Gärtnern in Sack, Box & Co. - Dorothea Baumjohann - E-Book

Gärtnern in Sack, Box & Co. E-Book

Dorothea Baumjohann

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Beschreibung

Dass Gemüse und Obst nicht unbedingt einen großen Garten brauchen, zeigen schon Balkonkästen oder die immer beliebter werdenden Bäckerkisten. Dass es aber noch weitaus mehr Möglichkeiten gibt, um eine reiche Ernte zu erzielen, zeigt Dorothea Baumjohann in ihrem Buch "Gärtnern in Sack, Box & Co." (BLV Buchverlag).



Die Pflanzgefäße kommen in den verschiedensten Formen, Farben und Materialien daher: Big-Bags, Tetrapaks, Einkaufstasche, Konservendose oder Kastenbeete - fast alle Gefäße können zum Gärtnern umfunktioniert werden. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Baumjohann zeigt, welche Gefäße sich wofür eignen und gibt viele praktische Gärtnertipps zur Planung sowie der richtigen Pflege. Eine Übersicht über die Gemüse-, Salat-, Kräuter- und Obstsorten, die sich am besten für Kisten und Säcke eignen, machen den Einstieg in das mobile Gärtnern besonders einfach.



So benötigen Möhren und andere Wurzelgemüse extra-tiefe Pflanztaschen, selbstgenähte Pflanztaschen beherrbergen Hokkaido-Kürbisse oder Zucchini. Weidenkörbe eignen sich für Minigurken, Kräuter oder Ananaskirschen. In Kartoffel- und Kaffeesäcken gedeihen Rotkohl, Weißkohl und Brokkoli besonders gut. Die Autorin berät auch bei der benötigten Größe der Pflanzgefäße und der passenden Erde. Mit den vielen Praxistipps steht dem urbanen Gärtnern nichts mehr im Wege.

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Seitenzahl: 125

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Was Sie in diesem Buch finden

Einleitung

Urbanes Gärtnern

Alternative Gefäße für Balkon und Terrasse

Einfache Paletten-Beete

Kreatives Gärtnern auf Balkon und Terrasse

Welche Erde eignet sich?

Pflanztaschen aus dem Handel

Pflanztaschen Modell Supermarkt

Nähen für Gärtner

Gemüse aus dem Einkaufskorb

Bepflanzte Wein- und Obstkisten

Farbenfrohe Einweg-Obstkisten

Kaffee- und Kartoffelsäcke

Grow-Bags – Gemüse direkt aus dem Erdsack

Zinkwanne für große Pflanzen

Vertikal Gärtnern – Gemüse aus der Dose

Vertikal Gärtnern – Salat statt Schuhe

Vertikal Gärtnern – Tetrapacks am Rankgitter

Gärtnern in Big-Bags

Aus Big-Bags ein Gemüsebeet bauen

Big-Bag als Kartoffelacker

Indianerbeet im Big-Bag

Big-Bag für »Vielfraße«

Gärtnern in Kastenbeeten

Kastenbeete aufbauen

Kastenbeete befüllen

Hochbeete mit Holzrahmen

Salate aus der Box – Frisches von Frühjahr bis Herbst

Gemüse aus der Box – Mischkulturen das ganze Jahr

Kräuter aus der Box – Aromatisches für alle Ansprüche

Tomate mit Basilikum – Frisch aus der Box

Paprika und Chili – Snacks und Scharfes aus der Box

Gesundes Gemüse aus dem Hochbeet – pflanzen, pflegen, ernten

Gärtnern in Bäckerkisten

Ein Bäckerkisten-Hochbeet aufbauen

Das Bäckerkisten-Hochbeet befüllen

Gemischtes Gemüse in Bäckerkisten

Gemüse aus Bäckerkisten – pflanzen, pflegen, ernten

Gärtnerpraxis und Pflanzenwissen

So planen Sie eine Bepflanzung

Gemüse pflanzen oder säen?

Praktische Gartengeräte

Richtig gießen und düngen

Pflanzenschutz heißt Pflanzen schützen

Salate für Kisten und Säcke

Gemüse und Obst für Kisten und Säcke

Kräuter für Kisten und Säcke

Gemüse, Obst und Salate im Überblick

Adressen, die Ihnen weiterhelfen

Stichwortverzeichnis

Über die Autorin

Urbanes Gärtnern

In der Vorstellung vieler Menschen hat ein Garten immer etwas mit »Landleben« zu tun. Man stellt sich ein harmonisch und ästhetisch ansprechend angelegtes Stück Natur vor, in dem man Ruhe und Entspannung findet. Doch, wie so viele Dinge ist auch der Garten einem Wandel unterworfen. So muss der Begriff hin und wieder neu definiert werden.

Bedeutung der Nutzgärten

In der Kriegs- und Nachkriegszeit des vorigen Jahrhunderts, in der Lebensmittel allgemein knapp waren, wurden Gärten fast ausschließlich als Nutzgärten angelegt. Sie dienten der Nahrungsmittelproduktion und hatten bei der Versorgung der Bevölkerung mit frischem Obst und Gemüse eine große Bedeutung. Das Wissen um den Anbau von Kulturpflanzen war tief verankert und wurde von Generation zu Generation weitergegeben.

Nutzgärten verlieren an Bedeutung

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den 1960er-Jahren änderte sich das Bild. Immer mehr Nahrungsmittel kamen im Überfluss in die Regale der Supermärkte. Heutzutage ist zu jeder Jahreszeit frisches Obst und Gemüse erhältlich. Was bei uns nicht produziert werden kann, wird importiert. Kräuter und Gemüse aus dem Garten sind kaum noch gefragt.

Seit den 1970er-Jahren verlieren deshalb auch die Nutzgärten an Bedeutung. Sie werden verkleinert oder stillgelegt, weil sie zu viel Arbeit und Mühe machen. Gärten werden in sterile Rasenflächen mit einer Einfassung aus Koniferen umgewandelt. Heute findet man zudem mehr oder weniger große Steinwüsten in den ohnehin schon sehr kleinen Gärten. Die Vielfalt wird abgeschafft. Die Gärten sind nur noch pflegeleicht, haben aber sonst nicht viel zu bieten. Mit der Umgestaltung der Hausgärten ist nicht nur eine ökologische Vielfalt, sondern auch viel Wissen um Anbau, Ernte und Verarbeitung von Nutzpflanzen verloren gegangen.

Trendwende

Angesichts der vielen Lebensmittelskandale, die nicht nur den Fleisch- und Eierkonsum betreffen, sondern auch vor Obst und Gemüse nicht haltmachen, scheint sich der Trend in den letzten Jahren wieder umzukehren.

Das Vertrauen in das Supermarktgemüse ist erschüttert. Biogemüse auf Wochenmärkten genießt einen weitaus besseren Ruf. Doch das Vertrauen in ein gesundes Produkt ist nicht alles. Die Menschen möchten nicht mehr nur konsumieren. Viele möchten teilhaben an der Nahrungsmittelproduktion, am Säen und Ernten und an der Zubereitung von Nahrungsmitteln. Das Wissen darum, das früher ganz selbstverständlich von Eltern und Großeltern abgeschaut werden konnte, muss die heutige Generation der jungen Erwachsenen erst wieder ausgraben und neu erlernen. Das mag anstrengend sein, birgt aber auch Chancen. Die jungen Leute gehen unvoreingenommen und mit unkonventionellen Ideen an das Gärtnern heran. Es weht ein frischer Wind im Garten.

Gärtnern in der Stadt

Die Sehnsucht nach einem Stück Garten, in dem man sich mit Obst, Gemüse und Kräutern selbst versorgen kann, scheint auch in den dicht besiedelten Städten groß zu sein. Noch vor wenigen Jahren schien das Gärtnern mit dem Leben in der Stadt unvereinbar zu sein. Doch heute entstehen flächendeckend urbane Gartenprojekte, die mit den ursprünglichen Vorstellungen eines Gartens nur noch wenig zu tun haben. Die Gärten sind ganz unterschiedlich organisiert.

Gemeinschaftsgärten

Die urbanen Gemeinschaftsgärten sind weniger Orte der Ruhe, sondern vielmehr lebhafte Orte der Begegnung. Unbekümmert und mit viel Kreativität werden hier auf unkonventionelle Weise Obst, Gemüse und Kräuter angebaut. Die Pflanzen wachsen in Kisten und Säcken, stehen auf Paletten und hängen an der Wand. Viele der Gärtner und Gärtnerinnen hatten anfangs kaum Erfahrung mit dem Umgang mit Pflanzen. »Learning by doing« heißt das Motto, sich gegenseitig helfen und Erfahrungen austauschen. Einige der Gärten haben nur Gemeinschaftsflächen, andere verpachten auch für jeweils eine Saison kleine Beete, die eigenständig bewirtschaftet werden können.

Einer der ersten und wohl auch der bekannteste Gemeinschaftsgarten ist der Prinzessinnengarten in Berlin-Kreuzberg. Im Jahr 2009 von Robert Shaw und Marco Clausen gegründet, hat sich das Projekt rasant weiterentwickelt. Auf der 6000 Quadratmeter großen Fläche werden ausschließlich Nutzpflanzen angebaut. Da von der Stadt nur befristete Pachtverträge vergeben werden, legen die Betreiber großen Wert auf Mobilität. Es kann schließlich sein, dass der Garten umziehen muss. Daher wird das Gemüse auf Europaletten in Bäckerkisten und in Säcken angebaut, die mit einem Hubwagen transportiert werden können. Inzwischen gibt es im Prinzessinnengarten ein Gartencafé, mobil, in einem Überseecontainer, in dem ein Teil der Ernte aus dem Garten zubereitet und verkauft wird. Zudem werden Workshops zu »grünen« Themen angeboten und Hilfestellung für neue Gärten in der Gründungsphase gegeben.

Urbanes Gärtnern in einem Hinterhof: gelungener Mustergarten der Umwelt-Bildungs-Initiave OWL im Rahmen der Landesgartenschau 2017 in Bad Lippspringe.

Der Zugang zu gesunden und frischen Nahrungsmitteln spielt eine große Rolle bei der Selbstversorgung.

Selbsterntegärten

Selbsterntegärten gibt es inzwischen in oder ganz in der Nähe von vielen Städten. Sie funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Erfahrene Landwirte oder Gärtner bestellen im Frühjahr einen Acker mit vielen verschiedenen Gemüsearten. Der Acker wird in Parzellen unterteilt, die jeweils für eine Saison verpachtet werden. Als Pächter übernehmen Sie also einen fertig bestellten Garten. Den ganzen Sommer über können sie beobachten, gießen, ernten und nachpflanzen. Selbsterntegärten sind optimal für Anfänger. Die Anbieter stellen Gartengeräte zur Verfügung und bieten, z. B. in Form von Infopaketen und regelmäßigen Newslettern, Hilfestellung bei der Gartenpflege.

Urbane Privatgärten

Nicht jeder Mensch hat unbedingt Lust in Gemeinschaft zu gärtnern. Manch einer möchte vielleicht nur zuhause, ganz in Ruhe und ohne Verpflichtungen, ein bisschen Gemüse anbauen oder ein paar Kräuter auf dem Balkon ziehen. Das ist selbstverständlich ebenso möglich, auch in der Stadt. In diesem Buch finden Sie eine ganze Reihe von Vorschlägen, wie Sie ganz einfach und auf unkonventionelle Weise Ihr eigenes Gemüse ziehen. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Sie in kleinen oder etwas größeren Gefäßen auf dem Balkon gärtnern können. Zudem finden Sie Anregungen für kleine Hochbeete, die Sie, unabhängig vom Boden, z. B. auf einer Terrasse oder in einem Hinterhof aufbauen können. Die Beete stehen auf Europaletten, sind damit mobil und können beliebig erweitert werden. Stehen sie an einem sonnigen Platz, steht einer Ernte von frischem Gemüse nichts im Wege.

Warum wir Gärtnern

Beweggründe für das Gärtnern gibt es viele. Die einen möchten selbstgezogenes, garantiert unbehandeltes Gemüse ernten, andere bewegen sich gern an der frischen Luft oder sind auf der Suche nach einer produktiven Freizeitbeschäftigung. Gärtnern kann man in anregender Gesellschaft oder in Ruhe, ganz für sich allein. Es gibt auch Gründe, die man gar nicht so richtig in Worte fassen kann. Man spürt einfach nur, dass Gärtnern gut tut.

Biophiliaeffekt

Schon seit langem ist bekannt, dass der Aufenthalt in der freien Natur stressmindernd wirkt. Ein Spaziergang wirkt stimmungsaufhellend, Patienten, die im Krankenhaus einen Blick auf freie Landschaft oder auch nur auf einen Baum haben, genesen schneller als jemand, der diesen Ausblick nicht hat. Für die Liebe des Menschen zum Leben bzw. zu Lebendigem hat die Wissenschaft einen Namen gefunden: die Biophilie. Einige Wissenschaftler glauben, dass diese Zuneigung angeboren und im Erbgut verankert ist. Sie weisen darauf hin, dass sich nicht nur unser Bewegungsapparat und unser Stoffwechsel im Kontakt und in der Auseinandersetzung mit der Natur entwickelt haben, sondern dass auch unsere Sinneswahrnehmungen und unser Bewusstsein in diesem Kontext entstanden sind. Über mehrere Millionen Jahre war der Mensch auf allen Ebenen mit der Natur verbunden. So erklärt die Wissenschaft, dass Menschen die Natur für ihre psychische Gesundheit brauchen. Das Gärtnern, der Umgang mit Pflanzen, ist für viele Menschen eine Möglichkeit, mit der Natur in Kontakt zu treten.

Gesunde Ernährung

Der Wunsch nach frischen Nahrungsmitteln als Grundlage für eine gesunde Lebensweise ist der häufigste Grund für die Selbstversorgung mit Gemüse, Obst und Kräutern. Eine besondere Verantwortung tragen Eltern von kleinen Kindern. Das Essverhalten eines Menschen wird entscheidend in den ersten Lebensjahren geprägt. Kinder lernen am Vorbild ihrer Eltern und durch eigene praktische Erfahrungen. Sie lernen mit allen Sinnen. Positive, emotionale Erlebnisse in Verbindung mit Nahrungsmitteln haben mehr Einfluss als kognitives Ernährungswissen. Ein guter Grund dafür, Kinder beim Gärtnern und beim Kochen mit einzubeziehen.

Der Kontakt mit der Natur ist für viele Menschen entspannend und stressmindernd.

Alternative Gefäße für Balkon und Terrasse

Auf dem grünen Markt hat sich in Sachen »Gefäße für Balkon und Terrasse« in den letzten Jahren viel getan. Die altbewährten Kästen, die am Balkongeländer befestigt werden, bekommen Sie nun in verschiedensten Formen, Farben und aus den unterschiedlichsten Materialien. Neben den schweren Kübeln aus Terrakotta können Sie auch Gefäße aus leichten Kunststoffen, aus Fiberglas oder Stein kaufen. Noch relativ neu auf dem Markt sind Pflanztaschen aus speziellen Geweben. Sie sind sehr leicht, mehrfach nutzbar und können platzsparend aufbewahrt werden. Zur Bepflanzung lassen sich aber auch Behältnisse verwenden, die ursprünglich einem anderen Zweck zugedacht waren. So können Sie z. B. Konservendosen, Holzkisten, Einkaufstaschen und vieles mehr bepflanzen. Zahlreiche Dinge, die sonst achtlos weggeworfen würden, können so recycelt und im wahrsten Sinne des Wortes mit neuem Leben erfüllt werden.

Kleine Konservendosen eignen sich für die Pflanzenanzucht. In größere Dosen können Sie Salat pflanzen.

Größe und Beschaffenheit

Je größer ein Pflanzgefäß ist, desto mehr Wurzelraum steht zur Verfügung. Pflanzen brauchen Platz, um ihre Wurzeln ausbreiten zu können. Sie sorgen für Halt und Standfestigkeit. Mit den Wurzeln nehmen die Gewächse Wasser und Nährstoffe auf, die in der Erde gespeichert sind. Je größer das Gefäß ist, desto größer kann auch der Wasser- und Nährstoffvorrat sein. Das ist besonders für große, schnell wachsende Pflanzen, wie z. B. Tomaten, ein Vorteil.

Pflanztaschen sind robust. Auch Einkaufstaschen können bepflanzt werden, wenn sie Löcher im Boden haben.

Wasserversorgung

Während es bei Wärme und Trockenheit wichtig ist, die Pflanzen ausreichend zu gießen, müssen Sie in Regenperioden darauf achten, dass die Pflanzenwurzeln nicht dauerhaft im Wasser stehen. Daher müssen Pflanzgefäße unbedingt Löcher haben, aus denen überschüssiges Wasser wieder abfließen kann. Wenn Sie Töpfe oder Kübel kaufen, die für eine Bepflanzung bestimmt sind, sind in der Regel Wasserabzugslöcher vorhanden. Recyceln Sie Gefäße, die ursprünglich für etwas anderes verwendet wurden, sollten Sie nachträglich Löcher in den Boden bohren oder schneiden.

Ausgediente Weinkisten aus stabilem, unbehandeltem Holz können viele Jahre als Pflanzkiste benutzt werden.

Vertical Gardening

»Vertical Gardening« ist ein beliebter Trend in der »Urban Gardening« Szene. Wenn Balkon oder Terrasse klein sind, lohnt es sich, auch die Wandflächen zu nutzen. Im Gartenfachhandel gibt es ausgeklügelte Systeme für die Wandbegrünung. Dazu gehören z. B. Pflanztaschen mit Wandbefestigung und mehrstöckige Regale für Blumentöpfe. Bei vielen Profi-Systemen sind mehrere Pflanzbereiche miteinander verbunden, was die oft auch automatisierte Wasserversorgung einfacher macht.

Für das »Vertical Gardening« können Sie auch unkonventionelle Gefäße nutzen. Konservendosen und Tetrapacks lassen sich z. B. mithilfe von Kabelbindern an Rankgerüsten oder einfach am Balkongeländer befestigen. Als Pflanztaschen eignen sich Ordnungshelfer, die eigentlich im Kleiderschrank angebracht werden.

Schuhorganizer eignen sich als Pflanztaschen zur Wandbegrünung. Das Material ist wasserdurchlässig.

Einfache Paletten-Beete

Für alle, die draußen mehr Platz haben, als auf einem Balkon vorhanden ist, bietet sich die Möglichkeit, ein kleines Beet auf einer Europalette aufzubauen. So ein Beet ist flexibel. Es lässt sich mit einem Hubwagen an einen anderen Ort transportieren oder in der nächsten Saison woanders aufbauen. Ein Paletten-Beet ist unabhängig vom Boden. Versiegelte oder schadstoffbelastete Flächen können ebenso genutzt werden wie ein normaler Gartenboden. Die Pflanzen wachsen ohne Verbindung zum Untergrund, nur im Pflanzsubstrat der Kiste.

Grundlage Europalette

Die Europalette ist seit mehr als 50 Jahren das Transportmittel Nr. 1 in Europa. Sie besteht aus neun Holzklötzen, elf Brettern und 78 Nägeln, die in Spezialbetrieben zu einer Palette mit den Grundmaßen 120 × 80 × 14,4 cm zusammengebaut werden. Europaletten sind robust und tragen ein Gewicht von bis zu 1500 kg.

Mit einer Palette und zwei Faltrahmen aus Holz können Sie schnell ein einfaches Kastenbeet bauen.

Bis zum Jahr 2010 wurden die Paletten gegen Holzschädlinge mit giftigem Methylbromid begast. Seitdem ist die chemische Behandlung verboten und das Holz wird nur noch hitzebehandelt. Achten Sie bei den Paletten auf die Buchstaben »HT« für »Heat Treatment« im Brandzeichen auf den Holzklötzen, denn eine chemisch behandelte Palette hat im Garten nichts zu suchen.

Mit einer oder mehreren Europaletten als Grundlage können Sie mit speziellen Aufbauten, die auf die Größe der Palette abgestimmt ist, kleine Beete bauen.

Mit starren Palettenrahmen aus der Schweiz haben Sie schnell ein ansehnliches Kräuter- oder Gemüsebeet.

Aufbauten für Beete

Um ein Gemüse- oder Kräuterbeet auf einer Palette zu errichten, gibt es viele Möglichkeiten. Aus verschiedenen Materialien können Beete in unterschiedlichen Höhen gebaut werden.

Holzrahmen

Für Europaletten gibt es passgenaue Holzrahmen, die mit wenigen Handgriffen zu einer Kiste zusammengesteckt sind. Von den 20 cm hohen Rahmen können Sie mehrere übereinander anbringen. Die Rahmen haben an den Ecken Scharniere, sodass sie zur Lagerung einfach zusammengeklappt werden können. Neben der faltbaren Variante gibt es auch starre Holzrahmen, die mit ihren rostroten Ecken aus Metall und den Griffen im oberen Rand richtig edel wirken. In Österreich und in der Schweiz sind diese Rahmen Standard, in Deutschland sind sie nicht ganz leicht zu bekommen.

Ein Big-Bag ist die günstigste Beetvariante. Sie bekommen die großen Säcke schon für wenige Euro.

Big-Bags

Ein Big-Bag ist ein großer, flexibler Schüttgutbehälter aus einem stabilen, aber wasserdurchlässigen Kunststoffgewebe. An der offenen Seite hat er mehrere feste Schlaufen, an denen der Sack angehoben und entleert werden kann. Ein Big-Bag füllt die Fläche einer Palette aus. Für ein Beet schlagen Sie den oberen Rand des Sacks um und ziehen diesen so weit herunter, dass er noch eine Höhe von etwa 60 cm hat.

Bäckerkisten

Eurostapelkisten mit durchbrochenen Wänden und Boden werden landläufig als Bäckerkisten bezeichnet. Mit einem Grundmaß von 40 × 60 cm passen genau vier Kisten auf eine Europalette. Die Kisten sind in verschiedenen Höhen erhältlich. Für ein Kistenhochbeet werden z. B. zwei 32 cm hohe Kisten übereinandergestapelt, sodass auf einer Paletten eine Beethöhe von fast 80 cm erreicht wird.

Durch den doppelstöckigen Aufbau der Bäckerkisten haben die Pflanzen einen großen Wurzelraum verfügbar.

Kreatives Gärtnern auf Balkon und Terrasse

Welche Erde eignet sich?