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In "Hans Schiltbergers Reisebuch nach der Nürnberger Handschrift" entfaltet Johannes Schiltberger eine faszinierende Chronik seiner abenteuerlichen Reise durch unbekannte Länder des Ostens im 15. Jahrhundert. Der Text ist geprägt von einem lebendigen und anschaulichen Stil, der es dem Leser ermöglicht, die Geheimnisse und Herausforderungen zu nachempfinden, denen Schiltberger begegnete. Die narrative Struktur erinnert an die Tradition der Reiseberichte, während der Autor geschichtliche und kulturelle Beobachtungen mühelos miteinander verwebt. Diese Manuskriptadaption bietet zudem Einblicke in die damaligen Weltwahrnehmungen und die politische Landschaft, die Schiltbergers Erfahrungen prägten. Johannes Schiltberger, ein gebürtiger Deutscher und Zeitgenosse der späten Gotik, war selbst ein Abenteurer, der als Gefangener und Sklave in die osmanische und mongolische Welt entführt wurde. Sein tiefes Verständnis für die verschiedenen Kulturen und seine gewaltigen Erlebnisse während dieser schwierigen Zeit geben dem Reisebericht eine authentische Perspektive und verdeutlichen die Spannungen und den Austausch zwischen den östlichen und westlichen Zivilisationen der damaligen Zeit. "Hans Schiltbergers Reisebuch" ist nicht nur ein fesselndes Stück Literatur, sondern auch eine wertvolle Quelle für Historiker und Interessierte an den Wechselwirkungen zwischen dem Orient und dem Okzident. Schiltbergers lebendige Schilderungen und präzisen Beobachtungen machen dieses Werk zu einer Pflichtlektüre für alle, die sich für das Mittelalter und die globalen Dimensionen von Reisen und Handelsbeziehungen interessieren. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Im nachstehenden text ist die Nürnberger handschrift nach den bei dem litterarischen verein befolgten grundsätzen widergegeben, wobei außerdem noch w in der diphthongverbindung durch u ersetzt ist und ferner im anlaut b und w entsprechend der heutigen lautlehre gegenseitig vertauscht wurden, z. b. weder für beder, bereit für wereit; bei eigennamen wurde jedoch in letzterem falle die schreibweise der handschrift beibehalten, z.b. Weyasit[2], Wagdad. Hinsichtlich der anwendung oder weglassung des umlautes war die heutige sprechweise maßgebend. Widerholungen derselben wörter und andere offenkundige schreibfehler wurden corrigiert, z.b. tot statt rot meer, hellespandt statt helffandt, desgleichen wurden die verbesserungen der zweiten hand berücksichtigt, z.b. Sibenpurgen[8] statt Siltenpurgen; in allen diesen fällen ist jedoch die ursprüngliche schreibung in den lesarten mitgeteilt. Die in [] beigefügten ergänzungen konnten meist aus den andern handschriften entnommen werden. In der Nürnberger handschrift fehlen fast bei allen kapiteln die überschriften, sowie die initialen; die ausfüllung der letzteren ergab sich von selbst, erstere wurden in der heutigen sprache neu gebildet. Die den überschriften, bisweilen auch inmitten der kapitel am rand in () beigefügten zahlen bezeichnen die kapitelnumern der ausgabe von Neumann.
Ich Hanns Schiltperger pin von meiner heymatt außgezogen, von der stat genandt München, die da leyt in Payren, do man zalt von Crist gepurt M°CCCLXXXXIIII jar; und das ist gescheen, do chönig Sigmundt[1] zu Ungeren in die haydenschafft zoch; und do zoch ich auß der obgenanten stat gerennesweyß mit; und pin wider zu land chomen, do man zalt von Crist gepurt MCCCCXXVII, auß der haydenschafft.
Und das ich in der zeitt erfaren han in der haydenschafft, das stet hernach geschribenn; ich mag es aber nicht alles vorschreyben, das ich erfaren han, wann ich alles nicht indechtig pin; wann ich in der zeitt, und ich in der heydenschafft pin gewesen, mocht ich es nicht alles grüntlich erfaren in den landen und in den stetten, do ich gewesen pin, darumb das ich ain gefanger man was und mein selber nicht was. So hab ich kürtzlich die land und die hauptstett und die wasser gesetzt, die ich dann in dar zeitt erfaren han als es hernach geschrieben stet, so han ich die landt und die stette genandt noch der sprach der lande.
Anno domini M°CCCLXXXXIIII schickt chönigk Sigmundt zu Ungern auß in die christennhait umb hilff, wann im die hayden grossen schaden teten in dem land zu Ungern; do kam ein groß volck im zu hilff auß allen landen. Da nam er das volck zu im und zoch zudem eyßnen thor, das do scheydt Ungerlandt und Pulgrey und die Walachei; und do fur er über die Thonau[7] in die Pulgrey und do zoch er für ein stadt genant Pudein, die ein hauptstat ist in der Pulgrey; und do kam der herre des lands und der stat[2] und ergab sich in des chönigs genade, da besatzt der chönig die stadt mit dreyhundert mannen gutter ritter und knecht. Und do zoch er für ein andere stat[3] und do waren vil Türcken in und do lag er V tag vor; und in der stat waren vil Türcken, die wolten die stadt [nicht] geben; do treyb das statvolck die Türcken mitt gewalt auß der stat und ergaben sich dem chönig und der Türcken wardt vil erschlagen und die anderen gefangen; die selben stadt besatzt der chönig auch wol mitt zwayhundert mannen. Do zog er für ain andre stadt die haist Schiltau[4], die man nennet in heydenischer sprach Nicopoli[3][5]; da lag er XVI tag vor zu wasser und zu landt. Do kam der türkisch chönig genandt Weyasit mitt zwaienhundert thausent man der stat zu hilff; do das chönig Sigmund hörett, do zog er im entgegen mit seinem volck, das man, schatzt auf LX thausent man, auff ein meyll wegs von der stadt. Do kam der hertzog von der Walachey der genandt was Mercerweywod und begert an den chönigk das er in schauen ließ die veind; das wardt er gewerdt. Da nam er thausent man seines volcks und beschaut die veindt; dar nach kam er zu dem chönig und sagt im, wie er die veint beschautt hett und wie sie hetten XX panir[9] und unter yglichem panir weren X thausent man und yglichs panir läg besunder mit seinem volck. Und do das der chönig hört, do wolt er ordenung haben gemacht, wie man gestriten solt haben; da patt der hertzog auß der Walachey, das er im das erstent anreytten ließ thun; das wolt im der chönig erlaubt haben; do das erhört der hertzog von Burguny[6], der wolt im der eren nicht günnen noch nymands anders, darumb das er ver lantz[7] war zogen mit grossem volck, das man schatzt auff VI thausent man und hett groß gut verzert; darumb wolt er das erst anreytten thun und schickt zu dem chönig, das er in das erst anreytten ließ thun, darumb das er verre was here gezogen. Do pot im der chönig und pat in, das er den Ungern das erst anreytten ließ, wann sie auch vor mitt den Türcken hetten gefochten und paß westen der Türcken gevert, dann die anderen; des wolt er auch den Ungern nicht günnen und nam sein volgk zu im und raytt die veindt an und reytt durch zwen hauffen und da er an den tritten kam, da keret er sich umb und wolt wider hinter sich sein; do hetten in die veindt umbgeben und sein volck war mer dann halbs von rossen kommen, wann in[8] die Türcken nur die pferd schussen; do mocht er nymmer darvon und wardt gefangen.
Und do der chönig hört, das der hertzog von Burguny hett die veind angeritten, do nam er das ander volgk zu im und raytt mitt XII thauset [man die] fußgengel an, die [die] Türcken vor an hin hetten geschickt und die wurden all von im erschlagen und zertrett. Und in dem streytt wardt mein herre Linhart Reychharttinger[9] von seinem pferd geschossen; das ersach ich, Hans Schiltperger, sein renner und raytt zu im hinein in das here und pracht in auff mein pfert und ich kam auff ain anders pferdt, das war ains Türcken gewesen, und raytt wider zu den andern renneren. Und do die fußgengell wurden erschlagen, do zoch der chönig auff einen anderen hauffen und die waren geritten; und do das der türckisch könig sach, das der chönig auff in zoch, do wolt er die flucht haben geben. Das erhört der hertzog auß der Sirifey, der genant was despot[10], der cham dem thürckischen könig zu hilff mit XV thausent mannen guttes volckes unnd die andern panirherren mitt gantzer macht; und der despot zoch mit seinem volgk auff des chönigs panir und er legt es nyder. Do das der chönig sach, das sein panir unter was gangen und das er nymmer mocht pleyben, do gab er die flucht; do kam der von Cili[11] und der Hanns burgraff von Nüremberg[12] und namen den chönig und fürten in auß dem here und prachten in auff ein galein und do fur er hin gen Constantinopel[13]. Und do das die ritter und knecht sachen, das der chönig die flucht hett geben, da fluhen sie auch; und ir vil fluhen zu der Thonau und kamen vil auff die schiffer und ir vil weren geren auff die schiff gewest; da warden die schif so vol, das sie nymandt dorauff wolten lassen und sie schlugen auch vil die hendt auff den schiffern ab, wann sie dorauff wolten und ertrancken dann im wasser. So vielen sich auch vil zu todt an den pergen, do sie eylten zu der Thonau; und mein herre Linhart Reichharttinger und Werner Pintzenauer[14], Ulrich Küchler[15] und ain Clamensteiner[16], die vier Payrherren wurden erschlagen in dem vechten und ander vil gutter ritter und knecht, die nicht mochten erlangen das wasser, das sie wären chomen auff die schiffer. Ain tayl wart erschlagen und der maynst tayl ward gefangen und ich wardt auch gefangen;[1q] es wardt auch gefangen der hertzog von Burguny und herre Hans Putzukards[17] und auch ein herre was genant Centumaranto[18], das waren zwen herren von Franckreych; und der groß graff von Ungeren[19] und ander vil mächtiger herren, ritter unnd knecht, die auch gefangen wurden.
Unnd do der chönig Weyasit den streytt hett behabt, do schlug er sich nyder an die stadt, do chönig Sigmund was gelegen mit seinem zeuch und dornach an die stadt, do der streit war geschehen und geschauet sein volck, das im erschlagen was worden; und do er sach, das im also groß volck erschlagen was worden, do wardt er vor grossem layd zeheren; do schwur er, [er] wolt das plut ungerochen nit lassen; do pot er seinem volck bey leyb und gutt, was gefanges volkes wer, das solten sie an dem anderen tag für in prigen. Darnach an dem anderen tag fürt ein yglicher, wie vil er dann gefangen hett, für den chönig gebunden an seylen; da wart ich auch für gefürt selb tritt an ainem sayl von dem, der uns gefangen hett. Da man die gefangen für den chönig pracht, do nam er den hertzog von Burguny zu im, darumb, das er säch die rach, die er thun wolt von seines volcks wegen, das im was erschlagen worden. Do der hertzog von Burguny seinen zoren sach, da patt er in, das er im fristett an dem leben, welche er gehabtt wolt haben; des wardt er gewert vonn dem chönig; da nam er zu im XII herrenn auß seinem lande und nam zu im herren Stephan Smicher[20] und herren Hansen von Bodman[21]. Da schueff er, das ein yglicher sein gefangen tötet und welcher sein gefangen nit töten wolt, do hett der chönig andere geschafft an ir gestadt, die das thun solten; und do namen man mein gesellen und schlug in die köpf ab; und do es an mich ging, da ersach mich des chönigs sun und der schueff das man mich leben ließ und do furt man mich zu den anderen knaben, wann man nymandts tötet unter XX jaren; do was ich kaum XVI jar alt; und do sach ich herren Hannsen Greyffen[22], [der] des lands von Payren was, fürfüren selb vierdt an ainem sayl; und do er sach die grossen rach die do geschach, schrey er auff mit heller stym und tröstet die ritter und knecht, die da stunden zum tod, und sprach: „Gehabt euch wol, alle ritter und knecht[2q], wann unser plut heutt vergossen wirdt von cristenliches glauben wegen, wann wir, ob Gott will, himellkind sind vor Gott.“ Und alspald er das sprach, do knyett er nyder und ließ sich enthaubten und sein gesellen mit im; und das plutvergyessen weret von morgen an piß zu vesperzeitt[3q]. Und do das die rädt sahen, das also ein groß pluttvergyessen was gescheen und dannoch kain auffhören da was, do stunden sie auff und knyetten für den chönig und paten in, das er seines zorns vergeß durch Gottes willen, do worten, das Gott auch nicht ein rach über in verhenget, wann des plutvergiessens wer genug. Des wurden sie gewert von im und do schueff er, das man auffhörett; und das geschach und dornoch hyeß er das überig volck zu ainander füren und nam dorauß seinen tayl und die andern ließ er seinem volck, die sie gefangen hetten; und ich wardt dem chönig an seinem tayl; und das volck, das getöt wardt do auff den ain tag von dem türckischen könig, das wardt geschätzt auff X thausent man. Dornach schickt er seine gefangen hin in Kriechenlandt in ain hauptstadt, die genant ist Andranopoli[5]; do lagen wir gefangen XV tag; darnach fürt man uns zu dem mer in ein Stadt die do hayst Kalipoli und das ist die stat do die Türcken über mere faren; und do lagen wir zway monadt in ainem thuren, da lagen unser III hundert und der hertzog vonn Burguny lag auch gefangen oben in dem thuren mitt den, die er erledigt hett. Und die weyl wir do lagen, fürt man chönig Sigmundt für die stadt, da wir innen gefangen lagen und wolt in füren in windische landt[23]; und do das die Thürcken hörten, da namen sie uns auß dem thuren unnd fürten uns zu dem mere und stelten ainen nach dem anderen dem chönig Sigmundt zu tratz und schrien in an, das er herauß tret auß der galein und löset sein volck, und das thetten sie im zu ainem gespötte; und sie scharmützelten lang mit eynander auff dem mere, sie mochten im aber nichts angewynnen noch schaden thun; und do fur er dahin.
[A]ls der thürckisch cönig das folck ließ töten und uns gefangen in die obgenanten stet schickt, als es oben geschrieben stett, dornach an dem tritten tag prach er auff und zoch in Ungerlandt und fuer über das wasser, das genandt ist Sau, pey einer stadt genant Mittrotz und hub ein gantz landt auff und zoch hintz an des hertzogen landt zu Petau[24] und fürt mitt im auß dem land XVI thausent man mit weyben und mit chinden und mit allem irem gutt; unnd gewan die obgenanten stadt und prant sie auß und fürt das volgk mitt im hin; und ain thail von dem volgk ließ er in Criechenlandt und das ander volgk fürt er mitt im in die Thürkey. Und alspald er über das wasser cham, das genant ist Sau, do pot er in die stat Kalipoli und schueff, das man uns über mer füret; und da man uns über das mer pracht, do fürt man uns in des chönigs hauptstat, die genant ist Wurssa[6], do plieben wir pyß er selber cham in die stat; und do er in die stat cham, da nam er den hertzogen von Burguny mitt den, die er erledigt hett, und leget sie pey seinem palast in ein hauß; und ein herren genandt Kodor[25] von Ungeren, den schickt er dem chönig soldan[26] mitt LX knaben zu einer eren, und do woltt man mich auch mit geschickt haben dem chönig soldan; da was ich hart gewunt, wann ich het drey wunden, das sie sich besorgten, ich würd sterben auff dem wege; darumb pleyb ich pey dem thürckischen chönig. Er erett auch mitt den gefangen den chönig von Babilon[27] und den chönig von Persia[28]; er schickt sie auch in die weyssenn Thatrey[29] und in das groß Armenia unnd auch in andren landt. Und da nam man mich an des thürkischen chönigs hoff; da must ich VI jare vor im zu füessen lauffen[30], wo er hin zog mitt den anderen, wann es gewonheit ist, daß man vor den herren zu füessen muß lauffen, woe er hin zeucht; und nach den VI jaren verdynet ich, daß man mir zu reytten gab, und dornach raytt ich sieben jare mitt im; und also was ich XIII jar[31] pey im. Und was der thürckisch chönig vorpracht hatt in den XIII jaren, das stett hernach geschriebenn.
[Zu]m ersten als ich pey im was hueb er ainen krieg an mitt seinem swoger, der genant was Caraman[33], und den namen hatt er nach dem lande und die hauptstat in dem land ist genant Laranda, umb das, das er im nicht unterthänig wolt sein; und do zoch er auff in mit LX und hundertt thausendt man. Da er des innen wardt, das der chönig Weyasit auff in zoch, da beraytt er sich und zog im entgegen mitt LXX thausent mannen mitt den pesten die er in seinem land hett und er maynett er wolt dem chönig Weyasit wol bestan. Und do zugen sie auff ein weytt, die lag vor ainer stat genant Gonia[34], die gehörett dem obgenanten herren Caraman zu, und do chamen sie zu ainander und hueben an zu streytten; und an demselben tag tetten sie zwey vechten, das ainer den andern nicht überwindenn mocht; und an der nacht hetten sie rue auff payden thaylen, ainer dem anderen an schaden. Und der Caraman der hett grosse freud dieselben nacht mit trummeten und mitt paucken und mit feur machen, dem Weyasit zu ainem schrecken; aber der Weyasit der schuff, das man nicht mer feur macht, dann daß man das essen pey südt und dornach wider ableschen. Da schickt der Weyasit pey der nacht XXX thausent man hintter die veindt und sprach zu in, wann er des morgens an die veindt züg, das sie dann hintten auf sie zügen; und do der tag herprach, do zog der Weyasit gegen den veinden und do zugen die XXX thausent man, die der Weyasit von im geschickt, hintten auff die veindt. Und do der Caraman das sach, das man hintten und vorren auf yn zog, da gab er die flucht in sein stadt, genandt Gonia, und setzett sich zu wer in der stadt; do schlueg sich der Weyasit für die stadt und lag dorvor XI tag, das[35] er ir nicht gewinnen mocht. Und dornach schickten die purger herauß zu dem Weyasit und puten im, wolt er sie fristen an leyb und an gut, so wolten sie im die stat übergeben; und das verhyeß er in und do puten sie im, das er dann chäm und stürmatt, so wolten sie weychen ab der mauer und das er dann die stat gewünne. Und das geschach, als sis mittainander verlassen hetten; und do der Caraman sach, das der Weyasit in die stat was chomen, do zog er mitt dem geraysing volgk auff in in der stadt und vacht mit im; und hett er ein claine hilff gehabt von dem statvolgk, so hett er den Weyasit mitt gewalt auß der stat getriben. Aber do er sach, das er chain hilff hett, da gab er die flucht und do wardt er gefangenn und wardt gefürt zu dem Weyasit; do fragt in der Weyasit und sprach: „Warumb wolstu mir nichtt unterthänig sein?“ Da antwort im der Charaman und sprach: „Warumb solt ich dir unterthänig sein, wann ich als wol ein herre pin als du?“ Und do das der Weyasit hörett, da enzürnt er und sprach zu seinem volgk, wer sich des Caramans unterwinden wolt? Und das sprach er zwir, das[35] sich sein chainer unterwintten wolt; do sprach ers zum trittenmal; do ging ainer[36] herfür und unterwant sich sein und fürt in hindann und köpfft in und gieng dornach zu dem Weyasit. Und do in der Weyasit sach, do fragt er in, wie er im hett gethan; da sagt er im, er hett in geköpfft; und da wardt der Weyasit zahern und schueff darnach mitt ainem anderen, das er dem tätt, der den Caraman getöt hett, als er im gethon hett; da nam er in und fürt in hin an die stadt, da er den Caraman hett köpfft, und köpfft in auch. Und das geschach darumb, wann der Weyasit mainett, wann ein herre ein solchs schueff in ainem zoren, so solt kainer alspald ain solchs verpringen, wann er maynt, er solt ein weyl peytten, pys im der zoren verging; und das war auch dorauff, das sich chainer ains solchen herren mächtigen solt oder unterwünt zu töten. Und dornach schueff der Weyasit, das man des Charamans haupt auff ainen spieß steckt und fürett es in der stat umb, der worten das sich die anderen stet und geschlösser dester peller ergäben, wann sie hörtten, das ir herre tot wär. Und dornach besatzt er die stat Gonia mitt seinem volgk und legt siech da[n] für die stat Laranda; und do er für die stat cham, do pot er hinein, das sie sich ergeben, wann er ir herre wer; wolten sie des nicht thun, so wolt er sie darzu zwingen mitt dem schwerdt. Da schickten die burger herauß zu im, die pesten vier auß in und paten in, das er sie sichert an leyb und an gut; und begerten auch an in, wers sach, das ir herre, der Charaman tot wäre, so hett er zwen süne[37] in der stat, und das er aus den zwaien ainen setzet zu ainem herren über die stadt und wann er das thun wolt, so wolten sie ihm die stadt übergeben. Do antwort er in und sprach, er wolt sie sicheren an leyb und an gut und wann er der stat gewaltig würd, so wolt er in wol ein herren setzen, es wär des Caramans sün ainer oder einer seiner herren; und also schiden sie von ainander. Und da die burger hörtten des Weyasit antwort, da wölten sie im die stat nicht übergeben und sprachen: ob ir herre tot wäre, so hett er doch zwen süne gelassen, do wolten sie pey in sterben und genesen. Und setzten sich wider den chönig zu were V tag; und do das der Weyasit sach, das sie sich setzten wider in, da schickt er noch mer volcks und hyeß püchsenn pringen und hantwerch machen. Und do das des Charamans sün und ir mutter[38] sahen, do fodrätten sie die pesten burger zu in und sprachen zu in: „Lieben herren! ir secht wol, das mir euch nit vor mögen sein gegen den Weyasit, wann er uns zu mächtig ist; das ir dann durch unseren willen verderben solt, das wer uns layt und möchten des euch nit ergetzen; so sein wir überain worden mitt unser mutter, das wir uns ergeben wollen in sein genade.“ Und das was den purgeren auch ein wolgevallen; und do namen des Caramans sün ir mutter und die pesten burger zu in auß der stadt und die schlüssel zu den thoren unnd gingen hynauß zu dem Weyasit. Und do sie zunaheten dem here, da nam die muter ir sün, an ydliche handt ainen und ging zu dem Weyasit; und do der Weyasit sein schwester ersach mitt iren sünen, do ging er ir entgegen heraus für das zelt; und als sie chomen zu dem chönig, da vielen sie im zu füessen und chüsten im die füesß und paten genade und gaben im die schlüssel zu den thoren; und do das chönig Weyasit sach, do schuff er mitt seinen herren, die neben im stunden, das siß auffhüben; und das geschach; und do nam er die stadt ein und satzt seiner herren ainen in die stadt; und sein schwester und ir zwen süne schickt er in sein haupstat die genant ist Burssa.
[E]s was ein landßherre, genandt Mirachamad[39], der was gesessen in ainer stat, die ist genant Amasia und die ist ein heupstadt des lands genant Marsvani und das stöst an des Caramans landt; und do der obgenandt Mirachamad hört, das der thürckisch chönig Weyasit des Charamans landt gewunnen hett, als oben geschrieben steet, da schickt er zu dem Weyasit und pat in, das er chäm und den chönig zu Sebast, genandt also Wurchanadin auß dem land trib, wann er im mitt gewalt im land leg und er selb ym nicht möcht vorgesein, so wolt er im das landt lassen und das er im ein ander landt verlich in seinem land. Und do schickt der Weyasit seinen sun, genant Machmed mitt XXX thausent mannen im ze hilff und triben den chönig Wurchanadin auß dem land mitt gewalt; und do das geschach, do antwortet der Mirachamad dem Weyasit die hauptstadt und das gantz land ein; und do fordert er seinen sun Machamed und gab im das landt, darumb das es sein ersts vechten was gewesen und das er ob was gelegen. Und darnach nam der Weyasit den Mirachamad zu im und fürt in mit im in sein landt und gab im ein ander landt für das sein.
[U]nd do der Weyasit kam in sein hauptstadt und sin hett, ein zeitt do zu pleyben, in der zeitt wurden unser LX Cristen über ain, wie wir möchten darvon chomen; und also machten wir ain ainigung unter uns und schwuren uns zu ainander, das wir pey ainander wolten sterben und genesen; und da namen wir uns ain zeitt für, und das sich ain ydlicher berayttet auff die zeit; und also chamen wir alle zu ainander auff die zeitt, als wir dann mitt ainander verlassen hetten; und do wurff wir zwen hauptman unter uns auff, und was die täten und schüffen, des solten wir untertänig sein. Und also huben wir uns auff noch mitternacht und ritten hin zu ainem pirg; und da der tag herprach gelangten wir an das pirg; und do wir in das pirg chommen, do steygen wir ab und liessen die pferd rasten, pys die sun auffgieng und also sassen wir wider auff und ritten den selbing tag und nacht. Und do der Weyasit höret, das wir die flucht hetten geben, da schickt er uns V hundert pferdt noch und schueff, woe man uns fünd, das man uns vieng und für in prechte; und also erritten sie uns pey ainer clausen und schrien uns an, das wir uns gefangen geben; und des wolten wir nicht thun, und also stunden wir ab von den pferden und giengen zu füessen gegen in und stalten uns zu were und schussen ein weyl gegen ainander; und do der hauptmann sach, das wir uns zu wer hetten gesatzt, do tratt er herfür und rufft ein frid auff ein hor; und also gaben wir ein fride. Und dornach ging er zu uns und patt unns, das wir uns gefangen geben, er wolt uns sicheren an dem leben; da gab wir im zu antwortt, wir wolten uns darüber beraten[4q]. Also gingen wir zu ainander und berytten uns; darnach gab wir im ain antwort, wie wir wol westen, alßpald wir gefangen würden und pracht für in, das wir sterben müsten; so sey es vil pesser, wir sterben hye mitt werender hant durch cristenlichen glauben. Do der hauptman sach, das wir also bestät waren, do sprach er uns wider zu und pat uns, das wir uns gefangen geben, so wollt er uns pey seinem aide verhayssen, das er uns pei dem leben wolt behalten, und ob das wär, das der chönig also zornig were, das er uns töten wolt, so wolt er sich am ersten lassen töten; und das verhyeß er uns pey seinem aide und also gaben wir uns gefangen[5q] und also fürt er uns für den chönig gefangen. Und do er uns für den chönig pracht, do schueff [d]er, uns zu handt ze töten; da gieng der hauptman herfür, der unns gefangen hett, und knyett nyder für den chönig und patt in, das er uns fristett an dem leben, wann er sich seiner genaden hett tröst und hett uns verhayssen pey seinem aide, er wolt uns sichern an dem leben. Also fragt in der chönig, ob wir nicht schaden hetten gethan in dem lande; do sprach er, wir hetten keinen schaden gethan; also ließ er uns einlegen; da lagen wir neun monadt gefangen; und in der zeitt sturben zwelff auß uns. Und do der hayden ostertag kam, do pat sein elter sun, genant Mirmirsiriamon[40] für uns und also ließ uns der chönig ledig; und dornach fürt man uns für den chönig; dem musten wir verhayssen, das wir nymmer mere wolten von im komen noch stellen; darnach gab er uns wider ze reytten und mert uns den solt.
Darnach in dem summer zoch der Weyasit mit LXXX thausent mannen in ein landt, das ist genant Ganick, und legt sich für die heuptstadt genandt Samson, die der starck Samson gepaut hatt, und hatt den namen noch im. Der herre der stat und des lands hyß Zineyd[41], den treyb der chönig auß dem land; und do die stat hörtt, das ir herre vertriben was, do ergaben sie sich und das gantz land dem Weyasit; der besatzt die stat und das landt mitt seinem volgk.
[E]s ist zu mercken ein groß wunder, das pey der selben stat Samson geschach den zeitten, als ich bey dem Weyasit was. Es kamen umb die stat als vil nattern und schlangen, das sie die eben umb die stat wol ein meyl wegs umb legt hetten. Der selben nattern kamen ain thayl auß dem mere und ain tayl auß ainem grossen walde, wann das landt, das zu Samson gehört, das heyst Tzienikh und ist ain holtzigs landt und hatt groß welde, da von was der nattern ein tayl komen; und die nattern hetten ir samlung neun tag, ee das sie mitt ainander stritten. Nun dorfft nymandt vor dem gewürm auß der stat vor sorgen; und sie thätten doch den leutten noch dem viech kainen schaden; so schueff auch des landß und der stat herre, das man dem gewürm auch nit[42] tete und er sprach, es wär ein zaichen von dem almächtigen Gott. Und dornach an dem zehenden tag komen die schlangen an ainander und stritten von dem morgen pyß zu der sunnen unterganck; und do der herre und das volck des gewar wurden, do hyeß der herre ein thor auff thun und reytt mitt ainem clainen volgk für die stat und beschaut der natteren vechten und sach, das die wassernattern den waltnattern weychen musten[43]. Und des anderen morgens raytt der herre für die stat und wolt sehen, ob das gewürm noch da were; do vand er nichts, dann die toten natteren, die hyeß er zusammen klauben und zelen, der waren acht thausendt; den hyeß er ain gruben machen und hyeß sie dorein werffen und decken mitt erttrich und schickt zu dem Weyasit, der zu den zeitten ein herre der Thürckey was und hyeß im das wunder sagenn; der nam im das zu ainem grossen glück für, wan er die stat und das landt neulich hett gewonnen und maynt, das die merenattern untergelegen wären, das wer von dem almächtigen Gott ein zeichen, als er gewaltiger herre und chönig des lands pey dem mer wer, so wolt er auch mitt hilf des almächtigen Gottes des meres gewaltiger herre werden.
Samson sind zwo stet gegen einander über; in der ainen sind Cristen, dieselben hetten die zeitt die Walhan von Genau innen; in der andern sind haiden, den gehört das land zu; und sie gelangent von ainer ringkmauer zu der anderen mitt ainem halben pogenschuß. Und der stat und des lands herre die zeitt was aines hertzogen sun, gehayssen Schusmanos[44], von der mittern Pulgrey; deßselbenn lands hauptstadt haist Thernowa und hat von burgen und schloß III hundert denselben zeiten gehabt. Dasselb land gewan der Weyasit und ving den hertzogen und seinen sun; der vater starb in der gevancknuß, der sun kerett sich zu haydenischem glauben, darumb das man in leben ließ. Und da der Weyasit Samson gewan und das land Z[e]nigkh, das selb landt und die stadt gab er im für seines vatter[s] landt sein lebtag.
[E]s ist gewonhaitt in der haydenschafft, das ettlich herren umbzigen in dem land mit viech und woe sie dann komen in ain landt, do gutte wayd ist, so besteen sie die wayd von dem herren deßselben lands auff ain zeitt. Nun was ein thürkischer herre genandt Ottman[46], der zoch im land umb mit viech und kam in dem sumer in ein landt, das haysset Sewast, es haist auch des landts hauptstadt also, und batt den chönig von Sewast, hyß Wurchanadin, das er im ain weyd verliech, da mitt er sein viech den sumer erneren möcht. Er verleych im ain waid, dorauff er sein gesinde und viech züge und dorauff den sumer plibe pyß an den herbst; er prach auff und zoch hinwärtz hin in sein landt an urlaub des chönigs. Do der chönig vernam, das er an sein urlaub hin was gezogen, er erzürnet und nam zu im zehen thausent man und zog auff die wayd, dorauff der Ottman gelegen was, und schlug sich da nyder und schickt dem Ottman vier thause[n]t man noch und schuff, das sie im den prechten mit leyb und mit gutt. Als das der Ottman vernam, er verschlug sich in ain gepirg und die im noch raisten, die kunden in nicht vinden und schlugen sich vor dem gepirg auff ein wisen; da plieben sie die selben nacht und hetten kain sorg auff den Ottman; und do der tag her prach do nam der Ottman thausent man zu im seines pesten volcks und beschauet die veindt und do er sach, das sie sich nicht bewart hetten und an alle sorg do lagen, do reytt er über sie und übereylt sie, das sie nicht zu were komen mochten und erschlug ir vil; die andern gaben die flucht. Dem chönig wardt gesagt, wie der Ottman den zeug nider gelegt hett; der wolts nit glauben und hetts für ain spot; do kamen ettlich zu dem chönig geflohen, dannoch wolt er sein[47] nicht glauben und schickt hundert pferdt hin, das sie lugten, ob dem also wäre. Die hundert pfert zogen hin und wolten lugen; in der zeitt zoch der Ottman mitt seinem volck auff den chönig und als er die hundert pferdt ersach, do eylt er auff sie und kam mitt in auff den chönig. Und als der chönig sach, das er in als vast übereylt hett und sein volck, das sie nicht zu were komen mochten, do gaben sie die flucht und dem chönig wardt nicht mere, dann das er auff ein roß saß und gab die flucht gegen ainem pirg. Do ersach in ainer von des Ottmans dynern und der eylt im nach pys an das gepirg, da mocht der chönig nicht verrer; da schrey in des Ottmans knecht an umb vancknuß, da wolt er sich nicht ergeben; da nam er den pogen und wolt den chönig geschossen haben. Da nennet sich der chönig und pat den knecht, das er in ledig ließ, und verhyeß im ein guts gschloß und wolt im zu ainer urkundt haben geben seinen rinck von seiner handt und des wolt der knecht nicht thun und nam in gefangen und pracht in seinem herren. Und der Ottman zog dem volck hinten nach den gantzen tag piß an den obent und schlug ir vil ze todt; unnd do keret sich der Ottman wider umb und schlueg sich nyder an die stat, da der chönig was gelegen und schickt darnach nach dem volgk und nach dem vich, das er im pirg hett gelassen; und do das volck mitt dem viech cham, da nam er den chönig zu im und zog für die hauptstadt, genandt Sewast, unnd schlug sich dorfür mitt allem seinem volgk und pott hinein, wie er den chönig hett gefangen und das sie im die stat übergeben, so wolt er fridlich und sönlich mitt in leben. Do gab im die stat ze antwort, ob er den chönig hett, so hetten sie seinen sun, do netten sie genug herren an, wann er yn zu swach were zu ainem herren. Also sprach er dem chönig zu, wolt er pey dem leben pleyben, das er mit den burgeren redet, das sie im die stat übergeben. Do sprach der chönig: „Für mich zu der stadt, so will ichs versuchen, ob sie mich des gewerten.“ Und do man den chönig zu der stat pracht, do patt er die burger, das sie in erlösten von dem tode und dem Ottman die stat übergeben. Do antwortten sie dem chönig und sprachen: „Wir wollen dem Ottman die stat nicht übergeben, wann er uns ze swach ist zu ainem herren; ist dann, das du nicht unser herre magst gesein, so haben wir deinen sun[48], den wollen wir zu ainem herren haben und nicht den Ottman.“ Und do das der Ottman hörett, da wardtt er zornig; und do der chönig seinen zoren sach, do patt er in, das er in leben ließ, so wolt er im ain andere stadt geben, die heyst Gayssaria, mit allem zugehören; und des wolt der Ottman nicht thun und hyeß den chönig köpfen zu angesicht dem volgk in der stat und dornach hyeß er in viertaylen und hyß ydlichs tayl auff ein stangen pinten und hyeß [es] für die stat auffhengken und das haupt hyeß er auff ein rayßspieß stecken zu den vier taylen.
Und in der zeitt als der Ottman vor der stat lag, do schickt des königs sun, der in der stat was, zu seinem sweher, der gewaltiger herre was in der weyssen Tathrey[49], das er im ze hilff keme, wann der Ottman vor der stadt lege, und verschreyb im auch, wie der Ottman seinen vatter getött hett und wie er groß volgk erschlagen hett. Und do das sein sweher vernam, da nam er zu im sein volgk mitt weyberen und mit chinden und mit allem irem viech, wann es auch gewonhaitt ist in dem land, das sie umbziegen mitt viech auff die wayd, wann er auch sin hett, er wolt ein weyll da ligen zu Sewast und wolt also das landt retten vor dem Ottman; unnd das volgk wardt geschätzt auff vier thausent man an weyber und chindt. Und do das der Ottman hörtt, des der thatrisch herre herzoch, do prach er auff und zoch hin von der stat in ein pirg und schlueg sich da nyder mitt seinem volgk. Do cham der thatrisch herre mitt seinem volgk und schlueg sich vor der stat nyder; und alspald der Ottman hörett, das er sich nyder hett geschlagen, do nam er zu im XV hundert man und taylett die in zway tayl; und do die nacht cham und es vinster wardt, do zog er hin auff sie an zwaien örttern und macht ein groß geschray unter in; und do der thatrisch herre hört das geschraye, da maynt er, man wolt in übergeben, und waich in die stat; unnd do das sein volgk höret, das er die flucht hett geben, do gaben sie allesam die flucht; und do eylet der Ottman hintten nach und schlug ir vil zu todt und nam in groß gut. Und dornach zugen sie wider in ir landt; da nam er das viech und das gut, das er in genummen hett und zog wider hin in das pirg, da sein viech und sein gutt was. Und ee das der tag do herprach, do saß der tatrisch herre auf und reytt seinem volgk nach und het geren gesehen, das sie wider hetten gekerett und des wolten sie nicht thun und also zoch er mit in wider in sein landt; und dornach an dem tritten tag zog der Otman wider für die stat und begert an sie, das sie im die stat noch übergeben, so wolt er yn thun, das er in verheyssen hett; und des wardt er aber verzigenn. Also legt er sich wider für die stat.
Und do schickett die stat zu dem Weyasit und paten in, das er chäm und trib den Ottman auß dem land, so wolten sie im die stat übergeben. Do schicket der chönig Weyasit seinen elteren sun mitt XX thausendt pferden und vier thausent fueßgengell, und pei dem zug was ich auch[50]. Und do der Ottman hörett, das des Weyasit sun herzog auff in, do schickt er sein viech und sein gut an das pirg, do er vor gewesen was und pleyb selber auff dem veld mitt thausent pferden. Und do schickt des chönigs sun zway thausent pferd voran hin, ob sie den Ottman möchten fürter treyben; und do sie der Ottman ersach, do rant er sie an und vachten ein weyll mitt ainander; und do sie sachen, das sie im nicht vor mochten sein, do schickten sie umb hilff, do kam des chönigs Weyasit sun selber geritten mit allem seinem volgk. Und do in der Ottman her sach ziehen, do rendt er uff in einhin und hett in nohent flüchtig gemacht, wann es war das volgk dannoch[51] nit pey ainander; und do schray des chönigs sun sein volgk an und hub dornach an mitt im zu vechten und sie erwunden trey stund an ainander; und die weyl sie mitt ainander vachten, do zugen die IIII thausent fueßgengell dem Ottman in sein zelt. Und do das der Ottman hörett do schickt er vierhundert pferdt hinter sich und die treyben die fueßgengell mitt gewalt auß dem zelt, mitt den, die der zelt und des viechs hetten gehütt. Und die weyl weych er mitt werender handt an das pirg, da sein gutt inn was; und dornach schickt er das viech unnd gutt einhin paß in das pirg und er hyelt die weyl vor dem pirg; und dornach zoch er hin nach und also zoch er wider in sein landt. Und dornach zoch des chönigs sun für die stat Sebast und do tet man im die stat auff und die burger rytten herauß zu im und paten in, das er in die stat züg; und des wolt er nicht thun und schickett zu seinem vatter, das er chäm und näm die stat ein unnd das landt. Und do kam der Weyasit mitt L unnd hundert thausent man und nam ein die stat und das landt; und dornach nam er seinen sun, der hyeß Machamet[52], und macht in zu ainem chönig und gab im das chönigreich zu Sebast; es ist auch zu merken, das nicht der sun chönig wardt, der den Ottman foder hett getrieben.
