Handbuch Dirigenten -  - E-Book

Handbuch Dirigenten E-Book

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Beschreibung

Was macht die ganz besondere Klangsprache eines Dirigenten aus? Warum setzten manche Aufnahmen Maßstäbe in der Interpretationsgeschichte eines Werkes? Dieses Handbuch stellt in 250 Porträts die wichtigsten "Pultlegenden" aus drei Jahrhunderten vor – sowohl "Stardirigenten" als auch weniger bekannte, doch ebenso einflussreiche Orchesterleiter. Jedes Porträt enthält • die wichtigsten biografischen Daten • prägnante Beschreibungen des Interpretationsstils und der Klangästhetik • eine repräsentative Auswahl von Ton- und Bildaufnahmen • weiterführende Hinweise zu Schriften, Editionen und Kompositionen Die informativen und übersichtlichen Porträts werden ergänzt durch Essays, die historisch-kulturelle Kontexte sowie aktuelle Entwicklungen des Dirigentenberufs beleuchten. Ausführliche Register erlauben Recherchen nach Referenzaufnahmen einzelner Werke des Konzert- und Opernrepertoires. Ein Fundus für Konzertbesucher, Plattensammler und Fangemeinden, zudem ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Journalisten, Musiker und Musikwissenschaftler. Die Herausgeber Julian Caskel wurde 2009 mit einer Arbeit über Scherzo-Sätze im 19. Jahrhundert promoviert. Seitdem arbeitet er in einem Projekt zur Ästhetik des Rhythmus in der musikalischen Moderne an der Universität Köln. Hartmut Hein, Privatdozent an der Universität Marburg, beschäftigte sich in seiner Habilitation mit Fragen musikalischer Reproduktion und Interpretation; daran schloss sich ein Forschungsprojekt zu Herbert von Karajan und seiner kontroversen Rezeption an. Die Geschichte der Musikaufführung, Aspekte der Diskografie und Interpretationsvergleiche behandelt er regelmäßig in Lehrveranstaltungen und Veröffentlichungen.

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Seitenzahl: 1218

Veröffentlichungsjahr: 2016

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|3| Julian Caskel  Hartmut Hein (Hrsg.)

Handbuch Dirigenten

250 Porträts

|4| Mehrere Register zum Buch finden Sie unter:https://www.baerenreiter.com/extras/bvk2174

Hinweise zur Zitierfähigkeit

Diese epub-Ausgabe ist zitierfähig. Um dies zu erreichen, ist jeweils der Beginn einer Seite mit |xx| gekennzeichnet. Bei Wörtern, die von einer zur nächsten Seite getrennt wurden, steht die Seitenzahl vor dem im epub zusammengeschriebenen Wort.

Aufgrund der unterschiedlichen technischen Gestaltungsmöglichkeiten von eBook und gedrucktem Buch ergeben sich für Abbildungen, Notenbeispiele, Tabellen und ähnliche Elemente geringfügige Differenzen bei der Seitenzuordnung.

Die in dieser Publikation hinterlegten Links werden in regelmäßigen Abständen auf ihre Aktualität überprüft. Wir freuen uns, wenn Sie uns unter http://links.baerenreiter.com Aktualisierungsbedarf melden.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.

eBook-Version 2016

© 2015 Bärenreiter-Verlag Karl Vötterle GmbH & Co. KG, Kassel

Umschlaggestaltung: +CHRISTOWZIK SCHEUCH DESIGN unter Verwendung folgender Fotos (von links oben nach rechts unten): René Jacobs, Gustavo Dudamel, Yannick Nézet-Séguin, Simon Rattle (alle akg-images / Marion Kalter), Andris Nelsons (Marco Borggreve), Simone Young (Klaus Lefebvre)

Lektorat: Diana Rothaug

Korrektorat: Daniel Lettgen, Köln

ISBN 978-3-7618-7027-3

DBV 114-08

www.baerenreiter.comwww.metzlerverlag.de

eBook-Produktion: Zeilenwert GmbH, Rudolstadt

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Zur Einleitung

Essays

Komponierende Kapellmeister und dirigierende Konzertmeister: Zur Vorgeschichte des »interpretierenden Dirigenten«

Dirigenten, Komponisten und andere Diktatoren

Der Dirigent »im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit«

Dirigent und Probe

Aspekte einer Kultur- und Ideengeschichte des Dirigierens

»Werktreue« und die »Aura« des Dirigenten: Eine Einführung in ein ästhetisches Dilemma

Abkürzungsverzeichnis

Dirigenten A bis Z

ABCDEFGHIJKLMNOPRSTVWYZ

Abbado, Claudio

Abendroth, Hermann

Abravanel, Maurice

Albrecht, Gerd

Albrecht, Marc

Alessandrini, Rinaldo

Alsop, Marin

Ančerl, Karel

Ansermet, Ernest

Antonini, Giovanni

Ashkenazy, Vladimir

Bamert, Matthias

Barbirolli, John

Barenboim, Daniel

Barshai, Rudolf

Bátiz, Enrique

Beecham, Thomas

Beinum, Eduard van

Bělohlávek, Jiří

Berglund, Paavo

Bernstein, Leonard

Bertini, Gary

Billy, Bertrand de

Blech, Leo

Blomstedt, Herbert

Böhm, Karl

Bolton, Ivor

Boskovsky, Willi

Boulez, Pierre

Boult, Adrian

Bour, Ernest

Brico, Antonia

Brown, Iona

Brüggen, Frans

Bülow, Hans von

Busch, Fritz

Bychkov, Semyon

Cambreling, Sylvain

Cantelli, Guido

Celibidache, Sergiu

Chailly, Riccardo

Christie, William

Chung, Myung-Whun

Cluytens, André

Conlon, James

Coppola, Piero

Craft, Robert

Dausgaard, Thomas

Davies, Dennis Russell

Davis, Andrew

Davis, Colin

Denève, Stéphane

Désormière, Roger

Dixon, Dean

Dohnányi, Christoph von

Doráti, Antal

Dudamel, Gustavo

Dutoit, Charles

Ehrhardt, Werner

Elmendorff, Karl

Erede, Alberto

Eschenbach, Christoph

Falletta, JoAnn

Fedoseyev, Vladimir

Ferencsik, János

Ferrara, Franco

Fey, Thomas

Fiedler, Arthur

Fischer, Ádám

Fischer, Iván

Fricsay, Ferenc

Fried, Oskar

Frühbeck de Burgos, Rafael

Furtwängler, Wilhelm

Gardelli, Lamberto

Gardiner, John Eliot

Gatti, Daniele

Gergiev, Valery

Gielen, Michael

Gilbert, Alan

Giulini, Carlo Maria

Goebel, Reinhard

Golowanow, Nikolaj

Goodall, Reginald

Gülke, Peter

Guttenberg, Enoch zu

Haenchen, Hartmut

Haïm, Emmanuelle

Haitink, Bernard

Handley, Vernon

Harding, Daniel

Harnoncourt, Nikolaus

Hausegger, Siegmund von

Heger, Robert

Hengelbrock, Thomas

Herbig, Günther

Herreweghe, Philippe

Hickox, Richard

Hogwood, Christopher

Honeck, Manfred

Horenstein, Jascha

Immerseel, Jos van

Inbal, Eliahu

Inghelbrecht, Désiré-Émile

Jacobs, René

Janowski, Marek

Jansons, Mariss

Järvi, Kristjan

Järvi, Neeme

Järvi, Paavo

Jochum, Eugen

Jurowski, Vladimir

Kabasta, Oswald

Karajan, Herbert von

Kegel, Herbert

Keilberth, Joseph

Kempe, Rudolf

Kertész, István

Kitajenko, Dmitrij

Kleiber, Carlos

Kleiber, Erich

Klemperer, Otto

Knappertsbusch, Hans

Kondraschin, Kirill

Konwitschny, Franz

Koopman, Ton

Koussevitzky, Serge

Krauss, Clemens

Kreizberg, Yakov

Krips, Josef

Kubelík, Rafael

Kuijken, Sigiswald

Leibowitz, René

Leinsdorf, Erich

Leppard, Raymond

Levi, Hermann

Levine, James

Litton, Andrew

Lloyd-Jones, David

López Cobos, Jesús

Luisi, Fabio

Maazel, Lorin

Mackerras, Charles

Maier, Franzjosef

Malgoire, Jean-Claude

Mälkki, Susanna

Markevitch, Igor

Marriner, Neville

Martinon, Jean

Masur, Kurt

Matačić, Lovro von

Max, Hermann

Mehta, Zubin

Mengelberg, Willem

Metzmacher, Ingo

Minkowski, Marc

Mitropoulos, Dimitri

Monteux, Pierre

Morris, Wyn

Mrawinski, Jewgeni

Müller-Brühl, Helmut

Munch, Charles

Münchinger, Karl

Muti, Riccardo

Nagano, Kent

Nelsons, Andris

Neumann, Václav

Nézet-Séguin, Yannick

Nikisch, Arthur

Niquet, Hervé

Norrington, Roger

Nott, Jonathan

Oramo, Sakari

Ormandy, Eugene

Ozawa, Seiji

Panula, Jorma

Pappano, Antonio

Parrott, Andrew

Petrenko, Kirill

Petrenko, Vasily

Pierné, Gabriel

Pinnock, Trevor

Plasson, Michel

Pluhar, Christina

Prêtre, Georges

Previn, André

Rahbari, Alexander

Rattle, Simon

Reiner, Fritz

Richter, Hans

Richter, Karl

Rilling, Helmuth

Rodziński, Artur

Rosbaud, Hans

Roschdestwenski, Gennadi

Rostropowitsch, Mstislaw

Roth, François-Xavier

Rousset, Christophe

Rowicki, Witold

Runnicles, Donald

Sabata, Victor de

Sacher, Paul

Salonen, Esa-Pekka

Sanderling, Kurt

Saraste, Jukka-Pekka

Sawallisch, Wolfgang

Scherchen, Hermann

Schmidt-Isserstedt, Hans

Schønwandt, Michael

Schuricht, Carl

Segerstam, Leif

Šejna, Karel

Serafin, Tullio

Serebrier, José

Sinopoli, Giuseppe

Skrowaczewski, Stanisław

Slatkin, Leonard

Smetáček, Václav

Sokhiev, Tugan

Solti, Georg

Steinberg, William

Stenz, Markus

Stock, Frederick

Stokowski, Leopold

Storgårds, John

Suitner, Otmar

Svetlanov, Evgeny

Swarowsky, Hans

Szell, George

Talich, Václav

Tennstedt, Klaus

Thielemann, Christian

Thomas, Michael Tilson

Tintner, Georg

Toscanini, Arturo

Vänskä, Osmo

Waart, Edo de

Walter, Bruno

Wand, Günter

Weil, Bruno

Weingartner, Felix

Welser-Möst, Franz

Wenzinger, August

Wit, Antoni

Wood, Henry

Young, Simone

Zagrosek, Lothar

Zender, Hans

Zinman, David

Zweden, Jaap van

|7|Zur Einleitung

I.

Über Dirigenten kann man sich wundervoll streiten. Sie bieten dem informierten Experten wie dem interessierten Publikum eine Projektionsfläche für sämtliche Formen einer angemessenen oder unsachlichen Verbalisierung der erklingenden Musik. Dabei sind die Rezeptionsurteile über das Dirigieren relativ risikolos: Weit weniger als bei Sängern oder Instrumentalisten gibt es eindeutige technische Kriterien, an denen das Gefallen oder Missfallen sich zu orientieren hätte. Man erkennt das daran, dass die Inhalte, die in Lehrbüchern des Dirigierens unterrichtet werden, in der Musikkritik und auch in der musikwissenschaftlichen Interpretationsforschung fast nie eine Rolle spielen. Es wird über andere Dinge geredet als über die Angemessenheit einer bestimmten Schlagfigur in einer bestimmten Taktart in einem bestimmten Tempo. Das gilt auch für dieses Buch: Es entwickelt seine eigenen Sach- und Werturteile vornehmlich anhand von Tonträgern. Denn erstens kann trotz der möglichen Manipulationen durch Mikrofone, Nachbearbeitungen und Neukopplungen in den meisten Fällen unterstellt werden, dass der Dirigent sozusagen wie ein Regisseur das Recht über den »Final Cut« einer Aufnahme besitzt. Zweitens wird durch Tonträger eine einheitliche Grundlage zur Beschreibung verschiedener zeitlicher, stilistischer und auch geografischer Orte des Dirigierens gegeben. Drittens macht diese Aussagebasis für den Leser »jede unserer Aussagen nachprüfbar« (so haben es Ingo Harden und Gregor Willmes, die Autoren der PianistenProfile, formuliert). Mithilfe solcher Um-Schreibungen des fixierten Klangs sollen in diesem Handbuch exakt 250Dirigenten der Gegenwart wie der Vergangenheit porträtiert werden.

Das Schreiben über das Dirigieren scheint nun genauso alt zu sein wie der gar nicht so alte Beruf des »modernen« Dirigenten – der wohl nicht zufällig relativ zeitgleich mit einem öffentlichen Presse- und Rezensionswesen zu Bedeutung gekommen ist. Man könnte vielleicht sogar sagen: Ohne die Musikkritik ist der Dirigent eigentlich gar nicht zu ertragen. Erst die Möglichkeiten zur Karikatur, zum Verriss, aber auch zum fundierten Lob bewirken, dass der Dirigent nicht als anachronistisch-autoritärer Dinosaurier in einer demokratischen Gesellschaft erscheint (auf diese Problematik hat Wolfgang Hattinger in seinem neuen Standardwerk Der Dirigent hingewiesen). Man könnte aber vielleicht auch sagen: Ohne den Dirigenten ist die Musikkritik eigentlich kaum zu ertragen. Erst die Idee vom »Dirigent als Statthalter« (Carl Dahlhaus) des komponierten Werks erzeugt einen Autor der einzelnen Aufführung, auf den die Kritik auch im Fall der groß besetzten Orchestermusik ihre eigenen Ausführungen zurücklenken kann. In diesem Spannungsfeld sollen »populäre« Charakteristika der 250Dirigenten diskutiert werden, doch besteht auch ein Anspruch der »objektiven« Beschreibung von Interpretationsformen und Klangstrategien, der sich einer stärker fachspezifischen Erwartung an wissenschaftlich haltbare Urteile zu stellen hat. Die einzelnen Porträts müssen sich also einerseits daran messen lassen, ob sie Lust darauf machen, einen Dirigenten neu zu entdecken oder anders zu bewerten, und möchten andererseits dennoch immer eine kritische Distanz zu allen »Pult-Legenden« bewahren. Einige vorangestellte Überlegungen sollen daher unsere Entscheidungen als Herausgeber sowohl in der »harten« Frage der Auswahl der |8| Dirigentennamen wie auch in den »weicheren« Fragen der für die Darstellung gewählten Stilistik transparent machen.

II.

Dieses Buch befasst sich mit einem Feld, das üblicherweise der Musikkritik zugeordnet ist, auch wenn es hauptsächlich von Menschen verfasst wurde, deren Tätigkeitsbereich die öffentlich meist weniger präsente »akademische Musikwissenschaft« ist. Dazu muss man wissen, dass der Dirigent und die Musikwissenschaft erst sehr spät und sehr zögerlich zueinandergefunden haben. Man könnte sagen, sie misstrauen sich gegenseitig: Der Musikwissenschaftler ist solide, aber glanzlos (und unterstellt dem Dirigenten, bei ihm sei es umgekehrt). Vor allem aber erfüllen Wissenschaftler und ausführende Künstler im Musikleben tatsächlich gegensätzliche Aufgaben. Der Wissenschaftler kann schriftliche Quellen auswerten, Drucke und Handschriften eines Werks vergleichen und dessen Fassungen kritisch edieren, aber auch das »Jedes-Mal-Anders« vergangener Aufführungen darstellen; er überführt also generell vorhandene Musik in einen möglichst zuverlässigen Notentext oder auch in kommentierende Texte, die beide in bestimmten Fällen für folgende Aufführungen verpflichtend werden können. Ein Interpret wiederum soll aus solchen verbindlichen Vorlagen »seine« individuelle Aufführung herleiten und wandelt somit Texte neuerlich in Taten um. Die Musikkritik schließlich ist davon abhängig, dass es beides gibt, das objektive »Werk«, an dem man die einzelne Aufführung messen kann, und die subjektive Ausführung, durch die der Interpret als Individuum beschreibbar wird. Musikkritiker und Musikwissenschaftler misstrauen sich daher noch viel mehr, weil das Geschäft des einen schon vor der Aufführung zu enden und das Geschäft des anderen erst mit der Aufführung zu beginnen scheint.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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