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Beschreibung

Das Thema Glücksspielsucht ist in den letzten Jahren gleichermaßen in den Fokus klinisch-wissenschaftlicher Untersuchungen und politischer Kontroversen geraten. Die Datenlage neuer Untersuchungen aus Deutschland und Österreich – hinsichtlich Phänomenologie, Ätiologie, neurobiologischen und genetischen Faktoren – unterstützt die Einordnung des pathologischen Glücksspiels als Verhaltenssucht. Dabei ist davon auszugehen, dass in nahezu drei Vierteln aller Fälle wenigstens eine komorbide psychische Störung vor dem pathologischen Glücksspiel begann. Dieses Handbuch gibt Auskunft über Epidemiologie und Komorbidität der Glücksspielsucht einschließlich genderspezifischer und forensischer Aspekte, über Modelle der Ätiopathogenese und über Ansätze zur Diagnostik, Therapie und Prävention. Auf dieser Grundlage werden Sozialkonzepte und politische Fragen der Eindämmung pathologischen Glücksspiels diskutiert.

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Seitenzahl: 459

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Friedrich M. WurstNatasha ThonKarl Mann(Herausgeber)

Glücksspielsucht

Ursachen – Prävention – Therapie

Verlag Hans Huber

Wurst / Thon / Mann (Hrsg.)

Verlag Hans Huber

Glücksspielsucht

Programmbereich Psychiatrie

 

Lektorat: Dr. Klaus ReinhardtHerstellung: Daniel BergerBearbeitung: Ulrike Weidner, BerlinUmschlaggestaltung: Claude Borer, BaselDruckvorstufe: sos-buch, LanzaroteDruck und buchbinderische Verarbeitung: Hubert & Co., GöttingenPrinted in Germany

Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtes ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Kopien und Vervielfältigungen zu Lehr- und Unterrichts zwecken, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen oder Warenbezeichnungen in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen-Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Anregungen und Zuschriften bitte an:Verlag Hans HuberLektorat Medizin/GesundheitLänggass-Strasse 76CH-3000 Bern 9Tel: 0041 (0)31 300 4500Fax: 0041 (0)31 300 4593E-Mail: [email protected]: www.verlag-hanshuber.com

1. Auflage 2012© 2012 by Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern(EPUB-ISBN 978-3-456-75104-7)ISBN 978-3-456-85104-4

Inhalt

Vorwort

Epidemiologie

  1.  Problematisches und pathologisches Glücksspielen in der Allgemeinbevölkerung (Anja Bischof, Anja Westram, Christine Jeske, Gallus Bischof, Christian Meyer, Ulrich John und Hans-Jürgen Rumpf)

  2.  Glücksspielsucht – ein Risiko für Mann und Frau (Malgorzata Zanki und Gabriele Fischer)

  3.  Komorbide psychische Störungen beim pathologischen Glücksspielen (Volker Premper)

Ätiopathogenese

  4.  Glücksspiel im Gehirn: neurobiologische Grundlagen pathologischen Glücksspielens (Chantal Patricia Mörsen, Andreas Heinz, Mira Fauth-Bühler und Karl Mann)

  5.  Lerntheoretische Erklärungsmodelle der Glücksspielsucht (Klaus Wölfling)

  6.  Forensisch-psychiatrische Aspekte der Spielsucht (Reinhard Haller)

Diagnostik und Therapie

  7.  Diagnostik pathologischen Glücksspielens (Rolf-Dieter Stieglitz)

  8.  Stationäre Therapie Spielsüchtiger: Chancen und Grenzen (Bettina Quantschnig, Herwig Scholz, Jasmin Rachoi, Hannes Sterbenz und Michaela Becker)

  9.  «Sie hatten Glück, das war ihr Pech». Praxisrelevante Aspekte in der ambulanten Behandlung pathologischen Glücksspiels (Izabela Horodecki)

10.  Die Wirksamkeit psychologischer und psychopharmakologischer Interventionen beim pathologischen Glücksspiel – eine Metaanalyse (Max Leibetseder, Anton-Rupert Laireiter, Miriam Pecherstorfer und Bernhard Hittenberger)

11.  Psychotherapie pathologischer Glücksspieler (Tagrid Leménager)

Prävention

12.  Effektivität der Spielsperre als Maßnahme des Spielerschutzes (Frank Peters)

13.  Die Einschätzung des Gefährdungspotenzials von Glücksspielen: Ergebnisse einer Delphi-Studie und empirischen Validierung der Beurteilungsmerkmale (Gerhard Meyer, Jörg Häfeli, Chantal Mörsen und Marisa Fiebig)

Sozialkonzepte und politische Aspekte

14.  Glücksspiel und Glücksspielsucht in Deutschland – aktuelle Entwicklungen, Prävention und Spielerschutz (Mechthild Dyckmans)

15.  Möglichkeiten und Grenzen der Suchtprävention im «alten» und «neuen» Glücksspielstaatsvertrag (Jobst Böning)

16.  Glücksspiel und Glücksspielsucht in Österreich – die Sicht des BMG (Franz Pietsch)

17.  Glücksspiel und Glücksspielsucht in der Schweiz – Public Health und Spielerschutz (Jörg Häfeli)

Autorinnen und Autoren

Vorwort: Glücksspielsucht im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Politik

Das Thema Glücksspielsucht ist in den letzten Jahren gleichermaßen in den Fokus klinisch-wissenschaftlicher Untersuchungen und politischer Kontroversen geraten. Die Datenlage, gerade auch jüngerer Untersuchungen, hinsichtlich Phänomenologie, Ätiologie, neurobiologischen und genetischen Faktoren hat die Diskussion in Richtung der Einordnung des pathologischen Glücksspiels als Verhaltenssucht unterstützt.

In Deutschland wurden nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2006 und dem Glücksspielstaatsvertrag der Bundesländer von 2007 die Beratungsmöglichkeiten für Betroffene ausgebaut. Zusätzlich wurden erhebliche Mittel in die Erforschung der Spielsucht investiert. In dieser Situation lud die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) alle interessierten Wissenschaftler zur Schaffung einer gemeinsamen «Forschungsplattform Spielsucht» ein (www.dg-sucht.de). In Zusammenschau und bei kritischer Würdigung der Datenlage stellte sich die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung in Studiendesigns und eingesetzten Instrumenten sowohl bei den psychologischen Testverfahren, als auch den Untersuchungen zur Bildgebung und Genetik dar. Die erste von der Forschungsplattform angeregte Tagung fand am 29. und 30. April 2010 an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie II in Salzburg statt, in Kooperation mit der Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin, der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie, der Österreichischen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie und der Gesellschaft für Nichtstoffgebundene Abhängigkeiten. Ziel war die kritische Auseinandersetzung in der aktuellen Diskussion sowie der Versuch einer Darstellung des Status Quo in den drei beteiligten Ländern.

Die Vorträge der Veranstaltung dienten als Grundlage für das um etliche Beiträge erweiterte, hier vorgelegte Buch. Dabei sei den Autoren herzlich gedankt für die Mühe und das Engagement, das sie in der zum Teil erheblichen Überarbeitung ihrer Beiträge geleistet haben, um ein eigenständiges Buch zum Thema und nicht einen Tagungsband entstehen zu lassen.

In dem Jahr seit der Veranstaltung wurden in Österreich und Deutschland zwei große Studien zu Prävalenz und komorbiden Störungen vorgelegt: Die österreichische Studie zur Prävention der Glücksspielsucht vom Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg unter Leitung von J. Kalke und U. Vertheim und die Studie Pathologisches Glücksspielen und Epidemiologie (PAGE) unter Leitung von John, Meyer und Rumpf: Die 12 Monatsprävalenzen für pathologisches Glücksspiel werden in diesen Studien mit 0,66 respektive 0,35 % angegeben. PAGE findet darüber hinaus eine Lebenszeitprävalenz von 1 %. Damit handelt es sich um eine ebenso häufige Erkrankung wie Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis. Die Lebenszeitprävalenz für komorbide psychische Störungen bei pathologischen Glücksspielern von 95,5 %, wie in PAGE gefunden, aber auch in anderen Studien, wie denen von Petry et al., 2005 oder von Premper und Schulz, 2008 beschrieben und in der Metaanalyse von Lorains et al. (2011) bestätigt, weisen auf die Notwendigkeit der Behandlung komorbider Störungen hin. Dabei konnten Kessler et al. (2008) zeigen, dass in nahezu drei Vierteln aller Fälle wenigstens eine Störung vor dem pathologischen Glücksspiel begann.

Inzwischen wurden im Rahmen der trinationalen Forschungsplattform Spielsucht nach weitgehend einheitlichen Kriterien Daten von über 1000 Betroffenen erhoben Die wissenschaftlichen Ergebnisse können künftig bei politischen Entscheidungen richtungsweisend sein. Darüber hinaus werden Therapieevaluationen durchgeführt, um auch hier eine optimierte und individualisierte Therapie anbieten zu können.

Salzburg und Mannheim, im November 2011

Friedrich M. Wurst, Natasha Thon, Karl Mann

Literatur

Kalke, J., Buth, S., Rosenkranz, M., Schütze, C., Oechsler, H., Verhein, U. (2011). Österreichische Studie zur Prävention der Glücksspielsucht (2009-2011). (http://www.praevention.at/upload/documentbox/ Vortrag_Jens_Kalke.pdf, 11.7.2011)

Kessler, R. C., Hwang, I., LaBrie, R., Petukhova, M., Sampson, N. A., Winters, K. C., Shaffer, H. J. (2008). The prevalence and correlates of DSM-IV Pathological Gambling in the National Comorbidity Survey Replication. Psychol Med. 38 (9): 1351–1360.

Lorains, F. K, Cowlishaw, S., Thomas, S. A. (2011). Prevalence of comorbid disorders in problem and pathological gambling: systematic review and meta-analysis of population surveys. Addiction. 106 (3): 490-8.

Meyer, C., Rumpf, H.-J., Kreuzer, A. et al. (2011). Pathologisches Glücksspielen und Epidemiologie (PAGE): Entstehung, Komorbidität, Remission und Behandlung. Endbericht an das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport. Greifswald und Lübeck, 29.03.2011.

Petry, N. M., Stinson, F. S., Grant, B. F. (2005). Comorbidity of DSM-IV pathological gambling and other psychiatric disorders: results from the National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions. Journal of Clinical Psychiatry, 66 (5), 567–574.

Premper, V., Schulz, W. (2008). Komorbidität bei pathologischem Glücksspiel. Sucht 54: 131–140.

Epidemiologie

1

Problematisches und pathologisches Glücksspielen in der Allgemeinbevölkerung

Anja Bischof, Anja Westram, Christine Jeske, Gallus Bischof, Christian Meyer, Ulrich John und Hans-Jürgen Rumpf

Zusammenfassung

Die Häufigkeit problematischen und pathologischen Glücksspielens in der Allgemeinbevölkerung wurde in den letzten 20 Jahren anhand mehrerer epidemiologischer Studien untersucht. Die geschätzten 12-Monats-Prävalenzraten lagen dabei in internationalen Studien für problematisches Spielen bei 0,3–2,4 % und für pathologisches Spielen bei 0,2–1,8 %. Die Spannbreite lässt sich auf methodische Unterschiede der Untersuchungen zurückführen. Nur wenige Studien befassten sich mit Subgruppenanalysen, meist aufgrund zu geringer Fallzahlen. Lebenszeit-Prävalenzen wurden selten untersucht, sodass auch Remissionsprozesse nur unzureichend abgebildet werden können. Die vorliegende Arbeit analysiert sowohl US-amerikanische als auch bundesdeutsche Bevölkerungsstudien und beschreibt das Forschungsprojekt PAGE (Pathologisches Glücksspiel und Epidemiologie).

Einleitung

Das Glücksspiel-Angebot in Deutschland wird rege genutzt. Dies zeigen unter anderem die Umsätze, die auf dem deutschen Glücksspielmarkt erzielt werden. So lag der Gesamtumsatz 2007 bei knapp 28 Milliarden Euro, von denen etwa 4 Milliarden Euro in die Staatskassen flossen (Meyer, 2009). Die Zahl der gewerblich betriebenen Spielhallen, die zum Teil 24 Stunden am Tag geöffnet sind, hat seit dem Jahr 2006 zugenommen (Trümper & Heimann, 2010).

Ein großer Teil der Menschen, die Glücksspielangebote nutzen, hat keine spielbezogenen Probleme. Jedoch leidet eine nicht unerhebliche Zahl von Personen bei regelmäßigem Konsum insbesondere von Glücksspielen mit hoher Ereignisfrequenz, wie z. B. Geldspielautomaten und Kasinospiele, unter potenziellen Folgeschäden des Spielens wie Verschuldung oder psychische Schwierigkeiten (Meyer, 2009). Auch haben Studien gezeigt, dass besonders Personen aus sozial schwächeren Bevölkerungsschichten und Männer für die Entwicklung einer Spielproblematik anfällig sind (Johansson, Grant et al., 2009).

In den letzten Jahren gab es vermehrt Bevölkerungsstudien, die wissenschaftliche Befunde liefern und eine Möglichkeit bieten, die Prävalenzraten von pathologischen und problematischen Spielern sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene abschätzen zu können. Tatsächlich differieren die Angaben zur Prävalenz allerdings in Abhängigkeit von der Methodik der Studien; im Folgenden werden die Ergebnisse und methodologischen Aspekte der internationalen und nationalen Forschung dargestellt. Abschließend berichten wir über die PAGE-Studie, die für Deutschland eine neue Datenbasis bietet. Sie wird von den Bundesländern im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages finanziert. Mit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags in Deutschland zum 1. Januar 2008, der das staatliche Glücksspielangebot reguliert, fließen Gelder aus den staatlichen Einnahmen aus Glücksspielen in die wissenschaftliche Forschung, um Erkenntnisse zu pathologischem Glücksspielen zu gewinnen und seine Entstehung zu verhindern.

Stand der internationalen Forschung

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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