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Tagungsband mit den Referaten der Jahrestagung zur Genossenschaftsgeschichte 2009 in Berlin, die sich mit genossenschaftlichen Finanzinstituten befasste.
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Seitenzahl: 213
Veröffentlichungsjahr: 2016
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2009 Berlin: Genossenschaftliche Finanzeinrichtungen
Vorwort
T
HORSTEN
W
EHBER
:
Historische Archive im Bereich der Sparkassen-Finanzgruppe
P
ETER
G
LEBER
:
Das genossenschaftshistorische Informationszentrum und die Einrichtungen der historischen Kommunikation im Genossenschaftlichen Finanzverbund
A
RND
K
LUGE
:
Zur Geschichte der deutschen Genossenschaftsbanken
B
URCHARD
B
ÖSCHE
:
Die Annahme von Mitgliederkrediten durch Genossenschaften
A
RMIN
P
ETER
:
Die Bank für Gemeinwirtschaft
M
ANFRED
S
ONNENSCHEIN
:
Die Entwicklung der Bank im Bistum Essen (BIB) mit einer kurzen Skizze der deutschen Kirchenbanken
B
ARBARA
G
ÜNTHER
:
Katalysatoren regionaler Modernisierung – Zur sozialen und wirtschaftlichen Funktion der Volksbanken, Raiffeisenbanken und Sparkassen im 19. und frühen 20. Jahrhundert
J
OSEF
S
CHMID
:
Vom kleinstädtischen Vorschuß-Verein zur selbstbewussten Regionalbank – die VR Bank Ostholstein Nord – Plön eG
P
ETER
H
OEFER
: „…
Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb einer Spar- und Darlehnskasse …“. Zur Geschichte der Dresdner Genossenschaftsbanken 1848 bis 1990
M
ARVIN
B
RENDEL
:
Herausforderungen genossenschaftlicher Geschichtsaufarbeitung am Beispiel der Volks- und Raiffeisenbanken
F
LORIAN
J
AGSCHITZ
, S
IEGFRIED
R
OM
, J
AN
W
IEDEY
:
Die österreichischen Genossenschaften in der Weltwirtschaftskrise 1929. Ein Blick zurück
M
ICHEAL
S
TAPPEL
:
Geschichte der genossenschaftlichen Zentralbanken und nationalen Verbände
Betrachtet man die Anzahl der Mitglieder und auch die wirtschaftliche Kraft, dann liegt der Schwerpunkt des deutschen Genossenschaftswesens eindeutig bei den Genossenschaftsbanken. Das zeigt sich auch in der Bedeutung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken BVR als Fachverband im Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband, in dem er 17 Mio. Mitglieder repräsentiert, eine imponierende Zahl, wenn man sie mit den eben 4 Mio. Aktionären in Deutschland vergleicht. Wir danken dem BVR, dass er die Räume und den Service für die 4. Tagung zur Genossenschaftsgeschichte zur Verfügung gestellt hat.
Dank gilt auch dem Genossenschaftshistorischem Informationszentrum GIZ, das den Tagungsteilnehmern einen Einblick gewährt hat in die Schätze, die es aus der Genossenschaftsgeschichte verwahrt und für die Nutzung aufbereitet.
Die genossenschaftlichen Finanzeinrichtungen umfassen mehr als die Volks- und Raiffeisenbanken, wie die Tagung gezeigt hat. Es gibt genossenschaftliche Finanzinstitute bei den Kirchen, es gibt Spareinrichtungen bei den Wohnungsgenossenschaften und bis zu den Zwangsmaßnahmen der Nationalsozialisten gegen die Konsumgenossenschaften hatten auch diese eigene Sparkassen, die maßgeblich zum Erfolg der Konsumgenossenschaften beigetragen haben, wie sie dies noch heute in Italien tun.
Dieser Tagungsband erscheint mit großer Verspätung. Umso mehr danken wir den Referenten, die trotz der verflossenen Zeit ihren schriftlichen Beitrag geliefert haben. Eine Lücke in der Reihe unserer Tagungsbände ist damit geschlossen.
Hamburg, Mai 2016
Heinrich-Kaufmann-Stiftung
Burchard Bösche, Mitglied des Vorstandes
Ähnlich wie die genossenschaftliche Finanzgruppe ist die Sparkassen-Finanzgruppe als Verbund von Unternehmen organisiert, die auf regionaler und nationaler Ebene kooperieren, um ihren Kunden die gesamte Palette finanzwirtschaftlicher Produkte und Dienstleistungen zu offerieren. Die Basis bilden 438 lokale Sparkassen (Stand: 31.12.2008). Diese haben überwiegend den Status öffentlich-rechtlicher Anstalten, deren Träger Städte, Kreise oder Zweckverbände aus mehreren Gebietskörperschaften sind. Sechs von ihnen sind sog. „freie Sparkassen“ mit privaten Rechtsformen.
Unabhängig von der Rechtsform orientiert sich die Geschäftstätigkeit sämtlicher Sparkassen am Gemeinwohl. Ihre Aufgabe ist es, allen Bürgern Zugang zu geldwirtschaftlichen Leistungen und eine sichere Geldanlage zu bieten. Zudem sollen die Sparkassen die örtlichen Kreditbedürfnisse, insbesondere auch der mittelständischen Wirtschaft, befriedigen. Sie arbeiten zwar ertragsorientiert, verfolgen aber nicht das Ziel der Gewinnmaximierung.
Außer den Sparkassen umfasst die Sparkassen-Finanzgruppe die Landesbanken, die Landesbausparkassen sowie eine Vielzahl von Spezialinstituten. Gemessen an der Bilanzsumme nimmt dieser Verbund die führende Position im deutschen Bankenmarkt ein. In vielen Segmenten des Bankgeschäfts sind die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe Marktführer. Die zur Gruppe gehörenden öffentlichen Versicherer vereinen auf sich ebenfalls hohe Anteile in allen Sparten des Versicherungsmarkts.
Das Verbandswesen der Sparkassen-Finanzgruppe ist, den Prinzipien der Subsidiarität und Dezentralität entsprechend, zweistufig aufgebaut. Es existieren zwölf regionale Sparkassen- und Giroverbände, welche die Interessenvertretung für die Sparkassen ihres Verbandsgebiets wahrnehmen, sie durch Beratungs- und Serviceleistungen unterstützen sowie im hoheitlichen Auftrag prüfen. Als nationaler Dach- und Spitzenverband fungiert der Deutsche Sparkassen- und Giroverband e.V. (DSGV) mit Standorten in Berlin, Bonn und Brüssel.
Sparkassen gehören zu den ältesten und traditionsreichsten Finanzinstitutionen in Deutschland.1 Ihre Vorläufer – Witwen-, Waisen- und Leihkassen – reichen teilweise bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück. Die erste genuine Sparkasse entstand 1778 in Hamburg.
Der Gründungszweck der Sparkassen bestand darin, vor allem den ärmeren Bevölkerungsschichten eine sichere und verzinsliche Anlage ihrer Ersparnisse zu ermöglichen. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts bildete sich in Deutschland ein flächendeckendes Sparkassennetz heraus. Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich die Sparkassen zu Universalkreditinstituten fort.
Mit Ausnahme der „freien“ Institute waren die Sparkassen rechtlich lange Zeit unselbständige Einrichtungen ihrer kommunalen Garantieträger. Erst im Gefolge der Bankenkrise vom Sommer 1931 erhielten sie die rechtliche Selbständigkeit.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben sowohl im westlichen als auch im östlichen Teil Deutschlands die Sparkassen bestehen. Doch während die Institute in der DDR als volkseigene Betriebe in die sozialistische Planwirtschaft integriert wurden, konnten sie sich in der Bundesrepublik zu marktorientierten Wettbewerbsunternehmen weiterentwickeln. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wuchsen auch die Sparkassen in Ost und West wieder zu einer einheitlichen Organisation zusammen.
Der DSGV unterhält seit 1977 in Bonn das Sparkassenhistorische Dokumentationszentrum. Es dokumentiert die Geschichte der Sparkassen-Finanzgruppe, berät und informiert die Institute der Gruppe in historischen Fragen (z. B. beim Archivaufbau) und betreut Forschungsarbeiten und Publikationen zu sparkassengeschichtlichen Themen. Eine weitere wichtige Funktion des Dokumentationszentrums besteht darin, historisch relevante Unterlagen des DSGV und seiner Vorläufer zu archivieren.
Außer dem DSGV engagiert sich vor allem die ebenfalls in Bonn ansässige Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe e.V. (im Folgenden: Wissenschaftsförderung e.V.) für die Dokumentation und Erforschung der Sparkassengeschichte. Sie ist eine gemeinnützige Einrichtung der Sparkassen, Landesbanken und Verbände, welche die Forschung und Lehre auf dem Gebiet des Geld-, Bank- und Börsenwesens, insbesondere des öffentlichen Kreditwesens, fördert. Im Rahmen ihres Satzungszwecks vergibt die Wissenschaftsförderung e.V. auch Forschungsaufträge zu geschichtlichen Themen, sie organisiert sparkassenhistorische Tagungen sowie Workshops für Archivare und gibt die Buchreihe „Sparkassen in der Geschichte“ (bislang mehr als 50 Veröffentlichungen) heraus. Beraten wird sie von einem speziellen Gremium, dem „Arbeitskreis für Sparkassengeschichte“, dem Wissenschaftler und Praktiker aus den Instituten und Verbänden der Sparkassen-Finanzgruppe angehören.
Obwohl die Sparkassen in der Regel öffentliche Unternehmen sind, haben die für sie zuständigen Gesetzgeber in den Bundesländern sie von der Verpflichtung ausgenommen, Unterlagen an staatliche Archive abzuliefern oder selbst Archive zu unterhalten. Jeder Sparkasse ist es somit freigestellt, ob und wie sie ihre historische Überlieferung aufbewahrt. Der DSGV und die Wissenschaftsförderung e.V. haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, den Archivgedanken zu verbreiten und Transparenz über die bestehenden Archive herzustellen.
Im Herbst 2008 startete die Wissenschaftsförderung e.V. eine Umfrage unter den Sparkassen, Landesbanken und regionalen Sparkassenverbänden, in der diese nach ihren Aktivitäten zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und Lehre befragt wurden. Im Rahmen dieser Erhebung wurde den Unternehmen und Verbänden auch ein Fragenkatalog zum Umgang mit historischen Unterlagen vorgelegt. Dieser Katalog umfasste folgende Fragen und Antwortmöglichkeiten:
„Besteht in Ihrem Haus ein historisches Archiv?2
ja, existiert bereits
ja, im Aufbau
nein
Wer ist mit der Pflege des Archivs betraut?
Vollzeit-Mitarbeiter nur für das Archiv
Teilzeit-Mitarbeiter nur für das Archiv
Institutsmitarbeiter im Rahmen der täglichen Arbeit
externe, bezahlte Arbeitskraft
ehrenamtliche Arbeitskraft
Sonstige (Angabe erbeten)
Wer darf das Archiv nutzen?
nur Mitarbeiter/innen
auch Externe (z.B. Wissenschaftler)
Wie werden die Unterlagen des Archivs genutzt?
Öffentlichkeitsarbeit, z.B. Jubiläen, Ausstellungen
Anfragen von Kunden
Anfragen innerhalb des Instituts
externe historische Forschung
Haben Sie historische Unterlagen an andere Einrichtungen abgegeben?“
Im Folgenden werden die Antworten der Landesbanken und der Sparkassenverbände ausgeklammert und allein jene der Sparkassen analysiert. Um auch Aussagen darüber machen zu können, ob und inwieweit die Größe einer Sparkasse einen Einfluss auf die Archivierungsaktivitäten hat, wurden diese in drei Größenklassen (kleine, mittlere und große Institute) eingeteilt. Als ‚kleine’ Sparkassen gelten solche, die weniger als 1 Milliarde Euro Geschäftsvolumen haben, als ‚mittlere’ Sparkassen“ diejenigen mit 1 bis 2,5 Milliarden Euro Geschäftsvolumen. ‚Große’ Sparkassen schließlich sind Institute mit mehr als 2,5 Milliarden Euro Geschäftsvolumen.
Da 236 von 435 angeschriebenen Sparkassen den Fragebogen ausgefüllt zurücksandten, war die Rücklaufquote mit 54,3 Prozent insgesamt zufriedenstellend. Unter den Sparkassen, die geantwortet hatten, stellten die ‚mittleren’ mit 98 Unternehmen die größte Gruppe, gefolgt von den ‚großen’ Sparkassen mit 81 Instituten. Die ‚kleinen’ Sparkassen bildeten mit 57 Unternehmen das Schlusslicht.3
Die Frage „Besteht in Ihrem Haus ein historisches Archiv?“ beantworteten 65 Sparkassen (27,5 Prozent) mit „Ja, existiert bereits“. Weitere 31 (13,1 Prozent) gaben an, ein Archiv befinde sich derzeit im Aufbau. Im Vergleich der drei Größenklassen sind Archive bei ‚großen’ Sparkassen am weitesten verbreitet. 28 von 81 Instituten (34,6 Prozent) verfügen schon über ein Archiv und 11 Unternehmen (13,1, Prozent) richten eines ein. Deutlich weniger ausgeprägt ist der Archivgedanke bei den ‚kleinen’ Sparkassen. Nur etwa drei von zehn Instituten haben ein Archiv oder sind dabei, eines aufzubauen.
Tabelle 1: Vorhandene und im Aufbau befindliche Sparkassenarchive nach Größenklassen (in Prozent)
a) Geschäftsvolumen € 1 Mrd. Euro
b) Geschäftsvolumen 1 Mrd. – 2,5 Mrd. Euro
c) Geschäftsvolumen € 2,5 Mrd. Euro
Dieses Resultat ist insofern wenig überraschend, als die Personal- und Sachkosten eines Archivs bei kleinen Unternehmen stärker zu Buche schlagen als bei größeren. Außerdem ist davon auszugehen, dass historische Unterlagen bei großen und mittleren Sparkassen zahlreicher vorhanden sind, da diese zumeist das Ergebnis mehrerer Unternehmensfusionen sind.
Eine verlässliche Schätzung, wie hoch die Gesamtzahl der Archive bei allen deutschen Sparkassen ist, kann auf der Basis der Umfrage zwar nicht erfolgen. Die 96 bestehenden oder im Aufbau befindlichen Archive, die durch die Umfrage ermittelt wurden, stellen jedoch die Mindestzahl dar. Eine Gesamtzahl von 120 bis 150 Archiven erscheint realistisch. Die Antworten auf die Frage, wer das Archiv betreut, geben einen deutlichen Hinweis, dass für die Sparkassen die Pflege ihrer historischen Unterlagen eine Randaktivität darstellt. Lediglich drei Sparkassenmitarbeiter waren ausschließlich für das Archiv zuständig und dies auch nur als Teilzeitarbeitskräfte. Gängige Praxis ist, dass ein Mitarbeiter neben anderen Aufgaben auch die Verantwortung für das Archiv trägt. Etwa jedes zehnte Archiv wird durch eine Person betreut, die nicht zum festen Mitarbeiterstamm der Sparkassen gehört. Bei einem weiteren Zehntel greift die Sparkasse auf ehrenamtlich Tätige zurück. Dies sind vermutlich überwiegend Pensionäre des jeweiligen Instituts.
Wer kann die Sparkassenarchive nutzen? Die im Rahmen der Umfrage gegebenen Antworten zeigen, dass eine Mehrzahl der Institute – 57 von 96 (59,4 Prozent) – ihre Archive ausschließlich eigenen Mitarbeitern zugänglich macht. Die übrigen 39 Sparkassenarchive stehen auch Externen (z.B. Wissenschaftlern) offen. Überraschend ist, dass der Prozentsatz der ‚öffentlich’ zugänglichen Archive bei den ‚kleinen’ Sparkassen mit 47,5 Prozent am höchsten sind. Dagegen öffnen nur 35,9 Prozent der ‚großen’ Sparkassen ihr Archiv auch für Personen, die nicht bei ihnen beschäftigt sind.
Dass die meisten Archive interne Serviceeinrichtungen sind, schlägt sich bei den Nutzungszwecken nieder. Nur ein Fünftel (19,8 Prozent) wird bislang für die wissenschaftliche Forschung genutzt. Fast alle Archive (97,9 Prozent) dienen hingegen dazu, die Öffentlichkeitsarbeit der Sparkassen zu unterstützen. An zweiter Stelle steht die Nutzung für Anfragen, die aus dem Unternehmen selbst kommen (57,3 Prozent). Vergleichsweise wichtig sind die Archive auch für die Beantwortung von Fragen, die Kunden an die Sparkassen haben. 39,6 Prozent der Institute geben an, dass ihre Archive auch für diesen Zweck genutzt werden.
Schließlich wurde in der Erhebung auch danach gefragt, ob die Institute historische Dokumente an andere Archive (z. B. Staats- und Kommunalarchive, regionale Wirtschaftsarchive) abgegeben haben. Auf diese Frage antworteten 230 der befragten Institute. Von ihnen berichteten 29 (12,6 Prozent) über die Weitergabe von Unterlagen an andere Archive. Am stärksten machen ‚große’ Sparkassen von dieser Möglichkeit Gebrauch, also genau die Gruppe, die auch bei den hauseigenen Archiven an der Spitze stehen. Kaum verbreitet ist die Abgabe von Archivgut an fremde Institutionen dagegen bei den ‚kleinen’ Sparkassen. Nur zwei von 55 Unternehmen haben dies getan.
Erstaunlich ist, dass 17 der 29 Sparkassen, die Dokumente abgegeben haben, selbst über ein Archiv verfügen. Ein eigenes Archiv zu unterhalten und dennoch mit einer externen Einrichtung zu kooperieren schließt sich demnach nicht aus. Die Gründe für diese ‚zweigleisige’ Archivierungsstrategie liegen jedoch einstweilen im Dunkeln.
Zumal für kleinere Sparkassen, die dem Umfrageresultat zufolge der Pflege ihrer historischen Überlieferung relativ wenig Aufmerksamkeit widmen, wäre die Auslagerung von Archivgut in andere Archive eine gute Alternative zum eigenen Archiv. Das Magazin „Wissenschaft für die Praxis“ der Wissenschaftsförderung e.V. berichtet deshalb in loser Folge über die regionalen Wirtschaftsarchive und deren Dienstleistungen.4
Seit mehreren Jahren hat sich das Internet zu dem Medium entwickelt, mittels dessen Interessierte schnell und einfach Auskünfte über Archive und ihre Bestände erhalten können. Viele öffentliche und private Archive besitzen eigene Websites, noch mehr stellen Informationen in Web-Portalen und -verzeichnissen zur Verfügung.
Die erste Möglichkeit wird bislang nur von einem Sparkassenarchiv genutzt. Das Historische Archiv der Kreissparkasse Biberach hat sein gesamtes Findbuch „ins Netz“ gestellt.5 Ausgehend von einer Beständeübersicht können Internetnutzer bis auf die Ebene der einzelne Verzeichnungseinheiten bzw. Akten gelangen.
Das umfassendste Verzeichnis von Sparkassenarchiven befindet sich auf den Websites der Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe.6 Es umfasst Informationen über 80 Archive in der gesamten Gruppe, darunter auch Einrichtungen von Landesbanken und Verbänden. Interessierte können sich darin über Ansprechpartner und deren Kontaktdaten informieren. Darüber hinaus erhalten sie Auskunft über die in den Archiven vorhanden Bestände und deren Gesamtumfang. Komplettiert werden die Angaben durch Hinweise auf historische Literatur (Chroniken, Festschriften) über das jeweilige Institut.
Eine Reihe von Sparkassenarchiven ist ebenfalls über das Internetarchivverzeichnis des Instituts für bankhistorische Forschung recherchierbar.7 Die dort vorhandenen Informationen entsprechen im Wesentlichen denen im Verzeichnis der Wissenschaftsförderung e.V.
Die Ergebnisse der Umfrage, welche die Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe durchführte, belegen, dass der Archivgedanke bei den Sparkassen in Deutschland weit verbreitet ist. Zwar ist die Bewahrung der eigenen Überlieferung längst nicht bei allen Instituten üblich. Dass immerhin zwei von fünf der Sparkassen, die an der Umfrage teilnahmen, über ein Archiv verfügen oder ein solches aufbauen, ist jedoch sehr zufriedenstellend. Dies gilt vor allem auch deshalb, weil der Unterhalt eines Archivs stets auf freiwilliger Basis erfolgt.
Dieses insgesamt positive Urteil bedeutet allerdings nicht, dass die Werbung für den Archivgedanken obsolet ist. Der Idealzustand wäre erreicht, wenn jede Sparkasse entweder ihr eigenes Archiv besäße oder historische Unterlagen in geregelter Form an dafür geeignete Einrichtungen abgäbe.
Rein betriebswirtschaftlich ist eine Archivierung historischer Unterlagen, die diese Bezeichnung auch nur im Mindesten verdient, indes kaum zu begründen. Es gehört immer auch die strategische Erkenntnis dazu, dass ein Unternehmen, das seine Vergangenheit nicht achtet, seine Zukunft bereits hinter sich hat.
1 Zur Geschichte der Sparkassen vgl. u.a. Günter Ashauer, Von der Ersparungscasse zur Sparkassen-Finanzgruppe. Die Sparkassenorganisation in Geschichte und Gegenwart, Stuttgart 1991; Hans Pohl/Bernd Rudolph/Günther Schulz, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der deutschen Sparkassen im 20. Jahrhundert, Stuttgart 2005.
2 Es wurde bewusst darauf verzichtet, den Begriff „Archiv“ zu definieren.
3 Dass kleine’ Sparkassen vergleichsweise gering vertreten waren, hat einen plausiblen Grund: Die Umfrage bezog sich hauptsächlich auf Aktivitäten im Bereich der Wissenschaftsförderung. Da viele ‚kleine’ Sparkassen hier wenig aktiv sind, haben diese den Fragebogen zumeist nicht zurückgeschickt.
4 Erschienen sind bisher Berichte über das Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg (Heft 66, November 2008) und das Bayerische Wirtschaftsarchiv (Heft 68, November 2009).
5 Webadresse: https://www.ksk-bc.de/module/sparkassengeschichte/historisches archiv/index.php?n=%2Fmodule%2 Fsparkassengeschichte%2Fhistorisches_archiv%2F
6 Webadresse: www.s-wissenschaft.de/geschichte/?p=archive.
7 Webadresse: www.ibf-frankfurt.de.
Seit Januar 2005 hat die Genossenschaftliche Bankengruppe ein neues Mitglied. Vor vier Jahren nahm die „Stiftung GIZ - Genossenschaftshistorisches Informationszentrum“ mit Sitz in Berlin ihre Arbeit auf. Die Gründungsstifter, der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) und die DZ Bank haben die kleine Stiftung mit einer großen Aufgabe ausgestattet. Sie baut ein historisches Archiv-Netzwerk auf und trägt zur Erschließung und Vermittlung der Genossenschafts- und Bankgeschichte bei. Mittlerweile ist die Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) Zustifter und seit Februar diesen Jahres gibt ein Förderverein finanzielle Unterstützung. Dem Verein gehören die im Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) organisierten Verbände, Verbundunternehmen und Primärgenossenschaften an. Damit wird das GIZ Schritt für Schritt zu einem strategischen Zentrum für die gesamte Genossenschaftsgeschichte.
Bislang waren die Aufgaben des GIZ auf die Banken fokussiert: „Zum Stadtjubiläum möchte unsere Volksbank als ältestes Kreditinstitut am Platz etwas beitragen. Wir suchen historische Fotos und Exponate zur Geschichte der Kreditgenossenschaften für eine Ausstellung.“, „Unser Haus hat drei Fusionen hinter sich. Wie verfahren wir mit dem größtenteils ungeordneten historischen Schriftgut, was und wie sollen wir archivieren?“, „Wen kann man mit dem Verfassen einer Chronik zum Bankjubiläum beauftragen?“ Vor der Gründung des GIZ richteten Mitgliedsbanken solche Fragen häufig an die Pressereferenten des BVR und der Regionalverbände. Auch Journalisten, Fernsehproduktionsfirmen, wissenschaftliche Institutionen und Studierende benötigen Informationen zur Geschichte der Volksbanken und Raiffeisenbanken oder fragen nach historischem „Anschauungsmaterial“. Unternehmensgeschichte, das zeigen diese Anfragen, ist generell kein Nischenthema mehr. Mitarbeiter, Mitglieder und Kunden wollen über die Vergangenheit informiert sein.
Die Menschen in der Region interessieren sich in wachsendem Maße für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte „vor ihrer Haustür“. Davon zeugen steigende Besucherzahlen in regionalgeschichtlichen Museen. Es liegt auf der Hand, dass Volksbanken und Raiffeisenbanken von der Darstellung ihrer historischen Leistungen im regionalen Raum in vieler Hinsicht profitieren können.
Bislang war es meist sehr schwierig, die vielfältigen Fragen zur Geschichte des Genossenschaftssektors zu beantworten. Der Grund hierfür ist - wie könnte es anders sein - zum Teil in der historischen Entwicklung der genossenschaftlichen Bankenorganisation zu suchen. Typisches Merkmal der Organisation ist seit der Zeit der Gründerväter Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich-Wilhelm Raiffeisen ihre Dezentralität. Entsprechend gibt es heute in den Regionen eine ganze Reihe von Einrichtungen, die sich mit der Geschichte der Genossenschaften befassen - von einzelnen Unternehmens- und Regionalarchiven, wie dem des Historischen Vereins der Bayerischen Genossenschaften oder dem von sechs Volksbanken in der Lüneburger Heide gestifteten GenoArchiv, bis hin zu den klassischen Gedenkstätten.
An historischen Originalschauplätzen im sächsischen Delitzsch und in den Westerwaldgemeinden Hamm, Weyerbusch und Flammersfeld finden sich Erinnerungsstätten für Schulze-Delitzsch und Raiffeisen. Einzelne Genossenschaftsbanken unterhalten ebenfalls Bankarchive, die nebenamtlich betreut werden und häufig wenig bekannt sind. Die DZ BANK unterhält in Frankfurt am Main das Infocenter, das mit seinen historischen Büchern und Zeitschriften die größte genossenschaftliche Bibliothek Europas darstellt. National fokussiert ist auch die versicherungshistorisch ausgerichtete Bibliothek der R+V Versicherung in Wiesbaden. All diese Einrichtungen sind allenfalls informell miteinander vernetzt. Wer sich also mit der Geschichte der Genossenschaften beschäftigen will oder eine spezielle Information braucht, muss derzeit einen langen Atem haben, um den passenden Ansprechpartner zu finden. Dabei stellt das Genossenschaftswesen ein bedeutendes Stück der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte dar. Davon kündet an anderer Stelle das kleine Konsummuseum im Hamburger Vorort Sasel, das von der Heinrich-Kaufmann-Stiftung betreut wird. Von der gesellschaftlichen Relevanz der Selbsthilfeorganisationen künden auch viele Straßen- und Platzbenennungen und einige Denkmäler, die an Genossenschaftseinrichtungen und an die Gründerväter erinnern.
Lange Zeit wurden Ideen gesammelt und darüber diskutiert, wie das wertvolle Erbe und das Wissen über Genossenschaften bewahrt werden kann. Die „Stiftung GIZ - Genossenschaftshistorisches Informationszentrum“ bündelt hinsichtlich der Bewahrung und Erschließung der historischen Überlieferung die Kräfte des kreditgenossenschaftlichen Sektors. Mit der Gründung des Fördervereins werden die Aufgaben des GIZ um weitere genossenschaftliche Säulen ergänzt. Deshalb sind neue Mitglieder aus dem konsum- und warengenossenschaftlichen Sektor notwendig und willkommen. Bereits zum Schulze-Delitzsch-Jahr ist die thematische Ausweitung auf die Warengenossenschaften gelungen. Für das in die Jahre gekommene Schulze-Delitzsch-Haus erstellte das GIZ ein Ausstellungsdrehbuch, das stärker als bislang den Genossenschaftsbezug herausarbeitet. Das Museumskonzept soll in nächster Zeit die bisherige heimatgeschichtliche Präsentation ersetzen und so den Autor des Genossenschaftsgesetzes und den Gründervater der Volksbanken und gewerblichen Genossenschaften würdigen.
Bislang leistet das GIZ Dienste für Volksbanken und Raiffeisenbanken und den FinanzVerbund. Es ist aber auch Ansprechpartner für Wissenschaft und Öffentlichkeit. Immer noch ist viel Aufbauarbeit erforderlich: Historisch relevante Aktenbestände, Objekte und Bibliotheksbestände beim GIZ, bei den Mitgliedsinstituten und Verbänden müssen nach und nach erfasst werden. Langfristig soll mithilfe von GenoFinder ein virtuelles Genossenschaftshistorisches Archiv entstehen. GenoFinder ist eine Informationsplattform im Internet, die ein öffentliches Informations- und Rechercheangebot bereithält, das mittels einer einfach zu bedienenden Suchmaske erschlossen wird. Von der Spardose über das Buch bis zur speziellen Akte kann man so bequem von Zuhause aus Material recherchieren. Akten und Bücher können zur Zeit beim Infocenter in Frankfurt am Main und beim GIZ in Berlin eingesehen werden. Für Ausstellungen bietet sich auch eine Ausleihe an.
In einem geschützten Mitgliederbereich sind das Netzwerk der genossenschaftshistorischen Archive und Bibliotheken mit entsprechenden Eingabemöglichkeiten zusammengeschlossen. Verschiedene Eingabemasken sind fachspezifisch abgestimmt auf klassisches Schriftgut, Fotos, Audiovisuelle Medien, gedrucktes Werbematerial, Literatur, Zeitschriften und dreidimensionale Objekte und bieten großen und kleinen genossenschaftlichen Einrichtungen eine professionelle Möglichkeit zur Dokumentation der großen Materialvielfalt.
Das Stichwort „Netzwerk“ ist nicht nur für das Internetangebot des GIZ entscheidend, sondern für das gesamte Aufgabenspektrum des Informationszentrums. Die GIZ-Geschäftsstelle in Berlin vernetzt die bestehenden Unternehmens- und Regionalarchive miteinander, sie unterstützt Volksbanken und Raiffeisenbanken wie auch andere Primärgenossenschaften mit Know how und sie treibt die Erschließung der gemeinsamen Geschichte voran. Der Aufbau eines Kontakt-Netzwerkes und der regelmäßige Dialog der Archiv- und Bibliotheksverantwortlichen im Verbund haben schon in der Projektphase des GIZ begonnen. Das GIZ stellt im Internet eine Linkliste genossenschaftshistorischer Einrichtungen und eine Liste bankhistorischer Archive bereit. Durch die Anbindung des GIZ an das Institut für Bankhistorische Forschung, an die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte und an die Arbeitsstelle für Genossenschaftsgeschichte der Universität Hamburg ist es auch fachlich integriert. Am GIZ-Standort in Berlin-Kreuzberg wurde ein genossenschaftshistorisches Archiv eingerichtet, das die Gesamtentwicklung der genossenschaftlichen Bankengruppe dokumentiert. Das 650 Regalmeter umfassende historische Schriftgut des BVR und der DZ Bank bilden die Basis dieser Sammlung und können jederzeit durch andere zentrale Bestände erweitert werden. Die Verlagerung regionaler Archive und Sammlungen in das GIZ ist hingegen nicht geplant: Eine solche Zentralisierung entspräche weder der Struktur der Organisation noch wäre sie aus Sicht der Nutzer sinnvoll. Quellen zur Geschichte eines Unternehmens oder einer Region sollten nach Möglichkeit an ihrem Ursprungsort verwahrt werden.
Zu den Aufgaben des GIZ gehört also das Sammeln, Bewahren und Verzeichnen von Akten, Druckschriften, Bild- und Filmmaterial sowie Objekten zur Genossenschaftsgeschichte - von der Spardose bis zur historischen Büromaschine - sowie die Koordination des neuen „virtuellen Genossenschaftsarchivs“. Es ist Berater der Mitgliedsinstitute bei der Pflege eigener Archive und bei unternehmenshistorischen Projekten. Schließlich informiert es auch die Öffentlichkeit, Wissenschaftler, Studenten, interessierte Laien und Journalisten durch seine Publikationstätigkeit. Mit diesen Arbeitsschwerpunkten steht das GIZ, das vorläufig mit nur einer Vollzeitstelle ausgestattet ist, vor einer Reihe von Herausforderungen. Für den Autor, der als Wirtschafts- und Sozialhistoriker und Museumskurator tiefgreifende praktische Erfahrungen in den Aufbau des GIZ einbringen konnte, ist das GIZ nach wie vor eine spannende Aufgabe, die auch nach vier Jahren immer noch täglich neue Herausforderungen bietet.
Während sich Formen der wirtschaftlichen Gruppen-Selbsthilfe bis ins erste Jahrtausend vor Christus und in Deutschland bis ins Mittelalter zurückverfolgen lassen, entstanden Genossenschaftsbanken in Deutschland erst im 19. Jahrhundert. Das hat Gründe, die im Gesellschaftssystem des Feudalismus, im rudimentären Zustand des Bankenwesens und im schwach entwickelten Sozialsystem zu suchen sind.
Seit der Epoche des Pauperismus, die etwa auf das letzte Viertel des 18. und die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zu datieren ist, kümmerten sich Obrigkeiten, Vereine und Privatleute um die Daseinsvorsorge für Wechselfälle des Lebens: Spare in der Zeit, so hast Du in der Not! Aus der Privatsparkasse zu Lerbach im Oberharz, die 1820 aus einer Sterbekasse hervorging, wurde im Jahr 1900 eine eingetragene Genossenschaft. Spareinrichtungen von Zünften, Vereinen und Unternehmen, Unterstützungskassen, Sparvereine und Lotteriegemeinschaften waren andere Wurzeln der Genossenschaftsbanken; sie waren nicht immer deutlich von Versicherungen zu unterscheiden.
Die andere Seite der Geschäftstätigkeit einer Genossenschaftsbank ist die Erfüllung des Kreditbedarfs. Wer Immobilien sein eigen nannte, hatte in der Regel keine Schwierigkeiten, einen Kredit zu erhalten, wer nur mit seinem guten Namen bürgen konnte, schon eher. Dabei war die Situation von Ort zu Ort verschieden: Zwischen den Extremen des problemlosen Kreditverkehrs auf Schuldschein und des ausbeuterischen Wuchers lässt sich im 19. Jahrhundert alles finden. Überwiegend gab es keine akute Kreditnot, wenn auch der Eisenbahnbau, der Geldbedarf der Öffentlichen Hand und die beginnende Industrialisierung viel Kapital banden, das dem Mittelstand nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung stand. Hier setzten staatliche und kommunale Initiativen, Zünfte, Philanthropen und andere an, die etwa seit 1820 Personalkredite vergaben. Diese scheiterten aus zwei Gründen: Erstens waren die Kreditvolumina bei weitem zu gering, um den Bedarf zu decken, da man weder beim Staat noch bei Wohltätern die erforderlichen Fonds auftreiben konnte. Zweitens schreckten die potenziellen Kunden davor zurück, bei einer Hilfskasse einen Kredit aufzunehmen, da dies ihre Kreditfähigkeit im Allgemeinen minderte. Aus dieser Situation ergab sich notwendig der Gedanke der Gruppen-Selbsthilfe: Wirb die Einlagen bei der sozialen Gruppe ein, der Du auch Deine Kredite geben willst, und vergib keine Wohltaten, sondern behandle die Kunden so, wie es jede andere Bank auch tun würde!
Es brauchte einige Zeit, bis sich dieses Konzept durchsetzen konnte, da die Kreditsuchenden nicht warten wollten, bis sich bei ihrer Bank ausreichend Eigenkapital und Einlagen für Kredite angesammelt hatten, und oftmals keine Eigenbeiträge leisten wollten (oder konnten). Man war die Bittstellung beim Staat oder einem Wohltätigkeitsinstitut gewohnt, die ohne finanzielle und moralische Eigenbeteiligung, d.h. Selbstverantwortung, funktionierte.
