativ nahe Stern wird von einem potenziell lebensfreundlichen Exoplaneten umrundet.

Schon 2016 entschlossen sich der Physiker Stephen Hawking und der Milliardär Juri Milner, nach intelligentem Leben im Kosmos zu forschen. Hunderte oder Tausende winzige Nanoraumschiffe, nur zehn Zentimeter groß, sollen mit einer Rakete ins All befördert werden, wo sie mehrere Quadratmeter große, hauchdünne Segel entfalten. Angetrieben werden sollen sie von einem Energiefeld aus Lasern auf der Erde, 100 Gigawatt stark. Innerhalb von wenigen Minuten erreichen so die Raumsonden ein Fünftel der Lichtgeschwindigkeit. 20 Jahre würden sie dann durch das All gleiten, bevor sie Alpha Centauri erreichen.

Ähnliches sieht DEEP-IN (Directed Energy Propulsion for Interstellar Exploration) vor, das von Prof. Philip Lubin (University of California) entwickelt wird. Auch er will Antrieb und Raumschiff voneinander trennen und zum Beispiel in der Erdumlaufbahn oder den Lagrangen-Punkten im Erde-Mond-System Laserkanonen installieren, die mit einem Photonenbeschuss das Raumschiff für zehn Minuten beschleunigen. Im Vakuum des Alls würde es mit einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit ungebremst weiterfliegen. Trifft die erste Sonde nach 15 Jahren Flugzeit im Alpha-Centauri-System ein, würde sie Fotos und Messergebnisse aufnehmen und zu einer zweiten Sonde, die circa zehn Minuten nach ihr gestartet wurde, weitersenden. Diese sendet diese Daten ihrerseits an eine nachfolgende Sonde, sodass eine Übertragungskette von Relaisstationen bis zur Erde in Gang gesetzt würde. Nach rund 20 Jahren wären die ersten Bilder und Daten von Alpha Centauri zu erwarten.

Natürlich gibt es die üblichen Einwände von unbekannter Strahlung bis hin zur Stabilität des verwendeten Materials. Und die Datenermittlung und Fotografien? »Die schnellen Starshot-Raumschiffe, die für den Weg von der Erde zur Sonne lediglich 40 Minuten benötigen würden, müssen das allerdings im Vorbeiflug erledigen. Ein Bremsmanöver bei Alpha Centauri ist technisch unmöglich. Viel mehr als ein paar schnelle Schnappschüsse sind daher nicht drin.« 43› Hinweis

Am 1. April 2016, da ist es wieder: das Wort »unmöglich«. Unmöglich? Die Schlaumeier der Wissenschaft und des Journalismus lernen einfach nicht dazu. Nur genau ein Jahr später legten René Heller und Michael Hippke vom Max-Planck-Institut Göttingen eine neue Studie vor. 44› Hinweis Die beiden Astrophysiker wollen die Strahlung und Schwerkraft der Sterne nutzen und das Sondensegel bei der Ankunft der Sonde so ausrichten, dass die entgegenkommende Strahlung der Sterne das Miniraumschiff maximal abbremst. Eine Vollbremsung im Weltall also. Dann könnte es in eine Umlaufbahn einschwenken und Planeten erkunden. Durch eine Neuausrichtung des Segels könnte das Raumschiff Alpha Centauri B erreichen und in einem Schleudereffekt Richtung Proxima Centauri befördert werden, wo es nach 46 Jahren (140 Jahre nach dem Start von der Erde) ankäme. Dort könnte die Nanosonde auf die Suche nach flüssigem Wasser und Leben gehen. Und wie sähe die Technik solcher Nanosonden aus? »Wenn man von einem modernen Smartphone alle für die Funktion unwichtigen Teile entfernt, bleiben nur wenige Gramm an funktionsrelevanter Technik übrig«, kommentieren Heller und Hippke.

So einfach kann Raumfahrt zu den Sternen sein. Und so einfach mag Raumfahrt schon seit Millionen und Abermillionen Jahren für extraterrestrische Raumfahrt sein. Ihre Sonden mögen vor sehr langer Zeit unsere Erde erreicht haben. Doch weil sie so klein sind, haben wir sie noch nicht entdeckt, diese winzigen Botschafter ferner Welten, die vielleicht direkt vor unserer Haustür liegen und Daten und Fotos auf eine interstellare Reise zu fernen Welten senden, die »unmöglich« weit entfernt auf Neuigkeiten von einem kleinen, blauen Planeten warten, den die Sondenhersteller schon seit Millionen von Jahren kennen.

Das Licht der Erkenntnis

Unsere Welt birgt noch immer zahlreiche Geheimnisse. Dies ist so, obwohl bereits seit dem 17. Jahrhundert ein großartiges Menschheitsprojekt initiiert wurde: durch rationales Denken die Welt zu entschlüsseln, Vorurteile durch Vernunft zu überwinden. Doch selbst nach drei Jahrhunderten Aufklärung ist Toleranz nicht unangefochten und scheint eine vernunftorientierte Gesellschaft nur partiell zu existieren. Denk- und Handlungsfreiheit führt nicht zwangsläufig zu Fortschritt – weder gesellschaftspolitisch noch wissenschaftlich.

Die Aufklärer ersannen eine Lichtmetaphorik, die sie aus der Antike übernahmen. Das »Licht der Erkenntnis« sollte Verständnis schaffen, erhellend informieren. Der deutsche Philosoph Immanuel Kant zog schließlich gegen die selbst verschuldete Unmündigkeit der Menschen zu Felde und forderte: Bediene dich deines eigenen Verstandes! Dieses »Sapere aude!« mag auch zu übersetzen sein mit »Wage es, weise zu sein!« Und doch: Gerade jene, die Hüter und Motor der Aufklärung sein sollten, Wissenschaftler, richten eben nicht unvoreingenommen und weise die modernen Scheinwerfer des Lichtes auf die noch im Dunkeln liegenden Bereiche, wie es die frühen Mythen der Menschheit bis hin zu den modernen Rätseln der UFO-Sichtungen sind.

Dieser Aufgabe haben sich mutige Forscher unter der Prämisse der Paläo-SETI-Hypothese gewidmet: den Spuren eines völlig asymmetrischen Kontaktes nachzugehen. Die Suche nach diesem Beweis ist das spannendste Abenteuer, das der Menschheit zu erleben möglich ist. Aus Pro und Contra, aus Indizien für oder gegen diese Hypothese nähern wir uns so Schritt für Schritt dem Ziel. Ganz im Sinne der Aufklärung: Licht in verborgene Welten zu bringen.

Paläo-SETI, »Paleo Search for Extraterrestrial Intelligence«, bearbeitet mithin ein Feld, das in der Mainstream-Archäologie, der herkömmlichen Paläontologie, der Anthropologie, der Archäologie, der klassischen Theologie usw. brachliegt. Warum ist dies so? Zuerst einmal natürlich, weil derzeit kein Beweisstück vorliegt, das zweifelsfrei als außerirdisches Artefakt einer intelligenten Spezies identifizierbar ist. Paläo-SETI sucht nach etwas, das letztlich jenseits unseres Erfahrungshorizontes liegen könnte. Doch rechtfertigt dies, dass eine – ich will es einmal so nennen – hypothetische Form der Archäologie, Anthropologie und Paläontologie nicht betrieben werden darf?

Selbstverständlich nicht. Auch bei SETI, der Suche nach Signalen außerirdischer Zivilisationen, wird wissenschaftlich nach etwas geforscht, von dem wir nicht wissen, ob es existiert. Nie hätte man sich auf die Suche nach Elektronen, nach Quanten, nach Dunkler Materie aufmachen dürfen, wenn die Voraussetzung für eine wissenschaftliche Suche bereits der vorliegende Beweis ist. Wissenschaft zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass eine These aufgestellt und überprüft wird.

Die universitären Fakultäten tun sich schwer damit, zwei so entfernte Wissensgebiete wie Archäologie und außerirdische Intelligenz auch nur gedanklich zusammenzuführen. Und dabei ist doch im Grunde auch SETI selbst nichts anderes als Archäologie. Denn gesucht wird nach einem elektromagnetischen Signal von einer möglicherweise schon vor langer Zeit untergegangenen Zivilisation. Was anderes als Weltraumarchäologie ist dies? Gesucht wird von Astrobiologen nach außerirdischem Leben, das eventuell schon vor Äonen ausstarb. Was anderes ist das als außerirdische Paläontologie? 45› Hinweis

Interessanterweise veröffentlichte die NASA 2014 einen Proceeding-Band zum Thema »Archäologie, Anthropologie und Interstellare Kommunikation«. 46› Hinweis Darin finden sich Abhandlungen über

die Rolle der Anthropologie bei der Suche nach SETI;

analoge Betrachtungen von Problemen einer extraterrestrischen Radio-Transmission;

das Verständnis der antiken griechischen und der Maya-Kultur;

die Frage, welche Perspektiven Archäologie und Anthropologie für die Entzifferung von außerirdischen Botschaften liefern können.

Sinn dieser Zusammenarbeit ist es, besser auf einen möglichen Kontakt mit einer Sternenzivilisation vorbereitet zu sein.

Eine tabellarische Übersicht zeigt die verschiedenen Szenarien, die die Wissenschaftler betrachten:

den Kontakt zwischen zwei unterschiedlichen menschlichen Kulturen, Beispiel: Spanier und Azteken;

den Kontakt zwischen einer menschlichen Kultur und einer Gruppe von Tieren, wie einer Ameisenkolonie oder einer Horde Schimpansen;

den Kontakt zwischen unterschiedlich weit fortgeschrittenen Gesellschaften: zwischen menschlichen Kulturen und außerirdischen Zivilisationen.

Genau diese Szenarien, ja selbst exakt diese Vergleiche, finden sich im Diskurs der Paläo-SETI bereits seit Jahrzehnten wieder. Warum fällt es vielen Wissenschaftlern bei all ihrer Gelehrsamkeit so schwer, zuzugeben, dass die Paläo-SETI-Hypothese weder unwissenschaftlich noch unmöglich ist? Warum bricht jedes Mal Horror im Hasenstall aus, wenn der Name Erich von Däniken fällt?

Konsensrealität

Der Grund ist, dass eine Konsensrealität existiert, die man unter keinen Umständen aufgeben will. Auch wenn offensichtlich ist, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit für vielfältiges Leben im All gibt – in unterschiedlichsten Entwicklungsstufen, seit unterschiedlich langen Zeiten –, wird der letzte Schritt nicht gegangen – nämlich einzugestehen, dass die intelligentesten unter diesen außerirdischen Lebewesen schon seit unbeschreiblich langen Zeiträumen das Weltall durchstreifen und bereits auf unseren Planeten getroffen sein könnten. Und dass dieser Kontakt – der sogenannte Contact-Typ III – nicht erst in der Zukunft stattfinden wird, sondern nach einfachen mathematischen Wahrscheinlichkeiten schon stattgefunden haben kann. Nicht muss, aber kann. Bereits der prominente Physiker Freeman Dyson sagte: »Nichts ist zu groß oder zu verrückt, als dass sich nicht eine unter einer Million technischen Zivilisationen veranlasst fühlen könnte, es zu tun, vorausgesetzt, es ist physikalisch möglich.«

Die Geschichte liefert uns leider keine Beipackzettel. Und doch tragen die Kulturgüter – Denkmäler, Urkunden, Mythen, Erzählungen – etwas in und mit sich, das von uns freigelegt werden kann. Die Formen der Aktivierung sind dabei vielfältig. Sie sind abhängig von der Art der Kulturgüter. Sie sind abhängig von dem jeweiligen historischen, aber auch zum Beispiel politischen, religiösen, soziokulturellen Kontext. Sie sind zudem wesentlich motiviert von den jeweiligen aktuellen Netzwerken aus Hypothesen. Gerade Wissenschaftlern sollte bewusst sein, wie instabil unser Wissen tatsächlich ist. Der Evolutionsbiologe Prof. Josef Reichholf, Kommissionsmitglied unterschiedlicher internationaler wissenschaftlicher Projekte, geehrt mit zahlreichen Auszeichnungen, versehen mit Forschungsaufträgen in aller Welt, hat scharfsinnig festgestellt, dass »die Wissenschaft keine Wissenschaftsgläubigkeit (braucht), um neues Wissen zu schaffen, sondern die geistige Freiheit, die dies ermöglicht«.

Wesen aus »himmlischen Sphären« werden seit Jahrtausenden wie Astronauten mit Helmen abgebildet. Hinweise auf extraterrestrische Kundschafter? (Wondjina, Australien, Vatikan-Museum, Foto: Fiebag)

Nehmen wir als Beispiel den berühmten Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel (1738–1822,) der eigentlich Musiker war. Weil er auch noch neugierig auf Astronomie war, begann er, immer bessere Teleskope zu fertigen, und entdeckte letztendlich den Uranus. Aber er fand noch etwas anderes: kleine, nebelartige Gebilde, die im All zu schweben schienen. Er entwickelte eine Hypothese: Keine Nebel oder Gase seien dort im Universum, sondern die nebelartigen Gebilde stellten entfernte gigantische Sternenhaufen dar, die nicht zu unserer Milchstraße gehörten. Herschel jedoch konnte diese Hypothese nicht beweisen. Ihm fehlten in seiner Epoche dazu die technischen Möglichkeiten. Schlussendlich hielt er selbst diese These für zu waghalsig; sie passte nicht in das Gedankenumfeld, in das Paradigma seiner Zeit. So ließ er die These wieder fallen. Dennoch war sie richtig. 47› Hinweis

Immer hängen wissenschaftliche Gedankengebäude mit den zugrunde liegenden Weltbildern zusammen, die in die konkreten Forschungsprogramme und wissenschaftlichen Theorien einfließen. 48› Hinweis Man kann sehr deutlich zeigen, dass wir selbst heute nicht in der Lage sind, wissenschaftliche Theorien und allgemeine Hintergrundannahmen sauber voneinander zu trennen. 49› Hinweis Suchen wir also nach Spuren Außerirdischer auf unserem Planeten, dann spielen – auf der einen wie auf der anderen Seite – vielfältige Hintergrundannahmen eine Rolle. Wollen wir die Geschichte von Kulturgütern aktivieren, ist immer der Blickwinkel entscheidend. Die Maya galten lange als die friedlichste Hochkultur der Welt. Alles, was auf kriegerische Aktivitäten hinwies, wurde folglich umgedeutet oder geflissentlich übersehen. Und genauso würde ein Archäologe, der von vornherein die Möglichkeit ausschließt, dass Außerirdische die Erde besuchten, sehr wahrscheinlich selbst deutliche Hinweise nicht wahrnehmen, weil sie nicht in seinen Erwartungs- oder Bildungshorizont passen.

Aufgeklärte Wissenschaftler sollten sich vergegenwärtigen, was J.A. Alt in seinem Buch Das Abenteuer der Erkenntnis (2002) schrieb: »Die Vorstellungen über die Objektivität in den Wissenschaften unterliegen einem historischen Wandel.«

Out-of-place-Artefakte

Wie könnte man ein außerirdisches Artefakt identifizieren? Prof. Harry O. Ruppe, Raumfahrtwissenschaftler und Mitglied der A.A.S., war bis kurz vor seinem Tode Anfang des Jahres 2016 sehr interessiert an dieser Frage. Ich habe mich mit ihm wieder und wieder über dieses Thema unterhalten. Es könnte ein Out-of-place-Artefakt sein, das von seiner Technik, seiner Herstellungsweise nicht in das geschichtliche Umfeld des Fundes passt. Zeigt die Zusammensetzung der Elemente möglicherweise eine Anomalie? Aber vielleicht ist es nur eine geschickte Fälschung, gab Harry Ruppe zu bedenken. Oder war die Ursache ein Erdrutsch, der den Gegenstand verlagert hat? Wie lässt sich unzweideutig das Objekt einer außerirdischen Kultur zuschreiben?

Würde ein entsprechender Gegenstand außerhalb der Erde gefunden, in Sektoren des Sonnensystems, die von irdischen Sonden noch nie zuvor erkundet wurden, wäre der Beweis eindeutig erbracht.

Es gebe aber in der Tat wenigstens eine »forensische« Methode auch für einen archäologischen Fund auf der Erde. Das Wissen dazu stammt aus der Meteoritenforschung. Auf größeren Meteoritenfunden lassen sich Vertiefungen ausmachen, die wie Daumenabdrücke auf der Oberfläche erscheinen. Diese Regmaglypten entstehen durch Abtragung von Material auf der äußeren Schicht eines Meteoriten, der in der Erdatmosphäre extremen Kräften ausgesetzt war. Wahrscheinlich bilden sich diese Vertiefungen durch Wirbel, die durch heißes Gas erzeugt werden. Würden wir ein künstliches Artefakt in einer tiefen Erdschicht entdecken, das ebensolche Spuren aufweist, dann hätten wir den Beweis, nach dem wir suchen.

Dieses Beispiel zeigt, dass es ausgesprochen wichtig ist, über den engen Horizont der Einzelwissenschaft hinauszudenken. Dabei kann jeder mithelfen, unzweideutige Kennzeichen für ein außerirdisches Objekt zu finden. Solange man nicht nach Regmaglypten auf archäologischen Gegenständen Ausschau hält, sieht man sie nicht als das, was sie sind. Und wer weiß, welche Marker offen vor aller Augen in irgendeinem Museum täglich gesehen werden, ohne dass der entscheidende Rückschluss gezogen werden kann. Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von einem unglaublichen Datenaufkommen. In der Epoche der großen Datenmengen ist es denkbar, dass der Nachweis eines Paläokontaktes bereits in unseren Archiven versteckt liegt.

Der berühmte Starphysiker Prof. Michio Kaku kam auf eine andere Idee zu sprechen:

»In der Nanotechnologie können wir Dingeungeheuer verkleinern, können Materialien auf der molekularen Ebene mithilfevon Kohlenstoffnanoröhren superstabil herstellen, können vielleicht atomareMaschinen herstellen. Oder wir können atomare Laboratorien bauenin der Größe von Atomen! […] Alles, was es benötigt, istein Informationsspeicher, mit dessenHilfe es sich selbst replizieren und damit beginnen kann, […] Typ-I-Zivilisationen zu studieren. Sie könnten auf der Erdesein. […] Auf dem Mond könnten sie Milliarden von Jahren überdauern, aber die Erde hat diese komplexe Kohlenstoffchemie. Ganz gleich, was man also über dieErde denken mag, sie stellt in jedem Fall ein Laboratoriumfür die Entstehung neuer Lebensformendar.

Wenn man also eine intelligente Lebensform ist, die dieErde vor der Entstehung des Menschen besucht, und man sieht,wie sich die Dinosaurier dort tummeln,dann sagt man sich vielleicht: ›Gib ihnen genug Zeit, undwir bekommen intelligente Saurier. Wieso nicht eine Sonde hier stationieren, die Sache beobachten. Und abwarten. Einfach abwarten.‹ […] Diese Wesen sind vielleicht halb computerisiert. Ein Teilihrer Intelligenz wäre also technologisch. Wenn wir einen dieser Außenposten finden würden, dann würde er uns vermutlichreichlich bizarr vorkommen. […] Eine zurückgelassene Sonde wäre lebendig – und infantastischer Weise miniaturisiert.«

Eine fantastische Idee, aber keine unrealistische. Wenn wir indessen bedenken, dass es noch keinem Zeitalter gelungen ist, sich seinen Nachfolger vorzustellen (Beispiel: Quantentheorie, Relativitätstheorie, Internet), was können wir dann heute wirklich über einen Fund einer interstellaren Zivilisation aussagen? Uns steht absolut keine Analogie zur Verfügung. Aber wir haben unter Umständen Hinweise in uralten Überlieferungen der Menschen. Was immer am Ende einer solchen Spurensuche stehen mag, interessant ist es allemal, diesen Spuren nachzugehen. Denn ein einziger Beweis reicht aus, um die Paläo-SETI-These zu bestätigen. Vielleicht ist er nur so klein wie eine Botschaft, die in ein Virus eingeschleust wurde.

Asteroiden, Monde undNanosonden

Ben McGee 50› Hinweis hat drei Szenarien beschrieben, in denen es zu einer Identifizierung eines mutmaßlich künstlichen außerirdischen Artefaktes kommen könnte:

beim Auffinden eines Artefakts auf der Erde;

bei der »Fernerkundung« von der Erde aus, zum Beispiel durch ein Weltraumteleskop oder durch Sonden;

bei der Begegnung mit einem Artefakt während eines bemannten Raumfluges. 51› Hinweis

Die Suche nach extraterrestrischen Artefakten auf dem Mond durchzuführen, schlug 2006 der Astrobiologe Prof. Ian Crawford (Birkbeck, University of London) vor – freilich lange nach Vertretern der Paläo-SETI wie Dr. Peter Kolosimo oder dem Planetengeologen Dr. Johannes Fiebag. Dass wir ein Objekt einer fernen Sternenzivilisation, wenn es genügend groß wäre, auf den Monden oder den Planeten erkennen würden, ist sehr wahrscheinlich. Auch Michio Kaku geht davon aus, dass leblose Monde die besten Stützpunkte für Nanoschiffe wären, und prognostiziert: »Vielleicht sind noch weitere 100 Jahre nötig, bevor unsere Technik fortgeschritten genug ist, um den gesamten Mond auf Strahlungsanomalien zu untersuchen, und in der Lage sein wird, uralte Hinweise auf einen vorausgegangenen Besuch von Nanoschiffen zu suchen.« 52› Hinweis

Extraterrestrische Raumschiffe oder Sonden zu suchen, die irgendwo in unserem Sonnensystem seit unglaublich langen Zeitperioden stationiert sein könnten, ist ebenfalls ein wichtiger Ansatz. Vorgeschlagen für mögliche Kandidaten wurde unter anderem von meinem Bruder, Dr. Johannes Fiebag 53› Hinweis , das zehn Meter durchmessende Objekt 1991 VG, das sich auf einer heliozentrischen Umlaufbahn befindet, ein sehr ungewöhnliches Verhalten zeigt und keine Radarechos zurückspiegelt 54› Hinweis . Der österreichische Astronom Dr. Karl Grün wies auf ein ungewöhnliches Gebilde hin, das weder Planetoid noch ein Komet sein kann: 1996 PW. 55› Hinweis Infrage käme auch der zylinderähnliche Neptunmond Nereide mit einer befremdlichen Farbanalyse und auffallenden Positionsdaten, die auf »radikale Orbitveränderungen« hindeuten. 56

Diskutiert wird über ein rätselhaftes Objekt jenseits der Neptunbahn. 57› Hinweis Ein internationales Team von Astronomen wertete im Februar 2016 astronomische Fotos eines neuen Zwergplaneten aus, der in einer Scheibe aus kleinen Eiswelten jenseits des Neptun kreist. Während sich Neptun 30 Astronomische Einheiten (AE) von der Sonne entfernt befindet, variiert der Miniplanet 2015 RR245 zwischen 34 AE und 130 AE. Daher benötigt das Objekt, das auf 700 Kilometer Durchmesser geschätzt wird, 733 Jahre für eine Umkreisung der Sonne.

Rätselhafter Körper im All: 2015 RR245 (Foto: NASA)

Seine Bahndaten widerstehen bislang beharrlich allen Erklärungsversuchen. Inoffiziell wurde er auf »Niku« getauft, was japanisch »linksdrehend« bedeutet, da die Umlaufbahn um 110 Grad gegenüber der Ekliptik geneigt ist und Niku die Sonne gegenläufig zur Bewegungsrichtung der Planeten umkreist. Was könnte dieses Objekt, einem Geisterfahrer gleich, in einen solchen mysteriösen Orbit gezwungen haben? 58 Könnte Niku eine sogenannte Bracewell-Sonde sein, eine automatische, interstellare Robotersonde, die zur Beobachtung eines Sonnensystems von einer fernen Alien-Zivilisation entsandt wurde? 59› Hinweis Ein »Weltraumspion«, der relevante Daten über das sich hier entwickelnde Leben und die sich entwickelnde Intelligenz an seinen kosmischen Absender schickt? Es gibt einen einfachen Weg, diese Fragen zu beantworten: Man muss hinfliegen und nachschauen. Und wenn es kein technisches Objekt ist, sondern ein ganz »normaler«, aber exotischer Miniplanet? Macht auch nichts. Spannend sind die Ergebnisse so oder so.

Artifact-SETI: »Tabbys Stern«

Ein letztes Beispiel, wie eine sehr konkrete Forschungsaufgabe entstehen kann: Der Physiker Freeman Dyson schlug im Jahr 1960 vor, Zivilisationen könnten künstliche, gigantische Sphären im All errichten. In den vergangenen Jahrzehnten wurden hierfür mehrere Suchstrategien entworfen (Dysonian-SETI). Luc Arnold verwies 2005 auf ein Verfahren, solche Megaobjekte mithilfe einer unverwechselbaren Lichtkurvensignatur zu erkennen.

Einen auffälligen Kandidaten für ein solches »Artifact-SETI« nennt der Astronom Dr. Wright: Es ist der 2015 entdeckte KIC 8462852, »Tabbys Stern«. 60› Hinweis Wright ist der Ansicht, dass sich hinter diesem interstellaren Objekt eine künstliche Megastruktur »verstecken« könnte. Dieser Stern zeigt mehrere einzigartige und bislang unerklärte fotometrische Eigenschaften, die sich natürlichen Erklärungen zu entziehen scheinen. Er hat eine 1,46-fache Sonnengröße, rotiert in 21,12 Stunden einmal um sich selbst und befindet sich im Sternbild Schwan, circa 1480 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Was ist so interessant an diesem Objekt, dass Astronomen weltweit bereit sind, ihre Reputation aufs Spiel zu setzen? Sie gehen der Frage nach, ob es sich um eine gigantische Baustelle einer außerirdischen Kultur handeln könnte, zum Beispiel um eine Dyson-Sphäre 61› Hinweis , die das Zentralgestirn dieser Zivilisation mittels einer gigantische Solarzellenhohlkugel umschließt, um die dortige Sonnenenergie nutzbar zu machen. Denkbar wäre aber auch eine Satellitenarmada, die fabrikmäßig arbeitet. 62› Hinweis

Grund für diese Annahme sind die völlig rätselhaften, kurzen, nicht-periodischen Helligkeitsreduzierungen dieses Sternes. Am 5. März 2011 trat die erste starke Helligkeitsreduzierung auf – innerhalb eines Tages ging der entsprechende Wert um 16 Prozent zurück! Nach dieser Verdunkelung schwappte der Wert nach einem Tag auf 100 Prozent zurück.

Knapp zwei Jahre vergingen ereignislos. Dann, am 28. Februar 2013, nahm die Helligkeit innerhalb von drei Tagen um 1,5 Prozent ab, stieg wieder leicht an und brach kurz darauf für zwei Tage um 22 Prozent (!) herunter.

Ungewöhnliche Lichtkurveneinbrüche des Sterns KIC 8462852 (Grafik: Boyajian et al., 2015)

Eine weitere Abnahme um drei Prozent folgte schon 20 Tage später und dauerte zehn Tage. Nach einer 37-tägigen Pause kam es zu einem erneuten zehntägigen Einbruch in Höhe von acht Prozent. Danach stellte sich der Ausgangszustand nur langsam wieder ein. – Im Mai 2013 fiel das Weltraumteleskop Kepler aus, sodass die Beobachtung nicht fortgesetzt werden konnte.

Die Astronomen waren und sind verblüfft. Ein Vergleich mit 100000 Sternen aus der Kepler-Datenbank ergab keinen vergleichbaren Stern. 63› Hinweis Inzwischen rechneten die Forscher fieberhaft, um dem Phänomen beizukommen. Eine Reihe von Erklärungsversuchen folgten. Die Berechnungen ergaben, dass der »blockierende Körper« bis zu 527 Grad Celsius heiß sein kann und den Stern in einem Mindestabstand von etwa 30 Millionen Kilometern, wahrscheinlicher aber 239 Millionen Kilometern, umkreisen müsste.

KIC 8462852 inunterschiedlichen Phasen seiner Lichtintensität (Foto: Kepler-Teleskop)

Ein aufgebrochener Komet wurde als wahrscheinlichste Möglichkeit präsentiert. Doch eine Publikation von Bradley Schaefer 64› Hinweis im Januar 2016 widerlegte diese Hypothese. Denn zum einen belegt wahrscheinlich eine Analyse alter Fotoplatten, dass die Helligkeit seit 1890 konstant nachgelassen hat. 65 Eine Staubscheibe (zirkumstellarer Staub) konnte anhand einer fehlenden signifikanten Ausprägung nicht belegt werden. Zum anderen wurde die Annahme als unplausibel zurückgewiesen, da für den vorliegenden Effekt eine hohe Anzahl von Kometen benötigt würde. – Auch ein Komet, der eine Staubwolke erzeugt, scheint nicht realistisch. Zusammenfassend kann so gut wie ausgeschlossen werden, dass eine große Kollision im Asteroidengürtel des Sternes stattfand oder ein Einschlag auf einem möglicherweise 66› Hinweis vorhandenen Planeten oder Planetenprototypen existiert.

Aber: Sollten Außerirdische ein interplanetares Solarmodul konstruieren, dann könnten sich die aufgezeichneten Effekte genau so zeigen. Dann würde die ferne Sonne eine riesige Hohlkugel oder ein Schwarm von Satelliten umkreisen.

Oktober 2016. Die beiden US-Astronomen Benjamin Montet und Joshua Simon erklären, dass sie trotz einer intensiven Suche und trotz der Auswertung aller Aufnahmen des Weltraumteleskops überhaupt kein natürliches Phänomen als Ursache für die Helligkeitsschwankungen finden können. Im Gegenteil. Ein weiteres Rätsel taucht auf. Kalibriert man die Aufnahmen, die aus vier Detektoren stammen, verdunkelt sich die Sonne in den ersten 1000 Tagen gleichmäßig um rund 0,9 Prozent. In den folgenden 200 Tagen beschleunigt sich der Prozess um mehr als zwei Prozent. Dann fällt die Rate wieder auf den anfänglichen Wert.

Montet und Simon schließen Erklärungen wie den Transit eines anderen Körpers vor dem Stern aus. Die Überreste einer gewaltigen Kollision in dem System müssten »unmöglich weit« von dem Stern entfernt ihre Bahn ziehen oder an Dichte zunehmen. Und dies könne zudem weder die kontinuierliche Verdunkelung noch die auffälligen kurzzeitigen Verdunkelungen erklären. 67› Hinweis Ihr Resümee: »Kein bekanntes oder vorgeschlagenes stellares Phänomen kann vollständig alle Details der Lichtkurve erklären.« 68› Hinweis

Dezember 2016. Ein Team um den Physiker M. Sheikh (University of Illinois) 69› Hinweis schlägt vor, die Helligkeitsschwankungen »des Sterns mit einem internen Nichtgleichgewichtsphänomen« zu erklären. Der Vergleich zahlreicher kleinerer Lichtschwankungen lege nahe, dass sich KIC 8462852 in einem Übergangsstadium, ähnlich der Transferphase zweier grundsätzlich unterschiedlicher Zustände im ferromagnetischen Bereich oder wie sie bei Lawinen beobachtbar seien, befinde. Eine »selbst organisierte Kritikalität« tritt spontan auf, zum Beispiel wenn kleine Teile eines Sandhaufens abrutschen. Welche zwei Zustände dies – übertragen auf Tabbys Stern – sein könnten, ist jedoch ungewiss.

Zeitgleich postulieren L. Neslusan und J. Budaj von der Slowakischen Akademie der Wissenschaften eine neue Klasse astronomischer Objekte. Vier massereiche Körper, die jeweils eigene Staubwolken an sich binden, sollen demnach das Zentralgestirn umkreisen: »Die Tatsache, dass sie sich alle auf ähnlichen Bahnen befinden und dass solche Modelle nur eine Handvoll freier Parameter benötigen, bietet eine zusätzliche Unterstützung für diese Hypothese.« 70› Hinweis

Überraschenderweise legte Ende 2016 der deutsche Physiker Prof. Dr. Eduard Heindl (Universität Furtwangen) eine andere erstaunliche Hypothese vor – »Star Lifting«: Heindl ist »auf mehrere Aspekte gestoßen, die darauf hindeuten, dass wir ein exotisches Bergwerk sehen […]«. Seine Theorie: »Die Superzivilisation benötigt Rohstoffe, nachdem alle Planeten aufgebraucht wurden, und diese werden einfach aus der dortigen Sonne gewonnen. Eine Sonne enthält nicht nur Wasserstoff und Helium, sondern auch 6000 Mal mehr Metalle [als] ein Planet. Um an die Rohstoffe zu kommen, muss man ›nur‹ die üblichen Sonnenprotuberanzen geschickt nutzen.«

Große Spiegel, gerichtet auf genau definierte Sonnenregionen, führten zu einer Überhitzung, infolge derer ein Solarmaterialauswurf stattfinde. Stabilisiert mit Magnetfeldern würde der Materialstrahl eine Höhe von etwa der Marsumlaufbahn erreichen, dann »lenkt man den Strahl in die Umlaufbahn und hat frische Metalle, direkt von der Sonne«. Dies könnten zum Beispiel Lithium oder Aluminium sein.

Die Modellberechnung ergab eine Abweichung von weniger als einem Prozent bezogen auf die reale Lichtkurve des mysteriösen Sterns. E. Heindl kann zudem verschiedene Effekte der Lichtkurve schlüssig mit dem Abtransport oder Verdichten von Rohstoffen und der Absorption für das Aufheizen des Spiegels und fliegenden Objekten erklären, die für den Abbau der Rohstoffe benötigt werden. 71› Hinweis

Bauen ETs eine Dyson-Sphäre?

Der Astronom Jason Wright griff einen ganz anderen Gedanken auf: Der Stern könnte von einem Schwarm von immensen Sonnenkollektoren umkreist werden. Mit einem der größten beweglichen Radioteleskope der Welt, dem Green-Bank-Observatorium, begaben sich Astronomen – finanziert unter anderem vom russischen Milliardär Yuri Milner und dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sowie unterstützt von Stephen Hawking – daraufhin auf die Suche nach Antworten auf damit zusammenhängende Fragen.