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Becker, Julius Maria

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The Project Gutenberg EBook of Gedichte, by Julius Maria BeckerThis eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and mostother parts of the world at no cost and with almost no restrictionswhatsoever.  You may copy it, give it away or re-use it under the terms ofthe Project Gutenberg License included with this eBook or online atwww.gutenberg.org.  If you are not located in the United States, you'll haveto check the laws of the country where you are located before using this ebook.Title: GedichteAuthor: Julius Maria BeckerRelease Date: June 2, 2016 [EBook #52219]Language: German*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK GEDICHTE ***Produced by Jens Sadowski and the Online DistributedProofreading Team at http://www.pgdp.net

Julius Maria Becker

Gedichte

Kurt Wolff Verlag · Leipzig

Bücherei „Der jüngste Tag“. Band 72

Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig

Johanni

Als sich dein Haar den Berg entlang ergoß,

Wogte das Weizenfeld in seinem gereiften Gold.

Kornblumen dunkelten, wo noch eben dein Blick geweilt.

Im silbernen Blütenstaub dämmert dein Odem hinab.

Der Beter vorm Bildstock erfleht noch den Saaten Bestand:

Es tränke sie Tau und der Sturm erachte des Halms.

Dann schließt er auch dich in sein gilbes Gebet.

Saum deines Kleides wehet den Tannen vorbei.

Jetzt bette ich Müdsein in deine eratmete Saat,

Erde ist kühl und dein Leib ist dem Sinne der Erde so nah.

In Küssen beschwörst du den silbernen Abend heran.

Blaß über Wimpern tanzt schon die Sichel des Monds.

Ich — Du

Ich halte im Umkreis deiner Verflüchtung mich auf.

Ich weile auch ferne der grenzenden Körperlichkeit.

Ich wandle im blasseren Licht deines Heiligenscheins.

Du stehst im Abend und verdämmerst ganz still hinaus.

Du streifst noch die Sterne und zitterst im Boden fort.

Der Schleier sind viele, sind Wolken und wehen dich hin.

Ich nehme das Beste von dir fern atmend in mich.

Ich tränke mein Erdreich mit deinem durchgoldeten Tau.

Ich helle den Traum mit deinem vergessenen Licht.

Du bist wie zu Hause und weißt auch nicht, wie du mich nährst.

Du senkst deinen Schatten, umwandelst dein Wurzelgerank.

Du blühst und vergehst, doch die Ferne stammelt von dir.

Ich pflanze dein Echo auf einen verewigten Stern.

Ich rette die Strahlung des Bluts in eine bedürftige Nacht.

Ich trage den Hauch, der noch blieb, auf meinem Fittich hinauf.

Dein Wesenist über alle Welt zerstreut —

Dein Wesen ist über alle Welt zerstreut,

An alle Himmel verloren.

Im Kelch von tausend Blumen sammle

Ich dich ein.

Ich werfe meine Netze weit im Meer

Der Nachthimmel aus,

Feierliche Sternbilder, worin dein Blick sich verewigt,

Sammle ich in meinen Netzen.

Ich eile zu gehen:

Zurückholen will ich deinen Blick

Aus allen vier Winden der Rose.

Jedem deiner Gedanken reise ich nach.

Ich behüte mit aufgestellten Windharfen,

Die mein Lied dir brausen,

Geliebte, dein waches, hellwaches Ohr.

Ich will, daß deines Wesens

Volle Pracht in einem heißen

Kuß mich überschütte:

O ja, Geliebte, bleibe in meiner Hand!

Schwinde nicht fort aus meinen

Verdämmernden Horizonten!

Entferne dich nicht aus dem Goldrahmen

Meines geruhigen Tags!

Lästere nicht meinen Besitz an dir!

Habe keine fremden Götter neben mir!

Als ichim ersten Viertel des Monds —

Als ich im ersten Viertel des Monds

Ausgestreckt in den Rosen des Hügels lag,

Kamst du — ein wärmender Schatten — heran,

Gossest auf meine Stirne die Schale des Schlafs.

Ich eilte in rötlichen Blätterstürzen — im Herbst

Und war deiner atmenden Nähe schon minder gewiß.

Zeitlosen rahmten die Landschaft der Traurigkeit.

Bei einer Harfe fand ich Zuflucht des Nachts.

Winters, wenn ich den Eiskristall

In das Licht der erstorbenen Sonne hob,

Fremde, erschienest du nicht.

Regenbogen umkreisten den ewigen Kern.

Zierliche Sterne des Schnees

Schmückten das Grab meiner Seele.

Aber im Lenz, bald schwimmt die immergrüne Insel heran.

Leidenschaftliche Sonne wühlt sich aus flimmerndem Gras.

Auftaucht, von rosiger Muschel gehoben,

Die Herbstliche, Nackte im Schaumgekräusel des Sees.

Füllhörner schütten Farben und Blumen über dich hin.

O wer darf dir jetzt

Aus zauberischen Lüften den purpurnen,

Rosenbestickten Mantel der Schönheit reichen?

Auf erhöhtem Wagen ziehst du einher,

An schlanke Deichsel sind goldgezäumte Rosse gespannt,

Schwebende Frauen führen die lockeren Zügel.

Weidenbüsche, die der Lufthauch deines Zuges berührt,

Tönen mit allen Zweigen, Schalmeien gleich.

Orgeln brausen inmitten des Schilfs.

Überall zieht Morgenröte herauf.

O und dein Wagen rast über mich hin.

Um lodernde Achse rollt sprühend das Sonnenrad.

Ich bin von den Bildern blitzender Sprossen umschattet.

Silberner Wegstaub hüllt meinen Jammer ein.

Es werde Licht

Ich hatte diese Welt schon ganz in meinen Geist genommen

Und sah nach innen, wo im Sphärendrehn

Die düstern Bilder wechselten. — Es war ein stetes Kommen

Von Nachtgestalten — stetiges Vergehn.

Von Gram gebleicht, von Last gekrümmt und mit zerquerter Stirne

So hing ich über diesem tiefsten See.

Aus Spiegelquellen wuchs mein Wolkenhaupt wie Glanz der Firne.

Die Wirbel kreisten um ein Tausend-Weh.

Da kam der Tag. Mich rief ein Lied. Da war’s, als hell im Frühen