Heilwissen: die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen - Hildegard von Bingen - E-Book

Heilwissen: die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen E-Book

Hildegard Von Bingen

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Beschreibung

Dieses eBook: "Heilwissen: die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Hildegard von Bingen (1098 - 1179) war Benediktinerin, Dichterin und eine bedeutende Universalgelehrte ihrer Zeit. In der römisch-katholischen Kirche wird sie als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt. Hildegard von Bingen gilt als erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters. Ihre Werke befassen sich mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie. Sie war auch Beraterin vieler Persönlichkeiten. Bekannt ist, dass Hildegard in den 1150er Jahren auch medizinische Abhandlungen verfasste. Nach 1150 verfasste Hildegard mit Causae et Curae (Ursachen und Heilungen) ein Buch über die Entstehung und Behandlung von verschiedenen Krankheiten. Das zweite der naturkundlichen Werke heißt Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum, was auf Deutsch so viel bedeutet wie "Buch über das innere Wesen (Beschaffenheit und Heilkraft) der verschiedenen Kreaturen und Pflanzen", weshalb Hildegard heute teilweise als erste deutsche Ärztin bezeichnet wird. Diese naturkundlichen Werke zählen u. a. zu den Standardwerken der mehr esoterisch orientierten Naturheilkunde. Zu ihrer Zeit waren Ärzte Klostermediziner und angebliche Wunderheiler; es gab kein wissenschaftliches Medizinstudium.

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Hildegard von Bingen

Heilwissen: die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen

Erweiterte Ausgabe
Übersetzer: Paul Kaiser
e-artnow, 2014
ISBN 978-80-268-0829-9

Inhaltsverzeichnis

Die Bedeutung des Mondes
Die Zeit der Zeugung
Vom Wasser
Von der Empfängnis
Von den Krankheiten
Vom Nebel
Die Schöpfung Adams
Der Mensch besteht aus den Elementen
Von der Empfängniss
Von der Milch
Die fleischliche Lust
Die Temperamente des Menschen
Sanguiniker
Vom Monatsfluss
Vom Schlaf
Von nächtlicher Befleckung
Vom Athmen
Vom Uebermaass des Schlafes
Von körperlicher Bewegung
Die sanguinischen Weiber
Von den phlegmatischen Weibern
Von den cholerischen Weibern
Von den melancholischen Weibern
Von den Haaren
Vom Kopfschmerz
Vom Zahnschmerz
Vom Milzschmerz
Vom Magen und schlechter Verdauung
Vom Podagra
Von der Verdauung
Vom Schlummern
Vom Durst nach dem Schlaf
Von der Lähmung
Vom Fieber
Vom Essen
Vom Trinken
Von Jahreszeiten und Mahlzeiten
Vom Aderlass
Vom Schröpfen
Vom Speichelauswurf und Schnauben
Vom Nasenbluten
Vom Schnupfen
Von Reinigungstränken
Von der Diät
Von Blattern
Von Geschwulst, Geschwüren u.s.w
Vom Aussatz
Gegen Haarschwund
Gegen Kopfschmerz
Gegen Verrücktheit
Gegen Migräne
Gegen Kopfschmerz, der von Magendunst herrührt
Gegen Kopfschmerz, der vom Schleim entsteht
Gegen Lungenübel
Gegen Verrücktheit
Gegen Augenleiden
Gegen Gehörleiden
Gegen Zahnschmerz
Gegen Herzleiden
Gegen Lungenleiden
Gegen Leberverhärtung
Gegen Milzleiden
Gegen Magenleiden
Gegen Zerreissung des Segels
Gegen Nierenschmerzen
Gegen Seitenstechen
Gegen Geschwulst des Gliedes
Gegen Harnzwang
Gegen Impotenz
Gegen Unfruchtbarkeit
Gegen Podagra
Gegen Fisteln
Gegen Geschwüre
Gegen Eiterungen
Gegen Schlaflosigkeit
Gegen Ausbleiben der Menstruation
Gegen übermässige Menstruation
Gegen schwere Geburt
Zur Beförderung des Stuhlganges und Auswurfes
Gegen Nasenbluten
Gegen Schnupfen
Von Heiltränken
Gegen Ueppigkeit
Gegen Gedächtnissschwäche
Gegen Schlucken
Gegen Vergiftung
Gegen Krampf
Gegen Zorn und Schwermuth
Gegen Augenverdunkelung in Folge Weinens
Gegen unmässiges Lachen
Gegen Trunkenheit
Gegen Erbrechen
Gegen Durchfall
Gegen Blutfluss
Gegen Blutfluss aus dem Mastdarm
Gegen Blutspeien
Von Hämorrhoiden
Vom Blutspeien
Gegen Rose [?]
Gegen Krebs
Gegen Ausschlag [De scabie]
Gegen Gelbsucht
Gegen Kolik
Vom Pulsschlag
Von Bädern

Hildegard von Bingen

Heilwissen

Die Schrift der Aebtissin Hildegard über Ursachen und Behandlung der Krankheiten

übersetzt von Dr. phil. Paul Kaiser

Therapeutische Monatsheft, 16. Jahrgang, Juni 1902, Berlin (Teil 1 von 5)

Das bis jetzt noch fast unbekannt gewesene medicinische Hauptwerk der Aebtissin Hildegard von Bingen (1098 bis ca. 1180) giebt uns über volksthümliche Heilkunde im 12. Jahrhundert so reichen Aufschluss, dass ich gern von der Erlaubniss Gebrauch mache, in diesen Heften eine Uebersetzung der für Mediciner interessanten Stellen abdrucken zu lassen. Von den Ansichten der Hildegard über Physiologie und Pathologie des Menschen gebe ich nur charakteristische Proben; ihre diätetischen und therapeutischen Vorschläge übersetze ich in reichere Auswahl. Die Uebersetzung ist möglichst treu: doch habe ich mich bei Anordnung und Wiedergabe der ohnehin kaum von Hildegard herrührenden Capitelüberschriften nicht immer nach der Vorlage gerichtet und habe die oft unerträgliche Breite der lateinischen Darstellung im Deutschen zu kürzen gesucht.

Die Bedeutung des Mondes

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…. Magen und Blase des Menschen nimmt Alles auf, womit er sich nährt. Wenn diese beiden zu viel Speisen und Getränke bekommen, verursachen sie im ganzen Leibe einen Sturm der bösen Säfte, wie die Elemente nach Art des Menschen.

Die Zeit der Zeugung

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Denn zur rechten Zeit der Wärme und Kälte wirft der Mensch das Saatkorn aus, und dieses geht zur Frucht auf. Wer wäre denn so thöricht, bei zu grosser Sommerhitze oder Winterkälte zu säen? Und die Saat würde verderben und nicht aufgehen. So geht es mit den Menschen, die nicht die Reife ihres Lebensalters und die Zeit des Mondes in Betracht ziehen, sondern zu einer beliebigen Zeit nach ihrer Willkür zeugen wollen. Deswegen gehen ihre Kinder unter vielen Schmerzen körperlich ein. Aber wie sehr sie auch am Leibe schwach sind, Gott sammelt doch seine Edelsteine zu sich. Daher soll der Mann die Reife seines Körpers erwarten und nach den rechten Mondzeiten mit solchem Fleiss forschen, wie einer, der seine Gebete rein darbringt; auf dass er zur rechten Zeit einen Sohn zeuge und seine Kinder nicht elendiglich verkommen. Er soll nicht sein wie ein Mensch, der die Speise in sich schlingt, ein Vielfrass, der nach der rechten Essenszeit nicht fragt – sondern wie einer, der die rechte Zeit innehält, dass er nicht gierig sei. So muss es der Mensch halten und die richtige Zeit der Zeugung wahrnehmen. Der Mann suche das Weib nicht auf, wenn es noch ein Kind ist, sondern eine Jungfrau, weil sie dann reif ist; und er soll ein Weib erst berühren, wenn er einen Bart hat, weil er dann erst reif ist, einen Sprössling zu zeugen. Denn wer in Fressen und Saufen aufgeht, der wird oft in seinen Gliedern aussätzig und gebrestenhaft; wer aber mässig isst und trinkt, hat gutes Blut und gesunden Leib. So verstreut Jener, der immer wollüstig ist und in der Geilheit seines Körpers seinen Lüsten nachgeht, in dem Sturm seiner Zeugungslust unnütz seinen Samen und geht oft selbst mit seinem Samen zu Grunde. Wer aber seinen Samen richtig ergiesst, bringt es zur richtigen Zeugung.

Vom Wasser

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… Sumpfwasser, wo auch immer auf der Erde es sei, ist ganz wie Gift; denn es hat in sich die werthlosen und schädlichen Feuchtigkeiten der Erde und den giftigen Geifer der Würmer. Dies ist ganz schlecht zum Trunk und überhaupt zum Gebrauch der Menschen und kann nur zum Waschen dienen, wenn man es hierzu nehmen muss. Wer es aber aus gänzlichem Mangel an anderm Wasser trinken will, muss es vorm Genuss erst kochen und dann abkühlen lassen; auch kann man Brot, Speise und Bier, das mit ihm gekocht wird, in Maassen nehmen, weil man es durchs Feuer reinigt … Aber das Wasser von Brunnen, die tiefer in die Erde gegraben sind, so dass es steht und nicht ausfliessen kann, ist besser und angenehmer zur Speise, zum Trunk und anderem Gebrauch, als fliessendes Quellwasser. Im Vergleich zu Quellwasser ist es wie milde Salbe, da es nicht fortwährend ausfliesst und durch den milden Hauch der Luft erwärmt wird. Denn Quellwasser ist hart und widersteht daher den Speisen, so dass sie sich kaum erweichen und kochen lassen. Und da es ganz rein ist, hat es wenig Schaum und vermag darum die Speisen weniger so zu reinigen, wie anderes Wasser ……… Doch ist das Quellwasser leichter und reiner als Flusswasser, das durch Erde oder Sand oder Steine, über die es strömt, gereinigt wird. Zum Trunk taugt es, da es rein ist, und es ist auch hart und gesellt sich einigermaassen in seinen Eigenschaften dem Wein, doch ist es an Speisen für den Genuss schädlich und wegen seiner Härte auch beim Waschen den Augen. Aber das Wasser von Flüssen, die über die Erde fliessen, ist dick, weil es von der Sonne und der Luft getroffen wird, und ist voll Schaum und zum Trinken nicht gesund, da sich unterschiedliche Eigenschaften der Luft und der Elemente mit ihm mischen und es auch von dem Rauch und Nebel, der von gewissen ungesunden Bergen niedersteigt, inficirt wird … Wenn Menschen oder andere Geschöpfe das Wasser trinken, bringt es ihnen Tod oder macht die Glieder hervorstehen, weil es sie verbildet oder schwächt … Aber kleine und ganz klare Bäche, die von anderen Gewässern gleichsam wie Adern abfliessen, die sind vermöge ihres Ausflusses rein und recht nützlich zu jedem Gebrauch für Mensch und Vieh. Regenwasser aber ist hart und nimmt kranken Menschen Unrath, böse Säfte und Eiter, doch gesunden Menschen schadet es, weil es bei ihnen nichts zum Reinigen findet. Wenn es aber in Cisternen steht, wird es milder und ist für Gesunde und Kranke gut; doch is Quell-und Flusswasser viel besser u.s.w….

Von der Empfängnis

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Wenn das Blut eines Mannes in der Gluth der Wollust aufschäumt, giebt es Schaum von sich, den wir Samen nennen; so giebt ein Topf am Herdfeuer in Folge der Feuerhitze Schaum von sich. Wenn nun einer vom Samen eines Kranken empfangen wird oder von schwächlichem, ungekochtem Samen, der mit eitrigem Saft gemischt ist, der ist in seinem Leben meistens krank und voll Fäulniss, wie Holz, das, von Würmern durchbohrt, vermodert. So einer wird denn oft voll von Geschwüren und Eiterbeulen und zieht den eitrigen Krankheitsstoff aus den Speisen leichter an sich zu dem Eiter, den er schon hat. Wer davon frei ist, ist gesunder. Wenn der Same aber geil ist, wird der aus ihm empfangene Mensch unmässig und geil … . Wenn ein Mann unter Erguss kräftigen Samens und in treuer Liebe zur Frau zu ihr kommt und sie dann auch die rechte Liebe zum Manne hat, dann wird ein männliches Kind empfangen; denn so hat es Gott eingerichtet … Wenn der Mann seine Frau treu liebt, die Frau aber den Mann nicht, oder auch die Frau den Mann liebt, aber der Mann nicht die Frau, und der Mann dermalen nur dürftigen Samen hat, so entsteht ein weibliches Kind…. Die Wärme der Frauen von dicker Constitution ist stärker als der Samen des Mannes, so dass das Kind häufig ihnen ähnlich wird; die Frauen von magerer Constitution bekommen oft ein Kind, das dem Vater ähnelt….

Von den Krankheiten

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