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Schon seit Frühzeiten träumte der Mensch vom Fliegen und unternahm seit jeher Versuche, sich diesen Traum zu erfüllen. Bereits Ikarus und Dädalus oder auch Leonardo da Vinci versuchten sich an der Konstruktion von Flugmaschinen. Erst am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gelang es jedoch der Menschheit, sich mit Flugzeugen frei in der Luft zu bewegen. Seit diesem Zeitpunkt macht die Geschichte der Luftfahrt eine rasante Entwicklung durch, die am besten an Hand der Flugzeugtypen selber erzählt werden kann. Somit greift dieses Buch sowohl sehr bekannte, als auch weniger bekannte Typen aus den zivilen und militärischen Einsatzgebieten auf und stellt diese in chronologischer Reihenfolge vor. Die Beschreibungen werden vervollständigt mit Abbildungen und technischen Daten, welche die Fortschritte noch deutlicher sichtbar machen.
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Seitenzahl: 398
Veröffentlichungsjahr: 2013
www.tredition.de
Kay Friebertshäuser
Geschichte der Luftfahrt
Flugzeugtypen von 1903 bis heute
www.tredition.de
© 2013 Kay Friebertshäuser
1. Auflage Autor: Kay Friebertshäuser Abbildungen: Urheber siehe Bilderverzeichnis
Verlag: tredition GmbH, Hamburg ISBN: 978-3-8495-4589-5
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
Inhaltsverzeichnis
Über dieses Buch
Bis zum Ersten Weltkrieg - Pioniere der Luftfahrt
Erste Flugzeuge
Militärflugzeuge
Zwischen den Kriegen - Die Goldene Ära
Private Luftfahrt
Verkehrsflugzeuge
Flugboote
Kampfflugzeuge
Bomber
Trainer
Aufklärer
Zweiter Weltkrieg - Rasante Entwicklung und neuartige Technologien
Verkehrsflugzeuge
Transportflugzeuge
Kampfflugzeuge
Bomber
Trainer
Aufklärer
Kalter Krieg bis 1970 - Aufbruch ins Jetzeitalter
Private Luftfahrt
Große Propellerflugzeuge
Business Jets
Airliner
Transportflugzeuge
Kampfflugzeuge
Jagdbomber
Bomber
Trainer
Aufklärer, Frühwarnflugzeuge und Spezialisten
Forschungsflugzeuge
Zivile Helikopter
Militärische Helikopter
Kalter Krieg nach 1970 - Wettrüsten und Großraumjets
Private Luftfahrt
Kurzstreckenflugzeuge
Business Jets
Airliner
Transportflugzeuge
Kampfflugzeuge
Jagdbomber
Bomber
Trainer
Aufklärer, Frühwarnflugzeuge und Spezialisten
Zivile Helikopter
Militärische Helikopter
Moderne Luftfahrt - Das Computerzeitalter
Private Luftfahrt
Business Jets
Kurzstreckenflugzeuge
Airliner
Transportflugzeuge
Kampfflugzeuge
Jagdbomber
Bomber
Trainer
Aufklärer und Frühwarnflugzeuge
Zivile Helikopter
Militärische Helikopter
Glossar
Abbildungsverzeichnis
Vor dem Ersten Weltkrieg
Zwischen den Kriegen
Zweiter Weltkrieg
Kalter Krieg bis 1970
Kalter Krieg nach 1970
Moderne Luftfahrt
Typenliste
Über dieses Buch
In den Jahren, seit denen ich mich für die Luftfahrt interessiere, konnte ich bisher kein Werk finden, das genau meinen Erwartungen entsprach. Auf der einen Seite gibt es Bücher, die einzelne Aspekte oder auch die komplette Geschichte der Luftfahrt im fortlaufenden Text erzählen. Diese sprechen viele Flugzeugtypen an, jedoch werden dort in der Regel nur die jeweils relevanten Daten genannt. Die andere Seite sind Enzyklopädien, die jeden Flugzeugtyp einzeln beschreiben und auch eine größere Auswahl an Daten nennen. Der Nachteil an dieser Kategorie von Büchern ist wiederum, dass der komplette Inhalt alphabetisch sortiert ist und vergleichbare Typen somit nur gefunden werden können, wenn der Leser gezielt nach ihnen sucht. Somit war mein Wunsch ein Buch, welches die Geschichte der Fliegerei mit Flugzeugtypen erzählt und mit dem es möglich wäre, die Entwicklung jedes Zeitalters anhand einiger der in dieser Zeit entwickelten Flugzeuge verfolgen zu können, aber auch gezielt nach einzelnen Typen nachzuschlagen.
Aus diesen Gründen entstand dieses Werk, mit dem ich versuche, genau diese Anforderungen umzusetzen. Die maßgebenden Abschnitte in der Entwicklung der Luftfahrt wurden in sechs Epochen eingeteilt, die alle ihre Besonderheiten hatten. Diese sind jeweils weiter unterteilt in Kategorien von Flugzeugen, welche sich von Epoche zu Epoche je nach der Entwicklung zu dieser Zeit unterscheiden. Zu jedem Abschnitt werden die wichtigsten Entwicklungen in diesem Bereich zusammengefasst, bevor einige Flugzeugtypen mit Beschreibungen ihrer Entwicklungsund Einsatzgeschichte und ihrer Besonderheiten mit einer Auswahl an technischen Daten und Abbildungen aufzeigen, in welchem Stadium der Entwicklung die Luftfahrt zu dieser Zeit war. Im gleichen Zuge wird auf einige Entwicklungen eingegangen, die in ihrer Zeit eine wichtige Rolle gespielt haben und nicht nur für das gerade beschriebene Flugzeug relevant waren. Dabei wurde gezielt darauf verzichtet, nur die wichtigsten und bekanntesten Flugzeugtypen vorzustellen. Somit sind einige Flugzeugtypen in dieser Auflage noch nicht vertreten, obwohl sie eine Herausragende Rolle in der Geschichte gespielt haben und bei jedermann bekannt sind. Stattdessen werden auch einige weniger bekannte Typen gezeigt, die nicht über das Prototypenstadium hinausgekommen sind oder nur in kleinerer Anzahl ihren Dienst geleistet haben. Somit lernt der Leser auch diese Typen kennen und bekommt einen umfassenderen Einblick in die Luftfahrt. Es soll jedoch auch explizit darauf hingewiesen werden, dass sich dieses Werk in kontinuierlicher Weiterentwicklung befindet und es in Zukunft weitere Ausgaben mit erheblich größerem Umfang geben wird.
Die Einteilung der Epochen lehnt sich stark an weltpolitische Geschehnisse an, die jedoch einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Luftfahrt hatten. Alles begann kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert, als die ersten erfolgreichen, gesteuerten Motorflüge mit Objekten schwerer als Luft gelangen. Schon kurze Zeit darauf musste sich diese neue Technologie im Ersten Weltkrieg behaupten, obwohl sie noch in den Kinderschuhen steckte und einige noch nicht erprobte Entwicklungen sofort ihre Feuertaufe im Kriegseinsatz überstehen mussten. Nach dem Krieg erlebte die Luftfahrt ihr goldenes Zeitalter, da man mittlerweile die Grundlagen für einen sicheren Flug kannte und vor allem die Motorentechnologie zuverlässige Produkte hervorbrachte. Somit entwickelten sich neue Flugzeuge aller Größen und immer größere Teile der Bevölkerung kamen mit der Luftfahrt in Verbindung. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erlebte die Entwicklung einen weiteren, massiven Aufschwung und es mussten in immer kürzerer Zeit immer bessere und ausgereiftere Flugzeugmodelle entwickelt werden. Trotz seiner unvorstellbaren Zerstörungen brachte der Krieg unschätzbare Neuerungen, die in der Zeit danach auch im friedlichen Einsatz eine große Rolle spielten. Dabei brachte vor allem das nationalsozialistische Deutschland viele wichtige Entwicklungen hervor, als es mit seiner menschenverachtenden Ideologie verzweifelt versuchte, große Teile der Welt zu erobern und dabei alle verfügbaren Ressourcen in bahnbrechende Flugzeugmodelle steckte, die den Kriegsverlauf wenden sollten. Nach der Niederlage Deutschlands bekam die Luftfahrt wiederum neue Impulse vom politischen Weltgeschehen, da die beiden neu entstandenen Lager sowohl auf dem militärischen als auch auf dem zivilen Gebiet laufend versuchten, den Konkurrenten zu übertreffen. Dabei wurde auf viele Entwicklungen des Krieges zurückgegriffen und vor allem in den ersten beiden Jahrzehnten wurden laufend Versuche mit neuartigen Flugzeugkonfigurationen und Antriebsarten unternommen. Von diesen setzten sich einige durch und andere nicht. So baute die weitere Entwicklung in der zweiten Hälfte des Kalten Krieges zum größten Teil auf Ideen auf, die ihre Daseinsberechtigung gefunden hatten und nun fortlaufend weiterentwickelt worden sind. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks spielte die Marktwirtschaft eine noch größere Rolle als vorher und die Hersteller, welche nun auf Grund der immer komplexeren Technik zunehmend nur noch aus großen Konzernen bestehen, versuchen ihre Konkurrenten immer wieder zu übertreffen. Dabei spielen ein kostengünstiger Betrieb, neue Materialien, die kontinuierlich wachsende Bedeutung von Computern und auch das Bewusstsein für die Umwelt eine große Rolle.
Bei den Beschreibungen der Flugzeugtypen wurde darauf Wert gelegt, dass sie von Laien mit etwas Interesse verstanden werden können, aber auch nicht auf weitergehende Informationen verzichten, die für Kenner interessant sein können. Die meisten Flugzeuge werden jeweils auf einer Seite vorgestellt, aber besonders wichtige Typen werden auf zwei Seiten detailliert beschrieben. Da viele Flugzeugmuster in verschiedenen Varianten produziert worden sind, wurde je nach Situation eine andere Vorgehensweise ausgewählt. Wenn ein Modell fast ausschließlich in einer Variante gebaut wurde oder alle Varianten sehr ähnlich waren, wird auf keine spezielle davon Bezug genommen. Wenn sie sich aber stark unterscheiden, bezieht sich der Artikel entweder nur auf eine Variante oder die technischen Daten mehrerer Varianten werden in einer Tabelle dargestellt, um sie vergleichen zu können.
Bis zum Ersten Weltkrieg - Pioniere der Luftfahrt
Wenn es um den ersten Flug eines motorisierten und steuerbaren Luftfahrzeuges geht, das schwerer als Luft ist, sind die Meinungen auch heute noch umstritten. Auch wenn diese Errungenschaft in der Öffentlichkeit meistens dem Flug der Wright-Brüder vom 17. Dezember 1903 zugeschrieben wird, gelang dies wahrscheinlich schon am 18. August 1901 dem deutschen Auswanderer Gustav Weißkopf. Dieser Flug ist jedoch nicht ausreichend dokumentiert und wird somit nicht von jedem anerkannt.
In den folgenden Jahren flogen weitere Pioniere mit ihren größtenteils selbstgebauten Maschinen. Diese Geräte waren in der Regel zerbrechlich wirkende Holzkonstruktionen mit Stoffbespannung, die in der Öffentlichkeit großes Aufsehen erregten und nach und nach weiter, schneller und höher fliegen konnten. Schon vor 1910 wurden die ersten Flugzeuge in Serie produziert, wie z.B. das Modell XI von Louis Blériot.
Als der Weltkrieg ausbrach, wurde schnell erkannt, dass das Flugzeug ein willkommenes Mittel zur schnellen Aufklärung des Schlachtfeldes ist. Erst nach und nach griffen Flugzeuge direkt in das Kampfgeschehen ein, indem sie mit Handfeuerwaffen, Maschinengewehren oder Granaten und kleinen Bomben den Boden angriffen oder auch gegen andere Flugzeuge kämpften. Später wurden sogar spezialisierte Bomber entwickelt, welche eine kurz vorher noch für unmöglich gehaltene Größe aufwiesen.
Flyer der Gebrüder Wright beim ersten Flug am 17. Dezember 1903
Erste Flugzeuge
Nachdem bereits gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts mehr oder wenig erfolgreiche Flugversuche mit Gleitern unternommen wurden, waren die Motoren um die Jahrhundertwende leicht genug, um sie auch in Fluggeräten einsetzen zu können. Nachdem nun zu Anfang des Jahrhunderts die ersten motorisierten Flüge über wenige Hundert Meter durchgeführt werden konnten, kamen mit der Zeit Flugzeuge auf, die schon längere Strecken sicher überwinden konnten und deren Geschwindigkeit sich 100 km/h näherte. Somit waren immer neue Bestleistungen möglich, wie die Überquerung des Ärmelkanals und später der Alpen.
Die ersten Modelle hatten noch sehr vielfältige Formen, die meist nicht auf den ersten Blick mit der klassischen Form eines Flugzeuges verbunden werden können. So bestand der Flyer der Gebrüder Wright prinzipiell nur aus miteinander verstrebten Flügeln und Steuerflächen, während andere Flugzeuge der nachfolgenden Zeit Züge von Vögeln annahmen. Erst im Laufe der Jahre setzte sich die Form mit einem Motor am Bug, relativ weit vorne angebrachten Flügeln und einem Leitwerk am Heck durch, wie sie heute auch noch vom Großteil der kleinen Sportflugzeuge verwendet wird.
Blériot XI, die nach der Überquerung des Ärmelkanals ein wirtschaftlicher Erfolg wurde
Blériot Typ XIFrankreich
Louis Blériot arbeitete seit der Jahrhundertwende an einem flugfähigen Flugzeug, es wurde aber erst 1908 fertiggestellt. Es war ein Eindecker, der anfangs von einem Motor von Robert Esnault-Pelterie angetrieben wurde, jedoch wurde später ein Anzani verwendet. Das Flugzeug hatte keine Querruder, stattdessen wurden die Flügel in sich verdreht. Die Konstruktion bestand aus Eichen- und Pappelholz und hatte ein unverkleidetes Heck. Es war ein großer Erfolg, Blériots Werk baute bis 1913 etwa 800 Maschinen und weitere wurden in Lizenz gefertigt. Es gab einige Weiterentwicklungen, wie zum Beispiel Zwei- und Dreisitzer, Wasserflugzeuge und welche für den militärischen Gebrauch. Der „Type Onze“ wurde berühmt durch die Überquerung des Ärmelkanals durch Blériot selber am 25. Juli 1909. 1910 flog Jorge Chavez über die Alpen, jedoch stürzte er in Domodossola ab und starb vier Tage später an seinen Verletzungen. In seinem Startort Brig in der Schweiz und an der Absturzstelle wurden ihm zu Ehren Denkmäler errichtet.
Hersteller
Louis Blériot
Max. Startgewicht
326 kg
Erstflug
23. Januar 1909
Länge
7,05 m
Antrieb
Anzani 3-Zyl. Sternmotor mit 25 PS
Höhe
2,52 m
Spannweite
7,81 m
Geschwindigkeit
76 km/h
Flügelfläche
14 m2
Leergewicht
230 kg
Coanda-1910Rumänien
Die Coanda-1910 kann als der erste Jet bezeichnet werden. Das Flugzeug war ein Anderthalbdecker, dessen obere Flügel die Tanks beinhalteten, wodurch der Rumpf schlank und leicht gebaut werden konnten. Die Flügelvorderkanten waren mit Stahl verstärkt und beweglich, was den Auftrieb erhöhte. Die revolutionärste Neuerung des Flugzeugs war der Antrieb, der auch als Thermojet bezeichnet wird und ein Vorläufer der heutigen Strahltriebwerke ist. Ein normaler Benzinmotor trieb statt eines Propellers einen Kompressor an, dessen verdichtete Luft in eine Brennkammer geleitet, zusammen mit weiterem Treibstoff verbrannt und nach hinten ausgestoßen wurde. Die Luftzufuhr wurde geregelt durch ein Gerät, das einer Kamerablende ähnlich sah und sich vor dem Kompressor befand. Am 16. Dezember 1910 wollte Coanda das Triebwerk am Boden testen, wobei er jedoch die Leistung unterschätzte, abhob und schon nach einigen Metern abstürzte. Darauf brannte das Flugzeug sofort aus, weil die ausgestoßenen Flammen durch den Luftstrom an den Rumpf gedrückt wurden. Diese Beobachtung wurde später ihm zu Ehren Coanda-Effekt genannt.
Hersteller
Henri Coanda
Länge
12,50 m
Erstflug
16. Dezember 1910
Höhe
2,75 m
Antrieb
Thermojet mit 2 kN Schub
Spannweite
10,30 m
Motor
Clerget 4-Zyl. mit 50 PS
Flügelfläche
32,7 m2
Leergewicht
420 kg
Sopwith Bat BoatGroßbritannien
Im Jahr 1912 begann der Luftfahrtpionier und Jachtfahrer Thomas Sopwith damit, ein Flugboot zu entwickeln, um seine beiden Interessen kombinieren zu können. Es war ein Doppeldecker mit einem Gnome-Umlaufmotor mit Zugpropeller. Der Rumpf wurde von S.E. Saunders hergestellt, die sich später einen Namen als Hersteller von eigenen Flugbooten machten. Er wurde in einer als Consuta bezeichneten Technik hergestellt, bei der Sperrholzplatten mit Kupferdraht vernäht wurden. Als Namen wählte Sopwith „Bat Boat“ nach einer Kurzgeschichte von Rudyard Kipling. Dieser Entwurf flog nie, aber dann baute Sopwith ein neues Modell mit zwei Sitzen nebeneinander und einem Austro-Daimler-Motor und Schubpropeller. Nachdem dieses Modell nicht zum Fliegen gebracht werden konnte, wurde ein drittes Bat Boat mit einem 100 PS starken Motor gebaut und dieses gewann schließlich den Wettbewerb um das erste britische Flugboot. Die nächsten beiden Exemplare waren angetrieben von einem 200 PS starken Salmson-Motor, der im Gegensatz zu fast allen anderen Sternmotoren eine Wasserkühlung hatte. Diese beiden gingen an die deutsche Kaiserliche Marine und an die griechische Marine. Die letzten beiden Exemplare hatten einen 225 PS starken Sunbeam-Motor und blieben in Großbritannien.
Hersteller
Sopwith Aviation Company
Reichweite
400 km
Erstflug
1913
Leergewicht
1.043 kg
Antrieb
Salmson 2M7 14-Zyl Sternmotor mit 200 PS
Max. Startgewicht
1.415 kg
Länge
11,13 m
Steigrate
2,5 m/s
Höhe
3,05 m
Geschwindigkeit
113 km/h
Spannweite
16,46 m
Reisegeschwindigkeit
89 km/h
Flügelfläche
56 m2
Militärflugzeuge
Zu Anfang des Krieges waren spezielle Militärflugzeuge noch unbekannt, es wurden meist unbewaffnete Flugzeuge der Vorkriegszeit zur Aufklärung des Schlachtfeldes verwendet. Nach und nach wurden Jagdflugzeuge entwickelt, die meist kürzer als die bisherigen Flugzeuge waren und als Doppel- oder sogar Dreidecker ausgeführt waren. Dadurch wurden sie wendiger und stabiler. Das größte Problem war anfangs jedoch das Schießen in Flugrichtung, da die zu dieser Zeit noch relativ neuartigen Maschinengewehre nicht einfach durch den Propeller hindurch abgeschossen werden konnten. Somit blieb den Besatzungen vorerst nichts anderes übrig, als mit Handfeuerwaffen in verschiedene Richtungen zu schießen, Granaten per Hand aus dem Cockpit zu werfen oder Maschinengewehre umständlich oberhalb des Propellers zu montieren, die nur im Stehen oder mittels komplizierter Seilzugsysteme abgefeuert und schlecht gezielt werden konnten. Erst nachdem Fokker ein Unterbrechungsgetriebe entwickelte war es möglich, die Waffen direkt in der Sichtlinie des Piloten anzubringen und zu feuern, ohne den eigenen Propeller zu durchschlagen. Bombardierungen wurden erst nur von Luftschiffen ausgeführt, weil die damaligen Flugzeuge nicht genügend Reichweite und Nutzlast hatten, um die Nutzlast zu weit entfernten Zielen zu bringen. Erst ab 1917 wurden im Deutschen Reich die Großflugzeuge produziert, um hauptsächlich die Englischen Städte anzugreifen. Die bekanntesten Modelle dieser Kategorie waren die Bomber von AEG und der Gothaer Flugzeugwerke.
Fokker Dr.1 Dreidecker, bekannt durch Manfred von Richthofen, dem „Roten Baron“
Deutsche Flugzeugwerke DFW T 28 FlohDeutsches Kaiserreich
Die T 28 Floh war der Prototyp eines Hochgeschwindigkeitsjägers von 1915, der von Hermann Dorner in der Flugzeugwerft Lübeck-Travemünde entwickelt und gebaut wurde. Das besondere an dem Flugzeug war der extrem schmale, aber hohe Rumpf, in dem ein Sechszylinder-Reihenmotor und das Cockpit für einen stehenden Piloten untergebracht waren. Der Erstflug mit Leutnant Höfig verlief erfolgreich und es wurde eine neue Rekordgeschwindigkeit von 180 km/h erreicht. Nach einigen Modifikationen wurde die Maschine dem Militär vorgestellt, jedoch wurde das Modell aufgrund der zu hohen Landegeschwindigkeit und der schlechten Sicht nach unten abgelehnt. Ein lustiges Merkmal war das aufgemalte Gesicht auf der Nase.
Erstflug
1915
Max. Reichweite
320 km
Hersteller
Deutsche Flugzeugwerke GmbH
Leergewicht
352 kg
Bewaffnung
Spandau MG 08/15, Kaliber 7,92 mm
Max. Startgewicht
595 kg
Antrieb
Mercedes D.I 6-Zyl. mit 180 PS
Länge
4,50 m
Geschwindigkeit
180 km/h
Höhe
2,04 m
Reisegeschwindigkeit
156 km/h
Spannweite
6,50 m
Dienstgipfelhöhe
1.700 m
Flügelfläche
13,3 m2
Steigrate
5,5 m/s
SPAD S.XIIIFrankreich
Die SPAD S.XIII wurde aus der S.VII entwickelt und war einer der besten Jäger des Ersten Weltkriegs. Verglichen mit ihrem Vorgänger hatte sie eine bessere Aerodynamik, einen stärkeren Motor und ein zusätzliches Maschinengewehr. Der Motor war ein Hispano-Suiza 8Be mit 220 PS, der ein hohes Kompressionsverhältnis hatte und so große Flughöhen zuließ. Wegen der runden Kühlerhaube sah das Flugzeug von vorne aus wie eines mit Sternmotor. Die SPAD XIII erreichte höhere Geschwindigkeiten als ihre Gegner, hatte dank der zwei Maschinengewehre eine höhere Feuerkraft und hielt Beschuss sehr gut stand, jedoch war sie nicht sehr wendig, hatte eine sehr geringe Steigrate und war schwer zu landen. Es wurden insgesamt 8.472 Maschinen gebaut, von denen noch nach dem Krieg viele in verschiedenen Ländern eingesetzt wurden, jedoch konnte sie schon 1918 nicht mehr mithalten mit den neuen Modellen, wie etwa der Fokker D.VII.
Erstflug
04. April 1917
Max. Reichweite
400 km
Antrieb
Hispano-Suiza 8Be V8 mit 220 PS
Leergewicht
566 kg
Hersteller
Société Pour L’Aviation et ses Dérivés
Max. Startgewicht
845 kg
Bewaffnung
Zwei Vickers-MG, Kaliber 7,7 mm
Länge
6,25 m
Geschwindigkeit
218 km/h
Höhe
2,60 m
Dienstgipfelhöhe
6.650 m
Spannweite
8,25 m
Steigrate
2 m/s
Flügelfläche
21,1 m2
Vickers F.B.27A VimyGroßbritannien
Die Vickers Vimy war ein schwerer Bomber, der im Ersten Weltkrieg entwickelt wurde. Zum Ende des Krieges waren erst drei Maschinen fertiggestellt und noch nicht einsatzbereit und da nun kein großer Bedarf mehr bestand, wurden die Bestellungen von 1.000 auf 221 reduziert. Seit 1925 wurde sie von der Vickers Virginia ersetzt und nur noch als Truppentransporter und Trainer verwendet. Die Vimy brach viele Rekorde, mit ihr wurde zum Beispiel die erste Atlantiküberquerung 1919 von Alcock und Brown geflogen. 1969 und 1994 wurden zwei Replikas angefertigt und mit der Maschine von 1994 wurden einige der Rekordflüge wiederbelebt. Nach dem Krieg wurden die Vimy Commercial als Verkehrsflugzeug und die Vimy Ambulance entwickelt. China bestellte 100 der Passagierversion, von der nur 40 Stück ausgeliefert worden sind. Auch der Rest blieb zum größten Teil ungenutzt im Hangar stehen.
Hersteller
Vickers Ltd.
Max. Reichweite
1.448 km
Erstflug
30. November 1917
Länge
13,27 m
Antrieb
Zwei Rolls-Royce Eagle VIII V12 mit je 360 PS
Höhe
4,76 m
Spannweite
20,75 m
Geschwindigkeit
165 km/h
Flügelfläche
122 m2
Dienstgipfelhöhe
2.134 m
Bewaffnung
Zwei Lewis-MG .303, Kaliber 7,7 mm und 1.123 kg Bomben
Zwischen den Kriegen - Die Goldene Ära
Nachdem der Weltkrieg zu Ende war, wurden viele Flugzeuge des Krieges für zivile Zwecke umfunktioniert. Anfangs wurden von erfahrenen Militärpiloten Vorführungen veranstaltet oder einzelne Personen geflogen, bis auch ehemalige Bomber zu Verkehrsflugzeugen umgebaut worden sind und erste Linienflüge mit Passagieren und Post durchgeführt wurden.
Seit den zwanziger Jahren wurden neue Modelle speziell als zivile Flugzeuge entwickelt, die immer größer wurden und immer weiter und schneller fliegen konnten. Mit diesen wurden einerseits die ersten Fluggesellschaften betrieben, die immer mehr Ziele in aller Welt mit planmäßigen Flügen erschlossen und andererseits wurden immer wieder Flugwettbewerbe veranstaltet, in denen Strecken von vielen Tausend Kilometern in möglichst kurzer Zeit und ohne Ausfälle überwunden werden sollten.
Auch die Bauweise der Flugzeuge war stetigen Veränderungen ausgesetzt. Während im Krieg noch alle Flugzeuge aus stoffbespannten Holzrahmen bestanden, die maximal im Bereich des Cockpits und der Motoren mit Blech geschützt waren, wurde in den Zwanzigern von Pionieren wie etwa Hugo Junkers die Ganzmetallbauweise entdeckt, mit der sehr viel stabilere Flugzellen produziert werden konnten, die auch auf Grund der stark gefallenen Preise für Aluminium leicht genug waren. Weitere wichtige Veränderungen waren, dass statt der anfangs vorherrschenden Doppeldecker zunehmend Flugzeuge mit einem Flügel entstanden, einziehbare Fahrwerke entwickelt wurden und die anfangs immer offenen Cockpits immer häufiger geschlossen ausgeführt wurden, um die Besatzung vor den Umwelteinflüssen zu schützen.
In dieser Zeit entstanden auch viele Muster, die später die Basis für Militärflugzeuge des Zweiten Weltkriegs bilden sollten oder zumindest wichtige Erfahrungen für die Entwicklung von modernen Modellen lieferten. Schon bevor der Krieg ausbrach wurden viele der neuen Flugzeuge im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzt und läuteten eine neue Form des Luftkrieges ein.
Fokker F.VII Trimotor, achtsitziges Verkehrsflugzeug, das von 1925 bis 1932 produziert wurde
Private Luftfahrt
Die Privatflugzeuge der Zeit zwischen den Kriegen waren anfangs meist Doppeldecker mit offenem Cockpit, die sich äußerlich nicht sehr von den Jägern des Ersten Weltkrieges unterschieden. Nachdem die ersten Verkehrsflugzeuge aus Metall aufkamen, wurden auch zunehmend Kleinflugzeuge aus Metall gebaut und es gab immer häufiger Reiseflugzeuge mit einer geschlossenen Kabine für 4-6 Personen.
Das Spektrum der angebotenen Modelle war breit, es reichte von schwach motorisierten kleinen Einsitzern, die günstig angeboten wurden bis zu mehrmotorigen Luxusmodellen, die für damalige Verhältnisse sehr schnell waren und den Reisenden viel Komfort und Luxus boten. Charakteristisch für diese Zeit war, dass verschiedene Institutionen Preise ausgeschrieben hatten, deren Ziel die schnellstmögliche Reise über weite Entfernungen war oder auch Rennen, in denen die schnellsten und zuverlässigsten Flugzeugmodelle für die Erschließung weit entfernter Orte gesucht wurden.
Flagg F-13, ein Doppeldecker der dreißiger Jahre
Junkers A 50 „Junior“Deutsches Reich
Die A 50 war ein Sportflugzeug, das Junkers am Ende der Zwanziger entwickelte. Es war ein kleiner Eindecker in moderner Duralumin-Konstruktion. Die beiden Sitze befanden sich in einzelnen Cockpits in Tandemanordnung, von denen eines mit einer Abdeckung geschlossen werden konnte, wenn nur eine Person flog. Als Motor kam hauptsächlich der Genet von Armstrong Siddeley zum Einsatz, jedoch wurden auch der Genet II und der Siemens Sh 13 verwendet. Ab der Version A 50ce konnten die Tragflächen angeklappt werden, um den Transport über Land zu ermöglichen. Junkers wollte 5.000 Maschinen verkaufen, jedoch wurden auf Grund der Wirtschaftskrise nur 69 Exemplare gebaut, von denen nur 50 verkauft wurden, weil sich nicht viele Leute ein Flugzeug für 16.200 Reichsmark leisten konnten. Dennoch wurden die verkauften Flugzeuge in viele Länder geliefert. Das Modell wurde dadurch bekannt, dass im Juni 1930 eine A 50 mit Schwimmern acht Geschwindigkeits-, Reichweiten- und Höhenrekorde aufstellte. Im gleichen Jahr flog Marga von Etzdorf als erste Frau von Berlin nach Tokyo mit einer A 50 und schon 1929 und 1930 nahmen einige A 50 an den ersten International Tourist Plane Contests der FAI teil. Heute existiert noch ein flugfähiges Flugzeug in Australien.
Hersteller
Hugo Junkers & Co.
Leergewicht
373 kg
Erstflug
13. Februar 1929
Max. Startgewicht
600 kg
Antrieb
Armstrong Siddeley Genet 5-Zyl. Sternmotor mit 80 PS
Länge
7,12 m
Höhe
2,40 m
Geschwindigkeit
172 km/h
Spannweite
10,00 m
Dienstgipfelhöhe
4.600 m
Flügelfläche
13,7 m2
Max. Reichweite
600 km
Monocoupe 110 SpecialUSA
Die Monocoupe 90 war die Weiterentwicklung des Modells 22, wobei nun die 90 die Motorleistung in PS angab. Schon kurz darauf wurde ein neues Modell als Monocoupe 110 angeboten, das von einem Warner Scarab mit 110 PS angetrieben wurde. Als Flugzeug für Rennen wurde aus dieser die 110 Special entwickelt, die trotz der Bezeichnung einen 125 PS starken Warner Scarab bekam. Zusätzlich wurde die Flügelspannweite von 32 auf 23 Fuß verringert und die Räder wurden mit einer aerodynamischen Verkleidung versehen, welche bei den anderen Modellen nur optional erhältlich war. Trotz der nun höheren Landegeschwindigkeit durch die kürzeren Flügel stieg auch die Höchstgeschwindigkeit stark und erreichte Werte, die zu dieser Zeit meist nur Flugzeuge erreichten, die über die doppelte Leistung hatten und auch ein vielfaches kosteten. Die letzte 110 Special wurde 1941 fertiggestellt und erhielt nach dem Krieg einen 185 PS starken Motor, mit dem sie noch mehrere Jahrzehnte lang bei Flugshows auftrat und schließlich ins National Air and Space Museum in Washington, DC kam.
Hersteller
Monocoupe Corporation
Max. Reichweite
805 km
Erstflug
1930
Leergewicht
463 kg
Antrieb
Warner Scarab 7-Zyl Sternmotor mit 110 PS
Max. Startgewicht
730 kg
Länge
7,11 m
Geschwindigkeit
298 km/h
Spannweite
7,09 m
Reisegeschwindigkeit
250 km/h
Flügelfläche
13,7 m2
Spartan Executive 7WUSA
Die Spartan Executive 7W war ein Reiseflugzeug, das fast ausschließlich für reiche Leute entwickelt wurde. Zwischen 1936 und 1940 wurden nur 34 Stück gebaut, trotzdem wurde es sehr berühmt und heute sind noch 20 von ihnen vorhanden, von denen 12 in flugfähigem Zustand sind. Das Flugzeug wird von einem Pratt & Whitney Wasp Junior angetrieben, einem Neunzylinder-Sternmotor mit Kompressor, der bis in 10.000 Fuß Höhe die volle Leistung bietet. Mit diesem starken Motor konnte es mit Arlene Davis am Steuer bei den Bendix Air Races 1939 den fünften Platz erreichen. Die große, geräumige Kabine ist sehr luxuriös, ausgestattet mit sehr gemütlichen Sitzen, einer Heizung, Belüftung, guter Lärmdämmung, großen Fenstern und mehr. Obwohl nur wenige Maschinen gebaut wurden, wurde es von vielen berühmten Personen gekauft, wie z.B. Howard Hughes, J. Paul Getty und King Ghazi vom Irak, der seine 7W mit einem noch luxuriösen Innenraum ausstatten ließ. Es gab auch eine Militärversion mit einem 600 PS starkem Wasp-Motor, genannt Zeus 8W.
Hersteller
Spartan Aircraft Company
Max. Reichweite
1611 km
Erstflug
8. März 1936
Leergewicht
1542 kg
Antrieb
Pratt & Whitney R-985-AN3 9-Zyl Sternmotor mit 450 PS
Max. Startgewicht
2268 kg
Länge
8,18 m
Geschwindigkeit
413 km/h
Höhe
2,44 m
Reisegeschwindigkeit
344 km/h
Spannweite
11,89 m
Dienstgipfelhöhe
7315 m
Flügelfläche
23,2 m2
Steigrate
5,5 m/s
Verkehrsflugzeuge
Nach dem Ende des Krieges begannen verschiedene Unternehmen mit dem Transport von Post oder Passagieren auf dem Luftweg. Da für diese Aufgaben anfangs nur umgerüstete Militärmaschinen verfügbar waren, entwickelte sich nach und nach eine Industrie zur Herstellung von großen Flugzeugen, die ausschließlich für den Transport von Passagieren oder Fracht entwickelt worden sind. Damit einher ging auch die Entstehung von großen Luftfahrunternehmen, die große Flotten hatten und viele Ziele planmäßig anflogen.
Die ersten großem Verkehrsflugzeuge waren langsame Doppeldecker, in denen die Piloten meist noch im Gegensatz zu den Passagieren in einem offenen Cockpit saßen. Nachdem Hugo Junkers die Ganzmetallbauweise zur Serienreife entwickelt hatte, setzten sich Metallflugzeuge mit komplett geschlossener Kabine durch. In dieser Zeit entwickelten sich legendäre Modelle wie die Ford Trimotor und Junkers Ju-52, aber auch die ersten modernen und schnellen Propeller-Airliner mit stromlinienförmiger Hülle.
Junkers Ju-52/3m, Arbeitstier der Dreißiger und Vierziger für zivile und militärische Einsätze
De Havilland DH.89A Dragon RapideGroßbritannien
Die De Havilland DH-89 Dragon Rapide war ein Verkehrsflugzeug, das seinen Erstflug am 17. April 1934 absolvierte. Sie wurde aus der DH.84 Dragon entwickelt und war eine verkleinerte Version der DH.86 Express. Die DH.86 und DH.89 hatten viele Gemeinsamkeiten, wie die gleichen Motoren, sich verjüngende Flügel und das stromlinienförmige Aussehen. Ab 1936 wurde die Dragon Rapide mit Landeklappen ausgerüstet und als DH.89A verkauft. Das Flugzeug erwies sich als sehr robust und wurde auch von den britischen Streitkräften unter dem Namen Dominie als Zubringer und zur Funkausbildung eingesetzt. Viele Maschinen gingen in Privatbesitz über und nach dem Jahr 2000 waren immer noch viele in flugfähigem Zustand.
Hersteller
de Havilland Aircraft Company
Max. Reichweite
926 km
Erstflug
1936
Leergewicht
1.451 kg
Antrieb
Zwei de Havilland Gipsy Six 6-Zyl. mit je 200 PS
Max. Startgewicht
2.490 kg
Länge
10,50 m
Passagiere
8
Höhe
3,10 m
Geschwindigkeit
253 km/h
Spannweite
14,60 m
Dienstgipfelhöhe
5.090 m
Flügelfläche
31,21 m2
Steigrate
4,3 m/s
Fokker F.IINiederlande
Die F.II war das erste von vielen Verkehrsflugzeugen, mit denen sich Fokker in den Zwanzigern zum größten Flugzeughersteller der Welt entwickelte. Sie wurde direkt nach dem Ersten Weltkrieg noch in Deutschland entwickelt, aber weil auf Grund des Versailler Vertrages keine Flugzeuge mehr in Deutschland gebaut werden durften kehrte Fokker in die Niederlande zurück und nahm unter anderem auch die F.II mit. Eine Neuerung für diese Zeit war eine geschlossene Passagierkabine, in der vier Personen komfortabel Platz nehmen konnten. Ein weiterer Passagier hätte im offenen Cockpit neben dem Pilot Platz finden können. Außerdem war das Flugzeug ein Eindecker ohne viele Verstrebungen, im Gegensatz zu den großzügig verstrebten Doppeldeckern dieser Zeit. Fokker baute jedoch nur ein Paar einzelne F.II und stellte dann den Nachfolger F.III in größeren Zahlen her. Der Deutsche Aero Lloyd erwarb die Rechte zur Lizenzproduktion und stellte etwa 20 Exemplare mit einigen Änderungen her, welche am Ende den Großteil der hergestellten Maschinen ausmachten. Von diesen wurden die letzten bis 1934 eingesetzt.
Hersteller
Fokker
Max. Reichweite
1.200 km
Erstflug
Oktober 1919
Leergewicht
1.200 kg
Antrieb
Armstrong Siddeley Puma 6-Zyl. mit 240 PS
Max. Startgewicht
1.900 kg
Länge
11,65 m
Passagiere
4-5
Höhe
3,66 m
Geschwindigkeit
150 km/h
Spannweite
16,10 m
Reisegeschwindigkeit
120 km/h
Flügelfläche
38,2 m2
Junkers Ju 52/3mDeutsches Reich
Nachdem sich die einmotorige Ju 52/1m von 1930 als untermotorisiert herausstellte, wurde die Ju-52/3m entwickelt. Sie hatte drei BMW 132-Sternmotoren mit je 660 PS. Das Flugzeug wurde ein großer Erfolg, auch wenn die Douglas DC-2 und DC-3 mit nur zwei Motoren bessere Flugleistungen boten und wirtschaftlicher waren. Die Ju-52 wurde für den zivilen Einsatz in viele Länder geliefert. Im Spanischen Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg wurde sie in den unterschiedlichsten Rollen eingesetzt, zum Beispiel als leichter Bomber, Transporter, zum Absetzen von Fallschirmspringern und zur Minensuche. Nach dem Krieg wurde das Flugzeug auch noch einige Jahre in Spanien und Frankreich produziert, so dass insgesamt 4.845 Maschinen entstanden. Heute sind noch acht Flugzeuge in flugfähigem Zustand, die sehr beliebt sind und „Tante Ju“ genannt werden. Heute ist die D-AQUI mit Pratt & Whitney-Motoren die bekannteste Ju-52, die für die Lufthansa-Stiftung vielerorts zu sehen ist.
Hersteller
Hugo Junkers & Co.
Steigrate
4 m/s
Erstflug
7. März 1932
Max. Reichweite
1.200 km
Antrieb
Drei BMW 132 9-Zyl. Sternmotoren mit je 660 PS
Leergewicht
6.590 kg
Max. Startgewicht
10.500 kg
Passagiere
17
Länge
18,90 m
Geschwindigkeit
260 km/h
Höhe
6,10 m
Reisegeschwindigkeit
190 km/h
Spannweite
29,25 m
Dienstgipfelhöhe
5.100 m
Flügelfläche
110 m2
Tupolew ANT-20 „Maksim Gorkij“Sowjetunion
Die ANT-20 war in den Dreißigern das größte Landflugzeug der Welt, sie wurde von der sowjetischen Regierung zu Propagandazwecken eingesetzt. Sie wurde nach dem Schriftsteller Maxim Gorky benannt und besaß eine sehr umfangreiche Ausstattung. In dem Flugzeug befanden sich neben Sitzen für 72 Personen ein Radiosender, ein Fotolabor, eine Druckerei, ein sehr starker Lautsprecher (golos s neba - Stimme aus dem Himmel), ein Kino und Betten in den Tragflächen. Finanziert wurde die Maschine durch eine Spendenaktion, in der sechs Millionen Rubel gesammelt wurden. Angetrieben wurde die ANT-20 von acht Mikulin-Motoren mit jeweils 900 PS, von denen sich drei in jeder Tragfläche befanden und zwei über dem Rumpf. Am 18. Mai 1935 kollidierte ein I-5-Jäger bei einem Vorführflug mit der Maxim Gorky, wobei beide Flugzeuge abstürzten und viele wichtige Funktionäre mit ihren Familien getötet wurden. Die einzige ausländische Person, die das Flugzeug fliegen konnte, war der französische Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry. Als Nachfolger wurde 1938 die ANT-20bis beziehungsweise PS-124 fertiggestellt. Sie basierte auf dem Vorgänger, hatte jedoch nur noch sechs Motoren mit jeweils 1.200 PS. Sie wurde bis 1942 als Verkehrsflugzeug eingesetzt.
Hersteller
OKB Tupolew
Max. Reichweite
2.000 km
Erstflug
17. Juni 1934
Leergewicht
28.500 kg
Antrieb
Acht Mikulin AM-34FRN V12 mit je 900 PS
Max. Startgewicht
42.000 kg
Länge
33,00 m
Passagiere
72
Höhe
10,60 m
Geschwindigkeit
245 km/h
Spannweite
63,00 m
Reisegeschwindigkeit
190 km/h
Flügelfläche
486 m2
Dienstgipfelhöhe
4.500 m
Flugboote
Die Zeit zwischen den Weltkriegen war die Blütezeit der Flugboote. Da die meisten Flugfelder auf dem Land nur relativ kurze Graspisten waren, konnten große Flugzeuge mit viel Nutzlast und einer großen Treibstoffkapazität nur vom Wasser aus starten. Nach den etwas kleineren Flugbooten der frühen zwanziger Jahre und einigen großen, aber zerbrechlich wirkenden Prototypen wurden in späteren Jahren einige sehr große Flugboote gebaut, die Linienflüge zwischen Kontinenten möglich machten und Weltumrundungen unternommen haben.
Short S.8 Calcutta, eines der Passagierflugboote der Zeit zwischen den Kriegen
Caproni Ca.60 NoviplanoItalien
Die Ca.60 war ein gigantisches Flugboot, das jedoch nur der Prototyp für ein noch größeres Modell sein sollte, das den Atlantik von Europa nach Amerika überqueren sollte. Auf dem Rumpf waren drei Dreideckerflügel, die aus alten Bombern stammten und zusammen eine Fläche von über 800 Quadratmetern hatten. Zwischen ihnen befanden sich zahlreiche Verstrebungen, die einen erheblichen Luftwiderstand erzeugten. Angetrieben wurde die Ca.60 von acht Liberty-Motoren, von denen jeweils vier mit Druck- und Schubpropellern ausgestattet waren. Sie machte 1921 nur einen Flug über dem Lago Maggiore, wo sie eine Höhe von 20 Metern erreichte und dann in den See stürzte. Das Wrack wurde gerettet und der Wiederaufbau wurde begonnen, später jedoch nach einem Brand abgebrochen.
Hersteller
Caproni
Max. Reichweite
660 km
Erstflug
4. März 1921
Max. Startgewicht
25.000 kg
Antrieb
Acht Liberty L-12 mit je 400 PS
Länge
23,45 m
Passagiere
60-100
Höhe
9,15 m
Geschwindigkeit
145 km/h
Spannweite
30,00 m
Reisegeschwindigkeit
112 km/h
Flügelfläche
836 m2
Dornier Do J WalDeutschland
Der Wal war ein Flugboot, das aus dem Prototyp Do Gs I entstand. Da Deutschland zu dieser Zeit auf Grund des Versailler Vertrags noch keine eigenen Flugzeuge bauen durfte, wurde sowohl der Prototyp als auch die ersten Serienmaschinen in Italien von einer Firma gefertigt, die in Wahrheit von deutschen geleitet wurde. Das Flugboot bildete die Grundlage für viele späteren Dornier-Konstruktionen und hatte wie diese einen Rumpf aus Duraluminium mit kurzen Stummelflügeln. Der Flügel war hoch über dem Rumpf angebracht und bestand aus einem mit Stoff bespannten Metallgerüst. Darüber befanden sich zwei Motoren hintereinander in einer gemeinsamen Gondel. Der Typ wurde nicht nur ein kommerzieller Erfolg und in Spanien in Lizenz gebaut, sondern stellte mehrere Rekorde auf und wurde von Entdeckern wie zum Beispiel Amundsen für Expeditionen in unerschlossene Gebiete verwendet. Nach der Grundvariante des Wals entstanden noch Modelle mit acht und zehn Tonnen Startgewicht und eine Militärvariante, die zum Teil von Katapulten auf Schiffen gestartet worden sind. Bei den insgesamt etwa 250 gebauten Wal kamen verschiedene Motoren zum Einsatz, wobei die unten angegebene Motorisierung mit dem Rolls-Royce Eagle eine der schwächsten war.
Hersteller
Dornier-Werke GmbH
Max. Reichweite
800 km
Erstflug
6. November 1922
Leergewicht
3.630 kg
Antrieb
Zwei Rolls-Royce Eagle IX V12 mit je 360 PS
Max. Startgewicht
7.000 kg
Länge
17,25 m
Passagiere
8-10
Höhe
5,20 m
Geschwindigkeit
185 km/h
Spannweite
22,50 m
Reisegeschwindigkeit
145 km/h
Flügelfläche
96 m2
Dienstgipfelhöhe
3.500 m
Schawrow Sch-2Sowjetunion
Nachdem Wadim Borissowitsch Schawrow einige Jahre im Konstruktionsbüro von Dmitri Grigorowitsch gearbeitet hatte, fing er mit der Entwicklung eigener Modelle an. Sein erster Entwurf war das kleine Flugboot Sch-1. Aus diesem Prototypen entstand die etwas größere und stärker motorisierte Sch-2, die zum großen Erfolg wurde und das erste in Großserie Produzierte Flugboot der Sowjetunion war. Typisch für diese Zeit bestand das Modell aus Holz und hatte einen bootsförmigen Rumpf und hoch angebrachte Flügel mit daran befindlichem Motor. An den Seiten des Rumpfes befanden sich kurze Stummelflügel mit Schwimmern, die im Wasser für zusätzliche Stabilität sorgten und auch bei späteren Modellen des Herstellers ein Merkmal waren. Die Sch-2 war so erfolgreich, dass die Produktion nach der ersten Serie von 1934 bis 1936 im Jahre 1939 erneut aufgenommen wurde und bis etwa 1950 insgesamt 700 Exemplare fertiggestellt wurden. Neben der Rolle als Transport-, Schul- und Verbindungsflugzeug wurde sie auch für eine Reihe von weiteren Aufgaben genutzt, darunter Grenzpatrouillen, Krankentransport, Aufsicht der Fischerei und Versorgung der Arktislagern.
Hersteller
Schawrow
Max. Reichweite
450 km
Erstflug
11. November 1930
Leergewicht
660 kg
Antrieb
Schwezow M-11A 5-Zyl. Sternmotor mit 100 PS
Max. Startgewicht
937 kg
Länge
8,20 m
Geschwindigkeit
139 km/h
Höhe
2,80 m
Reisegeschwindigkeit
120 km/h
Spannweite
13,00 m
Dienstgipfelhöhe
3.850 m
Flügelfläche
24,7 m2
Kampfflugzeuge
In der Zeit zwischen den Kriegen machte die Entwicklung der Kampfflugzeuge eine kontinuierliche Weiterentwicklung durch. Zwischen den stoffbespannten Doppeldeckern mit offenem Cockpit des ersten Weltkrieges und den stromlinienförmigen Jägern des Zweiten Weltkrieges liegen Welten.
Die Änderungen in der Auslegung der Flugzeuge umfassten die stückweise Ersetzung der Stoff-Außenhaut gegen Holz und Metall, die Einführung von geschlossenen Cockpits, um die Umwelteinflüsse durch immer höhere Geschwindigkeiten und Flughöhen abzuschirmen, der Verzicht von der Auslegung als Doppeldecker zugunsten strömungsgünstige Eindecker und die Einführung von einziehbaren Fahrwerken, die während des Fluges keinen zusätzlichen Luftwiderstand erzeugten. Diese Entwicklungen wurden unterstützt durch Motoren, die nicht nur immer zuverlässiger und stärker wurden, sondern auch zunehmend um Aufladung durch Kompressoren oder vereinzelt durch Turbolader erweitert wurden. Dies steigerte nicht nur die Leistung, sondern machte auch viel größere Flughöhen möglich. Neuerungen bei der Bewaffnung waren, dass Maschinengewehre zunehmend in den Rumpf oder die Flügel integriert wurden und nicht mehr außen am Flugzeug befestigt wurden.
Boeing P-26 Peashooter, der erste Ganzmetalljäger der USA
Hawker HartGroßbritannien
Der Hawker Hart war ein Jagdbomber, der in den späten Zwanzigern in Großbritannien entwickelt wurde. Er wurde vom Rolls-Royce Kestrel angetrieben, einem wassergekühlten Zwölfzylinder. Mit diesem Motor war er schneller als viele Jäger seiner Zeit und auch sehr agil. Deshalb benutzte ihn das 23th Squadron der RAF auch als Jäger. Die Royal Air Force verwendete die Maschine bis 1943 für Kommunikations- und Trainingsaufgaben. 1937 erhielt die afghanische Luftwaffe sogar noch einige Harts, die noch für lange Zeit im Dienst blieben. Das Flugzeug wurde weiterentwickelt zu den Typen Audax, Demon, Hardy, Hind und Osprey, die für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt wurden.
Hersteller
Hawker Aircraft
Max. Reichweite
692 km
Erstflug
Juni 1928
Leergewicht
1.148 kg
Antrieb
Rolls-Royce Kestrel IB V12 mit 510 PS
Max. Startgewicht
2.085 kg
Geschwindigkeit
298 km/h
Länge
8,94 m
Dienstgipfelhöhe
6.950 m
Höhe
3,18 m
Bewaffnung
Je ein Vickers-MG vorne und hinten, Kaliber 7,7 mm und 236 kg Bomben
Spannweite
11,36 m
Flügelfläche
32,47 m2
Polikarpow I-16 Typ 24Sowjetunion
Die I-16 flog am 31. Dezember 1933 das erste mal und wurde im Spanischen Bürgerkrieg, im Zweiten Weltkrieg und in kleineren Konflikten in großen Stückzahlen eingesetzt und in allen Varianten über 8.600 mal produziert. Das Flugzeug war sehr klein und wendig. Es war eines der ersten Jäger in Eindeckerbauweise, mit geschlossener Kabine und einziehbarem Fahrwerk. Der Rumpf bestand teilweise aus Aluminium und Sperrholz und die Tragflächen waren bespannt mit Stoff und Duralumin. Die Querruder gingen über die ganze Spannweite und dienten gleichzeitig als Landeklappen. In den Dreißigern war die I-16 einer der wendigsten und schnellsten Jäger, sie wurde erst ab 1939 von der Bf-109 übertroffen. Die Modelle 18, 24, 27, 28, und 29 konnten die RS-82-Raketen einsetzen. Eine I-16 war weltweit das erste Flugzeug, das ungelenkte Raketen verschoss. Der Typ 24 war die letzte in Serie gebaute Version. Er hatte einen stärkeren Motor, zusätzliche Panzerung, vier statt zwei MGs und die Funktion von Querrudern und Landeklappen wurde wieder getrennt. Die I-16 wurde von November 1933 bis 1939 produziert, 1941 entstanden noch 450 Typ 28 und 30. In Spanien erhielt sie von beiden Seiten die Bezeichung Mosca beziehungsweise Rata, dort wurden die letzten Maschinen bis 1953 eingesetzt.
Hersteller
OKB Polikarpow
Max. Reichweite
440 km
Erstflug
1939
Leergewicht
1.383 kg
Antrieb
Schwezow M-63 9-Zyl. Sternmotor mit 900 PS
Max. Startgewicht
2.050 kg
Länge
6,13 m
Geschwindigkeit
460 km/h
Höhe
2,25 m
Dienstgipfelhöhe
9.700 m
Spannweite
9,00 m
Bewaffnung
Zwei ShKAS-MG, Kaliber 7,62 mm und zwei ShVAK-Kanonen, Kaliber 20 mm, sechs RS-82-Raketen oder 200 kg Bomben
Flügelfläche
14,54 m2
Svenska Aero SA 14 Jaktfalken IISchweden
Die Jaktfalken (schwedisch für Jagdkalke) war ein Doppeldecker-Jäger, entwickelt vom deutschen Carl Clemens Bücker und gebaut von der schwedischen Svenska Aero, die später von ASJA (AB Svenska Järnvägsverkstädernas Aeroplanavdelning) aufgekauft wurde. Der Prototyp absolvierte 1929 seinen Erstflug und wurde dann von der Luftwaffe als J 5 bezeichnet. Er wurde angetrieben von einem Armstrong Siddeley Jaguar, jedoch wurden die Serienmodelle mit einem Bristol Jupiter ausgestattet und als J 6 bezeichnet. Das Flugzeug war aufgebaut aus einem Strebenskelett, wobei die vorderen und hinteren Rumpfteile mit Aluminium verkleidet waren und der Rest mit Stoff. Ein großes Problem der Konstruktion waren starke Vibrationen im Heck, welches auch nie ganz behoben werden konnte. Es wurden nur 19 Jaktfalken gebaut. Die meisten davon wurden von Schweden genutzt, drei wurden im Winterkrieg 1939 bis 1940 als Kriegshilfe an Finnland abgegeben und eine wurde 1931 von Norwegen gekauft, um sie mit der Hawker Fury zu vergleichen. Die letzten sieben Flugzeuge wurden von ASJA gebaut, die einige Verbesserungen am Stabilisator und der Windschutzscheibe vornahm.
Hersteller
Svenska Aero
Max. Reichweite
650 km
Erstflug
1929
Leergewicht
946 kg
Antrieb
Bristol Jupiter VIIF 9-Zyl. Sternmotor mit 520 PS
Max. Startgewicht
1.470 kg
Länge
7,50 m
Geschwindigkeit
310 km/h
Höhe
3,46 m
Reisegeschwindigkeit
260 km/h
Spannweite
8,80 m
Dienstgipfelhöhe
6.000 m
Flügelfläche
21,8 m2
Bewaffnung
Zwei 7,92-mm-MG
Bomber
Aus den langsamen und verletzlichen Bombern des Ersten Weltkrieges wurden in der Zeit danach immer ausgereiftere Konstruktionen, die im Zweiten Weltkrieg den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreichten. Die zunehmend stärker werdenden Motoren machten es möglich, dass auch große Flugzeuge ansehnliche Flugleistungen erreichen konnten und somit keine leichten Ziele für die ebenfalls immer schneller werdenden Jägern wurden. Da das Gewicht nun nicht mehr ein so großes Problem war, wurden einerseits Bombenlasten von mehreren Tonnen und Maschinengewehre zur Verteidigung möglich, aber andererseits auch eine stabilere Bauweise inklusive Panzerung und große Mengen an Treibstoff.
Martin B-10, der erste Ganzmetall-Eindeckerbomber der USA
Douglas B-18 BoloUSA
Schon während der Indienststellung der Martin B-10 suchte man nach einem neuen Bomber mit mehr Zuladung und einer größeren Reichweite. Neben der Martin 146 konkurrierte die Douglas-Maschine mit dem Boeing-Modell 299, das später zur B-17 werden sollte und ihr eigentlich deutlich überlegen war. Da der Prototyp der B-17 jedoch abstürzte und die B-18 in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit billiger war, wurde letztere ausgewählt. Das Modell basierte auf der DC-2, hatte aber einen vergrößerten Rumpf, eine größere Spannweite und wurde mit Defensivbewaffnung ausgerüstet. Schon nach einigen Jahren stellte sich heraus, dass die B-18 im Vergleich zu ihren Gegnern untermotorisiert war, eine zu kleine Bombenlast tragen konnte und auch keine ausreichende Bewaffnung an Maschinengewehren hatte. Aus diesem Grund wurde sie später nur noch zur U-Boot-Jagd und für Transportaufgaben eingesetzt. Zum Zeitpunkt des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor waren die meisten B-18 dort stationiert und wurden zum größten Teil am Boden zerstört. Die verbliebenen Maschinen waren im weiteren Verlauf relativ erfolgreich im Kampf gegen U-Boote und Kanada setzte ebenfalls einige als Douglas Digby ein.
Hersteller
Douglas Aircraft Company
Max. Reichweite
3.380 km
Erstflug
April 1935
Reichweite beladen
1.450 km
Antrieb
Zwei Wright R-1820-53 9-Zyl. Sternmotoren mit je 1.000 PS
Leergewicht
7.403 kg
Max. Startgewicht
10.866 kg
Geschwindigkeit
348 km/h
Länge
17,63 m
Reisegeschwindigkeit
269 km/h
Höhe
4,62 m
Dienstgipfelhöhe
7.250 m
Spannweite
27,28 m
Bewaffnung
Drei 7,62-mm-MG, 2.000 kg Bomben
Flügelfläche
89,1 m2
Savoia-Marchetti SM.79-I SparvieroItalien
Die Sparviero (Sperber) wurde anfang der Dreißiger als schnelles, achtsitziges Transportflugzeug entwickelt, jedoch wurde schon der zweite Prototyp auf Grund der sehr guten Flugleistungen als Bomber ausgelegt. Das Flugzeug entstand in Gemischtbauweise und wurde von drei Piaggio P.IX RC.40 Stella mit jeweils 590 PS angetrieben, welche ein Lizenzbau des Bristol Jupiter waren. Die Triebwerke wurden bald ersetzt durch stärkere von Alfa Romeo, die aus dem Bristol Pegasus entwickelt waren. Mit ihnen stellten der Prototyp und einige Serienmodelle viele Geschwindigkeits- und Nutzlastrekorde auf. Ein auffälliges Merkmal ist der Buckel über dem Cockpit, der eine Schützenposition enthält. Die SM.79 erzielte erste Erfolge im spanischen Bürgerkrieg und wurde unter anderem von Jugoslawien bestellt. 1939 erschien die verbesserte SM.79-II und 1943 die SM.79-III. Die beiden neueren Versionen wurden sehr erfolgreich mit Torpedos gegen Schiffe eingesetzt. Insgesamt entstanden von allen Versionen 1.350 Flugzeuge. Italien setzte die Sparviero bis 1952 ein, der Libanon stellte seine Maschinen 1959 außer Dienst.
Hersteller
Savoia-Marchetti
Reichweite beladen
900 km
Erstflug
1936
Leergewicht
7.700 kg
Antrieb
Drei Alfa Romeo AR.126 RC-34 9-Zyl. Sternmotoren mit je 780 PS
Max. Startgewicht
10.500 kg
Länge
15,60 m
Geschwindigkeit
430 km/h
Höhe
4,60 m
Dienstgipfelhöhe
7.000 m
Spannweite
21,20 m
Max. Reichweite
1.900 km
Flügelfläche
61,7 m2
Bewaffnung
Drei Breda-MG, Kaliber 12,7 mm und zwei Breda-MG, Kaliber 7,7 mm, 1.250 kg Bomben
Tupolew TB-3Sowjetunion
Die TB-3, die vom Hersteller als ANT-6 bezeichnet wurde, war der erste viermotorige Bomber der Sowjetunion, wurde aber auch in vielen anderen Rollen eingesetzt. Sie war der erste viermotorige, schwere Bomber mit unverstrebten Tragflächen. Der Prototyp erhielt als Antrieb den Curtiss Conqueror, jedoch wurden die meisten Serienmaschinen mit dem M-17 ausgestattet, welcher ein Lizenzbau des BMW VI war. Einige spätere Serien erhielten jedoch den stärkeren AM-34, der viel höhere Geschwindigkeiten und eine mehr als doppelt so hohe Dienstgipfelhöhe erlaubte. Im zivilen Einsatz wurde das Flugzeug außer zum Transport von Passagieren und/oder Fracht auch bei Polarexpeditionen eingesetzt. Im militärischen Einsatz wurde die TB-3 weniger durch Bombardierungen, sondern vielmehr durch verschiedene innovative Experimente bekannt. Nachdem sie anfangs zum Absetzen und Fallschirmspringern verwendet wurde, wurde auch der Abwurf von leichten Panzern erfolgreich getestet, aber nicht in der Praxis umgesetzt. Ein weiteres umfangreiches Projekt war Sweno, bei dem zwei bis fünf einmotorige Jagdflugzeuge über oder unter dem Bomber befestigt wurden. Da es bei den meisten getesteten Varianten jedoch immer wieder Probleme oder Zwischenfalle gab, wurden schließlich im Zweiten Weltkrieg nur einige Einsätze geflogen, bei denen zwei I-16-Jäger mit Bomben unter den Tragflächen hingen und nach dem Ausklinken Punktziele angriffen. Außerdem wurden erfolgreiche Tests mit ferngesteuerten und mit Sprengstoff beladenen TB-3 als fliegende Bomben durchgeführt, jedoch kamen diese im Krieg auch nur vereinzelt zum Einsatz.
Hersteller
Tupolew OKB
Leergewicht
10.976 kg
Erstflug
22. Dezember 1930
Max. Startgewicht
17.200 kg
Antrieb
Vier Mikulin M-17F V12 mit je 715 PS
Länge
24,40 m
Geschwindigkeit
179 km/h
Höhe
8,45 m
Dienstgipfelhöhe
3.800 m
Spannweite
39,50 m
Max. Reichweite
1.350 km
Flügelfläche
230 m2
Bewaffnung
Fünf Degtjarjow DA MG, Kaliber 7,62 mm und 2.000 kg Bomben
Trainer
Als die Flugzeuge nach dem Ersten Weltkrieg immer leistungsfähiger und auch teurer im Unterhalt wurden zeigte sich, dass die Ausbildung der Militärpiloten nicht mehr auf den Einsatzmaschinen erfolgen kann, sondern auf extra dafür gedachten Flugzeugen durchgeführt werden muss. Anfangs wurden dafür ältere Modelle verwendet, die im Kampfeinsatz nicht mehr leistungsfähig genug waren. Die Trainer, die in der nächsten Zeit entstanden, waren jedoch meist nichts weiter als Sport- und Reiseflugzeuge der zivilen Luftfahrt, auch wenn sie zum Teil mit stärkeren Motoren ausgestattet waren. Auch speziell entwickelte Trainer unterschieden sich in ihrer Auslegung meist kaum von Sportflugzeugen.
Dies änderte sich, als die Kampflugzeuge in den Dreißigern noch viel leistungsfähiger wurden. Wie bereits in deren Kapitel beschrieben, setzen sich neue Bauformen durch, die immer häufiger Eindecker waren, aus Metall gefertigt waren, ein geschlossenes Cockpit hatten und ein einziehbares Fahrwerk. Diese Merkmale wurden auch bei den neuen Trainern umgesetzt mit dem Unterschied, dass diese meist nicht oder nur leicht bewaffnet waren und etwas weniger Motorleistung als die aktuellen Jäger hatten.
De Havilland DH.82 Tiger Moth, Trainer aus der sehr typenreichen Moth-Familie
Consolidated PT-3USA
Die Consolidated PT-1 war ein Primärtrainer, den Consolidated ab 1923 produzierte und der der erste Trainer war, den der Army Air Service nach dem Ersten Weltkrieg in größeren Zahlen bestellte. Sie wurde von einem Wright-Hispano V8 angetrieben. Als jedoch der United States Army Air Corps, wie er mittlerweile hieß, die Zuverlässigkeit und Einfachheit der Sternmotoren an den NY-1 der Navy erkannte, bestellte er auch eine Weiterentwicklung der PT-1 mit einem Wright-Whirlwind-Sternmotor. Die so entstandene PT-3 wurde in der ersten Serie 130 mal bestellt. Später entstanden weitere 120 PT-3A, die in Details verbessert waren. Ab 1937 wurden die Flugzeuge von der Boeing PT-13 Stearman verdrängt, jedoch waren einzelne Maschinen noch bis etwa zur Mitte des Zweiten Weltkriegs im Einsatz, als schon die moderne und kostengünstige Piper Cub das Standardmuster zur Anfängerschulung war.
Hersteller
Consolidated Aircraft Company
Max. Reichweite
483 km
Erstflug
1927
Leergewicht
810 kg
Antrieb
Wright R-790-AB Whirlwind 9-Zyl Sternmotor mit 223 PS
Max. Startgewicht
1.125 kg
Länge
8,56 m
Geschwindigkeit
164 km/h
Höhe
3,12 m
Reisegeschwindigkeit
130 km/h
Spannweite
10,52 m
Dienstgipfelhöhe
4.267 m
Flügelfläche
27,87 m2
Steigrate
3,3 m/s
Mitsubishi K3M3Japan
Die K3M war ein Trainer, der von einem Mitarbeiter des britischen Flugzeugherstellers Sopwith für Mitsubishi entwickelt wurde und 1930 das erste Mal flog. Nachdem der Prototyp noch von einem Sternmotor angetrieben war, erhielt die erste Serienversion K3M einen von Hispano-Suiza in Lizenz gebauten, wassergekühlten V8. Da dieser Motor jedoch für Probleme sorgte, wurde diese Variante nicht in großen Zahlen gebaut und es entstand die K3M2 mit einem 340 PS starken Hitachi-Sternmotor. Diese wurde als „Marine Typ 90 Besatzungstrainer“ in Dienst gestellt und erhielt von den USA den Codenamen Pine. Die verbesserte Variante K3M3 erhielt schließlich einen stärkeren Nakajima-Sternmotor mit 460 PS. Auch die japanischen Landstreitkräfte testeten zwei mögliche Varianten für ihren eigenen Einsatz, jedoch wurden diese nicht umgesetzt. Eine zivile Variante für fünf Personen in der geschlossenen Kabine war die MS-1, die von einem bei Nakajima in Lizenz gebauten Bristol Jupiter angetrieben wurde und auch wie einige Militärmaschinen noch bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg im Einsatz blieb.
Hersteller
Mitsubishi Jukogyo Kabushiki Kaisha
Max. Reichweite
790 km
Erstflug
1930
Leergewicht
1.360 kg
Antrieb
Nakajima Kotobuki-2 9-Zyl Sternmotor mit 460 PS
Max. Startgewicht
2.200 kg
Länge
9,54 m
Geschwindigkeit
230 km/h
Höhe
3,82 m
Dienstgipfelhöhe
6.389 m
Spannweite
15,78 m
Steigrate
8,77 m/s
Flügelfläche
34,5 m2
Bewaffnung
Typ 92 MG, Kaliber 7,7 mm im Heck und vier 30-kg-Bomben
Zmaj Fizir FNJugoslawien
Die Zmaj Fizir FN war ein Trainer, der Ende der Zwanziger von Rudolf Fizir entwickelt. In drei Fabriken wurden insgesamt 210 Stück hergestellt, die verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Motoren angehörten. Die Serienmaschinen hatten entweder einen 7-Zylinder Sternmotor von Walter oder einen Reihenmotor von Mercedes mit jeweils 120 PS. Insgesamt vier Flugzeuge wurden mit Schwimmern bestellt und durch das gestiegene Gewicht und den höheren Luftwiderstand wurde bei diesen der Walter Mars mit 144 PS verwendet. Eine Besonderheit der Maschine ist, dass sich Landeklappen an beiden Flügeln befinden. Obwohl sie mit 120 km/h nur eine sehr geringe Geschwindigkeit erreicht, erwies sie sich als leicht zu fliegen und wurde deshalb im zweiten Weltkrieg auch von italienischen und kroatischen Truppen als Trainer verwendet. Die letzten zehn Serienmaschinen waren direkt für Kroatien bestimmt und ihre Herstellung lief 1943 an. Auf Grund des Kriegsverlaufes konnten sie jedoch nicht mehr ausgeliefert werden, sondern wurden ebenfalls an die jugoslawischen Streitkräfte übergeben und zusammen mit den anderen noch bis etwa 1950 eingesetzt.
Hersteller
Zmaj
Leergewicht
820 kg
Erstflug
1929
Max. Startgewicht
1.426 kg
Antrieb
Walter NZ 120 7-Zyl. Sternmotor oder Mercedes D.II 6-Zyl. Reihenmotor mit 120 PS
Länge
8,80 m
Höhe
3,10 m
Geschwindigkeit
120 km/h
Spannweite
11,20 m
Dienstgipfelhöhe
6.500 m
Flügelfläche
32,5 m2
Max. Reichweite
540 km
Aufklärer
Im Ersten Weltkrieg war der erste naheliegende Einsatzzweck von Flugzeugen die Gefechtsfeldaufklärung, weshalb es anfangs noch keine Unterscheidung zwischen Aufklärern und Kampfflugzeugen gab. Da sich in den Jahren nach dem Krieg jedoch die Geschwindigkeit von Jägern erhöhte und damit auch die Komplexität und das Gewicht, waren bald speziell entwickelte Aufklärer nötig. Bei diesen war eine hohe Geschwindigkeit meist nicht nötig oder zum Teil sogar hinderlich, womit sich langsamere und kleinere Flugzeuge besser für diese Rolle eigneten, die dazu auch noch kostengünstiger eingesetzt werden konnten.
Die so entstandenen Aufklärer waren in der Regel Zweisitzer, wobei ein Besatzungsmitglied der Pilot war und die zweite Person ein Beobachter, der Fotos erstellen konnte und optional ein Maschinengewehr zur Verteidigung hatte. Als Aufklärer eigneten sich vor allem Flugzeuge mit Parasolflügel, was bedeutet, dass der Flügel nicht durch den Rumpf geht, sondern oberhalb dessen befestigt ist und sich somit nicht im Blickfeld des Beobachters befindet.
Für die Fotoaufklärung im größeren Stil kamen außerdem umgerüstete Bomber zum Einsatz, die genug Platz für eine umfangreiche Ausrüstung oder mehrere zusätzliche Besatzungsmitglieder boten und dennoch auf Grund ihrer Defensivbewaffnung und Panzerung überlebensfähig waren.
Lublin R-XIII, polnischer Aufklärer mit Parasolflügel
Piaggio P.10Italien
