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Die zeitgenössische Lyrik steht oft im Schatten der großen Dichter vergangener Jahrhunderte. Dabei sind es Gedichte von gestern und heute, die den Menschen Trost, Hoffnung und Liebe spenden. Mit Goldener Lyrik wollen wir jeweils einen großen Dichter der Vergangenheit und Lyriker aus unserer Zeit präsentieren. Das Ziel ist aufzuzeigen, dass die Lyrik nichts von ihrer Kraft verloren hat.
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Seitenzahl: 47
Veröffentlichungsjahr: 2016
Lord Byron
Ich sah dich weinen
Sie schreitet in Schönheit
Letzte Worte über Griechenland
Liebe und Tod
Als sich mit Schmerzen
So werden wir nicht mehr schweifen
Doch du, Ungläub′ger
Also, schwärmen soll ich nimmer
Abschied von England vor seiner Reise nach Lissabon
Lebewohl
Sobald ein stolzer Mensch zur Erde kehrt...
O mahne nicht
An Florenz
»Alles ist eitel, spricht der Prediger«
Als wir uns trennten
Verse, bei Malta in ein Album geschrieben
Evelyne Bechmann
Die Zeit
Wann ist der Mensch ein Mensch?
Lebensblitzlicht (Quadrologie)
Die Uhr des Lebens
Vergangenheit
Die Wende
Geburt
Kindertage
Fragen an mein Leben (für mein Kind)
Über das Leben
Erwachsenenleben
Adam und Eva oder Mann und Frau
Die Reife
Von der Nächstenliebe
Jugend und Alter
Des Alters Freud und Last
Sterben und Tod
Leben und Tod
Am Ende des Lebens
Petruta Ritter
Abschied vom Herbst
Auftrag
Das alte Jahr
Das Gewitter
Das kleine Haus
Ein Heimatlicht
Heimatbesuch
Heimkehr des Glücks
Herbstankündigung
Herbstmelancholie
Ich pflücke ein Gedicht
Jugendliebe
Kamillenblüte
Lasst mich weinen
Lauf der Welle
Mittagsstille
Weihnachten
Zauber einer Frühlingsnacht
Zu Zweit
Bewahrung der Schöpfung
Liebe, Nächstenliebe
Ein Tag
Wäre ich ein anderer
Mein bester Freund
* 22. Januar 1788 in London
† 19. April 1824 in Messolongi, Griechenland
Drei Jahre nach Byrons Geburt im Jahre 1788 starb sein hoch verschuldeter Vater John – Selbstmord. So musste George mit seiner psychisch labilen Mutter zunächst in Schottland in großer Armut leben. Zudem hatte er von Geburt an eine Behinderung: einen Klumpfuß. Mit zehn Jahren erbte er den Adelstitel eines Lords und Newstead Abbey, das Herrschaftshaus seiner Familie. Doch das Haus war völlig heruntergekommen, das Vermögen treuhändisch festgelegt. Doch ein für ihn bestellter Vormund gab letztendlich nach, so dass Lord Byron endlich ein einigermaßen sorgenfreies Leben führen konnte.
Harrow School und Cambridge
1808 nahm er den ihm zustehenden Sitz im Oberhaus, dem House of Lords, ein. Zuvor hatte er noch einige unangenehme Jahre an der Harrow School zu überstehen: mit seinem Klumpfuß blieb er ein Außenseiter. Schon in diesem Alter hatte er einige unglückliche Lieben erlebt. Nach Cambridge, das jungen Adligen weniger zum Studieren, denn zu gesellschaftlichen Zwecken diente, wechselte er mit siebzehn Jahren. Mit seinen Freunden Hobhouse und Matthews erforschte er neue Ufer des Sexuellen, er entdeckte seine Bisexualität.
Der literarische Durchbruch
Eine tiefe Leidenschaft entwickelte er für den Chorknaben Edleston. Ihm widmete er einige Gedichte, von denen das bekannteste "To Thyrza" ist. Sein Buch "Childe Harold" machte ihn über Nacht bekannt. Seine vorangegangenen Veröffentlichungen, zwei Sammlungen Juvenilia und eine Satire auf das literarische Leben, "English Bards and Scotch Reviewers", fielen bei Lesern und Kritikern durch. Erstere hatten eine heftige Kritik des "Edinburgh Review" auf sich gezogen, auf die er mit der Satire zu antworten versuchte.
Erste Flucht aus England
1809 verließ Lord Byron fluchtartig England – wegen seiner Schulden, als Folge eines Lebens als Dandy. Er selbst kommentiert das in einem Brief so: "Wenn die Konsequenzen der Tatsache, dass ich England verlasse, noch zehn Mal so desaströs wären wie Sie sie beschreiben - ich habe keine Alternative. Es gibt Umstände, die es unerlässlich machen. Ohne Verzug muss ich das Land verlassen." Seine Reise führte ihn nach Portugal, Spanien, Malta, Albanien, Griechenland und Kleinasien.
Ein Mann mit zweifelhaftem Charakter
Zurückgekehrt schrieb er oben schon erwähnte Verserzählung "Childe Harold". Die Veröffentlichung der ersten beiden Canti im Jahre 1812 machten ihn schlagartig bekannt. Freilich wurde durch das Verhältnis zu einer verheirateten Frau, Lady Caroline Lauch, sein Ruf als Mann von zweifelhafter Moral geprägt. Nach nur drei Monaten trennte er sich von ihr. Sie verfiel in Depressionen und erlitt eine Magersucht.
1813 nahm er wahrscheinlich eine Beziehung zu seiner Halbschwester Augusta auf. Deren 1814 geborene Tochter war auch Byrons Kind. Er selbst über diese zweifelhafte Liason: "Diese perverse Leidenschaft war meine tiefste." Literarische Frucht dieser Verhältnisse waren die Liebesgedichte "Stanzas for Augusta" und "Epistle for Augusta". So findet sich das Motiv der Geschwisterliebe mehrere Male in seinem Werk.
Seine zweite Flucht
Um seinen Ruf zu rehabilitieren, heiratete er 1815 jedoch Annabella Milbanke. Die sich mit Mathematik beschäftigende Annabella und der narzisstische Dichter waren jedoch wie Feuer und Wasser, zumal Byron wohl auch zu cholerischen Anfällen neigte. Zwar wurde noch im Dezember 1815 die gemeinsame Tochter Ada geboren, doch Anfang 1816 verließ Annabella ihren Mann. Die Trennung war erneut ein Skandal und wieder musste Byron England im April desselben Jahres verlassen. Er zog an den Genfer See, wo er mit seinem Arzt Pollidori sich die Villa Diodati teilte. Im Oktober zog er schließlich nach Venedig und verkaufte Newstead Abbey. Gräfin Teresa Giuccioli wurde in Venedig seine Muße. Inspiriert durch Teresa nahm er schließlich politische Aktivitäten auf, prompt folgte die Verbannung nach Pisa. Hier lebte er gemeinsam mit der Gräfin bis 1823.
Das Ende in Griechenland
Anfang des Jahres 1823 führte sein Abenteuergeist ihn aber nach Griechenland, um am Befreiungskampf der Griechen gegen die Osmanen teilzunehmen. Im Jahr darauf erkrankte er schwer. Falsche medizinische Behandlung und sein durch exzessiven Lebenswandel geschwächter Körper führten dazu, dass er am 19. April 1834 im Alter von 36 Jahren starb. Während der Tod anderer großer englischer Spätromantiker wie Shelley und Keats kaum bemerkt wurden, erregte Byron mit seinem Tod ein letztes Mal großes Aufsehen. Die Nachricht von seinem Ableben verbreitete sich in Windeseile quer durch Europa.
