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In diesem Buch finden schwangere Frauen alles, was sie wissen müssen: es werden normale Abläufe während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett beschrieben, aber auch sehr umfassend und klar die möglichen Beschwerden, Krankheiten und Komplikationen. Zwei Ansprüchen soll das Buch genügen: werdenden Müttern mit Hebammenwissen und komplementären Heilkundemethoden helfen, aber auch umfassend über die Möglichkeiten der Schulmedizin als ärztliche Kunst einschließlich der technischen Medizin zu informieren. Beiden Aspekten zu entsprechen, gelingt den Autorinnen dank langjähriger Erfahrung und der Kenntnis aktuellster Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung.
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Veröffentlichungsjahr: 2012
Hebammentipp
Alle Sorgen loslassen
Immer wenn Sie sich gestresst, besorgt oder angespannt fühlen, können Sie sich mit dieser Übung wieder erden und neue Kraft tanken. Auch Schlafstörungen lassen sich so gut in den Griff bekommen.
Setzen Sie sich mit gekreuzten Beinen an einen ruhigen Ort. Sie können Ihren Rücken mit Kissen stützen oder sich an die Wand lehnen.Schließen Sie die Augen, konzentrieren Sie sich ganz auf Ihren Körper und atmen Sie einige Male ruhig und tief durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus.Stellen Sie sich vor, dass Ihr Atem eine Farbe hat, die allen Stress und alle Anspannung repräsentiert, die sich in Ihnen staut. Wählen Sie daher eine starke, dunkle Farbe. Beobachten Sie Ihren farbigen Atem einige tiefe Atemzüge lang.Sehen Sie zu, wie Stress und Anspannung vor Ihrem inneren Auge aus Ihnen herausströmen und die starke, dunkle Farbe Ihres Atems mit jedem Atemzug ein wenig mehr verblasst. Spüren Sie, wie sich mit der Farbe auch Stress und Anspannung allmählich auflösen und einem Gefühl der Entspannung Platz machen.Atmen Sie weiter, bis Ihr Atem ganz durchsichtig geworden ist und alle Anspannung Ihren Körper verlassen hat. Spüren Sie Weichheit und Leichtigkeit in Ihrem Körper und genießen Sie diesen Zustand.Schwindel und Ohnmacht
Leichter Schwindel kann besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel häufiger vorkommen.
Ursache dafür ist die natürliche Anpassung des Körpers an die Schwangerschaft. Er muss nun mit massiven Veränderungen in Wasserhaushalt, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System fertig werden. Ihr Herz schlägt jetzt zum Beispiel bis zu 20 Schläge pro Minute schneller als vor der Schwangerschaft. Zusätzlich sinkt anfangs häufig der Blutdruck.
Auch Überhitzung und Flüssigkeitsmangel (Vorsicht: Sonne, Sauna, Sport ohne Trinken), niedriger Blutzuckerspiegel, Anämie (Blutarmut) und plötzliches Aufstehen (das Blut sackt in die Beine) können zu Schwindel führen.
Dazu kommt, dass sich die Atmung in der Schwangerschaft ganz natürlich verändert und insgesamt an Volumen zunimmt. Dadurch kann es bei Aufregung oder Anstrengung zu einer sogenannten Hyperventilation kommen.
Das ist eine übermäßig gesteigerte Atmung, die sich unter anderem mit Kribbeln in den Händen oder Übelkeit ankündigt und bis hin zur Ohnmacht führen kann.
Im letzten Schwangerschaftsdrittel stehen Schwindel und Ohnmacht oft im Zusammenhang mit dem sogenannten Vena-Cava-Syndrom. Es tritt insbesondere auf, wenn Sie auf dem Rücken liegen. Dabei drückt die schwere Gebärmutter auf die großen Gefäße und behindert den Rückfluss des Blutes zum Herzen.
Das kann dazu führen, dass der Blutdruck abfällt. Übelkeit und manchmal sogar Ohnmacht sind die Folge. Auch die Sauerstoffversorgung des Kindes kann kurzfristig davon betroffen sein. Legen Sie sich bei diesen Symptomen sofort auf die Seite, das beseitigt schlagartig die Beschwerden. Viele Frauen meiden schon intuitiv die Rückenlage in dieser Zeit.
Wenn Ihnen schwindlig ist und Sie sitzen, beugen Sie sich mit gespreizten Beinen nach vorn und legen Sie Ihren Kopf zwischen die Beine.
Oder Sie legen sich mit hochgelagerten Beinen auf den Rücken. Beides hilft, den Blutfluss zum Gehirn zu verbessern.
Sanfte Selbsthilfe
Stehen Sie aus sitzender oder liegender Position langsam auf und bewegen Sie vor dem Aufstehen Hände und Füße, damit Ihr Blut Zeit hat, zum Kopf zu fließen.
Legen Sie sich zum Schlafen oder Ausruhen auf die Seite. Wenn Sie auf die Rückenlage nicht verzichten können, sollten Sie Ihren Oberkörper mit einem Kissen gut abstützen.
Schwindel kann ein Zeichen dafür sein, dass Sie ausgetrocknet sind. Trinken Sie also viel und verzichten Sie nicht auf Salz.
Essen Sie häufiger kleine, eiweißhaltige Mahlzeiten. Das hält den Blutzuckerspiegel konstant. Wenn Sie unterwegs sind, helfen Obst und Studentenfutter, den Blutzuckerspiegel schnell wieder anzuheben.
Sodbrennen
Im zweiten und dritten Trimester sind viele Frauen von Sodbrennen betroffen. Diese unangenehme Erscheinung wird durch saures Aufstoßen verursacht. Dabei fließen geringe Mengen Magensäure in die Speiseröhre zurück und reizen diese stark. Auslöser sind Liegen, Bücken, Pressen und reichliches Essen. Sodbrennen kann sich als beißendes, brennendes Gefühl hinter dem Brustbein bis hoch zum Hals äußern und Minuten bis Stunden andauern. Oft bessert das Sodbrennen sich durch eine aufrechte Körperhaltung.
Wenn alles nicht hilft, können Sie bei starken Beschwerden die Einnahme von Medikamenten erwägen. Bewährt haben sich säurebindende Wirkstoffe (Antazida) in Tabletten- oder Beutelform, die Sie jeweils eine Stunde nach den Mahlzeiten oder beim Auftreten von Beschwerden einnehmen. Bitte nicht vergessen: keine langfristige Einnahme!
Sanfte Selbsthilfe
Nehmen Sie häufig kleinere Mahlzeiten zu sich, wenn Sie unter Sodbrennen leiden. Meiden Sie möglichst alle fetten und scharf gewürzten Speisen.
Verzichten Sie während des Essens auf Getränke. Trinken Sie dafür zwischen den Mahlzeiten viel.
Vielleicht hilft Ihnen das langsame und gründliche Kauen von Haselnüssen, Mandeln oder Haferflocken.
Trinken Sie zwischendurch ein Glas Milch oder ein Glas Wasser, mit einem Esslöffel Heilerde vermischt.
Verzichten Sie vorübergehend auf saure Speisen und Getränke – Ihr Magen könnte dadurch zusätzlich gereizt werden.
Lutschen Sie salzhaltige Bonbons (zum Beispiel Emser Pastillen).
Meiden Sie Kaffee, Zigaretten und Alkohol – aber das gilt ja sowieso.
Kurz vor dem Zubettgehen sollten Sie nicht mehr zu reichhaltig essen, weil das Sodbrennen gern genau dann auftritt, wenn Sie sich hinlegen.
Wenn Sie vor allem nachts geplagt werden, kann es helfen, den Oberkörper etwas erhöht zu lagern.
Probieren Sie, ob Akupressur Ihre Beschwerden lindert. Halten Sie den Magenpunkt (siehe Abbildung
>
).
Gegen Sodbrennen hilft auch Akupressur. Halten Sie dazu den Magenpunkt in der Mitte des Daumenballens.
Hämoglobin und Eisen
Wie Sie sicherlich wissen, enthalten die roten Blutkörperchen den Blutfarbstoff Hämoglobin, der für den Sauerstofftransport notwendig ist. Da die gesunde Entwicklung Ihres Babys maßgeblich von einer funktionierenden Sauerstoffversorgung über die Plazenta abhängt, wird bei der Blutuntersuchung sowohl die Konzentration der roten Zellen als auch die des Hämoglobins (Hb) bestimmt. Im Laufe der Schwangerschaft sinkt Ihr Hb-Wert. Das ist völlig normal, da mit der starken Zunahme der Flüssigkeitsmenge in Ihrem Körper auch das Blutvolumen steigt und es dadurch zu einer relativen Erniedrigung der roten Blutkörperchen kommt. Die Gesamtzahl Ihrer roten Blutzellen wächst zwar auch, aber nicht so schnell wie das Blutvolumen.
Wenn Ihre Werte zu stark vom Normbereich abweichen, gilt dies als behandlungsbedürftiger Zustand. Ab einem Hämoglobinwert von 11,2 g/dl und weniger spricht man von einer beginnenden Anämie. Ihre Ärztin oder Ihre Hebamme wird Ihnen daher die zusätzliche Einnahme eines Eisenpräparates empfehlen.
Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander, ab welchem Wert eine zusätzliche Gabe von Eisen erfolgen sollte. Mancherorts ist es üblich, während der Schwangerschaft generell Eisen zu verabreichen. Dafür gibt es allerdings keine wirklich überzeugenden Gründe. Wegen der für manche recht belastenden Nebenwirkungen (Verstopfung, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit) sollte die Empfehlung zur Eiseneinnahme immer sorgfältig abgewogen werden. Solange der Hb-Abfall im Grenzbereich liegt, können Sie zunächst versuchen, sich eisenreicher zu ernähren (>).
Urinprobe
Bei jedem Vorsorgetermin wird ein Urintest durchgeführt. Nach den Mutterschaftsrichtlinien sind nur die Untersuchung auf Eiweiß und Glukose vorgesehen, die auch im Mutterpass dokumentiert werden. Da aber durch die körperlichen Umstellungspozesse in der Schwangerschaft häufiger Nierenbecken- und Blaseninfektionen auftreten können, werden in vielen Arztpraxen eher Teststreifen verwendet, die auch weiße oder rote Blutkörperchen und eventuell noch Nitrit, ein Abbauprodukt von Bakterien, nachweisen. Ungefähr vier Prozent der Frauen haben oft auch ohne Krankheitserscheinungen Bakterien im Urin. Infektionen in diesem Bereich können vorzeitige Wehen auslösen. Ihre Hebamme wird Sie daher in ärztliche Betreuung überweisen, wenn Hinweise dafür vorliegen. Sollte eine Blasenentzündung vorliegen, ist eine Behandlung mit Antibiotika unumgänglich.
Bei der Urinuntersuchung wird ein Teststreifen mit verschiedenen farbigen Kästchen in den Urin getaucht. Die Stärke der Verfärbungen wird mit einem, zwei oder drei kleinen Kreuzchen im Mutterpass dokumentiert. Eiweiß kann bei stärkerem Auftreten (zwei Kreuzchen und mehr) ein Anzeichen für eine beginnende Präeklampsie sein, vor allem wenn es in Verbindung mit erhöhtem Blutdruck auftritt (>).
Ihr Urin wird auch auf Glukose (Zucker) untersucht. Sie lässt sich bei schwangeren Frauen häufiger im Urin nachweisen, gerade nach dem Genuss von besonders vielen Süßigkeiten.
Falls allerdings bei zwei aufeinanderfolgenden Untersuchungen Glukose nachweisbar ist und Ihr Baby für das entsprechende Schwangerschaftsalter besonders groß erscheint oder Sie plötzlich stärker an Gewicht zulegen, liegen Hinweise vor, dass Sie vielleicht einen Schwangerschaftsdiabetes (>) entwickeln. In diesem Fall sollte ein Zuckerbelastungstest (>) durchgeführt werden.
Der Teststreifen zeigt bei jeder Vorsorge an, ob im Urin Rückstände von Eiweiß, Zucker und anderen Stoffen nachweisbar sind.
Der Fundusstand
Der Fundusstand oder Symphysen-Fundusabstand wird bei jedem Vorsorgetermin gemessen. Er gibt die Höhe des oberen Gebärmutterrandes an und entwickelt sich im Laufe der Schwangerschaft immer weiter nach oben. Ihre Hebamme tastet dazu Ihren Bauch ab, um festzustellen, wo sich der obere Gebärmutterrand befindet.
Der Abstand zwischen Schambein und oberem Gebärmutterrand zeigt, wie die Gebärmutter wächst.
Das Gebärmutterwachstum nach Schwangerschaftsalter
Das Wachstum wird im Mutterpass dokumentiert und zeigt, dass das Baby sich gut entwickelt.
Eintrag Fundusstand
Andere Schreibweise
Entspricht SSW
Bedeutung
Symphysen Fundusstand cm
S/0
S
12. SSW
Das Kind ist am Schambein zu tasten
0
2/S
S+2
16. SSW
Das Kind ist 2 Querfinger überm Schambein zu tasten
6
N/3
N-3
20. SSW
Das Kind ist 3 Querfinger unter dem Nabel zu tasten
17
N/0
N
24. SSW
Das Kind ist am Nabel zu tasten
22
Rb/N
N+3
28. SSW
Das Kind ist zwischen Rippenbogen und Nabel zu tasten
26
Rb/3
Rb-3
32. SSW
Das Kind ist 3 Querfinger unter dem Rippenbogen zu tasten
29
Rb/0
Rb
36. SSW
Das Kind ist am Rippenbogen zu tasten
34
Rb/2
Rb-2
40. SSW
Das Kind ist 2 Querfinger unter dem Rippenbogen zu tasten
36
