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Sie haben es in der Hand!
Dieses Buch vermittelt übersichtlich und stringent gegliedert alles Wissenswerte über die Handentwicklung des Kindes. Der Schwerpunkt liegt auf den pädiatrischen Dauerbrenner-Themen Handgeschicklichkeit, Malentwicklung, Grafomotorik von Vorschulkindern und Grundschülern, Händigkeit und Linkshandberatung. Viele Abbildungen und Fallbeispiele erleichtern das Verständnis, Checklisten und Leitfäden geben Ihnen Orientierung.
Die Autoren verknüpfen konsequent Theorie und Praxis und bieten Ergotherapeuten im beruflichen Alltag Sicherheit, Unterstützung und Orientierung.
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Seitenzahl: 470
Veröffentlichungsjahr: 2020
Erna Schönthaler
Andrea Espei, Bernhard Gröss ✝, Andrea Oswald, Daniela Rolf, Ingrid Sarközi, Erna Schönthaler, Christin Weigelt, Gudrun Zimmermann
2. Auflage
216 Abbildungen
Die Idee zu diesem Buch geht auf den 4. ergotag im Oktober 2010 zurück. Unter dem Motto „Hände hoch!“ hatten der Georg Thieme Verlag und der Deutsche Verband der Ergotherapeuten nach Stuttgart eingeladen. Im vorliegenden Buch greifen Referentinnen dieses Tages mit einem Autorenteam aus Deutschland und Österreich die Themen der Veranstaltung, Grafomotorik und Händigkeit, wieder auf.
Handschrift bleibt auch im Zeitalter des Computers eine wichtige Kulturtechnik. Das Erlernen des Schreibens stellt hohe Anforderungen an die feinmotorischen Fähigkeiten eines Kindes. Manche Kinder lernen den präzisen Umgang mit dem Stift spielend leicht, für andere ist es eine große Herausforderung. Probleme wie mangelnde Lesbarkeit, langsames Tempo, zu wenig Ausdauer oder Schmerzen beim Schreiben sind ein häufiger Zuweisungsgrund zur Ergotherapie. In den letzten Jahren wird neben der Therapie auch der Prävention, dem Vermeiden dieser Schwierigkeiten, vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Beide Themenbereiche werden im Buch aufgegriffen.
Schreiben ist in den ersten Grundschuljahren ein wichtiges Lernziel und bleibt für die gesamte Schulzeit ein wesentliches Mittel für das Lernen. Kinder mit grafomotorischen Schwierigkeiten haben weniger Kapazität frei, um sich auf die Rechtschreibung eines Wortes, die Gestaltung eines Satzes oder die Inhalte eines Textes zu konzentrieren. Sie müssen dem motorischen Aspekt der Ausführung viel Aufmerksamkeit widmen. Das vorliegende Buch richtet sich in erster Linie an Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, die diese Kinder betreuen. Ziel der Therapie ist es, dass das Kind seine grafomotorischen Fertigkeiten verbessert, gute Strategien für den Alltag entwickelt und somit das Schreiben „leicht(er) von der Hand geht“. Mit präventiven Maßnahmen werden Kinder auf den effizienten Einsatz des Stiftes und das Schreiben vorbereitet. Es können nicht alle Probleme verhindert, aber die Zahl der Kinder mit Schwierigkeiten in diesem Bereich verringert werden. Mit fundiertem Wissen und Erfahrung möchte das Autorenteam eine gute Basis für beide Aufgabenbereiche legen und viele Ideen für die therapeutische Arbeit bereitstellen. Die vorgestellten Programme und Therapieansätze zeigen unterschiedliche Wege zur Behandlung auf. Gemeinsam ist ihnen ein betätigungsorientiertes Vorgehen, bei dem Alltagsaktivitäten nicht nur Ziel, sondern auch Mittel in der Therapie und Förderung sind.
Dem Themenfeld der Grafomotorik ist ein Kapitel zur Handgeschicklichkeit vorangestellt. Die Entwicklung der Hand mit ihren differenzierten Einsatzmöglichkeiten und vielfältigen Aufgaben sowie die Therapie von Kindern mit feinmotorischen Problemen ist Inhalt des ersten Kapitels. Zwei Kapitel am Ende des Buches sind der Händigkeit gewidmet. Hintergrundwissen, eine genaue Befundung und Fallbeispiele möchten zu einer differenzierten Sichtweise führen. Mit der Beratung linkshändiger Kinder schließt das Buch. Auch für diese Themen war es unser Ziel, Wissen aus der Forschung und Erfahrungen aus der therapeutischen Praxis zu verknüpfen.
Ich danke allen Personen, die am Entstehen dieses Buches mitgewirkt haben: Daniela Ottinger organisierte den ergotag 2010 und initiierte damit das Buch. Frau Grünewald betreute und koordinierte das Projekt im Thieme Verlag. Mein Dank geht an alle Autorinnen und den Autor, die mit ihren Beiträgen das Thema so vielfältig und umfassend aufgegriffen haben. Im Entstehungsprozess musste manche Hürde überwunden werden, aber gemeinsam, mit Geduld und Ausdauer aller beteiligten Personen haben wir es geschafft, das Projekt abzuschließen. Mein ganz persönlicher Dank geht an meinen Mann, der mich immer ermutigt und unterstützt.
Erna Schönthaler
Mai 2013
Titelei
Vorwort
1 Handgeschicklichkeit und Handfunktion
1.1 Einführung
1.1.1 Voraussetzung für die manuelle Feinmotorik
1.1.2 Definition
1.1.3 Gebrauch der Hände
1.2 Normalentwicklung
1.2.1 Im ersten Lebensjahr: Greifen und Spiel
1.2.2 Im zweiten Lebensjahr: Greifen und Spiel
1.2.3 Im dritten Lebensjahr: Greifen, Spiel und Selbstständigkeit
1.2.4 Im vierten Lebensjahr: Greifen, Spiel und Selbstständigkeit
1.2.5 Im fünften Lebensjahr: Greifen, Spiel und Selbstständigkeit
1.2.6 Im sechsten Lebensjahr: Greifen, Spiel und Selbstständigkeit
1.2.7 Greifformen und In-Hand-Manipulation
1.3 Grundlagen der Handgeschicklichkeit
1.3.1 Neurologische Grundlagen der Handfunktion
1.3.2 Entwicklungsstörung motorischer Funktionen
1.4 Grundlagen der Ergotherapie
1.4.1 Therapieansätze breit anlegen
1.4.2 Therapieziele
1.5 Ergotherapeutischer Prozess
1.5.1 Ergotherapeutische Diagnostik
1.5.2 Planung und Durchführung der Therapie
1.5.3 Evaluation und Dokumentation
1.6 Fallbeispiel kleiner Junge, 6 Jahre
1.6.1 Ergotherapie: 1. Therapieblock
1.6.2 Ergotherapie: 2. Therapieblock
1.7 Therapiemethode und Therapiesetting
1.7.1 Graduierung
1.7.2 Therapiesetting
1.7.3 Selbstwirksamkeit und Erfolg
2 Grafomotorik und Ergotherapie – Grundlagen
2.1 Betätigungzentrierung
2.1.1 Person-Environment-Occupation Modell (PEO-Modell)
2.2 Eltern und Kind im Mittelpunkt: Klientenzentrierung / Familienzentrierung
2.2.1 Klientenzentrierung nach Law et al. (1997)
2.2.2 Familienzentrierung
2.3 Die Praxis begründen: Wie Denken und Wissen unser therapeutisches Handeln beeinflussen
2.3.1 Clinical Reasoning
2.3.2 Ergotherapie zeitgemäß gestalten – Occupation-centred Practice
2.3.3 Irreführung traditionsbedingt! Ein Beispiel
2.4 Handfunktion als Basis für den Umgang mit dem Stift
2.4.1 Handfunktion
2.4.2 Komplexe feinmotorische Fertigkeiten als Basis für den Umgang mit dem Stift
2.5 Umgang mit Stift und Papier
2.5.1 Malen
2.5.2 Malphasen
2.5.3 Stifthaltung
2.5.4 Schreiben
3 Ergotherapeutische Befunderhebung bei grafomotorischen Fragestellungen
3.1 Screening Prewriting skills Occupational Therapy (SPOT)
3.1.1 Entwicklung
3.1.2 Durchführung
3.1.3 Bewertung des SPOT
3.2 McMaster-Protokoll zur Bewertung der Handschrift
3.2.1 Ziel und Entwicklung
3.2.2 Durchführung
3.2.3 Deutsche Version des Protokolls
3.2.4 Bewertung des McMaster-Protokolls
3.3 Durchführung weiterer Tests?
3.3.1 Empfehlungen des Evidence-Statement „motorische Schreibprobleme“
3.3.2 Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung (FEW-2)
3.3.3 Beery-Buktenica Developmental Test of Visual Motor Integration (Beery-VMI)
4 Ergotherapeutische Intervention bei grafomotorischen Fragestellungen
4.1 Therapiefokus auf Betätigung: Training der Betätigungen Malen und Schreiben
4.1.1 Direktes Training von (Aus-) Malen und Schreiben
4.1.2 Verzieren als Vorbereitung für die Schreibbewegung
4.1.3 Begleiten des Schreibens
4.1.4 Therapie-Hausaufgaben bei Schreibproblemen?
4.2 Therapiefokus auf die Person (Kind): Training der Voraussetzungen und Performanzkomponenten für den Umgang mit Stift und Papier
4.2.1 Feinmotorisches Training
4.2.2 Training der In-Hand-Manipulation
4.2.3 Der Hit als Hausaufgabe: ein Monster als Übernachtungsgast
4.3 Therapiefokus Umwelt: Beratung und Anpassung der Umwelt
4.3.1 Die Sitzhaltung am Tisch
4.3.2 Beratung des Umfelds bezüglich der Sitzhaltung des Kindes
4.3.3 Haltung und Papierlage
4.3.4 Schreibmaterial und der Einsatz von Stifthilfen
5 Programme und Therapieansätze zur Förderung der Grafomotorik
5.1 Der CO-OP Ansatz
5.1.1 Was ist CO-OP?
5.1.2 Hauptmerkmale
5.1.3 Fallbeispiel: Ein sechsjähriges Mädchen mit einer umschriebenen Entwicklungsstörung motorischer Funktionen
5.2 Der Einsatz des TREFFPUNKTs und der SCHREIB-MAL-SCHULE vor dem Hintergrund des Bieler Modells
5.2.1 Einleitung
5.2.2 Bottom-up- und Top-down-Ansätze
5.2.3 Händigkeitsentwicklung
5.2.4 Konzeptionelle Verknüpfung
5.2.5 Ergotherapeutische Diagnostik – Bieler Modell
5.2.6 Anwendung von TREFFPUNKT und von der SCHREIB-MAL-SCHULE
5.3 Ist die Therapie mit Biofeedback bei Kindern mit grafomotorischen Auffälligkeiten effektiv und effizient?
5.3.1 Einleitung
5.3.2 Biofeedback, Lernprozesse und Aufmerksamkeitsfokus als untrennbares Ganzes
5.3.3 Biofeedback als Baustein in der ergotherapeutischen Grafomotorikintervention
5.4 Die Bleistift-Rallye – ein grafomotorisches Präventionsprogramm
5.4.1 Zielgruppe
5.4.2 Gruppensituation
5.4.3 Sitzposition
5.4.4 Stifthaltung
5.4.5 Werkzeuge
5.4.6 Das Programm
5.5 Ein ergotherapeutisches Präventionsprogramm für Vorschulkinder (Calwer Modell)
5.5.1 Anforderungen und Belastungen zum Schuleintritt
5.5.2 Förderziele des Programms
5.5.3 Therapie oder Prävention
6 Die Händigkeit des Kindes
6.1 Hintergrundwissen
6.1.1 Begriffsklärung
6.1.2 Entwicklungsgeschichte der Händigkeit
6.1.3 Verteilung von Rechts- und Linkshändigkeit
6.1.4 Händigkeitsgruppen
6.1.5 Fuß, Auge, Sprachzentrum und Händigkeit
6.1.6 Modelle zur Händigkeit
6.2 Entwicklung der Händigkeit
6.2.1 Entwicklung der Händigkeit bis zum 4. Lebensjahr
6.3 Kreuzen der Körpermittellinie
6.3.1 Entwicklung zum Kreuzen der Körpermittellinie
6.3.2 Kreuzen der Körpermittellinie und Händigkeit
6.4 Befundung der Händigkeit
6.4.1 Anamnesegespräch
6.4.2 Befundung der Handpräferenz
6.4.3 Vergleich der Handleistung
6.4.4 Kreuzen der Körpermittellinie
6.5 Standardisierte Händigkeitstests
6.5.1 Testgütekriterien
6.5.2 H-D-T: Hand-Dominanz-Test
6.5.3 PTK-LDT: Punktiertest und Leistungsdominanztest für Kinder (5–12 Jahre)
6.5.4 HAPT 4–6: Handpräferenztest für 4- bis 6- jährige Kinder
6.5.5 Händigkeitsprofil
6.5.6 HPT: Handpräferenztest
6.6 Fallbeispiele
6.6.1 Kinder, die keine eindeutige Handpräferenz und keinen Leistungsunterschied zwischen den Händen haben
6.6.2 Kinder, deren präferierte Hand die motorisch schwächere ist
6.6.3 Kinder mit einer eindeutigen Händigkeit, ohne spontanes Kreuzen der Körpermitte
6.6.4 Kinder mit einer schwach ausgeprägten Handpräferenz und konstanter Händigkeit innerhalb von Aktivitäten
6.6.5 Linkshändige Kinder, die für das Schreiben auf die rechte Hand umgeschult wurden
6.7 Händigkeitssensibles oder händigkeitsgerechtes Verhalten von Eltern und Pädagogen
6.7.1 Händigkeit thematisieren
6.7.2 Entwicklung der Händigkeit durch vielfältige Aktivität
7 Linkshandberatung
7.1 Warum Linkshandberatung?
7.2 Linkshandberatung in der Ergotherapie
7.2.1 Form und Umfang der Linkshandberatung
7.2.2 Liebevolles Akzeptieren des „Andersseins“
7.2.3 Fragen an die Eltern
7.3 Linkshändiges Schreiben
7.3.1 Herausforderungen für das Schreiben mit der linken Hand
7.3.2 Optimaler Schreibvorgang
7.3.3 Stifte, Tintenroller und Füllfeder
7.3.4 Üben und Automatisieren
7.4 Gebrauchsgegenstände für Linkshänder
7.4.1 Im Kindergarten und in der Schule
7.4.2 Kochen und Essen
7.4.3 Spiel
7.5 Linkshändige Kinder im Kindergarten und in der Schule
7.5.1 Arbeitsplatz
7.5.2 Schreiben
7.5.3 Basteln und Malen
7.5.4 Ablehnung der Händigkeit durch das Kind
7.5.5 Grüßen
7.5.6 Handarbeit und Handwerk
7.6 Spezielle Überlegungen zum Thema Freizeit und Hobby
7.6.1 Sport
7.6.2 Musik
7.7 Spezielle Überlegungen zum Thema Selbstversorgung
7.7.1 An- und Ausziehen
7.7.2 In der Küche und beim Essen
7.8 Zusammenfassung
8 Literatur
8.1 Internetseiten
8.2 Quellen der standardisierten Händigkeitstests
8.2.1 H-D-T: Hand-Dominanz-Test
8.2.2 PTK-LTD: Punktiertest und Leistungsdominanztest für Kinder (5–12 Jahre)
8.2.3 HAPT 4–6: Handpräferenztest für 4- bis 6-jährige Kinder
8.2.4 Händigkeitsprofil
8.3 Quellen der Motoriktests
8.3.1 M-ABC-2
8.3.2 Zürcher Neuromotorik
8.4 Bezugsquellen für Linkshänder-Gebrauchsgegenstände (Geschäfte und Versandhandel)
8.4.1 Österreich
8.4.2 Deutschland
8.4.3 Schweiz
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
