Honeckers Rache - Thomas Kratz - E-Book

Honeckers Rache E-Book

Thomas Kratz

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Beschreibung

Die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, abgeschirmt von zwei Personenschützern, ging zu Ihrer Limousine, stieg ein und nahm auf dem Rücksitz Platz.

Ein kurzer Erholungsurlaub stand auf dem Programm.

„Fahrer“, sagte die Kanzlerin, „ ich glaube, Sie fahren in die falsche Richtung.“

„Wir fahren nicht zum Flughafen!“, sagte der Personenschützer links neben der Kanzlerin.

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Veröffentlichungsjahr: 2018

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Thomas Kratz

Honeckers Rache

Oder: Die Feist war ihr Schicksal

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Honeckers Rache, eine Kurzgeschichte der Zeit....

Die Feist war ihr Schicksal…

 

Die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, abgeschirmt von zwei Personenschützern, ging zu Ihrer Limousine, stieg ein und nahm auf dem Rücksitz Platz. In einer der hinteren Ablagen mussten stets original Brandenburger Schokoladen-Pralinen sein, denn, wie die Bundeskanzlerin meinte `damit wenigstens der Gaumen ab und an mal gute Nachrichten bekommt´.

Es war ein trüber und diesiger Morgen. Keiner sagte etwas. Sie fuhren los. Man hörte nur das Geräusch der Reifen auf dem Asphalt, der noch nass war vom Regen der vergangenen Nacht. Das Schweigen war ungewöhnlich. Ungewöhnlicher als sonst.

Die Kanzlerin studierte still ihr olivfarbenes Moleskine auf Termine und handschriftliche Eintragungen. Sie mochte das. `Notizbücher kann niemand abhören, und notfalls ess´ ich es auf´, sprühte es bei guter Laune immer aus dem Mund der Bundeskanzlerin.

 

Nach einer Weile ruhiger Fahrt räusperte sich die Bundeskanzlerin.

„Sagen Sie mal, das hier ist aber nicht der Weg zum Flughafen…“

Ihre Personenschützer gaben keine Antwort. Ein kurzer Erholungsurlaub stand auf dem Programm. Eine ganze Woche Skiurlaub im schweizerischen St. Moritz. Ihre Maschine wartete auf dem Flugplatz.

Ein leichter Nieselregen setzte ein. Es sah danach aus, als würde es bald wieder stärker regnen. Die Bundeskanzlerin und Ihre Begleiter trugen dicke Mäntel. Ihre kompakten Gestalten ließen den Innenraum der Limousine sehr eng wirken. Draußen kam jetzt noch ein starker Wind auf.

„Fahrer“, sagte die Kanzlerin, „ich glaube, Sie fahren in die falsche Richtung.“

Der Fahrer gab keine Antwort. Die anderen starrten eisern geradeaus.

„Hören Sie“, sagte die Kanzlerin, „vielleicht sagt mal einer diesem Mann hier, wie man zum Flughafen kommt…!“

„Wir fahren nicht zum Flughafen!“, sagte der Personenschützer links neben der Kanzlerin.

„Wir fahren nicht zum Flughafen?“, fragte die Kanzlerin.

Der Personenschützer schwieg. Es begann stärker zu regnen. Der Fahrer stellte den Scheibenwischer an.

„Hören Sie mal, was soll das?“, fragte die Kanzlerin. „Was geht hier eigentlich vor?“

„Es regnet jetzt schon seit zwei Wochen“, sagte der Personenschützer auf dem Beifahrersitz. „Richtig deprimierend. Bin ich vielleicht froh, wenn ich endlich in die Sonne komme.“

„Ja, ich auch“, sagte der Fahrer.

„Hier stimmt doch etwas nicht“, sagte die Kanzlerin. „Ich verlange, dass Sie mir augenblicklich sagen….“

„Sie haben hier nicht mehr viel zu verlangen“, sagte der Personenschützer rechts der Bundeskanzlerin.

„Soll das etwa heißen…“

„Genau das“, sagte der Personenschützer.

„Doch nicht etwa ein Attentat…?“

„Kaum. Sowas ist längst aus der Mode.“

„Aber, was soll dann denn…“

„Bitte. Wir haben unsere Anweisungen. Wir dürfen nicht darüber reden.“

Sie fuhren einige Stunden. Es regnete ohne Unterbrechung. Keiner sagte etwas.

„So“, sagte schließlich der Personenschützer links neben der Kanzlerin, „jetzt mach da unten `ne Schleife, und dann fahren wir rein. Es ist uns niemand nachgefahren. Dieser Regen kam gerade recht.“