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Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an. Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt. Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen. Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert. »Ach, Simon, wie bin ich froh, dass Sie es übernommen haben, ausnahmsweise auch am Samstag zu kochen«, sagte Antonia Laurin. »Ich wäre völlig überfordert gewesen, dabei habe ich jahrelang jeden Tag für die Familie gekocht, als ich noch nicht wieder berufstätig war. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich das geschafft habe.« Simon Daume lachte. »Sie haben ja jetzt mich, da müssen Sie das auch gar nicht mehr schaffen.« »Ja, zum Glück«, seufzte sie. »Aber Sie brauchen Ihr freies Wochenende eigentlich für sich, und jetzt haben Sie fast den ganzen Samstag in der Küche gestanden …« »Sie wissen doch, dass ich das gerne mache – und wenn Ihr Vater und Ihre Stiefmutter kommen, dann betrachte ich das als Herausforderung. Sehen Sie es doch mal so: Ich habe Spaß, ich lerne etwas dabei, Ihre Kinder haben mir geholfen, trotzdem bezahlen Sie mir den Samstag noch extra. Besser gehts doch gar nicht.« »Sie haben das Talent, jemandem das schlechte Gewissen gründlich auszureden! Ich danke Ihnen auch dafür.« Er grinste verschmitzt. »In einer knappen Stunde kommen Ihre Gäste. Ihre Töchter und ich werden jetzt den Tisch decken, und Sie haben ja vielleicht …« Sie stieß einen Schreckensschrei aus. »So spät schon! Wo ist denn nur die Zeit geblieben?
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2022
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»Ach, Simon, wie bin ich froh, dass Sie es übernommen haben, ausnahmsweise auch am Samstag zu kochen«, sagte Antonia Laurin. »Ich wäre völlig überfordert gewesen, dabei habe ich jahrelang jeden Tag für die Familie gekocht, als ich noch nicht wieder berufstätig war. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich das geschafft habe.«
Simon Daume lachte. »Sie haben ja jetzt mich, da müssen Sie das auch gar nicht mehr schaffen.«
»Ja, zum Glück«, seufzte sie. »Aber Sie brauchen Ihr freies Wochenende eigentlich für sich, und jetzt haben Sie fast den ganzen Samstag in der Küche gestanden …«
»Sie wissen doch, dass ich das gerne mache – und wenn Ihr Vater und Ihre Stiefmutter kommen, dann betrachte ich das als Herausforderung. Sehen Sie es doch mal so: Ich habe Spaß, ich lerne etwas dabei, Ihre Kinder haben mir geholfen, trotzdem bezahlen Sie mir den Samstag noch extra. Besser gehts doch gar nicht.«
»Sie haben das Talent, jemandem das schlechte Gewissen gründlich auszureden! Ich danke Ihnen auch dafür.«
Er grinste verschmitzt. »In einer knappen Stunde kommen Ihre Gäste. Ihre Töchter und ich werden jetzt den Tisch decken, und Sie haben ja vielleicht …«
Sie stieß einen Schreckensschrei aus. »So spät schon! Wo ist denn nur die Zeit geblieben? Lieber Himmel, ich muss noch duschen und mich umziehen – und überhaupt … Entschuldigen Sie mich bitte, ich muss dringend …« Sie brachte den Satz nicht zu Ende, sondern lief schon, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe hinauf nach oben, wo sich die Zimmer der Kinder und das Elternschlafzimmer samt zugehörigen Bädern befanden.
Simon wandte sich dem großen Tisch im Esszimmer zu. Er hatte mit Antonias Töchtern, der sechzehnjährigen Kaja und der elfjährigen Kyra, bereits besprochen, dass sie ›die Deko‹ übernehmen würden, wie Kaja es genannt hatte. Die Mädchen waren noch oben, er schickte beiden eine kurze Nachricht, und kaum zwei Minuten später waren sie unten. Kaja wie immer perfekt gestylt, mit Make-up und sorgfältig frisierten Haaren, in einem sehr kurzen Rock mit dazu passendem Top, Kyra ungeschminkt, aber mit wippendem Pferdeschwanz und in einem hübschen hellblauen feinen Pullover.
»Wir können den Tisch allein decken, Simon«, sagte Kyra. »Es soll eine Überraschung für alle sein, auch für dich. Deshalb musst du die Küchentür zumachen.«
»Euer Wunsch ist mir Befehl, Madame«, sagte er und brachte sie damit zum Kichern.
Als er die Küchentür hinter sich geschlossen hatte, stellte er die Teller für die Suppe bereit, die den ersten Gang bilden würde. Er würde bleiben, bis der Hauptgang – Perlhuhnbrust mit Maronen und Fenchelgemüse – serviert war. Den Rest würden die Kinder übernehmen. Natürlich hatten die Laurins ihn eingeladen, zum Essen zu bleiben, aber er hatte abgelehnt. Das war ein Familienessen, und so sehr er sich ihnen verbunden fühlte: Da hatte er nichts verloren.
Während er sich an die Verfeinerung der Suppe machte, dachte er wieder einmal darüber nach, was für eine glückliche Fügung es gewesen war, dass er, mit Anfang zwanzig, ohne Ausbildung oder Erfahrung, ausgerechnet in diesem Haus gelandet war, wo er seine Kochleidenschaft ausleben konnte und zugleich noch genug Geld verdiente, damit er und seine beiden jüngeren Schwestern ohne zusätzliche Unterstützung über die Runden kamen.
Sie waren vor wenigen Jahren Vollwaisen geworden, und es hatte ihn viel Zeit und Energie gekostet, die Behörden davon zu überzeugen, dass er und seine beiden Schwestern nicht getrennt werden durften. Er war damals erst neunzehn Jahre alt gewesen. Er fragte sich, woher er die Kraft genommen hatte, einen so ungleichen Kampf aufzunehmen. Aber er hatte sich durchgesetzt, und jetzt ging es ihnen gut. Nur war der Weg bis hierher nicht einfach gewesen. Sein Ziel war ein eigenes Restaurant, natürlich mit drei Sternen – aber vorher wollte er eine richtige Ausbildung machen, obwohl er schon jetzt besser kochte als viele Profis. Und vor dieser Ausbildung mussten seine Schwestern fähig sein, für sich selbst zu sorgen. Es war also noch ein langer Weg, der vor ihm lag, doch das schreckte ihn nicht. Er lernte jeden Tag dazu, und er wusste, er würde es schaffen.
Bei den Laurins war er gern. Sie hatten jemanden für den Haushalt gesucht, als Antonia Laurin beschlossen hatte, wieder als Kinderärztin zu arbeiten, und ihre Wahl war ausgerechnet auf ihn gefallen! Von den vier Kindern – es gab auch noch zwei Jungen, Kajas Zwillingsbruder Konstantin und den dreizehnjährigen Kevin – stand ihm Kyra am nächsten, weil er sie am häufigsten sah. Sie kam meistens so früh aus der Schule, dass er noch da war, und dann nutzten sie die halbe Stunde, bis er nach Hause ging, um sich zu erzählen, wie ihr Tag bis dahin verlaufen war. Diese Gespräche waren für beide wichtig. Es ging nicht immer um weltbewegende Dinge, aber allein der tägliche Austausch vertiefte ihre Beziehung.
Als er mit dem Geschmack der Suppe zufrieden war, wandte er sich den Perlhuhnbrüsten zu. Kyra würde nur Gemüse essen, ihre Tierliebe hatte sie zur Vegetarierin werden lassen. Anders als angenommen, war sie dabei geblieben, obwohl der Rest der Familie ihr nicht folgen wollte. Zwar aßen alle weniger Fleisch als früher, aber ganz darauf verzichten wollte außer ihr niemand.
Seine Gedanken wanderten weiter zu den beiden Gästen, die heute erwartet wurden: Teresa und Joachim Kayser. Professor Kayser, Antonia Laurins Vater, hatte die Kayser-Klinik gegründet und deren Leitung schließlich Antonias Mann Leon Laurin, seinem Schwiegersohn übertragen. Dieser hatte die Klinik weiterentwickelt, in jeder Hinsicht. Medizinisch war sie immer hervorragend aufgestellt gewesen, darauf hatte Professor Kayser höchsten Wert gelegt, aber Leon Laurin waren auch noch andere Dinge wichtig. Er war kein Halbgott in Weiß, sondern ein Klinikleiter, der auf Teamarbeit setzte. Leon ging das Wohl der Patientinnen und Patienten über alles. Das hatten seine Angestellten verinnerlicht, und daran richteten sie ihr Handeln aus.
Und, für Simon natürlich von besonderem Interesse: Er hatte wieder eine Klinik-Küche eingerichtet, mit einem Sternekoch an der Spitze. Dieses Modell wurde seitdem landesweit als Vorbild gepriesen, dem jedoch bislang nur wenige Häuser folgen wollten. Die Begründung: zu teuer, zu aufwendig. Simon bewunderte Leon Laurin allein für diesen Entschluss grenzenlos.
Teresa Kayser war Joachim Kaysers zweite Frau, Antonias Mutter war früh verstorben. Und manchmal, dachte Simon, ging das Schicksal seltsame Wege: Sie war die Pflegemutter von Leon Laurin und dessen Schwester Sandra gewesen. So hatte Leon heute eine Pflegemutter, die zugleich seine Schwiegermutter war … Bei diesem Gedanken musste er lächeln.
Die Tür zur Küche wurde aufgerissen, Kyra erschien, mit roten Wangen und glänzenden Augen. »Guck mal, Simon!«
Er schaltete den Herd herunter und folgte ihr. Der Tisch sah wunderschön aus: Kerzen in silbernen Leuchtern, Efeuranken und Blütenblätter auf dem weißen Leinentischtuch, funkelndes Besteck und das schöne alte Geschirr, das so selten benutzt wurde, weil es nicht spülmaschinenfest war. Es war eine Erinnerung an Antonia Laurins Mutter, deshalb wurde es in Ehren gehalten.
»Großartig«, sagte er und meinte es genauso. »Das hätte niemand besser hinkriegen können.«
Über dieses Lob freute sich auch die sonst so ›coole‹ Kaja. Kyra strahlte sowieso.
»Wo sind eigentlich eure Brüder? Die wollen doch sonst auch immer mitreden?«, fragte er.
Beide Mädchen fingen an zu kichern. »Konny hat sich beim Rasieren geschnitten und sich das Hemd, das er tragen wollte, mit Blut verschmiert, und Kevin wollte sich schnell noch vorn ein paar Haare kürzer schneiden, damit Opa ihn nicht gleich wieder fragt, ob er keine Zeit hatte, zum Friseur zu gehen – und dabei ist ihm ein kleines Unglück passiert. Das versuchen sie jetzt auszubügeln«, erklärte Kaja.
»Viel Zeit haben sie nicht mehr«, stellte Simon fest.
In diesem Augenblick kam Leon Laurin von oben und blieb unwillkürlich stehen, als er den Tisch sah. »Meine Güte!«, sagte er. »Das sieht ja aus wie bei einem Staatsbankett. Wunderschön!«
»Haben wir ganz allein gemacht, Kaja und ich«, sagte Kyra stolz.
»Besser gehts nicht«, stellte er fest. »Euer Opa und Teresa werden staunen. Und Sie, Simon? Wollen Sie wirklich bleiben bis zum Hauptgang, ohne einen Bissen mit uns zu sich zu nehmen?«
»Ganz sicher«, erklärte Simon. »Und jetzt muss ich zurück an den Herd, entschuldigen Sie mich bitte, aber die Gäste werden ja bald da sein.«
Er schloss die Küchentür hinter sich und wandte sich wieder den Perlhuhnbrüsten zu. Das würde hoffentlich ein rundum schöner Abend für die Laurins sein.
*
Sie hatten wieder einmal Überstunden gemacht in ihrer Werbeagentur, Nikola Hollmann und ihre neue Kollegin Annika Kunzendorf. Die beiden jungen Frauen hatten sich schnell angefreundet, und so landeten sie auch an diesem Abend wieder einmal in einer Pizzeria, wo sie den Arbeitstag ausklingen lassen wollten.
Nikola war schmal und dunkelhaarig, mit einem ebenmäßigen Gesicht, das vor allem durch die leicht schräg stehenden Augen und den etwas zu großen Mund interessant wirkte. Ihre Haare waren lang, glatt und glänzend, sie wechselte ihre Frisur fast täglich: Mal trug sie sie offen, mal zum Pferdeschwanz gebunden oder zu einem Knoten geschlungen. Seltener entschied sie sich für einen Zopf, weil ihre Kolleginnen und Kollegen sie beim ersten Mal, als sie so im Büro erschienen war, aufgezogen hatten, sie sehe aus wie eine Lehrerin. »Na, und?«, hatte sie gefragt. »Was habt ihr denn gegen Lehrerinnen?« Aber es war dann doch längere Zeit vergangen, bis sie wieder einmal mit Zopf erschienen war.
Annika war die typische hübsche, gut gewachsene, strahlende, blauäugige Blondine, die zudem noch dauerhaft gute Laune verbreitete, weshalb ihr die Herzen zuflogen, eben auch Nikolas. Annika war erst seit einem halben Jahr in der Agentur, aber Nikola hatte das Gefühl, sie schon viel länger zu kennen.
»Der da drüben sieht süß aus«, sagte Annika, nachdem sie bestellt hatten und ihre Getränke serviert worden waren. »Er guckt schon die ganze Zeit her.«
Nikola warf einen Blick in die angegebene Richtung. »Mhm, ganz nett«, sagte sie. Annika war Single, wie sie selbst auch. Bei ihr lag es daran, dass sie sich eine ernsthafte Beziehung wünschte, eine, die von Dauer war – und dafür war ihr der richtige Mann leider noch nicht begegnet. Sie war mit einigen netten Männern ausgegangen in letzter Zeit, hatte jedoch nie das Bedürfnis gehabt, einen von ihnen näher kennenzulernen. Ihre letzte längere Beziehung lag schon mehr als ein Jahr zurück. Sie hatten sich gut verstanden, Till und sie, bis sie dahintergekommen war, dass er eine andere Vorstellung von Treue gehabt hatte als sie. Für ihn war die Tatsache, dass er auch mit anderen Frauen schlief ›nicht weiter erwähnenswert, das ist nicht von Bedeutung‹ – so hatte er es immer wieder gesagt. Sie bereute es nicht, sich von ihm getrennt zu haben.
Annika sagte, sie sei gern Single, sie wolle sich noch nicht ernsthaft binden. Aber es war offensichtlich, dass sie gern flirtete, und es wunderte Nikola kein bisschen, dass viele Männer Annika attraktiv fanden.
Sie aßen ihre Pizza, gingen den Tag im Büro noch einmal durch – es gab neuen Klatsch über eine Kollegin – und hatten wie immer viel Spaß. Als der Mann, mit dem Annika noch ein paar heiße Blicke getauscht hatte, überraschend mit einem langen Kuss von einer Frau begrüßt wurde, die sich dann zu ihm an den Tisch setzte, sagte Nikola: »Na, so was!«
Annika grinste nur und sagte: »Der da hinten sieht auch ganz nett aus!«
In diesem Punkt, stellte Nikola wieder einmal fest, waren sie sehr unterschiedlich, Annika und sie, aber es machte ihr nichts aus, eher im Gegenteil. Sie fand, sie könnte sich an Annikas Unbeschwertheit ein Beispiel nehmen, denn ihr selbst fehlte diese Leichtigkeit. Sie nahm die Dinge oft zu schwer. Das übrigens hatte ihr auch Till bei ihrer letzten Begegnung vorgeworfen. Vielleicht war da ja tatsächlich etwas dran?
Als sie gezahlt hatten und das Lokal verließen, schenkte Annika dem Mann ›da hinten‹ noch ein letztes Lächeln, dann machten sich die beiden jungen Frauen bestens gelaunt auf den Heimweg. Schließlich trennten sie sich mit einer Umarmung und Küsschen auf die Wangen. »Bis morgen im Büro!«
*
»Hoppla!«, sagte Johannes Hohenecker, als er die Frau, die ins Stolpern geraten war und beinahe gefallen wäre, gerade noch auffangen konnte.
Sie war ihm sehr schnell entgegengekommen und dabei eine Bodenschwelle nicht beachtet. Er hatte das Unglück beinahe kommen sehen.
Sie war blond, sehr hübsch und nur ein wenig außer Atem. »Danke!«, stieß sie hervor. »Du hast mich echt gerettet. Ein Sturz hätte mir gerade noch gefehlt.«
»Na ja, ›gerettet‹ ist vielleicht ein bisschen übertrieben«, erwiderte er lächelnd.
»Überhaupt nicht. Ich hätte mir meinen Rock zerrissen und das Knie aufgeschlagen, vielleicht sogar die Hände aufgeschürft, dann hätte ich nicht arbeiten können, und das wäre ziemlich blöd gewesen …«
Sie sprach, ohne auch nur einmal Luft zu holen, aber ihre lustig funkelnden Augen verrieten ihm, dass sie nur Spaß machte. Sie gefiel ihm, sie schien unkompliziert zu sein – und sie war unübersehbar sehr attraktiv.
»Darf ich dich zum Dank für deine Rettungstat wenigstens noch zu einem Wein einladen?«, fragte sie, als sich ihr Atem endlich beruhigt hatte. Sie strich sich die blonden Locken aus dem Gesicht und warf ihm unter langen Wimpern einen sehr verführerischen Blick zu.
»Ja«, hörte er sich zu seinem Erstaunen sagen, denn es war schon ziemlich spät.
Eigentlich war er auf dem Weg nach Hause gewesen, er war wieder viel zu lange in der Bibliothek geblieben und hatte dann in einem Bistro noch schnell eine Kleinigkeit gegessen. Er schrieb ein neues Buch über eine bislang weitgehend unbekannte Malerin des vergangenen Jahrhunderts. Es war mühsam, überhaupt etwas über sie zu finden, die Quellenlage war dünn. Aber er war fest entschlossen, nicht aufzugeben. Er hatte sie entdeckt, er wollte mehr über sie wissen, sie, wenn möglich, sogar bekannt machen.
Nach seinem Kunststudium hatte er trotz langer Suche keine Stelle gefunden, bei der er seine Kenntnisse hätte einbringen können. So war er letztlich beim Einwohnermeldeamt der Stadt gelandet und froh gewesen, zumindest eine Anstellung zu haben und damit ein sicheres Einkommen.
