5,99 €
GARRUJA Sie kam vom Planeten Garruja. Ihre Aufgabe war es, den galaktischen Frieden zu sichern. Doch dann sorgte sie mit ihrer Neugier dafür, dass ihrer aller Sicherheit gefährdet schien. Ein kleines Hilfsteam sollte das Schlimmste verhindern und machte sich von Garruja aus auf den Weg zur Erde. Ob es rechtzeitig eintreffen sollte, um die Galaxis vor einer Katastrophe zu bewahren, war aber ungewiss. Die Bewahrung des über Jahrtausende bisher gut behüteten galaktischen Friedens lag nun in den Händen eines noch nicht fertig ausgebildeten jungen Planetenforschers und seiner ebenso jungen Begleitung. Würden sie die Erde rechtzeitig erreichen? Und würden sie als Hüter des Friedens erfolgreich sein? Auf jeden Fall änderte sich ihr bisher gut behütetes Leben schlagartig und unumkehrbar. Und das Ende sah dann schließlich völlig anders aus, als alle erwartet hatten. Aber, kam das unerwartete Ende wirklich für ALLE so unerwartet?
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2020
Vorwort
Kapitel 1 – Der Aufbruch
Kapitel 2 - Die Reise
Kapitel 3 - Cculler
Kapitel 4 - Das Rettungsteam
Kapitel 5 – Der Plan
Der Autor Thomas R. Koallick beschreibt in seinem Erstlingswerk das Schöne und Gute, aber auch das Schlechte und das, was bei uns Menschen nicht so gut gelaufen ist, aus der Sicht einer fremden Zivilisation, die aus einer weit entfernten Galaxie kommt. Verpackt wird das Ganze in einem spannenden und intelligenten Roman, in den auch eigene Reiseerfahrungen des Autors einfließen. Nicht immer ganz ernst gemeint und immer mit einem Augenzwinkern werden die Abenteuer der Protagonisten gezeigt. So verbindet der eigentlich sozialkritische Roman Elemente der Spannung, Reiseerzählungen, Fantasy und Science Fiction zu einer unterhaltsamen Geschichte, die den Leser bis zum Ende fesselt und die am Schluss ein überaus unerwartetes Ende nimmt. Von vielen Lesern schon als absolut lesenswert und ungewöhnlich beurteilt. Ein eigenes Genre in der Literatur wurde geschaffen. Der Autor möchte beweisen, dass nicht nur Hass und Gewalt, sondern Liebe und Miteinander sowohl im Leben als auch in der Literatur erfolgreich sein können. Deshalb fließen auch die Erlöse des Autors in ein soziales Hilfsprojekt für Senioren.
(unbekannter Verfasser)
Xyllopphs Blick verlor sich versonnen in der Ferne.
Vermutlich für lange Zeit würde er diesen, seinen Lieblingsplatz nicht mehr besuchen können. Die leicht schäumenden Wellen flossen wie silbrig schimmerndes flüssiges Aluminium gemächlich den schwarzen Sandstrand hinauf und umspülten seine Füße. Irgendwann erstarrte kurz die fließende Bewegung. Dann kehrte die Welle wieder in das Meer zurück, wobei sie sich mit den entgegenkommenden Wellen vereinte. Xyllopph genoss das Gefühl, wie seine Füße durch den vom Wasser aufgeweichten Sand langsam im Sand einsanken und zart vom Sand umschlossen wurden.
Tief am Horizont stand der kleinere Stern Raja und begann ganz langsam im Meer zu versinken. Jedes Mal faszinierte ihn dieses Schauspiel der Natur. Kein Künstler oder keine künstliche Intelligenz könnte diese Farbenpracht und diese Farbeindrücke gestalten. Die Farben der Atmosphäre wechselten jetzt von hellen Orangetönen bis zu einem dunklen Rot. Er war etwas traurig, dass er diesen Augenblick mit niemanden teilen konnte. Andererseits genoss er das Alleinsein an diesem Ort. Auf seinem Planeten gab es zum Schutz der Natur nur wenige Plätze, an denen man die Natur direkt genießen konnte. An diesen Orten hielten sich deshalb natürlich immer viele Garrujaner auf. Nur jetzt, zu dieser Zeit, hatte er Glück, dass der Strand leer war.
Sein Blick ging wieder zurück. In der Ferne landete gerade ein Schwarm Kyten auf einer Sandbank im Meer. Im Licht der untergehenden Sonnen glitzerten ihre grauen Gefieder wie mit Kristallstaub überzogen. Mit wildem Geschnatter wurden die landenden großen Flugtiere von den bereits auf der Sandbank sitzenden Tieren begrüßt. Dieser Vorgang wiederholte sich jeden Abend so lange, bis sich der gesamte Schwarm versammelt hatte. Das laute Geschnatter der Kyten war vermutlich die gegenseitige Information von den jeweils erlebten Ereignissen des vergangenen Tages. Eventuell tauschten sich die Tiere auch darüber aus, wo es Gefahren und gute Futterplätze gibt. Zumindest spürte Xyllopph in seinem Kopf solche Gedanken. Sobald alle Tiere versammelt waren, erhob sich nacheinander der gesamte Schwarm von der Sandbank und flog in größeren und kleineren Gruppen Richtung Nachtquartier.
Xyllopph musste lächeln. Wie ähnlich doch das Verhalten dieser Tiere, die mit relativ geringer Intelligenz ausgestattet sind, in vielen Bereichen zu dem seiner eigenen Artgenossen war.
„Irgendwie sind wir doch alle gleich und gehören irgendwie alle zusammen“, dachte sich Xyllopph.
Nun näherte sich auch der größere Stern Raya dem Horizont. Die zeitlich so eng aufeinanderfolgenden Untergänge der beiden Himmelskörper waren relativ selten. Xyllopph sah es als positives Zeichen für seine kommende schwierige Mission an, dass ihm an seinem letzten Abend diese prächtige Aufführung der Natur noch einmal dargeboten wurde. Jetzt verschwand auch langsam die zweite Sonne hinter dem Horizont. Die unterschiedliche Brechung der Lichtstrahlen der beiden Sonnen in der Atmosphäre erzeugte ein furioses Farbenspiel, das das gesamte Lichtspektrum einschloss. Auf der Wasseroberfläche spiegelte sich ein letztes Mal die Sonne und erzeugte grandiose blitzende Lichtreflexe. Dann verschwand sie und die spektakuläre Vorstellung der Natur hatte ein Ende.
Auch wenn er diese Naturerscheinungen schon oft erlebt hatte, war er doch jedes Mal wieder ergriffen von der Schönheit und der gewaltigen Macht der physikalischen und kosmischen Abläufe.
Mit der jetzt einsetzenden Dunkelheit wanderten seine Gedanken zurück zu den Ereignissen des heutigen Tages. Ereignisse, dies wusste er, die sein ganzes zukünftiges Leben völlig verändern würden. Die Frage war nur, ob positiv oder negativ. Ihm war aber auch klar, seiner Verantwortung konnte er sich nicht entziehen und er musste sich der vor ihm liegenden Aufgabe stellen. Ein wenig überkam ihn Angst und er fröstelte.
Er rief sich den Tag noch einmal in Erinnerung. Es begann, als er frühmorgens noch in der Reinigungskabine schwebte und gerade der Massagevorgang begonnen hatte. Plötzlich summte der Kommunikator und mitten im Raum erschien das Wappensymbol des Obersten Rates (OR). Gleichzeitig wurde der Reinigungsvorgang automatisch abgebrochen und das Kraftfeld setzte ihn wieder sanft am Boden ab.
Gleich darauf erklang die Stimme der Zentralintelligenz (ZI): „Hochwohlgeborener, ich bitte die Störung zu entschuldigen.“ Diese Ansprache als Hochwohlgeborener amüsierte Xyllopph immer wieder. Woher auch immer die ZI diesen Begriff her hatte - vermutlich aus der Datensammlung irgendeiner fernen fremden Welt -, er passte so absolut nicht zur Garrujanischen Kultur. In ihrer sozialen Gemeinschaft hatten alle Lebewesen die gleiche Wertigkeit und jeder war für das Allgemeinwesen wichtig. Deshalb war die Hervorhebung des Einzelnen durch den Begriff Hochwohlgeborener eigentlich für die Aufrechterhaltung des gleichgestellten Zusammenlebens nicht förderlich. Oder vielleicht gerade doch und ihm fehlte nur das Wissen von den psychologischen Zusammenhängen. Auf jedem Fall beruhte das Denken und Handeln der ZI auf dem Jahrtausende alten Wissen von ihrem Planeten und dem weiterer unzähliger anderer Welten. Und Xyllopph verließ sich darauf, dass die ZI von ihren Schöpfern so konzipiert worden war, dass sie immer zum Wohle des Einzelnen und damit auch der Gemeinschaft handelte. Zweifel daran sollten deshalb nicht angebracht sein. Oder doch?
Die ZI sprach weiter: “Dies ist eine Anordnung des OR. Wir bitten Xyllopph in aller Dringlichkeit, sich umgehend zum derzeitigen Vorsitzenden des OR zu begeben. Es handelt sich um einen interplanetaren Notfall. Eine Flugkapsel steht bereits zur Abholung bereit.“
Für einen nicht mit solchen Begriffen Vertrauten hörte sich diese Nachricht sicherlich nicht so dramatisch an. Der Begriff interplanetarer Notfall war für Xyllopph aber das Zeichen, dass irgendetwas Schlimmes passiert sein musste. Etwas, das eine große Gefahr für ihren Planeten bedeuten würde.
In aller Eile zog er sich an. Noch bevor er selbst den Öffnungsmechanismus für seine derzeitige Unterkunft betätigen konnte, bildete sich bereits in der Außenwand das Portal für den Ausgang. Um den Ablauf zu beschleunigen hatte die ZI offensichtlich das Kommando übernommen. Wieder überkam ihn ein ungutes Gefühl bei dem Gedanken, in vielen Bereichen so vollkommen von der ZI abhängig zu sein. Andererseits hoffte und glaubte er, dass er sich vollständig auf die ZI verlassen konnte.
Direkt vor dem Ausgang schwebte bereits die angekündigte Flugkapsel mit geöffneter Kuppel. Die kleinere Sonne stand bereits hoch am Himmel und Xyllopph konnte ihre wärmenden Strahlen auf seiner Haut spüren. Auf der Straße war niemand zu sehen, alles war noch ruhig und verschlafen. Im Augenwinkel sah er nur zwischen den Nachbargebäuden eine flüchtige Bewegung. Ein kleiner blaugelber Bathan suchte mit flinken Sprüngen zwischen den verschiedenfarbig blühenden Pflanzen nach Futter. Mit einem fast ebenso flinken, wie kleinen, Satz sprang Xyllopph in die Kabine der Flugkapsel. Er hatte sich noch nicht gesetzt, da beschleunigte bereits die Flugkapsel. Gleichzeitig begann sich die durchsichtige Kuppel zu schließen. Schnell ließ er sich in einen der sechs bequemen körperanpassenden Sessel fallen. Ein sanfter Druck am Körper signalisierte die Aktivierung des Sicherheitskraftfeldes, das dem Schutz der Passagiere vor starken Beschleunigungskräften diente. Er spürte vor der endgültigen Schließung noch den zunehmenden Fahrtwind im Gesicht. Eigentlich durften diese Kapseln erst bei geschlossener Kuppel starten. Die ZI nahm diesmal darauf keine Rücksicht. Für Xyllopph eine weitere Bestätigung, dass es sich um ein wirklich gravierendes Ereignis handeln musste und dass höchste Eile geboten war. Mit Höchstgeschwindigkeit schoss das Fluggerät durch die Atmosphäre. Die Gebäude unter ihm wurden zunehmend kleiner.
Für die vergangene Nacht hatte er eine Unterkunft im oberen Geschoss einer freien Wohneinheit auf einer der über dem südlichen Meer schwebenden Plattformen gewählt. Der OR befand sich genau auf der entgegengesetzten Seite des Planeten. Deshalb steuerte die ZI seine Flugkapsel jetzt steil nach oben, um in einem Orbitalflug am schnellsten das Ziel ansteuern zu können. Er bemerkte am Flugverhalten der sich in seiner Nähe fliegenden weiteren Flugkapseln – hier oben in der Atmosphäre herrschte wie jeden Morgen bereits reger Flugverkehr - dass seine Flugkapsel absoluten Vorrang hatte. Alle anderen Flugkapseln mussten ihre Flugbahnen abrupt ändern, damit seine Flugkapsel ohne Verzögerung mit voller Geschwindigkeit auf der direkten Flugbahn bleiben konnte.
Unter ihm verschwanden schnell die Konturen der Landschaft und Xyllopph konnte seinen grünen Planeten in ganzer Schönheit und Gänze betrachten. Große weiße Wolkengebilde zogen über den großflächigen grünen Waldgebieten unter ihm hinweg. Was für eine, immer wieder beeindruckende, Aussicht. Bei dem Anblick seines Planeten aus dieser Höhe wurde ihm zum wiederholten Mal klar, wie klein und unbedeutend die Garrujaner auf ihrem Planeten Garruja in diesem großen Universum doch waren. Was für ein Glück, dachte er, dass ich in einer Zeit des Friedens und Wohlstand leben darf und solche Augenblicke des Glücks genießen kann.
Und sofort schloss sich die immer wiederkehrende Frage an diese Gedanken an: Wer ist für all dies verantwortlich? Gibt es einen Schöpfer oder läuft alles nach Zufall ab? Diese Fragen beschäftigen die Garrujaner schon seit Garrujanergedenken. Bisher hatte man darauf noch keine befriedigende Antwort gefunden. Aber das ganze Streben und Forschen ihrer intelligenten Planetengemeinschaft ging in die Richtung, diese Frage irgendwann einmal wissenschaftlich fundiert beantworten zu können.
Lange konnte Xyllopph seinen philosophischen Gedanken jedoch nicht nachgehen. Die ZI steuerte seine Flugkapsel, weiterhin mit absoluter Höchstgeschwindigkeit, nun aber bereits wieder in Richtung nach unten, Richtung Planetenoberfläche. Am Horizont tauchte schon die über den grünen Wäldern der nördlichen Hemisphäre schwebende riesige Verwaltungsplattform auf. Er konnte bereits Einzelheiten der Gebäude erkennen. Die Mitte der Plattform wurde vom großen weißen quaderförmigen Gebäudekomplex des OR dominiert. Darauf schoss er mit seinem Fluggerät jetzt zu.
Bei der noch immer bestehenden Höchstgeschwindigkeit und dem rasant näherkommenden Gebäude überkam ihn ein mulmiges Gefühl. Hoffentlich weiß die ZI noch, was sie tut und hoffentlich funktionieren die Bremsabsorber entsprechend, dachte er. Xyllopph wurde es plötzlich sehr warm.
In einem waghalsigen Manöver, mit immer noch voller Geschwindigkeit, schoss seine Flugkapsel in einer kleinen Kurve direkt auf die oberste Fensterreihe des Gebäudes zu. Xyllopph sah sich bereits an der Fassadenseite mit seinem Fluggefährt zerschellen. Kurz vor dem zu erwartenden Aufprall bildete sich eine Strukturlücke in der Außenseite des Gebäudes. Die Flugkapsel schoss mit jetzt starker Bremswirkung in das Gebäude hinein.
Das Fluggerät kam hinter der Außenwand im Inneren in einem großen Gang zum Stehen. Zuvor hatte es noch einige im Gang befindliche Verwaltungsmitarbeiter durch sein plötzliches und nicht zu erwartendes Auftauchen aufgescheucht. Diese schockierten Garrujaner entfernten sich jetzt, nach einem kurzen Augenblick der Besinnung, schwer atmend und erkennbar etwas bleich im Gesicht schnell von diesem Ort. Am anderen Ende des langen Ganges sah Xyllopph viele weitere Garrujaner, die sehr geschäftig durch den Gang huschten und durch die seitlichen Portale verschwanden.
Auch wenn sich Xyllopph äußerlich nichts anmerken ließ, die Landung und der vorhergehende Flug hatten ihn doch stark aus der Ruhe gebracht. Das Flugmanöver mit direkter Landung im Gebäude war für ihn völlig überraschend gekommen. Er hatte sich so erschrocken, dass sich sein kurzes helles Fell am ganzen Körper aufgerichtet und gesträubt hatte.
Nachdem sie den ganzen Flug über geschwiegen hatte, meldete sich die leicht säuselnde Stimme der ZI wieder: “Wie Du Dir vielleicht schon denken kannst, sind wir am Ziel angekommen. Euer Hochwohlgeboren können nun aussteigen.“
Gleichzeitig öffnete sich die Kuppel und das ihn schützende Kraftfeld erlosch. Die ZI fuhr fort: “Euer Hochwohlgeboren möge sich in den dritten Raum auf der rechten Seite begeben. Ich hoffe, der Flug hat gefallen.“ Und um noch eins draufzusetzen: “Beehren Sie uns bald wieder. Immer zu Diensten.“ Xyllopph meinte in der Stimme der ZI ein leises Lachen vernommen zu haben. Aber da musste er sich wohl getäuscht haben. Gefühle oder emotionale Gefühlsregungen dürfte die ZI seiner Meinung nach nicht besitzen. Spätestens jetzt aber wich die Anspannung bei Xyllopph und er musste selbst laut lachen. Die Schöpfer der ZI mussten über ein deutliches Maß an Humor verfügt haben.
Mit den Worten: “Vielen Dank für die außerordentlich ruhige und erholsame Beförderung“ verabschiedete sich Xyllopph von der ZI und machte sich auf den beschriebenen Weg. Er wollte vor der ZI auf keinen Fall zeigen oder zugeben, wie sehr ihn der Flug und die Landung mitgenommen hatte.
Beim Zurückblicken sah er noch, wie die Flugkapsel wieder ins Freie schwebte und sich das Loch in der Außenwand schloss. Es gab doch immer wieder neue Erfahrungen in dieser Welt. Aber wie sollte er auch schon alles kennen und wissen, er war ja noch relativ jung. Und der Abschluss der Grundausbildung lag auch noch nicht so lange zurück.
Als er den beschriebenen dritten Raum betrat, kam sofort der direkte Assistent des OR auf ihn zu. Origollp war etwas älter als er selbst. Sie hatten sich bereits bei Ausbildungsveranstaltungen kennengelernt, bei denen Origollp als Ausbilder aufgetreten war. Origollp wirkte sehr nervös. Xyllopph konnte seine Anspannung und große Unsicherheit spüren. Dies wirkte sich auch auf ihn aus. Jetzt spannte sich sein Körper automatisch an, er registrierte Spannung und Gefahr und sein Körper reagierte entsprechend.
Origollp verschränkte seine Arme zum Zeichen des Grußes: “Bleibe gesund und glücklich“ begrüßte er ihn. Xyllopph erwiderte die Begrüßung. Origollp sprach sofort ohne Pause weiter: “Der derzeitige Vorsitzende wartet bereits auf Dich.“ Mit diesen Worten öffnete sich auch schon die Wand zum nächsten Raum und Xyllopph wurde hineingeführt. Auf der rechten Seite gab eine große transparente Wand den Blick frei auf die Gebäude der Verwaltungsplattform.
Obwohl sich der Raum im Innern des Gebäudes befand, konnte man den Ausblick in das Freie genießen. Xyllopphs Blick wanderte über die von der Sonne hell erleuchteten Bauwerke. Die einheitliche, klare und funktionelle Architektur der Gebäude, die sich nur in der Höhe und Breite unterschieden, faszinierte ihn jedes Mal.
Garrujaner halten sich nicht gerne in geschlossenen Räumen auf. Erst diese Technik der transparenten Wände, die den Eindruck eines offenen Raumes schaffen, macht es möglich, dass sich Garrujaner auch in geschlossenen Räumen und Gebäuden wohl fühlen können. Wer auch immer für diese Erfindung verantwortlich war, Xyllopph und vermutlich auch alle anderen Garrujaner waren darüber mehr als froh und dankbar.
Noch mehr fesselte aber Xyllopph die linke Wand bzw. Seite des Raumes. Denn es gab eigentlich keine Wand. Diese Seite bestand nur aus vielen räumlichen Bilddarstellungen, die sich teilweise überlappten oder ineinander übergingen. Es waren unbekannte Sternenkonstellationen, aber auch Zahlenreihen und farbige Diagramme zu erkennen. Diese Darstellungen nahmen den gesamten Raum ein und erzeugten ein Gefühl, als schwebe man mitten in ihnen oder bei den Sternenabbildern, als befände man sich direkt im Universum.
Inmitten dieser Hologramme stand ein hochgewachsener schlanker Garrujaner mit schlichter grauer Uniform. Sein Fell am Kopf war silbergrau. Als er sich umdrehte, zogen Xyllopph sofort die tiefgrünen Augen und die kantigen Gesichtszüge in ihren Bann. Mit dunkler Stimme begrüßte er Xyllopph: “Bleibe gesund und glücklich, mein Sohn.“ Er fuhr fort: “Schön, dass Du so schnell kommen konntest.“
Trotz der offensichtlich angespannten und für Ihren Planeten bedrohlich Lage, strahlte dieser Garrujaner mit seinem Auftreten und seiner ruhigen Stimme eine überwältigende Ruhe aus. Xyllopph war einen Augenblick verdattert. Das letzte, was er erwartet hätte, war seinen Vater hier zu sehen. Auch wenn Garrujaner nicht in langfristigen festen Bindungen zusammenleben und das Zeugen von Nachwuchs üblicherweise von der ZI mit Hinblick auf Verbesserung der vererbten Eigenschaften gesteuert wird, existieren doch besondere emotionale Bindungen zwischen den Erzeugern und ihrem Nachwuchs.
Deshalb erwiderte er den Gruß seines Vaters mit großer Freude, wenn auch - bedingt durch die Überraschung - etwas mit Verzögerung. Immerhin hatte er seinen Vater schon sehr lange nicht mehr gesehen. Arabjan - sein Vater - registrierte die Freude des Sohnes sichtbar lächelnd.
Arabjan begann sofort zu sprechen: “Deine Ausbildung zum wissenschaftlichen Planetenforscher für Garruja ähnliche Planeten ist zwar noch nicht abgeschlossen. Wir müssen Dich aber sofort in einen Einsatz schicken. Wir haben nämlich den Kontakt zu einem unserer wissenschaftlichen Außenposten verloren.“
Xyllopphs Gedanken überschlugen sich. Den Kontakt zu einem Außenposten verloren? Dies würde ja bedeuten, dass die Bewohner des fremden Planeten den Außenposten entdeckt hatten und die Verbindung zu Garruja gekappt worden war. Ein technischer Defekt war eigentlich aufgrund der ausgefeilten Systeme mit vielen Mehrfachabsicherungen nicht denkbar. Eventuell war der Garrujaner auf diesem Planeten nicht mehr am Leben oder in Gefangenschaft geraten. Dies bedeutete den größtmöglichen Unfall und Schaden, der der galaktischen Planetengemeinschaft zugefügt werden konnte. Denn wenn die Hochtechnologie und das Wissen der Garrujaner und des Außenpostens in falsche Hände geriet, war in absehbarer Zeit die Sicherheit von vielen Planeten gefährdet.
Xyllopph rekapitulierte automatisch noch einmal gedanklich schnell die Hintergründe des Programms zur Erforschung und Kontrolle fremder Planeten.
In der langen Geschichte des Universums traten immer wieder gewalttätige Völker auf, die die Sicherheit und Souveränität friedliebender Planeten und ihrer Völker bedrohten. Deshalb hatten sich vor ewig langer Zeit alle friedliebenden Völker in der galaktischen Planetengemeinschaft zusammengeschlossen. Das formulierte gemeinsame Ziel war, sowohl gewalttätige Völker in Schach zu halten und zu verhindern, dass diese sich in der Galaxis ausbreiten, als auch durch Forschungsstationen auf diesen Planeten sämtliche Daten über Natur und Technik zu sammeln, um selbst ein besseres Verständnis über den Sinn des Universums zu bekommen.
Mit den Forschungsstationen und Außenposten direkt auf den betreffenden Planeten konnte sichergestellt werden, dass gefährliche Entwicklungsphasen schnell erkannt wurden und entsprechende Gegenmaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden konnten. Die Außenposten mussten gewährleisten, dass von gewalttätigen oder nur auf den eigenen Vorteil bedachten Planetenpopulationen keine Gefahr für die große Gemeinschaft der galaktischen Planetengemeinschaft ausgehen konnte. Auf jeden Fall musste verhindert werden, dass die Technik zur Überbrückung intergalaktischer Entfernungen von diesen Völkern entwickelt werden konnte.
Dafür waren verschiedene Möglichkeiten vorgesehen. Die Palette reichte von mentalen Beeinflussungen bis zur wiederkehrenden Sabotage. Notfalls mussten Unterlagen vernichtet werden und/ oder führende Wissenschaftler unter Zuhilfenahme von partiellen Gedankenlöschungen umgesiedelt werden.
