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Anna Gutmann glaubte bisher immer ganz normal zu sein. Doch als auf einmal ein Neuer in ihrer Schule auftaucht, in Begleitung seines sehr seltsamen Vaters, steht Annas Leben plötzlich Kopf: Denn Alex, der Neue, hängt immerfort an Annas Rockzipfel. Ebenso sein Vater. Was haben er und sein Vater vor? Und dann ist Oma Rosi auf einmal im Besitz einer mysteriösen altägyptischen Kette, die sie weder von ihrem Hals herunterbekommt noch in der Lage ist, das Amulett daran zu öffnen! Was hat all das zu bedeuten? Was haben Alex und sein Vater Calltro vor? Würde Oma Rosi je diese Kette ablegen können? Mithilfe ihrer besten Freundin Hannah versucht Anna diese Rätsel zu lösen ...
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Seitenzahl: 85
Veröffentlichungsjahr: 2016
HERZENSGLUT
Widmung
Für Frau Niesen, meine Klassenlehrerin im 5.
Schuljahr, die mich in der Schriftstellerei
unterstützte.
Und für Hannah (meine kleine Großcousine),
die meine Geschichten ganz besonders gerne
liest und ich sie daher in diesem Buch verewigt
habe.
Dieses Werk war 2004 bereits Teil eines Schreibwettbewerbs, welches wegen seines zu reichen Umfanges nicht für die vorgesehene Anthologie gewinnen konnte, jedoch vom begleitenden Autor Tobias Bungter sehr geschätzt wurde.
Die Autorin im Internet:www.melanieschmidtofficial.de.tl
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Verlag: Buchtalent - eine Verlagsmarke der tredition GmbH, Hamburg.
Umschlagfoto: CCO Creative Commons, pixabay.com
Deutsche Erstausgabe © Mel Mae Schmidt, 2016
www.tredition.de
www.buchtalent.de
ISBN: 978-3-7323-7972-9 (Paperback)
ISBN: 978-3-7323-7973-6 (Hardcover)
ISBN: 978-3-7323-7974-3 (e-Book)
Mel Mae Schmidt
Herzensglut
Fantasy-Krimi
Eine seltsame Begegnung
„Wir haben gelernt,
wie Vögel zu fliegen,
wie Fische zu schwimmen.
Doch wir haben die einfache Kunst verlernt,
wie Brüder zu leben.“
(Martin Luther King)
D rrrrrrrrrriiiiiiiinnggggg!, machte es aus Annas Zimmer, denn es war viertel vor sieben in der Früh und der Wecker klingelte, da Anna natürlich genau wie jeder andere junge Mensch auch, pünktlich zur Schule musste.
„Ach nö!“, murmelte Anna, drehte sich auf die andere Seite ihres Bettes und schnarchte einfach weiter, in der Hoffnung, nicht aufstehen zu müssen. Doch da hatte sie falsch gedacht. Denn schon stand ihre Mutter genervt mit einem Eimer kaltem Wasser in der Türe.
Anna schielte durch eine kleine Luke zwischen ihrem Kissen und ihrer Bettdecke, und siehe da - schon sprang Anna aus ihrem Bett.
So oder so ähnlich war der tägliche morgendliche Ablauf: Annas Wecker klingelt, sie will nicht aufstehen, die Mutter steht mit einem Eimer kaltem Wasser in der Türe und schon springt Anna aus ihrem kuscheligen Bett um ja nicht mit eiskaltem Wasser begossen zu werden.
„Schön“, begrüßte die Mutter die Tochter nach ihrem morgendlichen Aufsprung. „Komm frühstücken und dann ab in den Schulbus, der Bus kommt nämlich um halb acht und wie ich dich kenne, brauchst du wieder ewig, um dich fertig zu machen. Also Beeilung bitte!“
Anna verdrehte genervt die Augen. Das stimmt ja gar nicht! Das weißt du auch, Mama!, dachte sich Anna, schlüpfte in ihre Kleidung, ging schlaftrunkend in die Küche zum Frühstück, warf vor Müdigkeit dabei fast die Lieblingsvase ihrer Mutter aus Ägypten um, die ungünstigerweise so stand, dass Anna diese, während sie sich den Schlaf aus den Augen rieb, mit dem Ellbogen zum Tanzen brachte. Zum Glück blieb es nur beim Tanzen und die Vase stellte sich schließlich wieder so hin, wie zuvor.
Als Anna endlich aufbruchbereit war, riss sie ihren Rucksack vom Stuhl und verschwand im Bus. Dieser wartete immer vor Annas Haustüre, da sich nämlich direkt vor ihrer Haustüre eine Bushaltestelle befand und wäre nun beinahe ohne Anna losgefahren.
Im Bus begegnete Anna einem komisch aussehenden Jungen, der irgendwie wie ein Streber, aber auch wie ein Agent aussah. Obwohl kaum Sitzplätze besetzt waren, stand der Junge wie vom Blitz getroffen an der Bustüre, als wolle er, wenn sie aufging, direkt hinausflitzen. Der Junge trug zurückgegeltes schwarzes Haar, eine schwarze Agentensonnenbrille, einen karierten Pullunder, ein weißes Hemd mit einer karierten Krawatte, eine schwarze Jacke, braune Schuhe und eine schwarze Aktentasche.
Wohin will der denn? Doch sicher nicht in die Schule, so wie der aussieht! So sieht doch kein Schüler aus!, dachte sich Anna und stieg aus dem Bus aus, als dieser an der Bushaltestelle der Schule Halt machte.
Und tatsächlich ging der Junge in rasender Geschwindigkeit auf die Schule zu, die Anna auch besuchte. Aber er war nicht allein; ein Mann ging dicht neben ihm, der von der Kleidung her beinahe genauso aussah wie der Junge.
Ob der sein Vater ist?, dachte Anna. Sie folgte dem Jungen, um zu sehen was er denn in ihrer Schule mit diesem Outfit vorhatte. Etwa ein neuer Schüler? Anna hatte ihn nie zuvor gesehen. Das wäre ihr aufgefallen. Und wie es schien, wollte dieser Junge zu ihr in die Klasse.
Plötzlich blieben sie stehen, schauten sich offenbar nach jemandem um, ihre Blicke blieben schließlich an Anna haften und eilten dann denselben Weg zurück, den sie gekommen waren und sprachen Anna an.
„Entschuldigung, aber, könntest du mir freundlicherweise zeigen, wo sich die Klasse von Frau Niesen befindet?“, fragte der große Mann sie.
Anna stand da wie von hundert Blitzen getroffen und suchte nach Worten.
„Ähm, … ja. Kommen Sie bitte mit mir!“, sagte Anna und zeigte mit ihrem Finger, dass sie beide mitkommen sollten. Bei Annas Klasse angekommen, sagte der riesige Mann zu Anna: „Ich danke dir, kleines Mädchen. Du bist … nett …, oh, ’tschuldigung, hab vergessen mich vorzustellen; mein Name ist Herr Wahrig und das hier ist mein Sohn Alex Wahrig. Er ist vierzehn.“
Der große Mann verschwand mit dem Jungen in der Klasse. Anna nickte lächelnd, hielt kurz inne und ging kurz darauf selbst hinein.
Schließlich kam auch die Lehrerin zur Türe herein, erblickte Alex und dessen Vater und lächelte.
„So Kinder, setzt euch bitte alle hin. Denn ich möchte euch mitteilen, dass ihr ab heute einen neuen Mitschüler begrüßen dürft. Er heißt Alexander, genannt Alex, ist vierzehn Jahre alt und vor wenigen Tagen neu in diesen Ort gezogen. Hannah kommt dann neben Robert, wenn Alex sich dann neben dich setzt, Anna!“
Nach dieser kleinen Ansprache flüsterte die Lehrerin Frau Niesen Alex und dem Riesengeier etwas ins Ohr (den Riesengeier dachte Anna sich sofort, als sie den großen Herr Wahrig sah, da er wirklich ein bisschen wie ein Geier aussah und so groß war).
Plötzlich kam Alex auf den freien Platz neben Anna zu und setzte sich dort nieder. Der Geier redete noch eine Weile mit Frau Niesen und ging dann schließlich mit einem sachten Winken aus dem Klassenzimmer, während Hannah verspätet den Raum betrat und versuchte, heimlich an Frau Niesen vorbeizulaufen. Doch vergebens, die Lehrerin hatte sie bereits gesehen.
„So Hannah! Da du ja wie immer spätdran bist, muss ich dir nun sagen, dass du ab heute neben Robert sitzt! Setz dich, wir wollen endlich mit dem Unterricht anfangen!“ Robert rückte maulend zur Seite und Hannahs Gesichtsausdruck sah aus, als hätte man ihr gesagt, sie müsse mutterseelenallein um die ganze Welt laufen.
Robert war der Klassenclown und noch dazu der Klassenbeste und eigentlich sehr beliebt. Doch Hannah hasste ihn. Er sie auch. Aber ohne Grund.
„Ach nö!“, sagte Robert als Hannah immer näher kam, sie sich hilfesuchend zu Anna umdrehte, aber diese entschuldigend zurückblickte.
„Denk jetzt ja nicht, dass ich das hier in Ordnung finde, du Fischgesicht!“, motzte Hannah Robert an, der nun schweigsam und geschockt in der Ecke kauerte.
Anna, die die Umsetzung nicht in Ordnung fand, saß wie angewurzelt und mit deutlich geschocktem Blick an ihrem Platz und schmiedete Rachepläne gegen Alex, obwohl dieser nichts für die Umsetzung konnte.
Alex dagegen saß mit hoch erfreutem Blick an seinem neuen Platz und schrieb etwas in sein Notizblöckchen. Anna war nicht sonderlich erpicht darauf zu wissen, was er da schrieb. Gerade erst neu in die Klasse gekommen und schon Ärger machen!, dachte sich Anna.
Als es schließlich nach zwei Stunden Unterricht zur Pause läutete, sprang Anna als Erste von ihrem Platz auf und lief zu ihrer besten Freundin Hannah.
Alex, der nicht wusste, was er in den Pausen machen sollte, lief ganz einfach erdacht, hinter Anna her. Natürlich unauffällig!
Als Anna mit ihrer Freundin in der Mädchentoilette verschwand, versteckte sich Alex solange hinter einem dicken Baum und nahm wieder sein schwarzes Notizblöckchen heraus. Dann schrieb er ganz hastig hinein:
Ich bin nun hier in der Schule, es ist gerade Pause.
Ich weiß noch nichts über das Mädchen Anna.
Muss mehr recherchieren und beobachten.
Wenn nicht, wird Paps sauer. Schließlich sind wir wegen ihr hier.
Bis dann, Alex
Als es dann zur Unterrichtsstunde läutete und alle wieder ins große Schulgebäude rannten, fragte Alex Anna im Vorbeigehen: „Äh, … es würde mich interessieren, wie alt du bist! Dreizehn, vierzehn?“
„I- i- ich bin fünfzehn!“, antwortete Anna verdutzt und ging mit Hannah, die ebenfalls total verdutzt aussah, weiter.
Kurz danach saß Alex wieder neben Anna in der Klasse und schrieb in sein Notizblöckchen:
Anna ist fünfzehn und ihre beste Freundin heißt Hannah!
Schließlich kam die Lehrerin in die Klasse und verkündete: “Ich habe soeben erfahren, dass ihr morgen keine Schule habt, da ich leider auf eine Beerdigung gehen muss und keine andere Lehrkraft für den morgigen Schultag als Vertretung zur Verfügung steht.“
Alle Kinder schrien und kreischten und Alex verstand die Welt nicht mehr, da er durch sein Schreiben ins Notizblöckchen nicht zugehört hatte.
“Was ist?“, fragte er Anna.
„Morgen ist keine Schule!“, verkündete sie ihm, der danach aber gar nicht glücklich aussah.
„Verdammt“, flüsterte Alex vor sich hin.
„Wie bitte?“, versuchte Anna trotz ihres Ärgers auf ihn höflich zu fragen.
„Nichts, nichts!“, antwortete Alex schnell und ärgerte sich, dass er morgen nicht mehr über Anna herausfinden kann.
Nach Schulschluss kam Alex zu seinem Vater und verkündete ihm, dass morgen keine Schule sei.
Sein Vater Herr Wahrig rastete total aus und schrie: „Was? Ich glaub’s nicht! Keine Schule? Wie kann das sein? Was hat denn die Lehrerin gesagt?“
„S- sie sagte, dass sie weg muss. Aber wohin sagte sie nicht! Zumindest habe ich es nicht richtig mitbekommen“, sagte Alex und machte eine bedrückte Miene.
„Wen könnten wir denn fragen?“, fragte Herr Wahrig voller Panik.
„Ich denke den Lehrer dort drüben, oder Anna!“
Herr Wahrigs Augen weiteten sich schlagartig. „Anna … ja! Sie ist das Mädchen, das wir suchen!“, flüsterte Herr Wahrig begeistert. „Anna Gutmann, richtig?“
Alex nickte.
“Wo ist sie?“, fragte sein Vater weiter.
“Dort drüben. Sie sitzt mit ihren Freundinnen auf dem Schulhof!“, sagte Alex und zeigte mit seinem Finger auf eine Bank auf dem Schulhof, wo Anna mit ihren drei Freundinnen Hannah, Ida und Maria, genüsslich Bonbons kauten und sich gegenseitig bei den Mathe-Hausaufgaben halfen.
Herr Wahrig ging auf Anna zu und sagte: “Hey, kleine Göre! Weißt du vielleicht, warum morgen die Lehrerin nicht da ist und deshalb die Schule ausfällt?“
