Generationsbrücke -  - E-Book

Generationsbrücke E-Book

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Beschreibung

Der demografische Wandel einerseits, die wachsende Kluft zwischen Alt und Jung andererseits - neue Wege im Umgang der Generationen miteinander sind nötiger denn je. Die Generationsbrücke Deutschland zeigt, wie ein solcher Weg aussehen kann: Senioren und Kinder kommen regelmäßig zusammen, sie spielen miteinander, lachen gemeinsam, schließen Freundschaften und lernen voneinander. Dieses Buch gibt erstmals Einblicke in die Arbeitsweisen, Strukturen und Potenziale dieses außergewöhnlichen Sozialunternehmens und zeigt zukunftsweisendes Modell, das es verdient flächendeckend umgesetzt zu werden.

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Seitenzahl: 280

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Rocco Thiede

DIE GENERATIONSBRÜCKE

Wie das Miteinander von Alt und Jung gelingt

Mit einem wissenschaftlichen Nachwort von Prof. Andreas Kruse

© Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2016

Alle Rechte vorbehalten

www.herder.de

Umschlaggestaltung: Verlag Herder

Umschlags- und Innenteilfotos: © Rocco Thiede

Außer S. 16> und S. 20> © BMW Stiftung Herbert Quandt

E-Book-Konvertierung: Daniel Förster Belgern

ISBN (E-Book) 978-3-451-80947-7

ISBN (Buch) 978-3-451-31134-5

Inhalt

Vorbemerkung
Statt einer Einleitung: »Glücksmomente schaffen«
I Alt und Jung – Begegnungen
»Wir arbeiten nach einem klaren Zeitplan«Besuch der Kitakinder von St. Monika im Marienheim Aachen
»Wichtig ist, dass sich beide Seiten bei den Begegnungen wohlfühlen«Spiele und feste Regeln – wie ein typisches Treffen abläuft
»Große und Kleine sind füreinander da«Gemeinsames Basteln und ernste Themen
»Man kommt unter Menschen«Die Generationsbrücke bringt den Senioren Abwechslung ins Heim
»Wenn ich gesund bleibe, möchte ich hier 100 Jahre alt werden«Die Begegnungen mit Kindern sorgen für Leichtigkeit und Lebensfreude
»Trotz Einschränkungen dabei sein«Es entstehen echte Freundschaften
»Die Begegnungen mit den Kindern machen großen Spaß und halten mich fit«Voneinander lernen – Erzählungen aus einer anderen Zeit
»Der Tod gehört zum Leben«Kinder lernen den Umgang mit Abschied und Trauer
»Wer Zeit, Lust und Interesse hat, der kommt, und vor Ort stellen wir dann die Paare zusammen«Offene Treffen an den Wochenenden
II Mithelfen und Ermutigen – Die Brückenbauer
»Im Prinzip war ich früher ein ganz anderer Mensch«Der Gründer der Generationsbrücke und erfolgreiche Sozialunternehmer Horst Krumbach
»Ich hatte nie vor, Heimleiter zu werden«
»Mittlerweile sind wir fast vom Lehrling zum Meister geworden«
»Wie kann es gelingen, aus dem lokalen Projekt eine bundesweite Initiative zu machen?«
»Das einzigartige Netzwerk der BMW Stiftung, das uns hilft«
»Finanziell die Zukunft unseres Projektes sichern«
»Generationsbrücke Deutschland besiegelt Partnerschaft mit China«
»Theorie und Praxis ideal miteinander verbinden«Der Allrounder und Projektkoordinator Hans Schleicher-Junk
»Es geht um Menschlichkeit«Die politisch engagierte Projektkoordinatorin Anne Hochgürtel
»Ich musste lernen, mich für meine Ziele einzusetzen«Susanne Schmitz ist seit Gründung im Team der Generationsbrücke dabei
»Wir machen mit, wenn du alles organisierst«Holger Schmidtke hat die Generationsbrücke in Berlin aufgebaut
»Ich merkte, wie viel Freude diese Begegnungen mit Kindern meiner Mutter und den anderen Bewohnern gebracht haben«Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Ursula Schumacher
»Ein Marathon durch die unterschiedlichen Verfahren«Der ehrenamtliche Mitarbeiter und Finanzexperte Franz Zellner
»Das ist eine große Verantwortung«Marita Luxen und Elisabeth Bremm unterstützen als Ehrenamtliche die Generationsbrücke
III Wie das Miteinander von Alt und Jung gelingt
»Viel Kraft und Segen beim Brückenbau«Die jährliche Fachtagung der Generationsbrücke
»Altenheime und Kindergärten unter einem Dach führen«Der Leiter des Marienheims Stephan Schirmel
»Das erzeugt Nachhaltigkeit«Anke Schürings ist Rektorin einer Gemeinschaftsgrundschule und Kooperationspartnerin der Generationsbrücke
»Respekt und Rücksichtnahme«Die Kitaleiterin und Kooperationspartnerin Katharina Beyer
»Es sind Bewohnerpartner und keine Omas und Opas«Ulla Mennicken hat viele der Methoden und Rituale mitentwickelt
»Das Leben von Menschen endet nicht mit dem Einzug in ein Heim«Pastor Ralf Freyaldenhoven ist Stiftungsratsvorsitzender der katholischen Stiftung Marienheim Aachen-Brand
»Die Kontinuität der Treffen ist wichtig«Besuch von Schülern im Alten- und Pflegeheim Residenz in Berlin-Zehlendorf
Nachwort: Die Gestaltung der Generationenbeziehungen aus der Perspektive des Alters
Vorbemerkung
1. Mitverantwortung alter Menschen für junge Menschen
2. Differenzierung zwischen drei Verantwortungsbezügen
3. Sorgemotive im hohen und sehr hohen Lebensalter
4. Ein umfassender Produktivitätsbegriff
5. Ausbildung und Aufrechterhaltung von Vertrauen im Lebenslauf
6. Mehrgenerationenprojekte im Kontext der altersfreundlichen Kultur
Abschluss: Der Dienst am Anderen
Literaturverzeichnis
Literaturempfehlungen zu den Themen Älterwerden und Sterben
Bücher für Kinder
Bücher für Erwachsene
Soziales Unternehmertum – Partnerorganisationen der BMW Stiftung Herbert Quandt
Die Autoren

Vorbemerkung

Mit der Generationsbrücke Deutschland hat Horst Krumbach ein Sozialunternehmen gegründet, das vorbildlich zeigt, wie das Miteinander von Alt und Jung gelingen kann. Senioren1 und Kinder kommen zusammen – regelmäßig und verbindlich; sie spielen miteinander, lachen gemeinsam und lernen voneinander. Die Generationsbrücke Deutschland gibt es mittlerweile in acht Bundesländern und in über 40 Alten- und Pflegeheimen – ein weiterer Ausbau ist geplant.

Dieser kann jedoch nur durch einen systemischen Wandel gelingen. Wenn Politik, Zivilgesellschaft und freie Träger an einem Strang ziehen und das Erfolgsmodell aus Aachen flächendeckend etablieren. Das heißt konkret: Wenn die politischen Entscheidungsträger die gesetzlichen Leitplanken setzen, wenn Wohlfahrtsverbände und freie Träger von Altenheimen das Modell zum Standard in ihren Einrichtungen machen. Damit die Generationsbrücke ihre gesellschaftspolitische Wirkung voll entfalten kann, gilt es, in einer alternden Gesellschaft zwischen den Generationen Brücken zu bauen und mehr Sensibilität für die Bedürfnisse alter und pflegebedürftiger Menschen zu schaffen. Das Potenzial ist riesig, denn aktuell gibt es rund 13.000 Altenheime in Deutschland.

Wie lässt sich dieses Modell im großen Stil implementieren? Welche politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen sind nötig? Und welche Rolle können dabei Stiftungen spielen? Speziell, wenn sie sich wie die BMW Stiftung Herbert Quandt als Treiber sozialer Innovationen verstehen und Social Entrepreneurs wie Horst Krumbach fördern?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, haben sich in Berlin die ehemalige Bundesfamilienministerin Ursula Lehr, der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Peter Neher, sowie Markus Hipp, Geschäftsführender Vorstand der BMW Stiftung Herbert Quandt, und natürlich Horst Krumbach getroffen. Dieses Gespräch dient als Einführung in das Buch und spiegelt verschiedene Perspektiven auf das Thema des demografischen Wandels wider.

Um eines gleich vorweg zu betonen: Dieses Buch ist keine klassische Fachlektüre, sondern anregender Lesestoff für ein breites Publikum. Es geht um die Entstehung der Generationsbrücke, ihre Arbeitsweise und natürlich die vielen Menschen hinter dem Sozialunternehmen. Wie die Einführung steht auch das wissenschaftliche Nachwort des renommierten Gerontologen Andreas Kruse für sich, zusammen rahmen sie die Einblicke in den Alltag der Generationsbrücke mit fundiertem Wissen. Der Experte Andreas Kruse betont besonders ein Merkmal der Generationsbrücke: Hier wird nicht über ältere Menschen geredet, sondern mit ihnen!

Als ich selbst zum ersten Mal das Marienheim in Aachen, in dem die Generationsbrücke ihren Ursprung hat, für einen journalistischen Auftrag besuchte, war ich sehr von den Begegnungen und dem Austausch zwischen den Kindern und Heimbewohnern beeindruckt. Diese Treffen sind höchst professionell durchgeführt und zugleich auf gegenseitigen Austausch und Wertschätzung zwischen den Generationen bedacht. So reifte zusammen mit Markus Hipp die Idee, dieses herausragende Beispiel intergenerationeller Begegnungen einem breiteren Publikum ausführlich vorzustellen.

Das Buch gibt szenische Einblicke in die Entstehung und Arbeitsweise der Generationsbrücke – und zwar aus ganz verschiedenen Perspektiven. Zu Wort kommen sowohl die Kinder und Senioren, die an den Treffen teilnehmen, als auch die Macher dahinter, hauptberufliche Projektkoordinatoren, ehrenamtliche Helfer und Kooperationspartner in Schulen, Heimen und Kitas.

Die Generationsbrücke Deutschland soll durch dieses Buch als zukunftsweisendes und beispielhaftes Projekt für ein besseres Miteinander eine große Öffentlichkeit finden: Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen ebenso wie Mütter und Väter von Kita- und Schulkindern, alte wie junge Menschen. Vor allem aber richtet sich das Buch an Menschen, die politische und gesellschaftliche Verantwortung tragen, die in Altenheimen, Schulen, Kitas, Verwaltungen, Behörden und Stiftungen arbeiten. Nur wenn sie vom Modell der Generationsbrücke Deutschland überzeugt werden, kann die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden.

Viel Spaß bei der Lektüre und reichlich neue Erkenntnisse wünscht allen Lesern der Herausgeber und Autor Rocco Thiede.

1 Es gilt inklusive Sprache: Wenn zum Beispiel Bewohnerpartner im Text im Plural steht, sind gleichzeitig auch die Bewohnerpartnerinnen gemeint, was ebenso auf Lehrer/Lehrerinnen oder Senioren/Seniorinnen usw. zutrifft.

Statt einer Einleitung: »Glücksmomente schaffen«

Ein Gespräch über die Geschichte, Wirkung und Potenziale der »Generationsbrücke Deutschland« mit Ursula Lehr, Peter Neher, HorstKrumbach und Markus Hipp

Markus Hipp (BMW Stiftung Herbert Quandt), Prälat Peter Neher (Caritas), Ursula Lehr und HorstKrumbach (Generationsbrücke) auf dem Balkon der BMW Stiftung Herbert Quandt in Berlin

Markus Hipp: Ich freue mich, als Gastgeber dieser Runde heute etwas tiefer in das Thema der Generationsbrücke einzusteigen. Nicht nur, weil sie aus Sicht der BMW Stiftung ein beispielhaftes Sozialunternehmen ist, das wir fördern. Sondern sie symbolisiert auch den Versuch, eine soziale Innovation mit dem Wohlfahrtssystem in Einklang zu bringen – und so einen systemischen Wandel voranzutreiben. Wir haben als Stiftung in den vergangenen zehn Jahren bemerkt, dass dieser Ansatz bei uns in Deutschland oftmals fehlt. Das Buch über die Generationsbrücke ist eine großartige Chance, die erfolgreiche Entwicklung für ein breites Publikum nachvollziehbar zu machen und Veränderungen einzuleiten. Wir wollen aber nicht nur Verantwortliche in der Pflege ansprechen, sondern vor allem auch politische Entscheidungsträger.

Horst Krumbach: Dieser Blick auf die uns betreffenden Veränderungen freut und motiviert mich ganz besonders. Meine Verbindung zu Markus Hipp ist nun auch schon über ein halbes Jahrzehnt alt. 2010 trafen wir uns zum ersten Mal, als zur Debatte stand, ob die damals noch »Generationsbrücke Aachen« genannte Initiative das Potenzial hat, sich in ganz Deutschland zu etablieren. Das war beim Trans­atlantic Forum in New York, als wir einen Tag lang die hochkarätige Beratung der kompetenten Menschen des Netzwerkes der BMW Foundation Responsible Leaders in Anspruch nehmen konnten. An diesem Tag bekam ich hilfreiche Antworten auf so viele existentielle Fragen, dass am Ende des Tages unser Verbreitungskonzept quasi stand. Und wenige Wochen nach New York folgte bereits ein erster Geldsegen der BMW Stiftung in Form einer Fördersumme von 25.000 Euro. So konnten wir in den Folgemonaten beginnen, das in den USA erarbeitete Konzept zu realisieren, um aus der Generationsbrücke Aachen ein bundesweites Modell zu entwickeln. Bis zum heutigen Tag basieren gut 80 Prozent unserer Arbeit auf den damaligen Empfehlungen der Experten des New Yorker Workshops.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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