Gespenster-Krimi 180 - Kaspar Ritter - E-Book

Gespenster-Krimi 180 E-Book

Kaspar Ritter

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Beschreibung

Die junge Adelina Mortimer lebt in dem verschlafenen US-Städten Salmon Creek - und sie wird heimgesucht von furchtbaren Albträumen und von der Stimme ihrer Jugendfreundin Mary-Anne, die vor Jahren spurlos verschwand. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den Privatdetektiv Vincent Falkner, denn sie ist davon überzeugt, dass das Grauen in Salmon Creek umgeht. Vincent und sein Partner Mike gehen der Sache nach - und stoßen in Salmon Creek auf eine schwarzmagische Verschwörung! Eine grausame Macht aus einer fremden Dimension versucht, in unsere Realität einzudringen und ein Reich des Bösen auf Erden zu errichten!

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Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Cover

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Die Bruderschaft der Schwarzen Flamme

Special

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Impressum

Cover

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsbeginn

Impressum

Die Bruderschaft der Schwarzen Flamme

von Kaspar Ritter

Adelina wachte schweißgebadet auf. Die rätselhaften Geschehnisse der letzten Tage verfolgten sie bis in den Schlaf. Schon seit einigen Nächten plagte sie immer wieder derselbe abscheuliche Traum.

Sie wurde verfolgt. Sie wollte weglaufen, aber ihre Füße gehorchten ihr nicht.

Tiefe Finsternis umschloss sie. Sie konnte ihre Verfolger nicht sehen, dafür hörte sie ihre schlurfenden Schritte und ihre Atemgeräusche. Es mussten mehrere Angreifer sein, und sie kamen immer näher.

Adelina schrie so laut sie konnte um Hilfe. Oder wollte es zumindest, doch kein Ton kam über ihre Lippen. Sie war ganz allein. Niemand würde kommen, um ihr beizustehen ...

Benommen richtete sich Adelina auf. Nur langsam fand sie in die Wirklichkeit zurück.

Sie durfte die eindringlichen Warnungen ihrer alten Freundin Mary-Anne nicht ignorieren.

Unzählige Male hatte Adelina ihre Stimme vernommen.

»Geh fort! Sie werden dich töten!«

Aber war das tatsächlich Mary-Anne, die ihr diese Worte ins Ohr geflüstert hatte? Oder bildete sie sich das alles nur ein? War sie dabei, den Verstand zu verlieren?

Immerhin war Mary-Anne mit großer Wahrscheinlichkeit bereits seit zehn Jahren tot.

Adelina hatte Angst. Eine tiefe lähmende Angst, wie sie sie noch niemals zuvor verspürt hatte.

Sie musste etwas unternehmen. Aber sie ahnte, dass ihr dafür nicht mehr viel Zeit blieb.

Vincent Falkner saß hinter seinem Schreibtisch. Das graue Licht eines verregneten Nachmittags fiel durch die Fenster seines Büros.

Er sah auf, als die Tür zu seinem Büro geöffnet wurde und eine kleine, zierliche Frau den Raum betrat. Ihre blasse Haut und die dunklen Ringe unter den Augen deuteten darauf hin, dass sie einige schlaflose Nächte hinter sich hatte.

»Mr. Falkner?«, fragte sie mit leiser und zaghafter Stimme.

Vincent nickte. »Setzen Sie sich.« Er deutete auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch. »Wie kann ich Ihnen behilflich sein?«

Die Frau nahm zögernd Platz und blickte sich im Raum um. Vincent ahnte, was in ihr vorging. Das Büro war ein wenig schäbig und weckte sicherlich kein großes Vertrauen in ihr.

Ihre Hände zitterten leicht, als sie die Finger ineinander verschränkte. »Mein Name ist Adelina Mortimer«, begann sie und hielt kurz inne, als wolle sie sicherstellen, dass sie die richtigen Worte fand. »Ich brauche Ihre Hilfe. Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll. Seltsame Dinge passieren in meinem Haus.«

Vincent lehnte sich zurück und musterte sie. »Was für seltsame Dinge?«

»Ich höre ständig eine Stimme«, antwortete sie. »Sie flüstert mir ins Ohr. Sie sagt immer dasselbe: ›Geh fort! Sie werden dich töten!‹ Ich höre sie überall, besonders nachts. Und dann sind da noch die Schatten. Ich sehe sie ganz deutlich. Immer wieder. Sie bewegen sich, als wären sie lebendig. Ich weiß, das muss sich für Sie verrückt anhören.«

Vincent schwieg. Er ließ sie reden. Er hatte schon viele derartige Geschichten gehört. Die meisten davon waren Hirngespinste oder Wahnvorstellungen.

Doch etwas an ihrer Haltung und die Art, wie ihre Blicke ständig den Raum absuchten, als wäre sie nicht allein, machte ihn hellhörig.

»Wie lange geht das schon so?«, fragte er.

»Seit Wochen«, antwortete sie. »Es wird immer schlimmer. Ich schlafe kaum noch. Und gestern Nacht habe ich sie mit eigenen Augen gesehen.«

»Wen haben Sie gesehen?«

»Mary-Anne«, sagte Adelina Mortimer und sah ihm dabei direkt in die Augen. »Die Frau, deren Stimme ich die ganze Zeit höre.«

»Wer ist Mary-Anne?«

»Sie war einmal meine beste Freundin. Aber vor zehn Jahren ist sie plötzlich spurlos verschwunden. Sie war von einem Tag auf den anderen nicht mehr da. Niemand weiß, was mit ihr passiert ist. Es spricht jedoch vieles dafür, dass ihr etwas zugestoßen ist und sie dabei den Tod gefunden hat. Aber gestern ist sie bei mir aufgetaucht, Mr. Falkner. Sie stand im Flur meines Hauses. Ich bin mir sicher, dass es sich um Mary-Anne gehandelt hat.«

»Hat sie etwas gesagt?«

»Ja! Sie hat gesagt, dass mir nicht mehr viel Zeit bliebe. Und immer wieder dieses ›Geh fort!‹ Sie stand noch eine Weile vor mir, dann hat sie sich plötzlich ... in Luft aufgelöst! Verstehen Sie, was das bedeutet?«

Vincent zögerte mit seiner Antwort.

»Es gibt viele Erklärungen für das, was Sie erlebt haben.«

»Ich weiß, was ich gesehen habe. Ich bilde mir das nicht ein. Ich bin hier, weil ich gehofft hatte, dass Sie mir helfen werden. Ich fühle mich bedroht. Die Situation wird mit jedem Tag schlimmer. Etwas Böses greift nach mir.«

Vincent fiel auf, dass die Frau mit jedem Wort bleicher geworden war. Sie war eindeutig davon überzeugt, dass sie ihre Freundin gesehen hatte. Und da Mary-Anne tot war, konnte es sich ihrer Ansicht nach nur um einen Geist gehandelt haben.

Er hatte bereits mit Leuten zu tun gehabt, die vorgaben, Geister gesehen zu haben. Doch jedes Mal hatte sich herausgestellt, dass nichts Übernatürliches im Spiel war. Zumeist hatte es sich bei diesen Leuten schlicht und ergreifend um Spinner gehandelt.

Bei Adelina Mortimer war das anders. Er konnte nicht genau sagen, wieso, aber er glaubte ihr.

Aber Vincent war ein rational denkender Mensch. Wenn er sich tatsächlich ernsthaft mit dieser Geschichte auseinandersetzen wollte, musste er erst einmal herausfinden, was es mit dem Verschwinden dieser Mary-Anne auf sich hatte. Dazu musste er sich vor Ort mit der lokalen Polizei in Verbindung setzen.

Vincent wusste aus Erfahrung, dass das mitunter gar nicht so einfach war. Es wurde in der Regel nicht gern gesehen, wenn sich private Schnüffler mit längst abgeschlossenen Fällen beschäftigten. Aber sein Interesse war geweckt.

»Wo genau ist Ihr Haus?«, fragte er deshalb.

»In Salmon Creek. Das ist ein kleiner Ort in den Bergen. Das Haus ist alt, sehr alt. Meine Familie lebt dort bereits seit Generationen. Aber seit einigen Jahren wohne ich allein dort.«

Vincent nickte. Er wusste ungefähr, wo Salmon Creek lag. Von Boulder aus war der Ort nur eine halbe Stunde Fahrtzeit entfernt.

»Ich kann mich dort ja mal umsehen«, sagte er schließlich. »Aber ich möchte in Ihnen keine falschen Hoffnungen wecken. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen tatsächlich helfen kann. Meistens gibt es in solchen Fällen eine rationale Erklärung, für die man keinen Privatdetektiv benötigt.«

»Ich verstehe«, sagte Adelina. Doch ihre Augen verrieten, dass sie auf eine andere Antwort gehofft hatte.

Sie stand auf, zögerte einen Moment und griff dann in ihre Tasche, um eine Visitenkarte herauszuholen.

»Das ist meine Adresse. Könnten Sie eventuell bereits morgen kommen? Bitte! Ich halte das alles nicht mehr aus.«

»Ich besuche Sie gleich morgen früh«, willigte Vincent ein. »Aber machen Sie sich bitte keine allzu großen Hoffnungen. Ich befürchte, dass möglicherweise nicht viel dabei herauskommen wird.«

Adelina bedankte sich mit leiser Stimme. Sie drehte sich um und verließ das Büro.

Vincent starrte einen Moment lang auf die geschlossene Tür, bevor er schließlich zum Telefonhörer griff.

»Mike Dunbridge!«, meldete sich nach dreimaligem Klingeln die vertraute Stimme eines Kollegen, der ihn gelegentlich bei seinen Ermittlungen unterstützte.

»Vince hier. Hast du morgen Zeit? Ich habe da einen Fall, der dich interessieren könnte.«

»Lohnt es sich denn?«, fragte Mike Dunbridge. »Ein bisschen Kohle könnte ich im Moment gut gebrauchen.«

»Über die Bezahlung habe ich mit der Klientin noch nicht gesprochen.«

»Warum denn das nicht? Das ist doch sonst nicht deine Art!«

»Na ja, es geht angeblich um Gespenster. Ich will Menschen kein Geld abknöpfen, wenn ich sehr wahrscheinlich nichts für sie tun kann. Aber ich dachte, das Thema interessiert dich.«

Vincent wusste, dass er damit bei Mike ins Schwarze traf. In seiner Freizeit las dieser alles, was mit verwunschenen Häusern, Geistern und sonstigem übernatürlichem Kram zu tun hatte. Schon oft hatten sie heftig darüber diskutiert, ob derartige Erscheinungen einen realen Hintergrund hatten oder auf pure Einbildung beruhten.

»Bin dabei«, kam die spontane Antwort. Vincent hatte nichts anderes erwartet. »Um was geht es genau?«

In knappen Worten erzählte er Mike von Adelina Mortimers angeblichen Erlebnissen.

»Wann soll ich bei dir sein?«, wollte Mike wissen. In seiner Stimme schwang Begeisterung mit.

»Ich wollte so gegen acht Uhr morgens losfahren. Wir müssen in die Berge. In ein Nest namens Salmon Creek.«

»Alles klar. Ich werde pünktlich da sein.« Damit beendete Mike das Gespräch.

Vincent legte den Hörer zur Seite und schaute sich nachdenklich im Raum um. Dabei fiel sein Blick auf eine gerahmte Fotografie an der Wand, die ihn selbst und vier Kameraden in Militäruniform zeigte. Sie alle lachten vergnügt in die Kamera. Keiner hatte zu dem Zeitpunkt, als dieses Foto aufgenommen worden war, gewusst, dass nur wenige Tage später nur noch einer von ihnen am Leben sein würde.

Und dieser eine hieß Vincent Falkner.

Adelina stieg aus dem Auto und ging schnell die Verandastufen hinauf. Der kalte Abendwind ließ sie frösteln.

Sie schloss die Haustür auf und trat ein.

Drinnen war es genauso ruhig wie draußen.

Sie schloss die Tür hinter sich und blieb einen Moment stehen. Irgendwo schien eine Diele zu knarren. Wahrscheinlich nur das alte Holz.

Sie zog ihre Jacke aus und ließ sie achtlos über die Lehne des Stuhls fallen. Ohne weiter nachzudenken, griff sie nach ihrem Handy und wählte Karens Nummer.

Es dauerte ein paar Sekunden, bis ihre Schwester abhob. »Ja?«

»Karen, kannst du bitte herkommen?« Adelina bemühte sich, ruhig zu klingen, aber ihre Stimme zitterte leicht. »Es hört einfach nicht auf. Ich höre ständig diese Stimmen. Ich habe schreckliche Angst.«

»Adelina, nun beruhige dich doch erst einmal«, antwortete Karen. »Es ist bestimmt nur deine Fantasie, die dir einen Streich spielt.«

»Bitte!«, flüsterte Adelina. »Es fühlt sich so echt an. Ich will nicht allein bleiben. Ich drehe hier noch durch.«

Karen seufzte. »Okay, ich komme vorbei.«

Sie wohnte ganz in der Nähe, nur drei Häuser entfernt.

Als sie das Gespräch beendet hatte, legte Adelina das Handy auf den Tisch. Sie setzte sich auf die Couch und starrte ins Leere. Jedes noch so leise Geräusch im Haus ließ sie zusammenzucken. Sie hatte panische Furcht.

Schließlich hörte sie Schritte auf der Veranda und dann das Klingeln an der Tür. Sie sprang auf, lief zur Tür und öffnete sie hastig.

»Danke, dass du gekommen bist«, sagte sie und zog Karen ins Haus.

Karen musterte sie mit einem besorgten Blick.

»Komm mit ins Wohnzimmer.«

Dort war es sehr dunkel. Durch die zugezogenen Vorhänge drang nur das spärliche Licht der wenigen Straßenlampen in den Raum.

Adelina blieb plötzlich stehen und lauschte angestrengt.

Karen ließ sich währenddessen auf das Sofa fallen.

»Hör zu, Adelina, du musst dich entspannen.«

Doch im selben Moment hörte es Adelina erneut.

»Geh fort ...«

Sie zuckte zusammen, sah sich hektisch um und ergriff Karens Arm. »Hast du das gehört?«

Karen schaute sie verwirrt an. »Was denn? Da war nichts.«

»Doch!« Adelinas Stimme wurde lauter. »Es war ganz deutlich. Die Stimme. Sie sagt, ich soll von hier fortgehen. Was hat das alles bloß zu bedeuten?«

Karen stand auf und schüttelte den Kopf. »Ich höre nichts, Adelina. Du bist gestresst. Du bildest dir das alles nur ein.«

»Nein, das tue ich nicht!«, rief Adelina. »Ich bin doch nicht verrückt!«

Karen sah ihre Schwester an und wusste offenbar nicht, was sie sagen sollte.

»Es gibt sicherlich eine vernünftige Erklärung für das, was du zu hören glaubst«, sagte sie schließlich. »Vielleicht ist es nur der Wind, der durch ein geöffnetes Fenster bläst.«

Adelina nickte, obwohl sie wusste, dass das nicht die Ursache sein konnte. Es war eindeutig eine Stimme gewesen, die sie gehört hatte. Sie fühlte sich hilflos und unsicher und fragte sich, wie lange sie das noch ertragen konnte.

»Ich war heute bei einem Privatdetektiv in Boulder«, eröffnete sie ihrer Schwester.

Karen blinzelte überrascht. »Was sagst du da? Wozu das denn?«

»Weil ich wissen will, was hier vor sich geht«, erklärte Adelina mit fester Stimme, obwohl ihre Hände zitterten.

Karen verschränkte die Arme und seufzte. »Adelina, ich bitte dich. Ein Privatdetektiv? Ist das dein Ernst? Was soll der denn tun? Geister jagen?«

»Er hat versprochen, mir zu helfen. Er glaubt mir.«

»Du kannst doch nicht allen Ernstes glauben, dass ein Privatdetektiv dir in dieser Angelegenheit helfen kann. Was soll er denn machen? Hier rumsitzen und auf die Stimme warten?«

»Ich weiß es nicht«, gestand Adelina. »Aber er hat versprochen, dass er morgen herkommen wird.«

Karen atmete tief durch. »Adelina, bitte! Du verrennst dich in etwas. Ein Detektiv wird dich auch nicht von dieser Stimme befreien. Vielleicht brauchst du ...«

»Was? Was brauche ich?« Adelina schaute sie scharf an. »Einen Psychiater? Denkst du, ich bin verrückt?«

»Das sage ich nicht. Aber es gibt sicherlich andere Wege, wie du Hilfe finden kannst. Professionelle Hilfe. Nicht von einem Privatdetektiv.«

Adelina schüttelte entschieden den Kopf. »Ich weiß, dass diese Stimme echt ist. Da kannst du sagen, was du willst. Er ist die von Mary-Anne Porter. Und Mary-Anne ist mir auch erschienen.«

»Adelina, ich mache mir ernsthaft Sorgen. Du bist meine Schwester, und ich will nicht, dass jemand falsche Hoffnungen in dir weckt, weil er auf dein Geld scharf ist.«

»Keine Sorge, ich weiß, was ich tue.«

Karen seufzte erneut. »Okay, ich sehe, dass du dich nicht umstimmen lässt. Also, warum bin ich hier? Wie kann ich dir helfen?«

Adelina zögerte. »Ich wollte fragen, ob du hier übernachten könntest? Bis er morgen kommt. Ich will heute Nacht nicht allein sein.«

Karen hob die Augenbrauen und sah sie ernst an. »Du willst, dass ich bleibe?«

»Ja«, flüsterte Adelina, »nur heute Nacht. Bitte!«

Karen sah ihre Schwester lange an, dann nickte sie widerwillig. »Okay. Aber das muss eine Ausnahme bleiben.«

Adelina atmete erleichtert aus. »Danke.«

»Ja ja«, murmelte Karen und ließ sich auf das Sofa nieder. »Aber ich sage dir jetzt schon, dieser Privatdetektiv wird nichts finden. Und du wirst hoffentlich einsehen, dass du dir das alles nur einbildest.«

»Vielleicht hast du recht«, sagte Adelina ohne Überzeugung. »Aber ich muss mir Klarheit verschaffen. So kann es nicht weitergehen. Das musst du verstehen.«

Vincent Falkner und Mike Dunbridge saßen in Vincents Chevy SUV und fuhren die schmale Landstraße hinauf in die Berge. Die ersten Strahlen der Morgensonne drangen durch die dichten Baumkronen, doch der Wald wirkte noch immer düster, als würde er sich dem Lichteinfall auf geheimnisvolle Weise widersetzen.

Das schmale Asphaltband schlängelte sich durch die Hügellandschaft, begleitet von steilen Felswänden auf der einen Seite und einem Gebirgsbach auf der anderen. Links und rechts der Straße streckten sich knorrige Kiefern und Laubbäume dem Himmel entgegen.

»Salmon Creek«, murmelte Mike, der auf dem Beifahrersitz saß. »Das scheint einer dieser Orte zu sein, die vom Rest der Welt komplett abgeschnitten sind.«

Vincent seufzte leise. »Da magst du recht haben. Ich bin aber dennoch sehr gespannt, was an Adelina Mortimers Geschichte dran ist. Sie klang sehr überzeugend gestern.«

»Vielleicht ist sie einfach nur krank«, meinte Mike und fuhr sich dabei mit der rechten Hand durch das kurze dunkle Haar. »So was kommt vor, wenn Leute zu lange in solchen abgelegenen Nestern leben.«

Vincent sagte darauf nichts mehr.

Die Straße wurde mit jeder Meile immer schmaler. Die Bäume standen mittlerweile so dicht, dass ihre Schatten eine für diese Zeit am frühen Morgen unnatürliche Dunkelheit erzeugten.

»Schöne Aussicht, was?« Mike deutete zur anderen Seite und damit auf die Berge am Horizont, die in einem leichten Nebel lagen. »Aber da versteht man, warum die Leute hier Stimmen hören. Die Einsamkeit wäre für mich nichts.«

Vincent nickte. Auch er war kein Freund von Abgeschiedenheit. Dann begann er zu grübeln. Über Dinge, die er lieber vergessen wollte.

Plötzlich begann der Motor des Wagens zu stottern. Ein ruckartiges Rumpeln, dann ein dumpfer Schlag. Das Auto wurde langsamer.

Vincent runzelte die Stirn und trat das Gaspedal weiter durch. Vergebens. Der Motor verstummte gänzlich.

»Was, zur Hölle ...?« Mike setzte sich aufrecht hin, während das Auto langsam ausrollte und dann endgültig zum Stehen kam.

Vincent drehte den Schlüssel im Zündschloss, aber der SUV sprang nicht mehr an.

»Das gibt's doch nicht«, murmelte er. Er besah sich das Armaturenbrett und versuchte herauszufinden, was los war. »Gerade eben war doch alles noch in Ordnung. Der Tank ist voll. Keine Warnleuchten. Was ist los mit der Kiste?«

Als er aus dem Wagen stieg, bemerkte er, wie kühl es war. Der Wald wirkte düster und abweisend. Kein Laut war zu hören, keine Bewegung auszumachen. Da waren nur die dicht stehenden Bäume, deren Kronen die Sicht auf den Himmel blockierten.