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Hinterhofträume liest sich wie ein Stadtspaziergang: In sechzehn Kurzgeschichten begegnen wir Menschen, deren Leben eher fernab der schicken Vorderhäuser stattfindet. Wir erfahren von ihrem Leben in der Stadt, ihren Träumen, Sorgen und Stärken, verpassten Chancen und den Bildern in ihren Köpfen. Wieder sind es intensive Begegnungen und Gedanken, von denen die norddeutsche Autorin Karin Buchholz ihren Leserinnen und Lesern erzählt - Geschichten, die auch außerhalb der Buchdeckel nachwirken. Sie lassen uns schmunzeln, aber sie fordern uns auch zum Perspektivenwechsel auf. Für kurze Zeit gehen wir in den Schuhen eines anderen, entdecken Neues und sehen dabei so manches mit anderen Augen.
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Seitenzahl: 123
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Der Fotograf
Auf dem Dach
Der Flirt
Er und ich
Silvesterflug
Stadtstreuner
Adeeba auf dem Markt
Komm mit mir nach Khayelitsha!
Olivensommer
Gelato
Wiedersehen
Grenzgängerin
Tante Pollack
Ivan und ich
Seemannsgarn
Die Wunder des Herrn Jacobi
Er ist der Mann mit der Kamera. Auf einem Poller am alten Fischmarkt sitzt er und bläst blaugrauen Zigarettenrauch in die Sonntagsluft. Hinter ihm Aufräumarbeiten. Laute Rufe. Das Quietschen von Metallgitterwagen, das Rumpeln von Paletten, das Rollen leerer Bierfässer. Marktende.
Seit dem frühen Morgen ist er hier. Warm angezogen und mit Atemwolken vorm Gesicht war er ins Marktgetümmel eingetaucht wie in ein wohliges Wannenbad. Er liebt jede Art von Menschenansammlungen, die zufällige Mischung von Gesichtern, Situationen, kurzen, immer neuen Momentaufnahmen. Die Hand am Auslöser seiner Kamera, er selbst versteckt und geschützt hinter ihrem Objektiv, war er ihnen auf die Spur gekommen – den Menschen, die er nicht kannte. Den Geschichten, die nur in seinem Kopf stattfanden und die in der Realität vermutlich so viel banaler waren. Oder so viel aufregender. Wer wusste das schon.
Man muss nur zur rechten Zeit den Finger am Auslöser haben – fast wie im richtigen Leben. Vierundzwanzig Stunden am Tag hält man gespannt den Finger abschussbereit, schwebend, abwartend, zögernd. Immer auf der Suche nach dem Bild, dem Gesicht, der Geschichte, die im Inneren etwas auszulösen vermag. Bisweilen beginnt der Finger zu zittern – vor Erschöpfung, weil nichts Wahrhaftiges da draußen zu sein scheint, für das es sich lohnt, den Auslöser zu betätigen. Und man sucht doch schon so lange. Und langsam wächst die Angst, dass das von nun an so bleiben könnte, dass die Geschichten und Gesichter, die schon im Kopf abgelichtet sind, von nun an alles wären, auf das man jemals zurückgreifen könnte.
Das wäre dann also alles gewesen ...
Er schnippt seine Kippe aufs Pflaster, seine Schuhsohle erstickt die Glut. In den letzten zwei Stunden hat sich die Sonne durch die Wolken hindurch gearbeitet, die wattierte Jacke liegt jetzt neben ihm auf dem Kopfsteinpflaster, das übersät ist mit Papierschnipseln, Zigarettenstummeln, Kaugummis und Fußabdrücken. Die Fußabdrücke sieht nur er, der Fotograf. In seinem Kopf ist der Marktplatz noch voll von Menschen, noch immer bewegen sich ihre Gesichter und Körper in einem unendlichen Strom an seiner Kamera vorbei. Manche hatten erstaunt aufgeblickt, als sie ihn bemerkten. Andere hatten schützend die Hand vors Gesicht erhoben. Wieder andere taten einfach die Dinge, die sie taten – das waren die besten Motive. Unbemerktes, absichtsloses Tun ohne Pose, Authentizität in Schwarzweiß.
Er fotografiert ausschließlich Schwarzweiß. Alles verstärkt sich in Schwarzweiß: Emotion, Ausdruck, Tiefe. Die Geschichten hinter den Menschen offenbaren sich so am besten. Schwarzweiß hat so viel mehr Farben als die Wirklichkeit.
Alle, die ihm in seinem Leben etwas bedeuten, sieht er in Schwarzweiß. Fotografien in seiner Seele. Daran erkennt er, was oder wer ihm wichtig ist.
Martha zum Beispiel, seine Tante. Bei ihr im Fischladen ist er aufgewachsen, sie ist seine einzige Familie. Von jeher wickelt sie ihren Kunden den Fisch in alte Zeitungen. Frischer Fisch in alten Nachrichten. Druckerschwärze auf schuppiger Haut. Und dazu Martha, selbst ein Relikt aus schon vergangener Zeit. Früher boomte das Geschäft. Heute kaufen die Leute im Delikatessen-Fischgeschäft, zahlen das Dreifache und bekommen nicht mal die Hälfte. Keinen Klönschnack, keine Kochrezepte, keine alten Zeitungen. Alles tipp-topp, irgendwie steril und langweilig. Martha dagegen ist alles andere als langweilig ...
Merrit, seine schöne Merrit. Auch sie in Schwarzweiß, morgens im Bad, das Haar noch offen, durch das wieder und wieder die Bürste fährt mit diesem Rauschen – diesem Geräusch, das er nur von Merrit kennt und das er so liebt. Wenn er dieses Geräusch hört, weiß er, dass sie noch bei ihm ist. Und mit jedem neuen Rauschen der Bürste in ihren Haaren hofft er, dass sie auch heute Abend wieder zu ihm kommt. Immer ist in diesem Geräusch die Sehnsucht nach ihrer Nähe. Sehnsucht – natürlich in Schwarzweiß.
Kunze, der alte Hausmeister bei den Mülltonnen. Ein Original. Ostpreuße, blau-grauer Arbeitsmantel und mit achtzig mehr Lebensfreude als jeder Junge, den er kennt. Das Beste, was Dir in so einer Nachbarschaft, in so einem Leben passieren kann. Hoffentlich ist der Alte unsterblich.
Jan, der Postbote vor dem angeranzten Klingelschild. Hoffentlich macht heute jemand auf, damit er an die Hausbriefkästen kommt. Kennt jeden hier. Weiß vermutlich alles, verrät aber nichts. Er ist der kleine Bruder, den er nie hatte. Absolut unentbehrlich – als Mensch und Freund. Als Postbote wohlmöglich auch.
Willi, der Taxifahrer, der hier nicht hergehört und doch im Souterrain zuhause ist. In jeder freien Minute putzt er sein Taxi. Es ist alles, was er noch hat, außer seinen Erinnerungen, die sie abends gemeinsam im Schnaps ertränken. Auf dem Beifahrersitz liegt im Winter ein Schaffell. Für die weiblichen Fahrgäste, zwinkert er. Natürlich in Schwarzweiß.
Und dann Jolanda, voller Hoffnungen und Träume aus Polen hierher gekommen, hat alle Brücken hinter sich abgebrochen. Nun treibt sie ankerlos wie er selbst im Strom des Rotlichtviertels. Auch Rotlicht ist intensiver in Schwarzweiß. In Jolandas Augen findet er Bilder, die er selbst nie gesehen hat. Dunkle Bilder, die sie vor den anderen hinter ihrer Schminke verbirgt.
Sie alle sind in seinem Kopf, aneinandergereiht zu einem Regenbogen in Schwarzweiß. Unauslöschlich. Unvergänglich. Anders als im richtigen Leben.
Das Fotografieren ist eine eigenartige Sache: Eigentlich pure Physik, erfunden, um die Realität abzubilden, Tatsachen zu dokumentieren und für die Nachwelt festzuhalten, erzählt es bisweilen so viel mehr von dem, was hinter der aufpolierten Außenfassade der Menschen und Orte liegt. Es bildet nicht ab, es deckt auf, denkt er. Und manchmal erschrickt er beim Blick auf das fertige Foto, weil es auch viel zu viel von ihm selbst aufdeckt.
Eine Gruppe Möwen krakeelt auf dem Pflaster. Immer wieder flattern sie aufgeregt zwischen die Abfalltonnen, zerren an den Resten des Menschenauflaufs von heute Morgen. Lautstark nehmen sie sich, was übrig blieb. Einige stehen zusammen, den Rücken zum Wasser, von wo der Wind jetzt immer stärker hereindrückt. Wellen klatschen gegen die Duckdalben. Hafenstimmung. Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne. Eine Wolke mit einem Loch. Ein Bündel Sonnenstrahlen fällt durch dieses Loch direkt auf eine der Möwen. Nur eine. Alle andere bleiben im Einheitsgrau. Wie im richtigen Leben: Einige wenige im Rampenlicht, die anderen undifferenziert, unauffällig daneben. Der Auslöser klickt. Rampenlicht in Schwarzweiß.
Manchmal sitzt er im Dunkel seiner Wohnung. Leise Musik aus der Stereoanlage. Er hat die Augen geschlossen. Bilder ziehen zur Musik an ihm vorüber. Ein Foto – ein einziger Moment, der plötzlich in Bewegung gerät, sich weiter erzählt, mit der Musik lebendig wird. Er folgt der Person auf dem Foto in Gedanken auf ihrem weiteren Weg – einem Weg, dessen Zeuge er in Wirklichkeit nie geworden ist.
Was passiert nach dem Foto? Wie geht die Geschichte weiter? Geht sie weiter? Und ist es dann noch die Geschichte, die er durchs Objektiv entdeckt hat, bevor sein Finger den Auslöser drückte?
Mit dem Moment des Auslösens ist es schon nicht mehr seine Geschichte, sie gehört wieder dem Menschen selbst. So, als würde man aus einer Zeitschrift etwas herausschneiden – ein Gesicht, ein Objekt – so schneidet er aus dem Tag eines Wildfremden ein Stück heraus, trennt es ab, stellt es aus. Aus dem Zusammenhang gerissen erzählt es von etwas, das vielleicht niemals da, ja nicht einmal beabsichtigt war. Ein Phantom der Realität. Fast wie im richtigen Leben, denn: bilden wir nicht selbst immer nur einzelne Stücke von uns ab? Fetzen eines Ganzen, das vermutlich nie jemand zu Gesicht bekommen wird, nicht einmal wir selbst? Niemals wird es ein Foto von uns geben, das uns ganz erfasst, alles von uns preisgibt. Niemals wird jemand alle unsere Seiten und Facetten kennen. Kein Fotograf, aber auch kein Freund oder Partner wird jemals tatsächlich in unserer Haut stecken und durch unsere Augen sehen. Unsere Realität ist einzigartig und unabbildbar. Unfassbar im wahrsten Sinn.
Und auch wir selbst sehen uns wohl nie ganz. Keine Auflösung ist hoch genug, keine Belichtungszeit richtig, keine Ehrlichkeit schonungslos genug. In den wenigen Momenten unseres Lebens, in denen wir so ehrlich sind, haben auch wir besser den Finger nicht am Auslöser.
Doch andererseits: Welch eine Freiheit da in uns wohnt, ohne dass wir uns darüber im Klaren sind. Die Freiheit, Tag für Tag das Bild von uns wieder neu zu gestalten, immer wieder ganz von vorn beginnen zu können. The show must go on. Nein: The show can go on! Die Freiheit, zur für uns richtigen Zeit den Auslöser zu drücken für diesen einen Moment von Erkenntnis. Liebe. Schönheit. Wahrheit. Was immer wir von uns erzählen wollen.
Am Ende ist alles nur eine Verschlusszeit entfernt.
Heute Nacht ist es soweit! Jedes Mal, wenn mir dieser Gedanke durch den Kopf zischt, kriege ich Gänsehaut und freue mich auf den Feierabend. Ich freue mich immer auf den Feierabend, denn der Job hier schlaucht unheimlich. Aber heute kann ich es kaum erwarten.
Tina, die Gleichgültige, ist aufgeregt.
Soll nur keiner merken. Behalte ich lieber für mich ...
Und ausgerechnet heute will die ganze Stadt ausgerechnet hier ihr Bier trinken, Chili oder fettige Burger in sich hineinstopfen und dabei quasseln, was das Zeug hält. Schon zum tausendsten Mal schaue ich auf die Uhr.
Tina, die Gleichgültige, will einfach nur hier raus.
Endlich. Ich bin zuhause und ziehe meinen Alltag aus. Auf einem verbeulten Kleiderbügel verschwindet er im Schrank, ich streife Jeans und meinen ausgeleierten Lieblingspullover über, und endlich ist er da, der Abend, auf den ich nun so lange gewartet habe. Ich stehe in der winzigen Kochnische meiner Wohnung – 1 Zimmer, Küche, Bad stand damals in der Annonce. Völlig übertrieben. Die Küche besteht aus einem Herd, einer verkratzten Spüle und einen winzigen Kühlschrank und liegt direkt im Zimmer. Das Bad ist eigentlich eine Toilette, in der irgendein Schlaumeier einfach einen Duschkopf an die Decke geschraubt hat. Entweder duschen oder pinkeln. Vorwärts rein, rückwärts raus. Umdrehen unmöglich. Die ganze Bude ist ein Loch. Aber das würde ich natürlich niemals zugeben. Und mein Gehalt frisst das Teil auch völlig auf. Aber wenigstens sind die Trinkgelder in der Kneipe gut, das reicht für alles andere.
Das Beste an der Wohnung ist, dass sie drei Veluxfenster hat – dreimal Himmel auf 25 Quadratmetern! Ich hab‘ immer Tageslicht, und nachts schlafe ich direkt unter den Sternen. Ehrlich: da ist‘s mir doch scheißegal, wie die Küche aussieht! Ich hab‘ meinen Platz im Himmel, und das ist mehr als ich je hatte.
Ich zerre den einzigen Stuhl meines Wohnpalastes unter das rechte Fenster und klettere hoch. Das Plastik am Griff ist abgeplatzt, und ich hab‘ jedes Mal Schiss, ihn abzureißen, wenn ich das Fenster öffne.
Irgendwann sitze ich dann auf dem Dach – hoch über der Stadt. Die Luft ist lau, und heute kann ich das Meer riechen. Hey, das hier ist ´ne Hafenstadt, aber in der Bratenfettkneipe, in der ich arbeite, bekomme ich nie was davon mit. Da riecht‘s wie überall, wo‘s Bratenfett gibt. Abends turne ich dann raus aufs Dach, um überhaupt mal Luft zu kriegen.
Bah!, irgendwie schmeckt die Zigarette heute nicht! Ich drücke sie auf den dreckigen Schindeln aus und schnipse die Kippe weg. Sie trudelt runter in die Regenrinne zu all dem anderen Kram, der sich da im Laufe der Jahre angesammelt hat. Drüben, am Übergang zum Nachbarhaus, wächst sogar ´ne kleine Birke aus der Regenrinne. Das ist dann wohl sowas wie mein Hausgarten ...
Anderes Grün sieht man von hier überhaupt nicht. Nur Häuser. Schindeln und Balkone, hier und da ein Licht, und ganz weit hinten liegt das Hafenviertel mit seinen Riesenkränen. Das Wasser sieht man eigentlich auch nicht wirklich von hier. Man weiß nur wo‘s ist, wenn eines dieser Riesencontainerschiffe reinkommt. Und dann sieht‘s aus, als würde sich bloß ein Wolkenkratzer durch die anderen Hochhäuser schieben. Ganz langsam, in Zeitlupe. Und dann stell‘ ich mir vor, der bleibt zwischen all den Häusern stecken und kommt nicht mehr raus. Dann ist der Hafen mit einem Mal auch weg, und die Stadt hat einfach nur ein Hochhaus mehr. Das macht von hier aus auch keinen Unterschied, denke ich und seufze.
Mir fehlt Grün. Wir hatten immer einen Garten. Natürlich hab‘ ich den gehasst, denn der macht ja Arbeit. Unkrautzupfen und anderes sinnloses Zeug – mein Vater geht völlig darin auf. Seit er arbeitslos ist, zupft er immer irgendwo rum, harkt, räumt, dann zupft er wieder ... Das konnte einem mächtig auf den Zeiger gehen. Ständig rief er: Tina, halt mal den Sack auf, ich will das Laub wegschaffen! oder so‘n Zeug. Völlig irre, dieser ganze Aufstand um so‘n Stück Grün. Aber jetzt fehlt es mir.
Mist!
Es ärgert mich, wenn mir was von zuhause fehlt. Es ärgert mich, weil ich mir fest vorgenommen habe, dass mir absolut nichts davon fehlen wird. Tina, der Stillen, ist nämlich irgendwann der Kragen geplatzt. Tina, die sich nie beschwert hat, hat irgendwann mit der Faust auf den Tisch gehauen und ist ausgezogen.
Genau. Wurde auch Zeit!
Trotzig trete ich gegen das alte Regenfallrohr, das daraufhin empört durch die Stille scheppert, so laut, dass ich mich selbst erschrecke. Aber Trotz ist immer noch besser als Sehnsucht. Und dass das alles nicht soooo großartig ist, wie ich mir das vorgestellt habe, erzähle ich natürlich niemandem. Schon gar nicht meinen Eltern – nicht, dass wir überhaupt miteinander reden würden. Und außerdem kann ich ihnen nichts davon erzählen – dann würde ich ja mein Gesicht verlieren. Und wer will schon ohne sein Gesicht rumlaufen und sich ständig „Das hab‘ ich Dir ja gleich gesagt“ anhören.
Cool wäre, wenn man einfach zurückgehen könnte, und sie würden so tun, als wäre man nie weg gewesen ... aber eher friert wohl die Hölle zu.
Ich hole tief Luft. Die ersten Sterne zwinkern mir von oben zu. Ach was, ich schaff‘ das schon. Alles ist gut, und hier oben darf ich einfach ich sein. Mit und ohne Gesicht.
Lächelnd angle ich einen der Blumentöpfe, die ich mitgebracht habe, aus der Regenrinne und betrachte ihn im dämmrigen Licht von allen Seiten. Acht grüne Stängel mit kleinen weißen Watteköpfen, wo letzte Woche noch gelbe Blütenblätter waren.
Endlich haben sich alle verwandelt, und heute kann die Reise losgehen!
Geklaut hab‘ ich die. Heimlich in Vaters Garten geschlichen bin ich. Eigentlich wollte ich ja einfach ganz cool klingeln und hallo sagen. Aber da lag so‘n Riesenschatten im Weg, über den ich irgendwie nicht springen konnte. Na ja, da hab‘ ich mir heimlich ´ne Schaufel und zwei Töpfe aus dem Gartenhäuschen geholt und hab‘ mir ´n Stück Rasen mit Löwenzahn ausgestochen. Den hasst mein Vater sowieso. Immer hackt und sticht er im Rasen rum und reißt die Dinger raus. Also eigentlich hab‘ ich ihm bloß ´nen Gefallen getan.
