God Jr. - Dennis Cooper - E-Book

God Jr. E-Book

Dennis Cooper

4,5

Beschreibung

Jim sitzt seit einem Autounfall im Rollstuhl. Er hütet das Geheimnis um den Tod seines Sohnes Tommy, dessen Körper am selben Tag weit entfernt vom Unfallort an einer Bushaltestelle gefunden wurde. Um mit dem Tod des Teenagers fertigzuwerden, steckt Jim seine ganze Energie in die Errichtung eines riesigen Denkmals, das Tommy in seinem Notizbuch in vielen Skizzen festgehalten hat. Die Vorlage dafür scheint aus einem Computerspiel zu stammen, von dem sein Sohn offenbar besessen war. Mia, Tommys Freundin, weiß darüber mehr, als sie bisher preisgegeben hat. Sie zeigt Jim das besagte Spiel. Auf der Suche nach Antworten begibt sich Jim als Bär in diese virtuelle Welt und trifft dabei auf sprechende Pflanzen, Frettchen und Schneemänner und auf Gerüchte über Gott. Zunehmend kippt er in diese Scheinwelt voller Rätsel ... Wie kann man angesichts des Verlustes des geliebtesten Menschen über-haupt ein Weiterleben gestalten? Wie ein Zusammenleben mit jemandem, der den Schmerz verdrängt und den man belogen und betrogen hat? Wer ist man für diesen anderen, und wer, wenn man einen Charakter in einer virtuellen Welt übernimmt? In der fantastischen Wirklichkeit eines Computerspiels, in die er seinen Protagonisten eintauchen lässt, seziert Dennis Cooper in God Jr. die existenziellsten Fragen des Menschseins: Liebe, Schuld, Trauer und vor allem die Katastrophe des Todes.

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°luftschacht

Jim sitzt seit einem Autounfall im Rollstuhl. Er hütet das Geheimnis um den Tod seines Sohnes Tommy, dessen Körper am selben Tag weit entfernt vom Unfallort an einer Bushaltestelle gefunden wurde. Um mit dem Tod des Teenagers fertigzuwerden, steckt Jim seine ganze Energie in die Errichtung eines riesigen Denkmals, das Tommy in seinem Notizbuch in vielen Skizzen festgehalten hat. Die Vorlage dafür scheint aus einem Videospiel zu stammen, von dem sein Sohn offenbar besessen war. Mia, Tommys Freundin, weiß darüber mehr, als sie bisher preisgegeben hat. Sie zeigt Jim das besagte Spiel. Auf der Suche nach Antworten begibt sich Jim als Bär in diese virtuelle Welt und trifft dabei auf sprechende Pflanzen, Frettchen und Schneemänner und auf Gerüchte über Gott. Zunehmend kippt er in diese Scheinwelt voller Rätsel …

Wie kann man angesichts des Verlustes des geliebtesten Menschen überhaupt ein Weiterleben gestalten? Wie ein Zusammenleben mit jemandem, der den Schmerz verdrängt und den man belogen und betrogen hat? Wer ist man für diesen anderen, und wer, wenn man einen Charakter in einer virtuellen Welt übernimmt? In der fantastischen Wirklichkeit eines Videospiels, in die er seinen Protagonisten eintauchen lässt, seziert Dennis Cooper in God Jr. die existenziellsten Fragen des Menschseins: Liebe, Schuld, Trauer und vor allem die Katastrophe des Todes.

DENNIS COOPER ist Autor von elf Romanen sowie zahlreichen Lyrikbänden und Sachbüchern. Seine Bücher wurden in 19 Sprachen übersetzt. Sein Roman The Sluts (2005, erscheint 2019 bei Luftschacht) gewann den Prix Sade und den Lambda Literary Award für den besten Roman des Jahres. Seine jüngsten Romane sind The Marbled Swarm (2012) und zwei einzigartige, international gefeierte Arbeiten, die zur Gänze aus animierten GIFs bestehen: Zac’s Haunted House (2015) und Zac’s Freight Elevator (2016). Er arbeitete für den Spielfilm Like Cattle Towards Glow (2015) mit dem Künstler und Regisseur Zac Farley zusammen und schreibt seit 2004 für den französischen Theaterdirektor und Choreographen Gisele Vienne. Zudem ist Cooper Chefredakteur des amerikanischen Verlagimprints Little House on the Bowery und ein weithin veröffentlichter Kunstkritiker und Journalist, sowie mitwirkender Redakteur des Artforum International Magazine.

Dennis Cooper lebt in Paris und Los Angeles.

www.dennis-cooper.netdenniscooperblog.comwww.kiddiepunk.com

RAIMUND VARGA, *1970 in Wien, wo er auch als Unterrichtender, Lektor und Übersetzer lebt.

Dennis Cooper

God Jr.

Roman

aus dem amerikanischen Englisch vonRaimund Varga

Titel der amerikanischen Originalausgabe: God Jr.

Copyright © 2005 Dennis Cooper

Published by Black Cat, a paperback original imprint of

Grove/Atlantic, Inc., 841 Broadway, New York, NY 10003

ISBN-13: 978-0-8021-7011-8

ISBN-10: 0-8021-7011-0

All rights reserved.

Der Autor dankt Cody Reding, Ira Silverberg, Joel Westendorf, Amy Gerstler, Amy Hundley, Judy Hottensen, Morgan Entrekin und seinen Eltern.

© Luftschacht Verlag – Wien

Alle Rechte an der deutschsprachigen Ausgabe vorbehalten

1. Auflage 2017

luftschacht.com

Umschlaggestaltung: Matthias Kronfuß – matthiaskronfuss.at

Satz: Luftschacht

Gesetzt aus der Neftali Pro

ISBN: 978-3-903081-08-6

ISBN E-Book: 978-3-903081-60-4

Für Yury Smirnov

DER PUBLIKUMS LIEBLING

Ich arbeite für eine Firma, die Kleine Adjustierung heißt. Wir machen Kinderkleidung für spezielle Anlässe. Unser Gründer war ein einbeiniger Vietnamveteran. Er verstarb ’93. Dank ihm sind alle unsere Angestellten Behinderte. Ich sitze im Rollstuhl, aber mein Oberkörper funktioniert. Ich kann auch denken und reden. Wenn ich in einem richtigen Sessel säße, würde niemand vermuten, dass ich ein Problem habe.

Heute muss ich im Schauraum arbeiten. Normalerweise hänge ich am Computer, um Bestellungen aufzunehmen. Ohne Internet wären wir erledigt. Aber manchmal spazieren Leute bei der Tür herein.

„Wie kann ich Ihnen helfen?“

„Mein Sohn braucht etwas Schickes für eine Hochzeit“, sagt eine gutaussehende Frau mit einem kleinen blonden Jungen. Sie zeigt zur Wand, wo wir die Modelle ausstellen. „Was ist denn das?“

„Eine Biene. Wir machen Schulaufführungen.“

„Ich verstehe. Und das?“, fragt sie. Sie meint das rote Molekül. So nennen wir es. Manchmal bezahlen uns Leute, damit wir die Zeichnungen ihrer Kinder in Kleider verwandeln. Dieses Kind war zwei.

Ich erkläre, wie es heißt und aus welchem Grund es entstanden ist.

„Willst du stattdessen das anziehen?“, fragt sie den Jungen und lächelt mich an. „Nein, das geht nicht. Vielleicht das nächste Mal.“

„Nein“, sagt er leise.

Ich werfe keinen Blick auf die Kinder. Es ist zu schmerzhaft. Nicht einmal auf kleine Kinder wie ihn.

„Habe ich Sie nicht in der Zeitung gesehen?“, fragt sie mich nach einer nachdenklichen Pause. „Schon, oder?“

„Sie meinen die Times vom letzten Donnerstag.“

„Es war eine faszinierende Geschichte“, sagt sie. „Sehr komplex. Wir haben in meiner Klasse darüber diskutiert. Ich unterrichte Ethik.“

„Was haben Ihre Schüler gemeint?“

„Sie waren sich einig, dass Sie ein sehr cooler Vater sind“, sagt sie. „Aber sie sind sich nicht sicher, ob Sie richtigliegen.“

„Ich bin, in Anführungszeichen, besessen.“

„Das sollten Sie auch sein“, sagt sie ernst. „Egal, ob Sie in diesem speziellen Fall nun richtigliegen oder nicht.“

Sie studiert die Schauwand und beschließt, sie will den kleinen schwarzen Smoking. Marianne, die lernbehindert und adipös ist, macht die Abänderungen. Also sind wir fertig. Ich händige der Frau meine Karte aus.

„Ich würde mir gerne ansehen, was Sie bauen“, sagt sie. Marianne führt sie und ihren unwilligen Sohn fort. „Ist es möglich vorbeizukommen? Die Zeitung hat ihre Adresse abgedruckt, also nehme ich an, es geht.“

„Es ist in Ordnung.“

„Ich möchte gerne meine Schüler mitbringen“, sagt sie. „Machen Sie auch mal Führungen?“

„Wenn Sie mir vorher Bescheid geben.“

Sie winkt mir mit meiner Karte zu. „Ich rufe Sie an“, sagt sie.

„Ist sie auf deinen Fall zu sprechen gekommen?“, fragt Al. Ich nehme an, er hat aus dem Büro mitgehört. Er verlor sein rechtes Bein bei einem Bootsunfall. Sein Sohn starb jung, wie meiner, aber in seinem Fall war es nicht seine Schuld.

„Nein, sie will das Denkmal sehen. Sie will mit ihren Schülern kommen.“

„Sie werden es lieben“, sagt er. „Sie werden ganz begeistert sein.“

„Es ist eine Ethikklasse. Also vielleicht auch nicht.“

„Kinder lieben es“, sagt er. „Meine Kinder wollen eine Petition ins Leben rufen.“

„Wie geht es ihnen denn?“

„Meine Ältere wurde gerade in die UCLA1 aufgenommen“, sagt er. „Da fällt mir ein. Sie sagt, sie hat deinen Tommy einmal getroffen. Sie sagt, sie hat sein Bild in der Zeitung wiedererkannt.“

„Hat sie gesagt wo?“

„Nein“, sagt er. „Ich hätte fragen sollen. Ich werde sie fragen.“

„Würde mich interessieren.“

„Sie mag Extremsportarten“, sagt er. „Ich glaube, das könnte es sein. Sie geht zu diesen X-Was-weiß-ich-Shows. Ich glaube, sie geht sogar mit einem von denen.“

„Das wird es wahrscheinlich sein.“

„Das sind keine schlechten Jungs“, sagt er unsicher. „Es ist nur was Neues. So wie früher Fußball.“

„Früher dachte ich, das ist ein Haufen fauler Ärsche, die immer stoned oder betrunken sind. Ich hab nicht kapiert, dass ein Junge, wenn er in diesem Alter glücklich ist, wie ein Rüpel rüberkommt.“

Als Augen wirken jetzt traurig. Er muss denken, ich meine Tommy. Vielleicht tue ich das auch. „Ich werde sie fragen“, sagt er sanft.

„Keine Angst. Das sind harmlose Idioten. Mach dir um sie keine Sorgen.“

„Sorry, dass ich es erwähnt habe“, sagt er und fängt an zu tippen.

Wir erhalten circa zehn Onlinebestellungen pro Tag. Leute verlinken unsere Seite auf Serviceseiten für Behinderte. Es gibt immer irgendeine bevorstehende Hochzeit oder Schulaufführung oder ein Begräbnis, und wir sind für sie ein Geschenk Gottes. Es macht ihnen nichts aus, dass die Kleidung nicht perfekt sitzt. Sie brauchen uns nur, damit wir ihnen helfen. Sie schicken uns lange, bewegende E-Mails mit ihren Bestellungen. Ich glaube, die meisten von ihnen haben nicht einmal Kinder.

„Entschuldigen Sie?“, fragt die Frau von vorhin. Sie war ins Büro geschlendert. Ich nehme an, der Junge ist immer noch bei der Änderung.

„Oh, hi. Das ist Al.“

„Sie sind Lehrerin“, sagt Al zu ihr. „Meine Frau ist Lehrerin.“

„Kleine Welt“, sagt sie lächelnd. Dann schaut sie mich an. „Wie wäre es morgen? Ich meine, für die Führung.“

„Ich arbeite bis sechs.“

„Natürlich“, sagt sie und zuckt zusammen. „Das habe ich nicht bedacht.“

„Nimm dir den Vormittag frei“, sagt Al.

„Ich könnte es am Vormittag machen.“

„Das ist perfekt“, sagt sie.

„Aber ich sollte Sie vorwarnen, dass ich nicht so gut mit Kindern kann.“

„Das ist perfekt“, sagt sie wieder. „Es ist eine kleine Klasse. Zwölf Schüler, wenn alle aufkreuzen.“

„Ist neun Uhr okay?“

Sie nickt glücklich. „Ich bin aufgeregt“, sagt sie und schnappt meine Hand. „Das ist eine große, große Hilfe.“

Nachdem sie gegangen sind, bekommen die zwei Mexikaner, die die Kleider machen, ihre Anweisungen. Sie arbeiten in einem kleinen Lager hinter dem Büro. Wir lassen die Fenster geschlossen, weil sie immer ihre Musik spielen. Sie muntert sie auf, aber uns machen diese Trompeten wahnsinnig. Unser Radio ist auf einen lokalen Oldiesender eingestellt. Al, Marianne und ich sind etwa im gleichen Alter, das heißt irgendwo in den Vierzigern. Die Mexikaner sind junge, illegale Typen. Manuel wurde in den Rücken geschossen, als seine Familie über die Grenze schlich. Er sitzt in einem Rollstuhl, wie ich. Sein Freund Jose behauptete, er würde an Krebs sterben, damit er den Job bekommt. Eines Nachts hinterließ uns seine Frau eine Telefonnachricht, die besagte, dass er, was den Krebs anging, gelogen hatte. Sie klang betrunken. Al und ich wollten ihn feuern, bis Marianne zu weinen anfing. Also erwähnten wir den Anruf Jose gegenüber niemals. Aber ich ärgere Marianne gerne damit, dass wir ihn jederzeit feuern könnten.

Al versucht, Marianne das Telefon wegzuschnappen. Sie zieht sich wählend quer durchs Büro zurück. Sie will die Eagles hören. Er ist ein Countrymusik-Purist. Mir ist es im Grunde gleichgültig. Wir mögen zwar wie rührende Drillinge wirken, aber unsere Vergangenheiten haben andere Soundtracks. Dennoch haben, oder in meinem Fall hatten, wir alle Kinder. Den Kids liegt nicht so viel an ihren Songs wie uns an den alten. Musik ist nichts Besonderes mehr. Sie ist selbstverständlich. Sie hält sich und alle Kids für selbstverständlich, und wir kommen für den Kollateralschaden auf. Je neuer die Oldies, desto weniger achten wir darauf und desto mehr stimmen wir überein.

„Wünsch dir den Song, über den wir vor fünf Minuten gesprochen haben.“

„Wie heißt er?“, fragt mich Al. „Schnell.“

„Es ist uns nicht eingefallen.“

„Alice in Chains?“, sagt Al.

„So heißt die Band. Wir brauchen den Song.“

„Hör auf, Marianne“, sagt Al. „Wir haben eine bessere Idee.“

„Ich feuere Jose.“

„Nein, wirst du nicht“, sagt sie lächelnd.

Ich drücke den Knopf der Gegensprechanlage, die meine verstärkte Stimme in das Lager schickt. „Jose, ins Büro.“

Marianne umschließt mit ihrer Hand das Mundstück.

„Desperado von den Eagles?“, fragt sie. Man könnte ihre Stimme leicht für die eines Kindes halten, also lassen wir immer sie unsere Wünsche vorbringen. Das garantiert beinahe, dass sie gespielt werden.

Jose kommt ins Büro. Er ist ein kleiner, drahtiger Typ mit dem schlampigen Gesicht eines Boxers und gigantischen Oberarmen. Er reibt sich in unserer Nähe andauernd seine, in Anführungszeichen, krebskranke Brust. Es ärgerte mich schon, als ich noch dachte, er wäre krank, aber jetzt ist es unerträglich.

Ich schaue ihn an. „Du bist gefeuert.“

„Jim“, sagt Al scharf zu mir. Er schaut zu Jose. „Du bist nicht gefeuert.“

„Wir wissen, dass du keinen Krebs hast.“

„Doch“, sagt er traurig und reibt sich seine Brust fester.

„Nein, du hast nicht Krebs. Hast du nicht. Wir wissen es. Deine Frau hat uns gesagt, dass du keinen hast.“

„Meine Frau?“, sagt er. Dann sehe ich, dass seine verlogenen Augen verstehen.

„Aber du bist nicht gefeuert“, sagt Al. „Wir vergeben dir.“

Jose schaut zu Marianne. „Es ist okay“, sagt sie kleinlaut. „Es ist gut, dass du nicht Krebs hast.“

Er schaut zu Boden. Er hört auf, sich die Brust zu reiben und macht eine Faust.

Ich will, dass Jose weint. Er hat bei der Beerdigung meines Sohnes geweint. Er weinte sogar heftiger als ich. Ich fühlte mich damals dadurch besser. Ich denke, wenn ich ihn umarmen könnte, würde er weinen. Als er mich auf der Beerdigung umarmte, fing ich an zu weinen. Vielleicht weinte ich, weil ich dachte, jemand, der stirbt, würde verstehen. Aber ich kann nicht aufstehen und ihn umarmen, ohne eines meiner Geheimnisse preiszugeben.

„Es ist okay. Nur hör auf, dir deine verdammte Brust zu reiben.“

„Jim“, sagt Al.

Ich lächle so warmherzig, wie ich nur kann. Jose sieht vorsichtig hoch und sieht mein Lächeln, dann geht er zurück ins Lager. Mittlerweile wird Desperado gespielt. Niemandem von uns ist es auch nur aufgefallen.

„Was sollte denn das?“, fragt mich Al. Er tippt wieder.

„Vielleicht solltest du mich nicht dazu bringen, an Tommy zu denken.“ Ich schaue ihn an, dann Marianne. „Für die Zukunft.“

Wir schließen um sechs, werden aber beim kleinsten Vorwand früher gehen. Es ist 5:05. Al hat vor, eine seiner Töchter auszufragen, also sind wir fertig. Al und ich haben eine Fahrgemeinschaft mit Marianne, die penibel gut fährt. Sie ließ ihren Sohn Wayne auf den Kopf fallen, als er geboren wurde. Das hat seine Zukunft ruiniert, also ist sie immer sehr vorsichtig mit der unsrigen. Als Haus ist ein Miniatur-Tudorhaus. In seiner Einfahrt steht ein Segelboot, zugedeckt mit einer Plane. Es ist das, das sein Bein abgetrennt hat. Seine Tochter lässt es ihn nicht verkaufen. Er hat mir mehrere Male erzählt, dass er sich wünscht, jemand würde es stehlen. Ich habe daran gedacht, einen von Tommys zwielichtigen Freunden zu engagieren, um zu helfen. Ich könnte das Boot auf eBay verkaufen, um damit die Schulden für das Denkmal abzubezahlen. Aber wir müssten den Zulassungsschein stehlen, und dazu müssten wir in Als Haus einbrechen.

Vor dem Unfall war ich ein Immobilienmakler. Ich deckte einen Teil der Hollywood Hills ab und war sehr gut. Damals kaufte ich das Grundstück genau nördlich von unserem und ließ das Haus abreißen. Ich wollte teure Eigentumswohnungen bauen, aber 9/11 ruinierte den Markt, und das Land kam mir auch gelegen. Ich machte einen Zaun entlang der Straße und entfernte alle Bäume und das Grünzeug. Ich dachte, das Denkmal würde draufpassen. Mein erster Bauunternehmer versicherte mir, dass es so wäre. Aber wir mussten den Großteil unseres Gartens aufgeben, und es braucht noch ein kleines Stück vom Garten unseres Nachbarn. Er ist ein Witwer, der niemals einen Fuß in seinen Garten gesetzt hat, bis ich anbot, ihn zu kaufen. Es war ein verödeter halber Morgen von Bäumen und gemähtem Gras. Er will keine Vernunft annehmen. Damit fing der Krach mit meinen Nachbarn an. Bevor er sich beschwerte, sagten sie mir immer, mein Sohn sei ein zweiter Frank Gehry.