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Golf-Physiotherapie - gezielt therapieren und trainieren Das erste Buch zur Golf-Physiotherapie - mit zahlreichen sportphysiotherapeutischen Themen, um gezielt therapieren und trainieren zu können. Hier finden Sie alle wichtigen Grundlagen für die effektive Behandlung von Golfern und ihren funktionellen Störungen. Das Buch vermittelt Basiswissen zum Golfschwung und erläutert darauf aufbauend die Zusammenhänge zu Problemen, funktionellen Störungen und Schmerzsymptomen. Abschließend erhalten Sie eine reichhaltige Auswahl an Übungen, die Sie in der Therapie und im Golf-Training verwenden können. Über 500 Grafiken veranschaulichen die Golftechnik und die passenden Übungen. Alle golfspezifischen Details aufbereitet für Physiotherapeuten
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 453
Veröffentlichungsjahr: 2015
Golf-Physiotherapie
Dieter Hochmuth
Darran Bird, Peter Brem, Siegfried Breitenbach, Lukas Gennrich, Lars Gienger
530 Abbildungen
ATP
Association of Tennis Professionals
BWS
Brustwirbelsäule
EAGPT
European Association GolfPhysioTherapy
EMG
Elektromyografie
GPT
Golfphysiotherapie
HWS
Halswirbelsäule
LCD
Lower-crossed-Syndrom
LPGA
Ladies Professional Golf Association
LWS
Lendenwirbelsäule
mph
Miles per hour
PGA
Professional Golf Association
PGS
posturale Golfschwungstabilisierung
PNF
propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation
POBS
problemorientierte Behandlungsstrategie
ROM
Range of Motion
ToB
Top of Backswing
ZNS
zentrales Nervensystem
1989 begann ich, aktiv Golf zu spielen. Mein bestes Handicap war 8,4.
Um meine golfenden Patienten in meiner sportphysiotherapeutischen Praxis in Kümmersbruck/Bayern noch besser behandeln zu können, befasste ich mich intensiv mit den golftechnischen, biomechanischen und funktionell-anatomischen Besonderheiten des Golfschwungs. Meine Erfahrung im Golfsport und mein Wissen um die damit verbundenen Beschwerden wollte ich jedoch nicht nur meinen Patienten zugutekommen lassen, sondern auch den behandelnden und betreuenden Berufsgruppen im Golfsport. Im Jahr 2004 gründete ich das erste Institut für golfspezifische Fortbildungen: SportMed-Prof. Mittlerweile haben sich zahlreiche Kursabsolventen aus Europa, Asien und den USA zu den Themen der Betreuung und Behandlung von Golfspielern weitergebildet.
In Zusammenhang mit den Fortbildungen und den wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen aus Biomechanik, funktioneller Anatomie und der Technik des Golfschwungs begann ich 2009 die Entwicklung einer Videoanimation(1) des Golfschwungs, welche über mehrere Phasen 2012 als ausgereifte Professional Education Software „The GolfCode“ ihren Abschluss fand.
2008 gründete ich dann den Verein European Association GolfPhysioTherapy & GolfMedicalTherapy e.V., dessen Mitglieder unter anderem physiotherapeutische Betreuer in GolfPhysioTherapeut, Sportmediziner und auch Golflehrer sind, die unter dem Motto "Gesundes Golfen (GPT)" zum Wohle der Golfspieler arbeiten.
Ich möchte mich bei allen Personen, die mich bei der Entstehung des Buches unterstützt haben, recht herzlich bedanken. Ohne ihren Input wäre das Buch in dieser Form nicht zu realisieren gewesen. Bei den golftechnischen Fragen stand mir Darran Bird, Golf Professional und Mitglied der PGA of Great Britain, hilfreich zur Seite. Die in diesem Buch getätigten biomechanischen Ausagen sind meine Interpretationen, die aufgrund des Unterrichts im Kurs Golf-Physio-Trainer von Dr. Christian Haid (Leiter der Biomechanik, Orthopädie Med. Universität Innsbruck/A) und seiner schriftlichen Arbeiten entstanden sind.
Anmerkungen Aufgrund der Komplexität des Golfschwungs und der Unterteilung der Sachgebiete bleibt es nicht aus, dass sich in Wort und Bild Wiederholungen zu den wichtigsten Erklärungen oder Themen ergeben. Dies ist beabsichtigt, um dem Leser die Zusammenhänge der verschiedenen Thematiken besser vor Augen führen zu können, ohne dass ein häufiges Hin- und Herblättern erforderlich wird.
In den nachfolgenden Kapiteln des Buches beziehen sich alle Angaben auf einen Rechtshänder.
Dieter Hochmuth
Kümmersbruck
März, 2015
Abkürzungsverzeichnis
Vorwort
1 Einleitung
1.1 Die Geschichte des Golfsports
1.2 Topspieler ihrer Zeit und ihre Einflüsse
1.3 Golf – vom Elite- zum Breitensport
1.4 Die Zukunft des Golfsports und des Golfunterrichts
1.4.1 Schwungvorbilder ihrer Zeit
2 Das „Handwerkszeug“ – der Golfschläger
2.1 Schlägergriff und Schlägermaterial
2.2 Schlägerkopf
2.3 Lie-Winkel
2.4 Schaftmaterialien
2.5 Schaftflexibilität
2.6 Kick Point
2.7 Torque – Verdrehung
2.8 Schaftlänge
2.8.1 Prävalenz von Rückenbeschwerden im Golfsport mit Blick auf die Schlägerlänge
2.8.2 Schwungbahnen
2.8.3 Treffmoment
2.9 Club-Fitting
2.9.1 Statisches Fitting
2.9.2 Dynamisches Fitting
2.9.3 N1-neuromuskuloskelettales Club-Fitting
2.9.4 N1-neuromuskuloskelettales Club-Fitting – Aufwärmprogramm
3 Der präventive biomechanisch optimierte Golfschwung (GPT) nach Schwungsequenzen
3.1 Einleitung
3.2 Ansprechposition – Setup
3.2.1 Tipps
3.2.2 Weitere wichtige Erklärungen zur Ansprechposition
3.3 Beginn der Aufschwungphase – One-piece-Takeaway
3.4 9-Uhr-Position des Schlägerschaftes im Aufschwung
3.5 9-Uhr-Position des linken Armes im Aufschwung
3.6 Vor Ende der Aufschwungphase
3.7 Ende der Aufschwungphase – Top of Backswing (ToB)
3.8 Erste Abschwungphase – 9-Uhr-Position des linken Armes (parallel zum Boden)
3.9 Zweite Abschwungphase – 9-Uhr-Position des Schlägerschafts (parallel zum Boden)
3.10 Der Treffmoment – Impact
3.11 Beginn der Ausschwungphase (Bremsphase) – Follow Through
3.12 Das Ende des Golfschwungs – Finish
4 Alternating Pattern
4.1 Einleitung
4.2 Gewichtsverlagerung beim vollen Golfschwung
4.3 X-Faktor Stretch
4.4 Schlägerkopfbeschleunigung
4.5 Das Gleichgewicht während eines vollen Golfschwungs
4.5.1 Statisches und dynamisches Gleichgewicht
4.5.2 Standgleichgewicht
4.5.3 Balanciergleichgewicht
4.5.4 Drehgleichgewicht
4.6 Das multiple Dreh- und Hebelsystem im vollen Golfschwung
4.7 Drehmomente
4.7.1 Drehmomente im Übergang zum Abschwung
4.7.2 Drehmomente in der Abschwungphase
4.8 Sind sich Ansprech- und Treffmomentposition wirklich ähnlich?
5 Anatomie
5.1 Golfspezifische Anatomie und biomechanische Beweglichkeit nach Schwungphasen
5.1.1 Das Becken – Stabilisationszentrum des vollen Golfschwungs
5.1.2 Ansprechposition – Setup
5.1.3 Erste Aufschwungphase – One-piece-Takeaway
5.1.4 Zweite Aufschwungphase bis Ende – Top of Backswing (ToB)
5.1.5 Erste Abschwungphase – Forward Swing
5.1.6 Zweite Abschwungphase – Acceleration
5.1.7 Treffmoment – Impact
5.1.8 Durchschwung bis Ende des Golfschwungs – Finish
5.2 Power Drives mit links
5.2.1 Ausgewählte Übungen aus Quick-Test/Pro
5.3 Myofascial X-Factors des vollen Golfschwungs
5.3.1 Muskuläre Dynamiken der Rumpfmuskulatur
5.3.2 Muskuläre Dynamiken am Schulterblatt
5.3.3 Muskuläre Dynamiken an der unteren LWS
5.4 Balancelinien im vollen Golfschwung
5.4.1 Balancelinie in der Ansprechposition, Körperrückseite (Setup)
5.4.2 Balancelinie im Aufschwung – rechte Körperseite
5.4.3 Balancelinie vor Ende des Aufschwungs – Treffmoment bis Ende des Golfschwungs; linke Körperseite
5.4.4 Balancelinie im Durchschwung bis Ende des Golfschwungs – vordere Körperseite
6 Fehlbewegungen und Beschwerden
6.1 Muskel- und Gelenkbeschwerden nach Schwungphasen
6.1.1 Mögliche Muskelbeschwerden zu Beginn bis Ende des Aufschwungs (ToB)
6.1.2 Mögliche Beschwerden an Gelenken, Kapseln, Sehnen, Bändern und Knochenhaut zu Beginn bis Ende des Aufschwungs (ToB)
6.1.3 Mögliche Muskelbeschwerden im Abschwung
6.1.4 Mögliche Beschwerden an Gelenken, Kapseln, Sehnen, Bändern und Knochenhaut im Abschwung
6.1.5 Mögliche Muskelbeschwerden im Treffmoment (Impact) und in der ersten Durchschwungphase
6.1.6 Mögliche Beschwerden an Gelenken, Kapseln, Sehnen, Bändern und Knochenhaut im Treffmoment (Impact) und in der ersten Durchschwungphase
6.1.7 Mögliche Muskelbeschwerden in der zweiten Durchschwungphase bis zur Bremsphase
6.1.8 Mögliche Beschwerden an Gelenken, Kapseln, Sehnen, Bändern und Knochenhaut in der zweiten Durchschwungphase bis zur Bremsphase
6.2 C-S-i-Position – Folgen unökonomischer Ansprechpositionen und Haltungen
6.2.1 C-Position bei Rundrücken
6.2.2 S-Position bei Hohlrundrücken (Hyperkyphose und -lordose)
6.2.3 i-Position mit Becken- und Rumpfrücklage
6.3 Ausgewählte Übungen und Tests aus GPT Quick-Test/Pro zu den C-S-i-Positionen
6.3.1 Station 1: Multi-Balance-Koordination
6.3.2 Station 2: Spiraldynamik
6.3.3 Station 3: ischiokrurale Muskulatur, M. erector spinae
6.3.4 Station 4: M. glutaeus, M. piriformis
6.3.5 Station 5: M. latissimus dorsi, M. serratus posterior/inferior, Fascia thoracolumbalis
6.3.6 Station 6: M. pectoralis major und minor, Skapula
6.3.7 Station 7: En-bloc-Drehung
6.3.8 Station 8: Beckenwippe
6.3.9 Station 9: M. levator scapulae
6.3.10 Station 10: Janda Overhead
6.3.11 Station 11: Brücke
6.3.12 Station 14: Ida-Rolf-Funktionstest
6.4 Häufige Fehler und ihre Folgen
6.4.1 Schlägerschaft zu kurz
6.4.2 „Kopf still halten“ – des Golfers Fluch?
6.5 Die Golferschulter – erklärt nach Schwungsequenzen
6.5.1 Schwungphasenanalyse bei Golferschulter
6.5.2 Auswahl der Übungen
6.6 Das Knie des Golfers
6.6.1 Funktionell anatomische und biomechanische Analyse eines vollen Golfschwungs mit einem Driver vom Tee
6.6.2 Golfphysiotherapeutische und sportmedizinische Konsequenzen
6.6.3 Physiotherapeutischer Ansatz im Hinblick auf die Schwunganalyse von Tiger Woods
6.7 Fehlbewegungen bei physiologischen und orthopädischen Einschränkungen
6.7.1 Laterales Hyperkompensationssyndrom des Knies
6.7.2 Varusstellung der Kniegelenke (O-Beine)
6.7.3 Valgusstellung der Kniegelenke (X-Beine)
6.7.4 Piriformis-Syndrom
6.7.5 Vorderes Tibialissyndrom (M. tibialis anterior)
6.7.6 Rektus-Phänomen
6.7.7 Pronator-teres-Syndrom
6.7.8 HWS-Hyperextension
7 Therapie und Selbsthilfe
7.1 Golfspezifische Befunderhebung – Vorgehensweise
7.1.1 Golfequipment für die Analyse
7.1.2 Videoanalyse des Golfschwungs
7.1.3 Beispiel einer biomechanischen und funktionell-anatomischen Schwunganalyse
7.1.4 Fazit der Analyse
7.2 Standpositionen bei physischen Einschränkungen
7.2.1 Klärung der Begrifflichkeiten
7.2.2 Paralleler Stand (nicht empfohlen)
7.2.3 Paralleler geöffneter Stand
7.2.4 Offener geöffneter Stand
7.2.5 Offener geöffneter Stand mit zum Ziel gerichteten rechten Vorfuß
7.2.6 Offener geöffneter Stand – engere Standbreite
7.2.7 Geschlossener geöffneter Stand
7.2.8 Geschlossener, mit linkem Vorfuß zum Ziel geöffneter und etwas engerer Stand
7.3 Entlastungen, Tipps und Selbsthilfe bei Beschwerden
7.3.1 Fuß
7.3.2 Knie
7.3.3 Hüfte
7.3.4 LWS und Iliosakralgelenk
7.3.5 BWS und HWS
7.3.6 Schulter
7.3.7 Ellenbogengelenk
7.3.8 Handgelenk
7.3.9 Daumengelenk
7.3.10 Golfen mit Sehhilfen
7.3.11 Erste-Hilfe-Utensilien
8 Golfspezifische myofasziale Ganzkörpertherapie
8.1 Einleitung
8.2 Behandlungstechnik
8.3 Aponeurosis plantaris und Lig. plantare longum
8.3.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.4 Fuß – Quergewölbe
8.4.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.5 Laterale Unterschenkelmuskulatur
8.5.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.6 Articulatio genus (Kniegelenk)
8.6.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.7 Tractus iliotibialis bis M. tensor fasciae latae
8.7.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.8 Adduktorengruppe und M. vastus medialis
8.8.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.9 Fußrücken
8.9.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.10 M. obliquus internus und externus abdominis
8.10.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.11 Aponeurose der Mm. obliquus externus abdominis und rectus abdominis
8.11.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.12 Schultergelenk
8.12.1 Golftechnische Begründung der Behandlung
8.13 Oberarm
8.13.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.14 Extensoren und Flexoren der Unterarme
8.14.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.15 Hand (1)
8.15.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.16 Hand (2)
8.16.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.17 Finger
8.17.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.18 M. pectoralis major et minor
8.18.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.19 Mm. trapezius, infraspinatus und deltoideus
8.19.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.20 Dehnung der Wirbelsäule
8.20.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.21 Tractus iliotibialis, Kniekehle, M. popliteus
8.21.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.22 Unterschenkel
8.22.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.23 M. gastrocnemius
8.23.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.24 Mm. biceps femoris, semimembranosus, semitendinosus und popliteus
8.24.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.25 Mm. glutaei, longissimus dorsi und erector spinae
8.25.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.26 LWS und Sakrum
8.26.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.27 Mm. quadratus lumborum und transversus abdominis und Fascia thoracolumbalis
8.27.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.28 Fascia thoracolumbalis
8.28.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.29 BWS und Mm. latissimus dorsi und trapezius
8.29.1 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.30 HWS
8.30.1 Golfspezifische und physiologische Begründung der Behandlung
8.31 Kopf
8.31.1 Os zygomaticum
8.31.2 Mandibula
8.31.3 Os frontale – Behandlung der Falx cerebri
8.31.4 Os parietale
8.31.5 Golfspezifische Begründung der Behandlung
8.32 Nachruhe nach myofaszialer Ganzkörpertherapie
8.33 Myofascial-X-Factors-Behandlung eines vollen Golfschwungs
8.33.1 Arbeitsweise von Muskeln
8.33.2 Behandlung
8.33.3 Fascia thoracolumbalis, M. glutaeus maximus links und rechts, M. latissimus dorsi
8.33.4 M. adductores, Mm. obliqui und Mm. intercostales
8.33.5 M. serratus anterior, Mm. rhomboidei, M. splenius capitis, M. levator scapulae
8.33.6 Unterarmflexoren und -extensoren und M. triceps brachii caput longum
8.34 Impulsgebung mit Kinesio-Tape
8.34.1 Eine Auswahl impulsgebender Kinesio-Tapes
9 Golfspezifisches Training
9.1 Anmerkungen zu einem golfspezifischen Training
9.1.1 Golfspezifisches Training und Aufwärmen
9.1.2 Physiologische Wirkung des Aufwärmens
9.2 Funktionelles Golftraining zur Verbesserung der Mobilität im Golfschwung
9.2.1 Übung 1: Mobilisation des M. quadriceps femoris und der Hamstrings
9.2.2 Übung 2: Standwaage
9.2.3 Übung 3: Thoracal Stretch
9.2.4 Übung 4: Einbeinstand
9.2.5 Übung 5: Raupe
9.2.6 Übung 6: Rumpfdiagonale
9.3 Plyometrisches Training
9.3.1 Übung 1: Medizinball – Seitwurf aus stabilem Stand
9.3.2 Übung 2: Medizinball – Bodenpass
9.3.3 Übung 3: Medizinball – schnelle Rumpfrotationen
9.3.4 Übung 4: Medizinball – Slam
9.4 Kinästhetisches Training
9.4.1 Kinästhetisches Training im Golfsport
9.4.2 Praxisnahe Beispiele
9.4.3 Propriozeptive Kompressionskleidung
9.5 Golfspezifische Übungen
9.5.1 Technikverbesserung
9.5.2 Balance
9.5.3 Stabilität
9.5.4 Beweglichkeit
10 Glossar
11 Literatur
Autorenvorstellung
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
Dieter Hochmuth
Darüber, wer das Golfspiel erfunden hat, gibt es in der Literatur unterschiedliche Aussagen und nach wie vor herrscht zu dieser Frage Uneinigkeit.
Wir schließen uns der Meinung an, dass laut historischer Niederschrift bereits im März 1457 von King James II. ein Verbot des Golfspiels für seine Bogenschützen erteilt wurde, da diese sich mehr mit dem Golfspiel beschäftigten als mit Zielübungen mit Pfeil und Bogen (▶ [6]).
1603 wurde als erster Golfschlägerbauer urkundlich William Mayne von King James den VI. zum Royal Club Maker ernannt (Wikipedia: Golfsport).
1875: das erste Golfbuch: A keen hand (▶ [19])
1900: Harry Vardon: Vardon-Griff
1920: Bobby Jones, Walter Hogan
1957: Ben Hogan „The Modern Fundamentals of Golf“ (▶ [31])
1960er und 1970er Jahre: Palmer, Nicklaus und Player
1980er Jahre: Jimmy Ballard und David Leadbetter – die großen Muskeln bestimmen das Golfspiel.
2000er Jahre: Tiger Woods, So spiele ich (▶ [90]).
Die Aussagen der Topspieler ihrer Zeit beruhen überwiegend auf ihrer persönlichen und individuellen Gefühlswahrnehmung der Bewegungsabläufe ihres Golfschwungs und weniger auf wissenschaftlich gestützten Analysen. Betrachtet man die Golfschwünge im Vergleich zu den Aussagen, sind zum Teil gravierende Unterschiede festzustellen.
Die Entwicklung des Golfsports vom Elite- zum Breitensport in Deutschland aber auch in anderen europäischen Ländern hat im vergangenen Jahrzehnt eine enorme Beschleunigung erfahren. In den angelsächsischen und skandinavischen Ländern ist die Anzahl der Golfspieler im Verhältnis zur Einwohnerzahl doppelt so hoch wie in Deutschland (▶ [13]). Man kann auch eine positive Imagebildung des Golfsports durch Golf spielende Ex-Olympiasieger oder Weltmeister anderer Sportarten beobachten.
Immer mehr Personen wechseln aus den verschiedensten Gründen zum Golfsport. Viele können ihre oft jahrzehntelang ausgeübte Sportart aufgrund von Verletzungen oder Abnutzungserscheinungen in Gelenken, Sehnen, Bändern und Muskeln nicht mehr ausüben. Sie bringen also schon eine Verletzung in den neu zu erlernenden Bewegungsablauf des Golfschwungs mit, oder Golf ist die erste Sportart, die sie im Alter von 50 oder darüber beginnen.
Golf entwickelt sich immer mehr vom Freizeit- zum Leistungssport. Es kommt vermehrt zu einem Missverhältnis zwischen dem technomotorischen und dem konditionellen Anforderungsprofil (Ballreich u. Schöllhorn 1992 in ▶ [50]).
Die physische Belastung für Bänder, Sehnen, Muskulatur und Gelenke wird oft unterschätzt. Spätestens nach der ersten Trainingsstunde mit dem Golflehrer wird vielen bewusst, dass es nicht so leicht ist, den ruhenden Ball mit einem harmonischen Bewegungsablauf zu treffen. Die folgenden Kapitel sollen Ihnen aus golfphysiotherapeutischer und biomechanischer Sicht in Theorie und Praxis eine eigene Analyse Ihres Golfschwungs ermöglichen und eine Erklärung dafür bieten, wenn es nach der Golfrunde oder auf der Driving Range (Übungswiese) einmal hier und da „zwickt“.
Jeder Golfspieler, gleich welcher Spielstärke, muss sich in Zukunft mit den neuen Erkenntnissen der Biomechanik und golfspezifischen funktionellen Anatomie auseinandersetzen, um
sich nicht schon als Jugendlicher zu schädigen,
lange seinen geliebte Golfsport als Amateur ausüben zu können,
möglichst lange erfolgreich im Profi-Golfsport sein zu können, ohne schwere Verschleißerscheinungen zu riskieren.
Etwa 30 % der Golfprofis auf der Tour spielen mit einer Verletzung (▶ [25]).
In den letzten Jahren hat sich der Golfunterricht gewandelt. Im Vordergrund steht nun nicht mehr allein der weite Ballflug, sondern die Person mit ihren individuellen physikalischen Möglichkeiten, welche über den Schläger den Ball zum Ziel bewegt. Der Schlüssel hierbei liegt unserer Meinung nach in der Analyse von Geist-Körper-Griff-Schläger-Impact-Ballflug. Aus Sicht der Golflehrer wird dies aus golftechnischen Gründen etwas anders gehandhabt. Sie beginnen nach der Vorgabe ihres Verbands mit Ballflug-Impact-Schläger-Griff-Körper.
Aus golfphysiotherapeutischer Sicht gehen wir in umgekehrter Reihenfolge an eine Analyse heran. Auch bei einem verunglückten Schwung kann das Schlägerblatt square, also im rechten Winkel, an den Ball kommen und somit der Ballflug perfekt sein, aber die Ausführung des Schlages kann aus biomechanischer und funktionell anatomischer Sicht zu körperlichen Problemen führen. Lehrende und behandelnde Fachprofessionen, die mit Golfspielern arbeiten, sollten die Ergebnisse und Spielerfolge prozessorientiert und nicht ergebnisorientiert beurteilen. Die Spielerfolge stellen sich hierbei gegenüber dem ergebnisorientierten Training etwas später ein, dafür aber konstanter. Wir bevorzugen vor allem bei erwachsenen Golfanfängern, Kindern und Jugendlichen ein differenzielles Lernen. Es wird dabei vermehrt auf das persönliche Erfühlen der ausgeführten Bewegung Wert gelegt.
Diese Vorgehensweise verlangt vom Golflehrer Engagement und Mut. Dem Golfschüler muss die Vorgehensweise erklärt werden. Eine Ausgewogenheit von Theorie und Praxis im Golfunterricht ist gefragt:
den Bewegungsablauf des Golfschwungs zuerst mit offenen Augen ohne Schläger erlernen, danach mit geschlossenen Augen
im nächsten Schritt den Golfschwung mit offenen Augen und einem Golfschläger (z.B. einem mittleren Eisen) durchführen, danach mit geschlossenen Augen
danach den Golfschwung mit offenen Augen ausführen und mit dem Schläger den Ball schlagen
Bälle bei geschlossenen Augen mit einem viertel, einem halben und zuletzt einem vollen Schwung schlagen
Erproben und Erfühlen verschiedener Ansprechpositionen, auch auf unterschiedlichen Bodenverhältnissen und Unebenheiten und selbst auf instabilen Untergründen z.B. Aeromatte.
Dies sollen nur ein paar Beispiele sein, um einen Einblick in das differenzielle Lernen zu geben. Im Vordergrund steht dabei, über die körpereigene Wahrnehmung die Balance zu schulen und den Bewegungsablauf über die eigene Körperwahrnehmung abzuspeichern.
Nicht nur im Profisport können die folgenden Professionen zur Betreuung in Anspruch genommen werden:
Golfcoach
Athletiktrainer
Mentalcoach
Ernährungswissenschaftler
Sportmediziner
Golf-Physiotherapeuten.
Jede der Professionen aus dem Betreuungsstab versucht, den Golfspieler symbiotisch und mit den anderen Professionen ergänzend und in Abstimmung zueinander optimal zu betreuen:
Der Sportphysiotherapeut wird mit einer speziellen golfspezifischen Ausbildung zum Golf-Physio-Trainer (EAGPT). Eine besondere Rolle spielt dabei die Golfschwunganalyse unter gesundheitlichen Aspekten, bei der die biomechanischen und funktionell anatomischen Abläufe sowie die daraus resultierenden oder bereits bestehenden körperlichen Beschwerden analysiert werden (▶ Abb. 1.1).
Wir haben dazu ein golfspezifisches Behandlungskonzept in problemorientierter Behandlungsstrategie (POBS) erarbeitet. Dieses besteht aus
Analyse,
aktiver und passiver Behandlung, präventiven und rehabilitatorischen Maßnahmen und
physiotherapeutischem Körpertraining.
Abb. 1.1 Rolf Klöttschen (Golf-Physio-Trainer, EAGPT; links) und Martin Kaymer (Golfprofi; rechts) bei der Videoanalyse eines Schwungs aus biomechanischer und funktionell-anatomischer Sicht.
Diese Konstellation der Betreuung richtet sich nicht nur an den Golfprofi, sondern sie ist zumindest in gleicher oder ähnlicher Form zeitweilig auch vom Freizeitgolfer zu nutzen. Die Möglichkeiten sind vorhanden, man muss sie nur anwenden.
In den nachfolgenden Kapiteln versuchen wir immer wieder, zwischen einem Hobby- und Freizeitgolfer, einem ambitionierten Golfer und einem Golfprofi zu unterscheiden.
Der Freizeitgolfer kommt meistens als Quereinsteiger. Im Jahr 2004 gab es nach Auskunft des Deutschen Golf Verbandes (▶ [94]) etwa 483 000 Golfspieler. 2013 waren rund 673 000 Golfspieler im Alter von 40–60 Jahren registriert. Bisher betrieben diese Personen in der Freizeit andere Sportarten, wie z.B. Fußball oder Tennis, oder sie hatten sich in den vergangenen Jahrzehnten mit sportlicher Bewegung sehr zurückgehalten. Vermutlich besitzt der Quereinsteiger weniger Talent als ein Profigolfer und eine geringere Beweglichkeit. Ein sehr gewichtiger weiterer Punkt ist, dass es aufgrund des Alters sehr schwer ist, ein neues Bewegungsmuster wie den Golfschwung zu erlernen. Der Golfschwung gilt aufgrund seiner Komplexität nach dem Stabhochsprung als anspruchsvollste Bewegung unter allen Sportarten.
Der ambitionierte Leistungsgolfer hat dagegen eventuell schon als Jugendlicher das Golfspiel neben anderen Sportarten begonnen und sich zu einer bestimmten Zeit gänzlich dem Golfsport zugewandt. Er hat zwei- bis dreimal wöchentlich ein Mannschaftstraining absolviert, um am Wochenende an einem Turnier teilzunehmen. Viele ehemalige Leistungssportler aus anderen Sportarten wechseln zum Golfsport. Diese suchen auch hier die Herausforderung und gehen diesen Sport wettbewerbsorientiert an. Sie sind aber nicht mehr so beweglich wie in jungen Jahren und bringen zusätzlich eventuelle Abnutzungserscheinungen und Operationen aus ihrer bisherigen Sportlerlaufbahn und dem Berufsleben mit. Sie weisen oft ein einstelliges Handicap vor, ihr Bewegungsablauf ist aber meistens nicht mehr so fließend und ökonomisch wie bei ihren jüngeren Mannschaftskollegen oder bei einem Profigolfer. Zum Teil kann man hier sehr individuelle Bewegungsabläufe wahrnehmen, welche auch auf ihre Bewegungs- und körperlichen Einschränkungen zurückzuführen sind. Alle diese Kriterien sollen in der golfspezifischen Beurteilung, Betreuung und Behandlung berücksichtigt werden.
Die Profigolfer haben mit überdurchschnittlichem Talent im Kindesalter mit dem Golfsport begonnen. Sie haben eine gute golfspezifisch entwickelte Körperfitness und sind 18–40 Jahre alt. Auch in dieser Spielkategorie sind sehr individuelle Golfschwünge zu beobachten. Oft sind diese aus biomechanischer, physiologischer und anatomischer Sicht sehr unökonomisch. Die „bedenklichen“ Bewegungsmuster werden seit Kindesbeinen abgerufen. Im Wachstumsalter werden die Bewegungsausschläge bei jedem Schwung sehr häufig über die physiologischen Grenzen hinaus ausgeführt. Dies kann spätere Schädigungen von Knorpeln, Sehnen, Bändern und Schleimbeuteln hervorrufen. Arthrotische Zustände der Gelenke sind somit vorprogrammiert. Es werden die Schwünge der Profigolfer nachgeahmt und gelernt, die in ihrer Jugend ihre Vorbilder waren und zu den erfolgreichsten Golfern der Welt gehörten.
Viele Golflehrer lehren ihren jugendlichen Golfschülern und den Freizeit- und ambitionierten Golfern den individuellen Golfschwung des zurzeit weltbesten Profigolfers, ohne das Schwungvorbild des Profigolfers zu hinterfragen. Es wird dabei versäumt, die verschiedenen Aspekte des einen oder anderen Bewegungsablaufs des Schwungvorbildes zu analysieren und zu beurteilen.
An dieser Stelle zeigen wir Ihnen eine Reihe von ehemaligen und aktuellen Weltklassegolfern mit ihren typischen Schwungbewegungen. Um die unterschiedlichen Haltungen und Bewegungen besser darstellen zu können, haben wir statt Fotos eine einheitliche grafische Darstellung gewählt (▶ Abb. 1.2, ▶ Abb. 1.3, ▶ Abb. 1.4, ▶ Abb. 1.5, ▶ Abb. 1.6, ▶ Abb. 1.7, ▶ Abb. 1.8, ▶ Abb. 1.9).
Abb. 1.2 Walter Hagen (mehrmaliger britischer Champion in den 1920er Jahren) beim Durchschwung mit sehr breitem Stand und ausladenden Bewegungen.
Abb. 1.3 Jack Nicklaus (von 1960 bis in die 1980er Jahre einer der weltbesten Golfer) beim Durchschwung mit ausgeprägter Lateroflexion des Oberkörpers, Reverse-C-Position.
Abb. 1.4 Vijay Singh (einer der weltbesten Golfer zwischen 1989 und 2004) mit großer Lateroflexion des Oberkörpers und Reverse-C-Position in der Durchschwungphase. Der Kopf bleibt lange unten und auf die ehemalige Balllage fixiert.
Abb. 1.5 Tiger Woods (erfolgreichster Spieler der Gegenwart) bei großer Hoch-/Tiefbewegung in Auf- und Abschwung; nicht ausbalancierte Finish-Position.
Abb. 1.6 Martin Kaymer (derzeit bester deutscher Golfspieler, 2011 Weltranglistenerster) mit einem offenen Stand in der Ansprechposition; Oberkörper mit einer Vorneigung von etwa 35°.
Abb. 1.7 Marcel Siem (deutscher Spitzengolfer, fest etabliert auf der European Tour) hat beim Aufschwung seinem Kopf erlaubt, sich vom Ziel weg zu bewegen.
Abb. 1.8 Annika Soerenstam (lange Zeit Weltranglistenerste auf der LPGA-Tour) mit ausbalanciertem Finish und einer relativ geraden Endposition.
Abb. 1.9 Michelle Wie (gefeiertes Golfwunderkind der letzten Jahre) mit einer starken Verdrehung der gesamten Wirbelsäule am Ende des Schwungs. Die Belastungsgrenzen der Gelenke werden überschritten.
In letzter Zeit hinterfragen wissenschaftliche Professionen wie z.B. Bewegungswissenschaftler, Physiologen, Anatomen, Sportmediziner, Biomechaniker und Sportphysiotherapeuten das moderne Golfspiel und die damit verbundenen muskuloskelettalen Konsequenzen. Sie beleuchten kritisch vergangene Lehrmeinungen, hinterfragen diese und stellen derzeitige Lehren und Aussagen infrage. In den letzten Jahren hat sich auf dieser Ebene der Zusammenarbeit sehr vieles zum Positiven verändert. Einer der Vorreiter ist die European Association GolfPhysioTherapy & GolfMedicalTherapy e.V. mit ihren Fortbildungen, die dabei alle Professionen beteiligt. Wissenschaftlich begründet wurden dabei unter anderem folgende Themen mit eingebunden:
Golf mit körperlichen oder orthopädischen Defiziten
Golfbiomechanik aus gesundheitlichen Gesichtspunkten
golfspezifische funktionelle Anatomie
Golftechnik basierend auf den individuellen physikalischen Möglichkeiten
Leistungssport.
Ein besonders Anliegen ist es, alle Golfspieler je nach Alter, Spielstärke und körperlichen Besonderheiten zu berücksichtigen. Der Körper und die Gesundheit des Golfspielers stehen im Mittelpunkt (Gesundes Golfen – Healthy Golfing).
Es ist ein Irrglaube, dass Erfolg und Schlagweiten im Golfsport von übermäßigen Bewegungsausschlägen und Körperverwringungen abhängig sind. Dies mag in den jungen Jahren eines Golfspielers körperlich noch keine Auswirkungen haben, doch mit voranschreitendem Alter wird er diese gravierenden biomechanischen und anatomischen Fehlbelastungen nicht mehr ohne körperliche Folgen kompensieren können. Mit einem individuellen biomechanisch, optimierten Golfschwung ist ein erfolgreiches Golfspiel auch ohne einen auf Kosten der Gesundheit erlernten Golfschwung möglich. Als herausragende Beispiele sollen hier aus dem Profigolfsport Annika Soerenstam (▶ Abb. 1.10, ▶ Abb. 1.11) und Raphaël Jacquelin (▶ Abb. 1.12, ▶ Abb. 1.13) genannt werden.
Abb. 1.10 Annika Soerenstam mit einem unspektakulären ökonomischen Schwungverlauf. Ihre Bewegungen beim vollen Schwung sind sehr ökonomisch und harmonisch verlaufend. Die Oberkörpervorneigung bei der Ansprechposition mit einem Driver beträgt etwa 26°. Im Treffmoment folgt der Kopf als Einheit mit dem Rumpf in Richtung Ziel.
Abb. 1.11 Annika Soerenstam in einer relativ geraden Endposition. Dadurch ist ihr Schwung gelenkschonend.
Abb. 1.12 Raphaël Jacquelin (erfolgreicher französischer Golfprofi auf der European Tour) hat bereits in der Ansprechposition eine Oberkörpervorneigung von nur etwa 26°. Im Abschwung bis zur ersten Phase des Durchschwungs ist die Lateroflexion sehr gering und nach dem Treffmoment folgt en bloc der Kopf dem Rumpf zum Ziel.
Abb. 1.13 Raphaël Jacquelins Finish Position ist kompakt und ausbalanciert.
Tiger Woods, der seit dem letzten Jahrzehnt der bisher erfolgreichste Profigolfer ist, hat leider die zweitbeste Möglichkeit gewählt: Durch Schaden wird man klug. Seine heutigen Aussagen in Interviews und Veröffentlichungen im Internet und in den Printmedien stehen im Gegensatz zu denen, die er vor 5 und 10 Jahren gemacht hat. Das Dumme ist nur, dass die Leser die alten Empfehlungen und Tipps nachvollzogen haben und somit zu schmerzlichen Wegbegleitern von Tiger Woods Verletzungshistorie wurden und in etwa ähnliche Beschwerden erfahren haben.
Hier einige Zitate von Tiger Woods:
„Mein Kopf ist immer noch unten …“ Tiger Woods erklärt, dass sich der Schlägerschaft im Durchschwung der Schwungphase in der 3-Uhr-Position befindet (▶ [90]; ▶ Abb. 1.14, rechts).
„Die größten Änderungen an meinem Schwung werden in der Phase des Treffmoments und kurz danach sichtbar: Ich kann nun vollkommen frei rotieren, während sich mein Kopf in Richtung Ziel drehen kann“ (▶ [89]; ▶ Abb. 1.14, links).
„I snap my left leg for more yards“ („Ich strecke mein linkes Bein blitzartig durch, um weiter schlagen zu können“; Woods 2005; ▶ Abb. 1.5).
„Mein Ziel ist es, die Hüft- und Beinarbeit zu synchronisieren, um konstant genaue Schläge zu erzeugen“ (Woods 2011).
Abb. 1.14 Links: neuer Schwung (richtig): Tiger Woods Kopf folgt der Rumpfdrehung harmonisch zum Ziel; rechts: alter Schwung (falsch): Tiger Woods hält nach dem Treffmoment den Kopf zu lange nach unten auf die vormalige Balllage gerichtet.
So ändern sich zum Glück auch für die Freizeit- und Amateurgolfer die Ansichten und nicht nur die von Tiger Woods. Auch andere Profigolfer verändern ihren persönlichen Golfschwung zugunsten ihrer Gesundheit. Problematisch dabei ist allerdings, dass prägnante Aussagen, wie etwa aus dem Jahre 2001 „Kopf unten halten“, „Kopf still halten“ und „linkes Bein blitzartig durchstrecken“, leicht im Gedächtnis der Freizeitgolfer und auch so mancher Golflehrer haften bleiben. Ihre Revidierung hingegen ist viel schwieriger.
Es ist nicht leistungsbestimmend, wie immer wieder fälschlicherweise formuliert wird, im Aufschwung den Kopf starr auf den Ball fixiert zu lassen, um eine Körperspannung zu erlangen. Leistungsbestimmend ist es, den Kopf gemeinsam mit dem Rumpf in der Waagrechten vom Ziel weg zu bewegen, um eine größere Beweglichkeit im Aufschwung zu erzielen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass sich das Becken und der Rumpf über das feststehende rechte Bein aufdrehen. Dadurch entsteht eine spiralförmige Muskelspannung, die weiter unten ausführlich erklärt und als „Eccentric Flow mit Links“ bezeichnet wird (Kap. ).
Diese und andere Erkenntnisse, welche spät, aber nicht zu spät, von Tiger Woods erkannt wurden, führten dazu, dass er seinen Golfschwung nach biomechanischen und funktionell anatomischen Gesichtspunkten veränderte. Erstaunlich dabei war, dass es nach der Umstellung seines Golfschwungs bei den gespielten Turnieren nur zu einem relativ kurzen Ergebniseinbruch kam. Tiger Woods konnte wieder die Nummer 1 der Weltrangliste erreichen und seine Leistungen bei den Turnieren kontinuierlich abrufen und das mit erkennbar geringeren Beschwerden.
Dieter Hochmuth
Ein kompletter Schlägersatz besteht aus 14 Schlägern, allerdings ist ein solcher nur für die wenigsten Golfer notwendig. Der durchschnittliche Amateur kann meist nur 5–8 Schläger sinnvoll nutzen. Auch bei den Materialien hat sich sehr vieles getan; angefangen bei den Legierungen, der Materialwahl der Schlägerköpfe (von Eisen bis zu Metal Woods) über die Hightechschäfte zum rutschfesten Griff und zum Bionomic-Handschuh. Wichtig ist, mit welchen Toleranzen die Golfschläger gefertigt werden. Die notwendigen individuellen Messungen sind allerdings in der gängigen Massenproduktion nicht möglich und so bleibt dem ernsthaften Golfer nur der Weg zum individuellen Golfschläger (▶ [43]).
Bei der richtigen Griffgröße nehmen die Fingerbeeren zum Daumenballen leichten Kontakt auf. Die Auswirkungen eines zu dicken oder zu leichten Griffs sind unter Kap. , Entlastungsbeispiele, beschrieben. Leider wird dem Schlägergriff sowohl beim Neukauf als auch bei der Erneuerung nicht der Wert beigemessen, den er zum Schwungergebnis beiträgt. Je nach Spielhäufigkeit des Freizeitgolfers sollte er mindestens einmal pro Saison erneuert werden. Es werden hier verschiedene Materialien angeboten.
Hier finden Sie verschiedene Schlägerkopftypen abgebildet (▶ Abb. 2.1, ▶ Abb. 2.2, ▶ Abb. 2.3, ▶ Abb. 2.4, ▶ Abb. 2.5, ▶ Abb. 2.6).
Dem Freizeitgolfer wird oft ein Cavity-Schlägerblatt empfohlen. Es weist aufgrund seiner Gewichtsverteilung am äußeren Rand des Schlägerkopfes ausgleichende Eigenschaften auf, was sich aber in Grenzen hält. Wichtiger ist die Sohlentiefe: Je tiefer die Sohle nach hinten gezogen ist, desto unempfindlicher wird das Schlägerblatt gegen Off-center-Treffer und eine Schiefstellung der Schlagfläche (▶ [43]). Der Ball fliegt dann auch, obwohl er etwas unsauber getroffen wurde.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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