21,99 €
»Was ist dieses Buch?« fragt sich der Autor zu Beginn augenzwinkernd selbst. Textpatience, Bericht, Vorwort zu einem Roman oder der Roman selbst? Bald stoisch, bald engagiert bis enragiert kritisch gibt er die Antwort, folgt dem Bogen reicher Erfahrung mit nazistischer, kommunistischer, reformkommunistischer, nachwendezeitlicher und orbánistischer Herrschaft in Ungarn und den Verwerfungen Europas in dieser, seiner Zeit. Erzählerische Sequenzen und historische Diagnosen wechseln mit Meditationen und Maximen. Im Zentrum von Konráds »Nachsinnen« aber stehen die Porträts einzelner Menschen und ihrer Handlungen. Als ein Zug positiver wie negativer Hauptfiguren erscheinen sie uns im »Gästebuch« seines Lebens: Es sind die maßgeblichen Politiker der wechselnden Herrschafts- und Unterdrückungssysteme ebenso wie die kleinen Handlanger mit ihren windig-flüchtigen Loyalitäten. Schriftstellerkollegen, deren Autonomie den Autor Konrád beeindruckte, und solche, die sich an die Macht verrieten. Aktuelle und ehemalige Geliebte. Und immer wieder die Familie, die in der Shoah ermordeten jüdischen Freunde und Verwandten, denen das »Gästebuch« ein eindrucksvolles Denkmal setzt. György Konrád, der Dissident und unerschrockene Bebachter, vielfach ausgezeichnet und geehrt, ist nicht nur einer der großen Chronisten, sondern auch Stilisten unserer Zeit. Mit seiner narrativen Vitalität hält sein »Gästebuch« inmitten aller Schrecken, auch der Gegenwart, Kurs auf die Ideale Freiheit, Autonomie, Eigensinn und Selbstvertrauen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 297
Veröffentlichungsjahr: 2016
»Was ist dieses Buch?« fragt sich der Autor zu Beginn augenzwinkernd selbst. Textpatience, Bericht, Vorwort zu einem Roman oder der Roman selbst? Bald stoisch, bald engagiert bis enragiert kritisch gibt er die Antwort, folgt dem Bogen reicher Erfahrung mit nazistischer, kommunistischer, reformkommunistischer, nachwendezeitlicher und orbánistischer Herrschaft in Ungarn und den Verwerfungen Europas in dieser, seiner Zeit. Erzählerische Sequenzen und historische Diagnosen wechseln mit Meditationen und Maximen. Im Zentrum von Konráds »Nachsinnen« aber stehen die Porträts einzelner Menschen und ihrer Handlungen. Als ein Zug positiver wie negativer Haupt- und Nebenfiguren erscheinen sie uns im »Gästebuch« seines Lebens: Es sind maßgebliche Politiker der wechselnden Herrschafts- und Unterdrückungssysteme ebenso wie die kleinen Handlanger mit ihren windig-flüchtigen Loyalitäten. Schriftstellerkollegen, deren Autonomie den Autor Konrád beeindruckte, und solche, die sich der Macht ergaben. Geliebte Frauen. Und immer wieder die Familie, die in der Shoah ermordeten jüdischen Freunde und Verwandten, denen das Gästebuch ein eindrucksvolles Denkmal setzt.
György Konrád, der Dissident und unerschrockene Beobachter, vielfach ausgezeichnet und geehrt, ist einer der großen Chronisten unserer Zeit. Mit seiner narrativen Vitalität hält Gästebuch inmitten aller Schrecken, auch der Gegenwart, Kurs auf die Ideale Freiheit, Autonomie, Eigensinn und Selbstvertrauen.
György Konrád, geboren 1933 in Debrecen (Ungarn), Schriftsteller, Essayist, politischer Beobachter. 1997–2003 Präsident der Berliner Akademie der Künste, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und des Internationalen Karlspreises zu Aachen.
Zuletzt erschienenDas Pendel. Essaytagebuch, 2011Über Juden, 2012Europa und die Nationalstaaten. Essays, 2013
György Konrád
Gästebuch
Nachsinnen über die Freiheit
Aus dem Ungarischen vonHans-Henning Paetzke
Suhrkamp
eBook Suhrkamp Verlag Berlin 2016
Der vorliegende Text folgt der Erstausgabe, 2016.
© der deutschen Ausgabe Suhrkamp Verlag Berlin 2016
© György Konrád 2016
Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Übersetzung, des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile.
Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Für Inhalte von Webseiten Dritter, auf die in diesem Werk verwiesen wird, ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber verantwortlich, wir übernehmen dafür keine Gewähr.
Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar.
Umschlagfoto: Regina Göllner
Umschlaggestaltung: Hermann Michels und Regina Göllner
eISBN 978-3-518-74466-6
www.suhrkamp.de
Eine Art Vorwort
Regel
Gefundener Name
Aus dem Stand aufsteigen
Nicht Erlösung, sondern Überleben
Linie der Entscheidungen
Wann hast du gelogen und wann nicht?
Jeder Tag ein Dankfest
Eigener Fatalismus
Vom Dilemma der monotheistischen Religionen
Alles Gewesene ist anwesend
Immer nur jenseits?
Wandlungen hin und her
Der ehrenamtliche Idiot reißt sich zusammen
Was wird von ihm bleiben?
Nichts Häßliches
Freude des Eingesperrtwerdens
Es hat überhandgenommen
Strenge
Pulsieren
Die Troika entfernt sich
Ich werde erwartet
Krönung und Revolution
István war in der Schule mein Banknachbar
Die anderen Kinder wurden getötet
Meine Mutter unterhält sich mit den Verstorbenen
Er war ein großer Schlingel
Die Friedhöfe werden aufgefüllt
Gründliche Arbeit
Angenehm
Meine Klassenkameraden gingen sofort in die Gaskammer
Die anderen wurden eingeäschert
Imre, laß dich nicht unterkriegen!
Sagen möchte er sonst nichts
Wir hatten einen schönen, warmen Sommer
Er wird dich rufen
Sie sind verschwunden
Der Intrigant ist tot
Auslese
In deinem Mundwinkel die Seele der Stadt
Zwei Halunken finden sich ein
Terror ist jetzt kein Thema, dafür aber Korruption
Schwerfällige alte Vollstrecker
Sich erinnern heißt lernen
Terroristische Weltanschauung
Vagabundierende Optik
Romanstadt
Blick in den Rückspiegel
Ein fundamentaler Ort
Glücklich
1989. Rhetorikflut
1990. Die Schule des Landes
Wir haben Zeit
Ein verschneiter Morgen mit einem Säugling
Die quälende Leidenschaft der Politik
Zufällige Opfer
Smigura und Zavarkó
Unberechenbares Wandern
Klassisches Ereignis (1989)
Die Geschichten wuchsen zusammen
Im Rosengarten lagen unsere Anfänge
Die Schönheit der Unterwelt
Landung auf der Gänseweide
Einer von jenseits der Theiß jenseits der Donau
Das Hotel steht, Arnold ist gefallen
Kohn geht zum Rabbi
Es fliegt das Quarkkäulchen
Ein Liebesbrief brennt auf einer Zierkerze
Nur eine Erklärung
Gut, aber etwas kürzer!
Bulgarischer Regenschirm
Alter Manuskripteschmuggler
Schlaf nicht ein!
Die Mundwinkel hingen herunter
Die Anekdoten der Firma
Die sechsundfünfziger Generation
Soviel Menschen, soviel Wege
Geistvolle Dummheiten führten zu den Massengräbern
Der Wahn kollektiven Prahlens
Er artikuliert sich und tötet nicht
Greif dich selbst an
Grauzone zwischen Genuß und Leiden
Idee und Töten
Wie machen wir aus Menschen Kampfhunde?
Großspurigkeit
Antipolitik – die Frage Jesu
Ein Schriftsteller ist kein Diener
Bequemlichkeit des Mauselochs
Das kann man sagen
Die Krankheitsdiagnose des lokalen Idioten
In ihrer Sehnsucht nach Lehren schäkern die Dümmeren mit den Diktaturen
Befreiung und Resignation
Bis zum Tod dauernde Schule der Angst
Organische Gleichheit
Lied einer leichten Dame
Die Ungarn sind wie du
Abgewogene langsame Rede
Du wirst dem Katzenfutter beigemengt
Den Freund lassen wir nicht im Wasser
Ich sah mich um, und niemand stand hinter mir
Polnisch-ungarische Parallele
Wie der Hirsch den Geruch des Tigers
Achtung vor den Hungrigen
Zwanghaft
Gruppenporträt – 1987
Aussprechen und Sich-Verstecken
Nach Schließung der Kneipe
Wissen und Taktgefühl
Wem sonst würde er dienen, wenn nicht seinem Werk?
Lärmen unter dem Himmel
Eine Möglichkeit zum Zechen
Auf ländlichem Hügel am Donauufer
Was ich schreibe, das ist keine Staatsangelegenheit
Er hatte keine Lust, ihn abzuknallen
Rausch
Nicht leicht, ein Deutscher zu sein
Die beständigen Werte der Intelligenz
Geschütztes Alter
Immergrüne Nichtigkeiten
Rosch ha-Schana
Einfach nur so
In der Budapester Innenstadt
Zu Anfang des neunten Lebensjahrzehnts
Der Ehemann ist domestiziert
Laß sie ins selbe Horn blasen!
Bedeutende und bizarre Personen
Der Angesprochene klappert mit den Zähnen
Stationen einer einzigen Emanzipation
Identität an den Garderobenhaken!
Tanz des Erbes
Der ethnische Nationalstaat geht mit Unheil einher
In einem Menschen gibt es mehr
Begegnungen von Antike und Moderne
Über die Würde des Menschen
Das Schriftwerk ist ein Subjekt
Zwischen Tod und Dennoch
Der Roman und die Stadt
Die Bühne läßt sich ausweiten
Loyale Dummheit
Er geht aus dem Bild
Über Helden
Manchmal muß es sein
Du bist verhaftet
Wer war jene Frau?
Nur die Biographie und die Erinnerung
Es gefällt mir von vornherein
Erotik unseres Gehirns
Dialog von Bürger und Schriftsteller
Der Mond nimmt zu
Körper der Vergangenheit
Für ihre Freiheit sollen sie büßen
Begabungsschutz
Alles Menschliche ist Luxus
Akademie der Künste, Berlin, Hanseatenweg 10
Der Mensch wird von seinen Möglichkeiten übertroffen
Der Verstorbene lügt nicht
Die Zeitgenossen mögen die Nekrologe
Der Scheiterhaufen ist verschwunden, es entstehen Liebesgedichte
Dilettantisch
Das bist du
Glaubst du, daß ich schweben kann?
Abschied von Emilia
Sie kann auch hinten sehen
Gesichter über dem Bierkrug
Ego versus alter
Ego versus ego
Wer ist diese Mama?
Die Kunst der Verführung
Reue gibt es nicht
Die Worte eilen dahin
Sowohl Gast als auch Hausherr
Der Führerkult ist eine Geisteskrankheit
Über unsere Identitäten
Ich bin den Lehren entglitten
Das Menschenmaterial bleibt
Meine Entscheidungen umringen mich
Hart wie Beton, weich wie Gelatine
Anschwellender Gesang
Halsstarrige Ungeheuer
Es kommt vor, daß einer am Leben bleibt
Ich lege meinen Plunder ab
Zwei reglose Schwertklingen
Das Geschehene hinterläßt Spuren
Kein Wettkämpfer
In der Finsternis ballen sich jene vielen Halbkügelchen zusammen
Kluges Herz
Unglückselige
Erinnerung ist reine Dichtung
Warum Gästebuch?
Autor und Leser laden sich gegenseitig ein.
Werde ich letzteren zu sehen bekommen? Ich habe ihn sogar schon besucht.
Ich öffne ihm die Tür, damit er durch mein Haus, meine Lebensgeschichte streifen kann. Vielleicht erfährt er auch etwas von meiner Weltanschauung als Schriftsteller; ein kleiner Einblick mag genügen. Mehr sollten höfliche Menschen nicht erwarten.
Über der Lektüre entscheidet sich, ob er das Buch beiseite legt oder weiterliest, ob er bereit ist, über die Fragen und Behauptungen nachzusinnen, von denen das Ganze wimmelt. Ob er sich bei Sätzen, die auch beim Autor ein verborgenes Lächeln vermuten lassen, ein inneres Lächeln gestattet.
Antwortet der Leser darauf mit »Ja«, zieht das folgende Frage nach sich: »Was eigentlich ist dieses Buch?«
Treffen wir zwischen nachstehenden Angeboten eine Wahl!
Berichterstattung eines speziellen Bewußtseins? Textpatience? Oder schon Roman?
Jeder betitelte Eintrag darin ein Kapitel oder eine Strophe.
Mehrere ältere Passagen bearbeitet oder ganz neu geschrieben. Die Auswahl blieb Zufall und Belieben überlassen.
Jetzt aber stellen sich die Dinge anders dar als damals: Ich komprimiere, präzisiere, nehme Umstellungen vor, trenne verdrießliche Sätze voneinander– Strenge und Launenhaftigkeit eines alten Mannes.
Anmerkungen zu einer Haltung, Suspendierung humanistischer Schmeichelei dem Menschen gegenüber, doch überdrüssig sind wir auch der Misanthropie.
Nur uns Menschen gibt es, sonst nichts.
Ich könnte sagen, wir sollten uns zusammenreißen und zur Vernunft kommen, während sie sagen könnten, sie hätten genug von mir, ich sollte mich in meinem Zimmer vergnügen oder auf dem St.-Georg-Berg spazierengehen und mir das Gesicht im Wasser des Löwenbrunnens waschen.
Was bleibt einem achtzigjährigen Autor am Ende eines solchen– etwas zu lang geratenen– Vorworts? Seinen Lesern noch viele glückliche Jahre zu wünschen und den hiermit von ihm eingeführten Roman zu schreiben, hinter dessen letzten Satz dereinst JEMAND einen Punkt setzen wird.
Jene eigenartige Gesellschaft, zu der wir gehören, bevölkert seit einigen tausend Jahren den Erdball.
Große Bibliotheken haben wir schon besucht; wir begreifen unsere Nichtigkeit; dennoch wollen wir lebensfähige, selbst unseren Tod überdauernde Bücher in die Regale der Weltbibliothek stellen.
Die Zahl der Schriftsteller nimmt schneller zu als die der Leser. Wettkampf ums Überleben. Wir verstecken uns, damit man auf unsere Worte achtet. Schamhaftigkeit bei gleichzeitiger Schamlosigkeit. Der Schriftsteller ist insgeheim ein laizistischer Mönch. Unser Orden: ein Weltbund rasender Individualisten. Über uns haben wir niemanden, nur den Sternenhimmel. Orden ändern ihre Regel nicht bei jedem Modehauch.
Da die Menge der zu erzählenden Dinge unendlich größer ist als die der zu schreibenden, ist es ein Werk der Willkür, was davon hervorgehoben wird. Wer weiß schon, welches Ereignis wir für die Erzählung auswählen, ahnen wir doch nicht einmal, wer wir morgen sein werden.
Der Autor will den Text nicht so leicht in Vergessenheit geraten lassen. Arbeit gegen den Tod. Er schreibt darüber, um ihm zu entfliehen, übt sich im Neinsagen, im Kampfsport der Ablehnung, tröstet sich damit, daß es einen Anspruch auf dichte Sprache im Gegensatz zur Geschwätzigkeit immer geben werde. Turnübungen der Gefühle, vom Kalten ins Warme, vom Sich-Sehnen zum Widerwillen, nach Annäherung Sich-Entfernen.
Lesen ruft Stimmungsschwankungen hervor, bringt unsere Seele in Schwung, so daß wir das Leben gleichzeitig unter den Aspekten seiner Vitalität und seiner Sterblichkeit betrachten können. Literatur konfrontiert den einmaligen Fall, dessen beachtliches Abgerundetsein eine Geschichte entstehen läßt, mit Allgemeinplätzen. Sie hat Anfang und Ende. Wie eine Reise.
Du fragst, lieber Leser, wer dieser Kalligaro sei, der meist in der ersten Person Singular spricht? Ein Name, den ich vor unserem Haus in Hegymagas auf einem alten Brunnenkranz gefunden habe. Vor dem Ersten Weltkrieg war Kalligaro ein Fabrikant von Betonelementen. Sein Name ist in der Umgebung von Tapolca vielerorts zu sehen. Andere Spuren gibt es nicht, nur Tränkrinnen. Grabsteine. Eine fiktive Gestalt, in deren Namen ich spreche, die in meinem Namen spricht. Jemand also, mit dem ich mich gelegentlich verwechsle.
Sagen wir: mein Freund, mein Helfer, dem ich alle möglichen Lasten aufbürden kann, Scherpa im Hochgebirge, angeheuerter heimischer Reisebegleiter und Träger, mein Faktotum, das mich mit blitzschneller Leichtigkeit durch Zeit und Raum transportiert und das ich noch lange brauchen werde. Ein Mensch, den ich von der Seite betrachte oder vielleicht vom Mond aus. Kalligaros Spielraum ist größer als meiner, der Ausschlag seiner Amplituden ist beträchtlich. Für seine Verdienste darf er umsonst in meinem Hinterkopf wohnen. Manchmal kommt er von dort hervor und erfindet so manches, das ihm sonst nicht eingefallen wäre.
Im Wohnzimmer, auf der Veranda und der Gartenbank biete ich den Gästen einen Platz an.
In den zurückliegenden Jahrzehnten half ich einigen Ideen, in Bewegung zu bleiben. Den Wirrwarr hielt ich für interessant, und den Kitsch neuesten Jahrgangs ließ ich nicht aus den Augen. In meinen Entscheidungen ließ ich mich von der Moral des Schriftstellers leiten. Das wenigstens hätte ich gern geglaubt. »Und was wäre das?« fragte mich der Dämon. »Der Wille zur Autonomie des Geistes«, stammelte ich.
Wir stolpern von Mißverständnis zu Mißverständnis, segeln dahin in der Barke unserer Illusionen; was heute schön ist, wird morgen lächerlich sein. Manches Mißverständnis funktioniert hervorragend; die Haßrede hierzulande geht leicht über die Lippen. Ebenso wie die Paranoia verrichtet auch deren Gegenteil, der Kitsch, seine Sache erfolgreich.
Zerfetze dich, dann setze dich wieder zusammen, und zerfetze dich erneut.
Es wäre mir nicht unrecht, würde man mich abholen, während ich Buchstaben kritzele.
Umherziehende Seele, sich wandelnde erste Person, mehr oder weniger Autobiographie, gemeinsam mit all denen, in die hinüberzuwehen das schaukelnde Ich Lust verspürte. Ich trotte durch die Straßen, sehe eine alte Frau, und schon bin ich selbst diese alte Frau. Die Wirklichkeit ist nicht Gegenstand, sondern lediglich Mittel meiner Sätze.
Ich richte die Bühne ein. Die Umrisse des Anblicks glimmen auf. Gehirnexplosion will ich ebenso wie die lange anhaltenden süßen Stunden, unzählig viele.
In solcher Zeit schulde ich niemandem etwas; die Pflichten fallen von mir ab, und ein wenig befreie ich mich auch von mir selbst: von meinem alltäglichen Sein, vom Familiären, vom Emsigen. In solcher Zeit drehe ich meinem Spiegelbild eine Nase und fliege aus mir selbst heraus.
Gern schreibe ich etwas auf Erfahrung Beruhendes, das emporsteigt wie britische Jagdflieger, die sich aus dem Stand und ohne Startbahn in die Luft erheben. Einem Falken gleich würde sich der plattfüßige Trottel gern hinweg von hier in die Höhe schwingen.
Wir hüpfen auf der Erdkugel umher, unterliegen dem physikalischen Gesetz der Gravitation. Doch wir, deren Körper hinabgezogen wird, wollen uns emporschwingen. Wenn nicht anders, dann in einer mit zwei Flügeln ausgestatteten, stotternden Prosamaschine.
Angenehm zu lesen, wenn ich weiß, daß mich nun jemand an die Hand nimmt, um durch das Labyrinth zu führen. Ich suche nach jemandem, der hier und da klüger ist als ich, nicht immer, doch in Dingen, die er gelernt hat, schon.
Ich möchte jemandem vertrauen. Eine Enttäuschung wäre unangenehm.
Wie soll der Roman aussehen? Soll er streng logisch aufgebaut sein? Oder soll er so sein wie die Welt, voller Überraschungen, Fluten zufälliger Verläufe und Begegnungen?
Die Bestandteile und Geschichten schwirren in mir umher wie unbefestigte Gegenstände in einem Raumschiff.
Aphoristisch-epigrammatische Einseiter, verselbständigte Sequenzen; außer der Ahnung gibt es keine umfassendere, zusammenhaltende Klammer.
In meiner Ein-Personen-Weltanschauung begrüße ich Gäste.
Eine Weile weitest du dich aus, wirst kompliziert, dann läßt du dich treiben, nimmst ab, bleibst allein und kommst ohne deine Besitztümer, deine Stellung und vielleicht sogar ohne deine Liebsten zurecht.
Zusammen mit von dir unabhängigen Ereignissen wird dein Schicksal geschrieben.
Dreitausend Jahre alte Texte liest du, als hätte sie dein Nachbar verfaßt. Es hat den Anschein, als könnten wir uns über große Distanzen von Raum und Zeit hinweg verstehen.
Es heißt, unser Gehirn werde mit der Zeit zusammenschrumpfen und das Absterben der Zellen gehe mit dem Schwinden der Neugier einher. Allmorgendlich bist du noch der, der du sein wirst, abends nur mehr der, der du gewesen bist.
Nicht in der Erlösung, im Überleben besteht unser Ziel.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
