Geht's auch mal ohne Abenteuer? - Nicole Haßmann - E-Book

Geht's auch mal ohne Abenteuer? E-Book

Nicole Haßmann

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Beschreibung

In jeder Familie passieren kleine und große Abenteuer - in diesem Buch sind sie versammelt und aus der Sicht eines Kindes in typischem, unmittelbarem Erzählstil und mit viel Herzenswärme wiedergegeben. Da weder Alter noch Geschlecht genannt werden, kann sich jedes Kind in die Erzählperson hineinversetzen. Durch die stimmungsvollen Illustrationen und Gelegenheiten zum dialogischen Lesen, regt das Buch zum Austausch an. Geübte Blicke werden viele sprachfördernde Beschreibungen erkennen.

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Seitenzahl: 37

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Geht’s auch mal ohneAbenteuer ?

©Nicole Haßmann, März 2019

Illustrationen: Barbara Kärn – Wilk

Verlag und Druck:

tredition GmbH

Halenreihe 40-44

22359 Hamburg

ISBN

Paperback: 978-3-7469-0354-5

Hardcover: 978-3-7469-0355-2

e-Book:      978-3-7469-0356-9

Sämtliche Rechte liegen bei der Autorin.

Gewidmet

Meinen SöhnenHasso (†)

Nicole Haßmann hat ihren Lebensmittelpunkt nahe Stuttgart und in Oberfranken. Dort und anderswo arbeitet, lehrt, improvisiert und spielt sie logopädisch, theaterpädagogisch und als Dozentin mit Verstummten, Eltern, Plaudertaschen, Schnellen, Rollifahrenden, Brillentragenden, Eingeschränkten, Großen, Besonderen, Kleinen, …

Barbara Kärn-Wilk, ehemalige Gestaltungstherapeutin, lebt jetzt als zeichnende, malende und theaterspielende Rentnerin in Eningen u.A.

Häschenrettung

„Wenn wir unsere Urlaubsabenteuer erleben“, fragte Martina, „kümmert ihr Euch um die Häschen?“

Klar, da haben wir Lust drauf!

Martina und ihren Mann und die zwei Töchter kennen wir seit dem Kindergarten. Sie wohnen eine Straße weiter und in ihrem Garten teilen sie sich mit Nachbarn Planschbecken, Sitzecke, Grill, Schaukel und Gemüsebeet.

Aber die Häschen gehören ihnen.

Die Häschen wohnen in einem Stall und werden tagsüber in den Freilauf gesetzt. Sie bekommen Löwenzahn, Karotten, Salatreste und manchmal Goldrute zum Fressen und frisches Wasser zum Trinken und öfters wird das Freigehege umgebaut, mit Holz zum Drüberhoppeln und Steinen als Höhle oder Bretter als schräge Turnübung, damit den Häschen nicht langweilig wird.

Das werden wir schaffen und deshalb die Häschen versorgen, wenn Martina und ihre Familie im Urlaub sind.

Einige Wochen vor dem Urlaub aber bekam die Häsin Junge: vier süße kleine Hasenbabys. Natürlich werden wir noch besser aufpassen. Wir haben Martina einige Male besucht, Löwenzahn mitgebracht, versorgen geübt und alles ging gut.

Endlich kam der Urlaubsbeginn. Martina war im Packstress und wollte noch mal die Wohnung putzen, damit sie nach dem Urlaub nicht alte Wäscheberge und eine volle Spülmaschine vorfindet und alles war aufregend und hektisch und sie konnte uns den Schlüssel noch nicht geben, sondern erst vor der Abfahrt in das geheime Versteck legen.

Spät am Abend klingelte das Telefon: die Häsin hatte wieder Junge bekommen und die Kleinen können auf keinen Fall zusammen mit Mutter und Vater und den anderen noch sehr jungen Geschwistern im Stall bleiben.

Also zogen im Urlaubspackgewusel noch Hasenvater und Hasengeschwister auf den Balkon und die kleinen Babys blieben mit Mama im Stall und durften auch noch nicht in das Freigehege. Martina sagte: „Jetzt habe ich mir den Urlaub verdient.“

Am nächsten Morgen rupften wir ganz früh Löwenzahn, rannten in Martinas Garten und schauten die Babys an: die waren noch ganz nackig, hatten die Augen zu und lagen im warmen Nest aus Stroh.

Ganz viel frisches Wasser stellten wir in den Stall, ganz viel, weil es der heißeste Tag im Jahr wird. Sagte der Mann im Radio.

Und genauso brachten wir viel frisches Wasser und natürlich Löwenzahn in das Freigehege, damit alles bereit ist, wenn wir den Vater und die vier Geschwister holen.

Ganz leise und vorsichtig schlichen wir uns zum Geheimversteck, damit es geheim bleibt, und mit dem Schlüssel zum Haus. Die Nachbarn hatten die Tür unten zum Lüften offen gelassen und wir brauchten nur die Wohnungstür zu öffnen und die Häschen vom Balkon zu holen und dann wollten wir im Garten noch schaukeln.

Aber der Schlüssel ging nicht ins Schloss!

Mein Bruder und ich und Mama haben es versucht mit Aufschließen und Ruckeln und an-der-Tür-Ziehen und Drücken und nochmal ins Geheimversteck laufen und nach einem anderen Schlüssel suchen, aber es passierte nichts.

Die Nachbarin von oben kam auf dem Weg zur Arbeit an uns vorbei und versuchte es auch. Sie weiß ja, wie diese Türen funktionieren. Aber auch sie hatte keinen Erfolg.

Einen Schlüsseldienst wollten wir nicht holen, weil die Tür dann ja zwei Wochen offenstehen würde. Und Martina ging nicht ans Handy.

Wir gingen frühstücken und Freunde riefen uns an. Mit denen fuhren wir an einen Fluss und picknickten, spielten und machten Wasserschlacht. Mama versuchte immer wieder, Martina anzurufen. Aber die ging noch immer nicht an ihr Handy. Zur Mittagszeit sagte Mama: „Der Balkon ist im Süden, es ist heiß wie noch nie in diesem Jahr, die kleinen Häschen und der Vater haben keinen Sonnenschutz außer hinter den Blumentöpfen. Das geht so nicht“.

Unsere Freunde blieben am Fluss und wir fuhren zurück zu Martina. Also zu Martinas Wohnung mit der verschlossenen Tür.

Und es war so heiß.