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Das Interesse an Themen wie Begabung, Expertise, Talent oder Exzellenz ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Zwei Fragen erhalten besondere Aufmerksamkeit: Wie entwickelt sich das Talent über die Lebensspanne? Und: Welche Rolle spielt die Umgebung, die Gesellschaft und die Kultur bei der Förderung und Entwicklung von Talent? Diese Fragen rücken auch deshalb in den Fokus, weil unsere Gesellschaft in Zeiten der Globalisierung und des Mangels an hochqualifizierten Fachkräften immer dringender vor der Herausforderung steht, Talent und Begabung sowohl schon bei Kindern in Schule und Früherziehung als auch über die gesamte Lebensspanne hinweg in betrieblichem Talentmanagement gezielt zu fördern. Das Handbuch Talententwicklung untersucht die genannten Fragestellungen konsequent interdisziplinär - und versammelt die Sichtweisen von herausragenden Vertretern der Pädagogik, Psychologie, Sonderpädagogik, Neurowissenschaft und Bildungswissenschaft. Beigetragen haben u.a. Lutz Jäncke, Detlef H. Rost, Marcus Hasselhorn, Rolf Arnold und Christian Fischer. Das umfassende Bild zeigt sich auch in der Struktur des Handbuchs: · Allgemeiner Überblick und Bezugsdisziplinen · Zur Entwicklungspsychologie des Talents · Internationale Bezüge · Spezifische Themenbereich · Diagnostik und Wirksamkeit · Förderung und Beratung
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Seitenzahl: 1205
Veröffentlichungsjahr: 2014
Stamm (Hrsg.)
Handbuch Talententwicklung
Verlag Hans Huber
Programmbereich Psychologie
Wissenschaftlicher Beirat:
Prof. Dr. Guy Bodenmann, Zürich
Prof. Dr. Dieter Frey, München
Prof. Dr. Lutz Jäncke, Zürich
Prof. Dr. Franz Petermann, Bremen
Prof. Dr. Hans Spada, Freiburg i. Br.
Prof. Dr. Markus Wirtz, Freiburg i. Br.
Margrit Stamm
(Herausgeberin)
Handbuch Talententwicklung
Theorien, Methoden und Praxis in Psychologie und Pädagogik
Verlag Hans Huber
Lektorat: Tino Heeg
Herstellung: Jörg Kleine Büning
Umschlaggestaltung: Agentur Weiß, Freiburg
Druckvorstufe: punktgenau gmbh, Bühl
Druck und buchbinderische Verarbeitung: Finidr, Český Těšín
Printed in Czech Republic
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Anregungen und Zuschriften bitte an:
Hogrefe Verlag
Lektorat Psychologie
Länggass-Strasse 76
CH-3000 Bern 9
Tel: 0041 (0)31 300 4500
www.hogrefe.ch
1. Auflage 2014
© 2014 by Hogrefe Verlag, Bern
(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-456-95399-1)
(E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-456-75399-7)
ISBN 978-3-456-85399-4
Inhalt
Begleitwort
Thomas Rauschenbach
Vorwort
Margrit Stamm (Hrsg.)
Teil I: Allgemeiner Überblick und Bezugsdisziplinen
Talent und Begabung in der Pädagogik
Heinz-Werner Wollersheim
Talent und Begabung: Ein Thema der Psychologie?
Gerhard Lehwald
Systemik des Talents und der Begabung aus Sicht der Pädagogischen Psychologie sowie der Personal- und Sozialpsychologie
Rolf Arnold, Eva Kleß & Thomas Prescher
Begabung und Talent aus sonderpädagogischer Sicht
Ursula Hoyningen-Süess
Talent und Begabung in der Philosophie
Johannes Giesinger
Talent und Begabung als Potenzial für den Führungsnachwuchs
Dieter Frey, Peter Fischer, Bernhard Streicher & Carolin Bock
Talent und Begabung in der Kognitionspsychologie
Esther Ziegler
Neurobiologie der Begabung
Lutz Jäncke
Talent und Begabung in bildungswissenschaftlicher Perspektive
Helmut Heid
Teil II: Zur Entwicklungspsychologie des Talents
Hochbegabte Vorschulkinder entdecken und angemessen fördern
Martin R. Textor
Anschlussfähigkeit zwischen Kindergarten und Schule
Ursula Carle
Mythos «Wunderkind»
Margrit Stamm
Die Bedeutung der Grundschule für die Begabungsentwicklung
Susanne R. Buch, Jörn R. Sparfeldt & Detlef H. Rost
Die Bedeutung des Klassenüberspringens für die Talententwicklung
Annette Heinbokel
Zur Rolle von Begabung beim Übergang in die Sekundarstufe I
Ulrich Trautwein, Kai Maaz & Franz Baeriswyl
Soziale und emotionale Entwicklung hochbegabter Kinder
Heinz Reinders
Das Gymnasium als Talentschmiede
Heiner Ullrich
Jugendliche am «Rande der Skalen»: Integration leistungsstarker und leistungsschwacher Auszubildender in das betriebliche Ausbildungssystem
Margit Stein & Hans-Ludwig Schmidt
Talente auf dem Weg zu den und an die Hochschulen
Cla Famos
Talentmanagement und Karriere
Andreas Hirschi, Milan Uhe & Vanessa K. Jänsch
Talententwicklung im Alter
Margrit Stamm
Teil III: Internationale Bezüge
Talent und Begabung in Deutschland
Klaus K. Urban
Talent und Begabung in Österreich
Astrid Fritz, Waltraud Rosner & Silke Rogl
Talent und Begabung in der Volksschule der deutschsprachigen Schweiz
Silvia Grossenbacher & Annette Tettenborn
Talentimport und brain circulation
Lutz-Peter Berg & Nina Scherrer
Die Rolle der Förderstiftungen
Georg von Schnurbein
Teil IV: Spezifische Themenbereiche
Begabung, Talent und Expertise
Hans Gruber & Andreas C. Lehmann
Begabte Underachiever
Jörn R. Sparfeldt, Susanne R. Buch & Detlef H. Rost
Minoritäten als Begabungsreserven
Margrit Stamm
Hochbegabung und Metakognition
Elisabeth Löffler & Wolfgang Schneider
Begabung, Talent und Lern- & Leistungsschwierigkeiten
Christian Fischer & Christiane Fischer-Ontrup
Begabung, Talent und ADHS
Dominik Gyseler
Teil V: Diagnostik und Wirksamkeit
Möglichkeiten und Grenzen der Frühprognose von Hochbegabung
Hanna Beißert, Marcus Hasselhorn & Patrick Lösche
Effekte schulischer Begabtenförderung
Anna Gronostaj & Miriam Vock
Zur Förderung hochbegabter Grundschulkinder in leistungsheterogenen Klassen
Helga Joswig
Die Bedeutung von Lehrkräften bei der Talentidentifikation und -förderung
Anne Sliwka
Talentsuche und Programmevaluation
Kurt A. Heller
Aktuelle Lösungsansätze für methodische Herausforderungen in der Talent- und Begabungsforschung
Ingo Zettler, Felix Thoemmes, Marcus Hasselhorn & Ulrich Trautwein
Teil VI: Förderung und Beratung
Sprachbegabung, Lesekompetenz und ihre Förderung in der Schulpraxis
Andrea Bertschi-Kaufmann & Anouk Gyssler
Talent und Begabung in der Musik
Heiner Gembris
Talent im Sport
Andreas Hohmann
Mathematische Talente erkennen und fördern
Friedhelm Käpnick
Begabtenförderung und Lernumwelten: Soziotope als Rahmenbedingungen der MINT-Förderung von Mädchen und Frauen
Marold Reutlinger, Franziska Buschhaus, Carolin Groß, Manuel Hopp, Katrin Werner & Albert Ziegler
Inklusive Begabtenförderung
Claudia Solzbacher & Birgit Behrensen
Kinderuniversitäten
Dagmar Bergs-Winkels, Peter Winkels & Rebecca Winkels
Autorenverzeichnis
Sachwortverzeichnis
Thomas Rauschenbach
Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde eine alte Debatte neu belebt. Mit der Wiederentdeckung der Bildung rückt eine Perspektive auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen bzw. auf die unterschiedlichen Phasen des Lebensverlaufs in den Vordergrund, der den damit verbundenen Potenzialen verstärkte Aufmerksamkeit verleiht. Anders als bei der Begabungskontroverse in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Bildungsfrage dieses Mal aber nicht nur von der Hirnforschung flankiert, die einer beziehungsintensiven und aufmerksamkeitsanregenden Umgebung in den ersten Lebensjahren eine beachtliche Rolle bei der Entwicklung des kindlichen Gehirns zusprach, sondern zugleich auch von der Bildungsökonomie unterstützt, die mit Blick auf die Aktivierung der individuellen Entwicklung der Förderung in den ersten Lebensjahren die größten Chancen einräumte.
Auf der Basis einer aufblühenden und sich stark ausbreitenden empirischen Bildungsforschung wurde der Blick vermehrt auf das Lernen und die individuellen Kompetenzen gelenkt. Zu eindeutig waren die PISA-Befunde, zu dominant war der Einfluss der sozialen Herkunft, zu groß war die Kluft des Bildungserfolgs, zu enttäuschend waren die Leistungen des Bildungswesens. Erstaunlich einig waren sich Politik, Medien und Öffentlichkeit – und mit einer gewissen Verzögerung auch die Wissenschaft – in diesen Befunden.
Auf einer allgemeinen Ebene wurde rasch ein selten hinterfragter Konsens über die Zieldimension gefunden: Ein «Mehr» an Bildung – wie immer diese geartet sein möge – gilt als erstrebenswert. Damit war allerdings weder der Bildungsbegriff inhaltlich präzise gefasst, noch geklärt, wie Prozesse der Befähigung und des Kompetenzerwerbs im Lebensverlauf des einzelnen Menschen erfolgen, was sie behindert und wie sie gestaltet werden können.
Dennoch erwies sich die neu entfachte Debatte über die Entwicklungspotenziale von Kindern und Jugendlichen in mehrfacher Hinsicht als fruchtbar. Auf der einen Seite weitete sich der Blick zunehmend auch auf jene Bildungsorte und Bildungswelten aus, die nicht auf Anhieb dem Bildungssystem im engeren Sinne zugeschrieben wurden. Zum anderen erhöhte sich dabei zugleich die Sensibilität gegenüber Inhalten und Themen, die nicht dem üblichen Bildungskanon zugeschrieben wurden. Dieser Entgrenzung von Orten, Zeiten und Inhalten des Lernens und der Bildung folgte auch ein erweiterter Blick auf die Potenziale der Förderung zur Verbesserung der Handlungsfähigkeit.
Vor diesem Hintergrund kann der gezielte Blick auf Begabungen, Talente und Exzellenz, auf die ungenutzten Möglichkeiten des Lernens und des Kompetenzerwerbs zu Klärungen und Präzisierungen beitragen. Aus einer Lebensverlaufsperspektive ist die Begabungsentwicklung und Talentförderung zuallererst eine Frage der ersten Lebensjahrzehnte, eine Modalität des Aufwachsens, des Hineinwachsens in eine Welt, die es in ihren unterschiedlichsten Facetten zu entschlüsseln, zu entdecken, zu verstehen und anzueignen gilt. Diese Prozesse mit ihren Potenzialen, die gezielt an den Ressourcen, Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten der Heranwachsenden ansetzen, sind Themen, die viel mit Kindern und ihren Familien, mit den Kindertageseinrichtungen, den Schulen und der außerschulischen Jugendbildung, aber auch der Weiterbildung und dem lebenslangen Lernen zu tun haben.
In diesen Lernumgebungen kann die gezielte Förderung von Begabungen und Talenten – auch den weniger naheliegenden und ungeahnten – ihre folgenreichste Dynamik und ihre produktivste Bedeutung erlangen. Hier müssen Fragen nach den genutzten und den ungenutzten Möglichkeiten positiver wie negativer Entwicklungsverläufe von Kindern und Jugendlichen formuliert und beantwortet werden: Was ermöglicht die Entwicklung und Entfaltung von Begabungen und Talenten, was verhindert diese? Wie lassen sich Potenziale zur Entfaltung bringen, wie können trotz Vielfalt und Heterogenität diese individuell gefördert werden? Wie können auch jenseits allgemeiner Benchmarks die jeweils individuellen Fähigkeiten von den Heranwachsenden gezielt verbessert werden, denen Erfolge nicht leicht fallen? Wie lassen sich mit Blick auf die Möglichkeiten biografisch zuvor ungenutzter Potenziale bei Erwachsenen und bei älteren Menschen neue Impulse eröffnen?
Die Überzeugung, dass Neugier und Interesse, ebenso wie intensive Übung und Ausdauer, zu wichtigen Begleitern bei der Entdeckung und Entwicklung individueller Begabungen und Talente werden können, macht diese Thematik für das Bildungs- und Erziehungswesen so wichtig. Mehr denn je wird in modernen Gesellschaften erkennbar, dass Bildung in der Reduktion auf die Ansammlung von Abschlüssen und Zertifikaten die nachwachsende Generation nicht auf das vorbereitet, was ihr abverlangt wird. Zu einer zentralen Herausforderung wird vielmehr der Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten, das eigene Leben selbstständig in die Hand zu nehmen, sei es im Beruf, in der Familie oder in den anderen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens.
Das wachsende Interesse an Bildungsthemen und Bildungsverläufen, an besonderen Begabungen, Talenten und Eliten, die beharrliche Zuversicht gegenüber dem Gestaltungspotenzial stimulierender Lernumgebungen ist im Kontext der Debatten über Leistungsexzellenz und der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit von Gesellschaften zu verorten. Lebenslanges Lernen, Förderung von Talenten und Fragen nach dem Zusammenhang von Schulerfolg und Begabung sind hierbei Schlüsselthemen. Wie unterschiedliche Begabungen und Talente zu Expertise und Können werden, wie Möglichkeiten der Entfaltung von Begabung und Talenten in schulischen und außerschulischen Kontexten besser zu erfassen sind und welche Fördermaßnahmen wirksam sind, um die herkunftsbedingten Unterschiede auszugleichen, sind Themen einer Bildungsforschung, die die Gesamtheit von Bildungsleistungen und Bildungschancen in den Blick nimmt. Ein interdisziplinäres Handbuch wie das vorliegende kann sich derartiger Fragen annehmen und die bisweilen etwas konturenlose und nicht selten unpräzise Bildungsdebatte bereichern.
Margrit Stamm (Hrsg.)
Das Interesse an Themen wie Begabung, Expertise, Talent oder Exzellenz ist in den letzten Jahren markant angestiegen. Waren es lange Jahre die Hochbegabten selbst und die Diagnostik ihrer individuellen Begabungen und Talente gewesen, so sind es heute eher entwicklungspsychologisch und bildungssoziologisch miteinander verknüpfte Fragen. Zum einen interessiert, wie sich Talente über die Lebensspanne entwickeln. Zwei Forschungsbereiche markieren diesen Trend: einerseits die Frühpädagogik, welche in den letzten zehn Jahren auch im deutschen Sprachraum eine große Aktualität erlangt und maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ein neuer Blick auf «das kompetente Kind» entstanden ist. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass heute nicht mehr die Suche nach Defiziten, sondern die Orientierung an Ressourcen im Mittelpunkt steht. Zum anderen sind es die Altersforschung und die kognitive Entwicklungspsychologie, welche im Lebensspannenkonzept ein neues Verständnis von Entwicklung zum Ausdruck bringen. Dieses Konzept geht davon aus, dass sich ontogenetische Prozesse von der Geburt bis zum Tod, d.h. über den gesamten Lebenslauf, erstrecken und auch im Alter noch kontinuierliche (kumulative) und diskontinuierliche (innovative) Prozesse auftreten können.
Zum anderen ist von großem Interesse, welche Rolle eine Gesellschaft, eine Kultur sowie die nähere Umgebung im Hinblick auf die Manifestation und Förderung von Talenten spielen. So haben bildungssoziologische Untersuchungen zu den Wirkungen von Bildungsreformen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den letzten Jahren deutlich gemacht, dass ökonomische, soziale und kulturelle Bedingungen wesentlich zur Reproduktion der sozialen Ungleichheit beitragen. Kinder aus bildungsnahen Milieus verfügen beispielsweise beim Kindergarten- und Schuleintritt über deutlich mehr Kompetenzen als solche aus bildungsfernen Familien. Dieser verstärkte Blick auf den Vorschulbereich hat zu Forderungen geführt, benachteiligte Kinder seien so zu fördern, dass sie ihr individuelles Entwicklungspotenzial entfalten und auf diese Weise die negativen Einflüsse ihrer sozialen Herkunft minimiert werden können. Mit Blick auf die obligatorische Schule sind Kinder und Jugendliche aus bildungsnahen Milieus – ungeachtet ihrer Begabungen oder Expertisen – nach wie vor in anforderungshohen Bildungsgängen und in Begabtenförderprogrammen übervertreten. Der Hauptgrund scheint darin zu liegen, dass die Wahl des Schultyps nicht mehr nach Schulerfolg und Begabung erfolgt, sondern weit stärker von der sozialen Stellung der Familie und den Wünschen der Eltern und Lehrkräfte abhängig ist. Aus dieser Perspektive betrachtet wird oft davon ausgegangen, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und/oder aus einfachen Sozialschichten die größte Gruppe der Underachiever bilden.
Die These von den auszuschöpfenden Begabungsreserven der 1960er Jahre im Anschluss an Dahrendorf, Peisert und Picht bekommt somit heute eine neue Kontur. Das gilt ganz besonders auch im Hinblick auf fortschreitende Globalisierungstendenzen und internationalen Wettbewerb, welche dazu beitragen, dass neue Themen fokussiert werden, beispielsweise die Talententwicklung besonderer Gruppen – etwa der Migranten – oder der Fachkräftemangel im Zusammenhang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels. Gerade die gestiegenen Anforderungen an Berufsprofile führen zu einem wachsenden Bedarf an talentierten Personen, welche in der Lage sind, Expertise zu erwerben und in ihren Fachgebieten Herausragendes zu leisten. Das öffentliche Interesse hat sich in den letzten Jahren denn auch verstärkt Fragen des Talentmanagements in Betrieben und Ausbildungsinstitutionen zugewendet. Diese vielfältigen Entwicklungen bedingen jedoch, dass die Thematik viel ausgeprägter ist, als dies bis anhin der Fall war, und in einer interdisziplinären Perspektive behandelt werden muss.
In Ansätzen manifestiert sich diese Interdisziplinarität auch in dem Umstand, dass der Begriff (Hoch-)Begabung zunehmend seltener gebraucht und an seiner Stelle je nach Disziplin eher von Elite, Talent, Expertise oder Exzellenz gesprochen wird. Dass insbesondere die beiden letztgenannten Begriffe häufig verwendet werden, dürfte auch in den wichtigen Erkenntnissen der Expertiseforschung zur Entwicklung des professionellen Könnens begründet sein. Der Begabungsbegriff ist jedoch nicht unbedeutend geworden. Gerade die Relation von Begabung und Expertise ist für das Verständnis der Bedingungen, wie herausragende Leistungen entstehen, zentral, weshalb allgemein den drei Begriffen Begabung, Wissen und Lernen besondere Bedeutung zugesprochen wird.
In diesem Handbuch wird der Begriff Talent als federführende Klammer verwendet und zwar deshalb, weil ihm aus einer Lebensspannenperspektive Begabung (als individuelles Fähigkeitspotenzial unter Berücksichtigung der sozialen und kulturellen Lebensumwelt) und Expertise (als Kompetenz auf hohem Niveau) subsummiert werden können. Denn entwicklungspsychologisch kann jede Begabung nur dann zur Entfaltung gelangen, wenn sie trainiert und geübt wird, sich als spezifisches Talent manifestiert und zum professionellen Können heranreift.
Das vorliegende Handbuch legt keine Theorie der Talententwicklung vor, aber es zeigt die unterschiedlichen Themenbereiche zur Thematik auf, präsentiert die empirischen, theoretischen und methodologischen Befunde und diskutiert pädagogische und sozialpädagogische Handlungsfelder. Auf diese Weise lassen sich die bislang eher unverbunden nebeneinander stehenden Bereiche der Begabungs-, Talent- und Expertiseforschung erstmals für den deutschsprachigen Raum miteinander verknüpfen und deren inzwischen ausdifferenzierte Forschungserträge bilanzierend zusammenfassen. Durch die Auswahl der Themen und der beteiligten Autorinnen und Autoren1 wird versucht, die wichtigen Erkenntnisse der an diesem Gebiet beteiligten Disziplinen zu berücksichtigen und auf diese Weise der Forderung nach einer interdisziplinären Perspektive nachzukommen.
Das Handbuch gliedert sich in sechs große Themenbereiche und versucht – ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit – all jene Themen zu fokussieren, die zentral von Begabung, Talent und Expertise berührt sind oder sie betreffen. Insgesamt werden sechs unterschiedliche Zugänge diskutiert. Der erste Bereich gibt einen allgemeinen Überblick über die wissenschaftliche Diskussion aus verschiedenen Disziplinen. Heinz-Werner Wollersheim diskutiert die Thematik aus dem Blickwinkel der Pädagogik. Dabei zeigt er zunächst auf, wie sich in der pädagogischen Frage nach Begabung und Talent die Perspektive langsam hin zu den Bedingungen und Möglichkeiten der pädagogisch induzierten Entfaltung individueller Begabungspotenziale, förderlicher subjektiver Haltungen, Einstellungen und Überzeugungen sowie begünstigender oder hemmender Umgebungsfaktoren entwickelt hat. Weniger Beachtung findet die Frage nach der Funktion des Begabungsbegriffs in historischen und aktuellen gesellschaftlichen Argumentationszusammenhängen, die deshalb im Mittelpunkt des Beitrags steht. Gerhard Lehwald fragt in seinem Beitrag, inwiefern Talent und Begabung ein Thema der Psychologie sind. Dabei untersucht er, wie Teildisziplinen der Psychologie (etwa Lernpsychologie, Entwicklungspsychologie, Psychologische Diagnostik) die Forschungen zu Talent und Begabung gefördert haben, aber auch, ob diese ausgewählte Grunddisziplinen der Psychologie befruchtet und gefördert haben. Rolf Arnold, Eva Kleß und Thomas Prescher untersuchen die Bedeutung von Talent und Begabung in Personal- und Sozialpsychologie. Im Mittelpunkt ihres Beitrages steht ein Diskurs über den Talentbegriff aus Sicht der Personalpsychologie. Damit fokussieren sie den Unterschied einer Hochbegabtenforschung gegenüber einer personalpsychologischen Konstruktion des Talents in einer gesellschaftlichen Marktlogik der Person als Arbeitskraft. Mit der Einbettung des Talentverständnisses in einen gesellschaftlichen Verwertungszusammenhang wird auf die Optimierung des Individuums aus sozialpsychologischer Sicht verwiesen und herausgearbeitet, dass zahlreiche psycho-soziale Treiber in Form psychologischer Selbstkonzepte die Talententfaltung moderieren. Ursula Hoyningen-Süess diskutiert in ihrem Beitrag die sonderpädagogische Forschung zu Begabung und Talent. Zunächst erläutert sie die Frage, welcher Auftrag der Sonderpädagogik heute im Kanon der verschiedenen disziplinären Zugänge zugeschrieben wird, anhand eines historischen Rückgriffs. Sodann skizziert sie verschiedene Auffassungen von Hochbegabung und Talent im Laufe der Zeit und stellt dabei eine sonderpädagogische Sichtweise zur Diskussion, welche die Grundlage der sonderpädagogischen Forschung zum Thema hat und die Ausgangslage für Interventionsvorschläge im schulischen und außerschulischen Alltag darstellt. Abschließend erläutert sie die Bedeutung von Begabung und Talent aus sonderpädagogischer Sicht. Johannes Giesinger nähert sich der Thematik aus dem Blickwinkel der Philosophie, indem er die pädagogisch-psychologische Debatte zum Problem der Begabung und die philosophische Gerechtigkeitsdiskussion aufeinander bezieht und dabei die Kritik an den von der Gerechtigkeitstheorie oft als selbstverständlich angenommenen Begabungsunterschieden beleuchtet. Dabei fragt er auch, welche Relevanz die Gerechtigkeitstheorie für die pädagogisch-psychologischen und bildungspolitischen Kontroversen um Talent und Begabung haben kann. Dieter Frey, Peter Fischer, Bernhard Streicher und Carolin Bock wiederum untersuchen die Thematik aus bildungsökonomischer Perspektive mit Fokus auf dem Führungsnachwuchs. Aus kognitionspsychologischer Sicht fragt Esther Ziegler danach, warum einige Leute ihre Talente entfalten, während andere sie brachliegen lassen. Sie zeigt auf, wie entscheidend die Passung von Anlage und Umwelt ist und welche Rolle ihr zukommt, um Menschen zu einem lebenslangen intensiven Lernen zu ermutigen. Ziel des Beitrags von Lutz Jäncke ist es, die Neurobiologie der Begabung zu diskutieren. Er zeigt auf, dass Begabung nicht mittels einfacher neurobiologischer Konzepte zu erklären ist, sondern eher durch ein spezielles distribuiertes neuronales Netzwerk. Dabei handelt es sich nicht alleine um eine fokale anatomische Besonderheit, sondern um eine Besonderheit des Gesamtsystems Gehirn. Dieser neurobiologische Systemgedanke korrespondiert recht gut mit den Vorstellungen der Psychologie über Begabung und kognitive Leistung. Helmut Heid schließt den Abschnitt mit einer kritischen bildungstheoretisch fundierten Abhandlung zu Begabung und Talent ab. Neben einer Diskussion problematischer Implikationen alternativer Begabungskonzepte steht insbesondere eine bildungswissenschaftliche Kritik des Begabungsbegriffs im Mittelpunkt seiner Analyse und seine Konklusion lautet, dass es unmöglich sei, die Grenzen «der Begabung» festzustellen.
Der Themenbereich II stellt Aspekte zur Entwicklungspsychologie des Talents in den Mittelpunkt und liefert einen Überblick über das hierzu vorliegende Forschungswissen von der frühen Kindheit bis ins späte Erwachsenenalter. Zunächst gibt Martin R. Textor einen Überblick zur Begabungs- und Talententwicklung im Vorschulalter. Dabei fokussiert er auf die bisher wenig beachtete Tatsache, dass es in jeder Kindertageseinrichtung Kinder gibt, die sich durch weit überdurchschnittliche Fähigkeiten und außergewöhnliche Interessen von Gleichaltrigen unterscheiden, von den Erziehern jedoch aus unterschiedlichen Gründen oft als besonders anstrengend erlebt werden. Der Autor zeigt die Hintergründe solchen Verhaltens auf und plädiert für eine genaue Beobachtung der Entwicklung solcher Kinder, um adäquate Förderangebote bereitstellen zu können. Daran anschließend beschäftigt sich Ursula Carle mit der Anschlussfähigkeit zwischen Kindergarten und Schule. Sie zeigt auf, dass institutionelle Bildungsübergänge nicht bloß einen Wechsel von einer Einrichtung in die andere darstellen, sondern Entwicklungsstufen symbolisieren, mit deren Überwindung das Kind zeigen kann, dass es einen Lebensabschnitt abgeschlossen und einen neuen begonnen hat. Ihr Beitrag beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven, was heute unter Anschlussfähigkeit verstanden werden kann und skizziert Bedingungen, unter denen Anschlussfähigkeit erreichbar wäre. Margrit Stamm beleuchtet in ihrem Kapitel den Mythos «Wunderkind». Dabei versucht sie die Frage zu beantworten, was tatsächlich hinter diesem Mythos steckt, welche Rolle die Intelligenz spielt und inwiefern die Eltern aus ihren Kindern Wunderkinder machen können. Im Beitrag von Susanne R. Buch, Jörn R. Sparfeldt und Detlef H. Rost geht es um die Entwicklung (intellektuell) hochbegabter Grundschulkinder. Ausgangslage bildet dabei die Feststellung, dass sich Aufgaben und Ziele der Primarstufe nicht nur auf elementare Kulturtechniken beschränken, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung sowie die «Anbahnung der Allgemeinbildung» umfassen und dabei die individuell unterschiedlichen Lernvoraussetzungen von Kindern berücksichtigen müssen. Nach einer Klärung des Begriffs der Hochbegabung werden Befunde zur Entwicklung (intellektuell) hochbegabter Grundschulkinder dargestellt. Dabei wird auch kurz auf die Frage eingegangen, wie gut Lehrkräfte hochbegabte Grundschüler identifizieren können und wie schulische Maßnahmen ihrer Förderung aussehen. Annette Heinbokel untersucht in ihrem Beitrag die Bedeutung des Klassenüberspringens für die Talententwicklung. Neben der Erläuterung der Rolle, welche Enrichment und Akzeleration als die zwei hauptsächlichen Fördermöglichkeiten spielen, diskutiert sie insbesondere Meta-Analysen, welche belegen, dass Akzeleration in der Regel effektiver als Enrichment ist. Der Übertritt in die Sekundarstufe I steht im Beitrag von Ulrich Trautwein, Kai Maaz und Franz Baeriswyl im Mittelpunkt. Die Autoren gehen dabei von der Feststellung aus, dass der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule eine wichtige Weichenstellung darstellt, deren Bedeutung für die Bildungsbiografien von Schülern nicht unterschätzt werden sollte. In diesem Zusammenhang thematisiert der Beitrag die Rolle von Begabung, indem zunächst Begriffe wie Schulleistung und Schulnoten voneinander abgegrenzt werden. Sodann werden bedeutsame Faktoren untersucht, welche beim Übertritt in die Sekundarstufe I eine große Rolle spielen und dabei soziale Disparitäten und Referenzgruppeneffekte als Quellen von Disparitäten identifiziert. Heinz Reinders geht in seinem Beitrag der Frage nach der sozialen und emotionalen Entwicklung hochbegabter Kinder nach. Auf der Datenbasis der Mannheimer Hochbegabungsstudie zeigt er auf, dass sich hochbegabte Kinder in der Regel sozial und emotional vergleichbar zu intellektuell normal begabten Gleichaltrigen entwickeln und es per se kein besonderes Risikopotenzial für diese spezifische Population gibt. Heiner Ullrichs Beitrag widmet sich dem Gymnasium als Talentschmiede. Zunächst diskutiert er die Feststellung, dass sich das Gymnasium in den vergangenen Jahrzehnten von einer elitär ausgerichteten Bildungsstätte zu einer Schule entwickelt hat, die ein sehr attraktives Programm anbietet, das auch einen breiten Anteil der Sekundarschüler anzieht. Darauf aufbauend zeigt er auf, wie sich in dem Maße, wie das Gymnasium einerseits zur «Schule für jedermann» geworden ist, auf der anderen Seite seit Längerem überregional und innerhalb der regionalen Schullandschaften besondere Wege der Talentförderung an speziellen Gymnasien herausbilden. Margit Stein und Hans-Ludwig Schmidt fragen nach der gesellschaftlichen Relevanz der Förderung von Auszubildenden in der Berufsbildung und legen ihr Augenmerk dabei auf die Heterogenität der Klientel: Leistungsstarke Auszubildende stehen ausgesprochen leistungsschwachen Personen gegenüber. Im Rahmen ihres Beitrags präsentieren sie Konzepte zur Integration von besonders leistungsstarken und leistungsschwachen Auszubildenden. Cla Famos stellt die Talente auf dem Weg an die Hochschulen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Dabei betont er den Bedarf einer spezifischen Talentförderung an Hochschulen aufgrund der starken Erhöhung der Studierendenzahlen. Betont wird aber auch die bedeutende Rolle von Förderwerken mit ihren je unterschiedlichen Fördermethoden und Perspektiven. Der Thematik Talent und Karriere im Personalmanagement widmet sich der Beitrag von Andreas Hirschi, Milan Uhe und Vanessa Jänsch. Im Mittelpunkt steht die Verschärfung des Kampfes um die Talente aufgrund des weltweit fortschreitende demografischen Wandels und der als Folge der Globalisierung zunehmenden Mobilität. Als eine große Herausforderung für das Talentmanagement in Unternehmen erachten die Autoren sowohl die Berücksichtigung neuer Karrieremodelle mit hohen Anteilen an Selbstverantwortung und Flexibilität als auch sozialer Faktoren. Der letzte Beitrag dieses Abschnitts von Margrit Stamm fokussiert die Talententwicklung im Alter, ein in der Forschung bisher nicht bearbeitetes Thema. Auf der Grundlage der Erkenntnisse aus der Life-Span-Psychologie und der sozial-kognitiven Grundlagenforschung wird aufgezeigt, in welchen Bereichen die Entwicklung von Potenzialen und Talenten möglich respektive unwahrscheinlich ist. Gefragt ist ein Talent- und Expertisemanagement älterer Menschen, das den defizitorientierten durch einen ressourcenorientierten Blick auf das, was ältere Menschen können und wissen, ersetzt.
In Bereich III werden internationale Bezüge hergestellt und dabei wird auch die Rolle von Förderstiftungen diskutiert. Die Situation in Deutschland erläutert Klaus K. Urban. Nach einem kurzen geschichtlichen Aufriss skizziert er die unterschiedlichen Entwicklungen der Schul- und Bildungslandschaften hinsichtlich der Wahrnehmung und Förderung von Talent und Begabung in den zwei deutschen Staaten bis zur Wiedervereinigung und diskutiert anschließend zentrale Bereiche der Talent- und Begabungsforschung und -förderung vom Elementar- bis zum Tertiärbereich. Dabei wird auch die Rolle der Lehreraus- und -weiterbildung sowie Diagnostik und Beratung angesprochen. Der Autor kommt zum Schluss, dass es trotz der Vielzahl von größeren und kleineren noch erheblicher weiterer Anstrengungen und Veränderungen bedarf, die auch die Makro- und Mikrostruktur des Bildungssystems betreffen. Den Umgang mit Talent und Begabung in Österreich skizzieren Astrid Fritz, Waltraud Rosner und Silke Rogl. Sie zeigen auf, wie in den letzten beiden Jahrzehnten ein immer breiteres Bewusstsein für die Notwendigkeit von Talent- und Begabungsförderung entstanden ist, die sich sowohl auf der strukturellen, der schulpraktischen und auch auf der ideellen Ebene niederschlägt. Heute existieren, v.a. im schulischen Kontext, verschiedene Programme und Fördermöglichkeiten für Talentierte und Begabte. Das intensive Bemühen, Begabungsförderung integrativ im Regelunterricht zu verankern, schärfte auch die Sicht auf die Sicherung und Entwicklung von Schulqualität allgemein. Zudem existieren Qualifizierungsmöglichkeiten für in der Begabungs- und Exzellenzförderung handelnde Personen. In jüngster Zeit gibt es erfreulicherweise auch vermehrt Initiativen sowohl im Bereich der frühen Förderung von Begabungen als auch im tertiären Bildungsbereich. Silvia Grossenbacher und Annette Tettenborn behandeln die Situation in der Schweiz. Sie beleuchten dabei die koordinierten Anstrengungen der Kantone, um Begabungs- und Begabtenförderung als Teil der Schul- und Unterrichtsentwicklung in einem zunehmend integrativ ausgestalteten schulischen Fördersystem zu etablieren, und zeigen, wie Aus- und Weiterbildungsinstitutionen auf der Basis neuer bildungspolitischer Vorgaben einer integrativen Beschulung den Lehrpersonen Kompetenzen in diesen Bereichen vermitteln. Als entscheidende Gelingensbedingung erachten sie die Notwendigkeit, dass Begabungs- und Begabtenförderung mit im Fokus der Unterrichts- und Schulentwicklung steht und die Kompetenzen des spezialisierten Personals als Ressource für die eigene Unterrichtsentwicklung verstanden werden. Lutz-Peter Berg und Nina Scherrer sowie Georg von Schnurbein beleuchten in ihren beiden abschließenden Beiträgen die internationale Rekrutierung von talentierten jungen Menschen sowie deren Förderung durch Stiftungen. Im Beitrag von Lutz-Peter Berg und Nina Scherrer geht es um die Talentmobilität von Studierenden, Forschenden, Akademikern und anderen hochqualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland. Die Autoren geben einen Einblick in den global geführten Wettbewerb um diese Klientel. Dabei erläutern sie die Motive und Strategien verschiedener Staaten und die Auswirkungen des Wettbewerbs um Talente sowohl für einzelne Länder als auch für die Perspektive der Individuen selbst. Georg von Schnurbeins Perspektive ist schließlich die Rolle der Förderstiftungen. Er bezeichnet sie als ein für die Talentförderung prädestiniertes Aktionsfeld. Basierend auf der Diskussion der Entwicklung des Stiftungswesens in Deutschland und der Schweiz und seiner gesellschaftlichen Rolle in der Talentförderung verdeutlicht der Autor anhand von vier Fallbeispielen, dass Förderstiftungen ihre Beziehung zum Staat und damit die Ausrichtung ihrer Aktivitäten sehr unterschiedlich auslegen. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass ihre Leistungsangebote lediglich ergänzende Wirkung zu staatlichen Leistungen haben, weshalb zukünftig daher eine höhere staatliche Finanzierung der Talentförderung unausweichlich ist.
Der Themenbereich IV fasst Beiträge zu spezifischen Themenbereichen zusammen. Zunächst erläutern Hans Gruber und Andreas Lehmann in ihrem Beitrag verschiedene Erklärungen für das Zustandekommen professioneller Spitzenleistung, in denen unterschiedliche Schwerpunkte gelegt werden. Geht es um professionelle Spitzenkönner, wird die Debatte unter besonderen Vorzeichen geführt, weil sie vom Ende einer Leistungsentwicklung aus gedacht und konzipiert wird. Hier ist somit nicht davon die Rede, wie besonders aussichtsreich erscheinende Individuen diagnostiziert und identifiziert und dann angemessen gefördert werden können, sondern, was diese High Performer auszeichnet und wie der zu ihnen führende Entwicklungspfad ausgesehen haben kann. Die Expertiseforschung steht damit zunehmend in einem Konkurrenzverhältnis zur Begabungsforschung. Talentierte Underachiever stehen im Beitrag von Jörn Sparfeldt, Susanne Buch und Detlef H. Rost zur Diskussion. Sie geben einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand, die Identifikation durch Lehrkräfte sowie die Fördermöglichkeiten. Als Fazit betonen sie dabei, dass der Einbezug und die Mitarbeit des Underachievers selbst geradezu ein «Muss» sei, man jedoch nicht erwarten könne, dass Underachiever sehr schnell und mit wenig Aufwand zu guten Schulleistungen zu bringen wären. Margrit Stamm untersucht in ihrem Beitrag den Zusammenhang von Minoritäten und ihrem Potenzial, als Begabungsreserven zu dienen. Ausgehend von der Frage, wie es kommt, dass so wenig Kinder und Jugendliche mit Minoritätshintergrund schulerfolgreich sind, wird die These zu beantworten versucht, dass sie die zahlenmäßig größte Gruppe von Minderleistern darstellen und dass der Begabtenförderung deshalb die Gefahr droht, bestehende soziale Ungleichheiten zu verstärken. Im Beitrag von Elisabeth Neudecker und Wolfgang Schneider geht es um Begabung, Talent und Metakognition. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich Hochbegabte auch in ihren metakognitiven Fähigkeiten von durchschnittlich Begabten unterscheiden. Sie kommen dabei zum Schluss, dass dem so ist und dass dieser Vorteil insbesondere im Hinblick auf das deklarative metakognitive Wissen besonders ausgeprägt ist, aber auch in Teilbereichen der prozeduralen Metakognition. Obwohl Hochbegabte prinzipiell nicht anders lernen als Normalbegabte, sind sie aufgrund ihrer Fähigkeit zur schnellen Informationsverarbeitung und ihrer überlegenen Auffassungsgabe imstande, besonders effizient und erfolgreich zu lernen. Christian Fischers und Christiane Fischer-Ontrups Beitrag untersucht Begabung und Talent im Zusammenhang mit Lern- & Leistungsschwierigkeiten. Im Mittelpunkt ihres Beitrages stehen Kinder mit speziellen Lern- & Leistungsschwierigkeiten und besonderen Begabungen bzw. Talenten. Zunächst erläutern sie die Grundlagen und speziell das Bedingungsgefüge von vielfältig besonderen Kindern mit speziellen Lern- & Leistungsschwierigkeiten sowie besonderen Begabungen bzw. Talenten. Darauf basierend diskutieren sie Förderkonzepte und speziell lernstrategische Fördermaßnahmen für diese Zielgruppe von begabten Kindern mit Lernschwierigkeiten, die im Internationalen Centrum für Begabungsforschung entwickelt und evaluiert wurden. Diese ressourcenorientierten Förderansätze umfassen spezielle Strategien erfolgreicher Lernprozesse zur Informationsverarbeitung (z.B. Lese-Rechtschreibstrategien), sowie Strategien der Selbststeuerung (z.B. Selbstkontrolle) und Leistungsmotivierung (z.B. Zielbildung). Im letzten Beitrag dieses Abschnitts geht es Dominik Gyseler um den Zusammenhang von Begabung, Talent und ADHS. Im Mittelpunkt seines Beitrags steht die Feststellung, dass bei Hochbegabten manchmal Verhaltensweisen wie verminderte Konzentration, hohe Ablenkbarkeit oder auch überschäumende Begeisterung zu beobachten sind, die auf den ersten Blick an eine ADHS denken lassen. Der Autor verweist deshalb auf die Notwendigkeit, zwischen zwei Gruppen zu unterscheiden: Bei Hochbegabten mit einer diagnostizierten ADHS ist die ADHS Bestandteil des Misfits. Bei Hochbegabten hingegen, die ein ADHS-ähnliches Verhalten zeigen, aber keine Diagnose aufweisen, ist sie Folge eines Misfits. Diese Unterscheidung hat Konsequenzen für die pädagogisch-therapeutischen Maßnahmen, die ergriffen werden sollten.
Themenbereich V behandelt Fragen zu Diagnostik und Wirksamkeit. Den Anfang machen Hanna Beißert, Marcus Hasselhorn und Patrick Lösche. Im Zentrum ihres Beitrages stehen die Möglichkeiten und Grenzen der Frühprognose von Hochbegabung. Die Autoren bieten einen Überblick der wichtigsten Befunde und Erkenntnisse über diesen Themenbereich, wobei sie ihren Fokus auf den Altersbereich von der Geburt bis zur Einschulung legen. Referiert werden Befunde zur Vorhersagerelevanz bestimmter nichtkognitiver und kognitiver Indikatoren. Die Autoren kommen dabei zum Schluss, dass die Prognose von Hochbegabung in diesem Zeitabschnitt eher bescheiden ist. Effekte schulischer Begabtenförderung stehen im anschließenden Beitrag von Anna Gronostaj und Miriam Vock zur Debatte. Ausgehend von der Darstellung der unterschiedlichen Ansätze zur Förderung Hochbegabter in der Schule diskutieren sie die Herausforderungen und Chancen einer inklusiven Förderung im regulären Klassenverband. Dabei legen sie den Fokus auf nationale und internationale Befunde zur Wirksamkeit der Maßnahmen. Im Beitrag von Helga Joswig werden entwicklungspsychologische Besonderheiten hochbegabter Schüler im Grundschulalter im Zusammenhang mit schulischen Fördermöglichkeiten auf der Basis eines wissenschaftlich begleiteten und evaluierten Schulversuchs zur Förderung hochbegabter Grundschulkinder in integrativen, heterogen zusammengesetzten Klassen im Vergleich zu einer Parallelklasse vorgestellt und diskutiert. Daran anschließend untersucht Anne Sliwka den Beitrag von Lehrkräften bei der Identifikation und Förderung von Talenten. Dabei geht sie in erster Linie der Frage nach, ob diese die Erkennung und gezielte Förderung besonderer Talente bei ihren Schülern als eine Kernaufgabe ihres professionellen Handlungsspektrums verstehen. Sie kommt zum Schluss, dass diese Kompetenz in Schulen noch nicht vollständig entwickelt ist, dass aber vor allem internationale Beispiele zeigen, wie auch im deutschsprachigen Raum Lehrerausbildung und Schulentwicklung diesem Ziel dienen könnten. Kurt K. Heller nimmt in seinem Beitrag Talentsuche und Programmevaluation unter die Lupe. Ausgehend von der Feststellung, dass die Effektivität von Förderprogrammen entscheidend durch die Passung zwischen den individuellen Lernfähigkeiten bzw. Lernbedürfnissen und den Lernanforderungen eines Förderprogramms bestimmt wird, zeigt er diesen interdependenten Zusammenhang anhand zweier Forschungsbeispiele auf. Heller kommt dabei zum Schluss, dass innovative Fördermaßnahmen bzw. Förderprogramme auf ihre Wirksamkeit auf der Basis methodischer Standards der Programmevaluation untersucht werden müssen. Den Abschluss des Abschnitts macht der Beitrag von Ingo Zettler, Felix Thoemmes, Marcus Hasselhorn und Ulrich Trautwein. Sie konzentrieren sich in ihrem Aufsatz auf den Optimierungsbedarf in der Begabungs- und Talentforschung und diskutieren vier methodische Herausforderungen: die mangelnde Standardisierung einer Talentdefinition, die Schwierigkeit, angemessene Kontrollgruppen zu finden, den Verlust von Studien-/Interventionsteilnehmern sowie die Problematik von Deckeneffekten. Vor diesem Hintergrund skizzieren sie Analyseverfahren, die eine erfolgreiche Bewältigung möglich machen, um Talentauswahl sowie Talentförderung stärker als bislang evidenzbasiert vorzunehmen.
Der letzte Bereich VI fasst Beiträge zusammen, die ausschließlich dem Thema «Förderung» gewidmet sind. Zunächst fokussieren Andrea Bertschi-Kaufmann und Anouk Gyssler Grundlagen und Praktiken des schulischen Leseunterrichts und stellen diese in den Zusammenhang der Diskussion über Begabung und Begabungsförderung und die von Lehrern geforderte Diagnosefähigkeit. Mit Blick auf die schulische Praxis beschreiben sie solche Modelle ausführlicher, welche die Leseförderung an den gegenstandsbezogenen Interessen der Schüler ausrichten. Der Beitrag von Heiner Gembris behandelt Begabung und Talent in der Musik. Ausgehend von der Feststellung, dass die Begriffe Talent und Begabung kaum in einem anderen Bereich eine so prominente und umstrittene Rolle spielen wie im Bereich der Musik und daran Elternhaus, Schule und auch musikalische Talent-Shows beteiligt sind, zeigt er auf, wie wichtig der Begriff der musikalischen Begabung oder des Talents ist, um Unterschiede in musikalischen Leistungen zu erklären. Andreas Hohmann widmet sich in seinem Beitrag dem Talent im Sport. Dabei zeigt er auf, dass und wie die Aufgabe, künftige Leistungsträger im Spitzensport hervorzubringen («Talententwicklung») eine enge Zusammenarbeit der Institutionen Schule und Verein erfordert. Die Talententwicklung geschieht dabei am besten im Verbund von sportwissenschaftlicher Talentdiagnose und verbandlicher Talentförderung sowie einer den Gesamtprozess der Talententwicklung begleitenden sportwissenschaftlichen Talentforschung. Einer frühzeitigen Talentdiagnose kommt dabei besondere Bedeutung zu: erstens ist es die Tatsache, dass sportliches Talent ein wichtiger Bestandteil des individuellen Begabungspotenzials eines Kindes darstellt, zweitens reduziert eine frühe Talentsichtung die negativen Konsequenzen der frühzeitigen Spezialisierung und drittens führt eine frühzeitige und effiziente Talentsichtung auch zu einer erheblichen Kostenreduktion bei den für die Nachwuchsförderung verantwortlichen Institutionen. Friedhelm Käpnick untersucht die Talentförderung in der Mathematik. Ausgehend von der Frage nach den Ursachen und Bedingungen für die Entstehung und Entwicklung solcher Potenziale diskutiert er bekannte Theorieansätze auf der Basis der wechselseitigen Beeinflussung von verschiedenen «Strömungen» in der Intelligenzforschung, in der Mathematikdidaktik und in weiteren Nachbarwissenschaften. Ferner zeichnet er den aktuellen Forschungsstand aus fachdidaktischer Perspektive auf und präsentiert Konzeptansätze zur Förderung von mathematischen Begabungen bzw. Talenten. Der Beitrag von Marold Reutlinger, Franziska Buschhaus, Carolin Groß, Manuel Hopp, Katrin Werner und Albert Ziegler widmet sich der Begabtenförderung und Lernumwelten im Sinne einer systemischen Einbettung. Anliegen der Autoren ist es, beispielhaft an der Situation von Mädchen und Frauen in MINT aufzuzeigen, dass eine entsprechende Erweiterung der Förderperspektive vielfältige Vorteile bringt. Ein vielversprechendes Konstrukt zur besseren Berücksichtigung relevanter Umweltvariablen stellen Soziotope dar. Anhand von Beispielen aus dem MINT-Bereich werden sie konkretisiert und ihre Nützlichkeit mithilfe einer Forschungsstudie veranschaulicht. Um inklusive Begabungsförderung geht es im Aufsatz von Claudia Solzbacher und Birgit Behrensen. Sie zeigen dabei auf, dass die Aufforderung zur Inklusion an Schulen auch Chancen für einen Innovationsschub in der Begabtenförderung bieten, nicht zuletzt deshalb, weil damit ein wichtiger Beitrag zur Chancengerechtigkeit geleistet werden kann. Die Autorinnen gehen davon aus, dass auf dieser Grundlage auch Begabte und Hochbegabte als Individuen mit je spezifischen Lernvoraussetzungen und -bedürfnissen in den allgemeinen pädagogischen Fokus rücken könnten. Den Abschluss des Handbuches macht der Beitrag von Dagmar Bergs-Winkels, Peter Winkels und Rebecca Winkels zum außerschulischen Lernort der Kinderuniversität. Dabei zeigen sie auf, dass sich Kinderuniversitäten in den letzten Jahren weit im deutschsprachigen Raum und in Europa verbreitet haben. Ihre Wirkung auf die Lernbiografie von Kindern und ihre Rolle bei der Förderung von besonderen Begabungen ist bislang noch nicht systematisch erforscht. Erste Schritte werden in einem europäischen Netzwerk von Kinderuniversitäten unternommen. Aus den wenigen Begleitstudien lässt sich schließen, dass sie ihre Position als Enrichment-Maßnahme in der Bildungslandschaft gefunden haben, allerdings Fragen der sozialen Vielfalt und der gezielten Förderung von besonderen Begabungen noch nicht geklärt sind.
Die Entstehung eines Handbuches mit insgesamt 46 Beiträgen ist auch ein Abenteuer mit Unwägbarkeiten. Ich bin stolz, dass es uns gelungen ist, das Projekt im geplanten Zeitrahmen abzuschließen. Den Autoren möchte ich deshalb ganz besonders für die gute und zeitgenaue Zusammenarbeit danken. Mein Dank geht auch an Stefanie Schaller, Marion Kalt, Michael Stauffer und Miriam Pegoraro, welche mich bei den organisatorischen Arbeiten tatkräftig unterstützt haben. Ein ganz besonderer Dank geht an den Verlag Hans Huber und Herrn Tino Heeg, welcher meine Idee, ein Handbuch zur Talententwicklung zu realisieren, unterstützt und das Projekt tatkräftig begleitet hat. Ebenso danken möchte ich Frau Susanne Lauri, welche die Erstellung des Buches sehr umsichtig begleitet hat.
Bern, im Herbst 2013
Margrit Stamm
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden hier und in den einzelnen Beiträgen nicht durchgehend weibliche und männliche Formen parallel, sondern oftmals neutrale Formen oder – den Regeln der deutschen Sprache folgend – das generische Maskulinum verwendet. Dennoch schließen alle enthaltenen Personenbezeichnungen das jeweils andere Geschlecht mit ein.
Allgemeiner Überblick und Bezugsdisziplinen
Heinz-Werner Wollersheim
Talent und Begabung werden in der deutschsprachigen Pädagogik häufig synonym gebraucht. Differenzierungen werden gelegentlich vorgenommen, um Talent als überdurchschnittliche und zumeist auf einen bestimmten Ausdrucks- und Leistungsbereich bezogene Begabung (z.B. Sport, Musik, bildende Kunst) von einer allgemeinen intellektuellen Begabung zu unterscheiden oder um einen bestimmten Ausprägungsgrad in der derzeitigen Leistungsqualität (Norm, Talent, Genie) oder der Wahrscheinlichkeit einer künftig zu erwartenden Leistungsexzellenz (Talent, Hochbegabung, Expertentum) zu bezeichnen, doch sind diese weder einheitlich gebraucht noch allgemein anerkannt.
Eine Abgrenzung der Begriffe allein für den Bereich der Pädagogik ist kaum möglich. Erstens stehen beide Begriffe Talent und Begabung in einer gemeinsamen begriffsgeschichtlichen Traditionslinie, die mit der Tradition der genuin pädagogischen Begriffe Bildsamkeit und Bildung wechselwirkt. Zweitens dominiert in der Forschung seit 1880 weitestgehend die psychologische Perspektive bei den Versuchen, Existenz, Ausprägung und Veränderbarkeit von Begabungen empirisch zu erfassen und in empirisch begründeten Modellen zu beschreiben, während sich Pädagogen in der Praxis bis weit in die 1960er Jahre vorwiegend darauf konzentrierten, in unterschiedlichem Ausmaß begabte Menschen zu identifizieren und in homogenisierten Lerngruppen einer «begabungsgerechten» Beschulung zuzuführen. In der Gegenwart verschiebt sich in der pädagogischen Frage nach Begabung und Talent die Perspektive hin zu den Bedingungen und Möglichkeiten der pädagogisch induzierten Entfaltung individueller Begabungspotenziale, förderlicher subjektiver Haltungen, Einstellungen und Überzeugungen sowie begünstigender oder hemmender Umgebungsfaktoren. Dabei bezieht man sich häufig auf religiös oder weltanschaulich gebundene Erziehungstraditionen, reformpädagogisches Erfahrungswissen und aktuelle schulpädagogische Debatten um die Leitbegriffe Integration und Inklusion mitsamt ihren aus der sonderpädagogischen Forschung substanziell untersetzten Erkenntnissen zur Eigenart und zur Optimierung pädagogischer Förderprozesse. Weniger Beachtung findet die Frage nach der Funktion des Begabungsbegriffs in historischen und aktuellen gesellschaftlichen Argumentationszusammenhängen, die deshalb im Mittelpunkt dieses Beitrags steht.
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