Gus - Bar 28 - JJ Harper - E-Book

Gus - Bar 28 E-Book

JJ Harper

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Beschreibung

Man nehme einen heißen Nerd, füge einen sexy Barbesitzer hinzu – und erhält einen One-Night-Stand. Alles, was Gus will, ist eine Nacht draußen und eine heiße Nummer, bevor er sein letztes Jahr an der Universität beginnt. Max war schon immer ein Aufreißer. Ein Blick auf den sexy Kerl mit dem schwarzen Eyeliner und er hat seinen Bettpartner für die Nacht gefunden. Was keiner von beiden erwartet hat, ist die tiefe Verbindung, die sofort entsteht. Doch Gus flieht vor seinen Gefühlen. Er hat keine Zeit für eine Beziehung. Als Max aufwacht und sein Bett leer vorfindet, ist er enttäuscht, mehr, als er für möglich gehalten hätte. Dann taucht Gus als neuer Barkeeper in der Bar 28 auf, der Bar, die Max zusammen mit seinem Bruder besitzt. Max wird sich Gus nicht noch einmal entgehen lassen. Kann man wirklich seinem Instinkt trauen und glauben, dass man die eine Person gefunden hat, die für einen bestimmt ist?

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Seitenzahl: 218

Veröffentlichungsjahr: 2023

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JJ Harper

Gus

Bar 28

Band 1

Impressum

© dead soft verlag, Mettingen 2023

http://www.deadsoft.de

© the author

Titel der Originalausgabe: „Gus – Bar 28“

Übersetzung: Sophie Ruhnke

Cover: Irene Repp

http://www.daylinart.webnode.com

Bildrechte:

© Andrey Kiselev - stock.adobe.com

1. Auflage

ISBN 978-3-96089-573-2

ISBN 978-3-96089-574-9 (ebook)

Inhalt:

Man nehme einen heißen Nerd, füge einen sexy Barbesitzer  hinzu – und hat einen One-Night-Stand.

Alles, was Gus will, ist eine Nacht draußen und eine heiße Nummer, bevor er sein letztes Jahr an der Universität beginnt.

Max war schon immer ein Aufreißer. Ein Blick auf den sexy Kerl mit dem schwarzen Eyeliner und er hat seinen Bettpartner für die Nacht gefunden.

Was keiner von beiden erwartet hat, ist die tiefe Verbindung. Gus flieht vor seinen Gefühlen. Er hat keine Zeit für eine Beziehung.

Als Max aufwacht und sein Bett leer vorfindet, ist er enttäuscht, mehr als er für möglich gehalten hätte.

Dann taucht Gus als neuer Barkeeper in der Bar 28 auf, der Bar, die Max zusammen mit seinem Bruder besitzt. Max wird sich Gus nicht noch einmal entgehen lassen.

Kann man wirklich seinem Instinkt trauen und glauben, dass man die eine Person gefunden hat, die für einen bestimmt ist?

Widmung

Für Rae

Eines Tages wird jemand in dein Leben treten und dir zeigen, warum es mit anderen nicht geklappt hat.

Kapitel Eins

Gus

„August, hörst du mir zu?“ Die eindringliche Stimme meiner Mutter lässt mich vor dem Spiegel aufschrecken.

„Ja, Mum. Ich ernähre mich gesund.“ Seit ein paar Tagen bin ich erst wieder in meiner Wohnung, und schon überprüft sie, ob es mir gut geht. Gut, dass die Reste der Pizza von gestern, die ich gerade kalt gegessen habe, mich nicht verpetzen können. „Ich mache mich fertig zum Ausgehen und habe nicht mehr viel Zeit. Liam und Will sind auf dem Weg hierher.“

„Oh, ich mag diese Jungs. Was habt ihr vor?“

Ich werde ihr auf keinen Fall sagen, dass ich eine schnelle Nummer will, bevor das nächste Semester anfängt, und style meine Haare noch ein bisschen mehr.

„August?“

„Tut mir leid. Wir gehen in ein paar Bars, nichts allzu Drastisches.“

„Dann lass mich dich mal ansehen.“

Seufzend wechsle ich zur FaceTime-App. „Hi, Mum.“ Ich lege das Handy zurück auf die Kommode und schließe den Knopf meiner Jeans.

„Warum starre ich an die Decke, August?“ Die fröhliche, amüsierte Stimme meiner Mum bringt mich zum Lächeln.

Ich nehme das Handy in die Hand und schaue in die Kamera. Sie lächelt zurück. Ich habe so ein Glück, dass meine Eltern nie eine Miene verzogen haben, wenn ich Make-up getragen habe. Heute Abend habe ich mich total verausgabt, meine Augen sind stark mit schwarzem Kajal umrandet und mit grauem und schwarzem Lidschatten perfekt verblendet.

„Du siehst toll aus, August. Du hast da einen kleinen Fleck auf deiner Wange, und ich wünschte, du würdest nicht diese Linsen tragen. Deine Augen sind wunderschön, so wie sie sind.“

Ich habe Heterochromie, eine Iris ist hellblau und die andere smaragdgrün. Jetzt habe ich sie mit blauen Linsen abgedeckt. Das hält die Leute davon ab, mich anzustarren, wenn sie mich zum ersten Mal sehen.

„Jetzt zeig mir den Rest. Was hast du da an?“ Ich halte das Handy vor meine Lederweste und senke es auf meine schwarzen Skinny Jeans. „Sind das meine Jet-Perlen um deinen Hals?“

Ich schaue auf die langen silbernen und schwarzen Ketten hinunter. „Ähm, vielleicht. Du hast sie sowieso nie getragen“, sage ich mit einem Grinsen, von dem ich hoffe, dass ich damit durchkomme.

„Du siehst toll aus. Ich weiß nicht, wie du dich in diese Jeans quetschen kannst. Oh, mir gefallen die Lederarmbänder. Sind die neu?“

Mein Handy kündigt eine eingehende Nachricht an. „Die Jungs sind da, Mum. Ich muss los.“

„Okay, Schatz. Pass gut auf dich auf und bleib safe, August.“

„Werde ich. Das bin ich immer.“ Ich lache und rolle mit den Augen.

„Das habe ich gesehen. Ich bin deine Mutter, ich darf mich aufregen. Amüsiert euch gut. Wir haben dich lieb.“

„Danke, Mum. Ich liebe euch auch.“ Sie beendet den Anruf, und der Bildschirm wird leer.

Ich schiebe mein Handy in meine Vordertasche und zwinge es in den engen Raum. Dann kommt mein Portemonnaie in die Gesäßtasche. Meinen Haustürschlüssel hänge ich an eine der Ketten um meinen Hals, das Schwarz fällt zwischen den anderen Anhängern kaum auf.

Ich öffne die Tür und trete hinaus. Es ist September, aber wir befinden uns noch mitten in der Hitzewelle, die das Sommerfeeling aufrechterhält, und um halb neun ist es immer noch warm.

„Verdammte Scheiße! Gus, willst du mich umbringen?“ Will presst die Hände auf sein Herz. „Fuck, ich wünschte, ich wäre ein Top, denn dann würde ich dich sowas von toppen.“

„Ja, das hättest du gerne.“ Ich remple ihn mit der Schulter an und erwische Liam dabei, wie er mich mit offenem Mund anstarrt. „Liam, du fängst Fliegen.“

„Wie schaffst du es nur, so auszusehen? Du bist der perfekte nerdige Streber. Dein Bild taucht bei Wikipedia als Definition auf. Du siehst heiß und sexy und wie der feuchte Traum eines jeden schwulen Kerls aus.“

„Ich glaube, da ist irgendwo ein Kompliment versteckt, aber ich bin mir nicht ganz sicher.“ Ich liebe es, Leute mit meiner Verwandlung zu schockieren. Diese Typen sollten daran gewöhnt sein. Wir sind seit der ersten Studentennacht vor drei Jahren befreundet, aber sie sind jedes Mal wieder überrumpelt. „Ich bin heute Abend auf Beutezug, Jungs. Geht voraus.“

„Wir nehmen ein paar Drinks, bevor wir in die Bar 28 gehen. Die ist schon eine Weile offen, wahrscheinlich seit du im Sommer weg warst. Sie ist so cool. Die Cocktailbar befindet sich im Erdgeschoss, aber der Club ist darunter, und da geht es richtig heiß her.“ Will grinst. „Außerdem gibt es dort die bestaussehenden Barkeeper und Kellner.“

„Das klingt perfekt. Ich hasse es, dass du hier in der Nähe wohnst und die besten Lokale kennenlernst, während ich zu Hause mitten im Nirgendwo festsitze.“

„Die Cotswolds sind nicht mitten im Nirgendwo. Sie sind schön.“ Liam stößt mich mit seinem Ellbogen an. „Meine Großeltern leben dort.“

„Ich schließe meine Beweisführung ab. Das ist was für alte Leute.“ Ich grummele und bringe sie zum Lachen.

Wir machen uns auf den Weg in die Stadt, während Liam dumme Witze reißt. Will schubst ihn vom Bürgersteig, als er über herrische Bottoms und die Tatsache, dass er nie Sex hat, plappert. Die Straße mit den meisten coolen Bars ist jetzt sehr belebt, hauptsächlich dank der Studenten, die zum neuen Semester zurückkommen, oder noch schlimmer, der neuen Kids, die zum ersten Mal von zu Hause weg sind. Wir suchen uns eine unserer Lieblingskneipen aus. Sie ist LGBT-freundlich, die Regenbogenflaggen im Fenster verraten es jedem neuen Gast. Es ist einfacher für mich, dort zu sein, wo ich mich sicher fühle. Ich bin schon zu oft wegen meiner Kleidung und meines Make-ups schikaniert worden, aber die einzigen Blicke, die ich ernte, als wir reinkommen, sind anerkennende. Es war eine gute Idee, für die Uni in eine Großstadt zu ziehen, und das letzte Jahr meines Physikstudiums anzufangen, lässt mich wieder lebendig fühlen.

Wir schlängeln uns durch die Menge zur Bar und warten, bis einer der Barkeeper uns sieht, dann geben wir unsere Bestellung auf und gehen auf die andere Seite des Raumes, weg vom unmittelbaren Barbereich. Wir sind hier, um zu reden und uns auszutauschen, und nicht, um uns von Leuten herumschubsen zu lassen, die nicht auf ihren nächsten Drink warten können. Das Lokal ist nobler und größer, als es von außen scheint. Polierte Hochtische nehmen den größten Teil des großen, stilvollen Raums ein. Glänzende Messinghocker mit schwarzen Ledersitzen stehen vor der Bar, und an den Rändern sind Ledersessel und Sofas um niedrige Eichentische versammelt, so dass es reichlich Gelegenheit zum Chillen gibt. Fast alle Plätze sind von ebenso gestylten Menschen besetzt. Deshalb, so vermute ich, zieren große Spiegel die Wände, damit sich die Gäste gegenseitig begutachten und sich vergewissern können, dass sie noch gut aussehen. Wir suchen uns einen hohen Tisch aus, und ich sehe mich um.

Yum. Wer ist das denn? Am Ende der Bar steht ein unglaublich attraktiver Mann, der nicht nur so tut, als würde er mich anstarren. Er ist groß und muskulös, nicht so verrückt stunden-im-Fitnessstudio-verbringend-und-von-Proteinshakes-ernährend-muskulös, aber er sieht gut aus in einem kurzärmeligen Hemd, das seine Brustmuskeln gut zur Geltung bringt. Sein Gesicht ist wie gemeißelt, sein Kiefer kräftig und seine Wangenknochen hoch. Das dunkle Haar ist kurz, fast wie ein Buzzcut, aber es steht ihm. Die Stoppeln an seinem Kiefer betonen seine vollen Lippen. Dann verzieht sich sein wunderschöner Mund zu einem kleinen, verschmitzten Lächeln, und seine Augen funkeln. Er schämt sich nicht einmal dafür, dass ich ihn dabei erwischt habe, wie er mich beobachtet hat. Sein Blick schweift langsam über mich, verweilt auf meiner fast nackten Brust und kommt dann wieder zu meinem Gesicht hinauf. Begierde strahlt von ihm aus. Ich bin sicher, wenn ich näher dran wäre, könnte ich sehen, wie sich seine Augen verfinstern. Er sieht aus, als wolle er sich auf mich zubewegen, als ein Typ vor ihm auftaucht und den Blickkontakt zu mir unterbricht. Er runzelt die Stirn, die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben, aber er nimmt den Drink, den ihm der andere Mann hinhält.

Ich wende mich von ihm ab und lausche dem Gespräch von Will und Liam, aber es geht um eine Fernsehsendung, die ich nicht gesehen habe, deshalb schaue ich mich wieder im Raum um. Niemand sonst erregt meine Aufmerksamkeit. Zumindest nicht so sehr wie er. Als ich mich dazu durchringen kann, wieder in seine Richtung zu schauen, starrt er mich wieder an. Das schelmische Lächeln von vorhin kehrt zurück. Diesmal bin ich es, der unterbrochen wird.

„Komm schon, Gus. Trink aus. Das ist deine Runde.“ Will tippt mir auf den Handrücken.

„Ja, klar.“ Ich leere mein Glas und schlängele mich durch die Menge, um die Bar zu erreichen. Mit den Schultern stoße ich die Leute an, die nur herumhängen, ohne sich zu bewegen, sobald sie ihre Drinks bekommen haben. Ich reihe mich ein und versuche, die Aufmerksamkeit des Barkeepers zu erregen. Ein Blick in den Spiegel hinter der Bar verrät mir, dass der sexy Mann hinter mir steht. Nicht so nah, dass ich ihn spüren kann, aber seine Augen sind im Spiegel auf mich gerichtet und geben mir einen Eindruck von ihrer Farbe. Das satte Dunkelbraun, das von Gold durchzogen ist, ist umwerfend, fesselnd. Als er bemerkt, dass ich zurückschaue, bricht sein Gesicht in das verdammt schönste Lächeln aus, das ich je gesehen habe. Es reicht bis zu seinen Augen, die mich frech anfunkeln. Seine vollen Lippen sind breit, und verdammt, ich möchte die Grübchen in seinen Wangen lecken. Meine Zunge schießt heraus und gleitet über meine Lippe. Sein Lächeln wird noch wilder, als die Lust in seinen Augen aufblitzt.

Warum können wir nicht schon im Club sein? Das ist nicht fair. In Gedanken stampfe ich mit den Füßen auf, weil ich keine Gelegenheit habe, mich an ihm zu reiben. Vielleicht, nur vielleicht, könnte ich ihm sagen, wo ich später sein werde.

Ich muss unseren Blick unterbrechen, als ich an der Reihe bin zu bestellen – zwei Bier und einen Gin Tonic. Eine Hand legt sich sanft auf meinen Rücken. Ich bin nicht einmal überrascht und hebe langsam meinen Blick. Jap, er steht jetzt hinter mir und grinst. „Hi“, sage ich und schaffe es, dabei nicht zu quietschen, was für mich ein Erfolg ist.

„Hallo. „Du siehst aus wie meine Art von Sünde“, flüstert er mir ins Ohr. Eine Gänsehaut macht sich auf meiner Haut breit und ich beiße mir auf die Lippe, um nicht zu stöhnen.

Mein Schwanz schwillt in meinen engen Jeans an, und ich bin dankbar für die Bar, die meine wachsende Erektion verdeckt. „Das ist gut zu wissen.“ Ich erwidere sein Grinsen, bezahle und hole meine Drinks ab. „Du findest mich später in der Bar 28.“ Ich gehe an ihm vorbei und zurück zu meinen Freunden.

„Was soll das Grinsen?“, fragt Will.

„Ich weiß nicht, was du meinst. Kann ich mich nicht amüsieren?“

„Nur indem du ein paar Drinks kaufst? Unwahrscheinlich. Spuck’s aus.“

„Okay.“ Ich erzähle ihnen, was passiert ist. Sie versuchen sofort, sich umzusehen. „Hört auf!“, zische ich. „Ich versuche hier, cool zu bleiben. Ausnahmsweise bin ich mal nicht rot geworden oder habe etwas Dummes gesagt.“

Wir bleiben noch für ein paar Drinks. Dann, als wir einen ordentlichen Schwips haben, gehen wir zur Bar 28. Die Straßen sind voller Menschen, die den warmen Abend genießen und vielleicht die gleiche Idee haben wie wir – Spaß haben. Wir stellen uns in die Schlange an der Seite des Gebäudes, die nicht allzu lang ist, aber ein paar Türsteher scheinen zu entscheiden, wer reinkommt oder nicht. Einer Gruppe von etwa sechs alkoholisierten Jungs wurde der Zutritt verweigert, und sie machen einen Aufstand, bevor sie gehen, aber niemand schenkt ihnen allzu viel Aufmerksamkeit. Als wir an der Reihe sind, hebt der größere der beiden riesigen, muskulösen Türsteher das Seil an und lässt uns eintreten. „Einen schönen Abend noch.“ Er zwinkert. Ich lächle, sage aber nichts dazu.

„Das war seltsam“, sagt Will und blickt über seine Schulter zurück, aber der Mann schaut wieder auf die Straße hinaus.

Verdammt, ich mag diesen Ort. Die Cocktailbar ist bereits voll, aber wir wenden uns nach rechts und gehen die Treppe hinunter. Der gedämpfte Klang eines Bassrhythmus wird lauter, je näher wir den breiten schwarzen Doppeltüren kommen. Mein Herz klopft im Takt der Musik, und ich grinse Will und Liam an, als sie die Türen aufreißen.

Der Raum ist dunkel genug, um die Stimmung für ein bisschen Bump and Grind zu erzeugen. Eine der Wände besteht aus Rauchglasspiegeln, die den Raum größer erscheinen lassen, als er ist, und den Anwesenden die Möglichkeit geben, die anderen Tänzer zu beobachten. An der Bar entlang der Wand auf der anderen Seite des Eingangs stehen die Leute in zwei Reihen und warten darauf, bedient zu werden. Es ist viel los, aber nicht so voll, dass man sich nicht bewegen kann. Für einen Club, der nicht speziell auf Schwule ausgerichtet ist, scheint es mehr Männer als Frauen zu geben. Ich bin im Himmel. Mein Blick wird von der Tanzfläche angezogen, auf der sich die Männer aneinander reiben. Hier gibt es keine Anzeichen für irgendwelche Hemmungen. Das ist genau das, worauf ich gewartet habe.

„Sollen wir uns etwas zu trinken holen?“, ruft Will und deutet zur Bar hinüber. Ich nicke und folge ihm. Mehr als ein paar Augenpaare sind auf mich gerichtet, als ich mich durch das Gedränge schlängele.

Wenn der sexy Typ aus der anderen Bar nicht auftaucht, habe ich keine Wahl, obwohl mich der Gedanke, ihn nicht zu sehen, ein wenig deprimiert. Was hat es mit ihm auf sich? Vielleicht, weil er ausgesehen hat, als wollte er mich in dem Moment, in dem wir uns gesehen haben, wegzerren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ihn gelassen hätte.

Will bestellt drei Tequila-Shots und teilt sie aus. „Auf einen tollen Abend!“ Wir kippen sie in einem Zug hinunter. Ich erschaudere bei dem Brennen. Es wird Zeit, sich von Shots fernzuhalten. Ein paar Gins werden mich davor bewahren, in allzu große Schwierigkeiten zu geraten.

Kapitel Zwei

Max

„Ich bin mir nicht sicher, Dean. Ich hatte eine furchtbare Woche“, antworte ich auf seine Bitte, heute Abend auszugehen. Ich besitze eine Cocktailbar und einen Club, daher ist die Idee eines Abends in einer Kneipe nicht immer verlockend.

„Sei nicht so langweilig. Du weißt doch, dass es da draußen einen Typen gibt, der nur darauf wartet, vor dir auf die Knie zu fallen“, stichelt er. Ja, ich bin bekannt dafür, eine männliche Hure zu sein. Aber in letzter Zeit ist alles so eintönig geworden, dass ich keine Lust mehr habe, die ganze Anmachnummer durchzuziehen. „Bitte, ich hatte eine beschissene Woche und muss ein paar Bierchen trinken gehen. Es muss ja nicht gleich die ganze Nacht sein.“

Mit einem großen Seufzer gebe ich nach. „Okay, ich treffe dich im Trader’s gegen acht.“

„Du bist ein guter Kumpel, Max. Ich bin dir was schuldig“, sagt Dean fröhlich.

„Du schuldest mir viel mehr als ‚was’.“ Ich lache. „Wir sehen uns später.“

Und deshalb sitze ich jetzt in einem überfüllten Pub und warte darauf, dass Dean mit unseren Getränken von der Bar zurückkommt. Wie immer schaue ich mir die Männer an. Und hallo! Auf der anderen Seite des Raumes sitzt der heißeste und sexyeste Typ, den ich seit, nun ja, seit Ewigkeiten gesehen habe. Er ist gekleidet, als ob er heute Abend nur ficken will, hat einen nackten Oberkörper unter einer offenen schwarzen Lederweste. Sein Gesicht ist kunstvoll geschminkt, mit rauchigen schwarzen Augen und perfekt aufgetragenem Eyeliner. Ich habe diesen Look schon immer an einem Mann geliebt, aber er hebt ihn auf ein ganz neues Niveau und stellt jeden Kerl hier in den Schatten. Ohne wie ein Pfau herumzustolzieren, ist er wunderschön, trägt das Make-up, als sei es ein Teil von ihm, eine Erweiterung seiner Persönlichkeit. Es ist kein Schutzschild, sondern eine Einladung, mutig zu sein.

Dean steht immer noch an der Bar, aber es sieht so aus, als werde er jetzt bedient. Ich werfe einen Blick zurück auf den heißen Typen. Oh ja, er mustert mich auch. Ich schenke ihm ein kleines Lächeln, lasse meinen Blick über seinen Körper schweifen und genieße seine Reaktion. Es ist keine Schande, erwischt zu werden. Deshalb sind wir ja hier. Ich mache einen Schritt auf ihn zu, aber Dean erreicht mich und gibt mir meinen Drink, und ich wende mich widerwillig von Sexy Guy ab.

„Was ist los?“

„Ich fange an zu glauben, dass es eine gute Idee war, auszugehen“, sage ich süffisant zu Dean, aber meine Augen bleiben auf den Mann gerichtet, mit dem ich heute Abend zusammen sein will.

Nach ein paar weiteren Minuten verlässt er seine Freunde und macht sich auf den Weg zur Bar. „Ich bin gleich wieder da“, sage ich zu Dean, als ich an ihm vorbeigehe.

„Was? Wohin gehst du denn? Vergiss diese Frage. Ich sehe schon, was, oder besser gesagt, wen du im Visier hast.“

Ich trete hinter das Objekt meiner Begierde. Unsere Blicke treffen sich im Spiegel hinter der Bar.

Er schnurrt einen Gruß, der mein Herz schneller schlagen lässt. Er scheint sich zu mir genauso hingezogen zu fühlen wie ich zu ihm. „Du siehst aus wie meine Art von Sünde“, flüstere ich ihm heiser ins Ohr und genieße dann den Anblick seines Schauderns und der Gänsehaut, die sich auf seiner Haut ausbreitet.

„Das ist gut zu wissen.“ Er nimmt seinen Drink und grinst mich an. „Du findest mich später in der Bar 28.“ Er geht zurück zu seinen Freunden und wartet nicht, um zu sehen, ob ich interessiert bin. Als ob ich ihn abweisen würde. Dieser Abend wird ein guter Abend werden.

Ich eile zurück zu Dean. „Ich muss jemanden anrufen.“ Ich verlasse die Bar, hole mein Handy aus der Gesäßtasche und wähle die Nummer der Bar 28. Es klingelt eine ganze Weile. Gut, die Bar ist besetzt. Als der Anruf angenommen wird, erkenne ich die Stimme. „Leo, hey, hier ist Max. Ich möchte, dass du mir einen Gefallen tust. Du musst mit Steve an der Tür sprechen.“ Ich fahre mit meinen Anweisungen fort.

„Bin dabei.“ Leos helles Lachen dringt durch die Leitung. Dann sagt er mit schwerer, fröhlicher Stimme: „Einen schönen Abend noch, Chef.“

Damit ist die Sache erledigt, und ich gehe wieder hinein, wo Dean zu einer Gruppe von Mädchen hinüberschaut, die gerade hereingekommen sind. Wir nehmen noch ein paar Drinks zu uns, während er sich auf eine von ihnen konzentriert. Sie sieht aus, als wäre sie Anfang zwanzig und mustert ihn ebenso scharf wie er sie. Dean wird mich hier nicht mehr brauchen. Er ist weg und hat sich für die Nacht zurückgezogen. „Hey, ich geh’ jetzt los. Ich wünsche dir viel Spaß.“

„Ja, dir auch.“ Er zwinkert, dann schlendert er zu dem Mädchen hinüber. Er flirtet wahnsinnig gern. Ich wollte noch nie eine Beziehung haben, und jetzt bin ich zu beschäftigt für einen Freund. Jemanden zu haben, mit dem ich das Bett für eine Nacht teile, reicht mir schon. Das heißt, ich muss in den Club gehen und meinen heißen Typen finden.

„Ist er aufgetaucht?“, frage ich Steve, als ich zur Tür gehe.

„Oh ja, und Junge, er ist ein Hingucker.“ Er lacht. „Ihm steht der Spaß ins Gesicht geschrieben.“

„Behalte deine Hände und Augen bei dir. Ich habe ihn zuerst gesehen.“ Ich klopfe ihm auf die Schulter, dann ziehe ich die schwere Tür auf und gehe durch die belebte Bar zur Tür in der Ecke, die in den Personalbereich und in das Büro mit den Monitoren für die Überwachungskameras führt. Sowohl die Bar auf dieser Ebene als auch der Club im Erdgeschoss sind mit Sicherheitskameras ausgestattet. Heute Abend spiele ich Voyeur. Ich will den sexy Typen finden und dann herausfinden, wie ich ihn am besten ansprechen kann. Im Barbereich gibt es kein Zeichen von ihm. Scheiße, da ist er, tanzt mit einem Typen. Das ist mal wieder typisch. Ein Schmerz durchzuckt mich. Aus Enttäuschung, Eifersucht? Ich habe keine Ahnung. Aber dann erkenne ich ihn von der Bar wieder. Er ist sein Freund. Die Nacht sieht wieder gut aus. Ich schaue mir den Monitor genauer an, aber soweit ich es erkennen kann, scheint ihm niemand aufgefallen zu sein. Ich bin wie gebannt, als er sich schön zu einem Beat bewegt, den ich nicht hören kann.

Kapitel Drei

Gus

Gefühlt tanze ich schon seit Stunden. Die Musik ist der Hammer, und die Jungs um mich herum sind heiß, und das meine ich auf eine wirklich gute Art.

Mit den Armen in der Luft und geschlossenen Augen wiege ich mich im Takt und verliere mich in den tiefen Bässen, als sich ein Paar Hände sanft um meine Hüften legen. Meine Augen springen auf. Ich will gerade denjenigen zurückweisen, der mich unterbrochen hat, als ich den köstlichen Kerl aus dem Pub sehe. Seine Augen funkeln in den bunten Lichtern über der Tanzfläche. Er bewegt sich auf die gleiche Art wie ich, sanft, den Beat in sich aufnehmend. Ich tanze näher heran und lasse meinen Körper von der Musik lenken.

Sein Lächeln ist sinnlich und weich, als er sich an mich lehnt. „Ich bin froh, dass ich dich allein antreffe. Ich dachte, man hätte dich schon längst geschnappt.“

„Ich bin wählerisch, mit wem ich tanze“, antworte ich und lasse meinen Blick über ihn schweifen. „Und von wem ich mich anfassen lasse.“ Ich beiße mir auf die Unterlippe und freue mich, als er seinen Blick zu meinem Mund wendet. Diesen Teil des Flirtens liebe ich, das Tanzen umeinander herum, das Aussenden und Empfangen von Signalen in gleichem Maße. An diesem Kerl bin mehr als interessiert. Er hat alles, was ich an einem Mann mag. Abgesehen davon, dass er groß, dunkel und sexy ist, sieht er auch gut aus, ist selbstbewusst und sexy. Und er hat einen tollen Kleidungsstil und ein umwerfendes Lächeln und ist sexy. Habe ich sexy erwähnt? Ich glaube schon, aber ich kann mich in seiner Nähe nicht mehr konzentrieren. Ich bin vernünftig, versprochen.

„Dann schätze ich mich unglaublich glücklich, dass du mir erlaubst, beides mit dir zu tun.“ Er schreit über die Musik hinweg, aber ich höre den Humor in seiner Stimme.

„Ja, das bist du.“ Ich schmiege mich noch näher an ihn, so dass sich unsere Körper von der Brust bis zu den Leisten berühren. Scheiße, er scheint seine Jeans ganz schön auszufüllen. „Ich heiße Gus.“

„Ich bin Max“, sagt er in mein Ohr, und sein warmer Atem lässt mir einen Schauer über den ohnehin schon überhitzten Körper laufen. Wir tanzen weiter, machen uns nicht die Mühe zu reden und lassen uns von der Musik mitreißen. Als der Beat langsamer wird, gleiten seine Hände um meine Hüften und rutschen über meinen Hintern, wo sie fest zudrücken. Ich presse mich noch mehr an ihn und lasse meine Hände über seine Brust streichen, wo ich die festen Muskeln spüre, die mir schon aufgefallen sind, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, und über seine Schultern, um sie um seinen Hals zu legen. Er beugt seinen Kopf und streift mit seinen Lippen über meine. Ich nehme das gerne als Einladung für mehr und erwidere es. Als seine Zunge über meine Unterlippe gleitet, öffne ich mich, um ihn einzulassen. Sein Kuss ist intensiv, fordernd und verheißungsvoll, und ich verschmelze mit ihm. Seine Hände legen sich auf meinen Hintern. Ich drücke meine Hüften an seine, während sich unsere Zungen verflechten, und stöhne, als er sich zurückzieht und den Kuss beendet.

„Fuck“, sagt er, seine Augen sind dunkel und glühend. Ich lege meinen Daumen auf seine geschwollene Unterlippe. Er leckt darüber, bevor ich ihn zurückziehen kann.

„Vielleicht später, wenn du brav bist.“ Ich zwinkere und bewege mich wieder gegen ihn, verliere mich in seinen Augen, in seiner Berührung. Als ich meine Hände über seine Hüften und seinen Rücken wandern lasse, fühlt er sich vertraut an, als ob ich seinen Körper schon immer gekannt hätte. Ich will nicht aufhören, ihn zu berühren.

Nachdem wir noch ein paar Stücke getanzt haben, spricht er wieder. „Sollen wir etwas trinken gehen?“