Handbuch Online-Beratung -  - E-Book

Handbuch Online-Beratung E-Book

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Beschreibung

Das Handbuch der Online-Beratung ist ein Grundlagenwerk für psychosoziale Beratung im Internet. Neben fundierten Beiträgen zur Theorie der Online-Beratung bietet das Buch umfassende Informationen zu den Möglichkeiten und Einsatzgebieten dieser Form der Beratung. Namhafte Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen damit erstmals einen Standard für das Arbeitsfeld der professionellen Online-Beratung. Die Bereiche der Mail-Beratung sind ebenso vertreten wie Foren- und Chat-Beratung sowie Ausblicke in das Feld der mobilen Medien. Wichtige methodische Konzepte werden dargestellt und praxisnah vermittelt. Das Spektrum reicht vom Vier-Folien-Konzept über narrative und systemische Ansätze bis hin zur Einsatzmöglichkeit der Online-Supervision.Im Bereich der zielgruppenspezifischen Online-Beratung bietet das Handbuch Einblicke in die Paarberatung, in die frauenspezifische Beratung und in das Arbeitsfeld der Aids-Hilfe. Beiträge zu den Themen Qualitätssicherung und Ausbildung für Online-BeraterInnen runden das Handbuch ab.Das Handbuch für Online-Beratung richtet sich sowohl an Einsteiger/innen als auch an erfahrene Online-Berater/innen, die ihr Fachwissen vertiefen möchten.

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Seitenzahl: 320

Veröffentlichungsjahr: 2009

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Für Renate und Robert, denen Computer nicht alles bedeuten.

Stefan Kühne/Gerhard Hintenberger (Hg.)

Handbuch Online-Beratung

Psychosoziale Beratung im Internet

Mit 2 Abbildungen und 9 Tabellen

2. Auflage

Vandenhoeck & Ruprecht

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über ‹http://dnb.ddb.de› abrufbar.

ISBN 978-3-525-40154-5eISBN: 978-3-647-40154-6

© 2009, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenInternet: www.v-r.deAlle Rechte vorbehalten. Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages.Hinweis zu § 52a UrhG: Weder das Werk noch seine Teile dürfen ohne vorherige schriftliche Einwilligung des Verlages öffentlich zugänglich gemacht werden. Dies gilt auch bei einer entsprechenden Nutzung für Lehr- und Unterrichtszwecke.

Printed in GermanySchrift: MinionSatz: KCS GmbH, Buchholz/HamburgDruck und Bindung: Hubert & Co, Göttingen

Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier.

Inhalt

Vorwort

I      Online-Beratung – eine Einführung

Gerhard Hintenberger und Stefan KühneVeränderte mediale Lebenswelten und Implikationen für die Beratung

II     Theorie der Online-Beratung

Alexander BrunnerTheoretische Grundlagen der Online-Beratung

Karlheinz BenkeNetz, Online-Kommunikation und Identität

III   Medien der Online-Beratung

Birgit KnatzDie webbasierte Mail-Beratung

Gerhard HintenbergerDer Chat als neues Beratungsmedium

Alexander Brunner, Emily Engelhardt und Triz HeiderForen-Beratung

Nicola Döring und ChristianeEichenberg Klinisch-psychologische Interventionen mit Mobilmedien: Chancen und Grenzen

IV   Methodische Ansätze in der Online-Beratung

Birgit KnatzDas Vier-Folien-Konzept

Bettina Zenner und Ludo GielenEin dialogischer Ansatz in der Online-Beratung

Claudia BeckDie systematische Metaphernanalyse in der Online-Beratung

Florian KlampferOnline-Supervison im Gruppenchat – Eine Herausforderung für Supervisor und Supervisanden

Mario Lehenbauer und Birgit U. StetinaInteraktive Programme und virtuelle Simulationen

V    Zielgruppenspezifische Online-Beratung

Sandra Gerö und Bettina ZehetnerFrauenspezifische Online-Beratung

Josef LangPaarberatung online

Werner BockZielgruppenspezifische Online-Beratung beiwww.aidshilfe-beratung.de

VI   Qualitätsstandards der Online-Beratung

Petra RisauDie Wahl der Technik

Franz EidenbenzStandards in der Online-Beratung

VII  Qualifizierung für Online-Beratung

Stefan KühneAus- und Weiterbildung in der Online-Beratung

Anhang

Die Autorinnen und Autoren

Literatur

Stichwortverzeichnis

Vorwort

Das Internet hat sich in den letzten Jahren zu einem Alltagsmedium entwickelt und es hat auch für den Beratungsbereich einen großen Bedeutungszuwachs erlangt. Wenn man davon ausgeht, dass sich psychosoziale Beratung an der individuellen und gesellschaftlichen Situation der Ratsuchenden zu orientieren hat, ist es nur folgerichtig, die Palette der Unterstützungsmöglichkeiten mit dem Angebot der Online-Beratung zu erweitern (Knatz, 2003). Angesichts der rasanten Entwicklung sahen sich Beratungsstellen und -institutionen in der nahen Vergangenheit mit dem Druck konfrontiert, rasch Angebote in diesem Medium bereitzustellen.

Zunächst überwog allerdings eine skeptische Grundhaltung. Es wurde die Frage gestellt, ob computervermittelte Kommunikation, aufgrund der ihr innewohnenden technischen Logik, nicht zu einer emotionalen Verarmung im Beratungskontakt führen würde. Es bestand die Angst, dass internetbasierte Beratung, die in einem hohen Ausmaß anonymisiert durchgeführt werden kann, zu einer großen Unverbindlichkeit aufseiten der Klienten führt und in der Folge eine Art Fast-Food-Beratung produziert, die kurzfristig den Hunger stillt, ohne satt zu machen. Inzwischen ist der anfänglichen Schwarz-Weiß-Argumentation eine differenzierte Betrachtungsweise gewichen, in der die Chancen einer Online-Beratung ebenso bedacht werden wie die Risiken und Grenzen dieser Beratungsform.

Nach einer ersten Phase ambitionierten Experimentierens wächst nun der Wunsch nach theoretischer Fundierung und methodisch-inhaltlicher Strukturierung. Erste Evaluationsstudien sind angelaufen oder bereits ausgewertet (Eichenberg, 2007; Ott, 2003). Auch die Neugründung einer Fachzeitschrift für Online-Beratung (e-beratungsjournal.net) unterstreicht diese Tendenzen.

Im »Handbuch Online-Beratung« werden theoretische Überlegungen und praxeologische Erfahrungen gebündelt sowie neue Tendenzen und Entwicklungen in der Online-Beratung zusammengefasst.

Im ersten Teil beschreiben Gerhard Hintenberger und Stefan Kühne in ihrem Artikel die in den letzten Jahren rasch veränderten Lebenswelten einer mediatisierten Gesellschaft, die zu ganz neuen Herausforderungen für die Beratungslandschaft geführt haben.

Alexander Brunner stellt im zweiten Teil Überlegungen zu theoretischen Grundlagen der Online-Beratung an. Er beschreibt vor dem Hintergrund computervermittelter Kommunikation vier Begriffspaare (mündlich/schriftlich, sinnlich/textlich, real/imaginär, personal/depersonal) und untersucht sie auf ihre Relevanz in Hinblick auf eine theoretisch fundierte Praxis der Online-Beratung. Karlheinz Benke beleuchtet die neuen Identitätskonstruktionen, die sich durch die Etablierung virtueller Räume in unserem Alltag ergeben.

Im dritten Teil werden die unterschiedlichen Medien in der Online-Beratung genauer betrachtet. Birgit Knatz stellt die wesentlichen Elemente einer webbasierten Mail-Beratung dar, in der die Besonderheit einer zeitversetzten Kommunikation zum Tragen kommt. Interventionsstrategien der Chat-Beratung werden im Artikel von Gerhard Hintenberger beschrieben. Alexander Brunner, Emily Engelhardt und Triz Heider fassen den aktuellen Forschungsstand zur Foren-Beratung zusammen und stellen Überlegungen zu den Besonderheiten dieser Beratung im öffentlichen Raum an. Online-Beratung ist nicht nur an den Computer gebunden. Zunehmend kommen auch mobile Medien wie Handys, PDAs und Ähnliches mehr unter dem Stichwort »M-Beratung« zum Einsatz. Nicola Döring und Christiane Eichenberg geben einen Überblick über bereits realisierte Einsatzmöglichkeiten und leuchten Beratungspotenziale mobiler Medien aus.

Der vierte Teil beschäftigt sich mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen in der Online-Beratung. Birgit Knatz stellt in ihrem Artikel das von ihr entwickelte Vier-Folien-Konzept vor, mit dessen Hilfe ein strukturiertes Beantworten von Mails möglich wird. Wie dialogische Ansätze auf dem Hintergrund des sozialen Konstruktionismus für die Online-Beratung adaptiert werden können, wird von Bettina Zenner und Ludo Gielen näher erläutert. Claudia Beck übersetzt das Konzept der systematischen Metaphernanalyse für die Online-Beratung und Florian Klampfer setzt sich mit den Möglichkeiten einer Supervision über das Internet auseinander. Auch das Internet selbst ist natürlich in ständiger Veränderung. Als Web 3.0 werden dreidimensionale, virtuelle Umgebungen bezeichnet. Wie virtuelle Simulationen für die Online-Beratung genutzt werden können, fassen Mario Lehenbauer und Birgit U. Stetina zusammen.

Der fünfte Teil des Buches steht unter der Überschrift »Zielgruppenspezifische Online-Beratung«. Sandra Gerö und Bettina Zehetner beschreiben Online-Beratung unter frauenspezifischen Aspekten. Über Praxismodelle und den aktuellen Forschungsstand in Bezug auf Paarberatung online gibt der Aufsatz von Josef Lang Auskunft. Werner Bock ermöglicht Einblicke in die Arbeit von Online-Beratungsstellen der Aidshilfe.

Im abschließenden Teil des Buches beschäftigt sich zunächst Petra Risau mit technischen Standards und dann beschreibt Franz Eidenbenz inhaltliche Standards der Online-Beratung. In Bezug auf eine weiter voranschreitende Professionalisierung ist diesen Bereichen um so mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Stefan Kühne stellt schließlich Überlegungen an, wie im Sinne eines zusätzlichen Qualitätsmerkmals Aus- und Weiterbildung in der Online-Beratung sinnvoll erfolgen kann.

Um eine bessere Lesbarkeit zu erzielen, wird in diesem Buch auf eine durchgehend parallele Verwendung der weiblichen und männlichen Schreibweise verzichtet. Um eine gendergerechte Schreibweise zu ermöglichen, wird in den einzelnen Artikeln abwechselnd die weibliche und männliche Form benutzt.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

Gerhard HintenbergerStefan Kühne

I   Online-Beratung – eine Einführung

Gerhard Hintenberger und Stefan Kühne

Veränderte mediale Lebenswelten und Implikationen für die Beratung

In der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation finden sich widersprüchliche Strömungen, die in ihren Auswirkungen bis in den privaten Raum spürbar sind: Auf der einen Seite gibt es Entscheidungsfreiheiten, die einen Entwurf der eigenen Biografie weitgehend unabhängig von gesellschaftlichen Vorgaben und Zwängen ermöglicht, andererseits sind kaum mehr Alternativen zu einem eigenverantworteten Lebensstil vorhanden. Ein adäquater Umgang mit der großen Anzahl an Wahlmöglichkeiten setzt bestimmte materielle Ressourcen sowie psychische und soziale Kompetenzen voraus, ohne die der »homo optionis« (Höhn, 1998, S. 117) seinen Alltag nicht hinreichend gut bewältigen kann. Es sind die »riskanter werdenden Chancen des Subjekts« (Keupp, 1994, S. 29), die zu neuen Problemkonstellationen führen und somit auch Einzug in den Kontext psychosozialer Beratung gehalten haben.

Der gesellschaftliche Wandel wird zudem von einer sich radikal verändernden Medienlandschaft und -nutzung begleitet. Mithilfe digitaler Technologien entstehen neue Möglichkeiten der Informationsverarbeitung, der Informationsspeicherung und der Informationsübertragung und damit in der Folge auch neue Kommunikationsformen. Die Beratungslandschaft sieht sich dadurch mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. Klienten und Klientinnen, denen der Umgang mit digitaler Kommunikation alltagsvertraut ist, erwarten bei eigenem Beratungsbedarf auch eine Ausweitung der Beratungszone in den virtuellen Raum. Sie nutzen die Möglichkeit zu weitgehender Anonymität durch computervermittelte Kommunikation für Themen, die den Schutz durch Distanz benötigen, ohne die Intensität direkter Kommunikation aufgeben zu müssen. Sie emanzipieren sich von den strukturellen Vorgaben einer Beratungsstelle, wie zum Beispiel den Vorgaben der Öffnungszeiten, indem sie das asynchrone Kommunikationsmedium E-Mail für die Formulierung ihres Beratungsanliegens verwenden. Dies wirft nicht nur methodisch-inhaltliche Fragen auf, sondern zieht weitreichende Konsequenzen nach sich. Beratung ist »im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit« (Engel, 2002, S. 135) angekommen.

Beratung im Zeichen soziokulturellen Wandels

Obwohl sich tief greifende Veränderungen in nahezu allen relevanten Bereichen, sowohl gesellschaftlich als auch individuell bemerkbar machten, vollzog sich dieser Wandel schleichend, zunächst scheinbar ohne entsprechendes Korrelat im Bewusstsein der Betroffenen. Erst an den Bruchstellen, wo das Fehlen von Bewältigungsmechanismen zu psychischen Verstörungen führte, wurde auch die Kehrseite der neuen Entwicklung offensichtlich.

Natürlich wird in den einzelnen Fachdisziplinen nach Erklärungsmodellen und handlungsleitenden Konzepten im Umgang mit den neu entstandenen Realitäten gesucht, gleichzeitig werden sie allerdings mit der Tatsache konfrontiert, dass sie selbst Teil dieser Entwicklung und des damit einhergehenden Verlustes überschaubarer Ansätze sind.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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