Guten Abend! Gut' Nacht! -  - E-Book

Guten Abend! Gut' Nacht! E-Book

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Beschreibung

Geschichten, Lieder und Gedichte zum Einschlafen und Träumen: Der Zwölf-Elf Der Sterntaler Der Mond Die Heinzelmännchen zu Köln Der Schneider im Mond Die Mitternachtsmaus Der kleine Häwelmann Das Wiegenlied von Brahms Der Siebenschläfer Traumliedchen und vieles mehr

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Seitenzahl: 75

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Guten Abend! Gut' Nacht!

Guten Abend! Gut' Nacht!Der Zwölf-ElfLeise, Peterle, leiseDie Ballade von den SternleinDas Lied vom MondDer vorsichtige TräumerDie Englein haben's Bett gemachtGuter Mond, du gehst so stilleDer SterntalerDie Heinzelmännchen zu KölnWeiß du, wie viel Sternlein stehen?ElfenliedDas Märchen vom Mann im MondDer MondDas Märchen vom MaulwurfDer AbendsternDie Spinnerin im MondDer Schneider im MondDie Kinder und der MondWiegenlied im HerbstSchlafe, mein PrinzchenDas „Wiegenlied“ von Johannes BrahmsAbend wird es wiederDie Blümelein, sie schlafenDas Märchen vom SchlafDer schlafende RieseDer TraumDie Prinzessin auf der ErbseDie schlafenden KinderDer Drache mit dem KaffeekrugDie MitternachtsmausDie WichtelmännerRatzepetzDie SiebenschläferIm SchlaraffenlandDer kleine HäwelmannGoldtöchterchenDas AbendliedTraumliedchenSchlaf, Kindlein, schlafImpressum

Guten Abend! Gut‘ Nacht!

Geschichten, Lieder und Gedichte zum Träumen

Der Zwölf-Elf

Christian Morgenstern

Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand:

Da schlägt es Mitternacht im Land.

Es lauscht der Teich mit offnem Mund

Ganz leise heult der Schluchtenhund.

Die Dommel reckt sich auf im Rohr

Der Moosfrosch lugt aus seinem Moor.

Der Schneck horcht auf in seinem Haus

Desgleichen die Kartoffelmaus.

Das Irrlicht selbst macht Halt und Rast

auf einem windgebrochnen Ast.

Sophie, die Maid, hat ein Gesicht:

Das Mondschaf geht zum Hochgericht.

Zwei Maulwürf küssen sich zur Stund

als Neuvermählte auf den Mund.

Hingegen tief im finstern Wald

ein Nachtmahr seine Fäuste ballt:

Dieweil ein später Wanderstrumpf

sich nicht verlief in Teich und Sumpf.

Der Rabe Ralf ruft schaurig: „Kra!

Das End ist da! Das End ist da!“

Der Zwölf-Elf senkt die linke Hand:

Und wieder schläft das ganze Land.

Leise, Peterle, leise

Paula Dehmel

Leise, Peterle, leise! Der Mond geht auf die Reise. Er hat sein weißes Pferd gesäumt. Das geht so still, als ob es träumt. Leise, Peterle, leise!

Stille, Peterle, stille, der Mond hat eine Brille. Ein graues Wölkchen schob sich vor, das sitzt ihm grad auf Nas und Ohr. Stille, Peterle, stille!

Träume, Peterle, träume, der Mond guckt durch die Bäume. Ich glaube gar, nun bleibt er stehn, um Peterle im Schlaf zu sehen. Träume, Peterle, träume!

Die Ballade von den Sternlein

Ernst Moritz Arndt

Und die Sonne machte den weiten Ritt Um die Welt, Und die Sternlein sprachen: "Wir reisen mit Um die Welt"; Und die Sonne, sie schalt sie: "Ihr bleibt zu Haus! Den ich brenn euch die goldnen Äuglein aus Bei dem feurigen Ritt um die Welt."

Und die Sternlein gingen zum lieben Mond In der Nacht, Und sie sprachen: "Du, der auf Wolken thront In der Nacht, Lass uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein, Er verbrennet uns nimmer die Äugelein." Und er nahm sie, Gesellen der Nacht.

Nun willkommen, Sternlein und lieber Mond, In der Nacht! Ihr versteht, was still in dem Herzen wohnt In der Nacht. Kommt und zündet die himmlischen Lichter an, Dass ich lustig mit schwärmen und spielen kann In den freundlichen Spielen der Nacht.

Das Lied vom Mond

Paula Dehmel

Wind, Wind, sause,

der Mond ist nicht zu Hause,

ist wohl hinter den Berg gegangen,

will vielleicht eine Sternschnuppe fangen,

Wind, Wind, sause.

Stern, Stern, scheine,

der Mond, der ist noch kleine,

er hat die Sichel in der Hand,

er mäht das Gras am Himmelsrand,

Stern, Stern, scheine.

Singe, Vogel, singe,

der Mond ist guter Dinge,

er steckt den halben Taler raus,

das sieht blank und lustig aus,

singe, Vogel, singe.

Und hell wirds, immer heller,

der Mond hat einen Teller

mit allerfeinstem Silbersand,

den streut er über Meer und Land,

und hell wirds, immer heller.

Der vorsichtige Träumer

Johann Peter Hebel

Es gibt doch einfältige Leute in der Welt. In dem Städtlein Witlisbach im Kanton Bern war einmal ein Fremder über Nacht, und als er ins Bett gehen wollte und ganz bis auf das Hemd ausgekleidet war, zog er noch ein Paar Pantoffeln aus dem Bündel, legte sie an, band sie mit den Strumpfbändeln an den Füssen fest und legte sich also in das Bett. Da sagte zu ihm ein anderer Wandersmann, der in der nämlichen Kammer über Nacht war:

„Guter Freund, warum tut Ihr das?“

Darauf erwiderte der erste:

„Wegen der Vorsicht. Denn ich bin einmal im Traum in eine Glasscherbe getreten. So habe ich im Schlaf solche Schmerzen davon empfunden, dass ich um keinen Preis mehr barfuß schlafen möchte.“

Die Englein haben's Bett gemacht

Die Englein haben’s Bett gemacht. Die Federn fliegen runter. Am Tage schlafen sie, Zur Nacht, da sind sie munter. Wären sie nicht munter zur Nacht, Wer hätt‘ denn die Kindlein bewacht?

Guter Mond, du gehst so stille

Karl W. Ferdinand Enslin

Guter Mond du gehst so stille durch die Abendwolken hin Deines Schöpfers weiser Wille hieß auf jene Bahn dich zieh´n Leuchte freundlich jedem Müden in das stille Kämmerlein und dein Schimmer gieße Frieden ins bedrängte Herz hinein!

Guter Mond du wandelst leise An dem blauen Himmelszelt, Wo dich Gott zu seinem Preise Hat als Leuchte hingestellt Blicke traulich zu uns nieder Durch die Nacht aufs Erdenrund. Als ein treuer Menschenhüter Tust du Gottes Liebe kund.

Guter Mond, so sanft und milde glänzest du im Sternenmeer, wallest in dem Lichtgefilde hehr und feierlich einher. Menschentröster, Gottesbote der auf Friedenswolken thront, zu dem schönsten Morgenrote führst du uns, o guter Mond!

Der Sterntaler

Brüder Grimm

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld. Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach:

„Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig.“

Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: „Gott segne dir's“, und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach:

„Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.“

Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdchen, und das fromme Mädchen dachte: „Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben“, und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin. Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdchen weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.

Die Heinzelmännchen zu Köln

August Kopisch

Wie war zu Köln es doch vordem

Mit Heinzelmännchen so bequem!

Denn war man faul, ... man legte sich

Hin auf die Bank und pflegte sich:

Da kamen bei Nacht,

Ehe man's gedacht,

Die Männlein und schwärmten

Und klappten und lärmten,

Und rupften

Und zupften,

Und hüpften und trabten

Und putzten und schabten ...

Und eh ein Faulpelz noch erwacht, ...

War all sein Tagewerk ... bereits gemacht!

Die Zimmerleute streckten sich

Hin auf die Spän' und reckten sich.

Indessen kam die Geisterschar

Und sah, was da zu zimmern war.

Nahm Meißel und Beil

Und die Säg' in Eil;

Und sägten und stachen

Und hieben und brachen,

Berappten und kappten,

Visierten wie Falken

Und setzten die Balken ...

Eh sich's der Zimmermann versah ...

Klapp, stand das ganze Haus ... schon fertig da!

Beim Bäckermeister war nicht Not,

Die Heinzelmännchen backten Brot.

Die faulen Burschen legten sich,

Die Heinzelmännchen regten sich –

Und ächzten daher

Mit den Säcken schwer!

Und kneteten tüchtig

Und wogen es richtig,

Und hoben und schoben,

Und fegten und backten

Und klopften und hackten.

Die Burschen schnarchten noch im Chor:

Da rückte schon das Brot, ... das neue, vor!

Beim Fleischer ging es just so zu:

Gesell und Bursche lag in Ruh.

Indessen kamen die Männlein her

Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.

Das ging so geschwind

Die die Mühl' im Wind!

Die klappten mit Beilen,

Die schnitzten an Speilen,

Die spülten,

Die wühlten,

Und mengten und mischten

Und stopften und wischten.

Tat der Gesell die Augen auf, ...

Wapp! hing die Wurst da schon im Ausverkauf!

Beim Schenken war es so: Es trank

Der Küfer bis er niedersank,

Am hohlen Fasse schlief er ein,

Die Männlein sorgten um den Wein,

Und schwefelten fein

Alle Fässer ein,

Und rollten und hoben

Mit Winden und Kloben,

Und schwenkten

Und senkten,