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Die meisten Magengeschwüre sind auf die Mitwirkung des Helicobacters pylori zurückzuführen. Und auch an einer Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüren ist dieses weit verbreitete Bakterium fast immer beteiligt. Wie behandelt man die Magengeschwüre, den Magenkrebs oder die Gastritis, wenn diese durch Helicobacter ausgelöst wurden? Erfahren Sie in diesem Buch genau die Antworten, die Sie benötigen, um sich wirklich erfolgreich von Ihrem unliebsamen Mitbewohner zu befreien. Dieses ist das derzeit einzige deutschsprachige Helicobacter-Buch, das laienverständlich geschrieben ist und praktische Hilfestellungen für Ihre Infektion gibt. Mit ganzheitlicher Betrachtungsweise – schulmedizinisch und naturheilkundlich.
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Seitenzahl: 90
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Helicobacter pylori –
der Auslöser von Magenkrebs und anderen Magenkrankheiten
Susanne Schneider
ISBN 978-3-98748-004-1
2. überarbeitete Auflage 2022
© Copyright 2022
Nesterenko Verlag UG, 59759 Arnsberg, Klausenstr. 20
www.heilkraft-ernaehrung.de
SPRACHREGELUNG:
Zur Vereinfachung beim Schreiben und Lesen wird immer die männliche Form verwendet: der Patient, der Arzt usw. Dieser Artikel dient als allgemeiner Gattungsbegriff und schließt weibliche Personen automatisch mit ein.
Cover
Titel
Vorwort
Was ist das Helicobacter pylori-Bakterium?
Entdeckung des Helicobacters
Infektionswege
Risikofaktoren
Wie Sie sich vor dem Helicobacter-Bakterium schützen können
Wie funktioniert Helicobacter?
Welche Folgen kann eine Helicobacter-Infektion haben?
Was ist eine Magenschleimhautentzündung?
Ursachen der Magenschleimhautentzündung
Symptome der Magenschleimhautentzündung
Diagnose der Magenschleimhautentzündung
Magenschleimhautentzündungsbehandlung schulmedizinisch
Magenschleimhautentzündungsbehandlung Naturheilkunde
Ernährung bei Magenschleimhautentzündung
Schüsslersalze bei Magenschleimhautentzündung
Folgen der Magenschleimhautentzündung
Vorbeugung einer Magenschleimhautentzündung
Nachsorge der behandelten Magenschleimhautentzündung
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür
Risikofaktoren für Magengeschwüre
Magengeschwür oder doch Magenschleimhautentzündung?
Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür?
Diagnose Magengeschwür
Magengeschwürtherapie schulmedizinisch
Magengeschwürtherapie Naturheilkunde
Magenkrebs (Magenkarzinom)
Risikofaktoren für Magenkrebs
Helicobacter und Magenkrebs
Symptome bei Magenkrebs
Wann zum Arzt?
Diagnose von Magenkrebs
Therapie von Magenkrebs
Vorbeugung von Magenkrebs
Prognose bei Magenkrebs
Magenlymphom
Symptome einer Helicobacter-Infektion
Diagnose einer Helicobacter-Infektion
Stuhlprobe
Atemtest
Helicobacter-Urease-Test (HUT)
Bluttest
Magenspiegelung
Bakterienkultur
Untersuchungsmethode abhängig vom Alter
Behandlung allgemein
Behandlung schulmedizinisch
Behandlung naturheilkundlich
Säure-Basen-Haushalt
Akupunktur-Massage nach Penzel (APM)
Manuka-Honig
Orthomolekulare Therapie
Probiotika
Phytotherapie
Ernährung
Grapefruitkernextrakt
Olivenöl
Ringelblume
Curcuma
Ingwer
Kamille
Cranberry
Matula Herbal Formula™
Antihomotoxische Therapie
Heilerde
Affenkopfpilz
Weitere Mittel
Therapiekontrolle
Ernährungsempfehlungen zur Magenschonung
Forschung
Fragen und Antworten
Vorbereitung für Ihren Arzttermin
Hinweise für den Leser, Fotoquellen
Wussten Sie, dass Sodbrennen, Magengeschwüre, Gastritis, Magenkrebs, Magendrücken, häufige Durchfälle und Blähungen dieselbe Ursache haben können? Und ist Ihnen bekannt, dass die Ursache in vielen Fällen das Helicobacter pylori-Bakterium ist?
Sie haben diesen Namen noch nie gehört und können sich rein gar nichts unter diesem kleinen winzigen Keim vorstellen? Dann machen Sie sich ab sofort bewusst, dass dieses Bakterium viele Jahre lang in Ihrem Körper verweilen kann, ohne dass Sie auch nur die leiseste Ahnung von ihrem Untermieter haben. Denn oftmals führt Helicobacter nicht direkt zu gesundheitlichen Störungen.
Aber irgendwann kommt doch der Tag, an dem die Symptome nicht mehr zu übersehen sind und richtig lästig werden. Mitunter auch beängstigend und rätselhaft.
Und obwohl der Arzt Sie so richtig auf den Kopf stellt, findet er womöglich nicht heraus, warum Sie diese lästigen Beschwerden haben. Denn auch ein Arzt denkt nicht immer gleich an diesen kleinen winzigen Mitbewohner, der sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht und nicht immer ganz klar abzugrenzende Beschwerdebilder an den Tag legt.
Das Helicobacter-Bakterium ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern es hat nachweislich schon vor vielen hundert Jahren zu Erkrankungen geführt. Seine wichtigsten Zusammenhänge wurden allerdings erst vor wenigen Jahren entschlüsselt.
Bis zum Jahr 1982 war Helicobacter ein Bakterium unter vielen, und die von ihm ausgehenden Gefahren waren bis dahin quasi noch gar nicht bekannt. Obwohl seine australischen Entdecker bereits vor nunmehr 40 Jahren auf die Gefahren dieses häufigen menschlichen Mitbewohners aufmerksam machten, verhallten ihre Erkenntnisse zunächst im Nichts.
Denn mit ihrer Behauptung, ein gefährliches Bakterium in der menschlichen Magensäure gefunden zu haben, das noch dazu verantwortlich sei für Erkrankungen wie Gastritis, Magengeschwüre und Magenkrebs – nein, das war zur damaligen Zeit undenkbar. Hieß es doch bis dahin immer, dass es für sämtliche Bakterien völlig unmöglich sei, in der unwirtlichen Magensäure überhaupt zu überleben.
Doch durch ihre Hartnäckigkeit und mutigen Selbstversuche bewiesen die beiden Australier der medizinischen Welt, dass das Helicobacter pylori-Bakterium tatsächlich viele Jahrzehnte lang sein Unwesen im menschlichen Magen treiben kann und gefährliche Magenerkrankungen auslöst. Ihre Forschungen wurden schließlich nicht ohne Grund 2005 mit dem Medizinnobelpreis belohnt.
Heutzutage ist gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass diverse Magenerkrankungen eben nicht die typischen Managerkrankheiten sind, als die sie so viele Jahre lang bezeichnet wurden. Denn immerhin sind 90 % der Magengeschwüre auf die Mitwirkung des unliebsamen Mitbewohners zurückzuführen. Und auch bei der Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüren ist fast immer Helicobacter beteiligt.
Die Liste der Erkrankungen, für die dieses Bakterium zumindest mitverantwortlich ist, liest sich tatsächlich beängstigend. Und mögliche Ausmaße von Helicobacter-Infektionen lassen sich ohne Übertreibung als gigantisch bezeichnen.
Helicobacter-Infektionen zählen zu den weltweit häufigsten Infektionen, die durch ein Bakterium ausgelöst werden. Über 75 % der Weltbevölkerung sollen heutzutage mit dem Helicobacter infiziert sein - bei fast 8 Milliarden Menschen auf der Erde also eine beachtliche Anzahl.
Und all diese Menschen tragen aufgrund des Helicobacters ein sehr hohes Risiko, an gefährlichen Magenerkrankungen wie Magengeschwüren und Magenkrebs zu erkranken.
Ganz klar, dass man nicht dazu gehören möchte, doch was kann man tun, damit man nicht Teil dieser gigantischen Statistik wird? Welche Vorbeugemaßnahmen schützen sinnvoll? Oder wie wird man diesen unliebsamen Mitbewohner wieder los, wenn man ihn bereits in sich trägt?
Und was ist zu tun, wenn das Helicobacter-Bakterium bereits kräftig zugeschlagen und zu einer der gefürchteten Erkrankungen geführt hat? Wie behandelt man die Magengeschwüre, den Magenkrebs oder die Gastritis, wenn diese durch Helicobacter ausgelöst wurden? Wie Sie sehen, wirft eine Helicobacter-Infektion viele Fragen auf, die nach Antworten suchen.
Erfahren Sie in diesem Buch genau die Antworten, die Sie benötigen, um sich wirklich erfolgreich von Ihrem unliebsamen Mitbewohner zu befreien.
Dieses ist das derzeit einzige deutschsprachige Helicobacter-Buch, das laienverständlich geschrieben ist und praktische Hilfestellungen für Ihre Infektion gibt. Mit ganzheitlicher Betrachtungsweise – schulmedizinisch und naturheilkundlich.
Von einer erfahrenen Autorin, die über ein beeindruckendes umfangreiches Wissen von naturheilkundlichen Behandlungsmöglichkeiten verfügt, aber schulmedizinische Methoden nicht unberücksichtigt lässt. Und die bekannt dafür ist, dass sie gerne auch mal Dinge veröffentlicht, die Sie in anderen Büchern noch lange nicht zu lesen bekommen.
Obwohl die Entdecker des Helicobacters Westaustralier sind, hat dieses Bakterium seinerzeit einen griechischen Namen erhalten. Der Name leitet sich von den Begriffen „Spirale, Schraube und Magenausgang“ ab. Wie also der Name vermuten lässt, ist dieses Bakterium spiralförmig und befindet sich im Magen.
Zwar ist das Helicobacter pyroli-Bakterium erst seit 1982 bekannt, man weiß aber inzwischen, dass es schon viel länger existiert. So konnte es z. B. bei Mumien nachgewiesen werden, die über 1.700 Jahre alt sind.
Zudem weiß man, dass es mehr als 300 Unterformen des Helicobacters gibt, die weltweit verbreitet sind, sich in ihrer genetischen Ausstattung jedoch erheblich unterscheiden.
Heutzutage gilt Helicobacter als das zweithäufigste Bakterium, das bakterielle Infektionskrankheiten beim Menschen auslösen kann. Insbesondere Erkrankungen des Magen-Darmtraktes stehen häufig in Verbindung mit dem Helicobacter. Dieser Zusammenhang brachte dem Helicobacter auch seinen Zweitnamen „Magenbazillus“ ein.
Da das Helicobacter-Bakterium ein taktischer Stratege ist und als ein sehr widerstandfähiges robustes Bakterium gilt, ist eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung eine große Herausforderung.
Experten gehen davon aus, dass heutzutage etwa 75 % der gesamten Weltbevölkerung Träger des Helicobacters sind. Zwar ist die enorme Infektionsrate in den Entwicklungsländern mit einer Quote von ca. 90 % besonders hoch, aber auch die Rate von etwa 30 % in Deutschland und den USA ist eine ernst zu nehmende Größenordnung. Zumal die aus der Helicobacter-Infektion resultierenden Folgeerkrankungen ernsthafte Erscheinungsformen annehmen können. Da das Infektionsrisiko mit zunehmendem Alter steigt, sind ältere Personen besonders gefährdet.
Bei einer Infektion mit dem Helicobacter breitet sich dieses im Magen aus. Normalerweise ist der Magen vor bakteriellen Angriffen durch die Magensäure und dem damit verbundenen niedrigen ph-Wert geschützt. Das Helicobacter pylori-Bakterium schafft es jedoch, in dieser sauren Umgebung zu überleben, indem es die Säure neutralisiert.
Mit Hilfe seiner fadenförmigen Geißeln kann sich das Bakterium fortbewegen. Dabei durchdringt es die Schleimhaut des Magens und gelangt bis hin zu den Magenzellen. Dort kann es sich schließlich festsetzen und Abwehrreaktionen des Körpers auslösen.
Bevor die Beteiligung einer Helicobacter pylori-Infektion an der Entstehung von Magengeschwüren erkannt wurde, bestand die Therapie häufig darin, säurehemmende Medikamente zu verordnen. Da die Magensäure tatsächlich an der Bildung von Magengeschwüren beteiligt ist, wenn auch nicht ursächlich, kam es bei entsprechender Behandlung zu einer Besserung. Diese hielt jedoch nur so lange an, wie die Medikamente genommen wurden. Nach dem Absetzen betrug die Rückfallquote bis zu 80 %.
Nachdem jedoch das Helicobacter pylori als eigentliche Ursache erkannt und eine entsprechende Behandlung in die Wege geleitet worden war, sank die Rückfallquote auf 15 % im ersten Jahr. Genauere Informationen zu den aktuellsten Behandlungsmethoden finden Sie in dem Kapitel „Behandlungen“.
Auch wenn es vielfach den Anschein hat - Helicobacter pyroli ist ursprünglich keine Erfindung unserer Zeit. Denn bereits 1875 entdeckten deutsche Forscher spiralförmige Bakterien im Magen von Menschen. Sie waren damals allerdings noch nicht in der Lage, diese Bakterien zu kultivieren, sodass ihre Entdeckung irgendwann einfach in Vergessenheit geriet.
Der italienische Forscher Giulio Bizzozero beschrieb 1893 ein ähnlich geformtes Bakterium, das sich in Hundemägen aufhielt.
Einen wichtigen Grundstein zur Entdeckung des Helicobacters soll auch der deutsche Arzt und Forscher Robert Koch im 19. Jahrhundert gelegt haben. Ihm gelang es damals, die Bakterien in einer Kultur anzulegen und diese als Krankheitserreger zu identifizieren. Genauere Umstände wurden seinerzeit jedoch noch nicht erforscht.
Und sogar Forschungsergebnisse von Harvard-Medizinern aus den 1940-er Jahren blieben jahrelang unbeachtet, in denen bereits erkannt worden war, dass bei 40 % der Patienten mit Magengeschwüren und -krebs eine Bakterieninfektion vorlag.
Noch bis zum Jahr 1982 gingen Mediziner im festen Glauben davon aus, dass Magengeschwüre durch einen stressigen Lebensstil, scharfes Essen, viel Alkohol, Nikotin und zu viel Säure verursacht würden. Auch die Psyche musste immer mal wieder herhalten und wurde dann zumindest als Mitauslöser von diversen Magenerkrankungen verantwortlich gemacht.
Dies änderte sich allerdings fast schlagartig, als die australischen Wissenschaftler Barry J. Marshall und J. Robin Warren (Perth, Westaustralien) im Jahr 1982 das Helicobacter pylori-Bakterium entdeckten. Seitdem weiß man, dass die meisten Magengeschwüre durch eine Helicobacter pylori-Infektion ausgelöst werden. Für ihre sensationelle Entdeckung wurden die Forscher einige Jahre später (2005) mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geehrt, der auch als Medizinnobelpreis bezeichnet wird.
Die Bezeichnung des Bakteriums als Helicobacter gibt es noch nicht sehr lange, denn bis 1989 wurde es noch Campylobacter pylori genannt.
Auch wenn sich die Entdeckung aus heutiger Sicht als sehr einleuchtend darstellt, ganz so einfach war der Weg der beiden australischen Wissenschaftler keineswegs, und ihr Erfolg ist nur auf ihre Beharrlichkeit und ihr Durchhaltevermögen zurückzuführen.
Trotz ihrer eindrücklichen und überzeugenden Beweise beriefen sich nämlich zahlreiche andere Forscher weiterhin darauf, dass es gar nicht möglich sei, dass Bakterien in der unwirtlichen Magensäure mit einem extrem sauren Milieu überleben könnten. Somit wurden die von Marshall und Warren erbrachten Forschungsergebnisse von ihren Kontrahenten zunächst erfolgreich ignoriert und nicht selten als „rubbish“ bezeichnet. Die beiden Forscher ernteten reichlich Häme und Spott und ließen sich trotz aller Widerstände nicht beirren. Einen entscheidenden Meilenstein legten sie schließlich durch einen beeindruckenden Selbstversuch.
Hierfür ließ Dr. Marshall durch eine Magenspiegelung zunächst bestätigen, dass er weder an einer Magenschleimhautentzündung erkrankt noch von einer Infektion des Helicobacters betroffen war. In einer Bouillonsuppe vermischte er schließlich Bakterien, der er zuvor aus dem Mageninhalt von Patienten mit Geschwüren gezüchtet hatte und trank diese Suppe im Selbstversuch, um bei sich selbst eine Magenschleimhautentzündung zu produzieren.
Durch drei folgende Magenspiegelungen konnte er belegen, dass er schließlich an einer akuten Gastritis erkrankt war. Doch auch trotz dieser ja nun wirklich überzeugenden Ergebnisse blieb die Fachwelt immer noch äußerst skeptisch.
