Happy Halloween - Valerie le Fiery - E-Book

Happy Halloween E-Book

Valerie le Fiery

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  • Herausgeber: BookRix
  • Kategorie: Erotik
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2018
Beschreibung

Halloween heißt … nicht nur Süßes oder Saures!Lassen Sie sich von nicht ganz so schrecklichen Gestalten in die Gepflogenheiten dieser besonderen Nacht entführen und schmunzeln Sie über das kleine Schreckgespenst Finch, die schräge Hexe Wiltrud und einen fast verzweifelten Kürbis.Sie können natürlich auch zwei völlig verschiedene Partys besuchen oder Babysitter spielen. Aber zunächst sollten Sie überhaupt erst ankommen – und dabei hilft manchmal ein "Engel namens Benedikt".**************************************Falls Ihnen dieses Buch bekannt vorkommt:Es handelt sich um eine Neuauflage des im letzten Jahr erschienenen Bandes im neuen Gewand plus einer Bonusgeschichte. Wer es also bereits geladen hat, der kann es üblicherweise problemlos aktualisieren lassen und kommt so in den Genuss der neuen Story. Für alle anderen … viel Spaß beim Lesen.Der Buchinhalt  umfasst ca. 12.000 Wörter

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Seitenzahl: 62

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Valerie le Fiery, Frank Böhm

Happy Halloween

Süßes Saures Schnuckeltypen

Sämtliche Personen und Handlungen in diesem Buch sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind somit rein zufällig und nicht beabsichtigt.BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Ein Engel namens Benedikt

 „Weshalb muss es heute eigentlich so extrem schütten?“, schimpft Marek leise vor sich hin, während er aus dem Seitenfenster der Regionalbahn schaut und nichts anderes sieht als dicke Tropfen, die sich auf dem Glas der Scheibe sammeln, sowie Blätter und Äste, die durch den Sturm unkontrolliert umherfliegen. Gut achtzig Kilometer liegen noch vor ihm, bis er den Wohnort seiner Eltern erreichen wird, wo er zum alljährlichen Halloween-Schmaus – einem riesigen Truthahn mit einer Menge Reis und Salat – eingeladen ist. Eigentlich hat er überhaupt keine Lust darauf, da ihm dieses Fest erstens absolut nichts bedeutet und er zweitens nicht allein dort hinfahren mag.

 

In den vergangenen Jahren war Mareks damaliger Verlobter stets dabei gewesen und der hatte das Talent besessen, solche Feierlichkeiten mit seiner Art ein wenig aufzulockern. Seit ungefähr sechs Monaten ist Marek jedoch wieder ungewollt Single. Nach fast einem Jahrzehnt gut gehender Beziehung – und sogar Hochzeitsplänen – hat sich sein Heiko mehr oder minder von heute auf morgen von ihm verabschiedet. Er hatte gemeint, dass ihn noch eine Menge erwarten würde, was er in einer Partnerschaft nicht erleben könnte. Danach war er weg. Marek hatte das anfangs nur schwer verkraftet, immerhin war Heiko seine erste und bislang einzige Beziehung gewesen.

 

Der Regen wird stärker und Marek kann mittlerweile kaum noch erkennen, was draußen geschieht. Den Geräuschen nach zu urteilen, scheint es ein richtiges Unwetter zu werden – der Wind bläst mit zunehmender Geschwindigkeit Blätter und Äste in die stockdunkle Umwelt und scheint auch nicht davor zurückzuschrecken, abermals an Fahrt aufzunehmen. Nun sind es noch siebzig Kilometer bis zum Ziel und der Zug hat mittlerweile über eine halbe Stunde Verspätung. Marek schaut zur Uhr. Es ist viertel nach sieben. Um acht kommt der Vogel auf den Tisch, das wird in diesem Jahr wirklich knapp mit der Zeit.

 

„Und wer ist schuld an allem? Dieses vermaledeite Mistwetter“, ruft Marek lautstark durch das menschenleere Abteil. „Außerdem könnten die Oberbahnmuftis die Gleise mal wieder erneuern, auf diesem Abschnitt ist immerhin schon Ewigkeiten nichts mehr getan worden, da darf sich niemand wundern, wenn es hier stockt“, grummelt er weiter und fährt sich mit der Hand kurz durch seine schulterlangen, blonden Haare.

 

Mehrere eintönige Minuten später greift Marek nach seiner Wasserflasche, die sich im Rucksack neben ihm befindet, schraubt sie auf und trinkt einen großen Schluck. Sonst hatte Heiko für den Proviant gesorgt, vor allem auf solch langweiligen Fahrten. Einen Augenblick lang hängt Marek seinen Gedanken nach und träumt davon, wie schön es wäre, wenn eben jener einfach wieder neben ihm säße, ihm zulächeln würde oder einfach nur die Hand hielte.

 

„Nun heul doch, du Memme!“, meckert er sich darauf selbst an. „Zum Glück sitzt ja niemand bei mir in der Nähe, da kann ich meinen Gefühlen ruhig freien Lauf lassen und lauthals herumnörgeln, ohne jemanden zu stören. Immerhin wollte Heiko diese Beziehung einfach nicht mehr, weil es ihm wichtiger war, Abenteuer zu erleben. Er ist es nicht wert, ihm nachzutrauern. Lass ihn ziehen, du kannst und schaffst das auch ohne ihn.“

 

Weitere Minuten vergehen. Es ist halb acht und der Zug zuckelt langsam vor sich hin. Marek atmet erleichtert auf, denn es fühlt sich in diesem Moment so an, als wäre es ihm gelungen, sich nach einer gefühlten Ewigkeit endgültig von seinem Ex-Partner gelöst zu haben. Plötzlich jedoch ruckelt es ganz komisch und das Abteil, in dem er sitzt, wackelt verdächtig hin und her. Schließlich wird die Bahn immer langsamer, bis sie letztendlich mitten im Nirgendwo – jenseits jeglicher Zivilisation – stehenbleibt.

 

Schimpfend kämpft sich Marek durch die einzelnen Abteile, um nach einem Bahnbediensteten zu suchen, den er bereits wenig später vorfindet.

 

„Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir eventuell kurz erklären, weshalb wir nicht weiterfahren und warum die Fahrgäste nicht informiert werden? Ich bin wirklich spät dran und …“

 

„Junger Mann, nun beruhigen Sie sich erst einmal und nehmen Sie bitte wieder Platz. Wir müssen zunächst nachsehen, worin die genaue Ursache für den unverhofften Halt liegt. Mir wurde lediglich mitgeteilt, dass sich ein Hindernis auf den Schienen befindet, aber das ist noch nicht endgültig bestätigt. Draußen kann man aufgrund der Dunkelheit kaum etwas erkennen und der Sturm gewinnt sekündlich an Stärke. Sobald wir den Auslöser gefunden haben, gibt es für alle Fahrgäste eine Durchsage.“

 

Leicht resigniert, jedoch nicht minder wütend geht Marek zurück zu seinem Abteil und schaut schlecht gelaunt aus dem Fenster. Am liebsten wäre er sowieso mit dem Auto gefahren, doch das steht leider bereits seit über einer Woche in der Werkstatt und wartet auf Ersatzteile, die irgendwie nicht eintreffen wollen.

 

Mittlerweile ist es viertel vor Acht, die Chance, dass Marek es pünktlich zu seinen Eltern schaffen wird, geht gegen null. Deshalb beschließt er, seine Mutter anzurufen und ihr von der Misere zu erzählen.

 

„Ach Marek, ich kann dir auch den Papa vorbeischicken, der kann dich dann abholen.“

 

„Mama, erstens weiß ich gar nicht, wo wir genau sind und ob es nicht zweitens doch irgendwie weitergeht. Außerdem ist es viel zu gefährlich, bei diesem Wetter über die Landstraße zu brettern und nach einem liegengebliebenen Zug zu suchen. Ich wollte dir nur kurz Bescheid geben, dass ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit später eintreffen werde. Lasst mir einfach ein wenig von dem Riesenvogel übrig, den mache ich mir dann warm, sofern das hier irgendwann mal weitergeht.“

 

Innerlich hat Marek den Abend bei seinen Eltern jedoch schon abgeschrieben.

 

Eine ganze Weile passiert gar nichts. Gelangweilt schaut Marek die Kurznachrichten auf seinem Handy durch und entdeckt darunter eine SMS von der Werkstatt, in der sich sein Fahrzeug bereits seit einer gefühlten Ewigkeit befindet.

 

„Vielen Dank, dass Sie uns Ihr Vertrauen geschenkt haben. Wir bearbeiten Ihren Auftrag so rasch wie möglich und setzen uns mit Ihnen in Verbindung, sobald Sie Ihr Kfz frisch aufbereitet bei uns wieder in Empfang nehmen können. Herzliche Grüße, Ihre Meisterwerkstatt Brodan & Sohn.“

 

„So ein Mumpitz!“, schimpft Marek und steckt sein Mobiltelefon in die Tasche zurück. Kurz darauf versucht er, das Fenster zu öffnen, was ihm aufgrund des starken Windes jedoch nicht gelingt.

 

„Jetzt muss ich hier auch noch mit schlechter Luft leben. Oh Mann, heute will irgendwie gar nichts so recht klappen.“

 

Marek legt seinen Kopf zurück und schließt für einen Moment die Augen. Um sich zu beruhigen und seine Wut zu unterdrücken, singt er leise einen Song aus den aktuellen Charts und muss dabei über sich selbst grinsen. Seine Laune bessert sich dadurch augenblicklich, dann jedoch wird er abrupt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als er die Ansage eines Bahnbediensteten hört.

 

„Sehr geehrte Fahrgäste. Aufgrund der extremen Wetterlage ist leider ein Baum auf die Gleise gestürzt und macht uns somit die Weiterfahrt unmöglich. Da wir allein nicht in der Lage sind, diesen von den Schienen zu entfernen, sind wir auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen, die in den nächsten dreißig Minuten unseren Standort erreichen soll. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und bitten Sie weiterhin um etwas Geduld.“