Nicht schon wieder Abenteuer - Nicole Haßmann - E-Book

Nicht schon wieder Abenteuer E-Book

Nicole Haßmann

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Beschreibung

Auch in diesem Band geht es um alltägliche Familienabenteuer, die mit Witz, Flexibilität und vor allem viel Herzenswärme gelöst werden. "Nebenbei" sind auch viele sprachfördernde Anteile für den Leser mit geschultem Blick zu entdecken. Diese sowie die stimmungsvollen Illustrationen laden zum dialogischen Lesen ein.

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Seitenzahl: 38

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Nicht schon wieder

Abenteuer

©Nicole Haßmann, März 2019

Illustrationen: Barbara Kärn – Wilk

Verlag und Druck:

Tradition GmbH

Halenreie 40-44

22359 Hamburg

ISBN

Paperback:  978-3-7469-0375-0

Hardcover:  978-3-7469-0376-7

e-Book:       978-3-7469-0377-4

Sämtliche Rechte liegen bei der Autorin.

Gewidmet

Dem besten Vorleser und seinen Enkeln

Nicole Haßmann hat ihren Lebensmittelpunkt nahe Stuttgart und in Oberfranken. Dort und anderswo arbeitet, lehrt, improvisiert und spielt sie logopädisch, theaterpädagogisch und als Dozentin mit Verstummten, Eltern, Plaudertaschen, Schnellen, Brillenträgern, Rollifahrenden, Eingeschränkten, Großen, Besonderen, Kleinen, …

Barbara Kärn-Wilk, ehemalige Gestaltungstherapeutin, lebt jetzt als zeichnende, malende und theaterspielende Rentnerin in Eningen u.A.

GARAGENKATZE

„Vergesst es einfach“, sagte Mama. „Ihr braucht nicht mal daran zu denken. Ich fahre jetzt dieses morsche Holz weg und dann in die Stadt, treffe mich mit Anne im Café, kaufe auf dem Markt frisches Obst und Gemüse und komme dann irgendwann wieder.“ „Aber Du sitzt gar nicht gerne im Café“, erinnerte sie mein Bruder. „Egal, Anne sitzt gerne“. „Und was sollen wir vergessen und nicht mal dran denken“, fragte ich. „Heute keine Abenteuer, keine Abenteuer heute! Und jetzt packt bitte mal mit an.“

Die Bretter auf dem Balkon waren morsch und eines schon durchgebrochen und die anderen sind voller Spreißel und das ist auch nicht schön zum drauf Laufen oder Liegen. Also schraubten wir die alten, morschen, fauligen Bretter runter und bald neue wieder rauf. Aber erst musste das Untergestell erneuert werden, da war Papa gerade dabei.

Und die alten Planken sollten nun ins Auto. Damit das nicht so dreckig wird, legte Mama eine Plane aus der Garage ins Auto. Als sie die Plane hochhob war ein komisches Geräusch zu hören. Sie ging also noch mal in die Ecke und da lag ein Kätzchen und maunzte und miaute. „Bist du dieser in-die-Ecken-Kacker? Ksch-ksch“.

Aber das Kätzchen lag jämmerlich da und sprang auch nicht weg, als wir in die Hände klatschten und uns näherten und stampften. Wir dachten, es hatte sich vielleicht etwas gebrochen. In unserer Familie können wir alle Spinnen fangen und aus dem Zimmer tragen und große Hunde anleinen oder Regenwürmer retten - aber die Katzensprache, die verstehen wir nicht. Weil mein Bruder eine Allergie hat und Mama sich sogar etwas fürchtet, wenn eine Katze lautlos plötzlich neben ihr auf dem Sofa sitzt, meiden wir ihre Nähe und so kann man die Katzensprache ja nicht lernen. Während wir die Bretter ins Auto wuchteten, kamen viele Nachbarn vorbei auf dem Weg zu Samstagserledigungen, oder zum Sportwettkampf oder zur Fahrt zu einer Taufe, aber niemand kannte diese miauende, maunzende Katze. Sie hatte sich immer noch nicht bewegt und da verstanden sogar wir, dass sie krank ist und wir holten vom Nachbarn eine Katzentransportbox.

Der Nachbar kam mit der Box, kannte die Katze auch nicht und meinte auch, dass es ihr wohl gar nicht gut gehe. Und wenn keiner sie kennt, muss sie ins Tierheim. Vom Tierheim wussten wir, dass samstags dort auch ein Tierarzt ist und so war klar, wo wir die Katze hinbringen würden.

„Jaja, ich bin ja eh unterwegs“, sagte Mama als der Nachbar das Kätzchen in die Box legte und dann fuhren wir schnell los, weil sie immer noch sehr jämmerlich aber auch ganz kraftlos maunzte. Der Nachbarsohn und ich wollten, dass Mama schneller fährt, aber rote Ampel ist rote Ampel, aber schnell waren wir schon unterwegs.

Der Weg zum Tierheim kam uns ganz lang vor und Mama parkte gar nicht ein, sondern ließ uns erst aussteigen und mit der Box ins Tierheim gehen und kam dann nach, als das Kätzchen bereits zum Arzt gebracht worden war.

Wir mussten noch Formulare ausfüllen: wo die Katze gefunden wurde, die Adresse und Telefonnummer des Finders, wann sie gefunden wurde, ob wir benachrichtigt werden wollten, wenn sich der Besitzer meldet. Ganz oft haben sie sich bedankt, weil wir das Kätzchen nicht einfach liegen gelassen haben. Aber wer macht denn sowas? Sich nicht kümmern, wenn jemand krank ist. Das geht doch nicht!

Mama schrieb Anne eine Nachricht, dass wir mal wieder Abenteuer erlebt hatten und sie nicht ins Café kommt; Und dann fuhren wir weiter zum Wertstoffhof und gaben gemeinsam das Holz ab. Kurz darauf klingelte Mamas Handy: die Katze war zwar gechipt, hatte also unter ihrem weichen Fell eine Erkennungsmarke, aber nicht gemeldet. Die Leute vom Tierheim konnten dem Besitzer noch nicht mitteilen, dass das Kätzchen Wasser in der Lunge hatte und schwer krank war und eingeschläfert werden musste. Aber sie wollten es uns mitteilen und sich nochmals bedanken, weil das Kätzchen wenigstens friedlich für immer einschlafen konnte und nicht in einer Garagenecke ersticken musste.