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Die junge Robin hat es nie leicht gehabt in ihrem Leben. Als Wunderkind gefeiert, gewinnt sie einen Mathematik-Wettbewerb nach dem anderen, geliebt und begleitet von ihrem Vater. Das ändert sich schlagartig, als dieser neu heiratet. Die Stiefmutter misshandelt Robin. Nach dem Tod des Vaters verschlimmert sich alles. Schlimme Jahre folgen. Dann beginnt Robin ihr Studium und alles könnte gut sein, doch dann taucht ihre Stiefschwester auf und reißt Robin erneut ins Chaos. Durch einen fiesen Trick ihrer Stiefschwester gerät Robin an Mister M. einen Mann, der eine SUB sucht. Mister M. ist fasziniert von der jungen, naiven, jungfräulichen Robin, die sein Leben komplett durcheinanderbringt. Er führt sie ein, in seine Welt der Lust und Leidenschaft. Robin ist neugierig, wissbegierig. Aber auch selbstbewusst und stark. Sie lässt sich nicht unterkriegen und schon überhaupt nichts befehlen. Dann passiert etwas, womit weder Mister M. noch Robin gerechnet haben..
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Seitenzahl: 260
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Gesellschafterin
Gesucht
„Gesellschafterin gesucht“
Für drei Monate!
Seriös Und Beständig
Befristet auf 3 Monate, Diskretion und Gehorsam vorausgesetzt
Blond, schlank, maximal 28 Jahre, ausdauernd
bereit, die 3 Monate ihr Leben nach meinen Wünschen auszurichten
Die junge Robin hat es nie leicht gehabt in ihrem Leben. Als Wunderkind gefeiert, gewinnt sie einen Mathematik-Wettbewerb nach dem anderen, geliebt und begleitet von ihrem Vater. Das ändert sich schlagartig, als dieser neu heiratet. Die Stiefmutter misshandelt Robin. Nach dem Tod des Vaters verschlimmert sich alles. Schlimme Jahre folgen.
Dann beginnt Robin ihr Studium und alles könnte gut sein, doch dann taucht ihre Stiefschwester auf und reißt Robin erneut ins Chaos. Durch einen fiesen Trick ihrer Stiefschwester gerät Robin an Mister M. einen Mann, der eine SUB sucht.
Mister M. ist fasziniert von der jungen, naiven, jungfräulichen Robin, die sein Leben komplett durcheinanderbringt. Er führt sie ein, in seine Welt der Lust und Leidenschaft. Robin ist neugierig, wissbegierig. Aber auch selbstbewusst und stark. Sie lässt sich nicht unterkriegen und schon überhaupt nichts befehlen. Dann passiert etwas, womit weder Mister M. noch Robin gerechnet haben..
Prolog
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5 Kapitel
6. Kapitel
2 Kapitel
3 Kapitel
4 Kapitel
5 Kapitel
6 Kapitel
7 Kapitel
8 Kapitel
9 Kapitel
10 Kapitel
Epilog
Meine Damen und Herren, die Finalisten stehen fest!"
Der Sprecher hob seine Stimme und hatte endlich die erhoffte Aufmerksamkeit. „Die Namen der Endteilnehmer stehen fest. Es sind Timothy Miller Duncan und Robina Wilkens" Er winkte und ein junger Mann kam grinsend, siegessicher wie mir schien, auf die Bühne, ich folgte ihm, ich ein gerade siebenjähriges Mädchen mit ernstem Blick.
Beide standen wir uns gegenüber, keiner von uns verzog eine Miene. Ruhe trat ein.
Der Veranstalter reichte uns beiden einen Umschlag mit einer komplizierten Mathematikaufgabe.
Während der junge Mann noch las, rechnete ich bereits und hatte die fertige Aufgabe an der Tafel stehen, bevor der junge Mann noch die Kreide in der Hand hielt. Jubel wurde laut. Der Preisrichter verglich mein Ergebnis mit seinen Aufzeichnungen und lächelte.
„Sehr gut, Robina. Gut gemacht" sagte er und zum ersten Mal lächelte ich. Ein Lächeln, auf meinem sonst so ernsten Gesicht.
Der junge Mann beeilte sich, war dann auch fertig.
Der Preisrichter verglich und lächelte ebenfalls. „Auch sehr gut, Timothy" sagte er.
Ich ging zu seiner Tafel und überlegte, dann hob ich meinen Kopf und stieß den jungen Mann an. „Heb mich mal Hoch!" befahl ich ihn. Erstaunt tat er mir den Gefallen. Ich griff zur Kreide und schrieb auf seiner Tafel, wischte und schrieb erneut. „So ist es richtig. In der dritten Reihe muss es Minder statt Sinus heißen!
Dadurch verändert sich die vierte Reihe in eine Bestimmer- und das Ergebnis endet mit Plus drei ein viertel!" Ich freute mich, als mein Vater lobend seinen Daumen hob. Der junge Mann, fast noch ein Junge, ließ mich verwirrt herunter und rechnete nach.
Wutentbrannt warf er die Kreide durch den Raum, an einer Wand zerbrach sie in tausend Teile.
„Ihr Sohn scheint ein ganz wenig unbeherrscht" Mein Vater hatte sich an die Mutter des jungen Mannes gewandt und grinste sie siegesgewiss an. Er wusste, ich hatte diesen, wie jeden anderen Wettstreit, an dem ich teilnahm, gewonnen.
„Mein Sohn ist hoch intelligent! Ihre Tochter ist ein Monster! Wie kann sie es wagen, meinen armen Timothy so vorzuführen! So etwas, wie ihre Tochter gehört verboten! Haben sie das Kind in einem Labor künstlich gezeugt? Bislang hat noch niemand meinen Sohn schlagen können! Er ist bereits jetzt Besitzer einer der größten Firmen des Landes, hat sie mit 18 Jahren gegründet!" schnauzte die Frau Vater an. Ich bekam dieses Gespräch nur am Rande mit. Ich beobachtete den jungen Mann, der sich endlich ein wenig beruhigt hatte und sich zu mir herunterbeugte.
„Wer bist du?" fragte er mich stauend. ich kicherte und er zog unwillig seine Augen zusammen. „Hör auf zu kichern!" befahl Timothy mir finster. „Ich hasse kichern!"
Ich kicherte noch lauter. „Aber Timothy. Wir haben uns vor drei Tagen, fünf Stunden und dreizehn Minuten kennengelernt. Wir haben alle dort auf der Bühne gestanden." Ich hob meine Hand und wies auf die andere Seite. „Du hast deine Mutter gefragt, ob sich Pippi Langstrumpf hierher verirrt hätte." Wütend zog ich an meinen langen roten Zöpfen. „Und zum Veranstalter hast du gesagt, es wäre hier doch ein Mathematik-Wettstreit und keine Meisterschaft in Zwergendweitwurf." Ich zog meine Nase, die mit Sommersprossen übersät war, kraus und streckte dem jungen Mann die Zunge heraus. Dieser steckte jetzt seine zuckenden Hände in seine Hosentasche. „Du bist reichlich frech. Am liebsten würde ich dich übers Knie legen" flüsterte dieser Timothy mir zu. Schlagartig wurde ich ernst und begann zu zittern.
Mein Blick wanderte zu einem großen Lineal, das auf einem Stuhl neben der Tafel lag. Ich ging darauf zu und ergriff es, dann brachte ich es Timothy. „Tu dir keinen Zwang an, daran bin ich gewöhnt" sagte ich zitternd.
Die grauen Augen des jungen Mannes schienen mich zu durchbohren. Ich hielt seinen Blick nicht aus. Ich rannte von der Bühne. Ab durch das Foyer, rein in den Fahrstuhl. Einfach nur weg von dem jungen Mann mit den intensiven grauen Augen. Vater nahm den Preis für mich entgegen, ich hatte mich weinend in mein Hotelzimmer eingeschlossen.
„Gesellschafterin gesucht“
Für drei Monate!
Seriös Und Beständig
Befristet auf 3 Monate, Diskretion und Gehorsam vorausgesetzt
Blond, schlank, maximal 28 Jahre, ausdauernd
bereit, die 3 Monate ihr Leben nach meinen Wünschen auszurichten
Telefon:5552470235
Ich las mir die merkwürdige Anzeige in dem Brief, den ich auf meinem Esstisch gefunden hatte, noch einmal durch. Susi hatte sich also wieder über meine Post hergemacht. Sie hatte einfach meine Briefe von der Arbeitsagentur geöffnet. In der Hoffnung auf Geld. Ihr war meine Privatsphäre völlig egal! Wütend warf ich den Brief in den Mülleimer, überlegte es mir und fischte ihn wieder raus.
Die Anzeige war nicht uninteressant. Und ich brauchte dringend einen Job. Wieder las ich die Anzeige.
Dieser Typ suchte also eine Gesellschafterin. Ich und Gesellschafterin? Ich hatte meiner Arbeitsvermittlung zwar gesagt, dass mir der Job egal war, Hauptsache Arbeit und Geld, aber so etwas? Gesellschafterin?
Wofür eigentlich? Vielleicht für seine Mutter, wenn er verreiste? Für drei Monate? Egal, drei Monate sich keine Sorgen machen um die Probleme meiner Schwester. Es war ein großer Nachteil sich die Wohnung mit der eigenen Schwester teilen zu müssen.
Man wurde unweigerlich in deren Beziehungsprobleme hineingerissenen.
Erst gestern hatte Susi wieder einen heftigen Streit mit ihrem neuen Freund gehabt, lautstark hatten beide sich angeschrien, ignorierend, dass ich mit im Raum war und eigentlich für eine schwere Prüfung lernen sollte. Es ging, wie immer, um Geld. Etwas, was wir alle drei nicht hatten.
Irgendwann waren sich beide dann um den Hals gefallen und im einzigen Schlafzimmer der kleinen Wohnung verschwunden. Ich hatte mir mein Lager auf der alten Couch zurecht gemacht. An Schlaf war bei den Geräuschen aus dem Schlafzimmer nicht zu denken gewesen. Ironisch verzog ich mein Gesicht zu einer Grimasse. Wenigstens in der einen Beziehung stimmte die Chemie bei meiner Schwester und ihrem Freund. Beide waren wild auf Sex. Regelrecht süchtig danach.
Egal, irgendwie musste ich Geld verdienen. Seit Susis Einzug bei mir lief alles schief. Nicht, dass ich meine Schwester darum gebeten hätte bei mir zu wohnen, nein, sie stand irgendwann einfach vor meiner Tür. Mit vier riesigen Koffern und einen wütenden Taxifahrer im Genick, den ich auch noch bezahlen musste. Sie platzte in mein gut organisiertes Leben und drohte mir mit unserer Mutter, falls ich ihr nicht helfen würde. Das letzte, was ich wollte, war ein Besuch meiner Mutter.
Unwillkürlich begann ich zu zittern. Also ließ ich sie in meine Wohnung, für ein paar Tage, wie sie gesagt hatte... vor drei Monaten!!!
Ich rief die Telefonnummer an. Na großartig. Andere Seite des Viertels. Frustriert zog ich mich wieder an und ging durch den großen Park zur anderen Seite des Viertels. Hier wohnten die Reichen und bekannten Menschen, also nichts für mich. Aber ein Versuch war es wert.
Jetzt war ich vor einem riesigen Gebäude angekommen. Noch einmal las ich den Zettel mit der Adresse, die man mir telefonisch mitgeteilt hatte, nachdem ich angerufen hatte. Hier also sollte ich mich melden. Mein Blick glitt an meiner Erscheinung herunter. Na gut, blond konnte man meine Haarfarbe nennen... so lange kein Sonnenlicht drauf schien und den Rotschimmer zum Leuchten brachte. „Schlank war ich auch, abgesehen von ein ganz wenig Babyspeck an den Hüften. Und mit meinen zweiundzwanzig Jahren passte wenigstens das Alter. Sportlich war ich auch. Ich hatte bis zur Uni Langlauf betrieben, ein Sport, den ich nun nur noch am Wochenende ausüben konnte.
„Zwölfter Stock, na dann“ sagte ich tapfer. Der Fahrstuhl öffnete sich und eine sehr elegante, gutgekleidete, junge Dame stieg aus. Ihr Blick glitt arrogant über meine zerschlissene Jeans und meinen dicken Rollkragenpullover. Sie warf ihre langen, blonden Haare zurück und schenkte mir ein gehässiges Lächeln. „Vergiss es, Kleine, er gehört schon fast mir“ sagte sie. Ich starrte die Frau verwirrt an. Ich kannte sie nicht, was wollte sie von mir? „Blond, meine Kleine. Blond stand in der Anzeige“ Sie wies gehässig auf meine langen Haare. „Dafür ist meine Haarfarbe wenigstens echt!“ konterte ich schlagfertig und war stolz auf mich, als die andere zusammenzuckte. Sie hob Ihren Kopf, warf ihre Haare erneut zurück und verschwand. Fragend sah ich ihr nach. Was hatte das nun wieder zu bedeuten? Plötzlich überkam mich Nervosität, war es wirklich klug, hierher zu kommen?
Zitternd trat ich durch eine dicke Milchglastür in einen warmen Vorraum. Meine Uhr zeigte, dass ich etwas spät dran war. Siebzehn Uhr hatte man mir gesagt, jetzt war es halb sechs.
„Mister Miller erwartet sie bereits, sie sind sehr spät“ Eine schwarzhaarige Dame mittleren Alters saß an einen Schreibtisch und sah streng zu mir herüber.
„Er ist sehr ungehalten darüber." Sie nahm böse meine Einladung. „Außerdem, was ist an dem Wort „Blond" nicht zu verstehen?" Ihr Blick glitt über meine Erscheinung, sie schrieb kurz etwas auf einen Zettel und reichte diesen an eine andere, junge, schwarzhaarige Dame weiter, die den Zettel in ein Büro am Ende des Ganges brachte. „Setzen sie sich, Miss.
Mister Miller wird sich melden, wenn er sie sehen will.“ Wieder sah sie auf eine Liste. „Hatten sie Unkosten, um herzukommen? Taxi? Bus?“ Ich verneinte. „Ich kam zu Fuß. Es war nicht weit von der Uni“ sagte ich eingeschüchtert. Die Frau hob wieder ihren Kopf. „Uni?“ fragte sie, ich nickte. „Welches Fach?“ fragte sie weiter. „Biologie, zweites Semester“ antwortete ich brav. Wieder reichte sie einen Zettel weiter, wieder verschwand dieser im Büro.
Danach war ich erstmal vergessen. Ich saß auf meinem Stuhl und drehte nervös meine Daumen.
Ein riesiger Mann erschien, seine dunkle Mahagoni Hautfarbe glänzte im Neonlicht des Vorraums. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Dieser gutaussehende Mann war faszinierend. Sein Aussehen erinnerte mich an Spartacus, dem Gladiator, der im alten Rom die Sklaven befreit hatte. Groß, dunkel, durchtrainiert. Das kleine Buch in seiner Hand verschwand darin fast.
Er taxierte mich kurz, setzte sich mir gegenüber und vertiefte sich in sein Buch. Neugierig versuchte ich den Titel zu erraten, Es war in Spanisch geschrieben, ich lächelte, ich kannte das Buch. „Don Quichotte" sagte ich. „Ein tolles Buch von Cervantes“ Der Mann sah meinen neugierigen Blick und lächelte mir zu, „Finde ich auch" antwortete er. Dann stutzte er. „Sie können den Titel lesen?", fragte er. „Ich lebte als Kind zwei Jahre in Spanien" antwortete ich schüchtern, froh, jemanden zum Reden gefunden zu haben, jemanden, der mir meine Nervosität etwas linderte. „Damals war ich zwei Jahre. Als Kind lernt man schnell." antworte ich fließend auf Spanisch. „Mein Vater arbeitete in der Staatsbibliothek und ich durfte ihn begleiten“. Dann schwieg ich. Ich wollte nicht damit angeben, fünf Fremdsprachen fließend zu sprechen.
„Sehr gute Aussprache" sagte er. Wieder glitt sein Blick über mich. Er schien zu überlegen, sein Buch sank in seinen Schoß. Ein Grinsen, das wunderbar ebenmäßige, weiße Zähne sehen ließ erschien in seinem Gesicht, dann erhob er sich und ging, ich war wieder allein.
Ich saß auf meinem Stuhl und wartete. Seufzend sah ich auf meine alte Armbanduhr. Die Zeit schlich dahin.
Eine andere blonde Frau erschien, elegant, schön, jung, kurvenreich. Ohne weiteres Gespräch verschwand diese im Büro und die Tür wurde geschlossen. Fast eine Stunde lang, dann ging die Tür wieder auf und die Frau verließ das Büro. Sie nahm einen Scheck entgegen und verschwand. Immer noch saß ich brav auf meinem Stuhl. Doch jetzt reichte es mir. Ich fühlte mich verschaukelt. „Guten Tag noch, ich gehe“ sagte ich entmutigt. Hier wurde ich nichts, das war mir nun klar.
Die Schwarzhaarige schreckte hoch. Ihr Blick war verwirrt, so als würde sie sich erst jetzt an mich erinnern. Hastig griff sie zum Telefonhörer und sprach aufgeregt hinein. Das war mir mittlerweile egal. Hier verschwendete ich nur meine Zeit. Es war eine blöde Idee gewesen, mich auf dieses Inserat zu bewerben, dachte ich wütend. Mit meiner abgetragenen Jeans und meinen alten Pullover hatte ich in diesem überaus eleganten Umfeld nichts zu suchen.
Was hatte ich mir nur dabei gedacht...Wieder eine dieser dummen Ideen, die ich leider viel zu oft hatte.
Ich nahm meine Jacke und ließ die Glastür schwer ins Schloss fallen. Das laute Geräusch munterte mich etwas auf. „Besser so, hierher hätte ich sowieso nicht gepasst“ sagte ich leise zu mir. „Zu elegant, so reich!"
Ungeduldig wartete ich auf den Fahrstuhl, der einfach nicht kommen wollte. Fluchend überlegte ich die Treppe zu nehmen, als jemand mich am Arm fasste.
Erschreckt schrie ich auf.
„Entschuldigen sie, Miss. Ich denke, sie wollten zu mir?“ Ein hochgewachsener Mann stand neben mir und hielt mich am Arm zurück, als ich den Fahrstuhl, der sich endlich bequemt hatte zu kommen, besteigen wollte. Sprachlos starrte ich den Mann an. Er war Mitte Dreißig, dunkelhaarig und gutgebaut. Nicht so groß wie mein Spartacus von eben, aber ebenso atemberaubend.
Fasziniert starrte ich in zwei große, wunderschöne, graue Augen mit unwahrscheinlich langen Wimpern.
„Solche Augen müssten für Männer verboten sein", dachte ich kurzatmig. Umsonst versuchte ich meinen Blick abzuwenden, meine Augen starrten ihn an.
Ein Typ, der meiner Schwester gefallen könnte. Genau Susis Kragenweite. Warum war sie nicht hierhergekommen, das fragte ich mich jetzt. Die Anzeige war doch wie auf sie zugeschnitten. „Hören sie, Mister..." sagte ich, weiter kam ich nicht, „Miller" sagte er, legte mir seinen Finger auf den Mund und hinderten mich am Weitereden.
Er führte mich wieder ins Büro, nahm meine Jacke und warf sie auf den Stuhl, auf dem ich bis eben gesessen hatte. Immer noch sprachlos ließ ich es zu, dass er mich in das Büro führte und die Tür schloss. Nur nebenbei bemerkte ich, dass beide schwarzhaarige Frauen verschwunden waren, ich war mit dem Mann allein. Ein Frösteln lief mir über den Rücken. Wortlos reichte er mir ein Schriftstück. „Was ist das?“ fragte ich ihn und erntete ein schmales Lächeln. „Eine Verschwiegenheitserklärung“ war seine Antwort. „Ich verstehe nicht.“ sagte ich und nahm zögernd das Papierstück. „Habe ich mir fast gedacht, Miss“ Er stockte, richtig ich hatte meinen Namen ja noch nicht genannt. „Wilkens, Robina Wilkens“ sagte ich schüchtern. Er stockte, überlegte, und lächelte noch ein kleines Stück mehr. Seine Augen geschlossen, grinste er breit. So als käme ihn etwas Schönes in Erinnerung. Sein Blick musterte mich. „Robin, Rotkehlchen, passend bei der Haarfarbe“ Er erhob sich und nahm eine meiner Haarsträhnen in die Hand.
„Und die Farbe ist echt, alle Achtung. Eine der wenigen, die nicht nachgeholfen hat.“ sagte er wieder und ich wurde noch verwirrter.
„Wissen sie, warum ich die Anzeige aufgegeben habe?“ fragte er mich nun. Seine Hand wies auf eine gestrichelte Linie. „Unterschreiben!“ sagte er streng.
Zögernd setzte ich meinen Namen unter das Papier.
Dann nahm er den Vertrag und legte ihn in eine Schublade.
„Nun, sie suchen eine Gesellschafterin, Mister Miller.“ sagte ich arglos, „Ich denke für ihre Mutter oder ihren Vater. Wahrscheinlich müssen sie drei Monate verreisen und wollen ihr Elternteil nicht allein zurücklassen.“ Ich beugte mich vor. „Ich bin vielleicht etwas jung, aber ich bin sehr geduldig" versuchte ich ihn zu überzeugen. Das war glatt gelogen, Geduld war nun wirklich keine meiner Tugenden.
Jetzt lachte der Mann und ich kam nicht umhin, seine wunderschönen ebenmäßigen Zähne zu bewundern.
Er hatte einen wirklich schönen Mund. Sinnlich würde Susi sagen. Endlich hatte er sich etwas beruhigt und hob seinen Arm.
„Stehen sie auf, Miss Wilkens“ befahl er nun. Befehl kam der Sache ziemlich nah, eine Bitte war es nicht gewesen. Langsam erhob ich mich. „Pullover hoch!“ befahl er weiter. „Nein“ wagte ich zu widersprechen und konnte ein Zucken in seinen Augenwinkeln erkennen. „In meiner Anzeige hieß es schlank. Bei dem dicken Pullover kann ich das nicht beurteilen!“ seine Stimme wurde härter. Verängstigt hob ich meinen Pullover etwas und er umrundete mich einmal. „Gut, setzen“ sagte er nun. „Etwas Babyspeck, aber durchaus reizend." Er hob seine Hand und gebot mir zu schweigen, als ich etwas sagen wollte. „Sie reden nur, wenn ich es ihnen erlaube, Miss Wilkens“ sagte er leise. Er legte seine Finger aneinander und schien zu überlegen.
„Hatten sie schon mal Sex, Miss Wilkens?“ seine Frage überraschte mich komplett. Meine eben noch blasse Gesichtsfarbe wechselte ins tiefrote. Ich senkte meinen Blick und scharrte mit den Füßen auf den blanken Boden. „Ich wüsste nicht, was das ihnen angeht!“ sagte ich endlich. „Ich bin hier, weil ich dringend einen Job brauche. Und mir ist der Job egal.
Arbeiten kann ich! Ich bin gebildet, studiere, und bereit zu lernen. Ich habe angenehme Umgangsformen. Aber intime Fragen, so wie mein Sexualleben, gehören nicht zu einem Bewerbungsgespräch!"
Sein breites Lächeln machte mir mehr Angst als alles andere. „So, glauben sie?" fragte er amüsiert. Ich nickte mutig. Zitternd wartete ich auf seine Antwort.
„Sie studieren Biologie? Nun, dann lesen sie mir mal meine Anzeige vor." Sagte er schmunzelnd.
„Gesellschafterin gesucht“
Für drei Monate!
Seriös Und Beständig
Befristet auf 3 Monate, Diskretion und Gehorsam vorausgesetzt
Blond, schlank, maximal 28 Jahre, ausdauernd
bereit, die 3 Monate ihr Leben nach meinen Wünschen auszurichten
Las ich zitternd. Dann stockte ich, warum waren die Buchstaben in der zweiten Reihe so groß? Handelte es sich um ein Anagramm?
Meine tief dunkelrote Farbe wurde noch dunkler, als ich begriff. „Entschuldigen Sie, ich glaube, ich bin hier komplett verkehrt!“ stotterte ich. Tränen rannen mir tief beschämt über die Wangen. Man, war ich naiv!
Toll, wieder mal ein richtiger „Robini“ würde Susi sagen. Typisch für ihre kleine, dumme, ungeschickte Stiefschwester. So etwas konnte auch nur mir passieren! Ich war wirklich zu dumm fürs Leben.
Hastig sprang ich auf und rannte aus dem Büro. Der Fahrstuhl, nein, das dauerte zu lange, nur einfach weg von hier. Weg von dem unmöglichen Kerl, der bestimmt immer noch laut lachend in seinem Büro saß.
Ich rannte die Treppe herunter. Alle zwölf Stockwerke.
Wenigstens war mir anschließend warm. Vor dem großen Haupttor, an eine teure Limousine gelehnt, stand der große dunkelhäutige Mann aus dem Wartezimmer und starrte mich fragend an, als ich auf die Straße kam. „Alles in Ordnung?" fragte er mich auf Spanisch. Ich schüttelte weinend meinen Kopf und rannte an ihm vorbei. Meine Güte, wie schämte ich mich.
Ich rannte durch den, mittlerweile dunklen Park, die lange Hauptstraße herunter. Erst als ich an meiner Wohnungstür ankam, merkte ich, dass ich meine Jacke und meinen Rucksack in diesem Büro vergessen hatte.
Verdammt, also musste ich doch noch einmal wieder dahin. Doch nicht jetzt und Heute. Morgen wären hoffentlich die Frauen wieder da. Dann würde ich meine Sachen von ihnen zurückfordern.
Ich musste fast zehn Minuten klingeln, bis Susi sich endlich bequemte, die Tür zu öffnen.
„Was ist los, warum kommst du so spät. Hast du etwas zu essen dabei? Der Kühlschrank ist leer“ sagte sie statt einer Begrüßung. Ich schnaubte wütend. Susi war fast den ganzen Tag zuhause, ich musste zur Uni und anschließend mir einen neuen Job suchen. Warum hatte sie nicht gekocht. „Ich habe kein Geld für Lebensmittel, Susi“ antwortete ich. „Warum kaufst du nicht mal zur Abwechslung ein? Oder Dave, dein ach so toller Freund?“ fragte ich sie patzig. „Der frisst doch immer für zwei, da kann er auch mal was zahlen."
Meine Wut entlud sich nun an meine Schwester.
„Jetzt fang nicht schon wieder an, Robin“ Susi zog einen Schmollmund. Effektvoll lief eine Träne über ihr Gesicht. Das hatte bei mir schon immer gezogen. „Du weißt, dass ich im Moment keine Auftritte habe und Dave muss noch für seine Ex und deren Gören zahlen.“ sagte Susi, eine weitere kunstvolle Träne lief ihr über die Wange. „Es sind auch seine Kinder. Deine Stiefkinder, wenn ihr heiratet!“ meine Antwort war schärfer, als beabsichtigt. „Und damit du Bescheid weißt. Ab sofort gehört das Schlafzimmer mir wieder allein! Du bist bei mir nur zu Gast. Schlaf auf dem Sofa!“ Frustriert sah ich mich in meiner kleinen unordentlichen Wohnung um. Nicht einmal aufgeräumt hatte sie. Bevor Susi vor drei Monaten zu mir gezogen war, hatte ich mein Leben halbwegs im Griff gehabt. Saubere, kleine Zwei-Zimmerwohnung in der Nähe des Campus. Einen Teilzeitjob um die Ecke beim Juwelier, den ich leider verlor, als mich meine Schwester dort einmal besuchte und einen Ring mitgehen ließ. Der Besitzer erwischte sie dabei und Susi bot meinen Chef tatsächlich Sex an, wenn er auf eine Anzeige verzichten würde. Nun, mein Chef ging auf ihr Angebot ein, verzichtete auf eine Anzeige, doch meine Kündigung bekam ich prompt.
Ich durchquerte mein Wohnzimmer, stieg über Reisetaschen und Koffer und verschwand im Badezimmer. Dort setzte ich mich auf die Kloschüssel und ließ meinen Tränen freien Lauf. Was für ein beschissener Tag, dachte ich müde. Aber eigentlich waren alle meine Tage in der letzten Zeit beschissen.
Hoffentlich hatte ich die Klausur heute Morgen wenigstens bestanden. Ich hoffte es sehr. Dann wäre wieder ein Semester geschafft.
Es klingelte an der Wohnungstür. Ausdauernd, lange.
Was machte Susi eigentlich? Sie musste das Klingeln doch hören. Bestimmt wieder Dave. Der Typ war wirklich ätzend. Zuhause rausgeflogen, schnorrte er sich bei Freunden durch und schlief mit und bei Susi.
Der Typ war Mitte dreißig und dreifacher Vater. Was fand meine wunderschöne, elegante Schwester nur an dem Kerl? Charakterlich passten beide jedenfalls gut zusammen, beide waren sie egoistisch und tyrannisch.
Mister Miller fiel mir wieder ein. Vielleicht hätte Susi zu dem Treffen gehen sollen. Sie war erfahren, sehr sogar. Elegant, Blond, Modellmaße. Kinderspiel, das war schließlich ihr Job. „Und 28 ist sie auch“ fluchte ich leise. Vielleicht sollte ich ihr die Telefonnummer geben, dann wäre ich sie endlich los.
Es klingelte wieder, ausdauernd lange. Seufzend erhob ich mich und wischte mir die Tränen fort. Dann kam ich zurück ins Wohnzimmer. Susi lag auf dem Sofa, einen Kopfhörer auf und hörte laut Musik. So laut, dass sogar ich die Musik hörte. Genervt ging ich zur Tür und riss diese auf, in Erwartung, Dave vorzufinden.
„Miss Wilkens?“ Ein elegant gekleideter Chauffeur stand vor mir und sah mich erwartungsvoll an. Ich erkannte ihn sofort, es war der nette dunkelhäutige Mann mit dem spanischen Buch. Mein Spartacus, ich errötete, und stammelte eine Entschuldigung.
Schüchtern, erstaunt, nickte ich. „Sie haben ihre Jacke und ihren Rucksack vergessen. Mein Chef schickt mich.
Er meinte, sie würden diese beiden Sachen benötigen.“ Er reichte mir eine große Tasche.
„Danke“ sagte ich verwirrt. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Weshalb ließ dieser Mister Miller mir meine Sachen hinterher bringen?
Plötzlich stand Susi neben mir. Sie entriss mir die große Tasche. „Geil. Eine volle Einkaufstasche von Prada“ jubelte sie. Das Logo hatte Susi natürlich sofort erkannt. Ohne Rücksicht auf den Chauffeur lief sie ins Wohnzimmer zurück und kippte den Inhalt ungeniert aufs Sofa und wühlte darin. Frustriert fuhr ich mir über die Augen. „Würden sie bitte einen Augenblick warten?“ bat ich den Mann, der lächelnd nickte. „Mein Chef, bat mich, mich nach ihrem Befinden zu erkundigen“ sagte er. „Ihr abrupter Aufbruch vorhin machte ihn etwas Sorgen.“
„Ich denke eher, ihm tut noch immer der Bauch weh vom vielen Lachen" antwortete ich ironisch, „So viel Naivität hat selbst er wohl noch nicht erlebt." Ich ließ ihn kurz stehen, ging zu Susi und räumte alle Sachen, außer meinen Rucksack und meine Jacke wieder in die Tasche. „He, lass das! das ist original Prada!“ protestierte Susi. Sie zerrte an einem kurzen schwarzen Kleid. „Schnauze“ war meine einzige Antwort. Ich zog, gewann und stopfte das Kleid zu den Schuhen und den Nylons. Dann brachte ich die Tüte zurück zur Wohnungstür. Dort drückte ich sie dem Mann in die Hand. „Richten sie ihrem Chef aus. Ich bin vielleicht naiv, aber wohlauf. Es besteht kein Grund zur Sorge.“ Dann warf ich mit Schwung die Tür zu. Gerade rechtzeitig drehte ich mich zu Susi zurück. Sie hatte bereits mein Portemonnaie in den Händen und wühlte darin. „He, ich denke du bist pleite! Warum hast du dann 2000 Dollar?“ Susi fischte die Scheine heraus und wedelte damit herum. Das war nicht mein Geld, dieser Mister Miller musste es hineingetan haben. Wütend entriss ich ihr das Geld und meine Tasche, dann rannte ich die alte Treppe herunter auf die Straße. Der große Wagen war fort.......Nun gut, dann würde ich das Geld halt Morgen im Büro abgeben, schwor ich mir. Dieser Mister Miller war mir unheimlich, ich wollte weder seine Geschenke noch sein Geld...
„Was war das denn, kleine Schwester?
Geheimnisse?“ Susi versuchte mich auszuhorchen, als ich wieder in der Wohnung stand. Müde schloss ich meine Augen. Um keinen Preis würde ich ihr auch nur eine Kleinigkeit der peinlichen Geschichte erzählen.
Dazu hatte sie sich schon zu oft über meine Naivität lustig gemacht.
Wütend warf ich meine Tasche auf den Tisch. „Ich gehe Duschen“ sagte ich zu Susi. „Sieh zu, dass du etwas zu Essen auf den Tisch bringst." Ich wusste, dieser Wunsch war umsonst ausgesprochen. Susi würde sich nie in ihrem Leben an einen Herd stellen.
Was für ein beschissener Tag, dachte ich, als das warme Wasser über meinen Körper lief. Solange Susi bei mir war, würde sich mein Leben nie ändern. Ich seufzte. Was würde ich dafür geben, sie endlich wieder loszuwerden. Manche Wünsche sollten sich erfüllen...
Wieder meldete sich meine Naivität.....als ich Fünfzehn Minuten später aus der Dusche kam, war Susi weg, zusammen mit den 2000 Dollar.....
Nervös saß ich im Büro meines Mentors. Professor Ryker hatte mich heute zu sich gebeten, ich ahnte, warum. Seit Susis Einzug bei mir, fehlte mir das Geld für die monatliche Gebühr. Und nun war sie seit zwei Tagen verschwunden. Ich fragte mich, wie lange sie mit den 2000 Dollar auskommen würde. Hoffentlich lange genug, um mir etwas Luft zu verschaffen.
„Robin, nett das sie gewartet haben“ Professor Ryker kam zu mir und reichte mir seine Hand, Ich mochte den leicht schussligen Mann. Etwas an ihn erinnerte mich an meinen Vater. Es beruhigte mich immer, mit ihn zu reden. Er reichte mir meine Klausurarbeit. „Gut, wie immer, Robin, obwohl, sie hätte besser sein können.“ seine Worte bestätigten, was ich schon wusste. „Wenn sie sich nur aufs Studium konzentrieren könnten, wären sie bereits wesentlich weiter.“ Er sah mich über den Rand seiner Brille schweigend an.
Beschämt scharrte ich mit den Füßen. „Professor, wegen meiner monatlichen Gebühr... Ich habe leider meinen Job verloren. Aber ich bin auf der Suche nach etwas Neuem. Dann werde ich wieder pünktlich zahlen und versuchen die fehlenden Raten nachzuholen.“ sagte ich stotternd. Ich schämte mich gnadenlos. Der Mann vor mir winkte milde ab. „Alles kein Problem für eine so gute Studentin wie sie, Robin.“ sagte er sanft. „Bis vor wenigen Wochen waren sie geradezu Brillant." Wieder ein mildes Lächeln. Er schien nachzudenken, ich schwieg. Wie sollte es nur weitergehen? Ich hatte nicht einmal Geld, um mir etwas zu Essen zu kaufen. Wie sollte dann meine Schulden bezahlen? Lange würde die Uni nicht mehr warten. Dann war mein Studiums-Platz weg...
„Augenblick." sagte Professor Ryker plötzlich fröhlich.
Dann wühlte er aufgeregt in seinen Akten. „Ich hätte da was für sie, Mädchen. „Ein ehemaliger Student und Unterstützer unserer Uni sucht eine Praktikantin für die Sommermonate. Es wird gut bezahlt. Das wäre doch was für sie, oder?“ fragte er mich. „Ich habe mir erlaubt, ein Gespräch für sie zu arrangieren. Sie sind intelligent, fleißig und pünktlich" Er grinste verwirrt, als ich mich glücklich vorbeugte und ihn auf die Wange küsste. „Das Gespräch ist in einer Stunde! Und ich halte sie hier auf! Los Mädchen, schnappen sie sich den Job." Er hob ermutigend beide Daumen in die Höhe und lächelte, als mir eine Träne über die Wange lief. Was für ein Lichtblick nach den dunklen Wochenes war als schiene ein Fetzen Sonne durch die dichte Wolkendecke.
TMD- Ich hatte es wirklich geschafft!
Ich stand hier im Labor des größten und besten Pharma-Unternehmens des Landes und durfte hier arbeiten... wenn es so etwas ähnliches wie Glück gab, hatte ich tatsächlich einen Zipfel davon zu fassen bekommen.
"Sie werden die nächsten Monate mit dem Katalogisieren und Beschriften verschiedener Proben und Seren beschäftigt sein" Der Mann, der mir das Labor zeigte, ließ seinen Blick über mich wandern. Er grinste dunkel, ein Schauer lief mir über den Rücken.
Unwillkürlich begann ich zu zittern. Der Mann, der sich mir als Roger vorgestellt hatte, griff mich nun an den Schultern und ließ seine Hand über meinen Rücken gleiten. „Ich muss sehen, welche Kittelgröße sie haben, Miss Wilkens." sagte er nur. Wieder strich er über mich. Mein Zittern verstärkte sich, als seine Hand auf meinem Rücken liegen blieb. Ich machte mutig einen Schritt nach vorn, seine Hand fiel ins Leere. Wieder ein dreckiges Grinsen wie mir schien, auf seinem Gesicht.
„Ihr Lohn beträgt 500 Dollar, auch mehr, wenn sie sich gut anstellen." Roger zwinkerte mir zu. Ich verstand nicht, was er meinte. „500 im Monat?" fragte ich, das war etwas weniger, als ich beim Juwelier verdient hatte, aber mehr, als ich im Moment hatte. „In der Woche, kleine Schönheit" sagte Roger und mir blieb der Mund offenstehen. „2000 Dollar im Monat?" Mir wurde schwindlig. Dann hatte ich genug, um meine Gebühren zu zahlen, diesem Mister Miller schon mal einen Teil zurückzugeben und mir etwas zu essen zu kaufen.
„Unser Boss zahlt gutes Geld für gute Arbeit. Gutes Miteinander und Entgegenkommen ist ihm wichtig."
Wieder wollte er seine Hand auf meine Schulter legen, als sein Handy klingelte. Er telefonierte kurz, wurde immer ruhiger und kam schließlich wieder zu mir. Wer immer ihn auch angerufen hatte, sein Verhalten änderte sich augenblicklich. „Also, Miss Wilkens" sagte er so formell, dass ich zu ihm aufsehen musste. War das derselbe schmierige Mann, wie noch vor dem Gespräch?
Seine Hände hinter seinem Rücken verschränkt, führte er mich weiter durchs Labor. „Sie haben den Job.
Morgen früh um acht Anfangen. Pünktlich!" sagte er jetzt streng. Ich nickte glücklich. Dieser Roger ließ mich einfach stehen und ich sah mich vorsichtig um. Wie kam ich zu so viel Glück? Die letzte Zeit war ich doch vom Pech verfolgt gewesen? Susi, die mich vorgestern frech beklaut hatte, fiel mir wieder ein. Was sie wohl jetzt trieb? Wie lange würde sie mit dem Geld auskommen? Ich hoffte lange genug, um mir etwas Zeit zu lassen, wieder zu mir zu kommen.
Ich musste noch einmal zu diesem Büro im zwölften.
