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Man nehme einen Barkeeper Füge eine unwillkommene Verlobungsfeier hinzu Und eine Prise "heißer, sexy Fremder" Für einen süßen, spicy Neuanfang Sawyer kann nicht glauben, dass sein betrügerischer Ex die Bar 28 als Ort für seine Verlobungsparty gewählt hat, doch das Grinsen auf seinem selbstgefälligen Gesicht beweist, dass er es mit Absicht getan hat. Devon wollte nach einer langen Arbeitswoche in seiner Werkstatt einen Abend zu Hause verbringen und nicht zur Verlobungsfeier seines dummen, verwöhnten kleinen Bruders gehen. Doch als er den großen, heißen Barkeeper mit seinen langen, dunkelblonden, zurückgebundenen Haaren und den sexy Bartstoppeln sieht, ist er fasziniert. Und Devon, sogar noch größer als er mit dichtem, dunkelbraunem Haar und Vollbart, entspricht genau Sawyers Vorstellungen. Nachdem sie ihre Nummern getauscht haben, hat Sawyer ein Date mit einem Mann, der ihm geben kann, wonach er sich sehnt, dem er sich unterordnen kann, der ihn der Junge sein lässt, der er sein muss. Devon entdeckt in Sawyer alles, was er sich immer gewünscht hat – einen Jungen, den er sein Eigen nennen kann. Sawyer ist das zweite Buch der BAR 28 Serie und kann auch als eigenständiges Buch gelesen werden.
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Seitenzahl: 276
Veröffentlichungsjahr: 2024
JJ Harper
Band 2
Aus dem Englischen von Cleo Göttert
© dead soft verlag Mettingen 2023
http://www.deadsoft.de
© the author
Titel der Originalausgabe: Sawyer – Bar 28
Übersetzung: Cleo Göttert
Cover: Irene Repp
http://www.daylinart.webnode.com
Bildrechte: © halayalex – stock.adobe.com
1. Auflage
ISBN 978-3-96089-642-5
ISBN 978-3-96089-643-2 (ebook)
Man nehme einen Barkeeper
Füge eine unwillkommene Verlobungsfeier hinzu
Und eine Prise „heißer, sexy Fremder“
Für einen süßen, spicy Neuanfang
Sawyer kann nicht glauben, dass sein betrügerischer Ex die Bar 28 als Ort für seine Verlobungsparty gewählt hat, doch das Grinsen auf seinem selbstgefälligen Gesicht beweist, dass er es mit Absicht getan hat.
Devon wollte nach einer langen Arbeitswoche in seiner Werkstatt einen Abend zu Hause verbringen und nicht zur Verlobungsfeier seines dummen, verwöhnten kleinen Bruders gehen. Doch als er den großen, heißen Barkeeper mit seinen langen, dunkelblonden, zurückgebundenen Haaren und den sexy Bartstoppeln sieht, ist er fasziniert.
Und Devon, sogar noch größer als er mit dichtem dunkelbraunem Haar und Vollbart, entspricht genau Sawyers Vorstellungen.
Nachdem sie ihre Nummern getauscht haben, hat Sawyer ein Date mit einem Mann, der ihm geben kann, wonach er sich sehnt, dem er sich unterordnen kann, der ihn der Junge sein lässt, der er sein muss.
Ich glaube, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht und dass das, was auf den ersten Blick schlimm erscheint, in Wirklichkeit ein Segen sein kann.
Ich klopfe an die Tür. Seit ein paar Tagen habe ich Danny nicht mehr gesehen oder gehört. Nichts, keine Telefonanrufe, keine E-Mails, nicht einmal eine Textnachricht. Das ist seltsam, selbst für Danny. Er ist nicht gerade der fleißigste SMS-Schreiber, – ich schreibe ihm immer eine SMS, nicht umgekehrt –, aber vier Tage, in denen ich nichts von ihm gehört habe, sind eine lange Zeit. Und deshalb stehe ich hier um acht Uhr morgens vor seiner Tür.
Schritte kommen näher, und die Tür öffnet sich. Es ist nicht Danny, der aufmacht, sondern ein kleiner, schlanker Typ, ein Twink mit einem süßen, herzförmigen Gesicht und blondem, fast weißem Haar, das kurz geschnitten, aber mit Gel gestylt ist. Nur mit Boxershorts bekleidet. Um acht Uhr morgens. In der Wohnung meines Freundes.
»Hallo.« Die höfliche Begrüßung ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Er starrt mich mit einem verwirrten Gesichtsausdruck an. Ich starre zurück. Wer ist dieser Typ? Was macht er hier?
»Hallo.«
Schweigen.
»Ähm, ja, hi. Ist Danny da?« Ich schaue ihm über die Schulter.
»Ja, er ist da. Sind Sie ein Freund von ihm?« Ein Stirnrunzeln legt sich auf seine Stirn, und ich stehe immer noch auf der Türschwelle.
»Das kann man so sagen. »Ich bin Sawyer, sein Freund.«
»Wer ist das, Babe?«, ruft Danny aus.
Babe? Was soll der Scheiß? Ich stehe da wie ein Trottel, während das Herz in meiner Brust erstarrt. Soll das ein Scherz sein? Wir haben einen Wettstreit der Blicke, der Typ drinnen, der mich anschaut, als würde er eine Erscheinung sehen, und ich draußen, der ihn anglotzt, während eine Million Gedanken in meinem Kopf herumschwirren.
»Darf ich reinkommen?« Bevor ich einen Schritt nach vorne machen kann, kommt Danny aus dem Wohnzimmer und schlendert zur Tür. Als er mich sieht, stockt sein Schritt.
»Sawyer? Was machst du denn hier?« Sein Gesicht wird knallrot, und er kneift die Augen zusammen. »Jake, Babe, geh wieder rein. Lass mich mit Sawyer reden. Ich komme gleich wieder rein.«
»Danny, warum sagt er, dass er dein Freund ist? Du hast doch gesagt, du hättest schon vor Monaten mit ihm Schluss gemacht.« Jake – der Twink hat jetzt einen Namen – weint.
»Das habe ich, Babe, aber er hört nicht auf, mich zu belästigen.« Er verschränkt die Arme vor der Brust ohne eine Spur von Scham im Gesicht. »Du solltest gehen, Sawyer.«
Ich bin sprachlos und blicke zwischen den beiden hin und her. »Willst du mich verarschen? Zwei Jahre, Danny. Wir sind schon seit zwei verdammten Jahren zusammen.«
»Es tut mir leid, Sawyer, aber ich liebe Jake.«
Es tut ihm leid? Ja, klar. Danny klingt nicht im Geringsten entschuldigend. »Einfach so, ja? Du denkst, du kannst mich einfach beiseiteschieben, und ich muss es so herausfinden, weil du es nicht für nötig gehalten hast, auf meine SMS zu antworten. Du hattest nicht den Anstand, es mir ins Gesicht zu sagen.« Ich balle meine Fäuste. Oh, es wäre so einfach, ihm das Grinsen aus dem Gesicht zu schlagen, aber diese Genugtuung werde ich ihm nicht gönnen. Ich bin besser als das, besser als er.
»Weißt du was? Vergiss es. Fick dich, du Wichser. Und du, Jake, bist es jetzt? Du kannst ihn verdammt noch mal haben.« Bevor ich davonstapfe, sehe ich, wie Jake mir einen langen Blick zuwirft. Nicht aus Selbstgefälligkeit, sondern aus Scham. Aber nicht genug, um Danny abzuservieren.
Sawyer
Gerade als ich die Bar betrete, löst sich Gus von Max und zwinkert ihm zu. »Hey, hört auf damit, ihr zwei. Keiner will sehen, wie ekelhaft glücklich ihr seid.«
»Du bist nur eifersüchtig«, sagt Max, während er Gus für einen weiteren Kuss zu sich heranzieht.
»Natürlich bin ich eifersüchtig, du Knubbel. Du hast den schärfsten Kerl der Stadt.« Ich lächle Gus an. »Wenn du wieder zur Vernunft gekommen bist, komm zu mir, Babe.«
»Oh, das werde ich. Er hat Glück, dass er mich gesehen hat, bevor ich dich getroffen habe.« Gus grinst und kitzelt Max.
»Hey, ich bin ein guter Fang.« Er täuscht Empörung vor und schlägt Gus’ Hände weg.
»Natürlich bist du das, Schatz. Ich bin so glücklich.«
»Ich habe von Danny gehört. Vielleicht sollten wir ein Buch darüber schreiben, wie lange es dauern wird.« Max sieht mich entschuldigend an.
»Ja, vielleicht. Du kennst doch das Sprichwort ›Einmal ein Betrüger, immer ein Betrüger‹ und all diesen Mist.« Ich zucke mit den Schultern.
»Er ist ein Arschloch. Der Typ, der Ja gesagt hat, tut mir fast leid.« Gus schließt sich den Beileidsbekundungen über die Nachricht, dass mein Ex heiratet, an.
»Das ist wahr.« Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt bin ich über diesen hinterhältigen Wichser hinweg und kann endlich darüber lachen.
»Wir müssen einen neuen Mann für dich finden.« Gus sieht ein wenig zu zufrieden mit sich selbst aus.
»Äh, nein, das müssen wir nicht. Ich bin glücklich, so wie es jetzt ist.« Ich brauche keinen neuen Freund, vielleicht einen Aufreißer. Ein bisschen unschuldiges Ficken kann ein gebrochenes Herz und ein beschädigtes Ego sehr gut heilen.
»Spielverderber.« Er schmollt.
Ich trete hinter den Tresen, nehme die kurze schwarze Schürze und binde sie mir ordentlich um die Taille, nehme das Haargummi um mein Handgelenk und binde mein Haar zu einem Dutt zusammen. Es wird wahrscheinlich immer wieder herausrutschen, aber für den Moment reicht es.
»Erwarten wir heute Abend etwas Aufregendes?« Das frage ich jeden Freitag, und wie immer rollt Max mit den Augen und lacht.
»Ausnahmsweise kann ich ja sagen. Jonas hat heute Nachmittag einen Anruf für eine Privatparty bekommen. Sie haben viel Geld bezahlt, weil es so kurzfristig war, also haben wir den Garten geschlossen. Sie erwarten etwa fünfzehn bis zwanzig Leute, aber du weißt, was das normalerweise bedeutet, eher zwanzig plus.« Max zuckt mit den Schultern. »Sie werden gegen acht Uhr hier sein. Ich möchte, dass Gus, Leo und du dann die Drinks serviert. Beck wird mit Niall die Bar bedienen, und ich werde zwischen der Bar und dem Garten wechseln. Ich erwarte, dass es eine lange, laute Nacht werden wird. Denk einfach an das Trinkgeld.«
»Okay, wir werden sehen.«
Ich kontrolliere, ob alles nach meinen Vorstellungen eingerichtet ist, melde mich an der Kasse an und warte, bis die Kellner zurückkommen, nachdem sie die Kunden in ihrem Bereich begrüßt und ihnen ihre Bestellungen gegeben haben. In wenigen Minuten sind wir alle beschäftigt. Die Musik spielt, aber noch nicht zu laut. Es ist noch zu früh. Ich genieße es, mich um den stetigen Strom von Bestellungen zu kümmern, von Softdrinks über Bier bis hin zu exotischeren Cocktails, und ehe ich mich versehe, ist es acht Uhr. Dann lasse ich fast mein Glas unter dem Zapfhahn des Guinness fallen. Verflucht. Diese Stimme. Die wollte ich nie wieder hören. Danny.
Ich schaue auf. Gus wirft ihm einen Blick zu, der ihn in die Flucht schlagen sollte, aber das selbstgefällige Arschloch grinst nur und hat den Arm um die Schulter von Jake gelegt, dem Twink oder Verlobten, wie er jetzt wohl heißt. Warum sind sie hier? Und so angezogen? Ich wusste nicht, dass er einen dreiteiligen Anzug besitzt. Dann macht es klick. Er will seine Verlobungsparty hier feiern. Warum sollte er das tun, verdammt? Hasst er mich so sehr?
Gus kommt zu mir herüber. »Soll ich Max holen, damit er sie bittet, zu gehen?«
»Nein, das ist schon in Ordnung. Sie haben viel dafür bezahlt, dass die Party hier stattfindet. Ich will nicht der Grund dafür sein, dass Jonas und Max ihr Geschäft verlieren.« Ich schaffe das schon. Ich bin besser als er.
»Er ist so ein verdammtes Arschloch. Ich würde ihm am liebsten die Fresse polieren«, knurrt Gus, als Danny vor mich hintritt.
»Hey, Sawyer. Schön, dass du heute Abend arbeitest.« Danny grinst und seine Augen blitzen zu Gus. Er hat ihn nie gemocht. Gus ist für Dannys Geschmack zu extravagant. Er mag es, die bestaussehende Person im Raum zu sein, aber eher unauffällig. Heute Abend sieht er erbärmlich aus, als er versucht, mich eifersüchtig zu machen.
»Was darf ich euch bringen?« Ich mache mir nicht die Mühe, auf seine Sticheleien einzugehen.
»Was möchtest du trinken, Baby?« Er küsst den Mann, den er im Arm hat, den Mann, mit dem er mich betrogen hat.
»Warum machen wir die Party hier, Danny? Ich habe nicht gewusst, dass Sawyer hier arbeitet.« Jake sieht wütend und verlegen zugleich aus.
»Es ist die beste Bar, Babe. Warum sollten wir nicht hier feiern?« Dannys Augen bohren sich in die von Jake und fordern ihn auf, eine Szene zu machen.
»Weil Sawyer dein Ex ist. Er wird mir wahrscheinlich etwas in meinen Drink schütten.«
»Hey!«, schreien Gus und ich gleichzeitig.
Max stellt sich hinter Danny und klopft ihm mit der Hand fest auf die Schulter, sodass er zusammenzuckt. »Ich habe euch erklärt, dass die Kellner alle eure Getränke bringen. Ihr zwei könnt wieder nach draußen zu euren Freunden gehen, ohne die Jungs hier zu stören.« Er drückt Danny die Schulter, während er sie zur Tür zurückdreht.
»Ich kann nicht glauben, dass du das getan hast, Danny. Du ruinierst mir den Abend. Ich will an unserem besonderen Abend nicht an ihn erinnert werden.« Der Verlobte wimmert.
»Baby, du bist so viel besser als er, und er weiß das. Ich werde es später wieder gutmachen, versprochen«, sagt Danny, aber er sieht mich die ganze Zeit an.
»Das solltest du auch.« Jake schmollt, wirkt aber besänftigt.
Max manövriert sie zurück in den Garten, dann dreht er sich auf dem Absatz um und stürmt zurück zur Bar. »Sawyer, es tut mir so leid. Jonas hat den Anruf entgegengenommen, und man hat ihm die Namen Daniel und Jake genannt. Er wusste es nicht.«
»Ist schon gut, Max. Danke, dass du sie wieder nach draußen gebracht hast. Ich kann gut damit leben, ohne dieses Desaster zu sehen. Danny wird dem armen Kerl auf keinen Fall treu bleiben.« Ich schüttle den Kopf und mache mich an die Getränkebestellung.
»Solche Männer werden niemals treu sein.« Die sanften Worte kommen von einem Mann, der an der Bar zur Linken sitzt. »Entschuldigung, das war unhöflich von mir.« Er errötet.
Wow! Warum habe ich nicht besser aufgepasst, als er Platz genommen hat. Er ist umwerfend. »Aber ehrlich.« Ich halte ein Glas hoch. »Was darf ich dir bringen?«
»Es wäre schön, hier rauszukommen«, sagt er ohne einen Funken Humor.
»Wie bitte?«
»Ich schätze, ich muss mich noch einmal entschuldigen. Ich bin hier bei dieser Party, aber das ist der letzte Ort, an dem ich sein möchte.« Er zuckt mit den Schultern und tippt mit den Fingern auf den Tresen.
»Warum gehst du dann nicht nach Hause?« Dieser Typ interessiert mich. Er sieht groß aus, wenn man bedenkt, wie hoch sein Körper vom Hocker ragt, und hat einen vollen, satten braunen Bart und unglaublich blaue Augen mit wunderschönen Lachfalten. Dann lächelt er und wow! Es ist ein Lächeln, das den Verkehr zum Stillstand bringen kann.
»Weil der Idiot, mit dem er verlobt ist, mein Bruder, also Halbbruder ist. Bei seiner Mutter bin ich ohnehin die meiste Zeit eine Persona non grata. Die Party des Goldjungen zu verlassen, käme nicht gut an.«
»Sich hier zu verstecken ist also fast so gut, wie zu gehen?« Ich lehne meine Hüfte gegen das polierte Holz der Theke.
»Ich gehe in einer halben Stunde oder so raus, mache meine Runde und komme dann wieder rein, wenn das für dich okay ist?
»Ich denke, das geht.« Ich zwinkere. Er ist eine gute Gesellschaft. »Was möchtest du trinken?«
»Ein Peroni wäre super.« Er zwinkert und schenkt mir ein Grinsen, und mein Magen macht einen seltsamen Sprung.
»Kommt sofort.« Ich gehe zu den Kühlschränken, die sich unter der hinteren Bar befinden. Leo stößt mich an, als ich mich bücke und die Tür öffne.
»Dieser umwerfende Kerl starrt dir so auf den Hintern. Du Glückspilz«, flüstert er, schnappt sich eine Bud-Flasche und geht lachend davon.
Ich weiß nicht, was ich von Leos Kommentar halten soll. Ja, der Typ ist verdammt heiß, aber er ist auch mit dem Drecksack verwandt, der meinen Freund gerne gevögelt hat. Er sieht viel älter aus als sein Bruder; er sieht älter aus als ich, und ich bin siebenundzwanzig. Aber wen kümmert das schon? Er ist wirklich ein köstliches Exemplar von einem Mann. Ich öffne den Deckel der Flasche und stelle sein Bier vor ihn. Er lächelt mich an und verdammt, wenn ich da nicht in Ohnmacht falle.
»Möchtest du ein Glas?«
»Nein, danke. Wie viel?« Als er die Flasche ergreift, berührt seine Fingerspitze die meine. Wow, ein heißes Kribbeln breitet sich in meiner Hand und auf meinem Arm aus.
»Nichts, ich schreibe es auf die Rechnung der Party.« Ich gebe es in die Kasse ein. Dann gibt mir Caitlin, eine der Kellnerinnen, eine Bestellung für sechs verschiedene Cocktails auf. Ich bereite sie zu und stelle sie auf ein Tablett. Sie bedankt sich mit einem traurigen Lächeln und eilt dann wieder nach draußen. Verdammt, heute Abend haben alle Mitleid mit mir.
Als ich mich umdrehe, ist der Platz des sexy Typen leer. Wo ist er hin? Ich schaue durch die offenen Flügeltüren in den Garten. Er steht neben einer elegant gekleideten Frau mit einem Gesicht wie ein durchtrainierter Hintern und einem verkniffenen Mund, als wäre ihr nichts gut genug. Ein Mann nähert sich ihnen, einige Jahre älter als sie. Er sieht Sexy-Man zu ähnlich, um nicht sein Vater zu sein. Ist er ihr Ehemann? Wahrscheinlich, wenn man bedenkt, wie sie ihre Wange dreht, als erwarte sie einen Kuss, den er ihr auch prompt gibt. Als ob sie spüren würden, dass ich sie ansehe, drehen sie sich alle zu mir um. Ich wende mich ab, aber nicht, bevor Sexy-Man mir zuzwinkert. Ich muss seinen Namen herausfinden, ich kann ihn nicht länger als Sexy-Man bezeichnen.
Die Nacht wird immer geschäftiger. Der warme Sommerabend hat die Leute aus ihren Häusern in die Stadt und in unsere Bar gelockt. Wir sind groß genug, um nicht nur die Verlobungsfeier des Arschlochs zu bewirten, sondern auch Platz für unsere Stammgäste zu haben. Ich sehe ihn den ganzen Abend nicht wieder.
»Wann macht ihr hier zu?« Er erschreckt mich. Seine Stimme ist tief und sanft wie heiße, geschmolzene Schokolade, die Art von Stimme, der ich am liebsten die ganze Nacht zuhören würde.
»Nicht vor zwei Uhr«, antworte ich kläglich.
»Und bist du bis dahin hier?«
»Ja. Na ja, viel später als zwei. Bis wir aufgeräumt und die Kassen abgerechnet haben, werde ich wohl kaum vor drei Uhr zu Hause sein.«
»Darf ich nach deiner Nummer fragen? Ich würde dich gerne wiedersehen, Sawyer.«
Gott, die Art, wie er meinen Namen sagt, ist wie schmutziger Sex. Hitze steigt mir in die Wangen. Aber woher kennt er meinen Namen? »Ja …« Ich räuspere mich. »Ja, das möchte ich auch.« Er holt sein Handy aus der Gesäßtasche, klappt es auf und reicht es mir. Ich rufe die Kontakte auf, füge meinen Namen und meine Nummer hinzu und gebe es ihm zurück.
Er tippt etwas ein und steckt es wieder weg. Mein Handy vibriert in meiner Tasche. »Ich kann es hier nicht öffnen. Das ist nicht erlaubt.«
»Das ist okay. Wir sehen uns bald wieder, Sawyer.«
»Ähm, du hast mir deinen Namen nicht gesagt.«
»Ich heiße Devon.« Er schenkt mir noch ein heißes Lächeln, dann verlässt er die Bar.
»Du hast seine Nummer, du Glückspilz.« Gus stupst mich mit seiner Schulter an. »Er hat dich die ganze Nacht beobachtet.«
»Das bezweifle ich, aber ja, ich habe seine Nummer.« Es juckt mich, zu sehen, was er mir getextet hat, aber ich tue es nicht. Ich will nicht, dass mir jemand über die Schulter schaut.
Die Nacht geht schließlich zu Ende, und der Garten und die Bar leeren sich. Danny stützt seinen sehr betrunken aussehenden Verlobten und wirft mir einen süffisanten Blick zu. Ich bin mir allerdings nicht sicher, warum. Sein Mann wird die ganze Nacht lang kotzen müssen. Als Nächstes sind die Eltern dran, oder besser gesagt sein Vater und seine Frau. Sie sieht immer noch so aus, als würde sie etwas Ekliges riechen, aber ihr Mann kommt auf mich zu.
»Sawyer, nicht wahr?« Seine Stimme hat das gleiche tiefe Timbre wie die seines Sohnes.
»Ja, Sir.«
»Sie haben sich heute Abend sehr liebenswürdig verhalten. Ich war mir der Verbindung zwischen Ihnen und Danny nicht bewusst. Es tut mir leid, wenn wir Sie verärgert haben. Hätte ich das gewusst, hätte ich einen anderen Ort gewählt.« Er kramt ein paar gefaltete Scheine aus seiner Vordertasche hervor. »Das ist für Sie als Dankeschön. Sie haben heute Abend hart gearbeitet.«
Es sind alles Zwanziger. »Vielen Dank. Ich werde es mit den anderen teilen.«
»Das ist nicht nötig. Ich habe die Rechnung bereits beglichen und ein Trinkgeld hinzugefügt. Nimm das, mein Sohn.« Er nickt mir zu und geht hinter seiner Frau hinaus.
Ich schaue auf die Geldscheine und weiß nicht, was ich tun soll. Als ob er meine missliche Lage spüre, kommt Max auf mich zu. »Das hast du gut gemacht, Sawyer. Steck dir das Geld in die Tasche. Er hat uns gesagt, was er will, und du hast es verdient. Und sag mir bitte, dass du die Telefonnummer von diesem Kerl hast.«
Ich kann nur nicken, bevor Max mich umarmt. »Lass mich los, du Flegel. Geh und knutsche deinen Freund. Er scheint es zu mögen.«
Devon
Ich wische mir gerade das letzte Fett von den Händen, als mein Telefon klingelt. Es war ein unglaublich langer und heißer Tag, und das Letzte, was ich brauche, ist ein Notruf. Ich will eine kalte Dusche, ein Bier und eine gute Nachtruhe, sonst nichts.
»Devon, wie geht es dir?«, fragt mein Vater in seiner gewohnt freundlichen Art.
»Mir geht es gut, ich bin für heute fertig und bereit, die Füße hochzulegen.«
»Dann bin ich der Überbringer schlechter Nachrichten, fürchte ich. Jake hat sich verlobt, und seine Mutter hat eine Party für ihn gefordert. Heute Abend in der Bar 28 um acht Uhr, und versuch bitte, nicht zu spät zu kommen, sonst werden wir nie das Ende der Geschichte erfahren.« Er gluckst. Er liebt seine Frau, meine Stiefmutter, aber zum Glück ist er sich auch ihrer Schwächen bewusst, vor allem, wenn es um mich geht.
»Oh, verdammt noch mal, Jake ist ein Narr, wenn er glaubt, dass das eine gute Sache für ihn ist. Danny nutzt ihn aus. Das wissen wir beide, Dad.« Ich seufze. Ich habe morgen einen anstrengenden Tag vor mir und bin stinksauer, dass mein Abend ruiniert ist. Aber aus dieser Geschichte komme ich nicht so schnell wieder heraus. »Okay, Dad, wir sehen uns dort.«
»Ich weiß dein Verständnis zu schätzen, Devon.«
Ich liebe meinen Vater. Er ist immer für mich da gewesen. Als meine Mutter beschlossen hat, dass Ehefrau und Mutter zu sein nicht das war, was sie wollte, und uns verlassen hat, war er an meiner Seite. Er wischte mir die Tränen ab, als ich ein kleiner Junge war, der nicht verstanden hat, wohin Mami gegangen ist. Er ist bei jeder Schulveranstaltung aufgetaucht und war unglaublich, als ich mich mit siebzehn als schwul geoutet habe. Seine Umarmung und bedingungslose Liebe haben alles für mich bedeutet. Er hat mir das Motorradfahren beigebracht und mir geholfen, meine Werkstatt einzurichten, als ich einen Bürgen für meinen Geschäftskredit gebraucht habe.
Als mein Vater Mal geheiratet hat, war meine Stiefmutter sehr nett zu mir, aber als Jake geboren wurde, hat sie angefangen, mich zu ignorieren und ihre ganze Zeit und Liebe ihrem Sohn zu widmen. Wir waren nie Freunde. Der Abstand von zehn Jahren war zu groß, um eine Beziehung aufzubauen. Jetzt ist er ein verwöhnter Zweiundzwanzigjähriger, der immer noch seinen eigenen Kopf durchsetzt.
Ich habe schon von der Bar 28 gehört, von den sexy schwulen Barkeepern und dem tollen Club im Erdgeschoss, aber ich bin eher der Typ, der sein Bier in einer Kneipe in seiner Nähe trinkt, als ein trendiger Cocktailbar-Trinker. Etwa zehn Minuten zu früh betrete ich die Bar und schaue mich um. Meine Eltern befinden sich im hinteren Teil des Lokals in einem Bereich, der wie ein sehr protziger Außenbereich aussieht.
»Hi, Dad, hi, Valerie.« Ich umarme meinen Vater und küsse pflichtbewusst die Wange meiner Stiefmutter. »Wo ist das glückliche Paar?«
»Sie sind auf dem Weg. Jake hat mir versichert, dass sie sich nicht verspäten werden.« Valerie schnieft, als sie meine Kleidung betrachtet.
Ich habe saubere, aber verblichene schwarze Jeans und ein schwarzes Button-Down-Hemd angezogen. Schicker geht’s nicht. »Dann hole ich mir ein Bier, während wir warten.«
Das Barpersonal ist sehr beschäftigt. Es ist definitiv eine beliebte Bar. Ich setze mich in die Ecke der Bar neben den heißesten Mann, den ich seit viel zu langer Zeit gesehen habe. Er mixt gerade einen Drink für zwei kichernde Mädchen, die beim Flirten Haarsträhnen um ihre Finger wickeln. Er ist höflich, aber offensichtlich nicht interessiert. Spielt dieser große, blonde und robuste Mann für mein Team? Gott, ich hoffe es.
Dann kommen mein Bruder und sein furchtbarer Freund herein. Alle Mitarbeiter sind wie erstarrt, und die Atmosphäre wird eiskalt. Während ich zuhöre, erfahre ich noch mehr über Danny, Jakes Verlobten. Er hat sich für die Party den Ort ausgesucht, an dem seine Ex arbeitet. Die Tatsache, dass sein Ex der Typ ist, den ich zufällig unglaublich attraktiv finde, macht mich noch wütender.
Danny scheint es zu genießen, den Mann – Sawyer, wie ich jetzt weiß – in Verlegenheit zu bringen und meinen Bruder zu verärgern. Daran wird sich auch nichts ändern. Danny ist ein Ausnutzer und will nur an Jakes Geldbeutel herankommen. Die Situation wird bald von einem Mann geklärt, der sie in den Garten führt. Dann mache ich den Mund auf und sage meine Meinung dazu.
Es gelingt mir, mich ein paar Minuten mit Sawyer zu unterhalten und einen guten Blick auf seinen hohen, runden und verdammt festen Hintern zu werfen, als er sich bückt, um mir eine Flasche Bier zu holen. Dann verlasse ich die Bar und gehe zurück in den Garten.
»Hey, Dad, ich muss kurz mit dir reden.« Irgendetwas muss sich in meinem Gesicht abzeichnen, denn er runzelt die Stirn.
»Was ist los?«
»Wusstest du, dass einer der Barkeeper hier Dannys Ex-Freund ist? Der, mit dem er zusammen war, als er Jake kennengelernt hat.«
Er legt die Stirn in Falten, und Wut huscht über sein Gesicht. »Nein. Nein, das habe ich nicht gewusst. Ist das ein Spiel für ihn?«
»Ich glaube, er wollte ihn auf jeden Fall in Verlegenheit bringen.« Wir drehen uns beide um und schauen durch die Balkontür in die Bar. Sawyer beobachtet uns.
»Ist er das?«
»Ja, sein Name ist Sawyer.« Ich zwinkere Sawyer zu, und er schaut schnell weg.
»Okay, Dev, danke, dass du mir Bescheid gesagt hast.« Mein Vater gluckst. »Er ist ein Hingucker und groß genug für dich.«
»Ich weiß.« Als Teenager habe ich mich für meine Größe geschämt. Mit sechzehn war ich 1,80 m groß und es war mir peinlich. Aber als ich mit neunzehn fülliger und muskulöser geworden bin, hat sich bald niemand mehr über mich lustig gemacht, und man hat mich in Ruhe gelassen.
Der Abend zieht sich hin, vor allem, weil der Laden so voll ist, dass ich keine Zeit habe, mich mit Sawyer zu unterhalten, aber ich habe ihn beobachtet, und er hat mich in seinen Bann gezogen. Er ist bei beiden Geschlechtern beliebt, bringt sie zum Lächeln und Lachen. Ist er bi oder einfach nur sehr gut in seinem Job? Die Uhr auf der anderen Seite der Bar zeigt elf an, spät genug für mich, um zu gehen, aber ich werde nicht gehen, ohne seine Telefonnummer zu bekommen.
»Wann macht ihr hier zu?«, frage ich ihn, während er die Theke abwischt.
»Nicht vor zwei Uhr.« Mit Bedauern in seinen Augen seufzt er.
»Und bist du bis dahin hier?« So lange kann ich nicht warten. Ich muss morgen früh raus. Die Werkstatt öffnet um acht, aber ich bin immer eine Stunde früher da, um mich auf den Tag vorzubereiten.
»Ja. Na ja, viel später als zwei. Bis wir aufgeräumt und die Kassen abgerechnet haben, werde ich wohl kaum vor drei Uhr zu Hause sein.«
»Darf ich nach deiner Nummer fragen? Ich würde dich gerne wiedersehen, Sawyer.« Ich ziehe mein Handy aus der Tasche, lächle, als er zustimmt, und reiche es ihm.
»Ja, das möchte ich auch.« Er errötet, und seine Augen sinken nach unten. Ist es Schüchternheit … oder Unterwerfung?
Als er mir das Telefon zurückgibt, tippe ich eine kurze Nachricht und schicke sie ihm, wobei ich ihm meine Nummer gebe. Sein Telefon bleibt still, also muss es auf lautlos gestellt sein, obwohl es vibrieren muss, denn er lächelt.
»Ich kann es hier nicht aufmachen. Das ist nicht erlaubt.«
»Das ist okay. Wir sehen uns bald wieder, Sawyer.« Ich trete von der Bar weg.
»Ähm, du hast mir deinen Namen nicht gesagt.«
»Ich heiße Devon.«
Ich gehe nach Hause, ziehe mich aus und gehe ins Bett. Aber ich kann nicht schlafen, bin unruhig, kribbelig, warte darauf, dass er sich meldet. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, während ich im Bett liege. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so an einem Mann interessiert war. Er ist schön, aber Aussehen ist nicht alles. Und er scheint freundlich zu sein, aber das könnte auch an seinem professionellen Verhalten liegen. Wer der Mann ist, bedeutet mir so viel mehr. Er scheint wirklich alles zu haben. Wenn man bedenkt, was Danny, der Wichser, ihm angetan hat, dann war Sawyer heute Abend der bessere Mann.
Dann klingelt mein Telefon. Fünf Minuten später habe ich eine Verabredung mit ihm am Sonntagabend. Ich schließe meine Augen und schlafe.
Sawyer
Als ich aus der Dusche steige und in mein sehr großes und sehr bequemes Bett falle, brennen meine Augen bereits vor Müdigkeit. Ich bin bereit für mindestens acht Stunden Schlaf und muss mein Handy ausschalten … Oh, mein Handy, die Nachricht von Sexy-Man. Devon, sein Name ist Devon.
Ich nehme es in die Hand, drücke mit dem Daumen auf die Taste und entsperre den Bildschirm. Mein Finger wandert über die Registerkarte »Text«. Ich halte den Atem an, bin nervös, weil ich wissen will, was er geschickt hat, und ich bin mir nicht einmal sicher, warum.
Devon: Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen. Ich bin nicht so dumm, dich gehen zu lassen.
Ich lese und lese wieder und wieder seinen Text. Die Art und Weise, wie er sagt, er würde mich nicht gehen lassen, lässt mein Herz schneller schlagen. Es klingt besitzergreifend, und das weckt mein Interesse. Mit meinen eins achtzig Körpergröße hat man immer von mir erwartet, dass ich das Sagen habe, aber insgeheim sehne ich mich danach, mich zu unterwerfen und zu tun, was man mir sagt. Ich schüttle den Kopf und verscheuche die Gedanken, ich lese viel zu viel in einem einfachen Text.
Devon: Du weißt, wie man einen Mann warten lässt.
Ein Lachen entschlüpft mir, während ich versuche zu überlegen, was ich sagen soll.
Ich: Ich bin gerade erst ins Bett gekommen. Es war eine lange Nacht.
Devon: Jetzt bereue ich es, dich verlassen zu haben.
Ich: Haha, ich glaube nicht, dass du heute Abend so weit gekommen wärst.
Devon: Ein Mann darf träumen. Wann kann ich dich sehen?
Ich: Ich habe Sonntag frei. Passt dir das?
Er antwortet nicht sofort. Hm. War ich zu eifrig? Ist Sonntag zu früh? Als ich das Telefon wieder auf den Beistelltisch legen will, klingelt es erneut.
Devon: Entschuldigung, ich musste einen Plan ändern. Ja, Sonntag ist gut. Schlaf etwas. Wir können morgen reden, eigentlich heute… später :-).
Ich: Nicht vor 12 Uhr, bitte.
Devon: Geht klar. Schlaf gut, Sawyer.
Ich: Gute Nacht, Devon.
Ich stelle mein Handy auf lautlos und schlafe mit einem breiten Lächeln im Gesicht ein.
Langsam wache ich auf. Die Sonne hat einen Spalt in meinen Vorhängen gefunden und scheint direkt auf mich. Nach ihrer Position zu urteilen, ist es früher, als mir lieb ist. Ich weigere mich, die Augen zu öffnen, und greife nach meinem Handy, wobei meine Hand über den Tisch streift, bis ich es ertaste. Ich stecke es unter die Decke, schließe mein linkes Auge und schaue auf die Uhr. Oh, verdammt noch mal. 9:37! Das ist viel zu früh. Dann entdecke ich eine Textnachricht. Devon! Der Gedanke an ihn bringt mich zum Glühen. Ich kichere über mich selbst, bin ich doch der am wenigsten glühende, dümmlich grinsende, alberne Typ überhaupt. Dieser Job gehört zu Gus; er beherrscht diesen Scheiß. Und doch bin ich nur ein Grinsen davon entfernt, das verdammte Telefon an meine Brust zu pressen.
Devon: Ich hoffe, du hast lange und gut geschlafen. Darf ich heute bei deiner Arbeit vorbeischauen?
Soll ich jetzt antworten oder noch ein paar Stunden schlafen? Ich werde nicht schlafen, wenn ich mir Sorgen mache und über ihn nachdenke, über all das. Aber was ist, wenn er nicht auf meine SMS antwortet? Scheiß drauf. Ich werde ihm antworten.
Ich: Ich würde dich auch lieben.
Ich kann nicht über Liebe schreiben. Das ist viel zu viel. Ich tippe die Rücktaste, um es zu löschen.
Ich: Super, ich arbeite heute von 3 bis 10 und jetzt schlafe ich noch ein bisschen.
Devon: Ich sehe dich später. Schlaf gut. Noch mal.
Ich döse ein und schrecke dann auf. Er hat mir sofort zurückgeschrieben. Hat er auf meine Antwort gewartet? Der Gedanke daran gefällt mir.
Um zehn vor drei betrete ich die Bar. Sie ist voll, aber die Atmosphäre ist entspannt – das totale Gegenteil der Abendstimmung. Genau das, was ich heute brauche, und ich werde hier weg sein, bevor es zu hektisch wird. Um wie viel Uhr wird Devon hier sein? Werde ich meine ganze Schicht warten müssen, um ihn zu sehen? Verdammt, ich war so entspannt. Jetzt bin ich wieder ganz hibbelig und fühle mich wie ein Teenager, der darauf wartet, dass sein Schwarm ihn anlächelt.
»Warum lächelst du so?«, fragt Beck. Leo wirft den Kopf herum, seine Augen werden schmal, als er mich begutachtet.
»Hattest du Sex mit Mr. Heiß-und-Scharf?« Er grinst mich dreckig an und wackelt mit den Augenbrauen.
»Was? Nein. Er hat mir vielleicht gestern Abend und heute Morgen eine SMS geschickt und meldet sich später.« Ich starre Beck an. »Ich lächle immer, du Arsch.«
»Das stimmt, aber nicht das verträumte Lächeln, das du jetzt hast. Wenn du einen Freund bekommst, werde ich stinksauer sein. Ich könnte genauso gut ein Mönch werden, so viel Action bekomme ich in letzter Zeit.« Er runzelt die Stirn.
»Die Leute fragen dich immer, ob du mit ihnen ausgehen willst«, fügt Leo hinzu. »Warum sagst du nie ja?«
»Weil sie normalerweise betrunken sind, wenn sie fragen.« Er rollt mit den Augen, als ob das offensichtlich sei.
»Das ist nicht wahr. Vielleicht solltest du zu mal einem von ihnen zusagen. Bei dem nächsten gut aussehenden Mann, der dich fragt, solltest du ja sagen. Nutze die Chance, Beck.«
Er sieht mich stirnrunzelnd an. »Ich werde darüber nachdenken.«
»Gut.« Dann gehe ich durch die Tür, die nur dem Personal vorbehalten ist, und hinunter in den Pausenraum.
»Guten Tag, Sawyer.« Der Ruf aus dem Büro lässt mich innehalten, und ich gehe ein paar Schritte zurück.
»Hi, Max, kein Gus heute Nachmittag?« Sie sind unzertrennlich.
»Nein, er trifft sich mit seinen Freunden von der Uni. Hat was mit einem letzten Besäufnis zu tun.« Max grinst. Gus studiert für seinen Master, aber seine Freunde suchen nach Arbeit und ziehen höchstwahrscheinlich weg.
»Gut für ihn. Ich wette, er wird heute Abend unten sein.«
»Darauf verlasse ich mich.« Max arbeitet heute Abend im Club im Keller und Gus landet normalerweise bei ihm.
