Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Spin-off zur Endzeitstory Sunderas 2052 Gerantos lässt schweren Herzens seine Kinder auf Sunderas zurück, um durch die Semanon - Galaxie zu reisen. Er ist auf der Suche nach seinen Vorfahren und will die einzelnen Planeten der Galaxie kennenlernen. Nicht zuletzt muss er sich selber und seine Rasse neu entdecken. Wird er auf andere Planetenbeschützer treffen? Findet er Hinweise auf seine Eltern und leben die Außerirdischen noch, die einst Sunderas überfallen haben? Droht Gefahr aus der Galaxie?
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 263
Veröffentlichungsjahr: 2019
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Prolog
Uranon
Merando
Sokorma: Unter der Erde
Sokorma: Auf der Oberfläche
Sokorma: Die Versammlung
Sokorma: Die Heilung
Burgardo
Chilien
Tersato
Epilog
Langsam ging es auf dem Planeten Sunderas mit der Bevölkerung wieder aufwärts und sie konnten endlich unbeschadet an der Oberfläche leben. Deshalb beschloss ihr ehemaliger Anführer Gerantos, seinen Kindern Yarkari und Parantos die Führung zu überlassen. Sie sollten von nun an auf Sunderas Bevölkerung aufpassen und er würde durch die Galaxie reisen.
Mit Hilfe des Netzwerkes der Sternenkugeln wollte er erfahren, wie sich die Lebensformen auf den anderen Planeten entwickelt hatten. Nicht zuletzt wollte er mehr über seine Vergangenheit und sich selber herausfinden. Die stille Hoffnung, auf seine Vorfahren oder sogar seine Eltern zu treffen, begleitete ihn dabei. Er wollte unbedingt herauszufinden, ob es noch mehr von seiner Rasse gab, oder ob er und seine beiden Kinder wirklich die letzten Planetenbeschützer waren.
Nachdem er sich von Yarkari und Parantos verabschiedet hatte, und sich das Portal hinter ihm schloss, drehte er sich um. Er starrte auf die vor ihm schwebende Sternenkugel und lächelte zufrieden.
„Heimat“, flüsterte er und wusste, dass er einst von Uranon nach Sunderas gebracht worden war. Deshalb hatte er diesen Planeten als seinen ersten auserwählt. Was lag näher, als auf dem Heimatplaneten seiner Eltern mit der Suche nach Überlebenden zu beginnen?
Gerantos lächelte und deaktivierte die Sternenkugel. Sie schrumpfte auf die Größe einer kleinen Murmel und er ließ sie über seine Hand rollen.
Wie lange ist es her, dass ich diese Macht gespürt habe? Längst vergessene Erinnerungen drängten an die Oberfläche und auf einmal fühlte es sich so an, als wären sie nie fort gewesen.
Er war damals noch ein Kind und hatte diese einzigartige Glasmurmel nie aus den Augen gelassen. Sein Leben hatte sich um dieses Spielzeug gedreht, war es doch das Einzige, was ihn irgendwie mit seinen Eltern verband. Auf einmal ärgerte er sich, dass sie in Vergessenheit geraten war, als er älter wurde.
Doch leider war nicht nur die kleine Murmel in Vergessenheit geraten, auch seine wahre Bestimmung hatte er verdrängt und seine Fähigkeiten nicht ausreichend trainiert. Er hatte sich jahrelang ausgebrannt gefühlt und nicht gewusst, woran das lag. Jetzt merkte er, wie etwas von seiner alten Kraft zurückkehrte und auf eine wundersame Art fühlte er sich jünger. Er wusste, dass seine Entscheidung richtig war, und dass es eine wunderbare Reise werden würde.
Nicht nur, um die Galaxie kennenzulernen, sondern auch um sich selber neu zu entdecken. Sich und seine Fähigkeiten. Er hatte das Gefühl, dass die Galaxie ihn und seine speziellen Fähigkeiten benötigte.
Das erste Mal seit langer Zeit schlief Gerantos wieder unter freiem Himmel und es war dort keine Stille, sondern er hörte Geräusche. Andächtig lauschte er und seine rechte Hand griff in seine Tasche zu der kleinen Schachtel, in welcher sich die gläserne Murmel befand. Es war angenehm eine Sternenkugel bei sich zu tragen. Sie erinnerte ihn an seine Kindheit und sogar in ihrem deaktivierten Zustand fühlte er ihre Macht.
Er hatte wirklich vergessen, wie es sich anfühlte ohne Sorgen zu sein. Noch dazu mit dieser wunderbaren Natur um sich herum. Er hörte die unterschiedlichen Geräusche der Tiere und stellte sich vor, wie sie aussehen würden. Dann lauschte er dem Wind, welcher durch die Blätter der Bäume rauschte. Es dauerte etwas, bis er endlich eingeschlafen war, doch sein Schlaf war so ruhig und tief wie lange nicht mehr.
Am nächsten Tag reckte er sich und breitete ein kleines Frühstück vor. Einsam saß er wenig später am Feuer und begutachtete seine Umgebung genauer. Er hatte in einem verlassenen Dorf übernachtet, aber keine Rückschlüsse auf die ehemaligen Bewohner ziehen können. Es war nichts mehr von ihnen übrig und Gerantos wusste nicht, wohin sie gegangen waren oder warum. Sie hatten nichts zurückgelassen außer ihren Hütten.
Als er dann nach rechts schaute, sah er das Tier. Er wusste, dass es ihn schon länger beobachtet hatte, denn er hatte gemerkt, dass ihn etwas beäugte. Jetzt war es aus dem grünen Schatten des Waldes hervorgetreten und breitbeinig stehengeblieben. Es sah aus wie ein Wolf, doch seine Schnauze war länger und spitzer. Die Eckzähne standen nach unten aus dem Maul heraus und unterstrichen seinen gefährlichen Eindruck.
Gerantos blieb ruhig und fixierte den Wolf mit seinen Augen. Er hatte keine Waffe zur Verteidigung dabei und er besaß nichts, womit er das Tier hätte in die Flucht schlagen können. Die Sternenkugel erwärmte die kleine Metallschachtel und Gerantos wusste jetzt, warum diese lila war.
Das Wissen war schon immer in ihm gewesen, nur jetzt erst fand es langsam den Weg zu ihm. Die Sternenkugel war sein Schutz, diese hier war die Einzige mit einem uralten Schutzschild. Uralt und deshalb mächtig. Diese hier war die erste Sternenkugel der Semanon - Galaxie.
Die Erste? Ist das sicher?
Er schob den Gedanken weg und schaute weiterhin den Wolf an und dieser ihn. Gerantos wusste, dass ihm nichts passierte, solange er die Sternenkugel von Uranon bei sich trug.
„Ich will euch nichts tun, ich suche nach meinen Vorfahren.“ Übermittelte er dem Wolf gedanklich und hoffte, dass dieser etwas davon verstand. Der Wolf spitzte seine Ohren und legte den Kopf schief. Es wirkte fast so, als würde er auf etwas lauschen.
Kann es sein, dass ich diese Lebensform unterschätzt habe? Ist sie intelligenter, als ich angenommen habe?
Er öffnete seine Hände und zeigte dem Wolf die leeren Handflächen.
„Ich komme im Frieden, ich bin keine Gefahr“, übermittelt er mental. Der Wolf legte seinen Kopf auf die andere Seite und blinzelte kurz mit den Augen.
Lauscht er meinen Worten, oder doch eher den anderen aus seinem Rudel?
Gerantos fühlte ihre Präsenz. Er wusste, dass sie ihn eingekreist hatten und scheinbar nur auf eine Entscheidung warteten. Die vom Alphawolf. Dieser stand ihm gegenüber und taxierte ihn immer noch mit seinem Blick.
Er war der Anführer des Rudels. Sein Fell war dick und Gerantos konnte an ein paar Stellen Narben von alten Wunden sehen. Wahrscheinlich kamen sie von Revierkämpfen oder Machtspielen innerhalb des Rudels.
Gerantos konnte nur abwarten und hoffen, dass der Wolf seine Geste des Friedens verstand. Immerhin war er in ihr Gebiet eingedrungen und er wusste nicht, warum dieses kleine Dorf und die anderen, welche er durchwandert hatte, verlassen waren.
Der Wolf ließ sich langsam auf dem Boden nieder und streckte seine Pfoten nach vorne aus. Dann legte er seinen Kopf auf die Pfoten und schloss für den Bruchteil einer Sekunde seine Augen. Es war kein kurzes Blinzeln gewesen, wie vorhin, sondern es wirkte auf Gerantos wie eine Bestätigung, dass er ihm vertraute. Der Wolf wirkte nicht mehr angespannt, sondern lag friedlich im Gras. Er akzeptierte ihn in seinem Revier.
Gerantos atmete leise aus. Sie vertrauten ihm, das spürte er, und jetzt wusste er auch, dass sie nur über ihre Empfindungen miteinander kommunizierten. Worte verstanden sie nicht, aber Gefühle konnten sie spüren und bei ihm hatten sie scheinbar keine größere Gefahr gefühlt.
Dennoch trauten sie ihm nicht und Gerantos wusste, dass sie ihn bis zum Ende von ihrem Revier verfolgen würden. Damit konnte er leben, vielleicht war es auch ganz gut, denn er hatte da noch etwas gespürt. Eine weitere Lebensform kreuzte seinen Weg und diese war nicht gerade freundlich.
Als er wenig später seine Sachen zusammengepackt hatte und weiterging, folgten ihm drei Wölfe aus dem Rudel. Er konnte sie nicht sehen, da sie perfekt mit dem Urwald verschmolzen, doch er spürte sie.
Er hatte sich einen Stock gesucht und diesen an einem Ende angespitzt, so dass er ihn als primitive Waffe nutzen konnte. Was auch immer seinen Weg kreuzen würde, es galt vorsichtig zu sein. Er musste bereit sein, sich zu verteidigen.
Die Gefahr sank, wenn ihm die Wölfe helfen würden, doch darauf konnte er nicht vertrauen. Sie duldeten ihn und waren womöglich froh, wenn er aus ihrem Revier verschwand. Bis dahin genoss er die unbekannte Natur, ihre Gegebenheiten, die saftig grünen Blätter der Bäume und die frische Luft. Er spürte, wie es ihm von Minute zu Minute besser ging und seine einstige Kraft wieder zu ihm zurückkehrte.
Als er an einen kleinen Bach gelangte, blieb er nachdenklich stehen und lächelte zufrieden. Dieser Planet hatte so viel Schönheit zu geben. Es war perfekt, ein herrlicher Tag, ein sauberer Planet, keine Technik und kein Fortschritt. Er fragte sich, ob wohl seine Fähigkeiten noch funktionieren würden. Es war schon so lange her, dass er an sie gedacht oder sie eingesetzt hatte.
Er sah den kleinen Bach und beobachtete, wie das Wasser über die winzigen Steine hinweg glitt und dem Flusslauf folgte. Klares Wasser, welches sich bei größeren Steinen kräuselte. Er konzentrierte sich und schaffte es beim zweiten Anlauf. Eine kleine Wasserkugel erhob sich aus dem Bach und schwebte knapp über der Oberfläche. Ihre Struktur war noch unbeständig und sie war nicht perfekt, aber es war klar erkennbar, dass er das Wasser kontrollierte.
Etwas knurrte bedrohlich hinter ihm und erinnerte ihn daran, dass er nicht alleine war. Er zuckte zusammen und seine Konzentration war plötzlich verschwunden. Die Wasserkugel verlor ihre Struktur und das Wasser fiel klatschend in den Bach zurück.
Er wagte nicht, sich umzudrehen, denn er wusste, dass ihm einer der Wölfe gegenüberstehen würde. Sie mögen wohl keine Planetenbeschützer, dachte er und ärgerte sich, dass er ausgerechnet jetzt ausprobieren musste, ob er seine alten Tricks noch drauf hatte! Er hatte die Wölfe nicht erschrecken wollen. Langsam und mit Bedacht drehte er sich dann doch um.
„Ich will euch nichts tun, ich bin auf der Durchreise“, übermittelte er ihnen und zeigte erneut seine offenen Handflächen. Der Wolf vor ihm war kleiner und um einiges jünger, als das Alpha-Tier vom Morgen. Dennoch könnte er durchaus in ein paar Jahren ein würdiger Nachfolger vom Alpha werden, denn er strahlte Entschlossenheit und Aggressivität aus.
Gerantos seufzte. Dieser Wolf wollte scheinbar den anderen beiden imponieren, um so seinen Rang zu erhöhen. Wahrscheinlich reagierte er deswegen nervös.
Gerantos kniete sich hin, legte seine Hände offen auf den Boden und schaute den Wolf fragend an. Er strahlte unsagbare Ruhe aus und vermied jegliche hektische Bewegung. Doch der Wolf änderte sein Verhalten nicht, stattdessen traten die beiden anderen Wölfe ebenfalls aus dem Wald heraus und flankierte ihn. Auch sie knurrten laut und aggressiv.
Gerantos senkte seinen Kopf und zeigte so, dass er sie akzeptierte und ihm bewusst war, dass es ihr Revier ist, durch das er wanderte. Er hoffte, dass sie ihn nicht angreifen würden, denn er würde sich verteidigen. Daran, dass ihr Knurren nicht aufhörte, erkannte er, dass er zu weit gegangen war und er wappnete sich für einen Kampf gegen sie.
Dann spürte Gerantos auf einmal etwas hinter sich, genauer gesagt direkt in seinem ungeschützten Rücken. In unmittelbarer Umgebung gab es eine weitere Lebensform und diese war sehr gefährlich. Schlagartig wurde ihm bewusst, dass die Wölfe nicht ihn anknurrten, sondern die Kreatur hinter ihm! Sie hatten sie vor Gerantos gespürt und ihn mit ihrem Verhalten warnen wollen. Er hatte ihr Verhalten falsch gedeutet.
Jetzt spürte er die fremde Lebensform deutlicher und wusste sofort um ihre immense Kraft. Sie war durch und durch böse und gefährlich. Sowohl für die Wölfe als auch für ihn. Sie kreuzte genau seinen Weg und hatte er nicht heute Morgen noch gespürt, dass eine Gefahr auf seinem Weg lauerte?
Erleichtert konnte er also festhalten, dass die Wölfe zu ihm standen und so drehte er sich langsam um und blickte auf die andere Seite von dem kleinen Bach. Am liebsten hätte er seinen Blick wieder abgewendet, doch er zwang sich dazu, genau hinzusehen.
Die dort stehende Lebensform konnte man nur als Kreatur bezeichnen. Sie sah furchteinflößend und gefährlich aus. Ihr Fell war pechschwarz und sie stand auf ihren zwei Hinterbeinen. Dazu wedelte sie peitschend mit ihrem langen Schwanz, an dessen Spitze winzige Dornen saßen, welche äußerst scharf wirkten. An den Vorderpfoten befanden sich lange und spitze Klauen.
Gerantos stellte erschrocken fest, dass der Kiesgrund hinter der Kreatur schon aufgewühlt war, was darauf schließen ließ, dass sie angriffslustig war und sich auf den baldigen Kampf zu freuen schien. Sein Herz setzte aus, als er den Kopf der Kreatur sah. Eine platte Nase, ein breites Maul ohne Zähne, gelbe Augen und kleine Ohren, welche angelegt zu sein schienen.
Auf einmal durchdrang ein heller Schrei die eingetretene Stille und im Anschluss stimmten die Wölfe in ein Heulen ein. Gerantos stand unmittelbar dazwischen und hielt sich erschrocken seine Ohren zu. Dann handelte er intuitiv, denn ein Kampf war unausweichlich. Seine Hände fuhren in Richtung Wasser und es erhob sich wie gewollt aus dem Bach, blitzschnell erstarrte es und schoss Sekunden später in Form von Millionen gefrorener Stachel auf die Kreatur zu.
Diese duckte sich zwar, wurde aber ziemlich heftig getroffen, da Gerantos dieses Ducken mit einberechnet hatte. Erneut erklang ihr scheußlicher Schrei und die Wölfe heulten zur Antwort. Dann fingen sie wieder an zu Knurren und der Erste von ihnen schoss los, um mit einem großen Sprung über den Bach zu gelangen. Er verbiss sich in einem Bein der Kreatur und bekam fast unverzüglich einen heftigen Krallenhieb von ihr ab. Jaulend ließ er los und wurde zur Seite geworfen. Gerantos roch das Blut von ihm.
Ich muss etwas unternehmen!, schoss ein Gedanke durch seinen Kopf, und er sah, wie der zweite Wolf über den Bach sprang. Er wollte sie nicht alleine kämpfen lassen. Das hier war seine Chance ihnen zu beweisen, dass er auf ihrer Seite stand. Immerhin hatten sie denselben Feind und mit Gerantos hatten sie eine weitaus größere Chance.
Diese Kreatur war der Feind, das konnte er mit jeder Faser seines Körpers spüren. Wut kam in ihm hoch und Wut war gut, denn sie verstärkte seine immer noch schwache Kraft. Über der Kreatur bildete sich ein Orkan und Kieselsteine wurden vom Boden aufgewirbelt. Diese trafen die Kreatur und ließen sie erschrocken zusammenzucken.
Der Wolf passte einen guten Moment ab und sprang die Kreatur an, so dass sie schwerfällig zu Boden ging. Gerantos schickte einen grellen Blitz aus der Mitte des Orkans herunter und ließ ihn direkt in den Kopf der Kreatur einschlagen.
Es stank nach verbranntem Fleisch, etwas röchelte und zuckte. Der Wolf löste seinen Biss und sprang schutzsuchend zur Seite. Das war auch gut so, denn wenig später stand die Kreatur komplett in Flammen und Gerantos lächelte zufrieden.
Er war wieder der Alte, diese Blitze waren mit das Schwierigste, was ein Planetenbeschützer lernen konnte. Wie lange habe ich an ihrer Perfektion geübt? Wie oft haben sie sich einfach über dem Opfer in Luft aufgelöst? Er ließ die angestaute Luft aus seinen Lungen entweichen und schaute sich besorgt um.
Ein schwer verletzter Wolf, ein zweiter der neben ein paar Kratzern ein versenktes Fell hatte und hinter ihm stand noch einer. Er war ihre Notrettung gewesen. Sie hatten also schon öfters gegen solche Kreaturen gekämpft, waren aber wohl noch nie so schnell zu einem Sieg gekommen.
Gerantos watet durch den Bach und kniete sich zu dem am schwersten getroffenen Wolf. Er lag am Boden, seine Atmung ging flach und Gerantos sah sofort, dass er sich eine oder sogar zwei Rippen gebrochen hatte. Er wimmerte und schaute ihn Hilfe suchend an. Es war der Wolf, welcher eine Chance auf die Rolle des Anführers hatte und jetzt lag er im Sterben.
Nein, das kann ich nicht zulassen, sie haben für mich gekämpft!
Er atmete kurz ein und zeigte den übrigen Wölfen seine offenen Handflächen. Er wollte sie mit dieser Geste beschwichtig und ihnen zeigen, dass er ihnen nichts Böses wollte. Sie knurrten ihn zwar warnend an, aber als der sterbende Wolf seine ganze Kraft sammelte und sie anbluffte, schwiegen sie. Sie schienen nicht einverstanden zu sein, doch der sterbende Wolf schien ihm zu vertrauen.
So war es auch, denn er hatte diese wundersame Lebensform auf zwei Beinen gut beobachtete. Schon als er durch die lila schimmernde Kugel gekommen war, hatte er ihn gesehen. Er wusste um eine uralte Legende, die besagte, dass die magischen Zweibeiner zurückkamen. Und zwar mit Hilfe dieser lila schimmernden Kugel, welche der Zweibeiner mitgenommen hatte. Deshalb vertraute er ihm und ließ sich von ihm helfen.
Jeder Atemzug fiel ihm schwerer und schwerer. Er schmeckte Blut in seinem Mund und spürte seine schmerzenden Hinterbeine, wo die Kreatur ihn mit seiner Klaue getroffen hatte. Er wusste, dass er kurz davor war, seine letzte Reise anzutreten.
Er merkte, wie der Zweibeiner seine Hände auf seine verletzten Rippen legte und kniff seine Augen vor Schmerzen zusammen. Am liebsten hätte er sich gewehrt, doch er war dafür zu schwach und sein Gefühl sagte ihm, dass der Zweibeiner ihm helfen würde. So wie er ihnen im Kampf geholfen hatte.
Dann spürte er eine unsagbar schöne Wärme, sah die Sterne, den Mond, ferne Planeten und viele andere Lebewesen. Eine unendliche Weite öffnete sich ihm und er wäre am liebsten losgelaufen, um zu sehen, ob es wirklich kein Ende gab. Etwas knackte laut und er hörte seine Gefährten erschrocken knurren. Doch er konnte auf einmal wieder besser atmen! Sein nächstes Bellen klang schon kräftiger und beruhigte seine Artgenossen endgültig.
Dieser Zweibeiner war ein Gott, es musste so sein. Er war aus dem Nichts aufgetaucht, hatte die lila schimmernde Kugel mitgenommen und schaffte es, Wasser zu befehligen und Blitze zu erzeugen. Zu guter Letzt brachte er es auch noch fertig, dass er, eine niedere Kreatur und ausgestattet mit dem Wunsch zu töten und zu jagen, weiterleben durfte.
Eine weitere Welle der Wärme durchfloss seinen Körper und er merkte, wie sich seine inneren Wunden wieder verschlossen. Seine Hinterbeine schmerzten nicht mehr, sondern juckten nur noch und sein Lebenswille kehrte zurück. Noch nie zuvor hatte er so etwas gefühlt.
Als er dann merkte, dass der Zweibeiner fertig war und sich die meiste Wärme aus seinem Körper wieder verzog, richtete er sich langsam auf. Es zwickte und zwackte noch hier und dort und er würde noch ein wenig humpeln, aber er hatte überlebt. Er schüttelte sich und blickte zu seinen Gefährten herüber.
Er sah, wie der Zweibeiner sich seinem verletzten Kumpel näherte und auch ihm helfen wollte, doch dieser wollte anscheinend seine Hilfe nicht. Seine Verletzungen waren nicht lebensbedrohlich und sie würden auch von alleine heilen.
Er beobachtete die Situation neugierig und merkte, dass der Zweibeiner seine Hilfe nicht aufzwang. Das gefiel ihm. Anschließend setzte der Zweibeiner sich an den Bach und wusch seine Hände darin. Er konnte sehen, wie sich das Wasser leicht rot färbte und er wusste, dass es sein Blut war.
Seine zwei Gefährten kamen vorsichtig zu ihm heran und schnupperten an ihm. Scheinbar waren sie sich nicht sicher, ob er wirklich noch der Alte war. Mit seinem festen Blick zeigte er ihnen, dass er noch das Sagen über ihre kleine Gruppe hatte und immer noch der war, den sie kannten. Dem sie vertrauten.
Nachdem er seinen Stand gegenüber den anderen geklärt hatte, ließ er sich in einiger Entfernung vom Zweibeiner auf dem Boden nieder und beobachtete jede Bewegung von jenem. Seine beiden Freunde legten sich neben ihn und fingen zögernd an, ihr Fell zu putzen.
Dem Wolf war klar geworden, dass dieser Zweibeiner auch gefährlich werden konnte und von daher wollte er fürs Erste nicht näher beim ihm sein. Wobei er ihnen gegenüber natürlich noch nicht feindlich geworden war, er hatte ihnen sogar im Kampf gegen die Kreatur geholfen. Dennoch spürte er die Macht, welche von ihm ausging und das ließ ihn vorsichtig sein.
Gerantos wusch sich extra lange und langsam seine blutigen Hände und setzte sich dann an den Rand des Baches auf einen glatten Stein. Er wollte die Wölfe den nächsten Schritt machen lassen, denn er konnte sie noch nicht einschätzen, dafür kannte er ihre Rasse zu wenig. Klar hatte er dem einen das Leben gerettet, aber sie wussten jetzt auch, dass er gefährlich war und er wusste nicht, wie sie damit umgehen würden.
Den ersten Schritt machte dann, nach langem Warten, der von ihm geheilte Wolf. Er schien seinen ganzen Mut zusammengenommen zu haben und tapste leicht humpelnd zu ihm hin. Bei ihm angekommen legte er seinen Kopf in Gerantos Schoß und blickte ihn mit dankbaren Augen an. Sie hatten ihr altes Feuer wiedererlangt und Gerantos war glücklich.
Sanft legte er seinen Arm auf den Wolf und kraulte ihn hinter den Ohren. Der Wolf schloss genüsslich seine Augen und entspannte sich. Gerantos selber entspannte sich auch, er hatte neue Freunde gefunden. Jetzt gab es ein Bündnis zwischen ihm und den Wölfen.
Sofort wusste er, dass sie über den gesamten Planeten verteilt lebten und seine Anwesenheit sich schnell herumsprechen würde. Überall wäre er willkommen und wenn nötig würden sie an seiner Seite kämpfen. Auch die anderen beiden Wölfe waren nähergekommen und hatten sich entspannt niedergelassen.
Da es schon dunkel wurde, entschied sich Gerantos dazu, hier an dem kleinen Bach zu nächtigen. Durch die Schneise im Wald konnte er die Sterne glitzern sehen. Sie standen anders als auf Sunderas, aber da war er ja auch nicht mehr. Er blickte ein letztes Mal in die immer noch wachsamen Augen der Wölfe und nickte ihnen leicht zu. Dann legte er sich zurück und schloss seine Augen.
Stille breitete sich aus, dennoch blieb es nicht ganz ruhig. Gerantos hörte, wie sich der verletzte Wolf neben ihm erhob und zu seinen Rudelgefährten schlich. Scheinbar leise, doch für Gerantos feine Ohren hörbar. Er hörte sogar, wie er sich anschließend neben ihnen niederlegte und noch kurz über sein Fell leckte. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schlief er ein. Er wusste, dass er die Nacht in Sicherheit war.
Als Gerantos am nächsten Tag aufwachte, waren die Wölfe schon wach und warteten in seiner Nähe, sie schienen über ihn zu wachen. Er lächelte und machte sich erst einmal ein Feuer. Das schreckte die Wölfe wieder ein wenig ab, aber sie merkten schnell, dass es von ihm kontrolliert wurde.
Gerantos hatte es einfach mit seinen Gedanken entfacht, denn er musste seine Fähigkeiten trainieren und überprüfen, was er noch konnte und wo er etwas Übung brauchte. Das Feuer zum Beispiel brauchte etwas, bis es ihm gelang.
Einer der Wölfe kam zu ihm herüber und legte ihm die Überreste eines gejagten kleinen Lebewesens hin und ließ sich dann neben ihm nieder. Gerantos nickte dankbar, steckte das Stück Fleisch auf seinen Stock und hielt es über das Feuer. Glücklich fing er an zu summen und freute sich schon auf das ordentliche Frühstück.
Wenig später zog der Duft von frisch gebratenem Fleisch zu ihm herüber und ließ seinen Magen knurren. Er freute sich auf das bestimmt saftige Fleisch und sobald die Haut schön knusprig war, zog er seinen Stock zurück und probierte. Der Geschmack war unbekannt, aber es gefiel ihm.
Wie lange ist es her, dass ich echtes Fleisch gegessen habe? Womöglich erinnere ich mich an den richtigen Geschmack schon gar nicht mehr. Andererseits bin ich auf einem anderen Planeten, weit weg von Sunderas.
Sein Blick ging in die Ferne, dem Bachlauf hinterher und er dachte an seine langjährige Heimat.
Wie geht es Yarkari und Parantos? Was haben sie schon erlebt und wie kommen sie zurecht? Ich habe sie alleine und auf sich gestellt zurückgelassen, war das richtig?
Er konnte nur hoffen, dass alles gutging und dass seine Kinder viel lernen würden. Genüsslich biss er in das Stück Fleisch und genoss es, in der noch kühlen Morgenluft vor dem wärmenden Feuer zu sitzen und die friedlichen Wölfe bei sich zu haben.
Nach dem Frühstück löschte er das Feuer mit einem kleinen Wasserball aus dem Bach und die Wölfe beäugten dieses skeptisch. Sie knurrten aber nicht, also schienen sie ihn und seine Fähigkeiten zu akzeptieren. Wer weiß, vielleicht können sie mir irgendwann einmal helfen.
Anschließend wanderte er ein Stück weiter, folgte dem Bachlauf und traf wieder auf einen Weg, dem er folgen konnte. Hinter sich hörte er die Wölfe leise wimmern. Gerantos blieb stehen und blickte auf sie zurück. Sie legten sich hin, ließen ihre Köpfe auf den Vorderpfoten ruhen und schauten ihn schief an. Gerantos ging die paar Schritte zu ihnen zurück und hockte sich hin.
„Euer Revier endet hier?“, fragte er mental und bekam als Antwort nur ein leises Wimmern.
Er lächelte und strich ihnen allen sorgsam über das Fell. Sie würden umdrehen und den gesamten Weg zu ihrem Rudelführer zurückjagen, um ihm so schnell wie möglich von ihrem Abenteuer zu erzählen. Dann würden sie die anderen Rudel informieren.
Gerantos nickte, die Wölfe standen wieder auf und der Alphawolfsanwärter hob seine Tatze und legte sie Gerantos in die offene Handfläche. Gerantos strich sanft darüber und blickte dem Wolf fest in die klaren Augen. Er fühlte sich mit ihm wie durch ein unsichtbares Band verbunden.
Dann drehten die drei sich um und liefen los. Wenige Meter später verschwanden sie im dichten Wald und Gerantos konnte sie nicht mehr erkennen. Eine kurze Zeit spürte er sie noch, doch dann hatten sie sich zu weit von ihm entfernt. Langsam setzte er seinen Weg fort.
Die nächsten Tage wanderte er ohne Begleitung durch die Natur, folgte den Wegen in Richtung der nächsten höheren Lebensformen und war schon gespannt, wie sie aussehen würden.
Haben sie Ähnlichkeiten mit mir? Wenn ja, habe ich es einfach. Wenn nein, muss ich mir etwas einfallen lassen.
Kurz überlegte er, ob es wohl noch so einfach wie früher war. Als er an einem kleinen See ankam, dachte er an eine Veränderung und spürte, wie sein Gesicht anfing zu kribbeln.
Erst erfühlte er es, dann schaute er sein Spiegelbild an und nickte anerkennend. Er konnte sich also immer noch nach Wunsch verändern, leider war das sehr anstrengend und die Illusion musste gedanklich immer aufrechterhalten werden. Es war also nur etwas für Notfälle und auf keinen Fall für immer.
Wie soll ich unter ihnen leben, wenn sie nicht so aussehen wie ich?
Er konnte nur sagen, dass er von weiter weg stammte und sie dort alle so aussahen wie er. Immerhin hatte dieser Planet keine Technik, es war also relativ unrealistisch, dass sie Lebensformen aus anderen Teilen kannten. Eventuell kannten sie Geschichten, aber mehr nicht. Dennoch wollte und musste er vorsichtig sein.
Am nächsten Tag würde er bei dem ersten bewohnten Dorf ankommen, dann würde er mehr wissen. Ihn wunderte, dass der Weg zwar unbenutzt aussah, es aber noch nicht so lange her sein konnte, dass hier jemand entlanggegangen war.
Wer macht sich die Mühe Wege anzulegen und benutzt sie dann nicht mehr?
Er hatte damit gerechnet, dass er auf Wanderer oder fahrende Kaufleute treffen würde, aber dem war nicht so.
Warum meiden die Menschen den tieferen Wald? Vielleicht haben sie keinen Grund mehr, in den Wald zu gehen. Oder ..., Gerantos zuckte erschrocken zusammen, ... es leben hier noch mehr von diesen Kreaturen und sie greifen die Menschen an!
Gerantos hatte schon gemerkt, dass er sie nicht rechtzeitig spüren konnte, von daher war es gut möglich, dass in seiner unmittelbaren Umgebung so eine Kreatur übernachtet hatte. Ein leichter Schauer durchzuckte ihn, immerhin hatte er einen von ihnen getötet und sie könnten auf Rache sinnen.
Das Vorhandensein dieser Kreaturen würde dafür sprechen, dass die Pfade nicht mehr benutzt wurden. Zusätzlich kam noch hinzu, dass es hier auch noch das Revier der Wölfe gab. Er schüttelte leicht den Kopf, denn er wollte sich über die Vergangenheit und die verlassenen Dörfer nicht den Kopf zerbrechen. Jedenfalls nicht im Moment.
Gerantos seufzte leise, als er sich in einer kleinen Mulde abseits des Weges niederließ und mit ein paar Laubblättern zudeckte. Die Nächte auf Uranon waren kälter, als auf Sunderas und je näher er der kleinen belebten Siedlung kam, umso kühler wurde es auch tagsüber. Im Gegensatz zu Sunderas gab es hier unterschiedliche Klimazonen, womöglich war er gerade auf dem Weg zur Nord- oder Südhalbkugel, also von der mittleren und wärmeren Zone weg.
Er war aufgeregt und versuchte immer wieder, etwas über das Dorf herauszubekommen. Die Gedanken der einzelnen Lebensformen konnte er noch nicht lesen, aber er empfing ihre Gefühle. Angst, Mitleid, Liebe, Freude und Trauer, aber auch Schmerzen und Übermut gehörten dazu. Er würde das am nächsten Tag alles genau herausfinden.
Am nächsten Morgen stand Gerantos auf, bevor die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke drangen. Er schlich sich langsam an das Dorf heran und versteckte sich kurz vor den Hütten im Wald hinter einem Busch. Jetzt konnte er die Lebensformen besser spüren und auch ihre Gedanken lesen. Es wunderte ihn, dass es nur knapp zwanzig waren und alle von ihnen ein recht hohes Alter hatten. Jedoch waren sie von beiden Geschlechtern, trotzdem gab es hier keine Kinder.
Ist das schon das ganze Problem? Fehlende Fortpflanzung? Habe ich deshalb so viele leere Dörfer durchwandert? Aber warum?
Jetzt konnte er auch ihre Gefühle besser einordnen. Hier war Angst vor der Zukunft und dem, was im Wald lauerte. Mitleid mit einer benachbarten Lebensform, welche scheinbar gerade von jemandem verlassen worden war. Dann gab es noch Liebe bei zwei ungleichgeschlechtlichen Lebensformen, Freude über eine niedere Lebensform, die man gefangen hatte und Schmerzen wegen einer üblen Verletzung durch eine selbstgebastelte Waffe.
Ganz deutlich spürte Gerantos den Übermut eines der jüngsten Mitglieder ihrer Gemeinschaft. Er war in der letzten Nacht aus dem Dorf geschlichen und bis jetzt noch nicht wieder zurückgekommen. Gerantos fühlte jedoch, dass er noch am Leben war. Die Dorfältesten machten sich wegen ihm große Sorgen und hatten Angst, ihn als kräftiges Mitglied an den Wald und seine Kreaturen verloren zu haben.
Gerantos sah die Dorfbewohner jetzt auch bildlich vor sich und war erleichtert, dass sie sich im Äußeren nicht so stark von ihm unterschieden. Er trat also aus seinem Versteck heraus und schlenderte in das Dorf hinein.
Sofort lag die ungeteilte Aufmerksamkeit auf ihm. Er spürte unverzüglich, dass diese Lebensformen nicht hoch entwickelt waren. Sie waren Jäger und Sammler, mehr nicht. Einfache Leute, die ihre Tage genossen und von dem lebten, was die Umgebung ihnen gab.
Gerantos ließ sich wie selbstverständlich am Feuer in der Mitte des Dorfes nieder und wärmte seine Hände daran. Das Dorf ähnelte den leerstehenden Dörfer, in denen er bisher übernachtet hatte. Es wurde ihm langsam klar, was hier passierte. Die Generationen schienen nach und nach auszusterben. Ihre Rasse hört auf zu existieren!
Gerantos wurde melancholisch und stocherte mit einem herumliegenden Stock in dem gemütlich warmen Feuer herum. Er könnte helfen, könnte diese Art des Lebens erhalten, sie retten.
Ist das richtig? Ist das meine Aufgabe? Darf ich das?
Er wusste noch nicht viel über Uranon und wie es um die anderen Lebensformen hier stand. Vielleicht war das hier wirklich eine aussterbende Rasse, damit eine andere, die stärker und höher entwickelt war, überleben konnte. Er stand vor einer der schwersten Entscheidungen eines Planetenbeschützers.
Gerantos blickte auf und lächelte leicht, denn er wusste schon, dass der Häuptling bei ihm stand. Seine alt aussehende Haut wirkte ledern und unzählige Falten zierten sein Gesicht. Er wusste sofort, dass er der Älteste von ihnen war und nicht mehr lange zu leben hatte. Als er dann sah, wie er sein Gesicht verzog und sich schwerfällig vor dem Feuer niederließ, bestätigte sich seine Vermutung. Er hoffte, dass er helfen konnte.
Gerantos bemerkte, dass dieser Mann ein Virus in sich trug, welches auf Sunderas schon lange ausgerottet war. Es veränderte die Zellen, ließ sie unkontrolliert wachsen und machte einen unfruchtbar. Sein Blick wanderte zu den anderen und er erkannte, dass in allen von ihnen dieses Virus schlummerte.
Scheinbar brach es recht früh aus und verhinderte so, dass sie sich fortpflanzen konnten. Das hieß allerdings auch, dass es noch nicht lange vorhanden sein konnte, denn die jüngsten von ihnen waren gerade mal zwanzig Jahre alt. Dennoch ließ es sie einen langen und qualvollen Tod sterben. Mit dem Wissen, dass es keine Nachkommen von ihnen geben würde.
Es zermürbte ihn und er dachte an die vielen leerstehenden Dörfer, durch die er gekommen war. Er fragte sich, ob es den Einwohnern dort ebenso ergangen war.
