Gott betet - Lichnowsky, Mechtild - kostenlos E-Book

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Lichnowsky, Mechtild

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The Project Gutenberg EBook of Gott betet, by Mechtild LichnowskyThis eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and mostother parts of the world at no cost and with almost no restrictionswhatsoever.  You may copy it, give it away or re-use it under the terms ofthe Project Gutenberg License included with this eBook or online atwww.gutenberg.org.  If you are not located in the United States, you'll haveto check the laws of the country where you are located before using this ebook.Title: Gott betetAuthor: Mechtild LichnowskyRelease Date: September 20, 2014 [EBook #46908]Language: German*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK GOTT BETET ***Produced by Jens Sadowski

MECHTILD LICHNOWSKY

GOTT BETET

KURT WOLFF / VERLAG

BÜCHEREI „DER JÜNGSTE TAG“ BAND 56

DRUCK DER SPAMERSCHEN BUCHDRUCKEREI IN LEIPZIG

I

Ich beuge mein Haupt in vollkommener Liebe zu Dir, o Mensch, ich beuge es, denn ich fühle kein Leid.

Du aber lebst davon und erfandest die Freude.

Ich bete zu Dir. Das ist die vollkommene Liebe.

Ich erflehe nichts. Deine Arbeit erwarte ich nicht.

Ich klage mich nicht an. Der Strom meiner Liebe zu Dir ist einer Säule gleich, fließend und unbewegt.

Beten ist Lieben. So bete ich Dich an. So bete ich zu Dir, lieber Mensch, denn Du bist allgütig und unsichtbar.

Wer weiß von Dir?

Du selbst nicht. Und die andern nicht.

Du siehst Dich nicht. Du atmest den Wohlgeruch nicht, der aus der Tiefe Deines Seelenkelches zu mir dringt.

Schöner warmer Kelch. Dein Leben perlt an den goldenen Wänden.

Und außerhalb des Bechers steht ein kühler Schweiß, der mich erbarmt.

Ich trinke Dich zur Neige in vollkommener Liebe.

Du liebst meine Geschöpfe. Ich fühle es, wenn ich Dich trinke.

Du fandest eine Sprache im Wind, den ich rief um meine Welt zu trocknen, als ich sie schuf. Ich höre Deine Musik, wenn ich Dich trinke.

Du griffst nach meinen Sonnenstrahlen, die ich brach zu Deinem Spielzeug. Ich begrüße die tausend Farben in Dir, wenn ich Dich trinke.

Du hast mit deinen kleinen Händen meine Erde gehalten und ihre Formen gefühlt. Und zu mir sprachst Du in dieser Sprache.

Ich fühle Deine Hände, wenn ich Dich trinke.

Vielmals vielfach gibst Du mir in Liebkosung meine Liebe wieder. Dich liebst Du nicht. Spielst nicht mit Dir. Lebst nicht für Dich. Du bist ein anderer als Du selbst.

Aber keiner soll Dich für einen andern halten. Ich will Dich mit meiner Liebe zeichnen. Alle sollen an Dich glauben. So will es meine Liebe.

Du bist still und demütig. Und doch ist Dein Stolz weiß und hart wie meine Schneegebirge.

Du senkst die Augen und glaubst nicht ihrem Leuchten. Ich aber baue darauf einen Tempel. Kein Stern verzehrt blauere Funken als Deines Herzens Herd mir zum Genusse sendet.

II

Du mein höchstes, geliebtestes Werk. Ich danke Dir, daß Du mit Deinem Schöpfer geduldig bist.

Ich könnte vor Dich treten und mich Dir zeigen.

Und doch bitte ich Dich, erlasse mir dieses.

Denn sähest Du mich, verlörest Du den Glauben an meine Gegenwart.

Unsichtbar, lieber, geliebter Mensch, hülle ich Dich mit jedem Atem tiefer in meine Gedanken ein. So bin ich Dir nahe. Denn ich durchdringe in Dir Falten, die meine Sichtbarkeit erdrücken würden.