Gut - besser - zukunftsfähig -  - E-Book

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Beschreibung

Der erste Band der Reihe "edition akademie. Neue Folge" enthält Beiträge zur aktuellen Nachhaltigkeits-Debatte, die angesichts der Frage, ob der Wachstumsimperativ überhaupt noch ökonomisch, sozial und gesellschaftlich gedacht werden kann, ihr Profil erheblich verändert hat. Damit steht die Frage der Suffizienzpolitik im Zentrum der Kontroversen und Diskurse. Ob wir zukunftsfähig leben, entscheidet sich zum Beispiel daran, wie wir uns ernähren, wie wir reisen und wie wir wohnen. Wie es aber zu einer politisch flankierten Veränderung unserer Lebens- und Wirtschaftsweise kommen könnte - dies stellt immer noch eine immense Herausforderung dar. Was muss von der Politik, was von der Zivilgesellschaft geleistet werden, um eine Entwicklung hin zur Nachhaltigkeit voranzubringen?

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Seitenzahl: 217

Veröffentlichungsjahr: 2014

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edition akademie. Neue Folge

 

Herausgegeben von

Jörg Hübner und Günter Renz,

Evangelische Akademie Bad Boll

 

Band 1

Jörg Hübner Günter Renz (Hrsg.)

Gut – besser – zukunftsfähig

Nachhaltigkeit und Transformation als gesellschaftliche Herausforderung

Mit Beiträgen von Isabel Boergen, Wilfried Bommert, Karl-Werner Brand, Franz-Theo Gottwald, Jörg Hübner, Hermann Knoflacher, Detlef Kurth, Torsten Meireis, Uwe Schneidewind, Harald Welzer, Angelika Zahrnt

Verlag W. Kohlhammer

 

 

 

1. Auflage 2015

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Satz: Andrea Siebert, Neuendettelsau

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-026245-4

E-Book-Formate:

pdf:       ISBN 978-3-17-026246-1

epub:    ISBN 978-3-17-026247-8

mobi:    ISBN 978-3-17-026248-5

Für den Inhalt abgedruckter oder verlinkter Websites ist ausschließlich der jeweilige Betreiber verantwortlich. Die W. Kohlhammer GmbH hat keinen Einfluss auf die verknüpften Seiten und übernimmt hierfür keinerlei Haftung.

Inhalt

Einleitung

Angelika Zahrnt

Zukunftsfähiges Deutschland: zwei Studien – ein ungewöhnliches Wagnis

Karl-Werner Brand

„Zukunftsfähiges Deutschland“ im Kontext: Diskurse – Praktiken – Strukturen

Jörg Hübner

„Nachhaltige Entwicklung“ war gestern, „Transformation“ ist heute!

Harald Welzer

Über Wachstum und Hyperkonsum

Angelika Zahrnt / Uwe Schneidewind

Warum gutes Leben ein politisches Thema ist – und wie Suffizienzpolitik aussehen kann

Hermann Knoflacher

Nachhaltige Mobilität der Zukunft

Detlef Kurth

Nachhaltige Stadtentwicklung – die europäische Stadt als Basis für ein generationsgerechtes Entwicklungsmodell

Franz-Theo Gottwald / Isabel Boergen

Wandel zur Nachhaltigkeit: Hotspot Ernährung

Wilfried Bommert

Bodenrausch, die globale Jagd nach den Äckern der Welt

Torsten Meireis

Protestantisches Ethos als „Killer-App“? Die umstrittenen moralischen Ressourcen des Protestantismus und die Nachhaltigkeitsfrage

Autorenhinweise

Einleitung

 

Der Klimawandel, das Artensterben, Ressourcenverknappung, Flüchtlingsströme, labile Finanzmärkte und Schuldenkrisen führen dem Menschen der Gegenwart vor Augen, dass die „Wachstumsparty“ sich ihrem Ende zuneigt. Das dominierende Wohlstandsmodell basierte auf der Annahme, dem Wachstum seien keine Grenzen gesetzt. In der Gegenwart bricht diese Logik mehr und mehr zusammen. Die Weltgemeinschaft sieht sich mit der Aufgabe konfrontiert zu klären, welche Staaten, Unternehmen, Einzelpersonen wie viel an Ressourcen künftig verbrauchen bzw. wie sehr sie Senken belasten dürfen. Noch gibt es allenfalls erste Versuche, sich über die dazu nötigen Aushandlungsprozesse zu verständigen. Doch der Handlungsdruck wächst – auch weil Wachstum immer weniger dazu dienen kann, Gerechtigkeitslücken zu kaschieren.

Die Evangelische Akademie Bad Boll weiß sich seit ihrer Gründung dem Diskurs über gesellschaftspolitische und globale Zukunftsfragen verpflichtet. Mit einer Tagung, die den Titel trug „Gut – besser – zukunftsfähig. Wie geht’s?“ eröffnete sie im Januar 2014 eine Tagungsreihe zu Aspekten der Nachhaltigkeit. Auf dieser ersten Tagung standen die beiden Studien „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ in ihren beiden Auflagen von 1996 und 2008 im Mittelpunkt der Diskussion. Die Studien wurden vom BUND, dem Wuppertal-Institut und Brot für die Welt bzw. Misereor herausgegeben. Sie machten zum ersten Mal das Leitbild Suffizienz zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen.

Im Spiegel der Studien „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ (im Text abgekürzt mit ZD I und ZD II) wurde auch erneut deutlich, vor welchen Transformationen die Wirtschaftsgesellschaft der Gegenwart steht und welche Herausforderungen sich daraus ergeben.

Wir hoffen, dass wir mit diesem ersten Band der neuen Reihe „akademie edition“ zur Belebung der Diskussion beitragen.

Die ersten beiden Beiträge handeln vom geschichtlichen Kontext der beiden Studien: Angelika Zahrnt berichtet von der unmittelbaren Entstehungsgeschichte, Karl-Werner Brand verortet sie im Zusammenhang der Umweltbewegungen und -diskurse des 20. Jahrhunderts.

Drei Grundsatzbeiträge erörtern Perspektiven eines Transformationsprozesses: Jörg Hübner beschreibt die Verlagerung des Diskurses auf den Begriff der Transformation, erörtert die Frage nach den Trägern des Prozesses und geht auf die drei Strategien zur Nachhaltigkeit: Effizienz, Konsistenz und Suffizienz ein; Harald Welzer analysiert die Diskrepanz zwischen Erkenntnis und entsprechendem Handeln; Angelika Zahrnt und Uwe Schneidewind plädieren für eine Suffizienzpolitik, die das „gute Leben“ zum Thema macht.

Hotspots des Wandels zur Nachhaltigkeit thematisieren Hermann Knoflacher (Mobilität), Detlef Kurth (Stadtentwicklung), Franz-Theo Gottwald und Isabel Boergen (Ernährung) und Wilfried Bommert (Bodennutzung).

Der abschließende Beitrag von Thorsten Meireis thematisiert den protestantischen Beitrag zum Nachhaltigkeitsdiskurs.

Annelie Kühnel danken wir die Lektorierung der Beiträge, Karin Nitsch für die Erstellung des Manuskripts und den Autorinnen und Autoren für die Bereitstellung ihrer Manuskripte.

 

Jörg Hübner und Günter Renz

Angelika Zahrnt

Zukunftsfähiges Deutschland: zwei Studien – ein ungewöhnliches Wagnis

„Die Zukunft war früher auch besser“, meinte Karl Valentin – und viele teilen seine eigenwillige Aussage. Aber wie ist die Zukunft von morgen und übermorgen – und nicht die Zukunft von gestern? Wie wird die Zukunft aussehen, wenn alles so weiterläuft wie bisher? Oder wie könnte eine Zukunft aussehen, die langfristig und weltweit die natürlichen Lebensgrundlagen erhält und allen Menschen eine gerechte Teilhabe ermöglicht? Welche politischen Ziele braucht es hierfür und welche Veränderungen? Und vor allem: Wie geht es, wie lässt sich das umsetzen?

Ein Transformationsprozess zur Nachhaltigkeit braucht eine breite gesellschaftliche Diskussion und letztlich Zustimmung. Eine Diskussion braucht eine Diskussionsgrundlage – das sollten beide Studien sein. Sie sollten Anstoß für die gesellschaftliche Debatte für ein „Zukunftsfähiges Deutschland“ sein und zu einem Kurswechsel beitragen.

Ich möchte im Folgenden überlegen, ob „Wer wagt, gewinnt“ auch für die Studien gelten kann. Dazu möchte ich jeweils die Entstehungsgeschichte beider Studien schildern, das Wagnis für die beteiligten Partner skizzieren, einige Hinweise zur Wirkung der Studien geben und einschätzen, ob sich das Wagnis für die Beteiligten gelohnt hat.

Entstehungsgeschichte „Zukunftsfähiges Deutschland I“

Wie nicht anders zu erwarten, war die UN-Konferenz in Rio im Juni 1992 zu Umwelt und Entwicklung der Ausgangspunkt. Die Bekenntnisse der Politiker zur Nachhaltigkeit waren vollmundig und unverbindlich, Ansätze zu konkretem Handeln fehlten und der Schwung von Rio verflüchtigte sich schnell im Alltäglichen. Bald darauf – im Juli 1992 – fand in München der Weltwirtschaftsgipfel (damals noch G7) und der von der Zivilgesellschaft organisierte „Gegengipfel“, an dem sich auch der BUND beteiligte, statt. Der BUND war 1989 Mitglied des internationalen Netzwerkes von geworden. In München erzählte mir Manus van Brakel von unserer holländischen Partnerorganisation von der Studie , die das Ziel hatte, die Herausforderung der Nachhaltigkeit für die Niederlande konkret werden zu lassen und damit eine gesellschaftliche Debatte auszulösen. Die Studie baute auf dem Konzept von Prof. Hans Opschoor mit dem Konzept des Umweltraums auf: Der Umweltraum wird durch die ökologischen Grenzen bestimmt, eine nachhaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung muss innerhalb dieses Umweltraums erfolgen. Ein zweites zentrales Element der Studie war der Anspruch auf Gleichverteilung globaler Ressourcen auf alle Menschen der Erde. Auf der Basis dieser beiden Punkte wurden die langfristig nötigen Reduktionsziele bis 2050 für die Niederlande abgeleitet – und ganz konkret für jeden einzelnen Niederländer und seinen individuellen Anspruch. Die Aussage, dass im CO -Budget eines Niederländers nur ein Flug alle 20 Jahre nach Brasilien drin sei, führte zu heftigen Diskussionen. Solche Diskussionen fanden in der Bundesrepublik nicht statt, da bis dahin die Forderungen der Nachhaltigkeit sehr abstrakt und folglich harmlos blieben, sowohl für Politiker wie für den oder die Einzelnen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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