Gleißendes Glück - A. L. Kennedy - E-Book

Gleißendes Glück E-Book

A. L. Kennedy

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Beschreibung

Manchmal ist Glücklichsein so schön, dass es fast weh tut Gleißendes Glück ist etwas, was Helene Brindel nicht kennt. Für die schüchterne Frau ist ihre Ehe ein Gefängnis, dennoch kann sie ihren groben Mann nicht verlassen. Als sie in ihrem Unglück auch noch ihr Vertrauen in Gott zu verlieren beginnt, sucht sie sich professionelle Hilfe: Sie wendet sich an den geschätzten Psychologen Eduard E. Gluck, den sie aus dem Fernsehen kennt. Der Glücks-Experte soll ihr helfen, ihre Alltagstristesse zu überwinden und neue Lebensfreude zu finden. Doch seine professionelle Kühle ist nur Fassade... Zwei Menschen, zwei Herzen, zwei Seelen begegnen sich.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 240




A. L. Kennedy

Gleißendes Glück

Roman

Aus dem Englischen von Ingo Herzke

dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München

 

 

 

 

Für Robin Robertson

 

 

 

 

Mrs. Brindle lag in ihrem Wohnzimmer auf dem Boden und blickte an die Decke, auf der die kalten Farben und Schatten der BBC-Beleuchtung wogten und umherzogen. Ein wahrscheinlich lehrreiches Gespräch rauschte an ihr vorbei, sie war viel zu müde, um einzuschlafen oder zuzuhören, aber das war nicht schlimm, das war wirklich ganz und gar in Ordnung.

»Wie ist das mit der Etikette der Selbstbefriedigung? Es gibt ja für jedes Verhalten Regeln, sogar für die gute – oder schlechte – alte Sünde des Onan. Wie sehen diese Regeln also aus? Wen dürfen wir uns beim Onanieren vorstellen? Jemanden, den wir bisher nur gesehen haben? Den wir noch nicht kennengelernt haben?«

»Das ist durchaus üblich, sogar fast die Regel – wir haben nicht das Gefühl, jemandem zu nahe zu treten, wir legen bloß eine Persönlichkeit über ein Bild, soweit unsere unschönen Bedürfnisse das erfordern, wenn uns dieser besondere Teufel reitet, und das ist alles.«

Harold Wilsons liebstes Kind, der Freund der einsamen Seelen, die Fernsehuniversität.

»Wie verhält es sich mit einer flüchtigen Bekanntschaft? Jemand, mit dem wir nie intimere Kontakte hatten und auch nie haben werden? Jemand, den unsere Annäherungen eher schockieren würden?«

»Das ist allerdings schon seltener. Wir stellen uns ihre, wie soll ich sagen, Abscheu vor, und das hemmt uns. Wir lenken unsere Gedanken in eine andere Richtung.«

Mrs. Brindle rollte auf den Bauch und spürte kurz, wie steif und empfindlich ihre Muskeln geworden waren. Frauen ihren Alters sollten nicht auf dem Fußboden liegen. Neben ihrem Kopf füllte ein Mann mit zu viel Haar den Bildschirm. In unzähligen Haushalten wurde jede einzelne seiner Bewegungen und Äußerungen von Videorecordern aufgezeichnet, während die Studenten oder sonstwie Interessierten vernünftigerweise in tiefem Schlummer lagen und sich den Lernstoff für günstigere Gelegenheiten aufhoben. Mrs. Brindle verlangte es nicht nach Bildung, sondern nach Gesellschaft. Sie lag hier und sah und hörte halb zu, weil sie nicht schlafen konnte. Andere Leute studierten in ihrer freien Zeit und arbeiteten auf einen Abschluss hin, Mrs. Brindle hingegen scheute die Begegnung mit der Nacht.

»Andererseits ist es durchaus wahrscheinlich, dass wir uns jemanden vorstellen«, seine Stimme war sanft, auf leutselige Art verschwörerisch, tief, so wie eine Stimme unter Wasser sich anhören könnte, »mit dem wir intime Kontakte beabsichtigen.«

Sie versuchte, sich zu konzentrieren.

»Je näher wir einander kommen, desto akzeptabler werden unsere Phantasien, bis sie zu Tatsachen heranwachsen und wir statt der Träume, die uns Gesellschaft leisteten, nun Erinnerungen haben – oder gar einen wirklichen, lebendigen Partner, den zu lieben wir uns entschlossen haben.

Und damit kommen wir zu meiner These: Das zeigt uns nur, wie das Bewusstsein die Wirklichkeit und die Wirklichkeit das Bewusstsein beeinflusst. Ich gebe mich einen Moment lang einer bildhaften libidinösen Vorstellung hin, und was passiert? Eine unwiderlegbare physische Reaktion. Nicht zu reden von den monumentalen moralischen und emotionalen Dilemmas, die wahrscheinlich ihrerseits die Wirklichkeit beeinflussen, von der ich mich gerade anregen ließ, und immer so weiter im Kreise herum, und niemand weiß, wo uns das hinführt.

Dieses ›im Kreise herum‹ ist es, was ich Kybernetik nenne. Lassen Sie sich von niemandem etwas anderes erzählen – erst recht nicht, wenn es ein Ingenieur ist. Dies ist Kybernetik – wörtlich nichts anderes als Steuerung. Wie ich mich steuere, wie Sie sich steuern. Von innen. Unser Inneres hat seismische Wirkung auf die äußere Welt. Wir müssen nur aufwachen und uns darüber klarwerden, wenn wir wirklich leben wollen.«

Der Mann war irgendwie hartnäckig. Mrs. Brindle fühlte sich auf den Abgrund der Bewusstlosigkeit zugleiten, eine sorglose Beschleunigung, egal, wohin, hinein in den Brunnen der erloschenen Verantwortung. Es schien nicht einmal unwahrscheinlich, dass seine Stimme ihr dorthin folgte.

Sie ging im Kopf die Liste der Dinge durch, die sie absichtlich zu tun versäumt hatte: das nicht bereitete Frühstück, die nicht eingekaufte Milch, ihr Eingeständnis, dass Socken bügeln sinnlos war.

 

Der Morgen erwachte vor ihr, saß aber noch nicht fest im Sattel, war noch ein wenig zart. Der Fernseher stand schwarz und stumm in der Ecke. Sie musste ihn doch noch ausgeschaltet haben. Ihre linke Hüfte erwachte zu pochendem Leben und erinnerte an eine weitere Nacht, in der ihr Körpergewicht auf einen unnachgiebigen Teppich getroffen war. Als sie sich auf die Knie stemmte, kam ihr nicht zum ersten Mal der Gedanke, dass eine Gummizelle doch viel bequemer wäre. An diesem Morgen brachte sie der Einfall nicht zum Lächeln.

Wütender, nasser Regen peitschte gegen ihr Fenster. Sein Lärm musste sie geweckt haben. Sie genoss solche Wolkenbrüche, das Gefühl von Entladung. Mit vorsichtigen Schritten ging sie in die Küche und wusste, dass dieses besondere Vergnügen mit dem Sinken des Luftdrucks zusammenhing, der ausgiebige Regenschauer begleitete. Der harmlose Aufprall von Wassertropfen auf Glas gehörte zu den leisen häuslichen Geräuschen, die Mrs. Brindle mochte. Wie das erste Flüstern eines Wasserkessels, der sich räuspert, bevor der Siedepunkt erreicht ist, gab er ihr ein Gefühl von Heim und Frieden, das andere Dinge nicht hervorrufen konnten.

Sie löffelte Kaffee in die kleine Cafetière, die gerade groß genug für eine große Tasse war, und versuchte, die Lücke in ihrem morgendlichen Trott nicht zu bemerken. Mrs. Brindle versuchte, nicht zu denken, »Früher hättest du jetzt gebetet. Früher hättest du den Tag begonnen und gewusst, welche Ordnung dein Leben hat.«

Während sie darauf wartete, dass sie den Schinkenspeck unter die Grillstäbe des Backofens schieben konnte, erinnerte sich Mrs. Brindle an die Sendung, bei der sie gestern eingeschlafen war. Um Steuerung war es gegangen. Ein hochgewachsener Mann hatte über Steuerung und übers Wichsen geredet. Wenn sie darüber nachdachte, war das eher unwahrscheinlich, aber der Sprecher hatte zu vernünftig geklungen, war zu unbekannt und einfach zu groß gewesen, um von ihrer Phantasie fabriziert und in ihren Schlaf gezaubert worden zu sein. Sie hatte nicht wirklich von ihm geträumt, aber ein wenig von ihm war die ganze Zeit da gewesen, wie das Ticken einer Uhr aus dem Nebenzimmer.

Als der Kaffee fertig war, arbeitete sie sich durch die Zeitung von gestern und zog es sogar in Betracht, seinen Namen herauszubekommen.

 

»Edward E. Gluck. Edward E. Gluck. Edward E. Gluck. Hören Sie? Ich trage einen wunderbar rhythmischen Namen. Meine Mutter gab ihn mir. Als sie jung war, spielte sie halb professionell Oboe, und ich glaube, daher hat sie alle möglichen Dinge immer wie eine Partitur betrachtet: Diskussionen, Gasrechnungen, Taufen; alles. Vielleicht liege ich damit auch falsch, aber ich möchte es einfach gerne glauben, verstehen Sie?«

Radio Two, Mrs. Brindles Lieblingssender; er gab nicht vor, besser zu sein, als er war. Sie rührte gerade Teig für eine Fleischpastete an, schön lange im Voraus, damit er noch ausgiebig ziehen konnte und nicht nur schmeckte, sondern sich auch mit der Soße gut vertrug. Bei der Soße war sie noch lange nicht.

Als Edward E. Gluck wieder und wieder seinen Namen aussprach, erkannte sie seine Stimme. Genau so hatte er sich im Fernsehen angehört – er ließ ganz gewöhnliche Worte dunkel und dicht klingen. Unter seinem Enthusiasmus hörte sie jetzt eine festere und beharrlichere Energie heraus, nicht zu greifen, aber packend. Sie stellte die Rührschüssel in den Kühlschrank und setzte sich, um sich auf Gluck zu konzentrieren.

»Meine Mutter war eine Dame. Eine bemerkenswerte Frau. In der Nacht, von der ich spreche, war ich vielleicht vier Jahre alt und konnte nicht schlafen, weil dicht hinter unserer Wohnung ständig Güterzüge vorbeifuhren. Und ich war unruhig, weil sich meine Eltern erst kurz zuvor getrennt hatten und ich aus unserm Haus ausziehen musste und weil das Geld knapp war, und schlafen kam mir immer wie mangelnde Wachsamkeit vor. Alles Mögliche konnte passieren, während ich schlief.

An eins erinnere ich mich deutlich. Ich sitze aufrecht im Bett, zugedeckt bis zur Hüfte, der Rest kalt. Ich konzentriere mich. Aber ich kann nicht herausfinden, worauf ich mich konzentriere – ich weiß nur, dass ich nachgedacht habe, als meine Mutter die Tür öffnet. Sie holt mich zurück von einem Ort in meinem Bewusstsein, der weit und weich ist und anders als alle Orte, wo ich bisher gewesen bin. Es war schön dort. Ich möchte wieder hin, an diesen Ort, der nur aus Gedanken besteht und aus mir, der sie denkt.

Mutter saß an meinem Bett. Ich sehe immer noch ihre wunderschöne Gestalt vor mir und erinnere mich, dass sie pulvrig, zerbrechlich, süß duftete. Sie wartete mit mir auf den nächsten vorbeifahrenden Zug. Sie ließ mich auf die Waggons horchen – ihnen zuhören, sie nicht bloß hören.

Und sie sagten alle meinen Namen. Sie sagten alle, die ganze Zeit, jedes Mal, wenn wieder einer vorbeifuhr, meinen Namen. Edward E. Gluck, Edward E. Gluck, Edward E. Gluck. Edward E. Gluck. Jeder Zug auf jedem Gleis der Welt kann gar nicht anders, als meinen Namen zu sagen.

In jener Nacht brachte mir meine Mutter zwei Dinge bei, die ich nie vergessen habe. Dass sie mich genug liebte, um mir ihre Zeit zu opfern. Und dass meine tief verwurzelte Egomanie mich immer wieder aufheitern wird. So oft ich kann, mache ich davon Gebrauch.«

Gluck redete sehr viel über sich selbst – er kehrte sein Inneres mit einer Art chirurgischem Genuss nach außen. Mrs. Brindle wendete Schweinefleischwürfel in Eigelb, dann in Pfeffer und Salz, schließlich in Mehl und hörte jemandem zu, der ein geradezu lächerliches Selbstbewusstsein und ein leises, aber fröhliches Lachen besaß. Was sein Leben auch anstellte, er schien es immer genau zu verstehen, denn das war sein Beruf, seine Kybernetik. In den wenigen Minuten seines Vortrags sprang er von grundlegender Freiheit zu kreativer Individualität und zu seinem gerade erschienenen Aufsatzband, der lauter leicht zugängliche und unterhaltsame Essays zu diesen und vielen anderen Themen enthielt und in allen besseren Buchhandlungen erhältlich sei.

Mit Buchläden kannte sich Mrs. Brindle aus. Eine Zeit lang hatte sie gedacht, Buchläden könnten ihr helfen. Immerhin wurden ständig Bücher veröffentlicht, die angeblich als Führer durchs Leben und Allzweck-Inspirationsquelle dienten. Sie hatte eine beträchtliche Anzahl von Buchhandlungen und Antiquariaten durchforstet, ohne auch nur ein einziges nützliches Buch zu finden. Und sie hatte entdeckt, dass die Pilzsporen, die auf älteren Büchern gedeihen – auch auf Lebenshilfe-Bänden –, Halluzinationen und Psychosen hervorrufen können und, kurz gesagt, eine echte Bedrohung der geistigen Gesundheit darstellen. Das wunderte sie überhaupt nicht.

Zeit und Hoffnung, die sie auf diese spezielle Suche nach Erleuchtung verschwendet hatte, drohten sie unzufrieden zu machen, also beschloss sie, ihre Gedanken Gluck zuzuwenden. Sie würde Gluck gerne lesen. Das war auch nicht schädlicher oder nützlicher als irgendwelche anderen Bücher, und sie würde wenigstens jemand Unterhaltsamen in ihren Kopf einladen.

Aus früheren Erfahrungen hatte sie gelernt, dass sie zum nächstgelegenen Buchladen gehen, ein Buch kaufen und rechtzeitig zur gelungenen Zubereitung des Abendessens wieder zurück sein konnte. Also verließ sie Küche und Haus, während hinter der verschlossenen Tür das Radio weiter vor sich hin sang und murmelte.

 

Sie hatte nicht vergessen, wo sie hingehen musste. Durch die Seitentür und die Treppe hinunter zu den Abteilungen RELIGION, SELBSTHILFE UND PSYCHOLOGIE. Diese drei Abteilungen schienen immer zusammenzustehen, vielleicht mussten sie sich gegenseitig stützen. Viele der ausgestellten Titel waren ihr wohlbekannt. Ebenso bekannt war ihr das Gefühl, sich unauffällig am SELBSTHELFER-Regal entlangzuschieben und so zu tun, als wolle man ganz woanders hin – vielleicht zu ANDEREN HELFEN oder BELLETRISTIK – und sei überhaupt nicht auf dringende Hilfe angewiesen, ganz egal, woher. SELBSTHILFE war schon für sich selbst genommen keine besonders hilfreiche Kategorie – Mrs. Brindle konnte sich nicht selbst helfen, deswegen hatte sie ja so viele dieser Bücher gekauft und unbefriedigend gefunden. Die Titel zwinkerten ihr zu wie die Visitenkarten fröhlicher literarischer Trickbetrüger.

Wie üblich gab es auch heute keine Abteilung ANGST VORM STERBEN oder ENDGÜLTIGER VERLUST. Das lag wohl an mangelnder Nachfrage. Oder an der geringen Kaufkraft der Leser, die vom Jenseits besessen waren.

Glucks Essays lagen aufgestapelt auf einem Tisch am Rande der PSYCHOLOGIE – etwa zwanzig Exemplare eines cremefarbenen Hardcovers, auf dem in knallroten Buchstaben der Name des Autors und der Titel leuchtete. Außerdem konnte sie einen cremefarbenen Schädel erkennen, in dem die beiden Gehirnhälften zu sehen waren, leicht reliefartig hervorgehoben. Sie nahm ein Buch in die Hand und fuhr mit dem Zeigefinger langsam über die Kurven und Hügel des papiernen Schädels. Es fühlte sich gut an. Sie gönnte sich eine kleine Pause. Dann schlug sie die neuen Seiten auf, atmete den bitteren Geruch druckfrischer Ware und überflog die ersten Sätze.

Jahrzehntelang hat eine unheilige Allianz aus Neurologen und Ingenieuren versucht, mechanische Nachbauten des menschlichen Gehirns herzustellen. In den sehr engen Grenzen einiger Teilbereiche hatten sie Erfolg. Man fragt sich jedoch, warum sie in ihren Bemühungen nicht nachlassen, wo doch zwei sexuell kompatible und fruchtbare menschliche Lebewesen das Originalprodukt und das dazugehörige Versorgungssystem innerhalb weniger Monate und mit relativ geringem finanziellem Aufwand herstellen können.

Auf der Rückseite des Schutzumschlags war ein grobkörniges Foto von Gluck – mit ernstem Gesicht vor dramatisch bewegtem Wolkenhintergrund. Zu sehen waren nur sein Kopf und seine Schultern, deshalb konnte sie nicht erkennen, ob er auf einem Dach stand, auf einer Klippe oder gar auf dem oberen Deck eines leeren Busses. Das Licht auf seinem Gesicht erweckte irgendwie den Eindruck, dass er vor einem sehr großen Fenster posierte. Vielleicht konnte er sich ein Haus leisten, das solche Annehmlichkeiten bot.

Die Computertechnologie wird mit jedem Tag raffinierter. Wir sind Zeugen des unaufhaltsamen Aufstieges immer neuer Generationen von Maschinen, die in immer unglaublicherem Tempo eins und eins und eins zusammenzählen. Gleichzeitig stellt der Computer heute nicht mehr so sehr eine Nachbildung des menschlichen Geistes dar, sondern eher ein emotionsfreies Idealziel, dem er sich vielleicht eines Tages nähern kann.

Nur ein halbes Dutzend U-Bahn-Haltestellen, und sie wäre wieder zu Hause; niemand müsste je erfahren, dass sie davongelaufen war. Das Buch war ein kleines Ding, das konnte man an vielen Orten aufbewahren. Nicht verstecken, nur sicher aufbewahren.

 

Tunnellichter und Bahnhöfe rauschten gekrümmt an ihr vorüber, und sie hielt Gluck – Die neue Kybernetik sacht und heimlich gegen ihren Mantel gedrückt. Die Festigkeit des Buches war beruhigend, und schon das war angenehm; was den Inhalt anging, durfte sie sich keinen zu großen Erwartungen hingeben. Sie würde den Zeilen des Professors Gluck nur ein klein wenig von ihrer Zeit widmen und vielleicht kein Wort verstehen, aber das wäre gar nicht schlimm. Eine leichte Dosis Verwirrung täte ihr gut und würde ihr nicht schaden. Und sie würde jemanden lesen, der sich mit dem Denken wirklich auskannte: mit seinem eigenen, mit dem anderer Menschen. Er verstand den Lauf der Dinge, und sie konnte ihm in seinem Buch beim Verstehen zusehen.

Während die U-Bahn sie zittern und beben ließ, erinnerte sich Mrs. Brindle, wie sehr sie einmal danach gesucht hatte – nach Verstehen. Sie hatte nie spirituelle Führung gewollt oder heilsame Ernährung, oder Einfluss auf ihre Aura, oder sexuelle Erweckung. Sie wollte nie bloß den vagen Vermutungen eines diplomierten Fremden ausgeliefert sein. Sie hatte auch nie vergänglichen Trost bei den Kirchenliedern ihrer Kindheit gesucht, oder in der Absolution, nicht einmal in den schönsten Mysterien. Mrs. Brindle wollte jemanden, der verstand, einen Menschen, der ihr sagen konnte, was falsch war und wie man es richtigstellen könne.

Irgendwo im wissenschaftlichen Betrieb sind Schablone und Vorlage vertauscht worden. Das beschränkte mechanische Modell wird benutzt, das beklagenswert unerforschte biochemische Original zu analysieren und nach Fehlern zu suchen. Die bewundernswerte Fähigkeit des Computers, Informationen zu speichern, und sein eher unterentwickeltes Talent zu Schlussfolgerungen aus diesen Fakten werden als das leuchtende Vorbild der Erkenntnis dargestellt. Der Mangel an Flexibilität und vor allem der Mangel an emotionalem Einfluss beim Speichern und Finden von Informationen sind angeblich ein entscheidender Vorteil. In manchen Kreisen werden gar die Realität und die schrecklich armselige virtuelle Realität für völlig austauschbar gehalten.

Politische und soziale Theorien, die nicht auf der Grundlage vollständiger, sondern lediglich numerischer Fakten errichtet werden, können von menschlichem Leid oder menschlicher Freude nicht beeinflusst werden. Ist ein Tod beispielsweise nur eine negative Größe in der Kampfbereitschaft oder in Bevölkerungsstatistiken? Oder ist er ein gewaltiger emotionaler und intellektueller Verlust? Wie lange kann unsere Spezies noch gedeihen, wenn wir uns selbst als numerische Fakten, als Arithmetik betrachten? Die Menschheit, ihr Potenzial und ihre Stärken, die sich im menschlichen Gehirn manifestieren, werden systematisch ausgelöscht.

Die neue Kybernetik ist ein Versuch, diese Auslöschung zu verhindern, umzukehren. Die nachfolgenden Essays beschäftigen sich mit ihrer Anwendung bei der Behandlung von Krankheiten, im Hinblick auf Informationstechnologien, bei der Entwicklung der Persönlichkeit, beim Lernen und schließlich – in eher spekulativer Weise – in der Geschichtsforschung, in der Philosophie und in der Ethik.

An jenem Abend bügelte sie an vierzehn schon gebügelten Hemden die Kragen und Manschetten nach und setzte sich dann im flackernden Licht eines Schwarz-Weiß-Films auf den Teppich und las Gluck.

Zuerst hatte sie Angst. Sie wollte nicht, dass er jeden einzelnen Teil von Mrs. Brindle zu Tode erklärte. Sie hoffte doch, dass einige Dinge nicht vollständig zu erklären waren: wie sie lachte, dass sie Apfelsinen genau wie ihre Mutter schälte, was sie aufregte. Sie wollte nicht gesagt bekommen, dass sie nichts weiter sei als Atome, die sich mit anderen Atomen verbanden, Zellen, die sich zusammenschlossen, elektrische Ströme, die durch ein Leitungssystem wanderten, welches zufällig auch Blut vergießen konnte. Sonst wäre alles, was von ihr übrigbliebe, eine Art biochemischer Taschenspielertrick. Sie hatte Angst, dass Gluck sie zerbrechen und zerteilen könne, zerreiben zwischen nichts und nichts mehr.

Aber Gluck beruhigte und bestärkte. Er führte sie langsam durch die glitzernde Dunkelheit, als die sie sich ihren Geist vorstellte. Er versicherte ihr ganz persönlich, sie sei das Wunder, das sich selbst erschafft.

Das war ein guter Anfang, ein guter Gedanke, etwas einsam vielleicht. Bislang hatte Jemand Anderes sie geschaffen, sie betrachtet und gesehen, dass sie gut war.

Irgendwo in ihren zehntausend Millionen denkenden Zellen war die Erinnerung an die Zeit, als Einsamkeit ein leicht zu behebendes Missverständnis war, weil Jemand Anderer immer da war, nur knapp außer Reichweite. Er hatte sich mal mehr, mal weniger offenbart, aber er war doch immer, absolut, ewig da gewesen: Gott. Ihr Gott. Unendlich zugänglich, ein Trost ihres Fleisches. Er war ihre schönste Liebe. Er war ihr gern ein Gefährte, ein Vater, ein Freund gewesen und Er hatte ihr etwas geschenkt, das sie bei anderen Menschen nur selten entdeckte: eine Seele voller Vertrauen. Denn für Mrs. Brindle war kein Gebet unbeantwortet geblieben. Jahrzehntelang war sie niedergekniet, hatte die Augen geschlossen und gespürt, wie sich ihr Kopf an das heiße Herz der Welt lehnte. Das Herz hatte sie umhüllt, hatte ihr alles gegeben, hatte sie emporgehoben, sie gewiegt, hatte ihr die Unruhe genommen und ihr Schönheit geschenkt. Mrs. Brindle war makellos schön gewesen.

Jetzt war sie nur noch ein Bündel von Tätigkeiten. Sie versuchte, den Anfällen von Verzweiflung durch sinnlose Einkäufe oder Putzattacken zu entrinnen, sie verfeinerte ihre Kochkunst und verlor jedes Vertrauen in Selbsthilfebücher. Sie hatte gelernt, dass ihr jetziges Leben die Normalität war. In der realen Welt zu existieren, bedeutete Wiederholung und Sinnlosigkeit; das waren die absoluten Fakten, unumstößlich. Ekstase war weder üblich noch nützlich, denn sie lenkte nur ab oder machte sogar abhängig. Ihr natürliches, gleißendes Glück hatte sie aus dem Gleichgewicht gebracht, aber nun konnte sie die Balance wiederfinden und gesunden.

Mrs. Brindle versuchte, zufrieden mit ihrem plötzlich normal gewordenen Leben zu erscheinen und sich an ihre neue Welt anzupassen, auch wenn sie alle Dinge, jede Berührung hart und kalt empfand. Sie gestattete sich, dem Verlorenen untreu zu werden, indem sie sich nicht mehr danach sehnte. Aber als diese Untreue unerträglich wurde und sie sich nur noch tödlich einsam fühlte, versuchte sie wieder zu beten.

Ihre ersten Versuche wirkten wie gepflegt artikulierte Gedanken. Nicht mehr. Sie bemerkte, dass sie Ihn nicht mehr erreichen konnte. Manchmal konnte sie noch so etwas wie einen Schrei herauspressen, aber sie wusste sofort, dass er auf ihr Gesicht zurückfiel. Schließlich schrumpften ihre Worte auf ein Murmeln im Hintergrund zusammen, unterlegt von zahllosen Bitten um Hilfe.

Also zog sich Mrs. Brindle zurück und suchte Trost in den Verrichtungen des Alltags. Sie war immer auf der Suche nach kleinen Befriedigungen. Man konnte Kassiererinnen anlächeln, zufällig auf gepflanzte oder wilde Blumen stoßen, eine vorbeiziehende Melodie genießen, und einmal in der Woche setzte sie alles daran, ein neues, aufregendes und preiswertes Kochrezept zu finden. Ihr war immer elend und elend und dann noch elender, aber sie blieb immer höflich und zuvorkommend, und das Elendste war, es gab keinen anderen Weg, aber eigentlich war es dieser Weg des geringsten Widerstandes, dem sie besonders gern widerstanden hätte.

Und jetzt schleppte sich schon wieder ein elendes Jahr in den Juni, ohne Widerstand oder auch nur ein Lebenszeichen.

Da es Mrs. Brindle an Willen oder Interesse mangelte, ließ sie ihr Handeln von Gewohnheiten bestimmen. Der Freitagmorgen gehörte der Suche nach Rezepten: zweimal zu allen Zeitschriftenhändlern der Nachbarschaft und zur Not noch in die Bibliothek.

Am dritten Freitag im Juni fand Mrs. Brindle schon im zweiten Laden auf der Hauptstraße, was sie suchte. Eine aggressiv fröhliche Titelseite lachte sie an, auf der Fruchtdesserts posierten und Kussmünder herzeigten: Mandelmus, Kirschen, Aprikosen, Vanillecreme, dazu passende Liköre; jede einzelne Zutat verhieß Genuss. Ein gutes Nachtischthema konnte sie wochenlang erforschen. Dies hier war für heute ein ermutigender Sieg des Positiven.

Als sie den Artikel entdeckte – den anderen Artikel, den Artikel, der sich nicht um stimmungsvolle Accessoires oder Pudding drehte –, stand sie mit einer frischen Tasse Tee an der Spüle und suchte die Fensterbank halbherzig nach Spuren von Verschmutzung ab. Irgendwo unter ihrem Brustbein wurde es warm, nicht vor Überraschung, sondern vor Vertrautheit, und beinah hätte sie das Foto des bekannten und offenbar inzwischen schon sehr angesagten Professors Edward E. Gluck angelächelt. In einem kurzen Artikel wurden seine Theorien abgehandelt, der kontroverse Prozess und seine unbestreitbaren Ergebnisse, und sie kannte das alles schon viel besser aus seinem Buch. Sie konnte die journalistische Zusammenfassung seiner Gedanken wissend überfliegen und zu dem Urteil gelangen, dass sie unvollständig war. Diese Menschen verstanden ihn nicht so wie sie.

Andererseits wussten sie aber auch etwas, was sie nicht wusste. Sie konnten darauf hinweisen, dass Gluck demnächst eine Versammlung großer Geister in Deutschland beehren würde. Professor Gluck würde in der Woche von einem angegebenen Datum im Juli zu einem anderen sein Haupt in Stuttgart betten.

Es erschien Mrs. Brindle nur recht, dass sie über Glucks Aufenthalt während einer vollen Sommerwoche informiert war. Es schien nur recht, dass sie an Gluck und an Stuttgart denken und glücklich sein konnte, denn Glück ist eine nicht zu verachtende Größe, man sollte nie unterschätzen, was manche Menschen dafür bereit waren zu tun. Eine Reise ins Ausland konnte da leicht als erträgliche Unannehmlichkeit gelten. Egal, wie viel Rechtfertigung und finanzielle Anstrengung eine solche Reise – vielleicht nach Deutschland? – erforderten, es schien machbar, vernünftig, lohnend.

Da sie Gluck so gründlich gelesen hatte, wie es ihr möglich war, wusste sie über Obsessionen, ihre Ursachen und Symptome Bescheid. Sie hatte genug gelernt, um zu erkennen, ob Gluck ihre momentane Obsession war.

Natürlich war sie ihm im Geiste nah, und das konnte zu der Annahme führen, es gebe da auch eine andere Nähe. Obsessives Denken liest aus jedem noch so wahllos zufälligen Zusammentreffen von Dingen oder Ereignissen eine Bedeutung heraus. Zufall wird mit Vorsehung verwechselt. Glücklicherweise war sie durch ihre Selbsthilfelektüre bestens mit ihrem Denken vertraut und wusste, dass ihr kaum etwas ferner lag als Obsession. Sie hatte nie vorgehabt, Gluck nachzusteigen, sie hatte einfach ihr Leben lang die Augen offen gehalten und ihn schließlich gefunden.

 

»Waren Sie jemals glücklich? Sagen Sie ehrlich, waren Sie jemals wirklich glücklich, können Sie sich erinnern? So richtig, im Hier und Jetzt, durch Mark und Bein und Fleisch und Blut glücklich, kein Ende in Sicht? Hm?«

Er war braungebrannt. Professor Gluck stand da und redete wie ein echter lebendiger Mensch, direkt vor ihr und braungebrannt.

Und es war so viel von ihm da. Jede Bewegung der Schultern, jedes Verlagern des Gewichts konfrontierte sie mit beunruhigender dreidimensionaler Realität. Sie hatte sich schon gedacht, dass er fotogen sei, dass er gern glänzte, aber diese ausgesprochen einnehmende Erscheinung hatte sie nicht erwartet.

»So glücklich, dass Sie nichts anderes tun können als lächeln, und lächeln, und noch einmal lächeln, und dann kann man schließlich immer noch, nun ja, lächeln.«

Professor Gluck lächelte wie zu Demonstrationszwecken strahlend im Kreis herum. Seine kleine Zuhörerschaft schien leicht zu erschauern. Vielleicht war ihnen so viel Persönlichkeit auf einmal zu viel.

»Oh, beim ersten und zweiten Mal versucht man noch, das Ganze mit einem Hüsteln und einem Kopfschütteln abzutun, aber schließlich muss man doch die Zähne zusammenbeißen und nur noch grinsen. Man kann es einfach nicht verhindern. Wenn Sie – zum Beispiel – glücklich sein wollen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie es auch werden. Der Prozess funktioniert. Natürlich kann man die Resultate im Einzelnen nicht vorhersagen, aber allein aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass Sie womöglich so zufrieden sein werden, dass Sie wildfremde Menschen erschrecken. Bewahren Sie diesen Gedanken. Nun …« Er hielt inne und schaute Mrs. Brindle direkt an, und ihr fiel auf, wie deplatziert sie hier wirken musste. Ein Blick genügte, um ihm zu sagen, wer sie war – die Verrückte, die ihm geschrieben hatte, dass sie käme.

»Ich bin schon fast zu spät dran zu einer Verabredung. Vielen Dank Ihnen allen.«

Der Kreis, der sich um ihn bildete, bekam die Hände geschüttelt und die Schultern geklopft. Dann entwand sich Gluck der Menge und kam auf sie zu. Kaum hatte er der Gruppe seine Aufmerksamkeit entzogen, löste sie sich auf.

»Mrs., ähm, Brindle?«

Irgendetwas hatte in ihrem Brief gestanden, das ihn dazu gebracht hatte, sich mit ihr zu treffen. Das war gut so, denn sie hatte Wochen gebraucht, ihn zu schreiben. Jetzt war ihr Problem, dass sie sich nicht noch einmal so klar ausdrücken konnte; jedenfalls nicht so, dass er sie hören konnte. Sie war außerdem zu nervös zum Atmen. Die Unruhe direkt unter ihrer Haut ließ ihre Hände zucken, und sie versuchte, nicht verzweifelt nach Luft zu schnappen. Sie wollte noch einmal ganz von vorn anfangen, in einem günstigeren Moment, wenn sie bereit war und sich nicht wie ein frisch an Land gezogenes Meerestier fühlte.

Glucks Stimme war unverwechselbar – ab und zu rutschte sie eine Oktave nach unten, und dieses sonore Grummeln unterlegte seinen Sprechrhythmus, seine eigene Sprachmelodie. »Mrs. Brindle, habe ich recht?«

Er sollte auch sehr gut singen können. Sie hatte ihre Erkundigungen eingezogen. O Gott, es war einfach unfair und unvernünftig, dass sie solche Angst hatte.

»Mrs. Brindle?«

»Ja, ja, Sie haben recht, Professor Gluck.«

»Mein Lieblingssatz. ›Sie haben recht, Professor Gluck.‹ Gut gemacht. Da drüben an der Wand steht ein Tisch, wo uns niemand stören wird, und ich habe Kaffee bestellt, es ist aber gut möglich, dass wir keinen bekommen werden. Sind Sie auch hier untergekommen?«

Sie spürte, wie sie vorangeschoben wurde – von seiner Willenskraft oder der bloßen Kraft seiner Worte, oder vielleicht auch nur von seiner Hand, die sanft auf ihrem Rücken ruhte. Sie antwortete irgendwie, während ihre Kehle von Panik zugeschnürt wurde. »Ich? Nein. Nein, bin ich nicht.«

»Sehr vernünftig – ich glaube, dies ist das schlimmste Hotel, in dem ich je umsonst gewohnt habe.« Er nickte im Vorbeigehen einem jungen Mann mit Aktentasche zu, hob grüßend die Hand in Richtung eines Paares, das bei der Tür stand, und neigte schließlich den Kopf in ihre Richtung. »Vielleicht müssen wir die letzten Meter rennen, ich glaube, die Meute kommt näher.« Er vermied nur knapp ein Lächeln. »Sie müssen entschuldigen, Mrs. Brindle – ich musste den ganzen Morgen charmant sein, und das bekommt mir nie gut.«

Sie war nicht sicher, ob sie das entschuldigen sollte. Sie war auch nicht so sicher, was den Charme anging, aber er war zweifelsohne eine Erscheinung. Eine Erscheinung, die sicher zu einem beträchtlichen Teil Gluck ausmachte. Sie ging sehr vorsichtig weiter. Dass sie seine Gestalt neben sich spürte, drohte sie stolpern zu lassen. Seine Hand schob sie weiter mit hilfreichem, interesselosem Druck voran.

Als sie glücklich in ihrer Ecke angelangt waren, drapierte Gluck ein Bein über die Armlehne seines Stuhls und machte deutlich, dass er nicht nur erstaunlich lange Gliedmaßen besaß, sondern sich auch wie zu Hause fühlte. Es schien ihm Freude zu bereiten, seinem bereits zerknitterten teuren Anzug noch ein paar Falten mehr zuzufügen. Hin und wieder legte er die Hände aneinander oder biss mit seinen weißen Schneidezähnen auf seine braunen Daumen, und die ganze Zeit schaute er und grinste und schaute. Sein Blick blieb stetig in Schulterhöhe, und nachdem er genug an ihr vorbeigesehen hatte, drehte er sich etwas, um Mrs. Brindle im Ganzen anzuschauen. Er beendete die Musterung mit einem langsamen Senken der Lider über seinen milchig blauen Augen.

»Jetzt sollten wir uns kennenlernen, nicht wahr? Aber bitte, entspannen Sie sich erst einmal, das spart eine Menge Zeit.«