Gedanken eines Öko-Terroristen - Max Egli - E-Book

Gedanken eines Öko-Terroristen E-Book

Max Egli

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Beschreibung

Eine sehr persönliche Beschreibung des Scheiterns eines Umweltschützers, notiert als Erinnerung und Warnung für seine Enkel und kommende Generationen.

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Seitenzahl: 153

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Max Egli

Gedanken eines «Öko-Terroristen»

Angeklagt: POLITIK, WIRTSCHAFT, NUKLEAR- und GENTECHNIK

© 2021 Max Egli

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-347-23778-0

Hardcover:

978-3-347-23779-7

e-Book:

978-3-347-23780-3

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Die Verwertung ist auch ohne Zustimmung des Autors zulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, nicht jedoch für Änderungen des Textes.

Für Basil, Finn, Sämi, Tamara und Luzia

Website:

https://oekoterrorist.ch

Einleitung

Lebenslauf eines Gutmenschen

Als ich, kleiner Bruder zweier Schwestern, am 23. November 1943 in Winterthur geboren wurde, war Krieg. Lebensmittel gab es nur im Offenverkauf aus der Region. Gemüse und Früchte zog man selbst im Garten und auf der «Pünt». Rohmilch, Eier und (selten) Fleisch lieferte der benachbarte Bauer ins Haus und alles war biologisch. Auto fuhren nur Ärzte und die wenigen reichen Leute. Die Kleider für die ganze Familie hatten in einem Schrank und einer Kommode Platz. Man lebte mit minimalen materiellen Gütern und war zufrieden, wenn man ein Dach über dem Kopf hatte und jeden Tag etwas zu essen bekam. Da Vater als Busfahrer bei den Verkehrsbetrieben nur wenig verdiente, musste Mutter ebenfalls ausser Haus arbeiten, weswegen wir Kinder einen Teil der Hausarbeit zu besorgen hatten. Dies hatte grosse Vorteile, war doch während normaler Tage keine Ordnungsmacht vorhanden, sodass wir mit einem ausgeprägten Freiheitsbewusstsein aufwuchsen. Dass wir in einem Reihen-Einfamilienhaus des «Vereins für Volksgesundheit» mit kleinen Zimmern und grossem Garten (Spielplatz) leben konnten, prägte uns Kinder auch stark. Für Hausaufgaben war jeweils wenig Zeit, da ich im Sommer dringend im Schwimmbad oder auf dem Fussballfeld gebraucht wurde, während ausserhalb der Badesaison auf oder am Schützenweiher Eishockey, Schlitteln, Luftgewehrschiessen u.a.m. angesagt war. Den ersten Naturschutz übte ich bei den Pfadfindern, wo auch ein soziales Grundmuster angelegt wurde. Während der ganzen übrigen Zeit las ich alle in unserem Haus verfügbaren Bücher, von denen ich das Meiste verstand. 15-jährig kaufte ich zwei Bände Antike Geisteswelt11, die meine Sicht der Menschheit stark beeinflussten. Aus mir wurde ein «Humanist», ohne dass mir dies damals bewusst war. Schon in früher Jugend wollte ich alles wissen und die Welt und die Menschen verstehen. Ich studierte Technik, um nicht von dieser beherrscht zu werden. Während der Mechanikerlehre in der Metallarbeiterschule Winterthur, lernte ich auf Kosten des Steuerzahlers fliegen, was dann später zum Beruf des Flugverkehrsleiters im Kontrollturm Zürich führte. Von Umweltschutz war damals noch nicht die Rede, weil die Bedingungen nur ein nachhaltiges Leben zuliessen. In den 1970-er Jahren tauchten dann die ersten Studien zur Umwelt auf, z.B. des Club of Rome12, Global 200013, Statistiken der WHO etc. welche mich, wegen fehlender Parteitauglichkeit, zum grünen Einzelkämpfer und «Gutmenschen» werden liessen. Bis zur Pensionierung mit 55 Jahren hatte ich geheiratet, zwei Kinder aufgezogen, ein Öko-Haus14, ein Segelschiff und ein Wohnmobil gebaut, mich in der Gemeinde engagiert und ein Lehrerseminar für Waldorf-Pädagogik15 abgeschlossen. Nach der Pensionierung war ich in einer Waldorfschule noch sieben Jahre als Werklehrer tätig. Anschliessend hatte ich Zeit, mich eingehender mit Atomtechnik, Gentechnik und Philosophie zu beschäftigen. Bereits 1982 notierte ich mir einige Gedanken über die moderne Welt, welche 2020 (handgeschrieben) anlässlich einer Covid-Aufräumaktion wieder auftauchten. Erstaunt stellte ich fest, dass diese Gedanken noch immer (oder wieder) hochaktuell waren.

Als der Verleger und Chefredaktor eines bekannten Wochenblattes besorgte Menschen und Umweltschützer als Ökoterroristen bezeichnete und obendrein mein Lebensziel Gutmensch zum Schimpfwort des Jahres wurde, musste ich etwas dagegen unternehmen. So entstand diese Schrift zum Thema Überleben, als «Geschichte» und Warnung für meine fünf Enkel.

Das Manuskript «1982» habe ich 2020 völlig unverändert übernommen. Die darin genannten Fakten entsprechen dem Stand der Wissenschaft jener Zeit, in der es für die Allgemeinheit keine Personal-Computer, Internet oder gar künstliche Intelligenz, also auch kaum «Fake News» gab. Der Ton dieser frühen Betrachtungen scheint mir heute ziemlich verzweifelt, mit vielen «wir müssen…» und «wir sollten…». Das entsprang der Dringlichkeit der Probleme und der Sorge um die Zukunft meiner damals noch kleinen Kinder. Auch war ich mit jugendlicher Radikalität überzeugt, die Welt richtig zu sehen, was mir heute im Alter als etwas überheblich vorkommt.

Leider haben sich die damaligen Befürchtungen als berechtigt erwiesen. Deshalb entstand der zweite Teil für die Zeit von 1998 bis 2020. Zur Verdeutlichung wurden hier einige Leserbriefe, E-Mails und Dispute beigefügt. In Leserbriefen ist immer eine Zusammenfassung der Argumente nötig, da längere Texte nie veröffentlicht werden. Bei diesen Einsendungen waren Wiederholungen der grundsätzlichen Gedanken nicht zu vermeiden. Sie wurden aber trotzdem verwendet, wenn neue Aspekte und Zusammenhänge kommentiert werden mussten.

Der ganze Text ist ein Konzentrat von Gedanken, die durch viele wissenschaftliche Studien, Bücher und Zeitungsartikel angeregt wurden. Immer war dabei die Frage im Hintergrund präsent:«Was ist ein Mensch und was soll das alles?». Es geht also auch um die grossen Fragen der Philosophie1 und hier speziell um das uralte ungelöste «Geist-Materie-Problem»16. In der Wissenschaft gilt das Primat der Materie, was freien Willen und damit Entscheide für oder gegen eine Technik ausschliesst. Für mich ist diese Konsequenz nicht nur falsch, sondern unmenschlich, da sie offensichtlich die Lebensbasis zerstört. Ich versuche, mit diesem Text dagegen eine Stimme zu erheben. Durch die in Leserbriefen notwendige Verdichtung mögen gelegentlich Aussagen und Schlussfolgerungen als rechthaberisch, übertrieben oder gar zu pessimistisch erscheinen. Sie sind jedoch allesamt wissenschaftlich abgesichert und halten jedem ausführlichen Faktencheck stand. Zu diesem Zweck wurde in einer zweiten Auflage ein Literaturverzeichnis angehängt, welches auch neueste Publikationen (bis 2020) zu den diversen Themen enthält.

März 2020,

Max Egli

Inhalt:

Teil 1: 1982

-Grundsätzliches

-Der «schnelle» Weg

-Der «langsame» Weg

°Ursachen

°Lösungsvorschläge

°Ernährung

°Kleidung

°Wohnung, Haus, Bau

°Verkehr

°Energie

°Schule, Wissenschaft, Forschung

°Medizin, Gesundheit

°Wirtschaft, Handel

°Politik, Militär

°Medien

°Gesellschaft, Ideale

Teil 2: 2020

-Der schnelle Weg

-Der langsame Weg

°Ernährung

°Kleidung

°Wohnung

°Energie

°Verkehr

°Schule, Wissenschaft, Forschung

°Medizin, Gesundheit

°Wirtschaft, Handel

°Politik, Militär

°Print Medien

-Digitalisierung, künstliche Intelligenz (KI)

-Gen-Technik

-Wasser

-Klima

-Zusammenfassung

Epilog       März 2020

Anhang: Literaturverzeichnis

Teil 1:    1982

Der Versuch, grundsätzliche Gedanken aufzuschreiben zwingt zur Vereinfachung, zum Herausschälen des Wesentlichen eines Problems. Wenn man dies tut, ohne immer und überall faule Zwischenlösungen zu suchen, gerät man sehr schnell in den Verdacht, radikal oder aber naiv zu sein. Trotzdem habe ich in dieser Schrift versucht, Begriffe umfassend zu gebrauchen und Einzelheiten wegzulassen wo immer dies möglich war. Damit soll vermieden werden, dass durch den verlorenen Überblick und über zu viele Einzelheiten Wahrheit ins Gegenteil verkehrt wird. Was wahr ist im Grossen, muss wahr bleiben im Kleinen und umgekehrt. So versuche ich, keine politischen, religiösen oder rassistischen Dogmen zu verarbeiten, soweit dies einem einzelnen Menschen überhaupt möglich ist. Die hier gemachten Beobachtungen und Feststellungen beruhen aber immer auf wissenschaftlichen Studien und sind einzeln nachzuprüfen. Deswegen verzichte ich auf die bei Sachbüchern üblichen Querverweise und Randnotizen, da diese beim Lesen erfahrungsgemäss meistens übersprungen werden. Ich hoffe, dass trotzdem alle Leser, egal welcher Herkunft und Bildung, in der Lage sein werden, den dargestellten Überlegungen zu folgen.

Dieses Büchlein handelt vom Leben und Überleben des Menschen auf seinem Raumschiff, dem Planeten Erde. Dieses Leben ist unmittelbar und erdumfassend bedroht durch die jüngsten Entwicklungen der letzten paar Jahrzehnte und es ist der artbezogene Überlebenstrieb, der mich nach Lebensformen suchen lässt, die auch meinen Kindern und weiteren Generationen eine Lebensmöglichkeit lässt. Gegenwärtig agieren wir, als wären wir die Letzten, denen es vergönnt ist, dieses Raumschiff zu benutzen. Eine solche Haltung ist dem höchst entwickelten Wesen auf der Erde unwürdig. Diese Meinung wird von vielen Tausenden von Menschen vertreten und ein grosser Teil von ihnen sucht nach Lebensentwürfen, Ideen und Möglichkeiten, deren sie sich nicht (weder jetzt noch später) zu schämen brauchen. Vielleicht können die folgenden, als Standortbestimmung für mich selbst notierten Gedanken, jenen Suchenden auf irgendeine Art eine Unterstützung sein.

Grundsätzliches

Hunderttausende von Jahren können wir Menschen unseren eigenen Weg der Entwicklung bis zur Gegenwart zurückverfolgen. Von den ersten Spuren irdischer Intelligenz bis zur heutigen Menschheit lässt sich ein ständiges auf und ab der Kulturen nachweisen, eine dauernde Folge von Höhen und Tiefen, von Entstehen und Vergehen. Immer aber brauchte der Mensch als Basis für sein Leben und Überleben diesen Planeten Erde mit seinem in Millionen von Jahren entstandenen Aufbau und Kreisläufen, genannt Natur. Daran hat sich bis heute (1982) nichts geändert. Noch immer ist die Menschheit auf das unveränderte Vorhandensein von ERDE, LUFT, WASSER und SONNE angewiesen. Diese vier Elemente werden daher von mir Basis-Lebensgüter oder Grundlagen des Lebens genannt. Die unveränderte Erhaltung dieser Grundlagen ist Voraussetzung für das Weiterbestehen allen Lebens auf diesem Planeten. Das Schlüsselwort hier heisst «unverändert», da hochentwickelte Organismen wie der Mensch sich frühestens in Jahrtausenden an Veränderungen der Grundbedingungen anpassen können. Bisher war dies für unsere Vorfahren kein Problem, da sie weder die Technik, noch den Willen zur Veränderung ihrer Umweltbedingungen hatten.

Dies hat sich nun in unserer Zeit gründlich geändert. Wir sind die erste Generation überhaupt, die technisch die Möglichkeit hat, unser Raumschiff Erde total zu zerstören. Und mit selbstmörderischer Gründlichkeit haben wir eben diese totale Zerstörung eingeleitet. Dass dies so ist, kann jedermann selbst feststellen. Man braucht nämlich nur die unzähligen Artikel und Bücher über Umweltprobleme zu lesen und dazu mit offenen Augen in diese Welt zu schauen. Die Meinung aller Fachleute ist einstimmig: es bleibt nur noch wenig Zeit (wenige Jahrzehnte) um jene Prozesse einzuleiten, welche die Basis des Lebens erhalten könnten. Vielleicht ist es aber schon zu spät zur Rettung der Lebensgrundlagen und damit der Art Mensch.

Die dringendste und wichtigste Aufgabe der gesamten Menschheit liegt heute darin, diese Zerstörung der Basis-Lebensgüter zu verhindern und wo schon geschehen oder eingeleitet, wieder rückgängig zu machen.

Nur wenn wir dies schaffen, hat es überhaupt einen Sinn, alle übrigen Probleme wie zum Beispiel Hunger, Krieg, Dritte Welt, Ost-West u.s.w. anzugehen, denn die Erhaltung unserer angestammten Umwelt ist unbedingte Voraussetzung für alle anderen Bedingungen des Lebens und für das Leben selbst. Ohne gesunde Basis-Lebensgüter und Grundlagen kann kein Leben weiterbestehen.

Das sind alles grundsätzlich einfache Erkenntnisse. Sie sind aber leider weder in den Machtzentren der Politik (Regierungen), noch der Wirtschaft, noch der Wissenschaft zu finden. Wenn man mit Vertretern dieser Mächte diskutiert, ist keiner zuständig für das Ganze, jeder sieht nur gerade einzelne Probleme seiner Abteilung, für die er sowieso keine Verantwortung übernehmen kann, weil immer die anderen Abteilungen schuld sind. Wenn dann einer dieser Machthungrigen es bis zum allein Entscheidenden oder Präsidenten einer Nation gebracht hat, wird die eigene Unfähigkeit, gesamthaft und umfassend zu denken, einfach den vielen Beratern in die Schuhe geschoben. Offensichtlich ist jenen Leuten, die Macht ausüben, während dem Aufbau ihrer Karrieren der gesunde Menschenverstand oder die Vernunft abhandengekommen. Selbst hochbezahlte Berufsdenker, die Professoren der Philosophie, sehen allenfalls «Steuerungskrisen» oder «die Menschen sind halt so». Wenn die Denkenden dann doch hie und da zu menschenwürdigeren Meinungen kommen, werden sie bald als wirklichkeitsfremd, Utopist, Träumer oder dergleichen bezeichnet. Jedenfalls fehlt jeglicher Einfluss einer gesamtheitlichen Denkweise, sowie von Ethik und Moral bei den Steuerleuten und Machthabern dieser Erde. Wäre dem nicht so, hätte der folgende Abschnitt nicht geschrieben werden müssen.

Der «schnelle Weg» in den Untergang

Nur aus den oben gemachten Feststellungen kann ich mir erklären, wie die Menschen ihren gemeinsamen Selbstmord vorbereiten und bis in die kleinsten Einzelheiten ausklügeln konnten. Man bedenke: innert weniger Stunden können die bereitgestellten Atomwaffen den gesamten Planeten für tausende von Jahren von jedem höheren Leben leerfegen. Es herrscht mehrhundertfacher Overkill, das heisst: jedes Land, die ganze Erde, kann mehrhundertfach ausradiert werden! Menschen, die einen solchen Wahnsinn planen und erst noch ausführen, sind entweder fürchterliche Verbrecher oder gehören schlicht ins Irrenhaus.

Leider sitzen diese Wahnsinnigen aber in Regierungen und Direktionszimmern der Wirtschaft und häufen Reichtum und Ehre fürs Vaterland und sich selbst. Das ist eine im wahrsten Sinne des Wortes tödliche Tatsache, wenn dann noch die Mächtigsten dieser Irren glauben, einen beschränkten Atomkrieg führen und «gewinnen» zu können. Jedem normal denkenden Menschen ist klar, dass im Kriegsfall jede Macht ihr gesamtes Waffenarsenal inklusive Atom- und Wasserstoffbomben brauchen wird, bevor sie als Verlierer dasteht. Jedem einigermassen vernünftig denkenden Menschen ist ferner klar, dass bei einem zukünftigen Weltkrieg keine Sieger werden feiern können, da es keine Sieger geben wird. Falls es überhaupt Überlebende gäbe, wären sie alle ausnahmslos, in West und Ost, Verlierer, denn ihre Lebensbasis Erde, Wasser, Luft und Sonneneinstrahlung wäre durch Strahlung aller Art zerstört. Dies wissen die Machthaber dieser Erde genauso gut wie jene verantwortungslosen Wissenschaftler, die den Militärs diese furchtbaren Waffen in die Hand gegeben haben.

Mit erschreckender Kälte wird von diesen Leuten mit Millionen von Toten gerechnet und in Planspielen durchexerziert. Mit Achselzucken werden Verlustzahlen von bis zu 66 % der gesamten Erdbevölkerung für den ersten Schlagabtausch bekannt gegeben. Für weitere Schläge sei man gerüstet. Mit grösster Frechheit wird also unser aller vorzeitiges Ableben geplant.

Nach neuestem schweizerischem Gesetz müssten alle Regierungen der Grossmächte wegen Planung und Bereitstellung von Atomterror vor Gericht gestellt werden, denn sämtliche Weltbürger werden von diesem Wahnsinn direkt bedroht und terrorisiert. Und immer noch wächst der Vorrat von Atom- und Wasserstoffbomben endlos, immer noch werden mehrere (in den USA 3-5) Sprengköpfe im Megatonnenbereich jeden Tag hergestellt. Wozu das alles? Was hat es für einen Sinn, den sogenannten «Feind» und Mitmenschen und dazu noch sich selbst anstatt 500 mal 1000 mal vernichten zu können? Reicht denn einmal ausgelöscht nicht, wenn’s denn schon sein muss?

Wenn ich solche Fragen an hohe Militärs und Politiker richte, bekomme ich durchwegs Antworten, die man nur als kindisch oder erschreckend bezeichnen kann. Da bekommt man zu hören: «die Anderen haben angefangen», «wir müssen einfach gleich viele Megatonnen haben, sonst sind wir verloren», «das müssen Sie schon den Spezialisten von Militär, Wissenschaft und Politik überlassen», «das können wir nicht beeinflussen, das verstehen sie halt nicht», u.s.w. Bei reiflicher Überlegung komme ich immer wieder zu nur zwei Möglichkeiten:

1. Sie (die Mächtigen) wissen nicht, was sie tun!

2. Wenn sie wissen, was sie tun, sind sie entwederverrückt oder dann Verbrecher.

Diese Tatsachen haben zu einem Wahnsinnsrisiko geführt. Von den rund 100 t waffenfähigen Plutonium allein des Westens (plus ca. 3 t neu jährlich) und den ca. 700 t hochangereichertem ebenfalls waffenfähigen Uran sind ca. drei Kilo Plutonium und ca. 1 t Uran statistisch nicht erfassbar. Diese Mengen können irgendwo am schwarzen Markt auftauchen. Tatsache ist, dass zum Beispiel Libyen sich solche Stoffe sichern will oder schon gesichert hat. Man stelle sich den palästinensischen Studenten an der Sorbonne vor, der seinem Volke zuhanden Arafats ein paar Atomsprengköpfe aus solchem «schwarzem» Spaltmaterial herstellt. Eines Tages gerät die PLO unter Druck seitens Israel und wehrt sich zum Beispiel mit der Ausradierung von Tel Aviv. Die Israelis schlagen zurück (oder vielleicht auch zu): Libanon und Syrien gibt es nicht mehr! Jetzt geht‘s los: die arabischen Staaten verbünden sich mit den Sowjets durch Ölverträge (USA erhalten nichts - Sowjets alles): Israel gibt es auch nicht mehr! Nun sind die USA in höchster Bedrängnis (das Öl vom Golf ist lebenswichtig für die USA): Mr. President glaubt einen Atomkrieg gewinnen zu können und versucht dies auch zu beweisen. Resultat: die Erde trägt für Zig-tausend Jahre keinerlei höher entwickeltes Leben mehr.

Dies ist der «schnelle Weg», von dem es Dutzende von Versionen gibt. Die Liste der möglichen zufälligen Auslösungen eines atomaren Weltkrieges ist lang. Sie reicht von der oben beschriebenen Szene bis zum defekten Mikroprozessor, geistig Kranken in einer wichtigen Kontrollstelle, oder zum Unfall mit einem nuklearen Sprengkopf, der aussieht wie ein Angriff einer Grossmacht. Von der Bevölkerung der Erde werden diese Verhältnisse gezwungenermassen verdrängt, da niemand mit einer solchen Bedrohung zufrieden leben kann.

Wie der allgegenwärtige Atom-Terror gebannt werden könnte, werde ich versuchen im Abschnitt «Militär und Politik» darzulegen, denn so wie die Lage zurzeit ist, darf sie nicht bleiben!

Der langsame Weg

Der Ausdruck «langsam» ist im Zusammenhang mit der Umwelt selbstverständlich sehr relativ. Wenn man Zeiträume der natürlichen Veränderungen in unserer Welt betrachtet, muss man mit Jahrtausenden rechnen. Im Vergleich dazu, ist die Geschwindigkeit der Veränderungen durch Technik und Wirtschaft (oder allgemeiner, durch den Menschen) heute immer noch rasend schnell. Hier sind es nur noch Jahrzehnte, in denen grundlegende und vielleicht tödliche Veränderungen völlig unkontrolliert stattfinden. Immerhin bleibt uns Menschen noch eine knappe Spanne Zeit, nämlich eben einige Jahrzehnte, in der wir versuchen können, das Schlimmste zu verhüten und sogar Verbesserungen der Bedingungen zu planen.

Da Jahrzehnte für ein kurzes Menschenleben eben doch eine lange Zeit darstellen, nenne ich diejenigen Einflüsse, die nichts mit Atomkrieg zu tun haben, den «langsamen Weg» zur Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Dass auch dieser zu äusserst gefährlichen Veränderungen führt und schon geführt hat, ist wohl jedem einigermassen bewusst lebenden Menschen klar. Ich verzichte daher auf Einzelheiten auch hier und verweise auf die angeführten Schriften und Veröffentlichungen, sowie auf die später folgenden Kapitel dieses Büchleins.

Grundsätzlich lassen sich vier Hauptprobleme nennen:

Das Wasser der Erde und dessen Kreislauf ist stark gefährdet. Die Meere sterben. Der Süsswasserkreislauf wird immer saurer. In Schweden sind die Edelfische in den Seen am Aussterben. In der Schweiz erfüllt Regenwasser nicht mehr die gesundheitspolizeilichen Vorschriften für Trinkwasser. In ganz Europa ist das Grundwasser gefährdet, da die als Filter wirkenden Bodenschichten bis auf das Grundwasser hinab verschmutzt sind. Die grösseren Flüsse überall in der industrialisierten Welt sind mehrheitlich tot und oft chemische Flüssigkeiten und kein Wasser mehr.

Die Erde, hier vor allem der unentbehrliche Humus, stirbt ebenfalls durch Chemie der Menschen, besonders durch Kunstdünger, Pflanzengifte, Pilzgifte, Insektengifte und zahlreiche andere Verschmutzungen. Auch haben mechanische Einwirkungen grosse Schäden bewirkt. Das sind vor allem Überbauung, Tagbau von Bodenschätzen, Rodung von Wäldern mit nachfolgender Wüstenbildung und Anbau von riesigen Monokulturen mit Verarmung der Böden und Reduzierung der Artenvielfalt.

Auch die Luft wird weltweit gefährlich verändert durch chemische künstliche Stoffe wie Abgase, Schwermetallverbindungen, Staub etc. Praktisch alle Industrieländer in Europa haben seit Jahren ein Sauerstoffdefizit, das heisst es wird mehr Sauerstoff verbraucht als durch die Pflanzen erzeugt wird. Das ist weltweit der Fall und wird durch die Ausrottung und den Kahlschlag grosser Tropenwälder noch beschleunigt.

Die Sonneneinstrahlung und überhaupt der gesamte Strahlungs- und Wärmeeinfall auf der Erde verändert sich viel zu schnell. Der Aufbau der Lufthülle als Filterschicht wird gestört, was nicht absehbare, aber möglicherweise verheerende Folgen habe könnte, wie z.B.: Hebung des Meeresspiegels, riesige Überschwemmungen durch Abschmelzen der Gletscher, Veränderungen der ganzen Pflanzenwelt und aller lebenden Materie überhaupt durch neue Strahlung infolge neuer Filterwirkung der geänderten Lufthülle.