Geschichte und Region/Storia e regione 28/2 (2019) -  - E-Book

Geschichte und Region/Storia e regione 28/2 (2019) E-Book

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Beschreibung

Dieses Heft untersucht Migration in gesellschaftlichen Näheverhältnissen und konkreten sozialen Praktiken in vier verschiedenen regionalen Räumen: im Ruhrgebiet, Wolfsburg, Prato und in einigen Gebieten der betriebszentrierten lokalen Dimension der DDR. Dabei fokussieren die Beträge auf den jeweiligen Nexus von Migration und Integration und den damit einhergehenden lokalen Aushandlungsprozessen seit den 1970er Jahren. *************** AUS DEM INHALT Christoph Lorke Außereuropäische "Werktätige" als interkulturelle Herausforderung. DDR-Betriebe und ihr Umgang mit Fremdheit Lutz Raphael Curricoli flessibili e stile di vita transnazionale. Biografie lavorative e strategie di sostentamento di famiglie di minatori turchi nel bacino della Ruhr (1970–2000) Alexander Kraus/Michael Siems Da oggetto ad attore. La politica di integrazione dei Gastarbeiter italiani a Wolfsburg durante gli anni della "normalizzazione" Anna Marsden "Benvenuti a Prato". L'imprenditoria migrante pratese ed il contraddittorio processo di integrazione della comunità cinese a partire dagli anni Novanta AUFSÄTZE / CONTRIBUTI Enzo Ianes "L'asilo è il mezzo più potente per la penetrazione dell'italianità": Il ruolo dell'Opera Nazionale Assistenza Italia Redenta nel processo di italianizzazione dell'Alto Adige FORUM Brigitte Mazohl Habsburg revisited. Drei Neuerscheinungen zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie REZENSIONEN / RECENSIONI

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Seitenzahl: 438

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt / Indice

Editorial / Editoriale Migration – Region – Integration Migrazione – regione – integrazione

Christoph Lorke

Außereuropäische „Werktätige“ als interkulturelle Herausforderung. DDR-Betriebe und ihr Umgang mit Fremdheit

Lutz Raphael

Curricoli flessibili e stile di vita transnazionale. Biografie lavorative e strategie di sostentamento di famiglie di minatori turchi nel bacino della Ruhr (1970–2000)

Alexander Kraus/Michael Siems

Da oggetto ad attore. La politica di integrazione dei Gastarbeiter italiani a Wolfsburg durante gli anni della “normalizzazione”

Anna Marsden

“Benvenuti a Prato”. L’imprenditoria migrante pratese ed il contraddittorio processo di integrazione della comunità cinese a partire dagli anni Novanta

Aufsätze / Contributi

Enzo Ianes

“L’asilo è il mezzo più potente per la penetrazione dell’italianità”: Il ruolo dell’Opera Nazionale Assistenza Italia Redenta nel processo di italianizzazione dell’Alto Adige

Forum

Brigitte Mazohl

Habsburg revisited. Drei Neuerscheinungen zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie

Rezensionen / Recensioni

Adelina Wallnöfer, Die politische Repräsentation des gemeinen Mannes in Tirol. Die Gerichte und ihre Vertreter auf den Landtagen vor 1500

(Renate Blickle)

Hansjörg Rabanser, Der Lauterfresser. Der Hexenprozess gegen Matthäus Perger in Rodeneck und seine Rezeption

(Christina Antenhofer)

Philipp Zwyssig, Täler voller Wunder. Eine katholische Verflechtungsgeschichte der Drei Bünde und des Veltlins (17. und 18. Jahrhundert)

(Erika Kustatscher)

Francesca Brunet, „Per essere quest’ufficio la chiave dell’Italia e Germania…“. La famiglia Taxis Bordogna e le comunicazioni postali nell’area di Trento e Bolzano (sec. XVI–XVIII) / „Da dieses Amt der Schlüssel für Italien und Deutschland ist…“. Die Familie Taxis Bordogna und die Postverbindungen im Raum Trient und Bozen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert

(Mirko Herzog)

Quinto Antonelli, Storia intima della Grande Guerra. Lettere, diari e memorie dei soldati al fronte

(Matteo Ermacora)

Giuseppe Albertoni/Marco Bellabarba/Emanuele Curzel (a cura di), La storia va alla guerra. Storici dell’area trentino-tirolese tra polemiche nazionali e primo conflitto mondiale

(Magda Martini)

Martin Göllnitz, Der Student als Führer? Handlungsmöglichkeiten eines jungakademischen Funktionärskorps am Beispiel der Universität Kiel (1927–1945)

(Christof Aichner)

Paolo Ferrari/Kirsten Maria Düsberg (Hg.), Dove ci portate? Wohin bringt ihr uns? Kam nas peljete?

(Elisabeth Malleier)

Hermann Brugger, Kunstraub in Südtirol 1939–1945

(Carl Kraus)

Costantino di Sante, Criminali del campo di concentramento di Bolzano. Deposizioni, disegni, foto e documenti inediti

(Carla Giacomozzi)

Claudia Rauchegger-Fischer, „Sind wir eigentlich schuldig geworden?“ Lebensgeschichtliche Erzählungen von Tiroler Frauen der Bund-Deutscher-Mädel-Generation

(Martha Verdorfer)

Martina Gugglberger (Hg.), Geschlechtergeschichte(n) des Alpinismus nach 1945

(Ingrid Runggaldier)

Abstracts

Autoren und Autorinnen / Autori e autrici

Editorial

Die Themen Migration und Integration haben in den letzten fünf Jahren zweifelsohne überall in Europa sowohl die Medien als auch die politische Agenda regelrecht dominiert. Dies galt vor allem in Bezug auf die Frage der Aufnahme von Flüchtlingen sowie der Integration von neuen und alten Migranten. Für ein Land wie Deutschland waren die knapp eine Million Asylanträge seit 2015 sicherlich ein klarer Beweis für die größte Migrationsbewegung in seiner Geschichte.1 Obwohl Analysten und Migrationsforscher-Innen bereits lange darauf hingewiesen hatten, dass in Zeiten von politischen Unruhen und Kriegszuständen die Fluchtmigration in Richtung konjunkturstärkeren und vor allem sicheren Regionen vorhersehbar sei, überraschten die Flüchtlingsströme aus den Krisengebieten des Nahen Ostens nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in weiteren europäischen Ländern – darunter sicherlich auch Italien – Politik und Zivilgesellschaft. Trotz einer teilweise ausgeprägten Willkommenskultur stellten sie oft eine Herausforderung – wenn nicht sogar eine Überforderung – für das ganze europäische System dar. Die unterschiedlichen, teilweise heftigen Reaktionen in den jeweiligen nationalen Kontexten sind nicht zuletzt auch auf eine nicht ausreichend differenzierte Darlegung solcher Phänomene seitens der Politik und der Medien zurückzuführen. Meist wurden und werden Phänomene und Begriffe wie Migration (darunter auch Flucht) und Integration weiterhin als unilineare und uniforme Prozesse in vermeintlich homogenen Gesellschaften und nicht als ganzheitliche, globale und eben allgegenwärtige Phänomene in der Geschichte der Menschheit beschrieben.

Trotz einer regen inter- und transdisziplinären Forschung in Soziologie, Anthropologie, Geographie sowie Demographie und den Wirtschaftswissenschaften beharren und behalten klassische Modelle und Konzepte bis heute in der öffentlichen Debatte eine starke interpretative Kraft, da sie ihren Fokus vor allem auf die wirtschaftlichen Implikationen der Migrationsphänomene setzten. Tatsächlich beobachtet man, wie der Hauptbezug für Medien und Politik also immer noch jene inzwischen klassischen statischen sozialwissenschaftlichen Interpretationsmodelle der Migrationsphänomene, wie zum Beispiel das „Push-Pull-Paradigma“, bleiben, wonach die Entscheidung auszuwandern vermeintlich aus einem langfristigen, rein wirtschaftlichen Kalkül hervorgehe.2 Ihre Anwendung sowie ihre kontinuierliche Vereinfachung im öffentlich-medialen Diskurs ist nicht immer funktional, wenn es darum geht, die Vielschichtigkeit der beschriebenen Prozesse wiederzugeben. Dies zeigt, dass noch ein langer Weg zurückgelegt werden muss, ehe außerhalb des wissenschaftlichen Diskurses alte Deutungsmuster und Paradigmen aufgebrochen werden können.3 In diesem Sinne haben die Geschichtswissenschaften eine wichtige Transfer- und Orientierungsrolle für Gesellschaft und Politik: Eine ihrer Aufgaben ist es gewiss, Impulse der Gegenwart zum Ausgangspunkt zeithistorischer Analysen zu machen, um wiederum der aktuellen, mit der Migration verbundenen Problemlage eine historische Tiefenschärfe zu geben. Gerade durch die historisch begründete Feststellung, dass Migration eine Konstante der Geschichte ist und dass Bewegung unterschiedliche Formen und Dynamiken in der Geschichte annimmt, kann den teilweise erhitzten politischen Debatten zu diesen Themen eine solide Orientierung entgegengesetzt werden.4

In der entstehenden Migrationsforschung setzte bereits in den 1960er Jahren ein vielfältiges und differenziertes Bild der Migrationsphänomene an, die nicht nur wirtschaftliche Faktoren, sondern zunehmend auch intersektionale Motivationserklärungen miteinbezieht. Neben der Darstellung einer engen Verbindung zwischen Migration und Arbeitsmarkt, welche noch in den 1980er und 1990er Jahren immer wieder im Sinne einer „Push-Pull-Beziehung“ zwischen der industrialisierten Welt und den unterentwickelten Wirtschaften bzw. zwischen armen und reichen Ländern herangezogen wurde,5 etablierte sich in den 1980er Jahren auch eine neue Generation von Sozialhistorikern wie Charles Tilly, William McNeil, Nicholas Canny, Leslie Page Moch und Dirk Hoerder, die mit ihren Studien die allgegenwärtigen Vorstellung von Migration als unilinearen Prozess bzw. als Symptom der Krise zu überwinden versuchten und diese als einen integraler Bestandteil der europäischen Geschichte betrachteten.6 Diese neue Richtung führte zu einer methodologischen Erneuerung der historischen Migrationsforschung. Allmählich wurden nicht mehr nur statistische Daten und Quellenbeständen aus politischen und sozialen Institutionen, sondern auch Ego-Dokumente wie Briefe, Tagebücher und Lebensläufe, Zeitungsanzeigen sowie eine Vielfalt an visuellen Materialien wie Gemälde, Zeichnungen, Fotos, Filme immer häufiger einbezogen. Dadurch hat sich eine Fülle an analytischen Möglichkeiten und neuen hermeneutischen Perspektiven eröffnet, die unter anderem auch eine Dekonstruktion des starren neoklassischen unilinearen Bilds der Migrationsphänomene in einen dreigegliederten Migrationsprozess (Auswanderung, Reise, Niederlassung) bewirkten. Während sich dadurch das Spektrum dessen erweiterte, was mit Migration gemeint ist – langfristige, mittelfristige, kurzfristige Migrationen, saisonale oder periodische Migrationen, zirkuläre Migrationen usw. –, kommen seitdem auch stetig neue Auswanderungskategorien hinzu: Arbeitswanderung, Bildungs- und Ausbildungswanderung, Pflege- und Hausarbeiterinnenwanderung, Entsendung, Gesellenwanderung, Gewaltmigration, Heirats- und Liebeswanderung, Lebensstilmigration, Nomadismus, Siedlungswanderung, Sklaven- und Menschenhandel, Wanderarbeit, Wanderhandel.7 Zugleich setzte sich etwa mit der methodologischen Implementierung der Oral History, d. h. durch die Möglichkeit, Motive, Ziele, Handlungswissen, Handlungsstrategien, Selbstkonstruktionen und Identitätsverortungen der Migranten zu untersuchen, auch eine weitere analytische Ausdifferenzierung des migrantischen Identitätsspektrums durch. Dadurch rücken auch immer mehr kleinere räumliche Bezüge, einzelne Migrantengruppen als handelnde Subjekte sowie ihre Wirkung und Auswirkung auf die Ankunftsgesellschaften in den Fokus der Migrationsforschung. Dafür plädieren bereits seit den 1970er Jahren historische Teildisziplinen wie die Urban History, die Familiengeschichte sowie die Arbeitsgeschichte für eine neue qualitative Analyse, in der einzelne Migrantengruppen als handelnde Subjekte sowie ihre Beziehungen zu den unterschiedlichen migrantischen Netzwerken der Ankunftsgesellschaft in den Fokus genommen werden müssen.

Ähnlich wie für das Konzept der „Migration“ gingen in den letzten zwei Jahrzehnten aus dieser Ausdifferenzierung auch eine Reihe an neuen Ansätzen und Vorstellungen von „Integration“ als langfristiger und nicht gradliniger Prozess hervor, die u. a. die kulturelle, soziale, identitätsbezogene und strukturelle Dimension umfassen.8 Diese bieten eine systematische Aufschlüsselung der verschiedenen Bereiche sowie der unterschiedlichen Teilprozesse, in denen bzw. wodurch sich unterschiedliche Kategorien von Migranten mit den anderen Teilen der Gesellschaft verbinden und somit soziale Akteure ihrer eigenen Integration werden.9 Die jüngste sozialwissenschaftliche Literatur beschäftigt sich intensiv mit der Entstehung von „migrantischen Unternehmen“10 und mit der Selbständigkeit von Zugewanderten auf dem europäischen Arbeitsmarkt.11 Diese Studien zeigen eine Reihe an positiven Auswirkungen der Migrantenökonomie und der kulturellen Vielfalt in der Arbeitswelt sowohl auf die kommunalen als auch auf die staatlichen Kassen auf. Integration ist also auf einer Seite sicherlich das Resultat von gezielten Maßnahmen der Integrationspolitik durch spezifische Institutionen. Sie ist aber durchaus auch das Resultat der Verteilung und Wahrnehmung von Chancen sowie der Schaffung von Voraussetzungen, welche noch in der zweiten und dritten Generation teilweise entscheidend die Konstruktion eines Zugehörigkeitsgefühls und die Selbstidentifizierung mit der Aufnahmegesellschaft beeinflussen (d. h. die Ebene der identitätsbezogenen Integration).12

In seinem Werk Europa in Bewegung weist Klaus Bade beispielsweise darauf hin, dass Migrationsbewegungen von staatlichen Institutionen noch nie dermaßen kontrolliert, reguliert, beeinflusst oder verhindert wurden wie im Europa des 20. Jahrhunderts. Nicht nur Menschen über Grenzen, sondern auch Grenzen über Menschen haben sich in dieser Zeit hinwegbewegt.13 Dabei hat sich auch mehrfach gezeigt, dass die Migrationspolitik der Regierungen meistens dort an ihre eigene Grenze zu stoßen scheint, wo Migration und vor allem Integration ausgehandelt werden müssen: auf lokaler Ebene.

Während also die Akquisition von Rechten in den zentralen Strukturen der Aufnahmegesellschaft sowie ihre Ausübung in Bezug auf Arbeit, Bildung, Teilhabe usw. (Stichwort „strukturelle Integration“)14 sicherlich auf einer eher allgemeinen, oft nationalen politischen Ebene zu verorten sind, betreffen die Prozesse der kulturellen sowie auch der sozialen Integration der Migranten und ihrer Nachfahren öfter die subjektive und private (Entscheidungs)Ebene der lokalen gesellschaftlichen Näheverhältnisse. Zudem zeigen empirische Studien seit den 1990er Jahren, dass Assimilationsund Integrationsprozesse nicht zwingend mit einer reellen bzw. mit einer durch die Politik geplanten sozialen Aufwärtsmobilität der Migranten einhergehen. Vielmehr folgen diese einer Entwicklungslinie, bei der auch gegenseitige Transformationsprozesse mit und in der Aufnahmegesellschaft eine Rolle spielen.15 Auch im Sinne einer Entkräftung von nationalen Narrationen über Migration und Integration bekräftigt Jochen Oltmer die Notwendigkeit, „Migrations- und Niederlassungsvorgängen unterhalb des Nationalstaates“ zu untersuchen. Denn auf dieser Ebene werden durch „politische, soziale, administrative, kulturelle oder pädagogische Praktiken […] neue migratorische Realitäten“ produziert,16 wodurch Diversität immer wieder aufs Neue verhandelt werden muss.

Mit diesem Themenheft von „Geschichte und Region/Storia e regione“ möchten wir uns den Ansatz und den Vorschlag von Jochen Oltmer zu eigen machen und Migration aus der Perspektive von „Relationen, Hierarchien und Wechselverhältnisse[n] in gesellschaftlichen Näheverhältnissen und konkreten sozialen Praktiken“ untersuchen und daher am Beispiel von vier Fallstudien dem Nexus zwischen Migration und Integration in Bezug auf Region auf den Grund gehen. Dabei wird der lokale bzw. regionale Bezug offen verstanden. Deshalb fokussieren die vier Beiträge des Heftes in ihrer problemorientierten Analyse auf vier an sich unterschiedliche kulturelle, geographische bzw. wirtschaftliche Räume: Das Ruhrgebiet, Wolfsburg, Prato und einige Gebiete der betriebszentrierten lokalen Dimension der DDR.

Alle Beiträge konzentrieren sich auf die Entwicklungen der lokalen Aushandlung von Migration und Integration in Zentren, Städten und Regionen, die bereits während des gesamten 20. Jahrhunderts und teilweise schon vorher durch Migration, soziale Mobilität und Diversität geprägt worden sind. All diese Regionen haben daher seit den 1970er Jahren vergleichbare Veränderungen in der Migrationstypologie erlebt: von der freiwilligen Mobilität oder einer gezielten Arbeitsmigration hin zu Zuwanderungsbewegungsformen, die durch unfreiwillige Mobilität in Folge von Kriegsgefahren, existenzieller Bedrohungen und politischer Verfolgung charakterisiert waren. Diese Veränderungen verbinden sich mit der gemeinsamen Erfahrung des post-industriellen Strukturwandels und seinen Herausforderungen.

Lutz Raphael rekonstruiert in diesem Sinne in seinem Beitrag die Erfahrungen und die „Haushaltsstrategien“ türkischer Familien im Kontext der Transformationen der Montanindustrie des Ruhrgebiets seit den 1970er Jahren. Mit den Transformationen nach der Ölkrise war die Aneignung von neuen Arbeitsbiographien sowie die Entwicklung von Anpassungs- und Überlebensstrategien für die Migrantenfamilien plötzlich unabdingbar, da sie, wie die einheimischen Familien, ihre Existenz durch Arbeitslosigkeit, Werkschließungen und Konjunkturkrisen bedroht sahen.

Aus der Annahme heraus, dass Integration ein langfristiger und nicht geradliniger Prozess ist, der unter anderem die kulturelle, soziale, identitätsbezogene und strukturelle Dimension umfasst, werden im Fokus der hier vorgestellten mikrohistorisch und mikrosoziologisch angelegten Recherchen daher nicht nur Behörden und Betriebe sowie die weiteren Strukturen der gesellschaftlichen Mesoebene (Kirchen, Gewerkschaften, Schulen usw.) berücksichtigt, sondern unterschiedliche Migrantenkategorien und -gruppen.

Anna Marsden beschäftigt sich mit der weniger erforschten Typologie von Migranten aus China, die in Italien ins Unternehmertum einsteigen. Im Fokus des Beitrages steht daher die chinesische Migration nach Prato, die Textilstadt nördlich von Florenz. Marsden stellt die Entwicklung einer Stadt und die Integrationsdynamik der größten chinesischen Gemeinschaft in Italien (und wahrscheinlich auch in Europa) durch die Linse eines offensichtlichen und konfliktreichen Widerspruchs dar. Auf einer Seite die Rettung der industriellen Textilproduktion und -verarbeitung in der Stadt durch den raschen Ausbau einer chinesischen Unternehmenslandschaft, welche die Stadt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch urbanistisch prägte; andererseits die in den letzten Jahren entstandenen diskriminierenden und repressiven antichinesischen Ressentiments und Politiken, die auch als Reaktion auf eine lokale Integrationsdynamik gesehen werden können. Letztere wurde und wird von den chinesischen Migranten selbst durch ein legitimes und sichtbares Streben nach unternehmerischer Unabhängigkeit und sozialer Mobilität stark charakterisiert.

Tatsächlich bestand eine gemeinsame Aufgabe und gleichzeitig eine gemeinsame Herausforderung für die Beitragenden dieses Heftes, auch die Formen des Eigensinns und den individuellen Beitrag der Migranten in Bezug auf die eigene Integration zu erfassen und sie daher möglicherweise auch jenseits ihrer Rolle als passive Objekte innerhalb des staatlichen Integrationsprozesses zu beschreiben. Dieses Desiderat wurde von Christoph Lorke am Beispiel der gegenseitigen, ja teilweise gegenläufigen, interkulturellen Herausforderungen für die Betriebe der DDR in der Integration der Vertragsarbeiter aus Algerien, Kuba, Mosambik, Vietnam und Angola in den 1970er und 1980er Jahren übernommen. In seinem Aufsatz zeigt Lorke, wie neben dem grundsätzlich „engmaschigen Netz an administrativen staatlichen Regulierungsmechanismen und nicht zu negierenden asymmetrischen Machtverhältnissen“ unter den ArbeiterInnen auch Strategien der Selbstbehauptung möglich waren. Diese waren aber jedoch auch stark „von den jeweils lokal vorgefundenen Strukturen und Möglichkeiten abhängig“.

Neben den Beispielen zur Herausbildung von Praxismustern und -strukturen in der Bewältigung von Zuwanderung und zur Integration, gehen die Beiträge auch auf Konflikte, Interdependenzen und neue Problemlagen ein, die gerade aus diesen Praxisformen heraus entstanden sind. Denn eine gemeinsame Erforschung lokaler Formen von politischen, sozialen, administrativen, wirtschaftlichen sowie kulturellen Praktiken der Integration öffnet unter anderem eine weitere Perspektive auf jene gesamtgesellschaftlichen und strukturellen Veränderungen, die wiederum nur indirekt mit Migration in Verbindung stehen: zum Beispiel die historische Entwicklung der Bildungssysteme oder die Schaffung sowie die Verfestigung von neuen Formen der sozialen Ungleichheit, welche nicht in erster Linie von den Migrationsphänomenen geschaffen worden sind, aber trotzdem dadurch verschärft wurden.

Alexander Kraus und Michael Siems erörtern diese gegenläufigen Dynamiken und Prozesse des Wandels und der Anpassung im Kontext der Volkswagenstadt Wolfsburg der 1970er Jahre. Nach der ersten Ölkrise 1973 und dem sogenannten Anwerbestopp übernehmen die westdeutschen Kommunen von den Betrieben die Rolle des institutionellen Lenkers der Integration. Für die Gastarbeiter in der BRD, insbesondere für die Italiener, tritt damit eine Phase der „Normalisierung“ ihrer Existenz in Deutschland ein, die gleichzeitig aber auch einen spannungsreichen Wandel ihrer Lebenssituationen bedeutete. Siems und Kraus verdeutlichen diese Spannungen durch vier Querschnitte, die die kommunalpolitischen Integrationsbestrebungen, die Akzeptanz der Italiener in der Stadtgesellschaft, den Wandel ihrer Wohnsituation sowie die Situation der schulischen Bildung miteinbeziehen.

Die Idee dieses Heftes wurde 2018 am Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen im Rahmen des Projektes Social and Emotional Learning for Mutual Awareness „Selektivität und Mehrdeutigkeit in Arbeitskulturen“ (SELMA)17 entwickelt. Die Umsetzung wurde wiederum 2019 dank der Universität Trier und durch eine Gastprofessur der Universität der Großregion (UniGR) an der Université de Lorraine ermöglicht. An alle Unterstützer dieses Vorhaben geht der aufrichtige Dank der AutorInnen und des Herausgebers des Heftes.

1 Herbert Brücker et al. (Hg.), IAB-BAMFSOEP-Befragung von Geflüchteten. Überblick und erste Ergebnisse, Berlin 2016; URL: https://www.europarl.europa.eu/infographic/welcoming-europe/index_de.html [20.01.2020]; URL: https://mediendienst-integration.de/migration/flucht-asyl/zahl-der-fluechtlinge.html [20.01.2020].

2 Ursprünglich bereits Ende des 19. Jh. vom Demographen und Kartographen Ernst Ravenstein postuliert, sieht die „Push-and-Pull Theorie“ in den ungünstigen Bedingungen im Herkunftsland (Arbeitslosigkeit, Verfolgung, extrem hohe Steuern) den wichtigsten Antrieb auszuwandern.

3 Douglas S. Massey et al. (Hg.), Worlds in Motion. Understanding International Migration at the End of the Millenium, Oxford 1998; Jochen Oltmer/Michael Schubert, Migration und Integration in Europa seit der Frühen Neuzeit. Eine Bibliographie zur Historischen Migrationsforschung, Osnabrück 2005; Klaus J. Bade (Hg.), Enzyklopädie Migration in Europa. Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Paderborn 2010.

4 Für eine ausführliche Darstellung siehe Massimiliano Livi, Von und/oder mit der Geschichte Lernen. Paradigmen und Methoden der Geschichtswissenschaft für die Erforschung von Migration und Arbeitsmarktintegration seit den 1970er Jahren. In: Alexandra David et al. (Hg.), Migration und Arbeit. Herausforderungen, Problemlagen und Gestaltungsinstrumente, Opladen 2019, S. 387–408. Dieser Aufsatz stellt die zentrale Vorüberlegung zu diesem Heft von „Geschichte und Region/Storia e regione“ dar.

5 Rudolf Heberle, Theorie der Wanderungen. Soziologische Betrachtungen. In: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft 75 (1955), 1, S. 1–23; Larry A. Sjaastad, The Costs and Returns of Human Migration. In: Journal of Political Economy 70 (1962), 5, S. 80–93; Everett S. Lee, A Theory of Migration. In: Demography 3 (1966), 1, S. 47–57; Michael P. Todaro, A Model of Labor Migration and Urban Unemployment in Less Developed Countries. In: The American Economic Review 59 (1969), 1, S. 138–148; Michael J. Piore, Birds of Passage. Migrant Labor and Industrial Societies, Cambridge 1979; Saskia Sassen, The Mobility of Labor and Capital. A Study in international Investment and Labor Flow, Cambridge 1988.

6 Dies folgte in der Tat einer Intuition des britischen Historikers Frank Thistlethwaite: Frank Thistlethwaite, Migration from Europe Overseas in the Nineteenth and Twentieth Centuries. In: XIe Congre International des Sciences Historiques (Rapport V: Historie Contemporaine) Stockholm 1960, S. 32–60; Charles Tilly, Migration in Modern European History. In: William Hardy McNeill/ Ruth S. Adams (Hg.), Human Migration. Patterns and Policies, Bloomington 1978; Nicholas P. Canny, Europeans on the Move. Studies on European Migration 1500–1800, Oxford/New York 1994; Leslie Page Moch, Moving Europeans. Migration in Western Europe since 1650, Bloomington 1992; Dirk Hoerder/Leslie Page Moch, European Migrants. Global and Local Perspectives, Boston 1996.

7Bade et al. (Hg.), The Encyclopedia of Migration and Minorities in Europe; Christiane Harzig, What is Migration History?, Cambridge 2009; Sylvia Hahn, Historische Migrationsforschung, Frankfurt a. M. 2012; Jochen Oltmer, Migration. Geschichte und Zukunft der Gegenwart, Darmstadt 2017.

8 Richard D. Alba/Victor G. Nee, Remaking the American Mainstream. Assimilation and Contemporary Immigration, Cambridge/ London 2005.

9 Silke Hans, Theorien der Integration von Migranten. Stand und Entwicklung. In: Heinz Ulrich Brinkmann/Martina Sauer (Hg.), Einwanderungsgesellschaft Deutschland, Wiesbaden 2016, S. 23–50, hier S. 25.

10 Alexandra David, Immigrant Entrepreneurship – A Chance for Labour Market Integration of Refugees? In: Alexandra David/Ileana Hamburg (Hg.), Entrepreneurship and Entrepreneurial Skills in Europe. Examples to Improve Potential Entrepreneurial Spirit, Opladen 2017, S. 77–101.

11 Hans Dietrich von Loeffelholz, Migrantenökonomie. In: Karl-Heinz Meier-Braun/Reinhold Weber (Hg.), Migration und Integration in Deutschland. Begriffe – Fakten – Kontroversen, Bonn 2013, S. 104–106; Peter Bartelheimer/ Nils Pagels, Lokale Integrationspolitik und lokaler Arbeitsmarkt. In: Frank Gesemann/Roland Roth (Hg.), Lokale Integrationspolitik in der Einwanderungsgesellschaft. Migration und Integration als Herausforderung von Kommunen, Wiesbaden 2009, S. 469–498.

12Hans, Theorien der Integration, S. 25; Friedrich Heckmann/Dominique Schnapper (Hg.), The Integration of Immigrants in European Societies. National Differences and Trends of Convergence, Boston 2003, S. 10.

13 Klaus J. Bade, Europa in Bewegung. Migration vom späten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, München 2000.

14 Eine strukturelle Integration ist erfolgt, wenn Migranten und Migrantinnen im Schul- und Berufsbildungssystem oder im Arbeitsmarkt des Ziellandes integriert sind.

15 Hartmut Esser, Sprache und Integration. Die sozialen Bedingungen und Folgen des Spracherwerbs von Migranten, Frankfurt a. M. 2006; Herbert J. Gans, Ethnic Invention and Acculturation, a Bumpy-Line. In: Journal of American Ethnic History 12 (1992), 1, S. 42–52, hier S. 44.

16 Jochen Oltmer (a cura di), Migrationsregime vor Ort und lokales Aushandeln von Migration, Wiesbaden 2018, p. 2.

17 Das Projekt „Selektivität und Mehrdeutigkeit in Arbeitskulturen: Ressourcen und potenzialorientierte Gestaltung der Arbeitswelt für Flüchtlinge in den Branchen Altenpflege, IT-Wirtschaft und Bauhandwerk - SELMA” wurde durch das Programm des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW „Geistesund Gesellschaftswissenschaften in NRW“ finanziert.

Editoriale

In tutta Europa i temi della migrazione e dell’integrazione hanno indubbiamente dominato negli ultimi cinque anni sia i media che l’agenda politica. Ciò è stato particolarmente vero per quanto riguarda la questione dell’accoglienza dei rifugiati e dell’integrazione di nuovi e vecchi migranti. Le quasi un milione di richiesta d’asilo presentate in Germania dal 2015, ad esempio, sono state un segno tangibile della più grande movimento migratorio della sua storia repubblicana.1 Sebbene analisti e ricercatori in materia di migrazione avessero da tempo sottolineato che in tempi di disordini politici e militari, la fuga verso regioni economicamente più forti e, soprattutto, più sicure è sempre ampiamente prevedibile, i flussi di rifugiati dalle regioni in crisi del Medio Oriente hanno preso di sorpresa non solo la Germania, ma anche altri paesi europei – tra cui certamente l’Italia – sia il mondo politico che la società civile. Nonostante una cultura dell’accoglienza anche molto pronunciata, tali flussi hanno spesso rappresentato una sfida – talvolta percepita come eccessiva – per l’intero sistema europeo. Le diverse reazioni, anche violente, nei rispettivi contesti nazionali sono dovute anche al fatto che la presentazione politica e mediatica di tali fenomeni non è stata sempre sufficientemente differenziata. Nella maggior parte dei casi, fenomeni e concetti come la migrazione (inclusa la fuga) e l’integrazione sono stati e continuano ad essere descritti come processi unilineari e uniformi in società apparentemente omogenee, piuttosto che come fenomeni complessi, globali e onnipresenti nella storia umana.

Nonostante una vivace ricerca inter- e transdisciplinare in sociologia, antropologia, geografia, demografia ed economia, i modelli e i concetti classici persistono e mantengono fino ad oggi un forte potere interpretativo nel dibattito pubblico, poiché si concentrano principalmente sulle implicazioni economiche dei fenomeni migratori. Infatti, è possibile osservare come il principale riferimento per i media e la politica siano ancora oggi soprattutto quei modelli statici di interpretazione dei fenomeni migratori classici offerti dalle scienze sociali (ad esempio il “paradigma del push-pull”), secondo il quale la decisione di emigrare deriva da un calcolo puramente economico a lungo termine.2 La loro applicazione, così come la loro continua semplificazione nel discorso pubblico-mediatico, non è sempre del tutto adatta al fine di riflettere sulla complessità dei processi presi in esame. Dimostrano al contrario che c’è ancora molta strada da fare prima che i nuovi paradigmi possano penetrare anche al di fuori della comunità scientifica.3 In questo senso quella delle scienze storiche si mostra nuovamente come una importante funzione di trasferimento e di orientamento per la società e la politica. Uno dei suoi compiti è certamente quello di fare degli impulsi del presente il punto di partenza per l’analisi storica, al fine di dare profondità ai problemi attuali legati alla migrazione. È proprio attraverso l’affermazione, storicamente fondata, che le migrazioni sono una costante della storia e che in essa il muoversi assume forme e dinamiche diverse, che si può dare un orientamento solido ai dibattiti politici, talvolta accesi, su questi temi.4

Un quadro diversificato e differenziato dei fenomeni migratori ha cominciato a delinearsi nel campo, allora emergente della ricerca sulle migrazioni, già negli anni Sessanta, includendo non solo fattori economici, ma sempre più spesso anche letture intersezionali e motivazionali. Oltre a mostrare una stretta connessione tra migrazione e mercato del lavoro, che è stata ancora più volte descritta negli anni Ottanta e Novanta in termini di un “rapporto push-pull” tra il mondo industrializzato e le economie sottosviluppate ovvero tra paesi poveri e paesi ricchi,5 gli anni Ottanta hanno visto anche la nascita di una nuova generazione di storici sociali come Charles Tilly, William Mc-Neil, Nicholas Canny, Leslie Page Moch e Dirk Hoerder, i cui studi hanno cercato di superare l’onnipresente concezione della migrazione come processo unilineare, sintomo di una crisi e hanno iniziato a vederla come parte integrante della storia europea.6 Questo nuovo approccio ha condizionato anche un rinnovamento metodologico nella ricerca storica. A poco a poco sono stati inclusi non solo dati statistici e fonti provenienti da strutture e autorità politiche e sociali, ma anche documenti personali come lettere, diari e curriculum vitae, annunci su giornali e una varietà di materiali visivi come dipinti, disegni, foto, film. Ciò ha aperto agli studiosi una varietà di possibilità analitiche e nuove prospettive ermeneutiche che, tra l’altro, hanno portato a decostruire la rigida immagine neoclassica unilineare dei fenomeni migratori in un processo a tre fasi (emigrazione, viaggio, insediamento). Questo non ha solo ampliato la gamma dei significati di “migrazione” – a lungo termine, a medio termine, a breve termine, stagionale o periodica, circolare, ecc. –, da allora si sono aggiunte anche nuove categorie di migrazione: migrazione per motivi di lavoro, migrazione per motivi di istruzione e formazione, migrazione delle donne che si occupano di assistenza e delle collaboratrici domestiche, distacco, migrazione di lavoratori a domicilio, migrazione violenta, migrazione per motivi matrimoniali e d’amore, migrazione per motivi di stile di vita, nomadismo, migrazione di insediamento, schiavi e tratta di esseri umani, lavoro migrante, commercio di migranti.7 Allo stesso tempo anche l’implementazione metodologica della storia orale, cioè la possibilità di indagare le motivazioni, gli obiettivi, la conoscenza dell’azione, le strategie di azione, le auto-costruzioni e le localizzazioni identitarie dei migranti, ha portato anche ad un’ulteriore differenziazione analitica dello spettro dell’identità migrante. Di conseguenza, la ricerca sulle migrazioni si è concentrata sempre più su riferimenti spaziali ridotti, su singoli gruppi di migranti come soggetti attivi e sul loro impatto sulle società di arrivo.

A partire dagli anni Settanta, discipline storiche specifiche come la storia urbana, la storia familiare e la storia del lavoro ragionano su nuove tipologie di analisi qualitativa che prendano in esame sia i singoli gruppi di migranti come soggetti attivi sia il loro rapporto con le varie reti di migranti della società d’arrivo. Analogamente al concetto di “migrazione”, negli ultimi due decenni sono emersi da questa differenziazione una serie di nuovi e diversi approcci e prospettive sul concetto di “integrazione” come processo a lungo termine e non lineare, che comprendono la dimensione culturale, sociale, identitaria e strutturale.8 Questi offrono, tra l’altro, una ripartizione sistematica delle diverse aree e dei diversi sottoprocessi attraverso i quali diverse categorie di migranti si collegano con altre parti della società e diventano così attori sociali della propria integrazione.9 Di recente le scienze sociali si stanno occupando più intensamente dell’emergere di “imprese migranti”10 e del ruolo del lavoro autonomo degli immigrati sul mercato europeo.11 Questi studi mettono soprattutto in evidenza la serie di effetti positivi sia sui bilanci comunali che su quello statale dell’economia dei migranti e della diversità culturale nel mondo del lavoro. Da un lato, quindi, l’integrazione è certamente il risultato di interventi mirati di politica di integrazione da parte di specifiche istituzioni; dall’altro, è però anche il risultato della distribuzione e della percezione delle opportunità e della creazione di condizioni che, anche nella seconda e terza generazione, influenzano ancora in parte in modo decisivo la costruzione di un senso di appartenenza e di auto-identificazione con la società ospitante (cioè il livello di integrazione identitaria).12

Nella sua opera Europa in Bewegung, Klaus Bade sottolinea, ad esempio, che mai prima d’ora i movimenti migratori sono stati controllati, regolati, influenzati o impediti dalle istituzioni statali come nell’Europa del XX secolo. Non solo le persone oltre le frontiere, ma anche i confini si sono mossi in questo periodo sulle persone stesse.13 È stato anche dimostrato in diverse occasioni che le politiche migratorie dei governi sembrano solitamente raggiungere i propri limiti laddove la migrazione e soprattutto l’integrazione devono essere negoziate: a livello locale.

Così, mentre l’acquisizione dei diritti nelle strutture centrali della società ospitante e il loro esercizio in termini di lavoro, istruzione, partecipazione, ecc. (“integrazione strutturale”)14 possono certamente essere collocati su un livello politico piuttosto generale, spesso nazionale, i processi di integrazione culturale e sociale dei migranti e dei loro discendenti riguardano più spesso il livello soggettivo e privato (decisionale) della prossimità sociale a livello locale. Inoltre, gli studi empirici condotti a partire dagli anni Novanta dimostrano che i processi di assimilazione e di integrazione non sono necessariamente accompagnati da una reale mobilità sociale dei migranti, sebbene politicamente pianificata. Piuttosto esse seguono una linea di sviluppo in cui anche i processi di trasformazione reciproca con e nella società ospitante hanno un ruolo decisivo.15 Anche allo scopo di invalidare le narrazioni nazionali sulla migrazione e l’integrazione, Jochen Oltmer nel 2018 nella sua collettanea Migrationsregime vor Ort und lokales Aushandeln von Migration sottolinea la necessità di studiare “i processi di migrazione e di insediamento al di sotto dello stato nazionale”. È a questo livello, infatti, che attraverso “pratiche politiche, sociali, amministrative, culturali o educative” si producono “nuove realtà migratorie”,16 per cui la diversità deve essere continuamente rinegoziata.

Con questo numero di “Storia e Regione/Geschichte und Region” ci proponiamo, adottando l’approccio e la proposta formulata da Jochen Oltmer, di esaminare la migrazione dal punto di vista delle “relazioni, delle gerarchie e delle interrelazioni nella prossimità sociale e nelle pratiche sociali concrete” attraverso quattro casi studio con i quali approfondire il nesso tra migrazione e integrazione in relazione alla dimensione regionale. In questo contesto, il riferimento locale o regionale è apertamente inteso. Per questo motivo, nella loro analisi gli autori di questo numero hanno avuto modo di riferirsi a quattro aree culturali, geografiche ed economiche di per sé diverse: il bacino della Ruhr, Wolfsburg, Prato e diverse aree della Repubblica Democratica Tedesca, caratterizzate dalla centralità della fabbrica sul territorio.

Tutti i contributi si concentrano sulle dinamiche di negoziazione a livello locale di migrazione e integrazione nei centri, nelle città e nelle regioni già fortemente segnati da mobilità territoriale, mobilità sociale e dalla diversità culturale nel corso del XX secolo e in alcuni casi anche prima. Tutte queste regioni hanno quindi vissuto, a partire dagli anni Settanta, cambiamenti comparabili anche nelle tipologie di migrazione: dalla mobilità volontaria o dalla migrazione mirata per motivi di lavoro a forme di migrazione caratterizzate da una mobilità involontaria come conseguenza della minaccia di guerra, di minacce esistenziali e di persecuzioni politiche. Questi cambiamenti si combinano con l’esperienza comune del cambiamento strutturale post-industriale e delle sue sfide.

In questo senso, Lutz Raphael ricostruisce nel suo contributo l’esperienza e “le strategie domestiche” delle famiglie turche nel contesto delle trasformazioni dell’industria del carbone e dell’acciaio dell’area della Ruhr a partire dagli anni Settanta. Con le trasformazioni successive alla crisi petrolifera, l’acquisizione di nuove biografie lavorative e lo sviluppo di strategie di adattamento e di sopravvivenza diventano improvvisamente indispensabili per le famiglie migranti, poiché esse, come le famiglie tedesche, vedono la loro esistenza minacciata dalla disoccupazione, dalla chiusura degli impianti e dalle crisi economiche.

Partendo dal presupposto che l’integrazione è un processo complesso a lungo termine che include la dimensione culturale, sociale, identitaria e strutturale, le ricerche microstoriche e microsociologiche qui proposte si concentreranno quindi non solo sulle autorità e sulle imprese e sui corpi intermedi della società (chiese, sindacati, scuole, ecc.), ma anche sulle diverse categorie e gruppi di migranti.

Anna Marsden ci propone nel suo contributo quindi una tipologia poco studiata di migranti, quelli provenienti dalla Cina che diventano imprenditori in Italia. Il contributo si occupa infatti della migrazione cinese verso Prato, la città del tessile a nord di Firenze. Marsden presenta lo sviluppo di una città e le dinamiche di integrazione della più grande comunità cinese in Italia (e probabilmente in Europa) attraverso la lente di una evidente contraddizione piena di conflittualità. Da un lato, il salvataggio della produzione e della lavorazione tessile industriale in città, effetto della rapida espansione di un panorama industriale cinese che ha plasmato la città non solo dal punto di vista economico, ma anche da quello urbanistico. D’altra, l’emergere negli ultimi anni di sentimenti e di politiche discriminatorie nonché repressive anti-cinesi, che possono essere viste anche come la reazione a una dinamica di integrazione locale fortemente influenzata dagli stessi migranti cinesi, la cui cifra è da sempre una legittima ed evidente aspirazione all’indipendenza imprenditoriale e alla mobilità sociale.

Infatti, un compito e allo stesso tempo una sfida comuni per gli autori di questo numero è stato quello di cogliere anche le forme di caparbietà e il contributo dei migranti alla propria integrazione e quindi, possibilmente, di descriverli al di là del loro ruolo di oggetti passivi del processo di integrazione istituzionale. Questo compito è stato ripreso da Christoph Lorke portando l’esempio delle reciproche, talvolta anche contraddittorie, sfide interculturali affrontate dalle imprese della RDT nell’integrazione dei lavoratori a contratto provenienti da Algeria, Cuba, Mozambico, Vietnam e Angola negli anni Settanta e Ottanta. Nel suo saggio, Lorke mostra come, nonostante i rigidi “meccanismi di regolamentazione amministrativa statale” ed i “rapporti di potere asimmetrici che non possono essere negati”, tra i lavoratori fossero possibili anche strategie di autoaffermazione. Tuttavia, anche queste dipendevano fortemente “dalle rispettive strutture e dalle possibilità” offerte a livello locale.

Oltre a mettere in evidenza le esperienze di sviluppo di modelli e strutture pratiche nell’affrontare l’immigrazione e l’integrazione, i contributi affrontano anche i conflitti, le interdipendenze ed i nuovi problemi che sono sorti proprio da queste prassi. L’indagine congiunta sulle forme locali di prassi politiche, sociali, amministrative, economiche e culturali dell’integrazione apre un’ulteriore prospettiva su quei cambiamenti che sono solo indirettamente legati alla migrazione. Ad esempio, lo sviluppo storico dei sistemi educativi o la creazione e il consolidamento di nuove forme di disuguaglianza sociale, che se non sono state create principalmente dai fenomeni migratori ne sono però state esacerbate.

Alexander Kraus e Michael Siems discutono di queste dinamiche e processi di cambiamento ed adattamento talvolta contrastanti nel contesto della Wolfsburg degli anni Settanta, la città della Volkswagen. Dopo la prima crisi petrolifera del 1973 e il cosiddetto “blocco delle assunzioni”, i comuni della Germania occidentale hanno rilevato dalle aziende il ruolo di gestori e coordinatori dell’integrazione. Per i lavoratori ospiti (Gastarbeiter) della Repubblica Federale Tedesca (RFT), soprattutto per gli italiani, iniziava in quel periodo una fase di “normalizzazione” della loro esistenza in Germania, che allo stesso tempo, però, portava con sé un cambiamento esistenziale pieno di tensioni. Siems e Kraus ne danno conto attraverso quattro ambiti, che comprendono gli sforzi di integrazione politica comunale, l’accettazione degli italiani nella società urbana, i cambiamenti nella loro situazione abitativa e l’istruzione scolastica.

L’idea di questo numero è stata sviluppata nel 2018 presso l’Istituto di Storia Urbana di Gelsenkirchen nell’ambito del progetto Social and Emotional Learning for Mutual Awareness “Selektivität und Mehrdeutigkeit in Arbeitskulturen” (SELMA).17 La sua realizzazione è stata invece resa possibile nel 2019 grazie all’Università di Treviri e ad una fellowship dell’Université della Grande Région (UniGR) presso l’Université de Lorraine. A tutti coloro che hanno sostenuto questo progetto scientifico gli autori e il curatore di questo numero esprimono il più sincero ringraziamento.

1 Herbert Brücker et al. (a cura di), indagine IAB-BAMF-SOEP sui rifugiati. Panoramica e primi risultati, Berlino 2016; URL: https://www.europarl.europa.eu/infographic/welcoming-europe/index_de.html [20.01.2020]; URL: https://mediendienstintegration.de/migration/flucht-asyl/zahl-derfluechtlinge.html [20.01.2020].

2 Originariamente ipotizzata dal demografo e cartografo Ernst Ravenstein già alla fine del XIX secolo, la teoria del “push and pull” vede l’impulso più importante ad emigrare nelle condizioni sfavorevoli del paese d’origine (disoccupazione, persecuzioni, tasse estremamente elevate).

3 Douglas S. Massey et al. (a cura di), Worlds in Motion. Understanding International Migration at the End of the Millenium, Oxford 1998; Jochen Oltmer/Michael Schubert, Migration und Integration in Europa seit der Frühen Neuzeit. Eine Bibliographie zur Historischen Migrationsforschung, Osnabrück 2005; Klaus J. Bade (a cura di), Enzyklopädie Migration in Europa. Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Paderborn 2010.

4 Per una presentazione dettagliata si veda Massimiliano Livi, Von und/oder mit der Geschichte Lernen. Paradigmen und Methoden der Geschichtswissenschaft für die Erforschung von Migration und Arbeitsmarktintegration seit den 1970er Jahren. In: Alexandra David et al. (a cura di), Migration und Arbeit. Herausforderungen, Problemlagen und Gestaltungsinstrumente, Opladen 2019, pp. 387–408. Questo saggio è un lavoro preliminare a questo numero di “Storia e Regione/Geschichte und Region”.

5 Rudolf Heberle, Theorie der Wanderungen. Soziologische Betrachtungen. In: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft 75 (1955), 1, pp. 1–23; Larry A. Sjaastad, The Costs and Returns of Human Migration. In: Journal of Political Economy 70 (1962), 5, pp. 80–93; Everett S. Lee, A Theory of Migration. In: Demography 3 (1966), 1, pp. 47–57; Michael P. Todaro, A Model of Labor Migration and Urban Unemployment in Less Developed Countries. In: The American Economic Review 59 (1969), 1, pp. 138–148; Michael J. Piore, Birds of Passage. Migrant Labor and Industrial Societies, Cambridge 1979; Saskia Sassen, The Mobility of Labor and Capital. A Study in international Investment and Labor Flow, Cambridge 1988.

6 Questo di fatto riprese un’intuizione dello storico britannico Frank Thistlethwaite, formulata negli anni Sessanta: Frank Thistlethwaite, Migration from Europe Overseas in the Nineteenth and Twentieth Centuries. In: XIe Congre International des Sciences Historiques (Rapport V: Historie Contemporaine), Stockholm 1960, pp. 32–60; Charles Tilly, Migration in Modern European History. In: William Hardy McNeill/Ruth S. Adams (a cura di), Human Migration. Patterns and Policies, Bloomington 1978; Nicholas P. Canny, Europeans on the Move. Studies on European Migration 1500–1800, Oxford/ New York 1994; Leslie Page Moch, Moving Europeans. Migration in Western Europe since 1650, Bloomington 1992; Dirk Hoerder/Leslie Page Moch, European Migrants. Global and Local Perspectives, Boston 1996.

7Bade et al. (a cura di), The Encyclopedia of Migration and Minorities in Europe; Christiane Harzig et al., What is Migration History?, Cambridge 2009; Sylvia Hahn, Historische Migrationsforschung, Francoforte s. M. 2012; Jochen Oltmer, Migration. Geschichte und Zukunft der Gegenwart, Darmstadt 2017.

8 Richard D. Alba/Victor G. Nee, Remaking the American Mainstream. Assimilation and Contemporary Immigration, Cambridge/ London 2005.

9 Silke Hans, Theorien der Integration von Migranten. Stand und Entwicklung. In: Heinz Ulrich Brinkmann/Martina Sauer (a cura di), Einwanderungsgesellschaft Deutschland, Wiesbaden 2016, pp. 23–50, qui p. 25.

10 Alexandra David, Immigrant Entrepreneurship – A Chance for Labour Market Integration of Refugees? In: Alexandra David/Ileana Hamburg (a cura di), Entrepreneurship and Entrepreneurial Skills in Europe. Examples to Improve Potential Entrepreneurial Spirit, Opladen 2017, pp. 77–101.

11 Hans Dietrich Von Loeffelholz, Migrantenökonomie. In: Karl-Heinz Meier-Braun/ Reinhold Weber (a cura di), Migration und Integration in Deutschland. Begriffe – Fakten – Kontroversen, Bonn 2013, pp. 104–106; Peter Bartelheimer/Nils Pagels, Lokale Integrationspolitik und lokaler Arbeitsmarkt. In: Frank Gesemann/Roland Roth (a cura di), Lokale Integrationspolitik in der Einwanderungsgesellschaft. Migration und Integration als Herausforderung von Kommunen, Wiesbaden 2009, pp. 469–498.

12Hans, Theorien der Integration, p. 25; Friedrich Heckmann/Dominique Schnapper (a cura di), The Integration of Immigrants in European Societies. National Differences and Trends of Convergence, Boston 2003, p. 10.

13 Klaus J. Bade, Europa in Bewegung. Migration vom späten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Monaco 2000.

14 L’integrazione strutturale avviene quando i migranti sono integrati nel sistema di istruzione e formazione o nel mercato del lavoro del paese di arrivo.

15 Hartmut Esser, Sprache und Integration. Die sozialen Bedingungen und Folgen des Spracherwerbs von Migranten, Francoforte s. M 2006; Herbert J. Gans, Ethnic Invention and Acculturation, a Bumpy-Line. In: Journal of American Ethnic History 12 (1992), 1, pp. 42–52, qui p. 44.

16 Jochen Oltmer (Hg.), Migrationsregime vor Ort und lokales Aushandeln von Migration, Wiesbaden 2018, S. 2.

17 Il progetto “Selektivität und Mehrdeutigkeit in Arbeitskulturen: Ressourcen und potenzialorientierte Gestaltung der Arbeitswelt für Flüchtlinge in den Branchen Altenpflege, IT-Wirtschaft und Bauhandwerk - SELMA” è stato finanziato dal programma “Scienze umane e sociali in NRW” del Ministero della Cultura e della Scienza del land Nordereno-Vestfalia.

Außereuropäische „Werktätige“ als interkulturelle Herausforderung

DDR-Betriebe und ihr Umgang mit Fremdheit

Christoph Lorke

Ilsenburg im Bezirk Magdeburg, März 1986: In der am Fuße des Brockens und nur wenige Kilometer Luftlinie von der deutsch-deutschen Grenze entfernt gelegenen Stadt traten bereits seit geraumer Zeit Beschwerden kubanischer Vertragsarbeiter auf. Nun jedoch wurde sogar die Botschaft des sozialistischen Karibikstaates eingeschaltet. Der Anlass: Der Einsatzbetrieb der Arbeiter, der Staatliche Forstbetrieb Wernigerode, hatte „Anzeichen von Bestrebungen zur negativen Stimmungsverbreitung über die kubanischen Werktätigen“ bei der lokalen Bevölkerung beobachtet. Auf Beschimpfungen („sie kommen nur hierher, um sich dick zu fressen“) sollte, so die Aufforderung der Betriebsleitung, von allen Sicherheitsorganen umgehend reagiert werden.1 Derartige Vorkommnisse waren durchaus brisant, da sie einen auffälligen Kontrast zum Selbstbild des „Arbeiter- und Bauernstaates“ als antifaschistische Alternative zum westdeutschen Pendant darstellten. Waren rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen eigentlich tabuisiert, dürften sie zum Ende der DDR wohl kaum auf das Städtchen im Nordharz beschränkt gewesen sein. Darauf deutet eine zeitgenössische kriminalpolizeiliche Untersuchung, die drei Jahre später „neofaschistische Aktivitäten“ analysierte und gängige Vorurteile gegenüber Nichtdeutschen aufführte: Diese nähmen Wohnraum weg, betrieben spekulative Geschäfte, importierten AIDS, sorgten für Krawalle sowie Randale und behandelten Frauen wie Prostituierte. Aus der Studie geht außerdem hervor, dass sich derartige ablehnende Vorstellungen vor allem gegen Ausländer nichtweißer Hautfarbe richteten.2

Solche Beobachtungen spiegeln die Folgen des Zusammentreffens verschiedener Kulturen mit spezifisch ausgeprägten Normen und Verhaltensmustern, doch sind sie unter den Bedingungen des Staatssozialismus kaum erforscht. Blickt man auf die hier verarbeiteten interkulturellen Begegnungen, so erscheint das Plädoyer Ralph Jessens aus dem Jahr 1995 weiterhin aktuell, nämlich gerade in einer vermeintlich „stillgelegten Gesellschaft“3 das Ineinandergreifen formaler Herrschaftsstrukturen und informaler Praktiken und (Mikro-)Strukturen zu erforschen, und zwar für den vorliegenden Fall mit Blick auf den Umgang mit Fremdheit.4 Fragt der vorliegende Aufsatz nach den Aushandlungsdynamiken zwischen ‚eigen‘ und ‚fremd‘ in der finalen Phase der DDR, so wird die Frage nach der gelebten und praktizierten „Völkerfreundschaft“ aufgeworfen, die ab den 1970er Jahren zunehmend in den Vordergrund trat. Die gewünschte Erziehung zum „Internationalismus“ war in der Praxis häufig Ausdruck oktroyierter Solidarität und inszenierter Freundschaftsbekundungen. Aus zeithistorischer Sicht interessanter erscheinen die Brüche und Schwierigkeiten bei der konkreten Umsetzung solcher Axiome, da jene Soll-Vorstellungen noch nichts über die konkreten individuellen (und zumal migrantischen) Ausdeutungen solcher Ansprüche aussagen. So soll es in diesem Beitrag darum gehen, Arbeitsmigranten5 weniger als passive Akteure zu sehen und stattdessen vielmehr deren Handlungsmacht zu beleuchten – galt doch vielen die temporäre Migration in die DDR als begehrter, da vielfältiger Möglichkeitsraum, der (vergleichsweise) Freiheit und Wohlstand versprach.6 Von diesen Beobachtungen ausgehend sollen stärker als bislang die mannigfachen Gestaltungsmöglichkeiten der ‚Fremden‘ betrachtet werden, wodurch es möglich wird, staatliche Praktiken auch als Reaktion auf migrantische Verhaltensweisen zu interpretieren. Indem wechselseitige Anpassungs- und Lernsowie Aushandlungsprozesse und Kompromisse erhellt werden, kann es gelingen, migrantische Akteure nicht allein zu viktimisieren und zu entsubjektivieren, sondern verschiedene Formen der Bemächtigung des DDR-Migrationsregimes historiographisch abzubilden und somit dessen regionale Besonderheiten zu konturieren.7 Denn trotz bestehender staatlicher Rahmungen und nicht zu negierender asymmetrischer Machtverhältnisse waren diese durchaus handelnde Subjekte in der Lage, Strategien der Selbstbehauptung zu entwickeln – sie waren dabei jedoch stark abhängig von den jeweils lokal vorgefundenen Strukturen und Möglichkeiten.

Interkulturelle Begegnungen im Betrieb historisch fassen: Methodisches

Wenn es im Folgenden um unterschiedliche Formen von „Eigen-Sinn“ und „Herrschaft als soziale Praxis“ geht, und zwar angewandt auf alltägliche (Arbeits-)Beziehungen, Interaktionen, Kontakt- und Konfrontationssituationen, kann der Vielschichtigkeit und den Ambivalenzen diktatorischer Vorgaben besser Rechnung getragen werden.8 Eine solche Einbeziehung individueller Gestaltungsräume vermag nicht nur nach den „Grenzen der Diktatur“ (Richard Bessel/Ralph Jessen) zu fragen, sondern auch exemplarisch die nicht intendierten Effekte des DDR-Migrationsregimes auszuleuchten, das häufig, wie zu zeigen sein wird, ein Adaptions- und Improvisationsregime war. Ein Schlüssel hierfür ist die lokale und somit „unterhalb“ des Nationalstaates zu situierende Ebene, hier konkret die betriebliche Mikroperspektive. War der Ausländeranteil zum Ende der DDR in Städten wie Ostberlin (1,6 Prozent) und Karl-Marx-Stadt oder Leipzig (1,5 Prozent) vergleichsweise gering,9 gab es zumindest an bestimmten Orten eine gewisse Konzentration. In verschiedenen (Groß-)Betrieben besaßen ausländische Vertragsarbeiter, deren Zahl zum Ende der DDR auf knapp 94 000 geschätzt wurde,10 eine vergleichsweise starke soziale und visuelle Präsenz. Wenn Betriebe und damit Migrationsregime vor Ort in den Fokus der historischen Forschung geraten, kann dadurch ein Beitrag zur historischen Migrationsforschung geleistet werden, indem gesellschaftliche Aspekte und Folgen von Migration sowie interkulturelle Begegnungen als komplexe Prozesse mitsamt ihren vielschichtigen und regional bedingt durchaus unterschiedlichen Wechselwirkungen erfasst werden. Die Untersuchung betrieblicher und interkulturell überformter Sozialbeziehungen erhält vor allem deswegen einen herausgehobenen Stellenwert, weil in der „betriebszentrierten Arbeitsgesellschaft“ (Peter Hübner) der DDR ein ausgedehnter betrieblicher Sektor nicht allein Arbeitsplatz war, sondern Zugang zu sozialen Leistungen ermöglichte. Betriebe waren (über-)lokal agierende und in die umgebende Region ausstrahlende zentrale Sozialisations- und Kontrollinstanzen sowie Inklusionsgaranten, weshalb sie auch in der nachträglichen Erinnerung an die DDR einen zentralen Bezugspunkt darstellen;11 dabei ist die lokale sowie regionale von der betrieblichen Dimension nicht zu trennen, im Gegenteil: Betriebe prägten als territoriale Organisationsform die Existenz und soziale Praktiken sowohl der einheimischen als auch der ausländischen Bevölkerung.

Die folgenden Beispiele stammen aus dem Betriebsalltag und weisen auf den konkreten Umgang mit ausländischen Arbeitskräften, auch weil eine vertiefte Auseinandersetzung zur Praxis des sozialen Umgangs miteinander weitgehend aussteht. Die Beschäftigung außereuropäischer „Werktätiger“ war außerdem – so die leitende Hypothese dieses Artikels – eine facettenreiche interkulturelle Herausforderung für die Betriebe und die dort handelnden Akteure. Zumal die interkulturelle Geschichtsschreibung für die DDR noch in ihren Anfängen steckt, so ist die Rolle der Interkulturalität wichtig und ihre Historisierung angesichts aktueller Entwicklungen politisch relevant. Das alltägliche Miteinander von Menschen verschiedener Herkunftskulturen lässt unterschiedliche Konfliktpunkte gewissermaßen vorprogrammiert erscheinen. Ob der Umgang mit Zeit und Vorstellungen von ‚Pünktlichkeit‘ oder Interaktionsrituale und Begrüßungsformeln:12 Der Prozess interkulturellen Handelns, also die Interaktion zwischen Menschen des Gastlandes und ‚Fremden‘, ist als prinzipiell offene und mehrdeutige Situationen stets gegenseitig. Interkulturelle Begegnungen führen zu unterschiedlichen Formen der Differenzwahrnehmung, die den Kulturkontakt mit ‚Fremden‘ strukturieren. Diese Kontaktsituationen historisch ernst zu nehmen und für die Geschichtswissenschaft fruchtbar zu machen, ist erklärtes Ziel dieses Beitrages. Nachdem im nächsten Abschnitt in gebotener Kürze die staatlichen Rahmenbedingungen erläutert werden, wird dieser Überlegung im zweiten Teil dadurch Rechnung getragen, indem solche betrieblichen Alltagsbereiche beleuchtet werden, die gewissermaßen prädestiniert waren für interkulturelle Lernprozesse wie Missverständnisse.

Diesem Ansatz kommt die „berichtswütige“ DDR-Bürokratie zugute. Gleichwohl an dieser Stelle keine vollständigen, sondern allenfalls exemplarischen Einblicke für verschiedene Regionen der DDR13 erfolgen können, ermöglichen die in verschiedenen Archiven ausgewerteten Quellen zum Umgang mit „ausländischen Werktätigen“ bzw. „Vertragsarbeitern“ eine fragmentarische Annäherung an jene interkulturellen Begegnungen. Zumeist waren dies Protokolle von sogenannten Kontrollberatungen, die alle Betriebe in regelmäßigen Abständen durchzuführen hatten und der Überprüfung der Abkommensfestlegungen durch die jeweiligen Betriebe dienten. Galten die zentral verabschiedeten Rahmenrichtlinien als Handlungsanweisung an die Betriebe, wurden dadurch Einschätzungs- und Beobachtungsroutinen geschaffen.14 Für den folgenden Aufsatz werden ausschließlich ausländische Arbeiter aus den nichteuropäischen Staaten Algerien (seit 1974), Kuba (seit 1978), Mosambik (seit 1979), Vietnam (seit 1980) und Angola (seit 1985) betrachtet, wobei die Abkommen auch gleich den Untersuchungszeitraum begründen, der bis zum Ende der DDR im Herbst 1990 reicht.15 Die Konzentration auf diese Herkunftsstaaten hat mindestens drei Gründe: Erstens hat die Forschung herausgestellt, dass die materiellen Bedingungen des Aufenthalts bei außereuropäischen Migranten deutlich schlechter waren;16 zweitens soll durch diesen Zugriff die DDR in ihrer Bedeutung und in ihren Zusammenhängen mit der außereuropäischen Welt eingebettet werden, insbesondere bezüglich der Konfrontation mit ‚Fremdheit‘;17 drittens können die Begegnungen am konkreten Ort für die Bedeutung abweichender lokaler Gegebenheiten für migrantische Prozesse sensibilisieren, etwa mit Blick auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land.18 Ganz im Sinne einer „glokalen“ Erweiterung der Migrationsgeschichte wird so auf die Vorbedingungen der vergleichsweise gering ausgeprägten Möglichkeiten zur Erlernung von Toleranz im Umgang mit anderen (ethnischen) Gruppen geblickt – eine Frage, die nach 1989/90 besonders virulent war.19

Mit diesem Zugriff auf migrantische Prägungen und interkulturelle Verständigungsprozesse wird die Loslösung von einer rein staatsfixierten Migrationsforschung angestrebt. Gleichzeitig werden im Sinne einer relationalen Migrationsgeschichte relative Handlungsspielräume verschiedener beteiligter Akteure ausgelotet,20 und zwar vor dem Hintergrund aller erkenntnistheoretischen Beschränkungen, ist doch die vorliegende Erzählung eine solche der Mehrheitsgesellschaft über die ‚Fremden‘. Indem Migration als konstitutive und gesellschaftsverändernde Kraft aufgefasst wird, die ungeachtet der politischen Verfasstheit eines gesellschaftlichen Systems permanent Wirklichkeit und Wahrnehmung einer Mehrheits- bzw. Aufnahmegesellschaft verändert, kann nicht nur ein kleiner Baustein zu einer überfälligen „(Neu-)Bewertung des Faktors Migration für die neuere deutsche Geschichte“21 im Allgemeinen geliefert, sondern zugleich die weitestgehende Ausblendung der DDR aus der allgemeinen Migrationsgeschichte zumindest im Kleinen überwunden werden.22

Staatliche Rahmungen und Infrastrukturen: Grundsätzliches zur Beschäftigung ausländischer Vertragsarbeiter

Zu den Hintergründen sowie Anfängen und der Reglementierung der Beschäftigung ausländischer Vertragsarbeiter in der DDR liegen bereits zahlreiche Studien vor,23 weshalb in diesem Abschnitt nur die wichtigsten Besonderheiten kurz resümiert werden. Dadurch werden die fundamentalen strukturellen Abweichungen von kapitalistisch-marktwirtschaftlichen Anwerbe-, Zuteilungs- und Beschäftigungslogiken nichtdeutscher Arbeiter umrahmt. Die Ausbildung zum Teilfach- bzw. Facharbeiter der ‚fremden‘ Arbeiter galt als Beitrag zur „Internationalen Solidarität“ und „Entwicklungshilfe“, wobei eine Verstetigung des Arbeitsverhältnisses oder gar eine „Integration“ (ein Begriff, der zeitgenössisch ohnehin nur äußerst selten Verwendung fand) in das soziale und kulturelle Leben weder vonseiten der DDR noch der Entsendeländer vorgesehen war. Insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten ihrer Existenz herrschte jedoch in der DDR ein permanenter Mangel an Arbeitskräften; hinzu kam der Substanzverlust der ostdeutschen Wirtschaft, der sich in den 1980er Jahren immer deutlicher zeigte.24 Diese Umstände vergrößerten die Abhängigkeit von migrantischen Arbeitskräften zusätzlich, sodass die Staatsund Parteiführung in der Beschäftigung nichtdeutscher „Werktätiger“ eine kostengünstige Möglichkeit sah, diesem Missstand beizukommen, zumal diese häufig als unqualifizierte Arbeiter und somit in untere Lohngruppen eingestuft wurden.25 Vorteilhaft war außerdem, dass es kein Kündigungsrecht gab und die Arbeiter in solchen Bereichen eingesetzt werden konnten, wo Arbeitskräftemangel herrschte. Die Zielgruppe der DDR waren junge (18–25jährige), gesunde, ledige, arbeitstaugliche Männer und Frauen, deren Aufenthalt – so sah es das Rotationsprinzip vor – in der Regel auf fünf Jahre beschränkt war.26 Zum Einsatz kamen die ausländischen Vertragsarbeitnehmer vor allem an besonders unbeliebten Arbeitsplätzen, die geprägt waren von Extraschichten, körperlich schwerer und monotoner Fließband- und Maschinenarbeit, zumeist unter großer Lärm-, Schadstoff- und Hitzebelastung. In der Fleischverarbeitung, der Elektro-, Textil-, Chemieindustrie, im Braunkohletagebau, in Groß-wäschereien, Backwaren-Kombinaten, Schlachthöfen, der Land- und Forstwirtschaft waren sie überdurchschnittlich anzutreffen, wobei ihr Einsatz eine – wenn auch im Vergleich etwa zur Bundesrepublik eher im bescheidenen Ausmaß – „Unterschichtung“ beförderte.27

Normalerweise erfuhren die Neuankömmlinge erst am Flughafen Berlin-Schönefeld ihren Einsatzort für die nächsten Monate und Jahre. Die Überlieferung in den Archiven verrät, dass sich die Betriebe in unterschiedlicher Ausprägung Gedanken über den Prozess des Ankommens gemacht haben. Grundsätze hierfür waren in den Rahmenrichtlinien des Ministerrats aus dem Jahr 1980 vermerkt. Für die konkrete Ausgestaltung war jedoch der Betrieb zuständig, der eine detaillierte „Einsatzkonzeption“ vorzulegen und darin Überlegungen zu Unterbringung und Betreuung darzulegen hatte. Ankunftsphase und Eingewöhnung stellten auch wegen der klimatischen Bedingungen und der Trennung von der Familie für viele eine starke Belastung dar.28 In der Regel sahen die Betriebe daher eine Eingewöhnungszeit je nach Betrieb und Einsatzort zwischen sechs und zwölf Monaten vor. Die im VEB Verkehrs- und Tiefbaukombinat Leipzig im Vorfeld gefassten Überlegungen zur Beschäftigung algerischer „Werktätiger“ schloss im Jahr 1980 die Anschaffung französischer Zeitungen, Zeitschriften und Spielfilme sowie die Besorgung von Unterhaltungsspielen und diversen Musikinstrumenten ein. Mit der Ankunft im Betrieb erhielten die neuen Arbeiter Bildbände und Infomappen über Leipzig in französischer Sprache, außerdem Broschüren mit dem Titel „Sicherheit und Gesundheit“. Unmittelbar im Anschluss erfolgte die schriftliche Einweisung in die Heimordnung auf Französisch, dann das Einkleiden sowie „Verkaufstests“ in der örtlichen Kaufhalle. Es folgten ein dreiwöchiger Einführungslehrgang zu Struktur und Organisation des Betriebes, Unterweisungen zu Brandschutz und Erste Hilfe, ehe sich ein Sprachintensivkurs29 sowie das Unterrichtsfach „Porträt des Gastlandes“ anschloss, was zeigt, inwiefern interkulturelles Lernen bereits zeitgenössisch als reziproker Prozess begriffen wurde. Entsprechende Publikationen sind zugleich Abbild der staatlichen Erwartungshaltungen bezüglich interkultureller Annäherungen.30 Auch der Forstwirtschaftsbetrieb Haldensleben (Bezirk Magdeburg) wollte den Empfang mosambikanischer Arbeiter im Februar 1981 gut vorbereiten. Das bedeutete, für die Fahrt vom Flughafen zum Einsatzort warme Kleidung wie Hosen, Wattejacken, Decken sowie warme Getränke bereitzustellen. Nach Ankunft wollte man die neuen Kollegen „ausschlafen lassen“. Eine Rundumbetreuung durch politisch erfahrene Kader in den ersten vier Wochen sollte eine „allgemeine Eingewöhnung an unsere Lebensverhältnisse“ ermöglichen, wobei ein Einkauf der Sachen des persönlichen Bedarfs („wie Hausschuh, Halbschuh, Unterhemd, Oberhemd, Hosen, Waschzeug, Zahnputzzeug usw.“) sowie die „Gewöhnung an den Umgang mit Geld vorgesehen“ waren. Hierzu sollte ein Betreuer die Einkaufenden begleiten und die Lohnzahlung nicht einmal, sondern dreimal monatlich erfolgen31 – höchstwahrscheinlich Ergebnis eines gängigen Vorurteils, wonach insbesondere afrikanische Arbeiter nicht „richtig“ mit monetären Ressourcen haushalten könnten.32 In der Kleinstadt Calbe an der Saale (Bezirk Magdeburg), einem Werkteil des Leipziger VEB Metalleichtbaukombinates, wurde in Berichten staatlicher Instanzen die hohe Qualität des dortigen Einführungslehrgangs gelobt. Dafür wurden unterschiedliche Referenten, wie Kreisstaatsanwalt, Kreisgerichtsdirektorin, Leiter des Volkspolizeikreisamtes, Chefarzt der Betriebspoliklinik und weitere Funktionäre, eingeladen, um die künftigen Vertragsarbeiter mit den wichtigsten Gesetzen und Verordnungen der DDR vertraut zu machen. Neben Vorträgen zur DDR-Verfassung sowie zur „Ordnung und Sicherheit im Betrieb“ sind vor allem Ausführungen zur „Allgemeinen Hygiene“, zur „richtigen Ernährung“, zum „Mädchen-Jungenverhältnis“, zur „Rolle der Frau im Sozialismus“ und zum „Verhalten in Gaststätten“ hervorzuheben.33 Ohne auf die konkreten Inhalte einzugehen, sind normativer Anspruch und ethnozentrische Ausrichtung solcher Einführungsveranstaltungen deutlich greifbar.