Guilty Pleasure - Heimliches Verlangen - Stefanie Herbst - E-Book

Guilty Pleasure - Heimliches Verlangen E-Book

Stefanie Herbst

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Beschreibung

Dice, Leadsänger der erfolgreichen Band "Guilty Pleasure", hat eine heimliche Affäre mit seinem Bodyguard Ceely, in der es nur um Sex geht - nicht mehr. Niemand darf etwas von ihrem Geheimnis erfahren, denn sowohl Dices Karriere, als auch Ceelys Job stehen auf dem Spiel. Als sich Anziehung jedoch in Liebe verwandelt, stehen die beiden Männer vor einer schweren Entscheidung: Sollen sie sich ihre Gefühle für einander gestehen und dabei riskieren, alles zu verlieren? Die Würfel werden entscheiden ...

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Seitenzahl: 155

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Juna Brock & Stefanie Herbst

Impressum

© dead soft verlag, Mettingen 2009

http://www.deadsoft.de

Für Fragen zur Produktsicherheit:

[email protected]

© die Autoren

http://maennertraum.livejournal.com/

Cover: Irene Repp

http://www.daylinart.webnode.com/

Bildrechte

© Elnur – shutterstock.com

© Oscar Brunet – fotolia.com

2. Auflage 2016

ISBN 978-3-934442-51-1

ISBN 978-3-945934-97-5 (epub)

Inhalt:

Dice, Leadsänger der erfolgreichen Band „Guilty Pleasure“, hat eine heimliche Affäre mit seinem Bodyguard Ceely, in der es nur um Sex geht - nicht mehr. Niemand darf etwas von ihrem Geheimnis erfahren, denn sowohl Dices Karriere, als auch Ceelys Job stehen auf dem Spiel. Als sich Anziehung jedoch in Liebe verwandelt, stehen die beiden Männer vor einer schweren Entscheidung: Sollen sie sich ihre Gefühle für einander gestehen und dabei riskieren, alles zu verlieren? Die Würfel werden entscheiden

Kapitel 1

Perth, West-Australien

Das ‚Sunrise Paradise‘ gehörte zu den schönsten Hotelanlagen, in denen er bisher abgestiegen war. Nicht nur, dass es direkt am Strand lag und man nach wenigen Schritten im kristallblauen Meer stand, es besaß zudem eine großzügige Terrasse mit einem Pool und einer unverschämt guten Aussicht auf gebräunte Körper, die zum Träumen und Schwärmen einluden.

Er hatte es sich auf einer Teakholz-Liege bequem gemacht und nippte an einer kühlen Limonade. Zufrieden streckte er die Beine aus und wollte sich gerade einem Schläfchen hingeben, als ein lauter Schrei die angenehme Ruhe durchbrach.

„Oh. Mein. Gott!“

Einen Augenblick später stand ein junges Mädchen neben ihm und sah ihn mit großen Augen an.

„Hi“, begrüßte er sie und blinzelte gegen die Sonne.

„Du … du bist Dice, hab ich recht?“

Er grinste.

„Yep.“

„Ich fass’ es nicht. Das ist ja Wahnsinn. Ich höre eure Songs jeden Tag und habe alle CDs. Könnte ich ein Autogramm haben? Bitte?“

Dice schmunzelte, griff in seine Hosentasche und holte zwei Würfel hervor.

„Ich weiß nicht, kannst du?“

Er zwinkerte freundlich.

„Es stimmt wirklich? Du trägst sie immer bei dir?“, rief das Mädchen aufgeregt.

Ohne zu antworten, jagte Dice die besagten Würfel über den Tisch und las die Zahlen ab.

„Neun. Wenn du das überbietest, bekommst du dein Autogramm.“

Das Mädchen lächelte, nahm die Herausforderung an und wollte gerade zum Wurf ansetzen, als eine tiefe, herzliche Stimme das Spiel unterbrach.

„Alter, jetzt hör auf die Kleine zu ärgern und gib ihr schon das Autogramm.“

Ein mächtiger Kerl, rund wie ein Fass, dessen Gesicht ein zotteliger brauner Bart umrahmte, betrat die Terrasse.

„Greedy, wie steht’s?“ Dice empfing ihn mit einem Handschlag. „Deine Probe beendet?“

Greedy nickte und ließ sich neben seinem Kollegen auf einem Stuhl nieder. Das Mädchen rollte währenddessen die Würfel und freute sich, als sie zwei Sechsen warf.

„Gewonnen.“

Dice nickte und gab ihr die versprochene Unterschrift.

„Ich komme morgen zu eurem Konzert“, sagte sie, beugte sich zu Dice herunter und gab ihm einen Kuss auf die Wange, ehe sie so schnell verschwand, wie sie gekommen war.

„Du hast es gut.“ Greedy seufzte und leerte die Limonade seines Kumpels in einem Zug. „Alle Frauen fahren auf dich ab. Du brauchst nur zu lächeln und schon liegen sie dir zu Füßen.“

„Hm.“

Dice wischte sich den Schweiß von der Stirn. Wenn Greedy wüsste, wie unwichtig ihm die Frauen waren. Er griff nach seinem Getränk: Es war leer.

„Durst.“

„Dann hol was.“

„Du hast ausgetrunken, du holst was Neues.“

„Ich sitz’ grad so gut.“

„Ich auch. Wir würfeln drum.“

„Du kannst nicht dein ganzes Leben auswürfeln. Vergiss die Dinger endlich mal.“

Dice überhörte Greedys Nörgeln, stand stöhnend auf und ging zur Bar. Dort bestellte er einen Erdbeer-Daiquiri und lehnte sich gegen den Tresen. Anzüglich schob er die Hüfte nach vorn und ließ seine Augen auf einem Mann, wenige Meter von sich entfernt, zur Ruhe kommen. Seine vollste Aufmerksamkeit schenkte er nicht irgendjemandem, sondern seinem ständigen Begleiter, seinem Schatten, seinem Beschützer, seinem … heimlichen Abenteuer.

Er leckte sich über die Lippen und zeigte seine Zunge absichtlich länger, als notwendig. Seinen Zeigefinger versenkte er im eisigen Cocktail, rührte mehrere Runden, ehe er ihn in seinen Mund führte. Er nuckelte daran, wie ein Baby an seiner Flasche, und grinste verschmitzt, als er ihn wieder herauszog.

Die frische Erdbeere, die das Glas zierte, verzehrte er mit Genuss. Ein süßer, klebriger Tropfen perlte sein Kinn hinunter. Er machte sich nicht die Mühe ihn abzuwischen, denn er wusste, wie verrückt es den anderen Mann machte.

Prüfend blickte Dice über die Terrasse. Greedy war auf seinem Stuhl eingeschlafen, die anderen Hotelgäste schenkten ihm keine Beachtung.

Gemächlich schlenderte Dice zum Pool – dunkelblaue Augen bei jedem seiner Schritte auf sich spürend – zog seine Flip-Flops aus, krempelte die Hose nach oben und setzte sich an den Rand des Beckens, wo er die Beine ins kühle Nass tauchte.

Er zog sein T-Shirt über den Kopf und warf es neben sich. Dann stützte er sich mit den Händen nach hinten ab und spannte den Oberkörper an. Die Sonnenstrahlen wärmten seinen Bauch; das Gefühl, begehrt zu werden, seine unteren Regionen.

Ihr gemeinsames Spiel bereitete ihm Vergnügen. Ihm gefiel es, zu reizen und zu erregen, zu, dass es keine Möglichkeit gab, Sehnsüchte und Bedürfnisse zu befriedigen – zumindest nicht in diesem Augenblick.

Dice benetzte seine Brust mit Wasser. Schimmernde Tropfen rannen seinen Körper hinab und sammelten sich in den dunklen Haaren seines Bauches. Er erfrischte seine Schultern, seinen Nacken, seine Arme und überlegte, sich für eine Runde in den Pool zu stürzen, als der andere Mann plötzlich seine Hand hob und breit grinsend auf seine Armbanduhr tippte.

Dice hielt inne, sah auf seine eigene Uhr, murmelte „Scheiße“ und zog sich hastig an. Er lief eilig zur Terrassentür, drehte sich dort noch einmal um und zwinkerte seinem Verbündeten neckisch zu, ehe er das Hotel betrat.

Noch tief in Gedanken versunken, donnerte er in der Lobby mit einer Frau zusammen.

„Dice. Da bist du ja endlich“, fuhr sie ihn wütend an. „Deine Probe war für 16 Uhr angesetzt. Jetzt ist es halb fünf. Wir sind nicht zum Spaß hier. Ich weiß wirklich nicht, was du dir dabei denkst. Es gibt noch viel zu tun. Komm, komm!“

Chikamatsu Monzeamon, seine Managerin. Stets gestresst und dauernervös.

Noch ehe Dice etwas erwidern konnte, schubste sie ihn vor sich her, schnatternd und schimpfend.

Doch das konnte seine Laune nicht verderben. Er wusste, was später noch auf ihn wartete und mit der Vorfreude darauf, würde er alles überstehen: die Probe, genauso wie Chikas nervende Vorhaltungen.



Eigentlich gab es nur zwei Regeln in seinem Beruf. Erstens: Lass dich nie mit deinem Klienten ein. Und zweitens: Was immer auch geschieht, dein Klient muss dir zu 100 Prozent vertrauen können. Nun, eine der beiden Regeln hatte er bereits nach wenigen Tagen gebrochen. Aber er sah sie ohnehin vielmehr als eine Art Richtlinien an und hatte nicht vor, in nächster Zeit daran etwas zu ändern. Denn eines stand außer Frage: Ceely Templeton war der beste Leibwächter, den man für Geld bekommen konnte. Und er war jeden einzelnen Penny wert.

Ceely verfolgte an diesem Nachmittag Dice’ Proben. Wie immer hielt er sich im Hintergrund und beobachtete aufmerksam das Geschehen. Bequem lehnte er gegen eine Wand und trank dabei aus einem Pappbecher seinen Kaffee.

Chika war zu Dice getreten, weil dieser zum wiederholten Male nur ungenau die ersten Töne des Eröffnungssongs traf. Sie rüttelte ungestüm an seinem Ellenbogen, was bei ihren knappen 1,50 Metern ziemlich niedlich aussah – immerhin war Dice fast zwei Köpfe größer als sie. Dice erschien nicht wirklich genervt, nur ein wenig desinteressiert. Ceely konnte sich genau ausmalen, wo seine Gedanken waren. Das hatte er ihm vorhin am Pool ja unmissverständlich zu verstehen gegeben.

Ceely registrierte, wie Dice ihn durch die Scheibe hindurch ansah, während Chika ihn unaufhörlich zu höheren Leistungen anspornte. Ceely hielt den Blick. Er genoss die verbotene Atmosphäre, die sie immer und überall spürten, wenn sie zusammen waren. Als Dice den Blick wieder abwandte, musste auch Ceely seinen Blick senken. Er erhob seinen Kopf erst wieder, als Dice’ kräftige, dunkle Stimme ertönte. Diesmal bekam er den Ton sicher und präzise hin.

Später am Abend, als die Sonne bereits untergegangen war, wanderte Ceely durch die Grünanlagen zwischen den großzügig angelegten Apartments. Sein Beruf brachte es mit sich, dass er niemals nur spazieren ging, seine Augen waren stets wachsam und sein Instinkt immer aufs Äußerste geschärft.

Er klopfte schließlich leise an die Scheibe von Dice’ Terrassentür. Von innen war nur ein schwacher Lichtschein auszumachen. Als Dice ihm öffnete, schüttelte dieser unmerklich seinen Kopf. Ceely verstand die Geste.

„Du solltest vorsichtiger sein, wem du nachts die Tür aufmachst, Dice. Es könnte ein verrückter Fan sein, der dir am liebsten die Klamotten vom Leib reißen würde, um sich seine ganz persönliche Trophäe zu holen“, ermahnte Ceely.

Er betrat den Wohnbereich, der mit cremefarbenen Fliesen ausgelegt war, und grinste Dice spitzbübisch an. Im nächsten Moment kam auch schon Chika aus einem der Nebenräume und hielt ein paar Unterlagen in ihren Händen. Ceely konnte das leise statische Surren des Laptops von nebenan ausmachen und wusste, dass die beiden am Arbeiten waren.

„Nein ernsthaft, lass die Terrassentür geschlossen und zieh die Vorhänge zu, sonst kann man hier drinnen alles beobachten. Und du willst doch nicht morgen früh in der Zeitung ein Foto von dir sehen, wie du mit dem Finger in der Nase bohrst. Oder noch schlimmere Sachen anstellst, nicht wahr?“

„Ceely hat absolut recht“, schoss Chika sich gleich mit ein und hob ihren Zeigefinger warnend in die Luft.

Dice rollte über ihren Kopf hinweg nur mit den Augen. Ceely lächelte und ging dann Richtung Eingangstür.

„Wir sehen uns.“ Mit einem letzten Blick über die Schulter zog er die Tür hinter sich zu.

Er hielt sich so lange am Strand vor der Hotelanlage auf, bis das Licht in Dice’ Apartment ausging. Von Weitem hörte er, wie die Terrassentür aufgeschoben wurde, und wartete noch ein paar Minuten – nichts regte sich. Er überquerte den immer noch warmen Sand, seine Sneakers hatte er sich unter die Finger gehakt. Dann erreichte er die befestigten Platten und betrat, ohne gesehen zu werden, das Apartment. Leise schloss er die Tür hinter sich und zog den Vorhang zu.

Es dauerte einen Moment, bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnten. Zielstrebig tastete sich Ceely zur Küchenzeile vor und holte eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank.

„Nächstes Mal“, begann er und trank ein paar Schlucke, „sagst du mir vorher Bescheid, wenn du noch zu arbeiten hast, verstanden?“ Sein Ton war, aufgrund der langen Warterei, etwas schroff. Er setzte die Flasche ab und drehte sich um. Die Kühlschranktür war immer noch geöffnet und warf einen hellen Lichtkegel in den Wohnbereich. Dice saß auf dem Sofa und beobachtete ihn lächelnd. Ceely griff an den Rand seines T-Shirts, zog es sich in einer fließenden Bewegung vom Körper und warf es achtlos auf den Boden. Dice’ Ausdruck in den Augen gefiel ihm. Selbstsicher lehnte sich Ceely an die Küchenzeile und nahm weitere Züge vom Wasser, doch seine Augen waren auf den sitzenden Mann ihm gegenüber gerichtet.

„Du hattest doch gesagt, dass ich vorbei kommen soll, oder irre ich mich da?“ Ceely sprach betont langsam. „Aber ich weiß ja, wie gern Chika dich traktiert. Fast so gerne wie ich“, fügte er mit dunkler Stimme hinzu.

Er legte den Kopf in den Nacken und ließ ihn ein paar Mal kreisen. Dann nahm er seine Hände nach vorne an den Schritt, öffnete klirrend seinen Gürtel und den ersten Knopf seiner Jeans. Dice war in Sekunden auf den Beinen und kam auf ihn zu. Ceelys Zähne blitzten auf, und er ließ die restlichen Tropfen aus der Wasserflasche auf seinen Oberkörper träufeln.

„Naaa … kommt dir das irgendwie bekannt vor, hm?“, fragte er forsch.

Doch noch bevor Dice seine kräftigen Hände auf Ceelys Hüften legen konnte, klopfte es an der Tür. Beide Männer blickten erschrocken in den dunklen Flur.

Ruckartig wich Ceely zur Seite, griff nach seinem T-Shirt und seinen Schuhen und ging zurück zur Terrassentür. Wieder hämmerte es von draußen, diesmal lauter, dazu gesellte sich Greedys voluminöse Stimme.

„Dice! Schwing deinen faulen Arsch hoch, wir wollen heute Nacht noch ausgehen. Und du hast nicht die geringste Chance dich zu weigern.“

Ceelys Augen trafen noch ein letztes Mal die von Dice, ehe er leise verschwand. Wo immer Dice sein würde, Ceely wäre zwangsläufig bei ihm. Nur hatte er sich das heute irgendwie anders vorgestellt.

Kapitel 2

Eine steinerne Treppe führte tief in den Keller des alten Gemäuers, irgendwo am Stadtrand von Perth. Fackeln erleuchteten den langen Gang, die Bässe hämmerten so stark, dass sie die Körper der Männer erbeben ließen. Dance und House – eigentlich nicht die Art von Musik, die Dice und seine Freunde bevorzugten. Doch die Tapes waren gut gemischt und die pulsierenden Beats gingen direkt in die Knochen.

„Und? Was sagst du?“, rief Greedy, der neben Dice seinen Kopf im Rhythmus der Musik bewegte. „Hab’ gehört, dass hier die heißesten Frauen Australiens feiern gehen.“

Kaum gesagt, begegnete ihnen schon ein knappes Dutzend, mit kurzen Röcken und bauchfreien Oberteilen bekleidet.

„Holla!“ Greedy streckte seine Arme aus und ließ die breiten Hüften kreisen.

Die Mädchen blieben kurz stehen, zwinkerten und setzten kichernd ihren Weg fort.

Die Jungs steuerten auf die Bar, direkt neben der großen Tanzfläche, zu. Rote Laserstrahlen zuckten über die Menge; Nebelschwaden und blitzende Lichter schienen die Tänzer in Trance zu versetzen. Sie kauften Bier, stellten sich an einen der Tische und verfolgten das wirre Treiben.

Die Bandmitglieder gingen regelmäßig gemeinsam aus und besuchten Diskotheken der Städte, in denen sie auftraten. Sie waren mehr als nur Kollegen; sie verband eine enge Freundschaft. Jeder kannte die Macken des Anderen; die Launen und Geheimnisse. Während einer monatelangen Tour, bei der sie 24 Stunden am Tag miteinander verbrachten, gab es nichts, was man voreinander hätte verheimlichen können.

Fast nichts.

Dice beobachtete Ceely, der gelangweilt seine Cola trank. Mit Sicherheit war er enttäuscht über das unterbrochene Intermezzo – auch Dice hatte sich auf mehr gefreut. Doch er verstand es, sich zu zügeln und beschloss, die herrschende Spannung zwischen ihm und seinem Security schamlos auszunutzen. Er liebte das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun.

Als Ceely ihn ansah, hielt er seinem Blick stand. Ceelys Augen spiegelten eine leidenschaftliche Gier wider, die Dice unwahrscheinlich anmachte. Er presste seinen Körper dichter an den Tisch, ließ seine rechte Hand im Schatten verschwinden und legte sie auf die Härte zwischen seinen Beinen. Er rieb und massierte über den Jeansstoff und schloss die Augen; seinem Mund entwich ein ungehörtes Stöhnen.

Seine Zunge steckte er, soweit es ging, in den kühlen Hals der Bierflasche, reizte Ceely und erinnerte ihn daran, was sie schon alles mit ihm angestellt und wo sie ihn überall berührt hatte.

Dice zog die Zunge zurück, steckte sie erneut in den Flaschenhals, zog sie heraus, steckte sie hinein, heraus, rein, raus. Dann öffnete er die Augen und erstarrte, als er geradewegs in Greedys Gesicht blickte.

„Hey, alles klar bei dir, Alter?“

Dice wich zurück, holte tief Luft und versuchte gelassen zu wirken.

„Sicher. Wieso sollte nicht …“, er räusperte sich, „… alles klar sein?“

Greedy hob eine Augenbraue und deutete mit dem Kinn in Richtung Bierflasche. „Naja … weil du gerade deine Flasche als Muschi benutzt hast.“

Angewidert erschauderte Dice und schob das Bier von sich weg. Weit weg.

„Du brauchst mal wieder ein heißes Abenteuer, Dice. Musik ist nicht alles im Leben, weißt du? Gönn dir doch mal ein bisschen … Spaß.“ Greedy zwinkerte und schnalzte mit der Zunge.

Dice zuckte mit den Schultern, lächelte wissend in sich hinein und blickte hinüber zu dem Objekt seiner Begierde, das jetzt ein breites Grinsen auf den Lippen trug. Ceely amüsierte sich über Dice’ Missgeschick … und zwar köstlich.

„Na warte …“, murmelte Dice und verließ heimlich den Tisch, überzeugt davon, dass sein Schatten ihm folgte, egal wohin er ginge.

Er schob sich an schwitzenden Körpern vorbei. Bässe und Beats vibrierten in seinem Bauch. Im Gehen öffnete er die obersten Knöpfe seines Hemdes und richtete den Sitz seiner Hose. Immer weiter presste er sich durch die Masse, bis es kaum noch Raum gab, sich zu bewegen. Genauso wollte er es. Je enger, dichter, näher desto besser.

Abrupt blieb er stehen und drehte sich um. Von den Laserstrahlen erleuchtet, schimmerte sein Gesicht rötlich. Ceely war ihm gefolgt. Auf Schritt und Tritt. Das war sein Job, dafür hatte Chika ihn eingestellt. Die Menge schubste die beiden Männer mit einem Stoß zusammen. Ihre Körper knallten gegeneinander. Fest.

Endlich.

Ihre Münder nur einen Hauch voneinander entfernt, das Lächeln auf ihren Lippen hungrig und lustvoll. Dice bewegte seine Hüften, stemmte seinen Unterleib nach vorn gegen Ceelys harte Leiste. Ihre Oberkörper aneinander gepresst, die Hitze spürend.

Die Musik verschluckte ihr Stöhnen, der Rhythmus spornte sie an, sich zu bewegen, zu kreisen. Unbemerkt glitten Hände auf Hintern, ungesehen schoben sich Finger unter Stoff auf nackte Haut.

„Was ist los, Templeton?“, raunte Dice in Ceelys Ohr und blies heißen Atem hinterher. „Das macht dich an, oder?“

Vor Ceelys Augen leckte Dice über die eigene Hand und wischte seine Spucke danach an Ceelys flachem Bauch ab. Das Gefühl angespannter Muskeln unter seinen Fingerspitzen ließ ihn erzittern.

„Ich will dich. Sofort.“



Der Club glich einem Hexenkessel. Der treibende Beat hämmerte nur so in Ceelys Herz. Um ihn herum eine wogende Masse aus halb nackten Körpern und direkt vor ihm, genau in Reichweite, bewegte sich sein Liebhaber. Die Art und Weise, wie Dice seine Hüften lasziv vor- und zurückschnellen ließ, erinnerte Ceely an das Gefühl, wenn er ihn hart und fest in sich spüren konnte. Hitze kroch Ceely über den Rücken und brachte seinen Nacken zum Kribbeln, als das Adrenalin ihn durchflutete.

Warme, schwitzende Menschen ringsherum drängten sich an ihn. Er ließ sich in den Rausch fallen und hob seine Arme nach oben. Er schien sich wie in Zeitlupe zu bewegen. Als Ceely ein unverschämtes Lächeln zum Einsatz brachte, sah er für einen kurzen Moment Besitzanspruch in Dice’ Augen auflodern. Seltsamerweise gefiel ihm dieser Blick ausgesprochen gut.

Dann standen sie auf einmal ganz ruhig voreinander, während die Menge weiterhin gegen sie brandete. Ceely fasste an Dice’ Handgelenk, umschloss es fest, drehte sich um und entfernte sich mit ihm langsam von der Mitte der Tanzfläche.

Ceely ging immer nur die Risiken ein, die er bereit war, zu verantworten – nichts darüber hinaus. Er würde niemals mutwillig Dice’ Karriere gefährden. Deshalb kam ein Quickie draußen auf dem Parkplatz nicht infrage. Also blieb ihnen nichts anderes übrig, als ein Stelldichein auf den Toiletten. Schweren Schrittes, die Augen nur geradeaus gerichtet, bahnte Ceely den Weg für seinen Klienten frei.