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Ein philosophischer Essay über das Denken nach dem Zusammenbruch der Gewissheiten. Drei Stimmen - Clausewitz, Luttwak, Sunzi - treffen sich in einem Garten im Nebel und ringen um Sprache, Moral, Strategie und Wirklichkeit. Keine Antworten, aber Klarheit. Ein Buch für alle, die bereit sind, dem Unbequemen ins Auge zu sehen, ohne den Verstand zu verlieren oder das Herz zu verhärten. Lesen auf eigene Gefahr.
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Seitenzahl: 19
Veröffentlichungsjahr: 2026
Für François-Marie Arouet und Abū Muḥammad Mušarraf ad-Dīn Musliḥ ibn Abdalllh Sa dī
Im Garten
Ein Gespräch über Denken, Wahrheit – und Espresso. Drei Stimmen, ein Feld im Nebel.
Prolog – Der Spiegel
Ein Tag zerbricht die Gewissheit. Wirklichkeit tritt aus dem Schatten – und zwingt zum Sehen.
1 – Der Schock
Wenn Geschichte kein Wort mehr ist. Vom Moment, in dem Denken wieder beginnt.
2 – Die Entwaffnung der Begriffe
Wie Sprache weich wird und Wahrheit verliert. Über das Gewicht der Wörter – und die Macht des Schweigens.
3 – Die Ohnmacht der Moral
Wenn das Gute zu laut wird. Über Schuld, Scham – und das Schweigen der Fahne.
4 – Die Rückkehr der Wirklichkeit
Was sich nicht wegdeuten lässt. Wirklichkeit als Lehrmeister des Maßes.
5 – Der Verlust der Mitte
Zwischen Extremen. Über Müdigkeit, Mut – und das Gleichgewicht der Verantwortung.
6 – Strategie als Ethik
Über Verantwortung, Bewusstsein – und die Kunst, unter Druck klar zu bleiben.
7 – Wehrhaftes Denken
Über Klarheit ohne Härte – und Liebe mit Grenze.
Im Garten
Das Denken schweigt – der Garten antwortet.
(Nebel. Drei Männer. Niemand scheint hierher eingeladen.)
(Luttwak zündet sich eine Zigarette an. Lässt sie brennen, ohne zu rauchen. Clausewitz verzieht minimal das Gesicht.)
Clausewitz:
Rauchen Sie – oder demonstrieren Sie?
Luttwak:
Beides. Keines.
Spielt das eine Rolle?
Clausewitz:
Klarheit spielt immer eine Rolle.
Luttwak:
(lacht kurz, trocken)
Klarheit, Carl... du liebst sie mehr als die Wahrheit.
Sunzi:
(hebt eine Hand–winziger Impuls)
Rauch steigt auf.
Ob er will oder nicht.
(kurze Stille)
(Clausewitz starrt Sunzi an – irritiert, fast verletzt.)
Luttwak:
Also gut. Reden wir.
Aber vorher brauch ich Kaffee, sonst sterbe ich.
Clausewitz:
Worüber?
Sunzi:
Über das, was ihr vermieden habt.
(eine Sekunde Stille, die niemand gut findet.)
Luttwak:
(lehnt sich zurück)
Ich vermeide nichts. Ich priorisiere.
Clausewitz:
Das ist eine Lüge.
Luttwak:
(Blick scharf)
Vorsicht, Carl.
Clausewitz:
Keine Drohung. Eine Feststellung.
Wir alle vermeiden. Die Frage ist nur: was.
(Sunzi gießt Wasser nach – langsam, präzise.)
Sunzi:
Ihr vermeidet das Eine:
Der Krieg blieb.
Nur die Sprache ging.
(Clausewitz und Luttwak sehen sich an. Zum ersten Mal: Einverständnis.)
Clausewitz:
(richtet sich auf, ordnet unbewusst den Kragen)
Dann zur Sache.
Was man nicht erkennt, nennt man Zufall.
(Zischen. Dampf.)
Luttwak:
Carl, machen Sie den Espresso?
Aber nicht zu preußisch.
