Gelassen durch die Baby-Zeit - Melanie Gräßer - E-Book

Gelassen durch die Baby-Zeit E-Book

Melanie Gräßer

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Beschreibung

Mit einem Baby ändert sich das Leben schlagartig. Neben aller Freude entstehen aber auch Fragen, Unsicherheiten und echte Krisen: Entwickelt sich mein Baby normal? Wie oft und wie lange sollte ich stillen? Wie kann ich mein Kind bei Schreiattacken beruhigen oder selbst endlich mal wieder eine Auszeit nehmen? Erzieherinnen, Kinderpsychologen, Hebammen und Ärzte verraten in diesem Ratgeber, wie Sie stressfrei durch den Tag kommen. Die perfekte Unterstützung für aufregende, aber problemfreie Baby-Jahre! Ruhig geschlafen. Schön gespielt. Gut gegessen. Super Tipps!

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Seitenzahl: 239

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An diesem Buch haben mitgeschrieben:

Ilka Bahr, Versicherungsfachfrau, pharmazeutisch-technische Assistentin, Bremen

Patricia Ben Kahla, Diplom-Erziehungswissenschaftlerin, Lippstadt

Felicitas Bergmann, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Köln

Benedikt Bilstein, Rechtsanwalt, Lippstadt

Kai Brüggemann, Diplom-Psychologe, Psychologische Beratungsstelle, Gummersbach

Timon Bruns, Psychologischer Psychotherapeut, Mönchengladbach

Angelina Castellana, Hebamme, Lippstadt

Ute Diers, Physiotherapeutin, Lippstadt

Anja Dragon, Diplom-Sozialarbeiterin, Ernährungsberaterin, Brühl

Patrick Dressel, Versicherungsfachmann, Sozialversicherungsfachangestellter, Bremen

Sabine Eilers, Erzieherin und Fachkraft für Psychomotorik, Westerstede

Udo Elfert, Logopäde, Bielefeld

Ulrike Gleißner, Diplom-Psychologin, Bonn

Hafsa Hadj-Mustafa, Erzieherin, Städtische Kita Nordwestwind, Frankfurt am Main

Insa Horn, Erzieherin, Fachkraft für Sprachbildung, Barsbüttel

Julia Lüdke, Integrationsfachkraft, Diplom-Sozialarbeiterin, Frühpädagogin (B.A.), Lünen

Hildegunde Kaiser, Fachärztin für Kinderheilkunde und Neuropädiaterin, Lippstadt

Vivian König, Markranstädt

Annette Kornbrust, Fachärztin für Kinderheilkunde, Bonn

Maja Koutsandréou, Psychologische Psychotherapeutin, Lippstadt

Clara Meynen, Diplom-Psychologin, Berlin

Nastasja Mierzwa, Erzieherin, Kassel

Heide Nietsch, Diplom-Sozialpädagogin, Familientherapeutin, Villingen-Schwenningen

Manfred Nietsch, Diplom-Sozialarbeiter, ehem. Jugendamtsleiter, Villingen-Schwenningen

Agnieszka Pawlowska, Autorin/Regisseurin, Bonn

Janine Pierskalla, Logopädin, Fachkraft für Sprachförderung, Halberstadt

Nina Praun, Psychologische Psychotherapeutin, Mönchengladbach

Anett Radinger, Erzieherin, PEKiP-Gruppenleiterin, Berlin

Leonore Schicktanz, Leiterin Familienhaus „Kastanie“, Berlin

Luitgard Maria Streblow, Diplom-Sozialpädagogin, Lippstadt

Daniela Thams, Diplom-Sozialpädagogin, Sozialmanagement (M.sc.), Bochum

Nathalie Vermeiren, Lippstadt

Das Team des sonderpädagogischen Förderzentrums, Toulouse-Lautrec-Schule, Berlin: Tobias, Gülsah, Inga, Joshua, Sebastian, Roman, Rami, Daniel, Erik, Agnes, Jaqueline und Heike Möx

… und zahlreiche weitere Expertinnen und Experten und Gutachterinnen.

Wir widmen dieses Buch allen Kindern dieser Welt.

Die wichtigsten Checklisten für die ersten beiden Jahren mit Ihrem Kind finden Sie hier noch einmal zum Download.

www.humboldt.de/url/416321

Vorwort

Liebe Eltern, liebe zukünftige Eltern,neun Monate lang hatten Sie Zeit, dem Moment der Geburt Ihres Kindes entgegenzufiebern. Neun Monate voller Vorfreude, Glück – und vielleicht auch ein wenig Angst, etwas falsch zu machen.

Vielleicht haben Sie auch schon einmal etwas vom Babyblues oder von Schreibabys und möglichen Entwicklungsverzögerungen gehört oder Sie haben Angst vor schlaflosen Nächten? Ihnen erscheint das Ganze wie ein Abenteuer mit vielen offenen Fragen? Seien Sie sicher: So geht es allen zukünftigen und frischgebackenen Eltern.

Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn alle anderen um Sie herum scheinbar mühelos und perfekt ihr Kind großziehen. Sie müssen nicht perfekt sein, um gute Eltern zu sein! Mit der Zeit werden Sie den richtigen Weg im Umgang mit Ihrem Kind finden, und Sie werden auch in der Lage sein, zu erkennen, was es braucht.

Um Ihnen die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen und Sie für das Abenteuer Eltern zu rüsten, haben wir gemeinsam mit zahlreichen Experten wie Erzieherinnen, Hebammen und Kinderärzten diesen Ratgeber für Sie geschrieben. Er enthält viele Tipps, gibt Ihnen Antworten auf Ihre Fragen und ist somit der ideale Begleiter und Ratgeber für die ersten zwei spannenden Jahre gemeinsam mit Ihrem Kind.

Viel Spaß beim Lesen, Schmökern oder Nachschlagen und ganz viel Freude in den kommenden Monaten und Jahren wünschen Ihnen Melanie Gräßer und Eike Hovermann sowie das gesamte Expertenteam.

Die Entwicklungsstufen des Babys

Wie oft sind Eltern verunsichert, stehen unter Druck und stellen sich Fragen wie: „Ist mein Kind überhaupt altersgemäß entwickelt?“, „Warum lernt es laufen, ohne vorher gekrabbelt zu haben?“, „Was ist normal und wo gibt es eventuell Abweichungen?“ Jedes neugeborene Kind gilt als Individuum, das von Anfang an seine Entwicklung mitbestimmt. Die ersten Lebensjahre eines Kindes stecken voller Überraschungen.

Eine spannende, unbeschreiblich schöne Zeit liegt vor Ihnen, in der Sie voller Ungeduld auf den ersten Zahn, den ersten Schritt und die ersten Worte warten.

Kinder erkunden ihre Welt mit allen Sinnen, haben Lust am Entdecken, Freude am Lernen. Ihre Aufgabe als Eltern ist es, Ihrem Kind die Welt zu eröffnen, ihm die Möglichkeit zu geben, sich ganzheitlich zu entwickeln.

Als Eltern erspüren Sie die Interessen und Begabungen Ihres Kindes ganz intuitiv. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es schon mit zwölf Monaten oder erst mit 18 Monaten seine ersten Schritte wagt.

Halten Sie sich an das afrikanische Sprichwort: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Ein Kind braucht in erster Linie Vertrauen und Liebe für eine gute Entwicklung.

Meilensteine in der kindlichen Entwicklung

Alter

Entwicklungsstand

2 Monate

Das Kind kann in der Bauchlage den Kopf heben.

3 Monate

Es strampelt in Rückenlage mit den Beinen.

4 Monate

Es öffnet die Fäustchen, stützt sich in der Bauchlage auf und kann den Kopf in den meisten Positionen sicher halten.

5 Monate

Es führt vor dem Körper die Hände zusammen, spielt mit den Händen und Füßen, hat die volle Kopfkontrolle.

6 Monate

Es stützt sich in Bauchlage auf die Hände, beim Hochziehen aus der Rückenlage kann es den Kopf halten.

7 Monate

Es greift Spielsachen mit der Hand und kann sie in die andere Hand wechseln.

8 Monate

Es rollt aus der Bauchlage in die Rückenlage und wieder zurück.

10 Monate

Es kann frei sitzen und beginnt, aus dem Sitz herauszukrabbeln. Es fängt an, sich an Gegenständen hochzuziehen.

12 Monate

Es kann frei stehen und sein Gewicht tragen; Entwicklung des Zangengriffs (kann Gegenstände mit Zeigefinger und Daumen greifen).

15 Monate

Es kann kurze Strecken frei laufen, muss sich dabei aber sehr konzentrieren, der Gang ist noch etwas unkontrolliert.

16 Monate

Es kann einen Ball rollen und werfen.

18 Monate

Sicheres Gehen, gleichmäßige Schritte (auch rückwärts), es fällt nur noch selten hin.

19 Monate

„Essmanieren“ entwickeln sich, das Essen mit dem Löffel klappt immer besser.

22 Monate

Es kann mit dem Fuß einen Ball schießen, mithilfe eines Geländers eine Treppe laufen, sich ausziehen, Hände waschen, Hindernisse umgehen, ohne davorzulaufen.

24 Monate

Der Zangengriff ist zum Pinzettengriff geworden; es kann Buchseiten umblättern, mit beiden Beinen vom Boden hochspringen.

Die Entwicklung der Bindung

Die Bindung zwischen Ihnen als Eltern und Ihrem Baby ist enorm wichtig für die Entwicklung, damit Ihr Kind sich sicher und geborgen fühlt. Nur wenn es eine sichere Bindung zu Ihnen aufbauen kann, wird es sich optimal entwickeln können.

An dieser Stelle erläutern wir die vier Phasen der Bindungsentwicklung und geben Ihnen Anregungen, was Sie tun können, um die Bindung zu Ihrem Kind optimal zu festigen.

Die Vorbindungsphase

Diese Phase umfasst die Zeit ab der Geburt bis zum Ende des zweiten Lebensmonats. In dieser Zeit erholt sich Ihr Säugling noch von der Geburt und versucht durch angeborene Verhaltensweisen (horchen, anschauen, schreien, festsaugen, umklammern und anschmiegen) den Kontakt zu seiner Mutter herzustellen.

EXPERTENTIPP

Reagieren Sie auf diese Verhaltensweisen, lächeln Sie Ihr Kind an, sprechen Sie mit ihm und nehmen Sie es in den Arm. Versorgen Sie es mit ausreichend Nahrung. Gehen Sie dicht an Ihr Baby heran, damit es Ihre Augen sehen kann, und sprechen Sie mit einer angenehmen und hohen Stimmlage. So helfen Sie Ihrem Kind, Sie immer wiederzuerkennen.

Die beginnende Bindungsphase

Diese Phase dauert vom Ende des zweiten Monats bis zum Alter von sechs bis acht Monaten. In dieser Phase fängt Ihr Säugling an, auf bekannte Personen (meistens Sie als Eltern) anders zu reagieren als auf fremde Personen. In dieser Zeit entwickelt es eine sehr starke Bindung zu der Hauptbezugsperson (meist der Mutter).

Zum Ende dieser Bindungsphase beginnen viele Kinder mit dem „Fremdeln“, meist drehen sie verängstigt den Kopf weg, wenn sie von einer nicht vertrauten Person angesehen werden, und klammern sich unsicher an die Vertrauensperson. Seien Sie froh, wenn Ihr Kind fremdelt, denn das ist ein Zeichen von Reife! Indem Ihr Baby zwischen Bekannten und Unbekannten unterscheiden kann, hat es einen sehr wichtigen Schritt in seiner Entwicklung gemacht. Außerdem können Sie stolz darauf sein, dass es Sie als seine engste Bezugsperson auserwählt hat.

Weil das Fremdeln meist mit acht Monaten beginnt, wird es auch als „Achtmonatsangst“ bezeichnet. Seinen Höhepunkt mit starkem Beäugen und Verstecken hinter Ihren Hosenbeinen hat das Fremdeln zumeist im zweiten Lebensjahr. Keine Sorge, ab etwa dem dritten Lebensjahr nimmt es auch wieder allmählich ab.

EXPERTENTIPP

Akzeptieren Sie diese Entwicklung. Es fällt Ihrem Kind meist leichter, wenn es erst einmal nur zu einer Person eine enge Bindung aufbaut. Diese Person ist nun einmal diejenige, die sich ständig um das Kind kümmert und all seinen Bedürfnissen nachgeht. Aber keine Sorge, es wird den Kreis seiner Bezugspersonen noch erweitern.

Die Phase der eindeutigen Bindung

Diese Entwicklungsphase dauert, bis Ihr Kind eineinhalb bis zwei Jahre alt wird. In dieser Phase besteht eine eindeutige Bindung zur Mutter (oder der Hauptbezugsperson). Diese Bindung ist so intensiv, dass das Kind Trennungsängste entwickelt, sprich anfängt zu weinen, wenn Sie den Raum verlassen und sich verabschieden.

Diese Zeit nennt man auch das „Rockzipfelalter“, denn Ihr Kind möchte eigentlich immer dort sein, wo Sie sich gerade aufhalten. Es ruft nach Ihnen, wenn Sie außerhalb seines Blickfeldes sind, um zu überprüfen, dass Sie auch wirklich noch da sind. In dieser Zeit wird die Bindung nicht nur fremdbestimmt, d.h. dass jemand zu Ihrem Kind kommen muss, sondern es fängt an, selber die Bindungsintensität zu steuern. Es beginnt hinter Ihnen herzukrabbeln bzw. herzulaufen.

EXPERTENTIPP

Fühlen Sie sich nicht genervt von Ihrem Kind, auch wenn es förmlich an Ihnen zu kleben scheint, sondern fühlen Sie sich geehrt. Denn durch diese ständige Nähe und das Dabeisein bei fast allen Aktivitäten lernt Ihr Kind die Grundlagen der Welt kennen.

Die Phase gegenseitiger Beziehungen und die Trotzphase

Mit Ende des zweiten und Beginn des dritten Lebensjahrs beginnt die Phase, in der sich der Radius sozialer Bindungen deutlich erweitert. Ihr Kind ist jetzt in der Lage zu sprechen, zu verhandeln und zu verstehen, was Sie als seine Bezugspersonen von ihm möchten. Ihr Kind sucht sich nun auch andere enge Bezugspersonen aus, zum Beispiel ein Großelternteil, zu dem es eine enge Bindung eingeht und mit dem es sich fern von seiner Mutter auf Abenteuerreise begibt.

Das Kind wird auch zunehmend selbstständiger und besteht darauf, vieles schon alleine zu können. Vielleicht bekommt es einen Wutanfall, wenn mal etwas nicht gelingt. Dieses Alter nennt man deshalb auch das „Trotzalter“. In dieser Phase geht Ihr Kind immer wieder neue Bindungen ein, die eine stärker, die andere ganz schwach. Durch diese unterschiedlichen Bindungen lernt Ihr Kind, sich mit anderen auseinanderzusetzen, und es lernt die sozialen Strukturen und Regeln kennen. Diese Phase der gegenseitigen Beziehungen ist niemals abgeschlossen, sie dauert sozusagen bis zum Tod an – also befinden auch wir uns noch immer in dieser Phase.

EXPERTENTIPP

Lassen Sie Ihr Kind eigene Erfahrungen machen, aus Fehlern lernen und auch falsche Freunde finden. Denn jede Erfahrung, egal ob positiv oder negativ, trägt zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bei. Bedenken Sie, dass Sie Ihr Kind nicht vor allem bewahren können, und denken Sie einmal zurück an eigene Erfahrungen, aus denen Sie selber viel gelernt haben.

Sagen Sie Ihrem Kind immer wieder, dass Sie es lieb haben, dass Sie stolz darauf sind, was es alles macht und kann und dass es etwas ganz Besonderes ist. Denn so kann Ihr Kind ein gutes Selbstbild und einen guten Selbstwert entwickeln!

KEINE GEFAHR, DASS SIE IHR BABY ZU SEHR VERWÖHNEN!

Babys und Kleinkinder bis zu eineinhalb Jahren leben im Hier und Jetzt. Zusammenhänge, die über den Zeitraum eines Augenblicks hinausgehen, kann Ihr Baby noch nicht herstellen. Sie können Ihr Kind also nicht zu sehr verwöhnen.

Gedanken wie „Wenn ich dieses tue, dann bekomme ich von Mama jenes“ sind noch nicht in der Gedankenwelt Ihres Babys angelegt. Ein Baby schreit oder weint, wenn es ein Bedürfnis hat, und nicht, weil ein größerer Plan dahintersteckt. Solche Gedankengänge treten frühestens ab ca. sechs Jahren auf.

Die seelische und körperliche Entwicklung

Die früheste Stufe der Selbstentwicklung eines Säuglings sind Körpererfahrungen. Nachdem das Neugeborene den sicheren, wohligen, wärmenden Bauch seiner Mutter verlassen hat, wird es plötzlich mit ganz vielen neuen, zum Teil erschreckenden, Eindrücken konfrontiert und muss darauf reagieren und sich anpassen. Es bekommt schnell mit, dass es durch körperliche Aktivitäten eine Wirkung erzielen kann, und bekommt, was es braucht und haben möchte. Schauen Sie Ihrem Kind zu und Sie werden merken, dass es über Bewegung Kontakt mit Ihnen aufnimmt.

Die körperliche Entwicklung Ihres Kindes verläuft in verschiedenen Abschnitten. Freuen Sie sich über diese einzelnen Entwicklungsschritte Ihres Kindes.

Ebenfalls für die seelische Entwicklung äußerst wichtig ist die Bindungsentwicklung. Schon sehr früh können Sie die Bindung zu Ihrem Kind festigen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass viel Körpernähe Säuglingen den notwendigen Halt gibt und die Bindung positiv beeinflusst. Das bedeutet, dass Kinder, die als Säuglinge eine sehr enge körperliche Bindung hatten, später eine festere Bindung zu ihren Eltern haben, als Kinder, die im Säuglingsalter wenig körperliche Nähe spüren konnten. Tragen Sie Ihr Kind ruhig öfters mal im Tragetuch.

Auch das Eingehen auf die frühkindlichen Bedürfnisse beeinflusst die Eltern-Kind-Bindung. Das heißt, wenn Sie direkt auf die Bedürfnisse Ihres Babys eingehen, also es z.B. direkt füttern, wenn es Hunger hat, stellt sich eine stärkere Bindung ein, als wenn Sie dies nicht tun.

Für die Eltern-Kind-Bindung sind Ihre Zuverlässigkeit und Beständigkeit wichtig. Wenn Ihr Kind erfährt, dass es sich immer auf seine Eltern verlassen kann und sie immer für es da sind, wird sich die Eltern-Kind-Bindung immer mehr festigen. Denken Sie stets daran, dass Sie für Ihr Kind die wichtigsten Bezugspersonen sind und ihm Sicherheit und Geborgenheit vermitteln sollten, egal was passiert!

EXPERTENTIPP

Lassen Sie sich bitte nicht von den eigenen Eltern, Schwiegereltern, Bekannten beirren, die noch getreu dem Motto, das Kind ruhig mal schreien zu lassen, groß geworden sind. Diese Ansichten sind aus heutiger wissenschaftlicher und fachlicher Sicht völlig überholt!

Die motorische Entwicklung

Irgendwann einmal laufen zu können, ist das Ziel. Jedes gesunde Kind lernt es – die einen früher, die anderen später. Machen Sie sich bloß nicht verrückt, wenn Ihr Kleinkind zu den angegebenen Zeitpunkten den einen oder anderen Schritt noch nicht gemacht hat. Jedes Kind entwickelt sich individuell, und dies sind nur Durchschnittswerte!

Die motorischen Entwicklungsstufen des ersten Lebensjahres

Alter

Entwicklungsstufen

4 Wochen

Ihr Säugling fängt an, in der Bauchposition das Köpfchen eigenständig zu heben.

8–14 Wochen

In der Liegeposition kann Ihr Baby wahrscheinlich schon zusätzlich zum Kopf den Brustkorb mit anheben, oft stützen sich die Säuglinge auf den Armen ab oder machen den „Flieger“.

16–20 Wochen

Mit Hilfestellung kann Ihr Säugling schon sitzen – dies sollten Sie jedoch nie länger ausprobieren, sondern erst, wenn Ihr Kind sich von ganz alleine hinsetzt!

30–34 Wochen

Ihr Kleinkind kann evtl. alleine sitzen.

34 Wochen

Mit Hilfe wird Ihr Kind wahrscheinlich schon stehen können.

36–42 Wochen

Ihr Kind fängt an zu krabbeln.

44–50 Wochen

An der Hand bzw. an den Händen kann Ihr Kind wahrscheinlich schon mehrere Schritte nacheinander gehen.

50–60 Wochen

Ihr Kind kann sich alleine hinstellen, steht sicher und fällt nicht um.

50–60 Wochen

Ihr Kind fängt an, die ersten Schritte alleine zu machen.

In der Regel passieren diese Entwicklungsschritte von ganz alleine, ohne dass Sie als Eltern groß etwas dazu beitragen müssen. Sollten Sie trotzdem das Gefühl haben, dass sich die motorische Entwicklung Ihres Kindes deutlich verzögert, besprechen Sie dies am besten mit dem Kinderarzt.

EXPERTENTIPP

Natürlich können Sie Ihr Kind auch auf spielerische Weise fördern. Legen Sie beispielsweise, wenn Ihr Kind gerade mit dem Krabbeln anfängt, sein Lieblingsspielzeug immer weiter weg, sodass es einen Anreiz hat, immer weiterzumachen.

WANN DARF DAS BABY SITZEN?

Kinder sollten nicht zu früh hingesetzt werden. Viele Mütter haben daher ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihr Baby mal in die Sitzposition bringen. Wenn Sie es von Zeit zu Zeit gut abgestützt und nicht länger als zehn Minuten pro „Sitzung“ vor sich hinsetzen, ist das vollkommen okay!

Greifen und begreifen

Kinder lernen die Welt Schritt für Schritt kennen, zu Beginn zunächst durch das Anfassen, das Greifen. Sie begreifen, wie Dinge sich anfühlen, wie sie funktionieren und was passiert, wenn man etwas runterwirft. Selbst Säuglinge greifen schon nach dem Finger, wenn man ihn hinhält, dies geschieht jedoch zunächst eher aus einem Reflex heraus. Wenn das Greifen aber immer zielgerichteter wird, bedeutet dies einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit.

Der Säugling fängt nun an, selber zu bestimmen, was er greifen möchte und was nicht. Er lernt langsam seine Umwelt kennen, untersucht die unterschiedlichen Dinge in seiner Nähe auf Herz und Nieren und führt diese auch zum Mund, ab dem fünften Monat sogar in den Mund. Der Tastsinn Ihres Babys ist wesentlich besser entwickelt als alle anderen Sinne wie Sehen, Hören oder Schmecken. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Babys in der Lage sind, sich ein echtes Bild von dem zu machen, was sie mit Lippen, Zunge oder Gaumen ertasten.

Wenn man das Greifen und damit auch die Nutzung der Hand allgemein im Verlauf der ersten Monate und Jahre beobachtet, kann man deutliche Veränderungen wahrnehmen. Zu Beginn sind die Hände zum Packen, Festhalten und wieder Loslassen da. Im Verlauf lernen Kinder, mit ihren Händen eigenständig zu essen und sich die Schnürsenkel zuzubinden.

Die Entwicklungsschritte des Greifens im ersten Lebensjahr

Alter

Entwicklungsschritte

1. Monat

Greifreflex: Alles was das Handinnere des Säuglings berührt, wird reflexartig festgehalten, das Loslassen funktioniert unkoordiniert. Manches wird zum Mund geführt, um daran zu saugen.

2. Monat

Der Säugling hat die Hände meist zu lockeren Fäusten geballt und hält Gegenstände fest, lässt diese jedoch nicht los. Wenn man über den Handrücken streicht, geht die Hand wieder auf.

3. Monat

Die Hände sind nun geöffnet, einzelne Finger werden in den Mund gesteckt. Dinge können durch Ertasten gegriffen werden. Hingehaltene Gegenstände können gegriffen, bewegt und (meist unkontrolliert) losgelassen werden. Alles wird in den Mund gesteckt.

4. Monat

Der Säugling greift gezielt nach Dingen, und die Hände werden über die Körpermitte zusammengeführt und beobachtet. (Die Augen-Hand- und Hand-Hand-Koordination beginnt.) Ein erstes Spielen mit den Händen findet statt. Jetzt kann man anfangen, spielerisch diese Koordination zu trainieren: Halten Sie einen Gegenstand mal mittig, mal an der einen und mal an der anderen Seite über Ihren Säugling und lassen Sie ihn danach greifen. Trainieren Sie so auch das Überkreuzgreifen, das ist wichtig für die Stimulation beider Gehirnhälften.

5. Monat

Das Greifen wird immer gezielter, und Ihr Säugling fängt an, mit beiden Händen Dinge zu untersuchen. Er kann nun auch nach Dingen greifen, ohne sie zu sehen, d.h. er erinnert sich, wo etwas gelegen hat (z.B. abends im Bett der Schnuller). Die Wahrnehmung des Säuglings verändert sich nun gewaltig, er sieht nicht nur, sondern nimmt wahr!

6. Monat

Der anfängliche Greifreflex ist nun verschwunden – Dinge werden zwischen den Händen hin- und hergegeben, gedreht und betastet – der Säugling sammelt viele Eindrücke zu unterschiedlichen Dingen. Sie werden bemerken, dass Ihr Baby anfängt, Vorlieben für bestimmte Gegenstände zu entwickeln. Diese werden immer wieder lange untersucht, weniger Spannendes wird schnell wieder weggelegt. Auch fängt Ihr Säugling mit dem Pinzettengriff an, er greift Dinge mit Daumen und Zeigefinger.

7. Monat

Die Hand-Hand-Koordination wird immer sicherer, Ihr Säugling übergibt Gegenstände sicher von einer in die andere Hand. Die genetisch bedingte Händigkeit kann man schon langsam erkennen. Halten Sie einen Gegenstand in die Mitte und beobachten Sie, mit welcher Hand Ihr Baby zuerst danach greift. Meist ist dies dann auch später die Schreibhand.

8. Monat

Ihr Säugling fängt nun an, mehrere Gegenstände auf einmal zu greifen. Er kann Sachen gegeneinanderhauen oder mit ihnen auf eine Unterlage klopfen. Die Wirkung seines Handelns wird ihn begeistern, und er wird es immer und immer wieder tun. Sehr wahrscheinlich kann Ihr Kind sich auch schon eigenständig in die Bauchlage drehen und ist so sicher, dass es sich abstützen und mit einer Hand nach einem Gegenstand greifen kann.

9. Monat

Der Pinzettengriff ist langsam ausgereift, nun können mit zwei Fingern auch kleinere Dinge gegriffen werden. Außerdem wird Ihr Kind viel damit experimentieren, was passiert, wenn man einzelne Dinge fallen lässt. Seien Sie also vorsichtig, was Sie ihm geben, und ärgern Sie sich nicht, wenn Ihr Kind zum zwanzigsten Mal das Spielzeug fallen gelassen hat. Diese Phase ist wichtig für seine Entwicklung, Ihr Kind lernt das Wechselspiel von Aktion und Reaktion kennen.

10. Monat

Ihr Kind nutzt seine Hände inzwischen nicht mehr nur noch zum Greifen, sondern es kann gezielt auf Dinge zeigen, die es haben möchte bzw. toll findet. In Büchern kann es vielleicht schon auf Dinge zeigen, nach denen Sie es fragen („Wo ist der Hund?“).

11. Monat

Ihr Kind fängt langsam an, die Hände zum eigenständigen Essen (Butterbrot oder Banane werden gegriffen und gezielt zum Mund geführt) und Trinken (Flasche oder Becher werden mit beiden Händen gehalten) zu nutzen. Außerdem wird Ihr Kind anfangen, alles auf seine Funktion hin zu untersuchen, z.B. werden Schubladen und CD-Ständer ausgeräumt, Lichtschalter immer wieder gedrückt etc.

Tipp: Stellen Sie Ihrem Kind Kartons mit unterschiedlich großen und farbigen Dingen hin (Murmeln, harte Nudeln, große Holzperlen etc.) und lassen Sie es diese nach Lust und Laune sortieren oder auch mal in eine Plastikflasche füllen. Mit solchen Spielchen können sich Kinder in dem Alter lange beschäftigen. Behalten Sie es aber bitte dabei im Auge.

12. Monat

Mit dem Löffel versucht Ihr Kind nun, eigenständig zu essen. Wählen Sie das Essen mit Bedacht aus, Suppen sind weniger geeignet als festere Pürees. Außerdem kann Ihr Kind mit seinen Händen stapeln, seien es Bauklötze, Schachteln o.Ä.

EXPERTENTIPP

Das Neugeborene kann noch nicht bewusst greifen. Der Greifreflex verursacht, dass die Händchen sich automatisch schließen, wenn etwas die Handinnenflächen berührt. Die Feinmotorik entwickelt sich erst ab dem achten Lebensmonat. Gerade jetzt sollten Sie alle kleinen Gegenstände, die das Baby greifen und sich in den Mund stecken kann, in Sicherheit bringen.

Das Baby wird mobil

„Nein, gekrabbelt ist unser Kind nicht, es ist direkt losgelaufen.“

In der heutigen Zeit ist es nicht ungewöhnlich, dass Eltern über ihr Kind sagen, es wolle nicht krabbeln. Auch von sich selber berichten viele, sie seien als Kind nicht gekrabbelt. Kinderärzte, die danach gefragt werden, finden ein Überspringen des Krabbelns nicht beunruhigend. Dennoch ist das Krabbeln ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung des Babys. Die Natur hätte das Krabbeln nicht erfunden, wenn es überflüssig wäre.

Krabbeln ist wichtig für das Erlernen von Überkreuzbewegungen (gleichzeitiges Bewegen von gegenüberliegendem Arm und Bein). Dabei finden wichtige Verknüpfungen zwischen der rechten und linken Gehirnhälfte statt. Das Krabbeln ist ein Meilenstein in der Koordinationsentwicklung. Dennoch stellt sich die Frage, warum so viele Babys nicht krabbeln wollen.

In der kindlichen Entwicklung bauen die einzelnen Bewegungsschritte aufeinander auf. Liegt das Neugeborene viel auf dem Rücken und entdeckt bald seine Hände und Füße, kann es sich meist mit einem halben Jahr schon drehen. Zuerst aus der Rückenlage auf die Seite und auf den Bauch, später auch anders herum.

In der Bauchlage lernt es, seinen Kopf zu heben und sich Stück für Stück immer weiter aufzurichten.

Mit ca. neun bis zehn Monaten hat sich das Kind in den Vierfüßlerstand vorgearbeitet und beginnt von dort aus zu krabbeln.

EXPERTENTIPP

Wenn Ihr Baby auf dem Bauch liegt und sein Köpfchen hält, stützen Sie es mit einer Hand am Po. So kann es sein Köpfchen länger halten und die Muskeln werden gut trainiert. Eine weitere Möglichkeit zum Trainieren der Muskelkontrolle Ihres Babys ist das Tragen im Tragesystem/-tuch.

Die Muskulatur baut sich langsam auf, um jeden folgenden Entwicklungsschritt leisten zu können. Nach und nach kräftigen sich die Bauch- und Rückenmuskulatur, was sehr wichtig für das spätere aufrechte Gehen ist.

Nach dem Krabbeln und Sitzen folgt als nächster Entwicklungsschritt das Hochziehen. Mit ca. zehn bis elf Monaten zieht sich das Kind zuerst auf die Knie und danach vollständig hoch. Aus dem Stehen entwickelt sich dann das seitliche Gehen an Gegenständen entlang (Tisch, Sofa etc.). Mit ca. zwölf bis 18 Monaten folgt dann das freie Gehen.

Die Entwicklung des Babys von der Rückenlage bis in den Stand und von dort aus zum Laufen, ist ein langwieriger Prozess. Jedes Kind hat dabei sein eigenes Tempo. Manche Kinder sind schneller, andere langsamer. Neugierde ist der Antrieb der stetigen Weiterentwicklung. Das Baby muss selbst Erfahrungen machen und selber Dinge erreichen. Es soll sich anstrengen und, wenn es etwas Neues erreicht hat, von Ihnen mit einem Lächeln belohnt werden.

Besonders wichtig ist es, dass Sie Ihrem Kind bei seiner Entwicklung Zeit lassen! Viele Eltern machen den Fehler, ihrem Kind Entwicklungsschritte abzunehmen, etwa durch zu frühes Hinsetzen oder indem sie es an den Fingern hochziehen. Sie stehlen ihrem Kind damit die Motivation, aktiv in eine nächsthöhere Position zu gelangen, um Neues zu erreichen und zu entdecken. So wird Ihr Kind um seine Erfolgserlebnisse gebracht, wenn es stolz in eine neue Position gelangt ist und dort Neues entdecken kann. Kinder wollen krabbeln, um die Welt in ihrem Tempo und auf eigene Faust zu entdecken. Die Welt kann so spannend sein, wenn Ihr Kind sie selbst und aus eigenem Antrieb entdecken darf. Also lassen Sie sich und Ihrem Kind Zeit!

Gleiches gilt für das Hinsetzen. Wenn Sie Ihr Kind zu früh hinsetzen, ohne dass es selbst diese Position erreicht hat, hat das fatale Folgen für den Bewegungsapparat des Babys mit seinen Knochen und Muskeln. Die natürliche Bewegungsentwicklung wird unterbrochen. Die Reifephase der Muskulatur und der Wirbelsäule ist noch nicht abgeschlossen. Das heißt, Bauch-, Rücken- und seitliche Rumpfmuskulatur sind noch nicht kräftig genug, um den Körper im Sitzen zu halten. Die Wirbelsäule ist völlig überfordert. Das kann zu Fehlhaltungen führen, die in der weiteren körperlichen Entwicklung bestehen bleiben.

Die Tatsache, dass die Muskulatur für das Sitzen noch nicht richtig ausgebildet ist, verhindert die Entwicklung zum Krabbeln.

Ihr Kind hat noch keinen Bezug zu der Höhe, aus der es hinabblicken kann, wenn Sie es zu früh aufsetzen (von alleine wäre es ja da noch gar nicht). Es kommt aus dem Sitz nicht in das Krabbeln und verweilt passiv im Sitz. Von dort aus kann es nicht agieren, kann keine Gegenstände erreichen. Das ist für ein Kind ziemlich frustrierend. Möglicherweise versucht es sich zu helfen, indem es zum „Porutscher“ wird. Dazu bewegt es sich mit Po und Beinen fort.

Auch wenn ein Kind von seinen Eltern zu früh hingestellt wird, kann das schwerwiegende Folgen für die Haltung haben: Die Beine sind noch nicht stabil genug, um das Gewicht zu halten, und können sich verformen. Die Wirbelsäule ist noch nicht kräftig genug, um den Rumpf zu halten. Haltungsschäden sind vorprogrammiert. Weiterhin entstehen Probleme mit Gleichgewicht und Koordination, da diese noch nicht für die stehende Position ausgereift genug sind.

Ein anderes Problem sind Hilfsmittel, in denen Babys aufbewahrt werden – Autositz, Babyschale, Babywippe, um nur einige zu nennen. Am Allerschlimmsten sind sogenannte Gehhilfen (auch „Gehfrei“ genannt). Diese stellen zusätzlich zu den entstehenden Haltungsschäden auch noch eine hohe Unfallgefahr dar. Auf gar keinen Fall sollten Kindern in diesen „Aufbewahrungsmöglichkeiten“ zu lange gelagert werden. In der Regel sind die meisten dieser Gegenstände eine Katastrophe für die Wirbelsäule.

Legen Sie Ihr Kind auf eine flache, feste Unterlage, damit es sich frei bewegen und seine Muskulatur sich entwickeln kann. Stellen Sie es nicht zu früh hin und halten Sie es auch nicht an den ausgestreckten Armen, um das Laufen zu forcieren. Wird das Kind passiv in eine höhere Position gebracht, weiß es nicht, wie es wieder zurückkommen kann. Und schon gar nicht weiß es, wie es beim nächsten Mal alleine wieder in diese Position kommt. Außerdem lässt die Motivation nach, alleine die nächst höhere Position zu erreichen, da es die Erfahrung macht, dass es ja sowieso ohne eigene Mühe in die Position gebracht wird. Das trägt nicht gerade zu einer Entwicklung der Selbstwahrnehmung und des Selbstbewusstseins bei und führt ebenso wenig zu den so wichtigen Erfolgserlebnissen.

Lassen Sie Ihrem Kind die Zeit, die es braucht, um sich zu entwickeln.

Sollte Ihr Kind in einem Bewegungsmuster „stecken bleiben“ und nicht von alleine in den nächsten Entwicklungsschritt kommen, können Sie es in der aktiven Entwicklung unterstützen. Es gibt einfache Mittel, um die Körperwahrnehmung, das Gleichgewicht, die Motorik und die Koordination zu fördern, und spielerische Möglichkeiten, Bewegungsabläufe zu üben. Sie können z.B. über die Haut die motorische Entwicklung anregen mit:

einer Massage mit dem Frotteetuch nach dem Baden,Fingerstrichen auf dem Rücken,„Fahrradfahren“ mit den Beinen in Rückenlage,Fingerspielen,Babymassage.

Für Kinder ab etwa 18 Monaten gibt es lustige Hüpfspiele zur Förderung von Muskulatur, Stabilität, Kraft und Koordination:

Flohhüpfer:Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es auf einem Kissen, einer Matratze o.Ä. auf allen vieren wie ein Floh (oder Frosch) hüpfen kann.

Pferderennen:Hierzu braucht man für jedes Kind ein Hüpftier. Nach einem Startschuss hüpfen die Kinder um die Wette, eine festgelegte Strecke bis zum Ziel. Dabei können sie noch Hindernisse umlaufen oder kleine Hindernisse überspringen (z.B. Besenstiel auf dem Boden).

Das Denken setzt ein

Von Geburt an ist Ihr Kind neugierig und möchte Dinge verstehen und an allem teilhaben. Es setzt all seine Sinne ein, um möglichst viel wahrnehmen zu können. Es begreift und überprüft Zusammenhänge und verarbeitet seine Eindrücke und Vorstellungen.

Hier ein paar Kriterien, nach denen Säuglinge an Eindrücke herangehen:

Kenne ich das schon?Signalisiert es etwas Wichtiges? Bekomme ich z.B. jetzt etwas zu essen?Ist es angenehm oder unangenehm?Hängt es mit meinem eigenen Verhalten zusammen?Kann ich es durch mein Verhalten erneut hervorrufen?

Entwicklungsschritte des Denkens

Alter

Entwicklungsschritte

0–8 Monate

Es existiert nur das, was Ihr Kind sehen und erleben kann. Wenn Sie sich z.B. unter einer Decke verstecken, sind Sie für das Kind weg. Es ist noch nicht in der Lage, diese Zusammenhänge zu verstehen.

8–9 Monate

Ihr Kind begreift langsam, dass Dinge nicht „weg“ sind, nur wenn es diese nicht mehr sieht. In dieser Zeit spielen Kinder gerne stundenlang mit Hingabe „Guck-guck“.

ab dem 8. Monat