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Gartenwissen kompakt erklärt: für einenökologisch geführten Garten
Wer schnell und einfach wissen will, wie ein zukunftsfähigerBio-Garten entstehen kann, wirdmit den Tipps und Tricks der GartenautorinAnnette Holländer durchstarten können. Auf 80Seiten sind geballtes Biogartenwissen sowie Gartenpraxis versammelt. Von der Beschaffenheit unserer Böden und was es hier zu beachten gilt, über die richtige Ausrüstung, der Planung mit Beispielpflanzplänen, allem Wissenswerten zu Aussaat und Anzucht, Mischkultur und Fruchtfolge und vielem mehr!
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Seitenzahl: 101
Veröffentlichungsjahr: 2026
Gemüse
erdig, frisch & knackig
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EIN E-BOOK DER EDITION MICHAEL FISCHER
1. Auflage 2026 © 2026 Edition Michael Fischer GmbH
Cover, Layout & Satz: Johanna Knauer Produktmanagement: Hannah Bürkle Herstellung: Azra Ocak Texte: Annette Holländer
Cover: © Shutterstock: Alesia.Bierliezova.
Umschlag: © Shutterstock: Air Images; nblx; Skrypnykov Dmytro; P.Anastasiya; VH-studio; Jelena Yukka; DesignByS.
Fotos: © Annette Holländer (S. 52); © Kristijan Matic Fotografie, Stuttgart (S. 3 re u, S. 6, 15, 17, 53, 54, 62, 66, 67, 69, 74); © Pexels: Antoni Shkraba Studio (S. 1); © Shutterstock: Jelena Yukka (S. 3 o, 78); Skrypnykov Dmytro (S. 2, 72); Viktor Sergeevich (S. 4); William Edge (S. 8, 11); Hawaii Production (S.9); Pixel-Shot (S.10); Ingrid Balabanova (S. 14, 48); NayaDadara (S. 21); P.Anastasiya (S. 21); Agenturfotografin (S. 23); Wisnu Jp (S. 24); Ashley-Belle Burns (S. 25); TasfotoNL (S. 26); encierro (S. 27); Air Images (S. 28 o); Marco de Benedictis (S. 28 u); Geshas (S. 29); Tatevosian Yana (S. 32); JurateBuiviene (S. 34); Valentina_G (S. 34, 51); Dietrich Leppert (S. 35); Aleksandra Duda (S. 36 re); khalid pradito (S. 36 li); Rohane Hamilton (S. 38); VH-studio (S. 39); FotoHelin (S. 40); Nick P Johnson (S. 42); Anna Pasichnyk (S. 43); KajaHiis (S. 44); Keith Hider (S. 45); Caterina Trimarchi (S. 46 o); SanderMeertinsPhotography (S. 46 u); Iakovleva Daria (S. 50); Besjunior (S. 56); Krzysztof Slusarczyk (S. 57); Almahira hafshah (S. 58); Sabbir Media (S. 59); Jenya Smyk (S. 60); Nataliya Arzamasova (S. 61); Mon_camera (S. 63); La Huertina De Toni (S. 64); barmalini (S. 65); nblx (S. 68); SunKids (S. 70); StockphotoVideo (S. 71); AmazingPixels (S. 75); kungfu01 (S. 76); philipphoto (S. 77); marian.galicia (S. 79).
Illustrationen: © Pia von Miller (S. 19); © Shutterstock: DesignByS (S. 2, 3, 4, S. 7 re u, 10, 11, 19, 20, 22, 37 u, 42, 43, 44, 48, 50, 51, 52, 54, 56, 57, 58, 61, 62, 64, 65, 67, 70, 72, 75, 76, 77, 78, 79); adehoidar (S. 7, 8, 9, 14, 15, 16, 17, 19, 20, 24, 37, 39, 55, 59, 73); IRocket (S. 12); PoppyStudio (S. 16, 17, 36); GoodStudio (S. 18, 25, 27, 29, 32, 33, 35, 40, 41, 60, 66, 68, 69 74); Raykova (S. 19); Net Vector (S. 22 u); Hania Najla (S. 22 Mitte).
ISBN 978-3-7459-3442-7
www.emf-verlag.de
Vorwort
Gartenwissen
Der biologisch bewirtschaftete Garten
Das Gleichgewicht im Garten
Ressourcen schonen ohne Torf
Biologisch gärtnern mit der Natur
Fruchtbarer Boden – Grundlage unseres Lebens
Die fruchtbare Humusschicht und der Nährstoffkreislauf der Natur
Bodenlebewesen
Bodenfruchtbarkeit
Bodentypen und ihre Besonderheiten
Alte und samenfeste Gemüsesorten
F1 oder samenfest?
Gesundes Gemüse aus dem eigenen Garten
Saatgut selber vermehren
Gartenpraxis
Die richtige Ausstattung zum Gemüsegärtnern
Bodenbearbeitung
Helfer für Aussaat, Vorkultur und Pflanzung
Planung eines bunten Gemüsegartens
Aufteilung von Flächen und Beeten
Aussaat und Anzucht
Checkliste
Vorziehen kurz erklärt
Frühe Saaten
Aussaat- und Erntekalender
Düngen ist das A und O
Organische Düngung im Biogarten
Kompost selbst herstellen
Auch Kleinvieh macht Mist
Schafwolle – eine nachhaltige Düngemethode
Gründüngung
Mulch als schützende Decke
Mulchen und Gießen
Düngung und Pflanzenstärkung mit Kräuterjauchen und Co.
Pflanzenjauchen herstellen
Mischkultur und Fruchtfolge
Gründe und Notwendigkeit
Geschickt planen
Fruchtfolge
Vom Umgang mit ungebetenen Gartengästen
Im Einklang mit dem Kreislauf der Natur
Konkurrenz auf dem Gemüsebeet
Nützlinge Fördern
Pflanzenkrankheiten vorbeugen und erkennen
Gesunder Boden
Pilze, Viren und Bakterien
Grüne Ernte rund ums Jahr
Pflanzenporträts
spinat
mangold
Tomate
Paprika und Chili
Aubergine
Kürbis und Zucchini
Gurke
Kopfkohl
Blumenkohl und Brokkoli
Kohlrabi
Gartensalat
Endivien- und Zichoriensalat
Feldsalat, Rauke & Co.
Möhre
Pastinake
Rote Bete
Radieschen und Rettich
Sellerie
Topinambur
Kartoffel
Gartenbohne
Feuerbohne
Erbse
Zwiebel
Knoblauch
Lauch
Das eigene Gemüse anbauen, frische und gesunde Lebensmittel ernten, sich eine geschmackvolle Vielfalt auf den Teller zaubern: Ein eigenes Gemüsebeet anzulegen, kann viel Freude bereiten. Vorgärten können zu Nutzgärten umgestaltet, Balkone und Hinterhöfe zu Inseln für frisches Grün werden, und auf dem Krautacker und im Gemeinschaftsgarten können die eigenen Gemüsepflanzen gedeihen.
Den eigenen Garten in ein Gemüseparadies umzuwandeln, bringt viele Vorteile mit sich. Der Anbau im Garten oder auf dem Feld sorgt nicht nur das ganze Jahr für frische, saisonale Lebensmittel, sondern bietet auch leckeres, nachhaltig produziertes Gemüse.
Das biologische Gärtnern mit alten, samenfesten Sorten ist ideal für alle, die Gemüse nach ihren Bedürfnissen und unter heimischen Bedingungen anbauen möchten. Gleichzeitig lässt sich eine Sortenvielfalt an Farben, Formen und geschmacklichen Varianten kennenlernen, die unser gängiges und einheitliches Handelssortiment weit übertrifft.
Dieses Buch soll Anregungen geben, mit erprobten samenfesten Gemüsesorten erfolgreich zu gärtnern und sich die Vielfalt und den besonderen Geschmack in die Küche zu holen. Gleichzeitig kann mit der Erhaltung und der Vermehrung einer Lieblingssorte im eigenen Garten vielleicht sogar die eine oder andere historische Gemüsezüchtung vor dem Aussterben bewahrt werden.
In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen, Ausprobieren und beim Ernten deiner farbenfrohen Gemüse-Ausbeute!
Viele Gemüsegärtner*innen möchten ihren Garten biologisch bewirtschaften, um gesundes Obst und Gemüse zu ernten. Biologisches Gärtnern erzeugt jedoch nicht nur unbelastete und hochwertige Lebensmittel, sondern schafft darüber hinaus wichtige Lebensräume für eine Vielzahl von Lebewesen. In einer Zeit, in der natürliche Lebensräume durch intensive Landwirtschaft, Bodenversiegelung und den Einsatz von Pestiziden in immer größerem Umfang verloren gehen, stellen biologisch und natürlich bewirtschaftete Gärten wichtige Rückzugsgebiete für viele Pflanzen und Tiere dar.
Vor allem zu Beginn mag biologisch zu gärtnern etwas Geduld erfordern. Schließlich muss dem Garten die Möglichkeit und Zeit gegeben werden, ein ökologisches Gleichgewicht zu entwickeln.
Einer der wichtigsten Grundsätze im Biogarten ist der Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel. Ein Gleichgewicht kann sich nur einstellen, wenn nicht einseitig und gegen einen Teil der Natur eingegriffen wird. Außerdem werden beim Einsatz beispielsweise von Pestiziden nicht nur die Schädlinge oder Krankheiten dezimiert, die es treffen soll, sondern es werden ebenso viele andere und nützliche Lebewesen in Mitleidenschaft gezogen. Besonders negativ wirken sich einige Pestizide auf Honig- und Wildbienen aus, die wichtige Bestäuber für Obst- und Gemüsepflanzen darstellen.
Die Gesundheit unserer Pflanzen wird besser durch passende und vorbeugende Kulturmaßnahmen und biologische Pflanzenstärkungsmittel zur Bildung von Abwehrkräften gefördert. Gleichzeitig werden Pflanzen für den Biogarten gewählt, die an unsere Klimabedingungen und Jahreszeiten sowie an den jeweiligen Standort angepasst sind. Eine vielfältige Mischung aus robusten Nutzpflanzen, heimischen Wild- und Kräuterpflanzen sowie Insekten- und Bienenweiden ermöglicht die Bildung von naturnahen und gesunden Pflanzengemeinschaften. Unter solchen Bedingungen können Nützlinge im Garten Lebensraum finden, ihre Arbeit tun und als Gegenspieler zu Krankheiten und Schädlingen agieren.
Naturnahe Plätze im Garten mit Nektar- und Samenpflanzen, Totholz und Nisthilfen unterstützen die Ansiedlung von Nützlingen. Die Verwendung schadstofffreier Baumaterialien wie unbehandelte oder Natursteine fördern außerdem ein natürliches Klima im Garten.
Ebenso wird im natürlichen Gemüsegarten auf synthetische Düngemittel verzichtet, die unter extrem hohem Rohstoff- und Energieaufwand hergestellt werden und giftige Verunreinigungen verursachen. Die Verwendung organischer Dünger dagegen schont nicht nur die Umwelt, sondern fördert das Bodenleben und eine gesunde Pflanzenentwicklung.
Auch Torf gehört nicht in den Biogarten. Im Gartenhandel erhältliche Pflanz- und Gemüseerden sind häufig mit Torf versetzt. Dabei ist Torf für gesundes Pflanzenwachstum keineswegs notwendig. Ganz im Gegenteil: Torf senkt den pH-Wert, und der Boden versauert langfristig. Eine Verbesserung des Bodens wird durch biologische Maßnahmen wie Rückführung von Nährstoffen, Fruchtfolge und Förderung der Bodenlebewesen erreicht.
Die natürlichen Kreisläufe können als Vorbild für das eigene Handeln dienen. Ziel ist es, mit der Natur zu arbeiten. Dies kann auf unterschiedlichste Weise geschehen, und bereits die Kompostherstellung, ein natürlicher Prozess, bei dem Kleinstlebewesen organisches Material wieder in fruchtbare Erde verwandeln, ist ein hervorragendes Beispiel. Ebenso kann der Kampf gegen Unkräuter durch ein Arbeiten mit der Natur ersetzt werden. Schließlich besiedelt die Natur jedes Stück offenen (Garten-)Boden in Windeseile, um ihn vor Erosion und anderen Einflüssen zu schützen.
Nimmt man sich die Zeit, den Garten zu beobachten, lassen sich viele Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Tieren feststellen. Aus vielen dieser Beobachtungen können wir etwas lernen. Und letztendlich erfreut ein biologischer Nutzgarten, in dem es blüht, singt, zirpt und schwirrt, jedes Gärtner*innenherz.
In Deutschland sind bereits 99 % der Moore zerstört, und in den Ländern Osteuropas nimmt der Torfabbau weiter zu. Moore sind jedoch wichtige Lebensräume für bedrohte Pflanzen- und Tierarten, speichern Kohlendioxid und wirken damit dem Klimawandel entgegen.
Fruchtbarer Boden ist nicht nur Grundlage unseres Lebens, sondern auch unserer Ernährung. Nur auf fruchtbarem Boden können Pflanzen wachsen, die wiederum Tiere und Menschen ernähren und gleichzeitig mit Sauerstoff versorgen.
Die fruchtbare oberste Schicht unserer Böden, meist 10–30 cm mächtig, enthält einen hohen Anteil an Humus. Die Ausgangsstoffe für Humus sind abgestorbene Pflanzenteile wie Laub, Rinde, Stängel und Blätter sowie tote Lebewesen. In der Natur gibt es keinen Abfall, und so werden diese Stoffe mithilfe von Bodenlebewesen zersetzt und in fruchtbaren Humus umgewandelt, aus dem Pflanzen wieder notwendige Nährstoffe aufnehmen können. Damit schließt sich der Nährstoffkreislauf der Natur.
In der oberen Bodenschicht eines fruchtbaren Bodens leben neben Regenwürmern, Käfern und Larven pro Quadratmeter etwa eine Billiarde Bakterien, Pilze und andere pflanzliche und tierische Mikroorganismen. Ohne diese Kleinstlebewesen könnte der Nährstoffkreislauf nicht funktionieren, und es wäre kein Pflanzenwachstum möglich.
Die moderne konventionelle Landwirtschaft, die Ackerbau in Monokulturen mithilfe von schweren Maschinen und unter Einsatz von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln betreibt, stört die Bodenlebewesen oder tötet sie sogar ab. Doch ohne ein gesundes Bodenleben ist die Erhaltung oder Neubildung von Humus nicht mehr möglich, und der Boden wird unfruchtbar. Zusätzlich wird durch Erosion die Humusschicht offener Böden abgetragen. Es wird davon ausgegangen, dass in Europa mehr als 60 % der landwirtschaftlichen Flächen degradiert, also unfruchtbar sind. Weltweit spricht man sogar von etwa 40 %.
Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir durch Anbau und Ernte dem Boden Nährstoffe und Energie entziehen, ist zu verstehen, dass diese dem Boden wieder zugeführt werden müssen, um den für einen fruchtbaren Boden so wichtigen Nährstoffkreislauf zu erhalten. Im biologischen Land- und Gartenbau wird daher unter anderem auf giftige Pestizide verzichtet und versucht, über organische Düngung (z. B. Mist), Mulch, Gründüngung und Untersaaten die Bodenlebewesen zu unterstützen, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und Humus aufzubauen. Weiterhin hat jede Pflanze ihre individuellen Nährstoffbedürfnisse und gibt gleichzeitig über ihre Wurzeln bestimmte Stoffe in den Boden ab. Wird immer nur eine Pflanzenart angebaut, wird der Boden einseitig ausgelaugt, und er kann die Pflanzen nicht mehr ausreichend versorgen. Mischkulturen und Fruchtfolge dagegen unterstützen ein ausgeglichenes Nährstoffverhältnis im Boden. Es entsteht sozusagen ein ganz natürliches Geben und Nehmen.
Je nach Region unterscheiden sich Struktur und Qualität von Böden. Während in küstennahen Gebieten oft sandige Böden vorherrschen, findet man in anderen Gegenden humusreichere oder auch lehmige, tonige oder moorige Verhältnisse. Für die Bearbeitung und Bewirtschaftung der Böden ist es wichtig, die Bodenverhältnisse richtig einzuschätzen und die passenden fruchtbarkeitsfördernden Maßnahmen zu treffen.
Sandiger Boden besteht aus relativ groben Körnern, die sich bei Sonneneinstrahlung sehr schnell erwärmen. Der Boden ist sehr wasserdurchlässig, Nährstoffe werden leicht ausgewaschen, und der Boden trocknet schnell aus. Eine Bodenverbesserung und ein besseres Wasserhaltevermögen werden durch Einarbeitung von Humus erreicht und durch regelmäßige Gaben von Kompost und Gesteinsmehl sowie Mulch und Gründüngung unterstützt.
